Kategorie: neu

Geborgenheit an Weihnachten

Nun liegt es vor uns, das große Fest mit nicht selten großen Erwartungen: an die Stimmung, an das Essen, die Geschenke, vielleicht auch an Dankbarkeit und Freude. Weihnachten, so scheint es manchmal, ist mehr zu dem Abhaken von Checklisten geworden als zu einem Fest des gemütlichen Beisammenseins. Aber was war das doch gleich, dass wirklich wichtig an Weihnachten ist?

Ein Rückblick auf das Jahr

Es ist die Zeit des Jahresendes, in der wir ein Stück weit zurückblicken können auf das, was in diesem Jahr erlebt wurde: Was haben wir mit den Kindern erlebt? Was waren die schönsten, was die schwersten Momente? Was waren die besonders schönen Momente des Jahres? Wir können gemeinsam Fotos ansehen aus dem Jahr und uns erfreuen oder auch ein Tagebuch durchblättern. Wir können Geschichten erzählen darüber, über was wir dieses Jahr dankbar waren. Über einen positiven Rückblick kommen wir zur Ruhe und können uns auch ganz auf die Menschen einlassen, über die wir gerade nachdenken und ihre aktuellen Bedürfnisse: Wie hat sich mein Kind dieses Jahr entwickelt, was braucht es deswegen jetzt gerade? Woran sind wir als Eltern gewachsen und was tut uns zu den Feiertagen wirklich gut?

Es sich gemütlich machen

Es sich gemütlich machen bedeutet nicht, dass die Wohnung zwangsweise aufgeräumt erstrahlen muss. Gemütlichkeit kann in verschiedenen Familien ganz unterschiedlich aussehen. Ziel ist, dass wir uns wohl fühlen. Dieses Wohlfühlen hat sicherlich auch mit unserer Umgebung zu tun und hier hat jede Familie eigene Vorlieben. Vor allem aber entsteht es dadurch, dass wir Stress reduzieren: Zur Ruhe kommen, langsam werden. Nicht die 10 verschiedenen Plätzchensorten backen müssen, wenn 1 oder 2 reichen (oder sogar gekaufte). Wir müssen keinen pompösen amerikanischen Weihnachtsbaum haben, um endlich nach viel Stress des Aufbauens und Vor-Kinderhänden-Bewahrens im Licht dessen zu sitzen. Wir können all dies machen, wenn es passt, wenn es entspannt möglich ist, aber wir müssen nicht. Weihnachten ist keine Postkarte, sondern ein Herzensbild.

Abschied vom Perfektionswahn

Worum es also wirklich geht, ist der Abschied vom Perfektionismus, um wirklich zu einem „perfekten“ Weihnachten zu kommen: Das Vergleichen nimmt uns so oft die Freude an Dingen: Dort gibt es aber mehr Dekoration, die Geschenke bei den Freunden sind viel ausgefallener eingepackt, überhaupt gibt es bei anderen mehr oder größere Dinge/Bäume/Süßigkeiten. Lassen wir doch zumindest zu Weihnachten das Vergleichen weg und legen uns eine Liste an: Was ist für uns als Familie wirklich wichtig? Was mag jeder Einzelne besonders? Vielleicht ist es für ein Familienmitglied der Rotkohl, für ein anderes die süßen Plätzchen. Ein Kind mag besonders die eine, besondere Weihnachtskugel. Wir können auch einfach die Familie direkt fragen: Was wünscht Ihr Euch an Weihnachten? So kommen wir zu einem individuell zugeschnittenen Weihnachten auf unsere Familie anstatt uns an Pinterest-Moodboards zu orientieren, die wunderschön aussehen, aber vielleicht gar nichts mit unserer eigenen Familie zu tun haben.

Warum wir nicht viele Geschenke brauchen

Ein reich gefüllter Gabentisch und viele tolle, bunt verpackte Geschenke: Natürlich ist das ein besonderer Anblick und lässt Kinderherzen höher schlagen und auch wir Erwachsenen freuen uns über Geschenke. Wir fühlen uns belohnt, fühlen uns bedeutungsvoll, sind begeistert. Doch so wie bei vielen anderen Festtagen im Jahr, an denen punktuell einmal im Jahr die Besonderheit eines Menschen hervorgehoben wird, ist es auch hier viel sinnvoller, den wahren Wert eines Menschen und seine Bedeutung und Wichtigkeit immer wieder fortlaufend auszudrücken und nicht einmal im Jahr durch einen Geschenkeberg. Kinder und Erwachsene brauchen keinen Überfluss, sondern wirkliche Zufriedenheit.

Der Hirnforscher Gerald Hüther beschreibt, dass durch den Kauf von Dingen Belohnungszentren im Gehirn aktiviert werden, die Unzufriedenheit überdecken. Wichtig ist aber nicht, dass wir eine eigentliche Unzufriedenheit kurzfristig überdecken, sondern an dem Kern des Problems arbeiten: Geschenke und Dinge können nicht unsere allgemeine Zufriedenheit herstellen. Das können wir nur durch unseren Alltag erreichen.

Einfach glücklich sein an den Festtagen

Aber wie sieht sie nun aus, die weihnachtliche Geborgenheit und Zufriedenheit? Sie entsteht da, wo wir zur Ruhe kommen und uns nicht leiten lassen von äußeren Einflüssen, sondern nur durch das, was für uns als Familie jetzt gerade richtig ist: Ein Weihnachtsfest kann auch dann einfach rund und schön sein, wenn es „nur“ Nudeln mit Soße gibt, weil das gerade für alle Familienmitglieder der entspannte Weg ist. Es reichen wenige Geschenke aus, wenn wir sie dafür schön zelebrieren: Wir sehen einander zu beim Auspacken, bestaunen zusammen das Geschenk und begleiten das Kind bei der Nutzung. Wir sitzen zusammen und spielen und lesen und essen (selbst gemachte/geschenkte/gekaufte) Plätzchen. Wir lassen uns auf die Bedürfnisse der einzelnen ein und schauen genau hin, was wirklich ein inneres Bedürfnis ist und sprechen auch unsere Bedürfnisse aus.

