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Babys von Anfang an optimal begleiten

Unsere Kinder kommen schon mit vielen Fertigkeiten und Fähigkeiten zur Welt: Sie verfügen in einem bestimmten Rahmen über Fähigkeiten zur Selbstregulation, können ihre Bedürfnisse über Signale mitteilen und notfalls über das Schreien vermitteln, wenn etwas nicht stimmt. Nach einer Zeit des so genannten „Nachreifens“ in den ersten Wochen, nehmen sie aktiv an unserem Alltag teil und lernen über diese Teilnahme etwas von der Welt, in der sie sich bewegen und passen sich nach und nach an die jeweiligen Rahmenbedingungen ihrer Familie und Lebensumwelt an. Neben den für ihre Familie speziellen Werten, Ritualen und Rahmenbedingungen gibt es allgemeine Anregungen für den Alltag, die wir im Alltag beachten können.

Auf die Signale des Babys achten

Babys teilen sich über Signale mit: Sie zeigen einen Suchreflex, wenn sie hungrig sind oder saugen an den Fäustchen. Wenn sie unruhig werden, ziehen die die Beinchen an. Wenn sie ausscheiden müssen, werden sie unruhig und teilen das mit Lauten mit. Wenn sie den Kopf abwenden vom Spiel oder Blickkontakt, brauchen sie eine Pause. Es dauert eine Weile, bis wir die Signale unseres Babys verstanden haben, aber prinzipiell sind sie da und Kinder teilen uns Bedürfnisse schon früh mit. Um die Signale des Babys zu lernen, ist Beobachtung eine gute Idee: Nimm Dir die Zeit, das Baby zu beobachten. Lege Dich zu ihm und beobachte die Gestik, die Mimik und ordne sie bestimmten Ereignissen zu.

Mit dem Baby reden

Auch wenn sie uns noch nicht mit Worten antworten, nehmen Babys aus unserer Sprache viel auf. Der passive Wortschatz erhöht sich und eine gute Kommunikation im ersten Lebensjahr wirkt sich nicht nur auf den späteren Wortschatz, sondern auch die Lese- und Schreibfähigkeit aus. Es bietet sich an, die vielen Alltagshandlungen mit dem Baby sprachlich zu begleiten: Gerade Routinesituationen wie Wickeln, Baden, Ernährung eigenen sich dafür: „Ich ziehe Dir jetzt den Body aus. Zuerst mache ich mal diese Knöpfe hier auf…“ Unsere Sprache passt sich dabei den Bedürfnissen des Babys an: Wir sprechen etwas langsamer, aber betonter und mit einer besonderen Melodie, damit das Baby die Besonderheiten der Sprache versteht.

… und dem Baby zuhören

Aber nicht nur wir sollen viel mit dem Baby sprechen, sondern auch das Baby darf sich mitteilen: Die Art, wie es Laute hervorbringt, ändert sich im Laufe des ersten Jahres über Laute zu Silben und schließlich zu Wörtern. Wenn wir dem Baby zugewandt sind und zuhören, hat es Freude an der Produktion der gerade möglichen Laute und probiert aus, wie einzelne Laute und Kombinationen geformt werden. Gerade im Austausch mit einer Bezugsperson erfreut sich das Baby an der Sprachproduktion : Es gurrt und der Erwachsene gurrt zurück, wodurch das Baby wieder gurrt.

Das Baby braucht Nähe

Gerade im ersten Jahr brauchen viele Babys körperliche Nähe: Sie fühlen sich sicher in der Anwesenheit einer Bezugsperson – sowohl beim Schlafen als auch am restlichen Tag. In der Nähe einer Bezugsperson wissen sie: sie sind geschützt, gewärmt und an einer Nahrungsquelle. Hier sind sie sicher und umsorgt und es kann schnell auf Bedürfnisse eingegangen werden. Auch tagsüber verbringen viele Babys, besonders am Anfang, gerne viel Zeit im Körperkontakt, weshalb eine gute Tragehilfe oder ein Tragetuch den Alltag erleichtern kann.

… und Freiraum

Neben der Nähe ist aber auch Raum für Bewegung sehr wichtig: Wurzeln und Flügel, wie das Sprichwort sagt. Anfangs ist es für Babys sehr ungewohnt, auf dem Rücken zu liegen: Aus ihrer Zeit im Uterus kennen sie nur die gerundete Körperhaltung, wie sie auch in einer Babytrage eingenommen wird. Das Liegen auf der Unterlage ist daher für viele Babys erst einmal auch anstrengend und es kann sein, dass sie allein dadurch unruhig werden. Wenn es ihnen gut geht, sollten wir ihnen aber auch die Möglichkeit geben, sich im Liegen mit dieser neuen Freiheit um sie herum (im Vergleich zur Enge vorher im Uterus) zu beschäftigen und dabei auch den Körper und die Beweglichkeit zu erkunden. Durch die Möglichkeit zur selbständigen Bewegung können sie nach und nach ihre Möglichkeiten ausbauen und von der Rückenlage erst auf die Seite kommen, dann auf den Bauch, das Seitwärtsrollen lernen usw. Für diese Bewegungsentwicklung brauchen sie die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und weder in der Bewegung behindert zu werden, noch Schritte vorweg genommen zu bekommen durch zu frühes Hinsetzen, wenn das Baby dies noch nicht selbst kann.

Auch bei besonders zierlichen Kindern ist es gut, wenn wir ihnen den Freiraum geben, sich eigenständig kennen zu lernen und zu entwickeln und versuchen, unsere Ängste und Sorgen nicht die Bewegungsfreiheit des Kindes zu sehr einschränken zu lassen. Es ist gut, eine Ja-Umgebung für das Kind zu gestalten, damit es explorieren kann.

Miteinander spielen

Im ersten Lebensjahr liegt die Beschäftigung mit sich selbst und den anderen als Spiel weit vorne: Kinder erkunden sich, die Fähigkeiten und Funktionen des Körpers und freuen sich an der Interaktion mit den sie umgebenden Menschen. Daneben ist die Erkundung der restlichen Welt ein Spiel: Sie wollen die Gardine ebenso anfassen wie die Haare der Eltern, die Puppe des Geschwisterkindes und wollen mit dem Mund, der noch viel sensibler ist als die Hände, die Oberfläche und Eigenschaften von Dingen erkunden. Viele Spielsachen brauchen Babys gerade im ersten Jahr nicht und selbst danach ist Spiel noch immer vor allem das Kennenlernen der Welt, das sie von sich aus vornehmen.

