Kategorie: Schwangerschaft

Slow pregnancy – Annas Schwangerschaft Woche 25

Anna berichtet in dieser Kolumne Monat für Monat von ihrer dritten Schwangerschaft. „Slow pregnancy“ umschreibt ihren achtsamen, bewussten Umgang mit dieser Zeit und den Gedanken, die sie sich rund um das Schwangersein macht.

Langsam habe ich das Gefühl, dass sich die Schwangerschaft ihrem Ende neigt. Dabei liegen noch einige Wochen vor mir. Ich wollte allerdings mit allen Vorbereitungen bis zur 30. Woche fertig sein, falls die Schwangerschaft danach beschwerlicher wird, und tatsächlich ist bereits das meiste vorbereitet. Die ersten Suppen sind eingefroren. Die Haushaltshilfe für die Anfangszeit ist organisiert. Da ich fast unsere gesamte Babykleidung gespendet habe, als bei der Flüchtlingswelle so großer Bedarf daran bestand, bin ich sehr froh darüber, von Susanne die Erstlingsbox bekommen zu haben. Zusammen mit den paar Lieblingsteilen, die wir behalten haben, sind wir damit gut versorgt und haben gleichzeitig noch etwas Abwechslung in der Garderobe. Durch meine ehemalige Tätigkeit als Trageberaterin habe ich natürlich auch noch einige Tücher und Tragehilfen – etwas, worauf ich nie verzichten könnte.

Braucht das Baby ein Kinderzimmer?

Unser Baby wird vorerst kein eigenes Zimmer haben, weil es das zum einen nicht braucht und wir zum anderen einfach keines frei haben. Umziehen werden wir wahrscheinlich trotzdem nicht (das will man in Berlin auch nicht, wenn man eine schöne Wohnung gefunden hat) – irgendwann werden einfach mehr Hochebenen eingebaut. Wir werden allerdings unser Familienbett zur Seite etwas erweitern, damit alle Platz darin haben.

Darüber hinaus braucht unser Baby vor allem Liebe und Geborgenheit und Zeit zum Ankommen. Und die Liebe, die wird da sein. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich in der zweiten Schwangerschaft zweifelte, ob ich wirklich genug Liebe für zwei Kinder haben werde. Aber das Unglaubliche an der Liebe ist, dass sie wirklich immer mehr wird. Zeit und Energie sind endliche Ressourcen. Aber in unserem Herzen ist genug Platz für ein weiteres Kind.

Körperliche und mentale Geburtsvorbereitung

Ich gehe nun endlich regelmäßig zum Schwangerschaftsyoga. Zuvor passten die Termine immer nicht so richtig in meinen Zeitplan – nun nehme ich mir die Zeit. Und es tut so gut! Natürlich hilft meine kleine Yoga-Morgenroutine auch, aber die professionelle Anleitung, die eigens auf die Schwangerschaft abgestimmten Bewegungen lösen in mir das Gefühl aus, rundum vorbereitet zu sein.

Einen Geburtsvorbereitungskurs oder Hypnobirthingkurs werde ich nicht besuchen. Ich kann mit vielen der Metaphern und Texten aus dem Hypnobirthing nichts anfangen und war auch so bei beiden Geburten ziemlich tiefenentspannt. Wäre es mein erstes Kind oder hätte ich eine traumatische Geburt erlebt, würde ich allerdings an einem teilnehmen.

Eine gute Bekannte erzählte, dass in ihrem ersten Geburtsvorbereitungskurs der Impuls kam, sich zu fragen, wie man unter starken Schmerzen reagiert. Was brauche ich normalerweise, wenn ich Schmerzen habe? Was hilft mir dabei, mich zu entspannen? Und wie soll mein Partner darauf reagieren?