Weihnachten bedeutet vor allem: Zeit haben und Zeit teilen. Denn sich Zeit zu nehmen für einen anderen bedeutet, ihm Geborgenheit und Liebe zu schenken. Und genau um diese Liebe geht es an Weihnachten.

Susanne Mierau ist Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik), Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.    

Ideen fürs Wochenende #01 Dezember 2018

Das Wochenende steht vor der Tür mit vorweihnachtlicher Behaglichkeit: es sich zusammen gemütlich machen, ein wenig träge sein, aber dennoch auch aktiv etwas mit den Kindern unternehmen.
Bei uns hat sich in dieser Woche leider ein Umstand ergeben, der die gemütliche Wochenendplanung erheblich stört: Ich liege seit Mitte der Woche im Krankenhaus. Dennoch habe ich schon vorher ein paar Ideen für dieses Wochenende für Euch zusammen gesammelt:

Zusammen backen

Backen ist einfach wundervoll in der Vorweihnachtszeit und macht auch den Kindern oft großen Spaß. Was den Spaß aber ein wenig verleiden kann: wenn verschiedene Erwartungen aufeinander treffen, die nicht vereinbar erscheinen. Auf der einen Seite das Tun und die Freude der Kinder am Kneten, Rollen und Dekorieren und auf der anderen Seite der vielleicht ästhetische Anspruch der Erwachsenen. Bei uns hilft da besonders eines: Die Kinder machen lassen nach ihren Wünschen und für unsere eigenen Ansprüche einfach extra backen. 

Es kommt nicht darauf an, wie instagrammable die Kekse aussehen, sondern dass alle eine schöne Zeit haben und das Tun genießen können.

Mit Kindern backen bedeutet: Ergebnisoffen backen: Da werden die Plätzchen ein wenig schief aussehen, wenn die kleinen Hände sie auf das Backblech legen. Und vielleicht werden sie im Zuckerguss ertrinken oder der Teig nicht mehr herauszuschmecken sein unter allen Streuseln. Damit die Kinder auch in Ruhe schon vom Teig naschen können, backen wir einfache Mürbeteigkekse ohne Ei, die schnell zu machen sind. Für mein ästhetisches Auge habe ich in diesem Jahr schon Marmeladenherzen gebacken wie hier bei berlinmittemom.  Wer es lieber vegan mag, findet hier auch eine vegane Alternative für die Kekse.

Einmal nach Kinderwunsch, einmal nach Elternwunsch gebacken – alle zufrieden

Auch Claudia von wasfürmich kennt das Problem mit dem Backen und den Ansprüchen von Kindern und Erwachsenen. Für ihre Vorliebe für Stollen hat sie nun eine kinderkompatible Lösung gefunden für Mini-Adventsstollen. Klingt sehr lecker!

Basteln

Auch wenn wir das ganze Jahr über viel basteln, ist die Weihnachtszeit noch einmal eine besonders schöne Bastelzeit. Was wir in den letzten Wochen gemacht haben: Bienenwachskerzen gezogen, Kerzen gerollt, Gingko-Blätter-Engel gebastelt, Teelichter gegossen, Weihnachtskarten gebastelt. Im letzten Jahr haben wir diese Walnussschalen-Wichtel gebastelt. Auch aus Walnussschalen lassen sich noch andere tolle Sachen machen, wie die kleinen Wiegen: In die ausgehöhlten Walnusschalen wird mit ein paar Stoffresten das Wiegendach und die Decke geklebt. Für die Decke ein kleines Stück Märchenwolle/Heilwolle in etwas Stoff einwickeln und so festkleben. Den Kirschkern abschließend (angemalt oder pur) aufkleben. Am leichtesten lässt es sich mit Heißkleber kleben.

Wallnussschalenwiegen aus Stoffresten, Kirschkern und Walnnuss

Bei mamahoch2 gibt es ein paar Anregungen für DIY-Geschenkverpackungen aus Papiertüten und Stoff und auch hier bei alovelyjourney geht es um Verpackungen und sinnvolle Gastgeschenke. Wer Lust darauf hat, Weihnachtskarten selber mit ein paar Weihnachtsmänner zu malen, findet bei sketchnotelove eine Anleitung.  Wen es am Wochenende in die Natur verschlägt, findet bei Veronika vielleicht noch ein paar Ideen für das Sammeln von Naturmaterialien.

Wer eine Abwechslung zum Weihnachtsthema braucht: Mary Poppins ist zeitlos schön

Lesen

Natürlich ist jetzt gerade die Zeit für allerlei Weihnachtsgeschichten. Hier habe ich vor ein paar Jahren schon einmal ein paar unserer liebsten Weihnachtsbücher zusammengestellt. Bei uns ist jetzt gerade einmal wieder „Mary Poppins“ ein großes Thema. Wir haben schon vor langer Zeit alle Bücher gelesen und den Film schon sehr oft gesehen. Nun kommt nächste Woche ein neuer Film heraus, in dem Mary Poppins zurück kehrt zu Jane und Michael, die mittlerweile erwachsen sind. Bei den Kindern (und auch uns Erwachsenen) ist der Film auf der Vor-Weihnachts-Filmliste. Passend dazu habe ich mir als Rezensionsexemplar ein schönes neues Buch in schwarz-weiß mit Laserschnitten und Schattenspielen zusenden lassen, mit dem die Abenteuer von Mary Poppins nacherlebt werden können in ruhigen Bildern: Mary Poppins. Auf, auf und davon. Ein wirklich zauberhaft gestaltetes Buch, das am Abend schön mit Kindern angesehen werden kann und der Fantasie freien Lauf lässt.

Susanne Mierau ist Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik), Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.    