…ohne Geschlechterklischees

Wir selber sind mit vielen Klischees aufgewachsen, besonders in Bezug auf Geschlechter. Aus der Forschung wissen wir heute, dass das, was wir oft auf „typisch Junge“ oder „typisch Mädchen“ zurückführen weniger angeboren, sondern mehr erlernt ist. Es sind eher kleine Unterschiede, die wir durch unser Verhalten vergrößern und damit unsere Kinder einschränken, anstatt ihnen die Möglichkeit geben, sich frei zu entwickeln und die ganz eigenen Merkmale und Fähigkeiten auszubauen. Schon im Babyalter können wir darauf achten, dass wir uns in unserem Verhalten nicht beeinflussen lassen von Stereotypien: Dass wir mit dem Baby – unabhängig vom Geschlecht – Ball spielen, mit Puppen spielen, vorlesen, es beim Weinen trösten. Konzentrieren wir uns mehr auf die Wahrnehmung und Begleitung der individuellen Eigenschaften unseres Kindes als darauf, ob das nun typisch wäre für das ein oder andere Geschlecht: beobachten wir, ob es eher extrovertiert ist oder introvertiert, ob es eher leise oder laut ist, ob es schnell überreizt ist oder weniger. Und haben wir auch einen Blick darauf, andere Menschen dazu anzuregen, unser Kind individuell zu sehen und nicht nach Rollenklischees mit ihm umzugehen, so dass nicht nur wir Eltern, sondern auch die restliche Familie die Möglichkeit hat, dieses Kind individuell kennen zu lernen.

Gemeinsam an einem Strang ziehen und Stress vermeiden

Ein Baby zu begleiten erfordert viel Kraft. Mehr, als uns manchmal im Alltag bewusst ist. Es ist eine Aufgabe, die nicht nur für eine Person allein gedacht ist. Wir brauchen Hilfe, Aufteilung, gegenseitige Wertschätzung. Vor allem aber hilft es uns, wenn wir Stress vermeiden können. Stress lässt uns weniger feinfühlig sein, lässt uns weniger gut die Signale unseres Babys (und anderer Menschen) erkennen und wir nehmen andere durch Stress feindseliger war und werden selbst aggressiver. So kommt es, dass Stress zu negativem Erziehungsverhalten führt. Vermeiden können wir diesen Stress nicht immer in unserer schnelllebigen Zeit, aber wir können einiges tun, um ihn zu mindern: Unseren Alltag gut planen und uns in dieser Planung als Erwachsene mit eigenen Bedürfnissen nicht vergessen, Hilfe erbitten und annehmen. Vor allem aber ist es hilfreich, den anderen Elternteil aktiv zu beteiligen: So kann gleichermaßen eine gute Beziehung aufgebaut werden und eine gleichermaßen einfühlsame Begleitung des Babys vermindert wiederum Stress, weil das Baby beide Elternteile als Partner für die Bedürfniserfüllung akzeptieren lernt. Auch nehmen wir durch eine gleichmäßige Aufteilung einen Einfluss darauf, welche inneren Bilder von Elternschaft und Rollen sich beim Kind ausbilden, was den vorherigen Punkt der Vermeidung von Klischees weiter ausbaut.

Mit diesen wenigen Aspekten können wir unser Baby bereits gut im ersten Jahr begleiten und durch Bewusstmachung und Interaktion einen guten Start mit ermöglichen.
Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Mehr Literatur zum Thema:
Mierau, Susanne (2019): Mutter.Sein. Von der Last eines Ideals und dem Glück des eigenen Wegs. Weinheim: Beltz.
Mierau, Susanne (2016): Geborgen wachsen. Wie Kinder glücklich groß werden. München: Kösel.
Elliot, Lise (2002): Was geht da drinnen vor? Die Gehirnentwicklung in den ersten fünf Lebensjahren. Berlin: Berlin Verlag.
Elliot, Lise (2010): Wie verschieden sind sie? Die Gehirnentwicklung bei Mädchen und Jungen. Berlin: Berlin Verlag.

Emotionsarbeit

Wir wissen alle: Das Leben mit Kindern bringt neue Aufgaben mit sich. Da gibt es auf einmal eine ganze Reihe mehr Dinge zu erledigen, mehr Handgriffe zu tun, mehr Wäsche zu waschen, mehr Müll weg zu tragen, mehr sauber zu machen und mehr Dinge zu suchen. Es gilt, gemeinsam zu verhandeln, welcher Elternteil was tut, damit Aufgaben gut verteilt werden und es auf keiner Seite zu einer Überlastung kommt. Was wir aber oft übersehen, ist der große Berg an Emotionsarbeit, der mit einem Kind auf uns zukommt: in Form von Emotionsregulation und -begleitung und auch in Form von Selbstreflexion. Emotionsarbeit ist es, die uns manchmal am Ende des Tages denken lässt: Was habe ich heute eigentlich getan und warum bin ich so erschöpft, obwohl ich doch scheinbar kaum etwas getan habe? Sie ist unsichtbar, diese Emotionsarbeit. Noch weniger sichtbar als der erledigte Haushalt oder dass wir daran gedacht haben, neue Schuhe zu kaufen. Aber sie ist bedeutsam – und kräftezehrend.

Die Emotionen von Kindern begleiten und regulieren

Auf einmal ist das Kind geboren, hinein in eine ganz neue Welt, in der alles so anders ist als zuvor: Hunger wird gespürt, unterschiedliche Temperaturen, unterschiedliche Materialien auf der Haut. Im Bauch rumpelt es und vielleicht liegt es mal unbequem auf einer Decke oder einem Knopf. Das Kind spürt neue Dinge und kann dies zunächst nicht einordnen: Es braucht Bezugspersonen, die es nicht nur umsorgen und die Bedürfnisse nach Nähe, Nahrung und Pflege allgemein erfüllen, sondern die auch Sicherheit geben und das Gefühl vermitteln: Wir sind für dich da, wir helfen dir. Es bildet sich ein Vertrauen aus durch diese Regulation, durch die Begleitung des Kennenlernens der Welt. Einfach ist das nicht immer für das Kind, denn es gibt viele Dinge, die unangenehm sind, erschrecken oder überreizen. Werden die ersten Anzeichen des Kindes nicht bemerkt oder ist das Kind besonders empfindsam und geht schneller in ein weinen über als andere Kinder, wird das Unbehagen laut kundgetan, damit die nahen Bezugspersonen wirklich verstehen, dass es dem Kind gerade nicht gut geht. Im Laufe der Zeit gewöhnt sich das Kind in das Leben ein, aber die Begleitung und Regulation von bestimmten Zuständen ist weiterhin wichtig: Das Kind in den Schlaf begleiten, wenn es noch nicht allein einschlafen kann, das Kind durch Wutanfälle begleiten, weil es diese noch nicht selbst verarbeiten kann und es ihm schwer fällt, sich allein zu beruhigen. Es gibt viele Jahre lang verschiedene Bereiche, in denen Kinder auf Co-Regulation angewiesen sind, bevor ihnen in allen Bereichen Selbstregulation möglich ist, die sie u.a. über die Co-Regulation von Verhaltenszuständen erlernt haben.