Ich hatte immer sehr starke Regelschmerzen und wollte dann vor allem in Ruhe gelassen werden. Ein gemütlicher Ort, eine Wärmflasche, keine Entscheidungen treffen müssen und höchstens ab und zu gefragt werden, ob ich einen Tee haben möchte. Und tatsächlich ist genau so die letzte Geburt abgelaufen. Es war für mich die beste Unterstützung, dass mein Mann und die Hebamme einfach da waren. Ich saß einfach auf dem Gymnastikball oder tigerte durch die Wohnung und wehte vor mich hin, bis es dann losging. Diese Freiheit, selbst entscheiden zu können, wie ich mich bewege, hat auch den größten Unterschied zwischen meiner ersten Krankenhausgeburt und der zweiten Hausgeburt gemacht. Ich habe im Krankenhaus keine schlimmen Erfahrungen gemacht, aber zu Hause war die Geburt für mich selbstbestimmter. Und deswegen bin ich sehr froh darüber, mich rechtzeitig um eine Hausgeburts-Hebamme gekümmert zu haben. Wir haben uns viel über die Geburt unterhalten, unsere Vorstellungen für eine ideale Geburt stimmen überein und sie besitzt gleichzeitig das Fachwissen, um einschätzen zu können, wann ich doch besser im Krankenhaus aufgehoben wäre. Bei ihr und in der Wohnung, die ich so sehr liebe, fühle ich mich gut aufgehoben – und genau dieses Gefühl macht für mich eine gute Geburt aus.

Körperliches Empfinden: glücklicherweise noch beschwerdefrei

Die Schwangerschaft beschert mir glücklicherweise immer noch keine großen körperlichen Beschwerden. Ich kann mich mit dem wachsenden Bauch langsam nicht mehr an anderen Menschen vorbeiquetschen. Irgendwo links vom Bauchnabel juckt die Haut und scheint trotz Einölens noch einmal zu reißen, auch wenn ich mich frage, wo da noch Platz für einen weiteren Riss sein soll. Die Nächte sind mit zwei Kindern immer unterbrochen, aber noch so gut, dass ich mich morgens meistens ausgeruht fühle.

Vorbereitung der Geschwisterkinder

Die beiden Schwestern spielen zur Zeit sehr viel mit meiner alten Tragepuppe, die ich aus Sentimentalität behalten habe. Sie ist eigentlich etwas schwer für Kinder, dafür aber sehr lebensecht. Die Mädchen schleppen sie herum, stillen sie und ziehen ihr die Stoffwindeln an und wieder aus. Es ist rührend zu sehen, wie sie sich um die Puppe kümmern. Ich weiß aber auch, dass ich nicht erwarten kann, dass die Umstellung auf ein echtes Baby einfach wird. Gerade wenn ich krank bin, hängen die beiden sehr an mir, und ich fürchte, daraus mehr Rückschlüsse ziehen zu können als aus dem Umgang mit der Puppe. Ich bin sehr froh, ein Sommerbaby zu bekommen, denn zum einen werden die Kinder im Juli wahrscheinlich gesund sein und zum anderen kann man im Sommer draußen einfach viel mehr unternehmen als im Winter.

Besonders die Dreijährige fragt mich immer wieder etwas besorgt, ob ich noch mit ihr kuscheln können werde, wenn unser Baby da ist. Gerade das zeigt mir auch, wie wichtig es für uns ist, rechtzeitig mit den formalen Vorbereitungen fertig zu sein, damit der Kopf frei ist für die Kinder. Ich achte zur Zeit wieder besonders darauf, am Nachmittag mein Handy auszuschalten, um für die beiden da zu sein. Ich spiele nicht direkt mit ihnen – sie sind einander bessere Spielkameraden, aber ich lese viel vor, kuschle und bin bei Bedarf einfach da.

