Kategorie: Schule

Einschlafbegleitung mit großen Kindern

„Aber in dem Alter muss das Kind noch nun wirklich alleine schlafen können!“ habe ich kürzlich bei einem Gespräch von Schuleltern gehört. Sehr wahrscheinlich kann das Kind auch im Schulalter allein einschlafen, wenn es das Gefühl erworben hat, sicher zu sein an diesem Schlafort und bei Bedarf bei den Eltern das Bedürfnis nach Schutz und Nähe einfordern kann. Und dennoch gibt es auch darüber hinaus Gründe, warum das Kind in den Schlaf begleitet werden kann. Denn nur weil es etwas kann, bedeutet es nicht, dass es das muss.

Vielleicht war der Tag voll und anstrengend. Vielleicht gab es nach der Schule noch eine Verabredung oder einen Termin oder Hausaufgaben oder es musste unbedingt in Ruhe gespielt werden… Und dann ist auch schon der Abend da und es war viel zu wenig Zeit, um vom Tag zu berichten, um die Ereignisse des Tages los zu lassen. Und genau jetzt, am Abend, tut das noch einmal so gut: Sich den Tag von der Seele zu reden. Sagen, was heute besonders schön war und was blöd erlebt wurde. Einen Blick zurück werfen auf den Tag. Nicht allein, sondern gemeinsam. Das Gefühl, dazu zu gehören, mit allen Gedanken aufgehoben zu sein.

Viele Kinder können und wollen mit 6,7,8… Jahren allein in einem Bett einschlafen und dort die Nacht verbringen. Manche Kinder brauchen aber auch noch Nähe oder nachts eine andere Person an der Seite, wenn sie aus dem Schlaf hochschrecken. Und viele Kinder brauchen einfach noch lange eine Begleitung am Abend, gerade dann, wenn die Zeiten unruhig sind. Ob uns das besorgen sollte? Denken wir einen Moment an uns selbst und unsere eigenen Bedürfnisse. Denken wir daran, dass gerade abends Menschen dazu neigen, zu grübeln und Gedanken hin und her zu wälzen und dann gerne einmal mit der/dem Partner/in darüber sprechen. Vielleicht sogar aus dem Halbschlaf hochschrecken und sagen: „Weißt du was, ich muss dir dringend noch erzählen, dass…“ Wahrscheinlich kennen wir alle diese Momente. Und auch Kinder haben sie. Auch sie müssen abends manchmal noch ihre Gedanken aussprechen, um dann beruhigt in die Nacht zu finden. Und auch bei Kindern ist das in Ordnung – warum auch nicht?

Manchmal sind es auch keine Worte, die wir am Abend nach einem anstrengenden Tag brauchen – und anstrengende Tage gibt es gerade zum Schulbeginn oft -, sondern das Gefühl, gehalten zu werden. Einfach im Arm eines anderen Menschen liegen, die Nähe genießen, das wohlige Gefühl des Vertrauens und die Beruhigung, die durch das Oxytocin in unseren Körper strömt. Manchmal braucht es das an Tagen, an denen so viel neu ist, an denen sich ein Kind vielleicht in der neuen Schule ausgegrenzt gefühlt hat oder das schmerzende Gefühl hat, nicht dazu zu gehören.

Wenn unsere großen Kinder in den Schlaf begleitet werden wollen, ist das meist kein Zeichen eines Mangels an Regulationsfähigkeit, sondern ein Zeichen für einen Bedarf. Bedarf nach Nähe, Vertrautheit, Zuwendung. Und mit der kleinen Geste der Zuwendung am Abend, mit dem Zuhören im Bett, mit einem um die Schultern gelegten Arm können wir ihnen am Ende des Tages das wohlige Gefühl geben, in dieser aufregenden Welt einen sicheren Ort zu haben, an dem sie den Tag loslassen können. Was für ein wunderbares Gefühl muss das sein.

Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

„Ich hab Bauchweh“ – Wenn Kinder eine Pause brauchen

Manchmal sind die Tage anstrengend. Manchmal gibt es Streit mit Freund*innen, manchmal gibt es Umbrüche im Alltag. Auch für Kinder ist nicht jeder Tag einfach. Und auch bei ihnen kann Stress und Anspannung auf den Bauch schlagen. Wichtig ist natürlich, zunächst abzuklären, ob nicht wirklich eine Erkrankung hinter dem Bauchweh oder den Kopfschmerzen steht*. Neben solchen Erkrankungen projizieren Kinder aber auch unangenehme Gefühle auf Kopf oder Bauch: „Mein Kopf tut weh!“, „Ich hab Bauchweh.“ – Diese Sätze kennen wohl viele Eltern. Aber wie können wir damit umgehen, wenn das Kind scheinbar Schmerzen ohne „echte“ Ursache hat?

Schmerzen sind Schmerzen

Schmerzen sind Schmerzen. Wir können nicht nachfühlen, ob das Kind Schmerzen hat oder nicht, auch wenn es keine medizinische Ursache gibt. Es ist möglich, dass sich ein Unwohlsein tatsächlich durch Schmerzen äußert. Deswegen gilt immer: Wenn Kinder Schmerzen haben, sollten wir diese Ernst nehmen. Hat ein Kind Schmerzen oder spricht es über Schmerzen, sollten wir daher nicht sagen: „Das ist nicht schlimm“, „Das kann gar nicht sein“, „Das bildest du dir nur ein“, sondern vielmehr Verständnis entgegen bringen: „Das tut dir weh!“ „Zeig mir, wo es weh tut“ oder auch „Was glaubst du, woher die Schmerzen kommen“ – solche Reaktionen bieten eine Möglichkeit zum Gespräch. Das Kind fühlt sich angenommen und verstanden und kann sich weiter öffnen.

Die Frage nach einer möglichen Ursache kann gerade auch bei größeren Kindern eine Tür sein, um dem Grund auf die Spur zu kommen: Vielleicht ist ein anderes Kind krank mit solchen Schmerzen, vielleicht hat es in Kita oder Schule etwas über eine Krankheit gehört, das es verängstigt hat. Vielleicht sagt es auch direkt, dass ein anderes Kind es geärgert hat und es seither Schmerzen hat. Oder dass es weh tut, weil gerade eine bestimmte Situation so anstrengend ist. Geben wir den den Kindern die Möglichkeit, den Schmerz zu benennen und sind wir bereit, uns darauf einzulassen, helfen wir den Kindern bereits durch das Gefühl, nicht allein zu sein.

Schmerzen „behandeln“

Vielleicht können wir durch solche Gespräche bereits die Ursache finden und an einem konkreten Problem gemeinsam arbeiten. Manchmal ist die Ursache aber auch nicht so einfach oder überhaupt nicht zu finden. Hier hilft es, wenn wir dem Kind Unterstützung geben beim Umgang mit dem Schmerz.