Emotionen begleiten ist oft anstrengend für die Bezugspersonen

Das Begleiten von Weinen, Schreien, Wut, aber auch unbändiger Freude, Neugierde etc. ist nicht immer einfach. Ein weinendes Baby aktiviert in uns Zuwendung – wir versuchen, die Ursache zu ergründen, das Unbehagen des Babys anzunehmen und nach Möglichkeit zu beenden. Häufiges, intensives und/oder langes Weinen erleben wir als anstrengend bis hin zu einem Gefühl der Gefahr: Es verängstigt Eltern, wenn sie über einen längeren Zeitraum ihr Baby nicht beruhigen können.* Langfristig kann durch besonders häufiges Weinen und Schreien nicht nur die Beziehung zwischen Eltern und Kind beeinflusst werden, sondern es zeigen sich auch körperliche Beschwerden in Form von Verspannungen, Veränderungen der Atmung (Abflachung) und anderem. Ohnmacht, Verzweiflung und Wut können sich ausbreiten bis hin zum Burnout.**

Auch die Co-Regulation des Schlafes ist nicht immer einfach. Auch wenn Kinder von Anfang an schlafen können, müssen sich unsere Schlafrhythmen erst einander angleichen. Je nach Rahmenbedingungen, Temperament des Kindes und Unterstützung kann das Eltern vor große Herausforderungen stellen. Auch wenn wir an vielen Stellen lesen und hören, Schlafmangel sei nahezu natürlich für Eltern und ganz normal in den ersten Jahren, ist er nicht gut und auch nicht richtig für Familien: Schlafmangel führt dazu, dass wir gereizter sind, uns eher bedroht fühlen, unsere Amygdala überreagiert. Feinfühligkeit und Beziehungsarbeit sind unter Schlafmangel erschwert. Wenn wir also zu wenig schlafen, weil der Schlafrhythmus unserer Kinder es nicht anders ermöglicht und wir den fehlenden Schlaf nicht nachholen können, führt das zu Stress.***

Aber nicht nur in der Babyzeit ist die Regulation von Gefühlen und Begleitung anstrengend für uns: Auch im Kleinkindalter ist das Begleiten von Gefühlen nicht einfach. Auch hier haben wir wieder viel zu tun und können leicht in stressige Situationen geraten, wenn das Kind wütend ist, nicht kooperiert oder eigene Ideen umsetzen möchte, von denen wir gerade nicht überzeugt sind. Stress führt zu negativem Erziehungsverhalten, das wir eigentlich vermeiden wollen. In den stressigen Situationen können wir jedoch, da wir gerade im Stressmodus sind, nicht überlegt und wie eigentlich gewünscht handeln. Gerade dann, wenn der Alltag mit Aufgaben angefüllt ist und wir ohnehin unter Zeitdruck stehen, kann uns dann das eigentlich normale Verhalten des Kindes weiter stressen. Im nächsten Moment tut es uns wieder leid, wie wir unter Stress gehandelt haben, was uns dann häufig weiter grübeln lässt.

Auch wenn wir auf einmal getriggert werden in eigenen Erfahrungen durch das Verhalten unseres Kindes und wir uns mit der eigenen Kindheit, unseren gemachten Erfahrungen oder auch den Mängeln unserer Kindheit auseinander setzen müssen, erfordert das besondere mentale Kraft und innere Arbeit – dies insbesondere dann, wenn wir merken, dass es bestimmte erlernte Handlungsmuster gibt, die wir in stressigen Situationen zeigen, aber nicht zeigen wollen.

Emotionale Arbeit ist Arbeit

All diese Begleitung von Kindern ist nicht immer einfach. Im Laufe der Kindheit gibt es immer wieder Phasen, in denen eine stärkere emotionale Begleitung notwendig ist: Eintritt in den Kindergarten, in die Schule, Erklimmen bestimmter Meilensteine der Entwicklung, Begleitung von Streitigkeiten unter Freund*innen. Je nach eigenen Kraftressourcen und persönlicher Belastbarkeit kann diese emotionale Begleitung von Kindern viel Kraft erfordern. Und manchmal bleibt dann weniger Kraft für andere Dinge übrig. Manchmal fragen sich Eltern vielleicht „Was hab ich heute eigentlich geschafft?“ aber diese Frage ist nicht richtig: Jeder Tag, an dem ein Kind begleitet wird, erfordert von uns Zuwendung, Aufmerksamkeit, Kraft. Und es ist vollkommen normal, davon auch erschöpft zu sein. Manchmal mehr, manchmal weniger. Aussagen wie „Du bist doch nur zu Hause mit dem Kind!“ verkennen, welch große Arbeit – neben den vielen Handgriffen – wirklich vollbracht wird einfach damit, ein Kind emotional zu begleiten. Emotionsarbeit ist Arbeit. Es ist oft auch schöne Arbeit, manchmal sehr anstrengende Arbeit, oft unterschätzte und vor allem zu wenig honorierte Arbeit. Jeder Mensch, der Kinder begleitet, leistet jeden Tag sehr viel.

Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Literatur
*Harms, Thomas (2016):Emotionelle Erste Hilfe. Bindungsförderung – Krisenintervention – Eltern-Baby-Therapie. – Gießen: Psychosozial-Verlag.
**Gaca, Anja Constance/Mierau, Susanne (2018): Mein Schreibaby verstehen und begleiten. Der geborgene Weg für High-Need-Babys. – München: GU.
***Mierau, Susanne (2019): Mutter.Sein. Von der Last eines Ideals und dem Glück des eigenen Wegs. – Weinheim: Beltz.

„Ich kann damit nicht umgehen!“ – Wenn unsere Kinder uns scheinbar herausfordern

„Ich kann damit einfach nicht umgehen!“ Das ist ein häufiger Satz, den Eltern sagen. Manche Eltern sagen ihn in Bezug auf die Wut des Kindes, andere in Bezug auf das Weinen, die Trauer oder Schimpfworte. Manchen Eltern fällt es besonders schwer, dass die Kinder selbständig werden, anderen fällt es schwer, wenn sie besonders an ihnen „kleben“. Wenn wir merken, dass bestimmte Situationen uns schwer fallen, wenden wir den Blick oft zunächst auf das Kind: „Dieses Kind ist besonders anhänglich/selbständig/wütend/laut/…“. Und auch wenn natürlich jedes Kind ein eigenes Temperament mitbringt in das Leben und dieses Temperament durch Erziehung vielleicht in bestimmte Bahnen gelenkt wird, aber sich dennoch durch das Leben zieht, lohnt sich auch ein Blick auf das Gegenüber – uns Eltern – und die Frage, warum wir mit bestimmten Verhaltensweisen nicht umgehen können.

Was uns leicht oder schwer fällt, ist eine Frage der eigenen Erfahrung

Uns allen fallen unterschiedliche Dinge im Zusammensein mit unseren Kindern leicht oder schwer: Während es einigen leicht fällt, die Wutanfälle des Kleinkindes gelassen zu begleiten und ruhig daneben zu sitzen, hat es eben dieses Elternteil vielleicht schwer, wenn das Kind besonders anhänglich ist. Andere Eltern können geduldig lange Zeit Kinder in den Schlaf begleiten, während dies für andere zu einer Geduldsprobe wird. Wie wir mit den unterschiedlichen Gefühlen und Äußerungen unserer Kinder umgehen, ist eine Frage der eigenen Erfahrungen und Erlebnisse: Wir haben selbst bestimmte Handlungsmuster erlernt oder reagieren auf bestimmte Situationen besonders empfindsam: Unsere Kinder wecken mit ihrem Verhalten Erinnerungen, die tief in unserem Gehirn verwurzelt sind. Wir werden „getriggert“ in diesen Erinnerungen durch das Verhalten unserer Kinder: Weint es, beißt es, wütet es, ist es abweisend, kann das Handlungsmuster auslösen, die wir selbst erfahren haben – oder eben auch zu Hilflosigkeit führen. Vielen Eltern fällt es schwer, mit der eigenen Wut vor den Kindern umzugehen. Ebenso gibt es aber auch Eltern, die sich hilflos fühlen, wenn das Kind weint und sie wissen nicht, wie sie es „richtig“ trösten können. Auch hier kann eine mögliche Ursache darin liegen, dass das Trösten nicht erlernt wurde und dies nun im Zusammensein mit dem Kind zu Tage tritt.