Alte Weihnachtsbräuche wiederentdecken – mit der Natur ein Fest des Lichts feiern

Weihnachten rückt näher und während man mehr und mehr mit Adventsbasteleien, Plätzchen backen und Einkäufen für den Heilig Abend beschäftigt ist, beschleicht die/den ein oder andere/n vielleicht auch das Gefühl, dass es nicht so ganz passt, dieses Fest.

Heilig Abend, die Geburt Jesu, der traditionelle Kirchgang am Weihnachtsabend – für Familien, die wie meine Familie nicht an den christlichen Glauben gebunden sind, fühlt sich das Fest vielleicht etwas falsch an. Doch auf Weihnachten ganz verzichten? Auf die Kindheitserinnerungen an diese „staade Zeit“, auf die schönen, aber auch anstrengenden Familientreffen, auf glänzende Kinderaugen?

Nein, ganz auf Weihnachten verzichten kann man sich auch schwer vorstellen. Auch meine Familie und ich hatten diesen Zwiespalt – einmal im Jahr ein kirchliches Fest zu feiern und den Rest der Zeit mit Kirche und Glauben nicht viel zu tun zu haben, erschien uns falsch. Auch lassen wir den Konsumwahn in der Vorweihnachtszeit uns außen vor. Die wenigen Geschenke werden selbst gemacht oder sorgfältig ausgewählt und wir selbst haben keine seitenlangen Wunschzettel. Es gibt  also Seiten an diesem Fest, auf die ich verzichten kann.

Gleichzeitig liebe ich die Vorweihnachtszeit. Der Duft von Plätzchen, das Basteln mit Zweigen, Zapfen, Hausmusik und die Abende bei Kerzenschein über Weihnachtsgeschichten – das alles wollte ich beibehalten. Doch worauf steuern wir dann zu, mit einer verzauberten Adventszeit, wenn nicht auf den Heiligen Abend?

Der Ursprung des Weihnachtsfestes als Anhaltspunkt nehmen

Vielleicht wollt ihr auch versuchen, den Lauf der Jahreszeiten bewusster zu erleben und haltet euch viel in der Natur auf. So lernen wir wieder mehr und mehr, mit dem Kreislauf der Natur zu leben.

Nur ein paar Tage vor Weihnachten, am 21. Dezember, schließt sich der Jahreskreis. Mit dem Tag der Wintersonnwende fand nach heidnischer Sage die Wiedergeburt der Sonne mit all ihrer Lebensfreude statt. Nach dem 21. Dezember werden die Tage wieder länger. Unter der Erde sammeln sich die Kräfte zu neuem Leben und bereiten sich unter den täglich erstarkenden Sonnenstrahlen auf das Frühjahr vor.

Für uns moderne Menschen mag das heute von geringer Bedeutung sein. Die Wohnungen sind in den meisten Haushalten angenehm temperiert, an Nahrung mangelt es uns nicht. Vielleicht macht uns der Mangel Licht und Vitamin D etwas zu schaffen.

Für die Menschen in der Antike jedoch war das Fest der Wintersonnwende ein bedeutender Feiertag ihrer Sonnengottheiten. Und bis ins 20. Jahrhundert war das Ende der kurzen Tage ein wichtiger Ausblick im harten Winter.

Heidnische und christliche Bräuche ins Familienleben einbinden

Es ist nicht so, dass wir in meiner Familie den Heiligen Abend jetzt drei Tage vorverlegen. Wir nehmen die Weihnachtsgeschichte mit Christi Geburt weiterhin mit in unsere Feierlichkeiten auf  und lassen ihr, wie der Wintersonnwende, einen Platz in unserer Weihnachtszeit. Die beiden Festlichkeiten stehen auch geschichtlich in engem Zusammenhang. Die Wintersonnwende wurde als heidnisches Brauchtum 400 Jahre nach Christi Geburt von der Kirche verboten. Da sich die Menschen das beliebte Fest jedoch nicht nehmen ließen, widmete die Kirche das Fest der Geburt Jesu, dessen genaues Geburtsdatum wohl im September oder Oktober liegt.
Die genauen Ursprünge des Weihnachtsfestes sind für mich persönlich nicht relevant. Für mich bedeutet die zeitliche Nähe von Wintersonnwende und Weihnachten lediglich, dass wir auch in der Weihnachtszeit eine weitere Verbundenheit zur Natur herstellen können.

So feiern wir in der Weihnachtszeit nicht nur Jesus, der im christlichen Glauben das Licht in die Welt bringt. Wir feiern auch das Licht, die Sonne, an sich.

In den früheren Bräuchen zur Wintersonnwende gab es kein großes, rauschendes Fest. Vielmehr wurde früher durch bestimmte Rituale um die Sonne getrauert, um danach ihre Wiedergeburt zu feiern. Es war die Zeit des Loslassens und der Besinnung. Das alte Jahr wird verabschiedet, um sich auf das neue Jahr einzustimmen.

Ein Sonnenwunsch-Rad für das neue Jahr

Ein kleines Ritual, mit denen Kinder sich dem Wandel der Dunkelheit zu längeren Tagen und der Kraft der Sonne bewusst werden können, möchte ich euch kurz vorstellen:

Diese Idee lässt sich bei einem Spaziergang in der Natur umsetzen. Gemeinsam als Familie oder auch allein werden Materialien gesammelt, die ein Sonnenrad ergeben.

  • Steine für den Kreis der Sonne
  • Stöcke oder Äste, die von den Steinen zur Mitte hin zeigen und ein Sonnenrad ergeben

Anschließend können noch die Elemente dargestellt werden:

  • eine Feder für die Luft
  • etwas Erde oder Pflanze/ein Zweig für die Erde
  • eine Schale mit Wasser oder Schnee für das Wasser
  • eine Kerze für das Feuer

Wenn ihr vor dem Spaziergang an eine Kerze denkt, kann das jüngste Familienmitglied (evtl. mit Hilfe) die Kerze entzünden. Die Kerze steht in der Mitte eures Sonnenrades. Alle fassen sich an den Händen.