Oft haben Kinder „Bauchschmerzen“ oder „Kopfschmerzen“, wenn sie eine Ruhepause brauchen und ein wenig aus dem Alltag ausbrechen müssen, um mal wieder Zuwendung und Aufmerksamkeit von den Bezugspersonen zu bekommen. Das kann im Alltag einfach vorkommen, dass es zwischenzeitlich mal ein stärkeres Bedürfnis danach gibt, vielleicht weil der Alltag gerade sehr anstrengend oder mit vielen Veränderungen verbunden war. Wichtig ist, dies zu erkennen und (ohne Anklage) darauf zu achten, dem Kind zu vermitteln, dass es auch andere Wege geben kann, um Ruheinseln in den Alltag einzubetten, ohne dass dafür Beschwerden herangezogen werden müssen. Gerade in anstrengenden Übergangszeiten oder wenn es gruppendynamische Probleme gibt, bieten sich regelmäßige Rituale an, um die Akkus wieder aufzufüllen.

In der konkreten Situation aber geht es zunächst darum, für diese aktuelle Situation eine gute Begleitung zu finden und dem Kind liebevolle Zuwendung zukommen zu lassen. Wie sie aussehen kann, ist ganz verschieden – je nach Vorlieben des Kindes.

Ideen zur „Behandlung“ sind beispielsweise:

  • An erster Stelle steht immer das Mitgefühl
  • Körperkontakt: die warme Hand des anderen auf dem schmerzenden Bauch oder Kopf tut gut. Über Körperkontakt können wir Fürsorge vermitteln, Oxytozin, das bei positivem Körperkontakt ausgeschüttet wird, beruhigt und entspannt. Auch eine entspannende Bauchmassage (im Uhrzeigersinn) kann helfen. Oder mit etwas Creme ein lachendes Gesicht, eine Sonne oder ein Herz auf den Bauch des Kindes zu malen.
  • Ruhig zusammen atmen: Das Kind kann bei Bauchschmerzen die eigenen Hände auf den Bauch legen und bis in den Bauch atmen: Der Bauch hebt sich. Dann langsam ausatmen lassen und beobachten, wie sich der Bauch wieder senkt.
  • Bei Kopfschmerzen kann der Kopf in die Hände genommen und angenehm umfasst und dabei ebenfalls ruhig geatmet werden.
  • Mag das Kind Berührung (gerade) weniger, kann auch ein warmer Tee beruhigend und entspannend wirken.
  • Manchmal tut es auch gut, den Schmerz zu verbildlichen: Ein Bild dazu malen, eine Figur kneten. So wird der Schmerz in Gedanken aus dem Körper ausgelagert.
  • Hat das Kind über einen längeren Zeitraum Schmerzen, sollten auch die Gewohnheiten in den Blick genommen werden: Gibt es konkrete Auslöser, schläft es zu wenig, treten Schmerzen nach ganz bestimmten Situationen auf?

So, wie für Erwachsene, gibt es auch für Kinder eine Vielzahl an anstrengenden Situationen. Nur weil die Kinder sind, kommen sie nicht zwangsweise leichter mit dem Alltag zurecht oder sind unbeschwerter. Haben wir einen Blick für ihre Bedürfnisse und gönnen wir ihnen die Ruhe- und Entspannungspausen, die wir uns ja auch oft wünschen.

Eure

*Bei plötzlich auftretenden Schmerzen oder länger andauernden Schmerzen ist eine Ärztin/ein Arzt aufzusuchen. Gerade bei Bauch- und Kopfschmerzen gibt es eine Vielzahl möglicher Ursachen, die abgeklärt werden sollten. Dieser Artikel bezieht sich ausschließlich darauf, wenn von medizinischer Seite Erkrankungen/Nahrungsmittelunverträglichkeiten/Sehprobleme etc. ausgeschlossen werden können und Bauch- oder Kopfschmerzen durch Anspannung/Stress/Nähebedürfnis entstehen.

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Wir sind für dich da

Als Baby lagst du in unseren Armen, wurdest getragen. Wir sind zu dir gekommen bei jedem Schrei, bei jedem Weinen – und es waren viele. Kein Weinen musste allein durchlebt werden. Es wurde begleitet, manchmal über Stunden. In der Kleinkindzeit haben wir die Höhen und Tiefen gemeinsam gemeistert: Zusammen gelacht, zusammen die Wut durchgestanden. Wunden angepustet, Hände gehalten, Tränen getrocknet. Wir haben gemeinsam die Stunden durchgestanden, in denen der beste Freund „Du bist nicht mehr mein Freund“ war – und mitgefiebert bei aufregenden Geschichten. Wir haben zusammen Abschiede gemeistert und neue Wege beschritten. Nicht immer einfach, nicht immer ohne Anstrengungen und auch nicht immer ohne Elterntränen. Aber immer wieder mit Liebe.

So bist du größer geworden, jeden Tag. Du bist aus dem Familienbett ausgezogen, hast an anderen Orten übernachtet. An vielen Stellen bist du über dich selbst hinaus gewachsen, immer wieder. Und wir waren da. Manchmal an deiner Hand, manchmal an deiner Seite. Manchmal irgendwo im Hintergrund. Immer ein Ort, an den du zurück kommen kannst. Immer der Ort, an dem sicher alle Gefühle ihren Raum bekommen. An dem du sein kannst, wer du bist. Nicht, wer du sein solltest oder könntest. Manchmal ein lachendes Kind, manchmal weinend, manchmal zornig, manchmal still und dann wieder laut.

Du hast erfahren: Es gibt diesen einen Ort, an dem du angenommen wirst wie du bist. Dieser Ort ist kein Haus, kein Raum, es sind wir, deine Eltern. Mit jeder Geschichte, hast du gelernt, kannst du zu uns kommen. Mit jedem Kummer, mit jedem Unsinn. Wir haben gemeinsam Lösungen für Probleme gesucht, haben – nicht selten – die Augenbrauen hochgezogen und tief durchgeatmet, bevor wie geantwortet haben. Wir haben als Eltern manchmal zusammen gesessen und uns aneinander gelehnt, um uns gegenseitig aufrecht zu halten. Und wir haben heimlich gelacht über die Streiche, bei denen wir eigentlich ernst sein sollten.

Dieser Ort des Vertrauens geht nicht verloren. Die Themen ändern sich, die Probleme bekommen so manches Mal eine gewisse Schwere. Die Sachen, die „angestellt werden“ sind bedeutender als der fehlende Keks aus dem Weihnachtsvorrat. Aber was auch immer es ist, sind wir erst einmal da. Hören zu, atmen, nicken. Wir sind der Ort, an dem die Geschichten des Lebens erzählt werden können. Der Ort des Vertrauens, an dem dies möglich ist.