Fehlinterpretationen

Wenn es bestimmte Situationen immer wieder gibt, in denen uns der Umgang mit dem Kind schwer fällt, können wir dazu neigen, die Ursache kurzerhand im Kind zu suchen: Das Kind ist besonders schwierig. Liegt aber die eigentliche Ursache in uns, können wir die Bedürfnisse des Kindes nicht nur in dieser Situation, sondern auch langfristig nicht befriedigen: Das Kind kann nicht angemessen begleitet werden, Probleme in der Interaktion manifestieren sich.

Das Kind, das uns als besonders anhänglich erscheint, wird in dem Bedürfnis nach Nähe nicht gesehen und nicht ausreichend begleitet – es erfährt Zurückweisung und Ablehnung, fehlenden Schutz. Das Kind, das uns als zu waghalsig erscheint, um das wir beständig Angst haben, wird in der Erkundung eingeschränkt und eventuell in der Entwicklung gehemmt. Das Kind, dessen Weinen uns herausfordert und bei dem wir das Gefühl haben, daran arbeiten zu müssen, dass es weniger weint, wird nicht ausreichend und zuverlässig getröstet, um auf dieser Basis später Selbstregulation zu erlernen.

Schau hin!

Wenn wir also merken, dass es Situationen mit unseren Kindern gibt, die uns immer wieder schwer fallen, können wir genauer hinsehen: Ist es wirklich das Temperament des Kindes, das eine besondere Herausforderung für uns darstellt, oder ist es vielleicht in unserem Verhalten begründet, dass wir hier immer wieder eine Herausforderung spüren? Spüren wir hinein in diese Situation und unser persönliches Empfinden: Was genau ist es, was uns hier behindert, was es uns schwer macht? Warum fühlen wir uns hilflos in Anbetracht der Tränen des Kindes? Warum denken wir, mit den Bauchschmerzen des Kindes nicht umgehen zu können? Warum fällt es uns schwer, das Kind auf Erkundungstour zu lassen?

Mit diesen Fragen an uns selbst können wir unser Verhalten reflektieren und die Bedürfnisse unserer Kinder im Blick behalten, so dass sich einige Probleme im Familienalltag nicht manifestieren oder zu immer größeren Herausforderungen werden.
Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Warum es gut ist, dass unsere Kinder so langsam sind

Montagmorgen, der kleine Rucksack ist gepackt, alles ist Startbereit, die Eltern stehen wartend in der Tür, bereit zum Aufbruch in den Tag und in die neue Woche. – Nur das Kind sitzt noch da, mühsam den Schuh über den kleinen Fuß ziehend. „Komm, ich helf Dir schnell, wir müssen los!“ „Nein, alleine!“ – Aber wir müssen doch schnell…

Die Hektik unseres Alltags

Wenn wir unseren Kindern bei ihren Tätigkeiten zusehen, stellen wir fest, wie langsam sie oft sind: beim Anziehen, beim Waschen, beim Schreiben,… bei all den Tätigkeiten, die sie sorgsam neu in ihrem Alltag verrichten. Sie probieren aus, ihre kleinen Finger üben neue Griffe, ganz langsam wird ein Reißverschluss zugemacht, mit Sorgfalt werden die Knöpfe geschlossen oder die Müslischale in das Regal gestellt. Manchmal haben wir aus der Hektik unseres Alltags den Impuls, sie in ihrem Handeln zu ermahnen: „Nun mach doch mal schneller, wir müssen doch…“ Treten wir einen Schritt zurück und betrachten unsere Kinder in ihrem Tun, können wir feststellen, welch großer Schatz eigentlich in ihrem Handeln liegt: Sie tun die Dinge langsam, behutsam. Sie gehen achtsam mit den Dingen um – eine Achtsamkeit, die wir in unseren Jahren erst wieder versuchen, in unseren Alltag zurück zu holen durch Übungen, Kurse und Trainings. Natürlich sind auch sie manchmal schnell, hektisch oder ungeduldig – und je nach Temperament sind einige Kinder das mehr und andere weniger – aber in vielen Tätigkeiten sind sie zunächst in einer Weise bedacht, sie wir Erwachsenen in unseren Jahren erst wieder erlernen müssen, weil der Stress unseres Alltags uns die Langsamkeit im Handeln genommen hat.

Alleine machen

Natürlich geht es in diesem langsamen Handeln des Kindes um mehr als Achtsamkeit: Es liegt ein Lernwille dahinter: Das Kind übt sich in neuen Tätigkeiten, in neuen Handlungsabläufen und Gedanken. Anfangs ist das noch schwer und das Kind muss erst lernen, wie die richtige Bewegungsabfolge ist, um zum Ziel zu kommen. Nicht anders ist es bei vielen anderen Dingen, die es gerade jetzt lernt: soziale Regeln, Verhaltensweisen. All das will gelernt werden und braucht auch einfach Zeit. Unsere Kinder lernen, aber in vielen Dingen nicht von heute auf morgen, sondern über einen langen Zeitraum hinweg. Sie wollen nicht „die Abkürzung“ nehmen in de Form, dass ihnen dieses Lernen abgenommen wird: Sie wollen die Erfahrungen selbst machen, um sich Stück für Stück weiter auf das eigenständige Leben vorzubereiten.

„Alleine machen!“ ist kein Aufbäumen gegen unsere Wünsche, kein Machtspiel. Es bedeutet oft: „Ich muss mir diese Zeit jetzt nehmen, um zu lernen, wie es wirklich geht, damit ich es wirklich lernen kann!“ Berauben wir unsere Kinder durch Hektik dieser Möglichkeiten, berauben wir sie um Lernerfahrungen, die sie dringend brauchen. – Und die wir ja schließlich auch irgendwann einfordern: Kein Kind wird sich selbst die Schuhe anziehen und binden können, wenn wir es nicht geduldig haben lernen lassen.

Lernen in einer Umgebung, in der es erlaubt ist

Was Kinder also brauchen, ist eine Umgebung, die das Lernen zulässt und auch das Lerntempo des Kindes berücksichtigt. Eine Umgebung, in der diese vermeintliche Langsamkeit erlaubt ist. Das Lernen geht dann umso leichter, wenn wir eine Umgebung schaffen, in der es natürlicherweise erlaubt ist. Eine Umgebung, in der sich das Kind nicht erst durchsetzen muss, in der es nicht erst rebellieren muss, um das Recht auf Selbständigkeit zu erlangen, sondern in der es selbstverständlich davon ausgehen kann, dass es erlaubt ist. Muss es sich erst wehren, durchsetzen und Widerstand leisten gegen unsere Anordnungen, ist das Lernen wesentlich schwerer.