Natürlich werde ich mich im Wochenbett erst einmal ausruhen müssen. Und besonders am Anfang wird das Baby mich auch noch sehr viel für sich beanspruchen. Aber die Beziehung zwischen meinen Töchtern und mir ist so stark, dass sie das aushalten wird. Darauf kann ich vertrauen. Und was ich vor allem mit dem zweiten Kind gelernt habe, ist dass ein Geschwisterchen ein Geschenk ist. Nicht nur die Liebe von uns Eltern wächst, sondern auch die der Kinder.

 

Anna ist Mutter von zwei Kindern und schwanger mit dem dritten Kind. Sie hat Neurowissenschaften und kognitive Psychologie studiert. Mehr von ihr könnt Ihr auf Instagram lesen unter @langsam.achtsam.echt – und demnächst wieder hier in ihrem nächsten Bericht. Den Bericht zu Woche 15 findet Ihr hier, den Bericht von Woche 20 hier.

Geburtsbegleiter*innen werden wichtiger denn je

Als ich vor sechs Jahren meine letzten Geburtsvorbereitungskurse im Geburtshaus gab, wollten viele Frauen dort gebären. Es war klar, dass sie dort in guter Umgebung, begleitet von ihren jeweiligen Hebammen gebären würden. Auch die anderen Frauen hatten damals Hebammen an ihrer Seite. Dieses Geburtshaus gibt es mittlerweile nicht mehr – wie viele andere auch nicht mehr. Geburten sehen heute anders aus: weniger begleitet, weniger sicher ist der Geburtsort, wenn Kreißsäle überfüllt sind. Oft höre ich von Frauen, dass sie weder für die Geburt eine Beleghebamme finden, noch eine Hebamme für die Vorsorge in der Schwangerschaft oder die Betreuung im Wochenbett. Das Problem der überfüllten Kreißsäle habe ich schon selbst bei der Geburt meines letzten Kindes erlebt, obwohl die Situation damals nur ein Vorbote des Problems war. Geburten haben sich verändert und damit die Anforderungen an die Rahmenbedingungen, die wir ändern müssen.

Die Bedeutung der Hebammenhilfe

Hebammen sind die Fachfrauen zur Begleitung von Geburten. Sie sind in ihrer Arbeit nicht zu ersetzen und es ist äußerst problematisch, dass durch die hohen Versicherungskosten und die schlechte Bezahlung und die Einschränkungen ihrer Tätigkeiten dieser Berufsstand weiter bedroht wird. Es ist wichtig, dass wir uns alle für den Erhalt der Hebammen einsetzen. Gleichzeitig müssen aber auch die Frauen, die aktuell durch die Unterversorgung von Hebammenarbeit betroffen sind, bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sie trotz des Mangels gute Geburten erleben können.

Ausnahmesituation: erste Geburt

Jede Geburt ist besonders, jede Geburt kann unterschiedlich sein, sich unterschiedlich anfühlen, unterschiedlich verlaufen. Jede einzelne Geburt ist individuell. Und doch sind oft die ersten Geburten ganz besondere Situationen, weil Geburt zum allerersten Mal erlebt wird. Geburten finden heute hinter verschlossenen Türen statt, fernab von anderen Frauen. Wer das erste Mal ein Kind gebiert, ist damit oft zum ersten Mal bei einer Geburt anwesend und hat zuvor keine gebärende Frau erlebt, gehört, begleitet. Auch wenn wir Kurse zur Vorbereitung besuchen, wenn wir Videos auf YouTube ansehen, wenn wir Fotos in Büchern sehen: So richtig vorbereitet auf das, was kommt, sind wenige Frauen. Die Wucht der Gefühle, des Geburtsschmerzes, der Anforderungen ist oft neu. Wir wissen dann, wie Geburt ist, wenn wir sie miterleben. Und was auch wichtig ist: Weil wir wissen, wie es sich für uns anfühlt und was für uns gut und richtig war, wissen wir es nicht für alle anderen.