Wenn ich Familien eines wünsche, dann ist es dies: Dass das Gefühl dafür, da zu sein, bestehen bleibt. Auch nach der Babyzeit, auch nach der Kleinkindzeit. Seid die sicheren Orte, zu denen getragen werden kann, was belastet – ohne Furcht vor Strafen. Seid die Menschen, mit denen Lösungen gesucht werden anstatt die zu sein, vor denen Probleme versteckt werden. Seid der Ort, der signalisiert: Ich bin für Dich da, egal was ist.

Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Entspannungsideen für Erstklässler*innen

Für ein Kind, das in die Schule kommt, beginnt ein neuer Lebensabschnitt: War es im Kindergarten die/der „Große“, so ist es nun, nach den Ferien, die/der „Kleine“. Es hat einen neuen Tagesablauf, einen neuen (Schul-)Weg zu beschreiten, neue (Bezugs-)Personen, die es kennen lernen muss, neue Kinder, Klassenkameraden, um sich. Dort sind Kinder über mehrere Stunden einer hohen Lautstärke und vielen Sinneseindrücken ausgesetzt. Die Räumlichkeiten und das Gebäude sind ebenso neu wie die Regeln, die Kommunikation, überhaupt das ganze System Schule. Vielleicht kommen Kinder auch bewusst zum ersten Mal mit Vergleich und Bewertung in Kontakt. Eine ganz schöne Leistung, die die neuen Schulkinder da bewältigen, oder?

Rückzugsort Zuhause

Wenn wir uns vor Augen führen, was ein Schulkind bis mittags schon alles leistet, ist es nicht verwunderlich, dass Kinder zuhause erst einmal „in ein Loch fallen“ oder „aufdrehen“. Was viele Kinder jetzt brauchen, sind sicherere, vertrauter Personen und Orte. Die allerwenigsten Kinder rufen jetzt: „Bitte bring mich zum Klavierunterricht!“. Meist wünschen sich Kinder nun einfach „sein“ zu dürfen – und auch ein Stück in Ruhe gelassen zu werden bzw. haben das Bedürfnis nach gemeinsamer Spiel- oder auch Kuschelzeit mit den Eltern. Die Akkus wollen aufgeladen werden. Sie haben bereits schon viele Stunden kooperiert. Wichtig ist, dass nun die Kinder zu Wort kommen. „Was wünscht DU dir jetzt? Wollen wir gemeinsam ein Buch lesen/ malen/ etwas spielen?“ zeigt den Kindern, dass sie uns wichtig sind. 

Raus in die Natur – am besten Barfuß

In der Natur erden sich – nicht nur – Kinder. Das Grün der Pflanzen wirkt entspannend auf die Augen und auf den gesamten Organismus (Stichwort „Waldbaden“). Also raus in Wald und auf die Wiese, in den Stadtpark, in den Garten. Es tut Kindern gut, die Schuhe auszuziehen zu dürfen, barfuß zu laufen, Kontakt zum Boden aufnehmen. Die Füße bilden das Fundament für den ganzen Körper. Spielerisch können die Kinder barfuß ihre Füße trainieren: Auf den Fersen, auf den Ballen, auf den Außen- und dann Innenkanten versuchen zu gehen, Steine oder Eicheln mit den Zehen aufheben,… Anschließend in die „Berghaltung“ kommen: Gerade stehen, Augen schließen und bewusst zu den Füßen spüren. Wie fühlen sich die jetzt an?

Auch gärtnern, in der Erde wühlen, tut gut und baut Stress ab. Barfußpfade fördern die Wahrnehmung. In der Natur entwickeln sich meist von ganz alleine Spielideen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Hier kann ein Stock ein Zauberstab, eine Person, ein Schwert oder ähnliches sein. Die Kinder kommen wieder in den „Selbstwirksamkeitsmodus“. Hier legen sie Spielregeln fest.

In der Schule verbringen Kinder zudem in der Regel die meiste Zeit im sitzenden Zustand. Hier gilt es „auszugleichen“ den Kindern viel Bewegungsfreiheit zu bieten, denn Bewegung baut Stress ab. 

Ton aus

Oft lassen wir uns bewusst oder unbewusst „berieseln“: Das Radio läuft beim Kochen, Duschen oder beim Frühstück, die Kinder lassen beim Spielen den CD Player laufen, im Auto laufen die Nachrichten, im Zug per Kopfhörer Musik oder ein Hörspiel und abends läuft der Fernseher, während wir noch am PC arbeiten. Es kann gut tun, einmal bewusst darauf zu verzichten. Der Stille zu lauschen, die Geräusche wahr zu nehmen, die z. B. innerhalb des Autos oder der Wohnung ganz natürlich entstehen. Und welche außerhalb. „Was kannst du jetzt in dem Moment alles hören?“ Ist eine ganz simple Achtsamkeitsübung für Kinder, die überall gespielt werden kann. Oder man öffnet das Fenster und das Kind lauscht bewusst für 1-2 Minuten den Geräuschen. Hinterher kann man sich über das Erlebte austauschen. 

Ruhehaltung Shavasana

Bitte dein Kind sich in Rückenlage auf den Boden zu legen. Es kann sich auf eine Decke oder eine Yoga-/ Gymnastikmatte legen, damit es nicht so hart ist.  Die Beine sind gestreckt und entspannt, die Füße fallen locker auseinander. Die Arme liegen ausgestreckt neben dem Körper, die Handflächen zeigen nach oben.  Das Kind kann nun die Augen schließen, wenn es mag. Mag es nicht auf dem Rücken liegen, so kann es sich alternativ auf den Bauch drehen.

An kalten Tagen kann eine warme Wärmflasche (oder auch mehrere) bzw. Körnerkissen auf den Bauch (oder Rücken) gelegt werden. Eine Wohltat nach einem aufregendem Schultag. Wichtig ist zu fragen, ob es für das Kind angenehm ist und nicht zu heiß oder schwer. Andersrum geht es genau so gut: An heißen Tagen kann mit Kühlis gearbeitet werden, z. B. eins auf die Stirn, je eins auf jedes Handgelenk.  Liegt das Kind auf dem Rücken, so kann auch ein Augenkissen (ggf. sogar mit entspannendem Lavendelduft) auf die Augen gelegt werden. Dies kann die Entspannung vertiefen. Wer mag, kann sich auch Kopfhörer aufsetzen, um die Außengeräusche auszublenden.