Nehmen wir also die Langsamkeit und den Wunsch, selber zu lernen, an und versuchen wir, unsere erwachsene Hektik ein wenig aus dem Kinderalltag zu verbannen, damit sie auf ihre Weise entspannt einen Zugang zu unserer Welt finden.
Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Atme wohl, kleine Schnupfnase! {Werbung}

Da ist er wieder, der Herbst mit der beginnenden Erkältungszeit. Oft ist es gar nicht so einfach, vom sonnig-warmen Sommer auf den kühl-nassen Herbst umzuschwenken: Die Kinder wollen lieber weiterhin in der gewohnten Kleidung durch Pfützen hüpfen und kurzärmlig durch das Herbstwetter rennen. Ist das Immunsystem durch Kälte geschwächt, hat es der Körper schwer, sich gegen Viren zur Wehr zu setzen. Kommt dazu noch, dass die Schleimhäute austrocknen durch trockene Raumluft, ist die Erkältung recht wahrscheinlich vorprogrammiert.

Erkältungen vorbeugen

Erkältungen lassen sich gerade bei Kindern in den kühleren Monaten meistens nicht ausschließen, aber wir können einiges dafür tun, um die Wahrscheinlichkeit zu senken: Die Sommerkleidung im Schrank gegen wärmende Sachen austauschen, aus denen sich das Kind dann bedienen kann. Die Durchblutung anregen durch ausreichend Bewegung, Fußbäder nach dem Heimkommen. Zu Hause können wir darauf achten, dass die Raumluft nicht zu trocken ist durch regelmäßiges lüften und Luftbefeuchtung. Auch sollte nicht zu wenig getrunken werden – ein warmer Tee mit etwas Vitamin C wie in Sanddorn oder Hagebutte kann zusätzlich unterstützen.

Wenn die Erkältung dann doch da ist

Letztlich können wir aber nicht alle Erkältungen verhindern. Läuft die Nase oder hustet das Kind, kann eine leichte Erkältung gut mit Zuwendung, Wickeln und ätherischen Ölen begleitet werden*. Wichtig ist: Nicht jedes ätherische Öl, das für Erwachsene genutzt werden kann, gehört auch auf Kinderhaut. Im Primavera „Atme wohl Baby- und Kinderbalsam bio“ sind nur ätherische Öle verwendet, die auch auf Kinderhaut kommen dürfen: Thymian, Myrte und Cajeput unterstützen bei Husten und Schnupfen, regen die Durchatmung an und beruhigen. Zusammen mit Bienenwachs und Mandelöl ergeben sie einen wohl duftenden Balsam, der von warmen Händen auf Brust und Rücken des Kindes einmassiert werden kann. Mit sanften Streichbewegungen von der Brustmitte seitwärts zu den Schultern wird dabei auch der Brustraum noch entspannt und geweitet und die tiefe Atmung noch unterstützt. Um die wärmende Wirkung dieser kleinen Massage noch zu unterstützen, dann ein Bienenwachswickel auf den massierten Bereich gelegt werden, der die Körperwärme wieder zurück gibt. Ein Kirschkernkissen kann noch einmal von Außen sanfte Wärme spenden und beruhigen.


Öle und ihre Wirkung

Thymian
Ätherisches Thymianöl gibt es in unterschiedlichen Chemotypen. Für Kinder ist das milde Thymian Linalool zu verwenden, das entkrampfend, beruhigend und antiviral wirkt.

Myrte
Die vitalisierend duftende Myrte wirkt entkrampfend.

Cajeput
Das ätherische Öl dieser Pflanze duftet eukalyptusartig, ist aber milder und wirkt u.a. schleimlösend.


Ein warmer Kuschelfreund für Erkältungstage

Ein Kirschkernkissen kann übrigens in Wunschform und -größe ganz einfach selbst gemacht werden – das geht auch ohne große Nähkenntnisse: Die gewünschte Form (z.B. Herz, Bär, oder wie hier bei uns: Elefant) zwei Mal auf Filzstoff aufmalen, ausschneiden und bis auf eine kleine Öffnung zusammennähen. In diese dann die Kirschkerne einfüllen und schließlich mit Nadel und Faden schließen. Die Kirschkern-Filzfreunde können dann im Ofen kurz erwärmt werden und sind im Anschluss kuschelig-warme Begleiter.

Und nun: Gute Besserung!

*Hausmittel können eine gute und oft auch schnelle Hilfe sein, um bei leichten Erkrankungen Linderung zu verschaffen. Wichtig ist, die Kinderärztin/den Kinderarzt hinzu zu ziehen, wenn Verdacht auf eine Kinderkrankheit besteht, Symptome nicht eindeutig eingeordnet werden können, Eltern unsicher sind, ein Fieber andauert oder Beschwerden nicht innerhalb von drei Tagen besser werden. Auch bei schneller Verschlechterung des Wohlbefindens muss ggf. schnell Arzt/Ärztin hinzugezogen werden, daher ist es wichtig, kranke Kinder gut im Auge zu behalten. Hat ein Baby unter drei Monaten eine Temperatur über 38°C, sollte Kinderärztin/Kinderarzt kontaktiert werden, ebenfalls bei einem älteren Baby über 39°C. Außerhalb der Öffnungszeiten der eigenen Kinderärztin kann auch der Kinderärztliche Bereitschaftsdienst in Anspruch genommen werden bzw. Notdienstpraxen. Bei lebensbedrohlichen Erkrankungen muss natürlich umgehend der Rettungsdienst der Feuerwehr gerufen werden.

Wie Babys schlafen

Der Schlaf von Babys und Kindern ist eines der großen Themen in den ersten Jahren. Wir lesen davon, dass „Kinder schlafen lernen“ müssen, dass Schlaf wichtig sei für die Entwicklung und zu wenig Schlaf ungesund, wir stellen uns Fragen darüber, ob nun Mittagsschlaf wirklich wichtig ist, wenn wir abends doch gerne ein wenig Zeit für uns hätten ohne Kind. Wie also ist es nun mit dem Schlaf? Können oder müssen Kinder das lernen oder machen sie das von ganz allein? Und wie verändert sich das Schlafen im Laufe der Zeit?

Die gute Nachricht ist: Babys müssen nicht schlafen lernen, sie schlafen schon ganz selbständig von Anfang an. Die von vielen Erwachsenen allerdings als schlecht wahrgenommene Nachricht ist: Sie schlafen anders als wir. Und genau das bringt uns manchmal in eine Zwickmühle. Nach der Geburt hat das Baby erst einmal keinen geregelten Schlaf-Wach-Rhythmus: Schlafen und Wachen wechseln sich ab. Wie bei uns Erwachsenen ist auch schon für die Kleinsten der Schlaf wichtig, u.a. für das Gehirn und die Lernprozesse. Daher haben sie auch einen anderen Schlafrhythmus und eine andere Verteilung der Schlafphasen. Noch im Uterus besteht der Schlaf des ungeborenen Babys zu nahezu 100% aus REM-Schlafphasen, bei neugeborenen Kindern aus etwa 70%. Diese Schlafphase, in der die Augen sich unter den Lidern schnell bewegen (REM = Rapid Eye Movement) dient dem Gehirn zum Sortieren und Verarbeiten von Eindrücken – wir lernen, insbesondere auch emotionale Erlebnisse verfestigen sich hier.