Gemeinsam wird überlegt: Was war gut an diesem Jahr?

Was lassen wir los?

Gibt es etwas, was jeder einzelne als Licht in die dunkle Welt hinaustragen möchte?

Die Wünsche und Gedanken werden laut geteilt und wenn gewünscht, kann mit einem abschließenden Satz (zum Beispiel „Das Licht leuchtet in uns, gemeinsam tragen wir es hinaus in die Welt“) das Sonnenrad umrundet werden.

Naturmaterialien in die Vorweihnachtszeit einbinden

Auch in der Vorweihnachtszeit kann die Natur ein wichtiger Bestandteil sein. Draußen findet sich Moos für die Krippe oder Zweige für die Weihnachtsdeko. Dekoration aus Naturmaterialien kann eine schöne Alternative für gekaufte Deko-Artikel sein. Grüne Zweige, die zu einem Kranz gebunden werden. Zapfen, die mit einer roten Schleife einen Platz an unserem DIY-Weihnachtsbaum finden.

Nicht alles passt, nicht alles muss passen

Weihnachten wird, wie es jeder Tag im Jahr bei jeder Familie ist, bei uns allen ein bisschen anders sein. Manche verbringen ihn traditionell mit Christkind, Gottesdienst und Weihnachtsessen am 24. Dezember. Andere in der großen Familienrunde, oder mit dem Weihnachtsmann und seinen Rentieren am 25. Dezember. Und in anderen Ländern wird gar erst am 06. Januar gefeiert. Jede Familie geht dabei ihren Weg, nimmt die Traditionen auf, die passend erscheinen und versucht zum Jahresausklang Besinnlichkeit und Ruhe in die eigenen vier Wände zu holen.


Ganz gleich, ob ihr Weihnachten mit christlichen oder heidnischen Bräuchen verbringt: Ich wünsche euch vor allem ein friedliches Fest, das euren Wünschen und Bedürfnissen entspricht. Und wenn ihr eine Auszeit vom Familientrubel braucht: Ein Waldspaziergang wirkt oft Wunder…

Eure



Veronika hat Biologie, Naturschutz und Landschaftsplanung studiert und ist Mutter einer Tochter. In ihrer Kolumne „Naturorientiertes Aufwachsen“ berichtet sie von Wegen, auf denen Kindern die Liebe und der Respekt zur Natur als Samenkorn mitgegeben werden können.  Mehr über Veronikas Arbeit und ihre aktuellen Texte zu grünen Themen findet ihr auf ihrer Homepage, Instagram oder Twitter.


Wochenende in Bildern 08./09. Dezember 2018

Dieses Wochenende war ein besonderes Wochenende, denn es ist ein Abschied und ein Neubeginn. Seit 2013 gibt es auf diesem Blog das „Wochenende in Bildern“ – ich habe Euch über 5 Jahre mitgenommen in unser Familienleben am Wochenende. Dies immer vor dem Hintergrund, die Geschichten des Alltags zu erzählen und damit Anregungen zu geben für den eigenen Alltag. So, wie ich es oft in meiner Familienbegleitungsarbeit auch tue: Über eigene Wege berichten und jeden das mitnehmen lassen, was für denjenigen passt und gerade gut machbar ist. Nimm Dir mit, was Dir jetzt gerade gut tut.

Die letzten 5 Jahren haben uns zusammen durch eine Schwangerschaft und Geburt geführt, haben viele Ideen für Spiele, Bastelideen und den Alltag zwischen Stadt und Land mitgegeben. Irgendwann haben sich viele andere Blogs angeschlossen, um auch einen Einblick zugeben und noch mehr zu zeigen: So sieht Familienleben bei uns aus. Und auch: Familienleben sieht ganz unterschiedlich aus. Dieses gemeinsame Schreiben über Ähnlichkeiten und Unterschiede ist eine große Bereicherung und oft habe ich gelesen, dass es für viele auch eine schöne Begleitung durch den Alltag ist, eine Inspirationsquelle und manchmal auch einfach das gute Gefühl da lässt: Ja, so ähnlich ist es bei uns auch.

Nun, nach 5 Jahren, habe ich mich entschlossen, das Wochenende in Bildern auf diesem Blog zu beenden. Alu und Konsti von grossekoepfe.de werden diese Blogreihe übernehmen und ab dem nächsten Wochenende Wochenenden von anderen Blogs bei sich sammeln und verlinken. Für mich ist es an dieser Stelle ein Abschied.

Gleichzeitig werde ich eine neue Serie starten: Ideen für das Wochenende, in der es um jahreszeitlich passende Inspirationen für das Wochenende geht: eine Bastelidee, ein schönes Rezept oder Kinderbuch oder eine Idee für einen Ausflug oder ähnliches – immer freitags, um mit Ideen ins das Wochenende zu starten. Eine Sammlung von eigenen Ideen und Ideen, die ich im Netz gefunden habe und die passen könnten. Die Ideen für den Alltag gehen weiter, aber in einer anderen Form. Auf Instagram gibt es weiterhin Bilder aus unserem Leben passend zum Blog. Ich begleite Euch weiter, aber eben ein wenig anders.

Eine Tür schließt sich, eine andere geht auf. Auf diesem Blog und zukünftig auf einem anderen.
Eure

 

 

Zauberhaft selbstgemacht – DIY Weihnachtsgeschenke mit Primavera {Werbung & Verlosung}

Die Weihnachtszeit ist da und damit bei vielen auch ein wenig Weihnachtsstress und die Frage: Was verschenke ich in diesem Jahr an Freunde und Familie? Im ohnehin schon vollen Zeitplan zum Jahresende ist Geschenkestress etwas, das gerade nicht benötigt wird.  Wer sich vorgenommen hat, in diesem Jahr Geschenke einfach, nachhaltig und individuell zu gestalten, der findet im neuen DIY Aroma Kit „Zauberhaft selbstgemacht“ von Primavera gleich eine ganze Fülle von Anregungen für verschiedene Geschenke für Familie und Freunde.