Massagen

Viele Kinder lieben Massagen. Ihr könnt gemeinsam ein Körbchen mit unterschiedlichen Materialien füllen: verschieden große und harte Igelbälle, unbenutzte Malerpinsel – und Rollen, Schwämme, Bürsten, Tuschpinsel, usw. Nach Lust und Laune können die Massageutensilien für Massagen verwendet werden. Schön ist es auch, wenn eine Massagegeschichte dazu erzählt wird. Zu den Klassikern gehört die „Pizzamassage“ oder eine „Wettermassage“. Das Kind darf natürlich auch die Eltern oder Geschwister massieren und sich eigene Massagegeschichten ausdenken. Selbstverständlich kann sich das Kind auch selbst massieren: Dazu kann es sich zum Beispiel mit einem Fuß auf einen Igelball stellen und darauf kreisen. Der Druck bestimmt die Intensität der Massage. Das Kind kann sich auch auf den Boden legen und einen Tennisball unter den Rücken schieben und sich durch Bewegung eine wohltuende Rückenmassage schenken. Eine Kopfhautmassage mit den Fingerspitzen wirkt belebend und entspannend. Müde Beine können auch mit einem Igelball sanft bearbeitet werden. 

Zeug stresst Familien

Der Eintritt in die Schule bietet auch allgemein die Chance bestimmte Bereiche als Familie einmal anzugucken. Denn häufig entsteht Stress aus einem Mangel an Zeit und einem zuviel an Zeug, wie Klamotten oder Spielsachen. Hier könnte „Weniger ist mehr“ helfen, den Alltag zu entschleunigen. Folgende Fragen dienen als Reflexionsinspiration: 

  • Passt unser Tagesablauf zu unseren Bedürfnissen?
  • Was wollen wir als Familie wirklich? Was ist uns wichtig? Was nicht mehr?
  • Muten wir unserem Kind zu viel zu in Bezug auf „Freizeitprogramm“?
  • Stresst sich das Kind evtl. sogar selbst mit seinen Freizeitbeschäftigungen?
  • Wer oder was raubt ungewollt Zeit – wie können wir das abschalten?  
  • Welche Personen sind uns wichtig und wollen wir weiterhin in unserem Leben haben?
  • Und welche Personen tun uns nicht gut?
  • Können wir Haushaltsaufgaben neu und anders aufteilen oder an Dritte delegieren?
  • Fühlen wir uns in unseren 4 Wänden wohl?
  • Mit welchen Räumen oder Ecken in der Wohnung sind wir unzufrieden? Wie können wir das ändern?
  • Gibt es Streit über bestimmte Sachen? Welche Sachen werden nicht mehr benötigt und können weitergegeben oder verkauft werden?

Ich wünsche allen Familien einen entspannten Schulalltag!

Stephanie Weich ist Erzieherin und Krippenpädagogin aus Vechelde. Sie hat u.a. Weiterbildungen zur Entspannungstherapeutin, Stressmanagementtrainerin und Kursleiterin für Progressive Muskelentspannung & Autogenes Training besucht. Weitere Angebote finden sich auf ihrem Blog und auf Instagram.Zu dem ist sie Autorin des Buches Spielerische Meditationen mit Klang, Bewegung und allen Sinnen.


„Spiel bitte etwas anderes!“ – Wenn Eltern das Spiel des Kindes nicht mögen

Wenn wir Kinder beim Spiel beobachten, geht es dabei manchmal ganz schön zur Sache: Da sterben die Figuren, es gibt Krieg, Eltern sterben, Spielfiguren verlaufen sich, werden entführt oder Kuscheltiere werden operiert. Und gelegentlich werden auch noch Schimpfwörter benutzt. Manchmal sind wir verleitet, nicht nur zu denken, sondern zu sagen: „Jetzt spiel doch etwas Schönes!“ – Aber das sollten wir nicht tun.

Kinder spielen von Anfang an

Im Spiel lernen unsere Kinder sich selbst und die Welt kennen. Das Spiel beginnt dabei schon sehr früh im Babyalter, wenn das Kind nach und nach mit der Umgebung interagiert, Gesichtsausdrücke nachahmt, später Laute, und anfängt, Hände, Füße und den Körper zu erkunden. Es steht im Zusammenhang mit den Fähigkeiten des Kindes und entwickelt sich anhand dieser Fähigkeiten weiter: Je mehr die Feinmotorik ausgebildet wird, desto mehr untersucht das Kind spielerisch Gegenstände. Je mehr es interagieren kann, desto stärker tritt das Spiel mit anderen hervor. Im Spiel übt das Kind, verfeinert Fähigkeiten und entwickelt sie weiter. Während es am Anfang erkundet, ahmt es später nach und schließlich entwickelt es eigene Handlungsstränge und Spielideen – und diese stellen uns manchmal mehr und manchmal weniger vor Herausforderungen.

Das Spiel als „Sprachmedium“

Um die Bedeutung des Spiels für das Kind zu verstehen, müssen wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass „Kinder eben nur spielen“. Das Spielen ist ein komplexer Vorgang des Lernens und Erfahrens und auch der Aufarbeitung von emotionalen Erlebnissen. Was wir am Abend auf dem Sofa mit einem anderen Erwachsenen besprechen, lebt das Kind im Spiel aus: Spielsachen sind ein Medium wie die Sprache und das Kind drückt darüber aus, was es bewegt. Manchmal sind das die ganz alltäglichen Dinge des Alltags, wenn Puppen bekocht und bespielt werden oder Freundschaft nachgespielt wird. Manchmal werden aber auch Konflikte darüber bearbeitet und nachgespielt oder Themen, die das Kind gerade generell bewegen. Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle, können oft im frühen Kindesalter noch nicht gut versprachlicht werden und finden dann im Spiel spontan ihren Ausdruck. Das Kind beschäftigt sich mit dem, was gerade ein Thema für das Kind ist.

Themen der Kinder zulassen

Wenn wir also merken, dass ein Kind sich mit einem Thema beschäftigt, das wir als kein „gutes Spielthema“ betrachten, können wir uns zunächst fragen, warum uns dieses Thema überhaupt so große Probleme bereitet: Warum können wir Aggression im Spiel nicht zulassen, warum wünschen wir, dass das Kind ausschließlich „harmonisch“ spielen soll? Warum ist es für uns schwer, wenn das Kind leichtfertig das Thema Tod im Spiel bearbeitet? Welche eigenen Themen kommen da vielleicht gerade hoch, ausgelöst durch das Spiel des Kindes?

Anstatt die Spielthemen des Kindes zu lenken und zu beeinflussen, können wir zuhören: Was ist es, was das Kind gerade beschäftigt, worüber es sich Gedanken macht? Wir können Themen aufgreifen außerhalb des Spiels und gemeinsam Bücher ansehen rund um den Tod oder um Freundschaft, wenn das große Themen sind oder einen passenden Film ansehen. Wenn wir zusammen mit unserem Kind spielen, sollten wir das Thema des Kindes annehmen, statt zu versuchen es in eine von uns gewünschte Richtung zu lenken und schauen, welche kreativen Lösungen das Kind selbst entwickelt und das unterstützen. Vor allem sollten wir die Themen nicht zu sehr dramatisieren und uns Fragen, ob wir etwas falsch gemacht haben, weil das Kind Auseinandersetzungen spielerisch bearbeitet . Wir sollten weniger deuten und mehr annehmen und begleiten.