Das Baby lässt sich nicht ablegen!

Vom Wachzustand geht das Baby zunächst in den REM-Schlaf über und dann in den Tiefschlaf: Viele Eltern wissen, dass sich das Baby, obwohl es doch gerade eingeschlafen scheint, nicht gleich ablegen lässt. Es erwacht sofort, wenn wir es ablegen, wenn es eine Diele knarzen hört oder sich die Situation in einer anderen Art für das Baby spürbar ändert. Und auch wenn uns Erwachsenen das oft als unpraktisch für uns selbst erscheint, ist es dieses Schlafverhalten für das Baby durchaus sinnvoll: Während dieser ersten Schlafphase ist es noch aktiv genug, um zu überprüfen, ob die Rahmenbedingungen für einen Schlaf wirklich gut sind, oder ob es nicht doch vorher noch einmal versorgt werden muss oder andere Rahmenbedingungen braucht, beispielsweise weil es zu kühl oder zu warm bekleidet ist, weil es spürt, dass es allein ist und dieses Gefühl seinem Bedürfnis nach Sicherheit widerspricht.

Das Baby wacht nachts auf!

Nach etwa 20 Minuten REM-Schlaf geht das Baby dann in den Tiefschlaf über: Nun lässt es sich ablegen. Nach einem Schlafzyklus von etwa 50 Minuten erwacht das Baby mehr oder weniger kurz, häufig zur Nahrungsaufnahme. Zudem überprüft es nun wieder, ob die Rahmenbedingungen weiterhin gut sind. Fühlt es sich beispielsweise schutzlos, wird es erwachen und weinen, um die Bezugspersonen zu sich zu holen. Auch bei einem Ausscheidungsbedürfnis erwachen die Babys oder werden unruhig. Wer das Baby abhält, merkt, dass es nach dem Ausscheiden wieder gut einschlafen kann.

Auch ältere Kinder und sogar wir Erwachsene wachen nachts auf – allerdings können wir selbständig wieder einschlafen und müssen (meistens) nicht durch eine andere Person wieder in den Schlaf begleitet werden, weil wir genug Erfahrungen im Laufe der Zeit gesammelt haben und wissen, dass wir an unserem Schlafort sicher sind. Auch verlängern sich im Laufe des Lebens die Schlafzyklen: Bei einem Erwachsenen dauern sie 90 bis 120 Minuten an – wir wachen also in späteren Jahren seltener auf pro Nacht.

Babys schlafen nicht durch – oder doch?

Dass Babys nicht in dem Sinne durchschlafen, wie wir von durchschlafen denken, ist also ganz normal. Die Gesamtschlafdauer bei Babys variiert stark: Neugeborene schlafen zwischen 11 und 20 Stunden am Tag, 6 Monate alte Babys zwischen 9 und 17 Stunden. Und auch nach der Babyzeit ist der Schlafbedarf noch unterschiedlich und einige Kinder brauchen noch länger einen Mittagsschlaf und andere hören früher damit auf. Mit „durchschlafen“ wird in der Regel ein Zeitfenster von 5 Stunden bezeichnet. Im ersten Jahr wachen viele Babys noch drei Mal und mehr nachts auf. Und selbst nach dem ersten Geburtstag schlafen Kinder noch nicht in dem Sinne durch, wie wir es uns oft wünschen würden.

Mit dem Babyschlaf umgehen

Dass Babys also so schlafen, wie sie schlafen, ist richtig und normal. Leider kollidiert es dennoch mit unseren erwachsenen Schlafgewohnheiten – und unseren Erwartungen hierzulande. Während in Costa Rica davon ausgegangen wird, dass Kinder etwa mit 3,5 Jahren durchschlafen, erwarten dies in Indien Eltern erst von 5jährigen. Zudem gibt es selbst in der voranschreitenden Entwicklung immer wieder mal Rückschritte in Phasen, in denen das Baby besondere neue Entwicklungen durchläuft und daher unruhiger schläft oder wenn es beispielsweise einen Infekt hat oder Zähne bekommt.

Wichtig ist daher: Den Schlaf des Babys so annehmen, wie er ist. Babys brauchen einfühlsame Begleitung und keine Schlaftrainings. Wichtig ist es dennoch, dass auch wir Erwachsene auf unsere Schlafbedürfnisse achten. Daher ist es gut, wenn sich Eltern abwechseln können, damit beide ausreichend Schlaf bekommen. Praktisch für ein gutes Schlafgefühl ist auch der so genannte „Ammenschlaf“: Schlafen Mutter und Baby in körperlicher Nähe (das Baby beispielsweise im Familienbett oder Beistellbett), nähern sich die Schlafphasen von Mutter und Kind an, wodurch die erwachsene Bezugsperson nicht aus dem Tiefschlaf gerissen wird durch das erwachte Baby, sondern oft kurz vor dem Baby erwacht, schnell auf die Bedürfnisse eingehen kann und dann selbst wieder schnell in den Schlaf findet. der Schlaf kann so erholsamer sein beim Co-Sleeping als bei räumlicher Trennung.

Wie geht es Euch mit dem Schlaf Eures Babys?
Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Passende Bücher zum Thema:
Mierau, Susanne (2016): Geborgen wachsen. Wie Kinder glücklich groß werden. – München: Kösel.
Mierau, Susanne (2019): Mutter.Sein. Von der Last eines Ideals und dem Glück des eigenen Wegs. – Weinheim: Beltz.
Lüpold, Sibylle (2014): Ich will bei Euch schlafen! (Ein-)Schlafen lernen mit Co-Sleeping. – Freiburg: Urania Verlag.
Renz-Polster, Herbert/Imlau, Nora (2016): Schlaf gut, Baby! Der sanfte Weg zu ruhigen Nächten. – München: GU.
Schwarz, Diana/Ludwig, Frauke (2018): Baby Basics. Alles, was ihr über euer Baby wissen solltet. – München: Kösel.

Kürbiszimtschnecken und andere Kürbisleckereien

Der Herbst ist da und damit Zeit für leckere Backwerke neben einem warmen Getränk. In diesen Tagen kommt Kürbis hier häufig auf den Tisch – in ganz verschiedenen Varianten von salzig bis süß. Vom Hokkaido-Kürbis kann die gesamte Frucht verwendet werden von der Schale bis zu den Kernen und wird zu: Kürbissuppe, Kürbisbrötchen, Ofengemüse-Kürbis, Kürbisgnocci, Kürbiswaffeln, Kürbis-Flammkuchen, Kürbiskern-Snack, Kürbiskuchen, Kürbisdonuts – und diese leckeren Kürbis-Zimtschnecken.