Gerade dann, in dieser besonderen Zeit der ersten Geburt ist es wichtig, von Menschen begleitet zu werden, die diese Gefühle auffangen können. Menschen, die uns versichern: Das ist normal, Du machst das gut! Menschen, auf die wir uns verlassen können, dessen Einschätzung wir vertrauen, weil sie erfahren sind. Das sind Hebammen.

Und auch bei der zweiten, dritten, vierten… Geburt ist es gut, einen solchen Menschen bei sich haben, der die Unterschiedlichkeit auffängt und uns immer wieder verdeutlicht: alles ist gut. Und wenn es doch eine Komplikation gibt, kann dieser Mensch damit umgehen und sie sicher begleiten.

Wenn es an Hebammenbegleitung mangelt: Unterstützung durch andere

Durch die veränderten Rahmenbedingungen fehlen vielen Frauen nun aber genau diese Begleiterinnen durch die Geburt. Sie erleben sich als allein, als hilflos, als verlassen in einer ganz besonderen Situation in ihrem Leben. Die Rahmenbedingungen in vielen Kliniken sind so schlecht, dass die dort arbeitenden Hebammen nicht alle Frauen gleichzeitig so begleiten können, wie sie es individuell benötigen. Schuld daran trägt aber nicht das Personal. So kommt es, dass gerade am Anfang der Geburt Frauen und Paare über viele Stunden allein gelassen oder gleich wieder allein nach Hause geschickt werden, um zu einem späteren Zeitpunkt zurück zu kehren. Manche bekommen ihre Kinde rin Autos, auf dem Parkplatz, ungeplant zu Hause.

Unser Aprilscherz „Die Autogeburt“ wurde viel geteilt und kommentiert, aber eigentlich ist er kein wirklicher Scherz, sondern nur die Zuspitzung der aktuellen Situation: Die ungeplante Alleingeburt bzw. Geburt an einem nicht ausgewählten Geburtsort ohne Fachperson an der Seite ist keine bloße Dystopie mehr, sie ist für einige Frauen bereits Realität geworden. Während an einigen Stellen die geschlossenen Kreißsäle zu mehr Hausgeburten führen, sind an anderen Stellen Frauen ängstlich und bieten Geld, um doch noch eine Hebamme zu finden. Tatsache aber ist: An zahlreichen Orten gibt es eine Unterversorgung und viele Frauen finden keine Hebammen.

Unter der Geburt brauchen wir jedoch andere, die uns stützen, die uns helfen, die uns begleiten. Zwar kann ein Partner/eine Partnerin, eine Freundin, eine Mutter keine Hebamme ersetzen in ihren Tätigkeiten, aber liebevolle Menschen an unserer Seite können uns ein gutes Gefühl geben, Sicherheit und Geborgenheit. Sie können da sein, umsorgen, streicheln, Tee bringen, Essen anbieten. Sie können den Rücken massieren oder unsere Lieblingsmusik auflegen. Sie können an einem Ort, an dem wir gebären, an dem durch Personalmangel nicht genug Menschen zur Versorgung bereit stehen, –unterstützen.

Geburtsbegleitung durch andere: So können Freundinnen und Familie helfen

Viele Mütter beschreiben, wie die Elternschaft sie einsam gemacht hat. Doch gerade als Familie brauchen wir ein Netzwerk, wir brauchen andere. Nicht nur für praktische Arbeiten, sondern auch als emotionale Stütze. Und dies beginnt nicht erst in der Babyzeit, nicht im Wochenbett, sondern schon vorher.

Neben Hebammen gibt es Doulas, die Geburten begleiten und Frauen und Paare unterstützen. Sie sind nicht für die medizinische Versorgung zuständig, sondern geburtserfahrene Frauen, die sich um die emotionale Unterstützung kümmern und um das, was sonst noch wichtig und hilfreich ist. Eine Studie aus dem Jahr 1995 (Klaus/Kennel/Klaus) gibt an, dass durch eine solche Begleitung die Geburtsdauer verkürzt werden kann und weniger medizinische Interventionen notwendig sind. Doch auch das kostenpflichtige Doula Angebot ist nicht überall verfügbar oder bezahlbar.