Schimpfworte

Je nach Alter des Kindes tauchen auch Schimpfworte im Spiel (und auch im Alltag) auf. Natürlich werden sie beeinflusst von dem, was das Kind in der Umgebung hört. Dass es aber Schimpfworte prinzipiell nutzt, ist normal.

Mit einem Schimpfwort, so lernt das Kind, kann ein negativer Superlativ ausgedrückt werden: Das andere Kind ist nicht nur doof, sondern ein Scheißmann; die Situation ist nicht nur blöd, sondern superkacke. Das Kind sucht ein Wort, mit dem es all die Unzufridenheit, all das negative Empfinden im Inneren beschreiben kann, was es fühlt.

S. Mierau „Geborgene Kindheit“

Benutzt ein Kind Schimpfworte, ist das kein Zeichen für elterliches Versagen. Wir können über die Worte sprechen und welche festlegen, die in unserer Familie Raum haben und solche, die nicht gesagt werden sollen – und warum. Im Spiel können die Schimpfworte auch ihren Platz finden. Gerade dann können Kinder auch die Macht dieser Worte ausprobieren und ihre Wirkung. Ein Schimpfwort kann manchmal die Machtverhältnisse zwischen Eltern und Kind umkehren: Durch die Benutzung eines solchen Wortes fühlt sich das Kind stark und selbständig. Diesen Wunsch können wir hinter dem Verhalten sehen und mitspielen oder andere Spiele und Situationen finden, in denen das Kind obsiegen kann.

Das Spiel ist ein wunderbarer Entwicklungsraum, in dem sich unsere Kinder entfalten und die Themen bearbeiten, die gerade und prinzipiell wichtig sind. Begleiten wir diese Entwicklung, lassen wir sie zu, anstatt Themen und Gefühle auszuklammern.

Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Was kommt in die Schultüte? {Werbung & Verlosung}

Es ist wieder so weit: Eine Einschulung steht bevor. Und wie jedes Mal gibt es die Frage: Was kommt alles hinein in die Schultüte? Und welche Materialien sind für die erste Ausstattung wichtig? Von unserem ersten Schulkind haben wir gelernt, dass es am Anfang auch manchmal zu Verwirrungen und Problemen kommt: Kinder haben gleiche Schul- und Federtaschen, gleiche Materialien. Dafür sollte alles gut beschriftet sein.

Was kommt hinein in die Schultüte?

Wie auch beim letzten Mal, haben wir die Schultüte aus Stoff anfertigen lassen, so dass sie nach dem großen Einschulungstag ausgestopft als Kissen genutzt werden kann. Aber vorher kommt es für das zukünftige Schulkind erst einmal auf den Inhalt an. Was bei uns hinein kommt:

  • Lernspiele zum Lesen und Rechnen, davon gibt es einige kleine Spiele, die gemeinsam gespielt werden können. Rechenstäbchen aus Holz und ein 1×1 aus Holzwürfeln haben wir noch vom großen Kind.
  • Spielsachen für den Schulhof: In den großen Pausen (und zwischendurch) wird gespielt, dafür gibt es in unseren Schultüten immer ein paar kleine Spielsachen, die ich für den Hof gut eignen: Flummi, Murmeln, Gummitwist, dieses Mal ein Ufo – und ein Heft mit Schüler-Witzen.
  • Süßigkeiten sind auch dabei ganz unten in der Spitze der Tüte.
  • Eine Uhr, damit die Zeit im Auge behalten werden kann und das Kind darauf nachsehen kann, wann es abgeholt wird.
  • Kleine Brotdosen für die Besonderheiten neben dem Schulbrot, die mitgenommen werden: getrocknete Früchte, Obst, Gemüse, auch mal etwas Gebackenes
  • Schulmaterialien wie Buntstifte, Kleber, Radiergummi in besonderer Form, Knete, Glitzer- und Hautfarbenstifte. Alle Materialien werden mit Namensaufklebern beklebt.
Ideen für die Schultüte

Schulsachen beschriften

Es steht meistens schon auf den Materiallisten der Schulen drauf: Alle Sachen der Kinder beschriften. Beim ersten Mal haben wir uns so halb daran gehalten und schon nach wenigen Tagen kam es zum Durcheinander, das vor allem für die Kinder stressig war: Stifte waren weg oder vertauscht, der falsche Ranzen wurde fast mitgenommen, einige Sachen sind gänzlich verschwunden. Beschriftungen helfen sicherlich nicht gegen alle Formen des „Verschwindens“, aber zumindest gegen einige und geben erst einmal auf dem Schultisch eine Hilfe, wenn Sachen wieder zusammengesammelt werden sollen. Stifte, Dosen etc. werden daher beklebt.

Beschriftete Schulmaterialien

Die in der Schweiz produzierten, personalisierbaren Namensaufkleber von Stickerkid kleben nicht nur gut, sondern haben sogar eine Garantie über 10 Jahre, da die dünne Schutzschicht sie besonders robust macht. Es gibt diverse Ausführungen in unterschiedlichen Größen, Farben und mit Logo oder ohne. Für alle Materialien, die langfristig genutzt werden, haben wir uns für Etiketten entschieden, die nur den Nachnamen tragen, so dass auch noch das nächste Kind die Sachen benutzen kann.

T-Shirts beschriften ohne bügeln

Noch mehr Etiketten: Kleidung beschriften

Auch für den Kindergarten haben wir noch Etiketten bestellt für Wechselkleidung und Schuhe. Die Kleidungsaufkleber werden ohne Bügeln eingeklebt und halten Waschgänge bis 40°C aus. Diese Aufkleber kommen ausschließlich in die Wechselwäsche in die Kita und Schule. Die Schuhaufkleber werden in beide Schuhe geklebt und erleichtern so auch, dass der richtige Schuh am richtigen Fuß landet.

Verlosung

Du brauchst noch personalisierbare Namensaufkleber für Schule oder Kita? Stickerkid hat drei Pakete „L“ mit insgesamt 214 Etiketten zur Verfügung gestellt (32 große Namenssticker, 14 Schuhaufkleber, 120 kleine Namensetiketten, 48 Kleidungsetiketten).