Ein Basis Set für viele Ideen

Das DIY Aroma Kit enthält vier Bestandteile, mit denen sich zahlreiche Ideen verwirklichen lassen: Naturbelassenes Mandelöl, das pur für die Hautpflege genutzt werden kann, aber auch in Verbindung mit ätherischen Ölen ein schönes Körperöl ergibt. Beruhigendes Rosenwasser, das pur als Erfrischung genutzt werden kann, oder durch ätherische Öle eine zusätzliche Funktion erhält. Die im Set enthaltenen ätherischen Öle Orange bio* und Zeder bio* sind gerade jetzt in der Winterzeit gute Begleiter: Orange schenkt gute Laune, Zeder entspannt und macht Mut.

Im DIY Aroma Kit sind zunächst vier Rezepte enthalten, um auf Basis der Bestandteile selbst Biokosmetik- oder Aromatherapiemischungen herzustellen: Eine Anleitung zur Herstellung des Riechfläschchens „Mut & Zuversicht“, ein Rezept für fruchtig-warmes Körperöl „Sonnenschein“, für die Schüttelemulsion „Rosenzauber“ und das Duschpeeling „Glatte Haut“.

Selbst kreativ werden

Über diese Rezepte hinaus gibt es jedoch noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, mit dem Inhalt kreativ umzugehen. Viele Ideen für schöne DIYs gibt es hier – von Körpermasken über schimmerndes Körperöl bis zur Shavingcream.

Eine ganz einfache, variable und schöne Geschenkidee sind Badesalze oder Duschpeelings in Einmachgläsern: Hierfür werden Marmeladegläser, grobes Meersalz, etwas Mandelöl und das gewünschte ätherische Öl benötigt. Um den Badesalzen oder Duschpeelings noch eine besondere Note zu geben, können sie mit Sanddornfruchtfleischöl bio gelb-orange gefärbt werden oder mit etwas Rote Beete Pulver rosa. Auch getrocknete Blüten von Lavendel, Rose oder Ringelblume können ein Badesalz im Glas noch einmal besonders aufwerten. Wichtig bei der Herstellung eines Aromabads ist: Ätherische Öle lösen sich nicht in Wasser und benötigen als Lösungsvermittler das Salz oder auch flüssige Sahne oder Honig.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten für wohltuende, anregende oder entspannende Badesalze oder Duschpeelings. Dies sind zwei Rezepte, die in diesem Jahr von mir verschenkt werden:

Rezept Badesalz (für ca. 2 Vollbäder)

100g grobes Meersalz
25 ml Mandelöl (oder 10 Tr. Sanddornfruchtfleischöl)
12 Tr. Orange bio
4 Tr. Zeder

Entspannungsbad (ca. 2 Vollbäder)

100g Meersalz
25ml Mandelöl
12 Tr. Orange bio
5 Tr. Lavendel fein

 

Verlosung

Wollt Ihr selber kreativ werden oder ein DIY Aroma Kit einfach verschenken? Primavera hat drei Sets zur Verlosung zur Verfügung gestellt.

  • Verlost werden 3 „Zauberhaft selbstgemacht“ Do it yourself Aroma Kits von Primavera
  • Kommentiere zur Teilnahme hier auf dem Blog: Welche Biokosmetik- oder Aromatherapiemischung würdest Du gerne herstellen und/oder verschenken?
  • Bitte kommentiere individuell, so dass nach der Auslosung eine eindeutige Zuordnung des Namens möglich ist (bspw. ist eine Zuordnung schwierig, wenn es 20 Stefanies gibt, daher dann lieber Stefanie_79 oder ähnlichen Namen wählen). Bitte kommentiere nur einmal: Manchmal dauert es ein paar Stunden, bis Dein Kommentar freigeschaltet werden kann, aber er geht nicht verloren.
  • Datenschutzhinweis: Dieses Gewinnspiel ist nicht an weitere Kontaktaufnahme wie Newsletter und Werbung gekoppelt. Die Daten der TeilnehmerInnen werden nicht weitergehend ausgewertet oder zu Werbezwecken gebraucht. Alles weitere zum Umgang mit Daten findet Ihr im Datenschutzhinweis
  • Die Teilnahme steht in keinem Zusammenhang mit Facebook oder Instagram
  • Teilnahmeberechtigt sind alle volljährigen natürlichen Personen.
  • Die Teilnahme beginnt am 06. Dezember 2018 um 00:00 Uhr und endet am 08.Dezember 2018 um 24 Uhr (Teilnahmeschluss). Ausgelost wird dann nach dem Teilnahmeschluss.
  • Der/die Gewinner/in wird im Anschluss nach dem Zufallsprinzip ermittelt und erhält eine Benachrichtigungsemail am 09. Dezember 2018. Eine Veröffentlichung des Namens findet aus Datenschutzgründen nicht statt.
  • Die Adresse der Gewinnerin/des Gewinners muss zu Versandzwecken an die versendende Firma weiter gegeben werden. Hiermit erklären sich die Teilnehmer*innen am Gewinnspiel einverstanden.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
  • Sollte sich der/die Gewinnerin nicht spätestens 10 Tage nach der Verlosung zurück melden, verfällt der Gewinn.

*** Die Verlosung ist beendet. Die Gewinner*innen sind benachrichtigt ***

Das große UND

Ich bin jetzt Großvater. Als ich vor vielen Jahren Vater wurde, waren die pädagogischen Verhaltensweisen, die mir und meiner Frau empfohlen wurden, von Einspurigkeiten geprägt. Es hieß zum Beispiel:

„Du musst immer konsequent sein!“
„Es darf keine Ausnahmen geben!“
„Wer A sagt, muß auch B sagen!“
„Es muss aufgegessen werden, was man sich auf den Teller legt!“
Und so weiter.