Wer dennoch nicht auf Unterstützung verzichten möchte, kann auch andere Bezugspersonen um Teilnahme bitten. Noch ist uns der Gedanke vielleicht fremd, weil wir eine andere Gebärkultur entwickelt haben in den vergangenen Jahren. Aber auch geburtserfahrene Freundinnen, Schwester, Mutter, Partner können begleiten, wenn die Gebärende diesen Gedanken als angenehm empfindet. Für die Geburt im Krankenhaus ist eine solche Begleitung sinnvoll, besonders bei manchmal langen Eröffnungsphasen. So lastet auch nicht die ganze Begleitung auf den Schultern des heute oft begleitenden Partners und es ist möglich, sich in der Begleitung abzuwechseln und zwischendurch Kraft zu tanken. Zu Hause kann eine Freundin sich um die Kinder kümmern, kann Tee kochen, Essen vorbereiten, Musik anmachen, kann mit Wehen ertönen und lachen und einfach da sein. Geburt kann auch wie ein Fest sein. Wichtig dabei ist: Menschen, die uns zu Geburten begleiten, sollten selbst eine positive Einstellung zur Geburt haben und nicht unter Ängsten leiden. Michel Oden (2011) berichtet, dass die Angst unter der Geburt ansteckend ist: Haben Menschen in der Umgebung einer Gebärenden einen hohen Adrenalinspiegel, reagiert sie ebenfalls mit einem Anstieg des Adrenalins. 

Geburtsvorbereitung heute

Wenn ich heute einen Geburtsvorbereitungskurs geben würde, wäre er anders als vor 6 Jahren. Die neuen Rahmenbedingungen müssen auch in die Vorbereitung von Frauen einfließen und wir brauchen neue Konzepte, um Frauen unter den schlechten Bedingungen gute Geburten zu ermöglichen. Das bedeutet nicht, den Kampf um eine politische und rechtliche Verbesserung der Lage aufzugeben. Es bedeutet aber, dass wir bis zu diesem Zeitpunkt nicht nur für unsere Rechte und Bedürfnisse demonstrieren müssen, sondern auch Möglichkeiten schaffen müssen, um den Frauen, die jetzt schwanger sind und gebären, Hilfe und Unterstützung anzubieten. Ein Ansatzpunkt dafür wäre, Familie und/oder geburtserfahrene Freundinnen wieder mehr in Geburten einzubeziehen, einen „Geburten-Clan“ zu schaffen, der zumindest die emotionale Versorgung übernimmt unter der Geburt und gerade nicht das Gefühl aufkommen lässt, allein und ausgeliefert zu sein. Darauf sollten wir heute Gebärende vorbereiten: Schafft Euch Eure geburtsfreundliche Situation.

Eure

 

Geburt: Begleitet werden statt entbunden

Gestern vor zwei Jahren habe ich mein letztes Kind geboren. Heute vor neun Jahren mein erstes. Drei Geburten habe ich erlebt innerhalb von 9 Jahren: eine im Geburtshaus, eine zu Hause, eine im Krankenhaus. Sie alle waren ganz unterschiedlich: unterschiedlich lang, unterschiedlich schmerzhaft, unterschiedlich laut und auch die Kinder, die geboren wurden, waren bei der Geburt ganz verschieden in ihrem Verhalten. Jede Geburt wurde von einer anderen Hebamme begleitet. Beständig waren nur ich und mein Partner, der immer an meiner Seite war.  Weiterlesen

Slow pregnancy – Annas Schwangerschaft Woche 20

Anna berichtet in dieser Kolumne Monat für Monat von ihrer dritten Schwangerschaft. „Slow pregnancy“ umschreibt ihren achtsamen, bewussten Umgang mit dieser Zeit und den Gedanken, die sie sich rund um das Schwangersein macht.