  • Kommentiere zur Teilnahme hier auf dem Blog
  • Bitte kommentiert individuell, so dass nach der Auslosung eine eindeutige Zuordnung des Namens möglich ist (bspw. ist eine Zuordnung schwierig, wenn es 20 Stefanies gibt, daher dann lieber Stefanie_79 oder ähnlichen Namen wählen). Bitte kommentiere nur einmal: Manchmal dauert es ein paar Stunden, bis Dein Kommentar freigeschaltet werden kann, aber er geht nicht verloren.
  • Die Teilnahme steht in keinem Zusammenhang mit Facebook oder Instagram.
  • Datenschutzhinweis: Dieses Gewinnspiel ist nicht an weitere Kontaktaufnahme wie Newsletter und Werbung gekoppelt. Die Daten der TeilnehmerInnen werden nicht weitergehend ausgewertet oder zu Werbezwecken gebraucht. Alles weitere zum Umgang mit Daten findet Ihr im Datenschutzhinweis
  • Teilnahmeberechtigt sind alle volljährigen natürlichen Personen.
  • Die Teilnahme beginnt am 27. Juni 2019 um 9:00 Uhr und endet am 28. Juni 2019 um 24 Uhr. Verlost wird nach Teilnahmeschluss am 29. Juni 2019.
  • Der/die Gewinner/in wird im Anschluss nach dem Zufallsprinzip ermittelt und erhält eine Benachrichtigungsemail am 29. Juni 2019. Eine Veröffentlichung des Namens findet aus Datenschutzgründen nicht statt.
  • Die Adresse der Gewinnerin/des Gewinners und die Mailadresse werden an die Firma Stickerkid weitergegeben. Hiermit erklären sich die Teilnehmer*innen am Gewinnspiel einverstanden.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
  • Sollte sich der/die Gewinnerin nicht spätestens 10 Tage nach der Verlosung zurückmelden, verfällt der Gewinn.

*** Die Verlosung ist beendet. Die ausgelosten Personen wurden benachrichtigt.***

Vorbereitungen auf die Schule

Das Jahr schreitet voran, der Sommer ist nicht mehr fern. Nach den Sommerferien steht wie jedes Jahr für viele Kinder eine große Veränderung an: die Schulzeit beginnt. Langsam kann nun mit den Vorbereitungen auf den neuen Lebensabschnitt begonnen werden. Vorbereitung auf die Schule bedeutet dabei nicht, dass die zukünftigen Schulkinder schon jetzt an das Lesen und Schreiben herangeführt werden müssen. Vorbereitung auf die Schule meint vielmehr, sie emotional vorzubereiten auf die neuen Abläufe und Herausforderungen.

Schule ohne Eingewöhnung, aber mit Vorbereitung

Wenn die Kinder in die Schule kommen, haben sie oft schon ein konkretes Bild von dem, was sie erwartet. Sie wissen auch, dass nach einer bestimmten Anzahl von Stunden der Unterricht beendet sind und haben wesentlich weniger Schwierigkeiten damit, dass sie nun in einer neuen Gruppe mit neuen Bezugspersonen sind, ohne Eingewöhnung wie im Kindergarten. Manche Schulen bieten vorab einen Tag der offenen Tür an oder einen Kennenlerntag. Hier werden nicht nur die Kinder kennengelernt und die Klassenlehrer*in, sondern auch schon einmal der neue Ort: Wo ist der Speisesaal, wo sind die Toiletten. Manchmal nehmen auch die zukünftigen Klassenlehrer*innen schon Kontakt auf, indem sie jedem neuen Kind einen Brief schicken und es begrüßen.

Wenn in einer Schule keine Angebote vorab bestehen, können Eltern auch vor Ort nachfragen, ob sie ein privates Kennenlernen der zukünftigen Klasse organisieren können. Wie schon in Kindergartenzeiten kann die Vernetzung mit anderen Eltern auch in der Schule hilfreich sein, wenn schon vorab Kontakte geschlossen wurden, vielleicht erste Freundschaften ausgebildet werden und man früh andere Menschen kennt, die im Notfall um Unterstützung gebeten werden können: „Könntest Du mein Kind heute mit abholen?“

Vorbereitung zu Hause

Aber auch zu Hause können wir schon langsam mit der Vorbereitung auf die Schulzeit beginnen und dem Kind einen sicheren Start ermöglichen, indem wir schon vor dem Schulbeginn Vertrauen und Sicherheit des Kindes ausbauen. Das bezieht sich vor allem auf die eigenen Kompetenzen und die Selbständigkeit.

Wir können schon in den Wochen und Monaten vor Schulbeginn langsam neue Morgenroutinen einüben und das Kind immer etwas selbständiger werden lassen dabei. Schulbeginn bedeutet meistens auch, in einer ganz anderen Weise pünktlich sein zu müssen als bislang. Das kann am Anfang zu einem Stressfaktor werden, der in der ohnehin neuen Zeit der Umstellung belastet. Daher: Lieber schon vorher mit der Umstellung beginnen und schauen, wie die Morgenroutinen entspannt ablaufen können: Vielleicht am Abend schon die Kleidung heraus legen für den nächsten Tag und das Kind kann alles allein anziehen. Oder den Frühstückstisch schon am Abend decken, damit morgens mehr Zeit ist für das Miteinander.

Auch der Schulweg kann schon einmal gemeinsam angesehen und öfters abgelaufen werden. Gibt es hier bestimmte Läden, die das Kind im Notfall ansteuern kann, wenn es allein unterwegs ist? Gemeinsam können Läden erkundet werden, die auf dem Schulweg liegen, die dort arbeitenden Menschen können gegrüßt werden. So wird der neue Weg schon etwas vertrauter und sicherer.

Mit der Schule beginnt ein neuer Weg und ein alter will verabschiedet werden: Das ist bei aller Aufregung auch nicht einfach. Viele Kinder sind in der Zeit des Übergangs von der Kita zur Schule aufgeregt, unruhig, aufbrausender. Diese Gefühle wollen gut begleitet und aufgefangen werden. Manchmal werden Freunde und Freundinnen mit in die Schule gehen, manchmal sind es ganz neue und fremde Kinder, die dort warten. Von Erzieher*innen und Kindern aus der Kita wird Abschied genommen. Diese sind in der Vergangenheit Bezugspersonen geworden und es fällt dem Kind schwer, sie einfach verlassen zu müssen. Es ist schön, die Erinnerungen festzuhalten mit Fotos, Freundschaftsbüchern, die auch später gemeinsam angesehen werden können und auch der Möglichkeit, in der Kita wieder vorbei kommen zu können, beispielsweise zu Festen oder auch mal auf dem Spielplatz zu Besuch kommen zu können. So wie die Eingewöhnung langsam verlief, kann auch der Abschied langsam stattfinden.

Bücher und Spiele zur Vorbereitung

In Nikolai Rengers und Katja Reiders Buch „Mission Schulstart“ (Amazon* | Buch7* | Buchhandel) geht es genau um eine solche Vorbereitung auf die Schule und die Selbständigkeit: Weltraumfan Mats kommt in wenigen Tagen in die Schule und bekommt einen Brief von „Käpt’n Kosmo“ zur Mission Schulstart: Jeden Tag eine Aufgabe. Dabei geht es darum, sich selbst morgens anziehen zu können, den Weg zur Schule allein zu bewältigen, andere Kinder kennen zu lernen, sich selbst mit Nahrung versorgen zu können und zu zeigen, dass er jederzeit Kontakt nach Hause aufnehmen kann im Notfall. Ein wirklich niedliches und spannendes Buch, besonders für Weltraumfans.