Für etwa 10 Zimtschnecken benötigst Du:

250g Mehl
50g Rohrzucker
1/2 Päckchen frische Hefe
1/2 TL Salz
50g geschmolzene Butter
125 ml Milch
100g Hokkaido-Kürbispüree

50g weiche Butter
50g Zucker
2 TL Zimt
1/2 TL Kardamompulver

Und so werden Zimtschnecken daraus:

Für das Kürbispüree wird der Hokkaido-Kürbis gewaschen, der Stiel entfernt, Kerne ausgeschabt (diese können gekocht, im Ofen mit Gewürzen bestreut geröstet und dann als Snack gegessen werden). Der restliche Kürbis wird in Stücke geschnitten und bei 180°C im Backofen weich gegart. Der abgekühlte Kürbis wird dann püriert und die entsprechende Menge für die Zimtschnecken abgenommen. Reste können zu Suppe, für Pizzateig etc. weiter verarbeitet werden.

Mehl in eine Rührschüssel geben, Zucker zugeben, die geschmolzene Butter mit der Milch auffüllen und beides gemeinsam zum Mehl-Zucker-Gemisch geben, Hefe unterkneten und das Kürbispüree unterkneten. Der Teig sollte nicht zu klebrig sein, ggf. Mehl zugeben. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort etwa 60 Minuten gehen lassen bis er sich verdoppelt hat.
Dann rechteckig ausrollen. Butter Zucker, Zimt und Kardamom verrühren und diese Mischung auf dem ausgerollten Teig verstreichen. Den Teig von der Unterkante zu einer Schnecke recht fest aufrollen. Von der Rolle ca. 2cm breite Scheiben abschneiden, auf das mit Backpapier belegte Blech geben und noch, als 30 Minuten gehen lassen und dann im vorgeheizten Ofen bei 180°C 10 Minuten backen.

Abschließend können die Zimtschnecken noch mit Zuckerguss oder Hagelzucker versüßt werden.

Die Atmosphäre am Familientisch

Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme. Gerade bei unseren Kindern sehen wir, wie wichtig die gesamte Atmosphäre am Esstisch und rund um die Nahrungsmittel ist, damit dieses Alltagsritual entspannt und bedürfnisorientiert ablaufen kann. Dies bezieht sich nicht nur auf die Familienmahlzeiten größerer Kinder, sondern hat seine Bedeutung von Anfang an, wenn schon kleine Babys mit am Tisch sitzen oder liegen und später mit dem Probieren der Beikost beginnen. Eine entspannte Atmosphäre ohne Druck, Zwang, die Selbständigkeit und Teilhabe ermöglicht, ist ein wesentlicher Baustein der Ernährung.

Freude am Essen von Anfang an Erleben

Schon das Baby beobachtet uns bei den Mahlzeiten: Es nimmt wahr, ob wir entspannt und ruhig mit Genuss essen oder hektisch. Auch durch unser Vorbild entwickelt sich beim Kind nach und nach ein Interesse an den Nahrungsmitteln, die das Kind bei uns sieht. Dieses Interesse an Nahrungsmitteln wird später zu einem der Beikostreifezeichen unter mehreren. Noch bevor es selbst die erste Beikost zu sich nimmt, lernt es am Familientisch schon von der Atmosphäre etwas über Nahrungsaufnahme. Es ist gut, wenn Kinder diesen Ort der Nahrungsaufnahme von Anfang an kennen lernen, das Ritual des Essens erleben und später dann, wenn sie selber richtig am Tisch sitzen, diesen Ort ganz selbstverständlich mit dem gemeinsamen Essen verbinden.

Die Fürsorge für uns, uns selbst eine gute Mahlzeit zuzubereiten und entspannt zu essen, wird so auch zum Vorbild für das Kind. Ernährung ist eines unserer Grundbedürfnisse, das wir auch mit kleinem Baby nicht vernachlässigen sollten – auch wenn wir manchmal das Gefühl haben, viele Dinge im Alltag wären gerade jetzt wichtiger. Aber wie auch der Schlaf ist eine regelmäßige und gesunde Ernährung für Eltern wichtig, um auch dem oft trubeligen Babyalltag entspannter begegnen zu können.

Beikost entspannt gestalten

Viele Eltern fiebern dem Beikostbeginn aufgeregt entgegen – um dann festzustellen, dass es gar nicht so aufregend ist, weil viele Babys anfangs nur sehr wenig der angebotenen Beikost zu sich nehmen und viel weniger daran interessiert sind, als die Eltern es vielleicht erwartet haben. Schließlich ist es genau das, was der Name auch besagt: Bei-Kost. Wichtig ist – trotz aller Gläschenmengenangaben – sich dies immer wieder vor Augen zu führen und entspannt zu bleiben. Denn das Kind sollte die ersten (und auch zweiten, dritten,…) Erfahrungen mit der Beikost so ruhig und entspannt machen können, dass die Freude an diesem Spiel erhalten bleibt. Noch lange Zeit versteht das Baby dieses Essen nämlich besonders als Spiel: Es weiß noch nicht, dass es auch so gesättigt wird und probiert Gerüche, Geschmäcker und Konsistenzen aus. Es lernt, Nahrungsmittel im Mund zu bewegen, den Speisebrei mit Speichel zu durchmischen für eine bessere Verdauung. Nebenher lernt es am Familientisch neue Worte für Farben, Lebensmittel und Teller etc., die das Essen begleiten. Es ist eine aufregende, neue Zeit voller Eindrücke, die verarbeitet werden wollen.

Vertrauen und Stressreduktion für entspannte Mahlzeiten

Was in dieser Zeit für eine entspannte und anregungsreiche Atmosphäre am Tisch wichtig ist: Vertrauen und Entspannung der Eltern. Beikosteinführung braucht Zeit und es gibt immer wieder mal Rückschritte und Kinder essen weniger oder nur bestimmte Nahrungsmittel. Manchmal sind Kinder mäklig, manchmal essen sie mehr. Begegnen wir diesen Wellen der neuen Ernährung mit Nachsicht, üben wir keinen Druck aus mit einem Zwang zu Probierhäppchen, Nachtischverweigerung oder anderen Übergriffen in die Selbstbestimmung des Kindes. Akzeptieren wir ein Wegdrehen oder Kopfschütteln als Zeichen und setzen wir es in Sprache um: „Du schüttelst den Kopf, du magst nicht mehr essen.“ Hier lernen Kinder, ihren Körper und seine Signale zu verstehen und angemessen zu reagieren. Übergehen wir diese Signale nicht, sondern lassen wir den Kindern auch diesen Erfahrungs- und Lernraum.

Und noch ein anderer Faktor ist wichtig für diese Zeit: So wenig Zubereitungs- und Aufräumstress wie möglich. Natürlich frustriert es Eltern, wenn das sorgsam zubereitete Mahl nicht angerührt wird. Oder wenn das Essen vor lauter Freude am Fühlen in die Tischplatte einmassiert wird oder die noch ungeschickten Hände mehr fallen lassen, als in den Mund stecken. Diesem Stress können wir begegnen, indem wir unsere Erwartungen nicht zu hoch ansetzen und keine schwierigen Mahlzeiten kreieren, sondern einfach etwas unserer gedünsteten Familienkost für das Kind abzweigen und entweder zu Brei pürieren oder in handlichen Stücken anbieten – so bleiben der Zubereitungsaufwand und auch die Kosten gering.