Einspurigkeit macht unglücklich

All meine Erfahrungen als Vater, Pädagoge und Therapeut zeigen, dass solche Einseitigkeiten und Einspurigkeiten in der Pädagogik nicht weiterhelfen. Kinder wissen schon, woran sie bei ihren Vätern, Müttern oder Großeltern sind. Sie lernen schon, was die Erwachsenen für richtig und für wichtig halten und was nicht. Darüber brauchen wir uns keine Sorgen machen. Kinder sind hochkompetente Wesen, die in sehr kurzer Zeit unglaublich viel lernen, nicht nur an Sprache und Wissen, sondern auch an sozialen Kompetenzen. Und Kinder wollen ihre Eltern lieben und von ihnen geliebt werden. Sie versuchen sich deshalb auf die Erwartungen der Eltern einzustellen. Wenn das nicht gelingt, müssen wir nach den konkreten Gründen suchen. Die Ursachen liegen nicht darin, dass die aufgezählten Einspurigkeiten nicht „durchgezogen“ werden, im Gegenteil: die genannten Einspurigkeiten führen dazu, dass Kinder (und Eltern) unglücklich werden können.

Mit dem großen UND leben

Ich empfehle mit dem großen UND zu leben. Selbstverständlich sollten Regeln konsequent durchgehalten werden UND Sie dürfen Ausnahmen machen: Selbstverständlich sollte mit Nahrungsmitteln sorgsam umgegangen werden UND ich halte es für völlig falsch, ein Kind zu zwingen, alles aufzuessen, wenn es satt ist oder das Essen nicht mag. Selbstverständlich geben Sie dem Kind Freiheiten und vertrauen darauf, dass es diese vertrauensvoll nutzt UND Sie stecken den Rahmen und die Grenzen ab. Selbstverständlich müssen Sie meistens den Tag planen und durchorganisieren, UND Sie dürfen offen sein für Überraschungen und Ausnahmen.

Wenn ein Verhalten eines Kindes Sie ärgert, dann dürfen Sie und sollten Sie den Ärger zeigen. Wahrhaftigkeit ist angemessen. UND Sie sollten gleichzeitig deutlich machen, dass Ihr Ärger dem konkreten Verhalten des Kindes gilt und nicht seiner Person: „Ich ärgere mich über das, was du getan hast, UND ich liebe dich!“

Auch für die Haltung der Eltern sich selbst gegenüber ist das große UND eine Hilfe, kann es zumindest sein. Vielleicht sind Sie müde und überfordert und wollen und müssen doch gleichzeitig für Ihr Kind dieses oder jenes unternehmen. Gestehen Sie sich beides zu: „Ich bin überfordert und auch etwas genervt UND ich tue dies und jenes für das Kind.“

Die eigene Widersprüchlichkeit anerkennen

Sich die eigenen Widersprüchlichkeiten zuzugestehen, ist hilfreicher als sich selbst mit „Muss-Sätzen“ zu traktieren: „Ich muss mich doch jetzt eigentlich viel mehr zusammenreißen, damit ich für mein Kind da bin. Meine Müdigkeit, mein Genervt-Sein, darf doch gar nicht sein …!“ Solche Selbstbezichtigungen und Selbstschelte machen alles nur schlimmer. Sie können sicher sein, dass auch Ihr Kind das merkt, zumindest, dass Sie genervt sind und mit sich hadern.

Eine Mutter erzählte mir, dass sie sich so schämte. Ich fragte nach und sie erzählte, dass ihr Kind plötzlich immer wieder von einer „bezaubernden“ Lehrerin schwärmte. „Meine Tochter hörte gar nicht auf. Da wurde ich eifersüchtig. Aber das darf ich doch nicht sein.“ Ich sagte ihr: „Selbstverständlich dürfen Sie liebevoll eifersüchtig sein, UND Sie dürfen sich weiterhin der Zuneigung Ihrer Tochter sicher sein UND Sie dürfen sich auch ein wenig über die Schwärmerei Ihrer Tochter amüsieren. Sie können sicher sein, dass die Schwärmerei für die Lehrerin bald durch die Schwärmerei für eine Sängerin oder einen Filmstar oder ein Pferd abgelöst werden wird. Gestehen Sie sich Ihre Eifersucht zu.“

Probieren Sie das große UND!

Dr. Udo Baer ist Diplom-Pädagoge, Kreativer Leibtherapeut AKL und u.a. Vorsitzender der Stiftung Würde. Auf Geborgen Wachsen schreibt er über die (Gefühls-)Welt der Kinder, ihre Gedanken und die sich ergebenden Herausforderungen. Mehr über dieses Thema findet sich in seinem neuen Buch „Die Weisheit der Kinder

 

Auf Augenhöhe

Wenn wir heute darüber sprechen, wie wir den Alltag mit unseren Kindern gestalten, sprechen wir häufig davon, dass wir mit unseren Kindern „auf Augenhöhe“ umgehen und meinen damit, dass wir ihre Bedürfnisse wahrnehmen und sie als ebenso wichtig betrachten wie unsere eigenen. „Auf Augenhöhe“ meint: Ich sehe dich an, ich nehme dich wahr, ich erkenne deine Bedürfnisse an. Aber wie gestaltet sich das im Alttag mit Kindern wirklich?