Schon die Hälfte der Schwangerschaft liegt hinter mir! Ich kann es kaum fassen, wie schnell alles vergeht und wie lange es gleichzeitig dauert, bis so ein kleines Menschlein herangewachsen und bereit für die Welt ist. Weiterlesen

Slow pregnancy – Annas Schwangerschaft Woche 15

Anna berichtet in dieser Kolumne Monat für Monat von ihrer dritten Schwangerschaft. „Slow pregnancy“ umschreibt ihren achtsamen, bewussten Umgang mit dieser Zeit und den Gedanken, die sie sich rund um das Schwangersein macht.

Ich bin in der Schwangerschaftswoche, in der das Baby so groß ist wie eine Zitrone. Das weiß ich, weil meine App es mir sagt. Es ist mir nicht wichtig. Zum ersten Mal nehme ich eine Schwangerschaft wirklich in Ruhe wahr. In meinem Bauch wächst unser drittes Kind heran. Es gibt mir ein letztes Mal die Gelegenheit, um mich ganz einzulassen auf das Wunder, das ein neues Leben bedeutet. Weiterlesen

Zum ersten Mal Vater werden

Gerade wird ein Bekannter von mir zum ersten Mal Vater. Ich verfolge seine Tweets, seine Statusmeldungen auf Facebook. Ich bin gerührt von seinen Gedanken und Gefühlen. Ich bin berührt, wenn ich die Aufregung, die Vorfreude und die Liebe zwischen seinen Zeilen lese. Ich bin gerührt, weil dort Bindung entsteht. Gerade jetzt, in diesem Moment, in dem das Baby noch im Bauch der Mutter ist und sich das zarte Band ausbildet, das zwischen Eltern und Kind verläuft. Das zarte Band, das über die Zeit stärker wird, das auch mal gestrafft ist und dann wieder locker. Jetzt entwickelt es sich und ich wünsche, es wird stark und kräftig und bildet mit vielen anderen Bändern der Bindung einen Teppich, der dieses Kind ein Leben lang weich bettet. Weiterlesen

Begegnung & Dankbarkeit

„Susanne?“ Ich blicke in zwei Augen, die mir so vertraut sind. Einen kurzen Moment der Einordnung braucht es, denn ich habe sie 7 Jahre nicht gesehen. Aber wenn man in einem besonderen Moment in ein Augenpaar blickt, vergisst man es nie. Dieser Augenblick war die Geburt meines ersten Kindes. Und diese Augen gehören zu der Hebamme, die die Geburt meines ersten Kindes begleitet hat. Weiterlesen

Bitte berühren – Warum Hebammenarbeit unersetzbar ist

In der letzten Woche war ich beim Hebammenkongress des Hebammenverbandes und habe dort über „Neue Medien in der Geburtsvorbereitung“ gesprochen. Ich habe einen Überblick gegeben darüber, welche Medien Eltern heute nutzen, auf welche Weise sie davon beeinflusst werden und welches Potential für die Hebammenarbeit darin liegt. Es ist ein spannendes Thema, denn in der Schwangerschaft – und eigentlich schon beim Kinderwunsch – werden wir auf vielfältige Weise beeinflusst. Anders als früher suchen wir unsere Hilfen nicht mehr bei uns bekannten Personen, sondern aus Büchern, Zeitschriften, Fernsehen und Internet. Weiterlesen

Das Recht, die Geburt gut zu finden

„Wie geht es Dir denn jetzt, so ein Jahr nach der Geburt?“ wurde ich kürzlich gefragt. Ich bewegte den Kopf hin und her und überlegte, wie es mir aktuell so ginge als Mutter von drei Kindern und an der Schwelle vom Baby- zum Kleinkindalter. Aber die Fragende wollte gar nichts über mein aktuelles Allgemeinbefinden wissen, sondern meinte, ob ich die Geburt verarbeitet hätte. Verarbeitet? Weiterlesen