Ein anderes schönes Buch zum Vorlesen ist „Wir Rüben aus der großen Stadt“ (Amazon* | Buch7* | Buchhandel) . Darin geht es gar nicht so sehr um den Schulstart, sondern es wird vielmehr das Leben von sechs Kindern aus vier Familien, die zusammen in einem Haus wohnen, beschrieben. Eine Art modernes Bullerbü. Dabei gibt es auch ein Kapitel, das sich mit dem Schulweg befasst und wahrscheinlich eher für die Eltern die Lehre bereit hält, den Kindern auch zu vertrauen und sie zusammen zur Schule gehen zu lassen – das fällt in dem Buch einem der Väter nämlich gar nicht so leicht. Aber „Die sieben goldenen Regeln“ für den Straßenverkehr sind auch für andere Familien gut zu besprechen und vielleicht ergeben sich daraus ja auch eigene Straßenregeln.

Um den Verkehr geht es auch in dem kleinen Spiel „Sicher zur Schule“ (Amazon* | Buch7* | KOSMOS Verlag) : Ein Memoryspiel der anderen Art rund um Verkehrszeichen und Regeln für den Straßenverkehr. Es werden dabei nicht nur zusammenpassende Bilder gesucht, sondern es können alle Situationen und Verkehrsschilder in Ruhe besprochen werden.

Lernen ist toll, Kinder lernen von sich aus und bringen eigene Motivation zum Lernen mit. So ist es auch bei den Tierkindern von Brigitte Weninger und Eve Tharlet im Buch „Lernen macht Spaß“ (Amazon* | Buch7* | Buchhandel): Sie entdecken, was sie alles voneinander lernen können und machen einfach ihre eigene Schule auf. „Aber was sollen wir machen, wenn wir alles gelernt haben, was wir sechs wissen und können?“ fragt Ivan. „Dann suchen wir uns einfach jemanden, der noch mehr weiß und kann“ lacht Max. „Dann hört das Lernen und Spaß-Haben nie auf!“ – Und so soll es doch eigentlich auch sein.

Und wie bereitet Ihr Euch auf die Schule vor?
Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

* Transparenz:
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links zu Amazon und Buch7, durch die ich im Falle einer Bestellung eine Provision erhalte ohne dass für Euch Mehrkosten anfallen. „Wir Rüben aus der großen Stadt“, „Lernen macht Spaß“, „Sicher zur Schule“ und das Freundschaftsbuch habe ich als unverbindliche Rezensionsexemplare erhalten. Das Buch „Mission Schulstart“ ist selbst gekauft. Viele Bücher gibt es darüber hinaus zum Ausleihen in den öffentlichen Bibliotheken. Hier kann beispielsweise nach Büchern in den Bibliotheken in Berlin-Brandenburg gesucht werden.

Wenn geborgene Kinder größer werden

Manchmal erreicht mich die Frage, ob es denn dann alles ganz einfach wäre mit den großen, geborgenen Kindern und wann die „anstrengende“ Zeit mit Kindern aufhören würde. Denn wenn wir ihnen einen guten Start gegebene haben, dann haben sie ja ein sicheres Fundament für die Zukunft und sind selbstsichere, starke Persönlichkeiten, die folglich mit den Unwägbarkeiten des Lebens gut umgehen können – so die Theorie.

Das stimmt auch, aber dennoch treffen sie eben auf die Unwägbarkeiten des Lebens und müssen mit ihnen umgehen, begleitet durch uns, solange sie uns dafür brauchen. Und an manchen Stellen ist es für Kinder, die eben in einer neuen Erziehungsgeneration aufwachsen, auch nicht so einfach, wenn sie mit anderen Erziehungsmodellen konfrontiert werden. Das bedeutet nicht, dass es nicht richtig wäre, sie so wachsen zu lassen, wie wir sie heute wachsen lassen. Es bedeutet aber, dass es eben auch weiterhin Begleitung und Verständnis braucht.

Wenn demokratische Kinder größer werden

Wie ist es, wenn Kinder größer werden, die es von Anfang an gewohnt sind, an Entscheidungen Teil zu haben, die ihre eigene Meinung einbringen dürfen und über ihren Körper selbst entscheiden können? Sie werden den Diskurs auch weiterhin mit uns austragen. Sie sagen: „Nein, ich möchte nicht, weil…“ oder „Nein, das ist nicht richtig, weil…“ oder sie bringen auf einmal ihre ganz eigenen Vorstellungen über Recht und Unrecht mit ein und entschließen sich, bestimmte Dinge zu boykottieren. Vielleicht bäumen sie sich auf und protestieren für oder gegen etwas und setzen sich für sich und ihre Rechte ein. Und so manches Mal gehen sie vielleicht einen ganz anderen Weg, als wir es wünschen und werfen unsere Werte über Bord. Sie haben gelernt, dass sie eine Stimme haben und wenden diese an. Sie diskutieren und überlegen und machen sich ein eigenes Bild von der Welt.

Wir sind so schnell verleitet dazu, anzunehmen, dass durch ein bedürfnisorientiertes Familienleben die Kinder verständnisvoll und entspannt wären und es einen Zeitpunkt geben könnte, an dem sie eben ganz eingefügt sind in das Familienbild, das wir zu vermitteln versuchen. Das mag sicherlich auch daran liegen, dass in uns noch immer der Gedanke verankert ist, dass Erziehung zu Anpassung führt und Kinder Gefäße wären, die von uns gefüllt werden.

Aber es ist eine Fehlannahme, dass Bedürfnisorientierung zu einer Anpassung führen würde. Unsere Kinder haben ein sicheres Fundament, haben Empathie erfahren und können selbst emphatisch sein. Sie haben gelernt, dass das Leben auch aus Verhandlungen besteht, aus Gesprächen und Diskurs. Und diesen Diskurs tragen sie weiter aus, stellen uns in Frage und andere. Das ist nicht einfach, denn die Diskussionen hören eben nicht auf. Aber es ist eben auch das, was unsere Gesellschaft braucht für die Zukunft: Reflexionsfähigkeit, Gesprächskultur, Diskurs und die Beachtung aller auf Augenhöhe. Geborgene Kinder sind keine Tyrannen, aber sie sind nicht zwangsläufig bequeme Kinder, denn sie sind mit dem Recht auf eine eigene Stimme groß geworden.

Passen geborgene Kinder in die Gesellschaft?