Begegnen wir unserem Kind respektvoll, übergehen wir die Grenzen des Kindes nicht aus Angst, das Kind würde zu wenig essen. Und auch nicht die Angst, das Kind könnte zu viel essen: Lassen wir das Kind die Signale geben, wann es wieviel aus einem gesunden Nahrungsangebot auswählen möchte. Reflektieren wir unsere Ängste und ihre Ursprünge, wenn wir sie spüren. So können wir eine entspannte Atmosphäre am Familientisch schaffen, die die Basis legt für viele weitere Jahre.

Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Raus in den Wald mit Kindern

Eigentlich ist jede Jahreszeit im Wald mit Kindern toll: Im Frühling erwacht der Wald neu, im Sommer spenden die Bäume Schatten und es ist angenehm kühl. Im Herbst nun können zahlreiche Schätze gesammelt werden, die den Winter über als Bastelmaterialien dienen und daneben gibt es nun auch noch einmal Tiere zu beobachten und Pilze zu suchen. Mit der richtigen Ausrüstung können so halbe oder ganze Tage im Wald verbracht werden.

Ausrüstung für lange Waldabenteuer

Für ein langes Waldabenteuer wird erst einmal der Rucksack gepackt. Er sollte bequem sein und nicht von der Schulter rutschen, weshalb ein Rucksack mit Brustgurt besonders praktisch ist. Sinnvoll ist es auch, im Rucksack eine herausnehmbare Sitzmatte zu haben wie im Waldfuchs von Deuter (Amazon* | Hersteller) oder unserem – leider nicht mehr produziertem – Waldi von Affenzahn. Neben Trinkflasche mit Wasser und gefüllter Brotdose kommen in den Rucksack Beutel für Schätze, meistens bei den größeren Kindern ein Seil und Karabinerhaken, Notizheft und Stifte, manchmal ein Naturbuch und dazu natürlich ein Kindertaschenmesser, wir benutzen schon seit Jahren die Kindermesser von Opinel (Amazon* | Hersteller) .

Den Wald kennenlernen – Bücher, die begleiten

Seit kurzer Zeit haben wir ein neues, tolles Buch in unserem Naturbücherregal: „Pilze – Verrückte Fakten über Fliegenpilz, Hefe und Co.“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) neben dem Pilzführer für den Waldspaziergang gibt dieses Buch für Kinder viele tolle Impulse und Informationen rund um die Mykobiota. Kinder erfahren, welche verschiedenen Arten es gibt, welche gegessen werden können und welche giftig sind, wie sie über den Winter aufbewahrt werden können, was daraus gekocht oder gebacken werden kann. Der größte Pilz der Welt und überhaupt flächenmäßig größte Organismus auf der Erde ist übrigens ein 8,9 Quadratkilometer großer Pilz in Oregon. Dies und viele andere Informationen finden sich in dem schönen Buch.

Eine tolle Vorbereitung auf Waldabenteuer bietet auch Buch + CD „Wer grunzt denn da?“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel). Die CD hat Christoph Biemann, bekannt aus „Sendung mit der Maus“ besprochen. Darauf finden sich die nach Jahreszeit unterteilt Tiergeräusche, für den Herbst beispielsweise Eichhörnchen, Eichelhäher, Wildschwein, Reh und Rothirsch. Im Begleitbüchlein finden sich noch einmal kurze Fakten zu den 25 häufigsten Waldtieren, die hier vorgestellt werden. Ein schönes Buch + CD, um Ausflüge vor- und nachzubereiten.

Wer sich lieber den Bäumen widmen möchte, findet in der Kartensammlung „50 heimische Bäume“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) kurz und knapp alle Informationen über Bäume, ihre Blätter und besondere Eigenschaften. Die Blätter sind so abgebildet, dass gesammelte Blätter später den Bäumen zugeordnet werden können oder im Wald eine Bestimmung erfolgen kann.

Wer noch neu ist im Bereich Waldausflüge ist, kann sich als Begleitung für die ersten Ausflüge auch ein kleines Waldquis mitnehmen wie „Peter & Piet – Mein großes Waldquiz“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel). Damit kann im Wald gemeinsam alles angesehen werden, es kann gemeinsam einigen Fragen nachgegangen werden und die ersten Ausflüge haben damit einige Anhaltspunkte. Später ergeben sich von den Kindern oft eigene Ideen und Spielanlässe, wenn sie mit dem Spiel in der Natur ohne „Spielzeug“ vertrauter sind.

Habt Ihr noch Tipps und Ideen für Waldausflüge? Dann schreibt sie hier gerne in die Kommentare.
Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links zu Amazon und Buch7, durch die ich im Falle einer Bestellung eine Provision erhalte ohne dass für Euch Mehrkosten anfallen. Die vorgestellten Bücher, Karten und Messer haben wir selbst gekauft .

Basteln mit Blättern

Der Herbst ist da. Und überall fliegen gerade nun die bunten Blätter umher. Sie sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch eine wunderbare, überall verfügbare, variable und preiswerte Bastelzutat.

Füchse aus Ahornblättern

Blätterfüchse

Mit etwas Deckweiß, etwas schwarzer Deckkastenfarbe, einem Pinsel und ein wenig Fantasie werden aus Ahornblättern ganz schnell kleine Füchse, die am Fenster oder an der Wand den Herbst in die Wohnung bringen. Beim Anmalen einfach den Blattlinien folgen, dabei ergibt sich ganz von allein der weiße Bart des Fuchses und die schwarze Nase.

Zutaten für Ginkgo-Elfen

Ginkgo-Elfen

Ein paar Mal sind wir schon herumgeschlichen um die uns bekannten Ginkgo-Bäume in der Stadt und haben darauf gewartet, dass die Blätter endlich gelb werden und abfallen. Denn wie jedes Jahr werden die Blätter gesammelt, gepresst und dann mit Holzperlen und etwas Farbe verwandelt. In goldene Farbe getaucht mit etwas Märchenwolle werden so aus Blättern zauberhafte Engel für den Weihnachtsbaum wie hier. Wer noch nicht in Weihnachtsstimmung ist, kann aber auch mit Holzperle, Stoffresten und etwas Farbe kleine Herbst-Elfen basteln, die am Fenster oder über dem Jahreszeitentisch schweben können.

Fertige Ginkgo-Elfen

Blatt-Abdrücke

Für die kleinsten Kinderhände sind getrocknete Gingko-Blätter allerdings noch schwierig in der Handhabung. Aber auch sie können schon gestalterisch mit den bunten Blättern umgehen: Indem die Blätter einfach unter Papier gelegt und dann mit einem Wachsmalblock durchgepaust werden beispielsweise.

So einfach, aber schön für die Kleinsten

Und wenn Ihr noch mehr Ideen sucht für das Basteln mit Blättern: Hier wurde ein lustiges Insekt aus Blättern gebastelt. Oder es kann auch Konfetti aus getrockneten Blättern ausgestanzt werden wie hier. Ganz besonders schon ist auch eine solche Blätterlaterne aus Birkenlaub.

Und was macht Ihr so mit Blättern?
Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.