Auf Augenhöhe mit Bedürfnissen umgehen

„Auf Augenhöhe sein“ bedeutet, dass wir die Bedürfnisse des Gegenüber wahrnehmen und als ebenso wichtig betrachten wie unsere eigenen und dann beantworten oder gegeneinander abwägen, was in der konkreten Situation machbar und sinnvoll ist. Dabei sollten wir uns von dem Gedanken befreien: „Ich mache das richtig/Meine Meinung zählt mehr, weil ich die erwachsene Person bin.“ Natürlich können wir als erwachsene Menschen Situationen anders einschätzen und abwägen bzw. auf einen wesentlich größeren Erfahrungsschatz zurückgreifen. Als Eltern geben wir auch den Weg vor und treffen letztlich Entscheidungen. Es „auf Augenhöhe“ zutun, bedeutet aber, die Wünsche und Bedürfnisse des Kindes nicht sofort abzutun, sondern erst einmal anzuhören und einzuordnen. Es bedeutet, dass wir dann, wenn wir das Bedürfnis des Kindes nicht erfüllen können (weil es objektiv nicht möglich/sinnvoll ist und nicht, weil wir es aus Überlegenheit/Unlust einfach ablehnen), es dennoch anerkennen: „Ich verstehe, dass Du das jetzt machen möchtest, aber wir haben einen wichtigen Termin und können nun nicht auf den Spielplatz“ und die Bedeutung des Bedürfnisses anerkennen und eine andere Lösung anbieten: „Du möchtest gerne auf den Spielplatz, jetzt schaffen wir es nicht, aber wir können es nach dem Termin machen.“ oder eine Alternative: „Wir schaffen es jetzt nicht, auf den Spielplatz zu gehen, aber ich habe verstanden, dass Du gerne noch ein wenig spielen möchtest. Lass uns doch etwas zum Spielen für unterwegs mitnehmen.“

Auf Augenhöhe gehen

„Auf Augenhöhe“ bedeutet aber auch mehr als „nur“ der Umgang mit einer Sachlage: Es bedeutet auch, dass wir tatsächlich mit unseren Kindern auf Augenhöhe gehen. Es bedeutet, nicht von oben herab Entscheidungen auf sie nieder kommen zu lassen, nicht durch den Raum eine Anweisung rufen. Es bedeutet, dass wir uns einen kleinen Augenblick die Zeit nehmen, um in Kontakt mit unseren Kindern zu kommen auf Augenhöhe: Wir können uns zu ihnen hinunter beugen, sie vielleicht berühren beim Reden und so den Fokus auf dieses Gespräch legen. Wir können sie auch hoch nehmen auf unsere Augenhöhe und mit ihnen sprechen. Wir müssen sie nicht auffordern, uns beim Reden direkt in die Augen zu blicken, aber allein die gleiche Augenhöhe und Nähe sind wichtige Anreize für ein wirkliches Gespräch über ein Bedürfnis.

Die Welt aus deiner Augenhöhe betrachten

Und noch etwas können wir tun, um sie besser zu verstehen: Manchmal die Welt aus ihrer Augenhöhe betrachten. Wie sieht das Kinderzimmer, unsere Wohnung aus dem Blickwinkel meines Kindes aus? Was sind Herausforderungen, die sich aus dieser Perspektive ergeben? Was sieht das Kind vielleicht gar nicht aus seiner Höhe? Wie sieht die Welt draußen aus aus der Perspektive eines 1m großen Menschen?

Wenn wir die Welt durch Kinderaugen betrachten auf der Höhe der Kinderaugen, bekommen wir ein besseres Verständnis für ihre Bedürfnisse aber auch für ihre alltäglichen Herausforderungen. So kann es uns gelingen, dann auch leichter mit ihnen „auf Augenhöhe“ zu sprechen.

Susanne Mierau ist Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik), Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.    

 

Wochenende in Bildern 01./02. Dezember 2018

Das erste Adventswochenende und das erste Beutelchen, das geöffnet wird. Mit großer Vorfreude wurde dieser Samstag herbeigesehnt – wie in jedem Jahr. Und begann deswegen mit einem frühen Frühstück aufgrund sehr früh aufstehender, aufgeregter Kinder und müder Eltern.

Der Adventskalender ist in diesem Jahr ein wenig improvisiert: In einem Kalender hatten sich leider Motten eingenistet und der nachbestellte Kalender ist nicht rechtzeitig angekommen, weshalb am Freitagabend noch schnell improvisiert werden musste mit Pappkartons, die eigentlich für einen anderen Zweck gedacht waren. Die Kinder haben aber nichts gemerkt und den Zauber am Morgen genossen.

Zauber bringen auch unsere „Muckla“ in die Weihnachtszeit: Im Haus verteilt gibt es ein paar kleine Muckla-Wohnungen, in die man hinein sehen kann. Manchmal finden sich dort neue, bewohnte Spuren, manchmal ist sogar eine kleine Lampe darin an. Sie gehören einfach mit dazu zu diesem alten Haus und die Kinder beziehen sie mal mehrmal weniger in ihren Alltag mit ein. Manchmal heißt es, es wurde nun wirklich einer gesichtet. Manchmal werden den Muckla wilde Geschichten angedichtet und nicht selten sind sie daran schuld, wenn irgendwas verloren gegangen ist. Nun ist auf einmal eine neue kleine Tür erschienen (gebastelt aus Eisstielen).

Zauber gibt es aber auch noch immer bei den großen Kindern: Eines ist an diesem Wochenende zu einem Geburtstag eingeladen und bringt ein ganz spezielles Geburtstagsgeschenk mit. Diese Freude über die Zauberdinge lässt auch nach der magischen Phase hier nicht nach.

Und dann machen den alltäglichen Zauber auch einfach die Rituale der Weihnachtszeit aus: das Kerzenziehen, das gemeinsame Backen (und danach feststellen, dass wir niemals einen Vorrat bis Weihnachten anlegen, weil doch alles aufgenascht wird). Die hier entstandenen Plätzchen wurden jedenfalls alle noch am selben Tag verzehrt.

Und wie war Euer Wochenende?
Eure

 

 

Geborgen Wachsen Adventskalender 2018

Werbung

Auch in diesem Jahr gibt es wieder einen Adventskalender auf Geborgen Wachsen, gefüllt mit vielen Besonderheiten und schönen Geschenken. Einige sind im Verlauf des Jahres hier schon aufgetaucht, andere sind neue, zauberhafte Ideen.

Zur Teilnahme könnt Ihr jeden Tag einfach einen kleinen Kommentar hinterlassen unter der jeweiligen Verlosung. Am nächsten Tag wird die Gewinnerin/der Gewinner gezogen und unter der Verlosung bekannt gegeben. Klicke auf das passende „Türchen“ und Du gelangst zum Gewinnspiel dahinter.

Was im Kalender enthalten ist? Das ist noch eine Überraschung, aber hier könnt Ihr die Firmen sehen, die die Türen gefüllt haben:

In guten wie in schlechten Zeiten…

Es gibt Phasen, in denen fällt uns das geborgene, liebevolle Leben mit unseren Kindern einfach: Zeiten, in denen nahezu alles zu stimmen scheint, in denen wir „im Flow“ sind mit unseren Kindern und dem Alltag. Zeiten, in denen wir milde lächeln können und entspannte Nachmittage mit Kind auf dem Sofa genießen. Und es gibt Phasen, in denen es all das nicht gibt. In denen es schwierig ist, in denen an unserer Kraft gezehrt wird. Phasen, in denen wir uns fragen: Wird das jemals wieder gut? Und: Mach ich das vielleicht doch alles nicht richtig? Manchmal nagen Zweifel an uns, ob der eingeschlagene Weg wirklich der richtige ist, wenn er vielleicht gar nicht so entspannt ist wie gedacht. In genau diesen Zeiten können wir an ein Mantra denken und es uns immer wieder sagen: „In guten wie in schlechten Zeiten!“

Manchmal fällt es einfach

Genügend Schlaf, genügend freie Zeit, genügend Unterstützung. Ein Kind mit einem aktuell leicht zu begleitendem Temperament oder ein Baby, dessen Bedürfnisse leicht erkannt und beantwortet werden können. Es kann manchmal so einfach sein. Wenn die Grundvoraussetzungen stimmen, kann der Alltag entspannt begleitet werden und bindungorientiertes Leben ist recht einfach und umgänglich.

– manchmal aber auch nicht

Manchmal kommt es aber auch ganz anders: Zeiten mit wenig oder häufig unterbrochenem Schlaf, viel Termindruck und wenig entspannte Freizeit, wenig Unterstützung und vielleicht auch noch ein Kind, dessen Bedürfnisse geradezu schwer erkannt oder im Alltag beantwortet werden können – das macht einen entspannten Alltag viel schwieriger. Bindungsorientiert antworten und Feinfühligkeit haben und zeigen, das fällt unter Stress wesentlich schwerer. Wir haben einfach nicht die Augen und Ohren, um in einem trubeligen Alltag auch noch feinfühlig die kleinen Signale wahrnehmen zu können. Stress kann dann eher zu negativem Erziehungsverhalten führen: Wir reagieren weniger emphatisch, sind genervt, verlangen mehr vom Kind als es geben kann und übersehen die eigentliche Kooperationsbereitschaft. Hierdurch reagiert das Kind (verständlicherweise) mit Anspannung und muss die Bedürfnisse und Überforderung noch stärker zeigen – ein Teufelskreis beginnt.

Ausstieg aus der Negativspirale

In solchen Phasen hilft nur ein Anhalten – auch wenn das gerade jetzt besonders schwer ist. Denn in einem stressigen Alltag mit zu wenig Zeit und zu vielen Aufgaben auch noch bewusst verlangsamen? Das kann nicht gut gehen, sind wir vielleicht im ersten Moment verleitet zu denken. Aber eine Familie ist kein lineare Aufgabe, die so einfach und logisch zu lösen ist. Eine Familie ist ein System, das viele komplexe Inhalte hat. Um aus einem Negativkreislauf auszubrechen, können wir mit Kindern nicht auf Durchhalten und Abwarten setzen. Wir müssen wieder einen Schritt auf sie zu gehen und sie und uns liebevoll an die Hand nehmen.

In guten wie in schlechten Zeiten auf Bindungsorientierung setzen bedeutet, dass wir uns auch in den stressigen Zeiten vor Augen führen, was unser eigentlicher Leitstern für eine Beziehung ist und müssen uns wieder darauf ausrichten: Kurz anhalten, den Stern am Himmel suchen und dann langsam gemeinsam wieder darauf zu gehen.

Im Familienalltag bedeutet das: Sich mit Kind eine Auszeit gönnen, einen Nesttag einlegen, Verabredungen absagen. Es bedeutet, ganz bewusst nicht nach Hause zu hetzen nach Kita oder Schule, sondern den Weg vielleicht als Entdeckungsreise zu sehen: Einmal andere (vielleicht auch Umwege) gehen und zusammen entdecken, was auf dem Weg liegt. Zu Hause alte Muster durchbrechen für mehr Entspannung: Das Abendessen kann mal als Picknick auf dem Boden gegessen werden oder es ist Mit-den-Händen-Esstag. Zu Hause das Handy ganz bewusst als erstes in das Regal legen und nicht darauf achten, Digital Detox für einen entspannten Nachmittag. Mit kleinen Kindern baden, mit größeren Kindern können wir Wohlfühloasen schaffen und massieren und kuscheln. Gerade Hautkontakt kann in stressigen Phasen ein guter Helfer sein, um zur Ruhe zu kommen durch das Kuschel- und Bindungshormon Oxytocin, das uns alle wieder entspannt und beruhigt. Entschleunigung ist das Zauberwort für diese angespannten Zeiten.

Schlechte Zeiten gibt es immer mal wieder im Familienleben. Stressige Zeiten sind – auch wenn sie nicht schön sind – normal. Wichtig ist nur, dass wir durch sie nicht an uns und unseren Leitlinien zweifeln und wir einen Moment warten, um wieder zurück auf den Weg zu kommen. In guten wie in schlechten Zeiten geht das durch Einfühlsamkeit, Ruhe und das Hinfühlen dahin, was wir gerade wirklich brauchen.

Susanne Mierau ist Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik), Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.