Es wäre gelogen, zu sagen, dass es kein Konfliktpotential mit sich bringt, wenn die „modernen“ Erziehungshaltungen auf alte Vorstellungen in der Gesellschaft stoßen: Es ist für uns Eltern schwierig, wenn wir in unserem Umfeld unsere Einstellung rechtfertigen und uns dafür einsetzen müssen. Wenn wir im Kindergarten dafür einstehen, dass unsere Kinder nicht aufessen müssen gegen ihren Willen oder keinen Mittagsschlaf machen müssen, wenn sie nicht müde sind.

Wenn unsere Kinder größer werden, stoßen auch sie auf diese Konflikte, die wir früher für sie ausgetragen haben. Sie setzen sich vielleicht zur Wehr gegen Ungerechtigkeit, wenn sie diese in der Schule erleben oder sprechen zu Hause darüber und bitten um Lösung. Wenn verschiedene Haltungen aufeinander treffen, werden sie den für sie gewohnten Weg gehen wollen und sich vielleicht nicht dem Zwang ergeben. Oder sie spüren die Diskrepanz und wir als Eltern müssen sie begleiten und gemeinsam einen guten Weg finden. Wir müssen uns vielleicht mit Erzieher*innen, Lehrer*innen und anderen Eltern auseinander setzen, die andere Vorstellungen haben und Konflikte begleiten, die sich daraus ergeben, dass andere Kinder mit anderen Werten gewachsen sind und verschiedene Vorstellungen aufeinander prallen. Wir müssen vermitteln und auch an einigen Stellen akzeptieren, dass unsere Kinder in der Gesellschaft auch mit anderen Haltungen konfrontiert werden und einen Umgang damit lernen müssen. Wir müssen loslassen und vertrauen und nicht versucht sein, die Kinder einzugrenzen und ihnen Erfahrungen vorzuenthalten, nur weil sie vielleicht nicht ganz mit unseren Gedanken übereinstimmen.

Der Diskurs und die Fragen hören nicht auf

Die Ausrichtung auf Bedürfnisorientierung ist noch relativ neu und wir stoßen in unserer Gesellschaft immer wieder an Grenzen, müssen verhandeln und begleiten. Nein, sie hören nicht auf, die Diskussionen, die Auseinandersetzungen. Kinder, die auf Augenhöhe aufgewachsen sind, sind nicht per se angepasst und der Weg nicht per se einfacher. Das bedeutet aber nicht, dass es das nicht wert wäre, sie weiterhin so zu begleiten und aufwachsen zu lassen. Es wird an einigen Stellen einfacher, aber an anderen nicht. Große Kinder setzen sich auf eine andere Weise mit der Welt auseinander, stellen immer neue Fragen nach dem Leben und den sozialen Beziehungen. Je größer sie werden, desto größer werden auch die Fragen. Aber es sind gute Fragen, es sind gute Diskurse, die zu Veränderungen führen statt zu Stillstand.

Deswegen: Nein, bindungs- und bedürfnisorientiertes Familienleben führt nicht dazu, dass es irgendwann ganz einfach wäre und Kinder nichts mehr in Frage stellen. Es wird anders als in der Baby- und „Trotz“phase, aber Selbständigkeit und Respekt sind immer ein Teil dieses Zusammenlebens und es geht immer um das Aushandeln der Bedürfnisse aller Beteiligten. Aber das ist auch unsere Verantwortung als Eltern, der wir uns nicht entziehen sollten.

Der geborgene Weg ist kein Allheilmittel für Entspannung und Leichtigkeit. Er ist manchmal steinig und anstrengend, aber deswegen nicht weniger wert oder wichtig. Er ist schön, liebevoll und manchmal eben auch schwer. Am Anfang und eben auch später.

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Ein Schulranzen von ergobag für die erste Klasse {Werbung & Verlosung}

Langsam bewegen wir uns auf den Frühling zu und die Zeit verrinnt bis zum Sommer, den Sommerferien und schließlich dem Beginn des neuen Schuljahres. In diesem Jahr feiern auch wir wieder eine Einschulung und den Abschied vom Kindergarten. Wieder ein neuer Meilenstein, den wir gemeinsam nehmen und der gut begleitet und vorbereitet werden will.

Zur Vorbereitung gehört nun auch langsam die Auswahl der Schulsachen und der erste Probetag in der neuen Schule. Ein großes Abenteuer voller Vorfreude. Während unsere Tochter anfangs noch mit einem Schulranzen die Schule besuchte, brauchen die Kinder nun an der Schule unseres Sohns keinen großen Ranzen mehr, nur einen kleinen Rucksack für die Dinge des täglichen Bedarfs. Wer aber auf der Suche nach einem richtigen Ranzen für sein Kind ist, kann sich im Fachhandel umfassend informieren lassen, am besten inklusive Probetragen und individueller Anpassung des Ranzens durch eine/n Fachhändler/in.

Mögliche Kriterien zur Auswahl sind:

  • Fluoreszierende Flächen für Schutz im Straßenverkehr – gerade dann, wenn die Kinder das Fahrrad nutzen oder irgendwann allein zur Schule gehen
  • verstellbare Gurte zur optimalen Anpassung
  • Mitwachsmöglichkeit, damit der Ranzen lange genutzt werden kann
  • gepolsterte Tragegurte, wenn die Tasche doch mal etwas schwer ist
  • übersichtliche Innenaufteilung, damit Sachen gut geordnet (und wiedergefunden!) werden
  • kindgerechte Bedienung
  • extra Seitentaschen für Getränke und Essen (auch ausreichend groß)
  • Nässeschutz bei Regen
  • Materialien, die für die Herstellung verwendet werden
  • Testurteil waren Stiftung Warentest

Annas Auswahlkriterien für einen cubo light

Die älteste Tochter von unserer Gastautorin Anna kommt im Sommer in die Schule. Sie haben sich für einen Ranzen von ergobag aus folgenden Gründen entschieden:

Unsere Tochter kommt im Sommer in die Schule. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt für sie – und aufgeregt sind wir wohl alle. Meine Sechsjährige läuft jeden Tag stolz mit ihrem Schulranzen in der Wohnung auf und ab läuft und spielt „Schule“. Sie setzt sich an den Tisch und schreibt hoch konzentriert die Buchstaben und Worte, die sie schon kann und fühlt sich schon sehr schulreif, während ich heimlich ein paar Tränchen verdrücke. Es fühlt sich an, als würde mein Kind das Haus verlassen. Die letzten sechs Jahre sind wie im Flug vergangen – und bald haben wir eine Erstklässlerin im Haus.

Schon seit Jahren steht bei uns fest, dass unsere Tochter einen ergobag bekommen wird. Sie hat damals zufällig in einem Laden ein Modell mit Meerjungfrauen gesehen und sofort stand fest, dass sie diesen Ranzen einmal zur Schule ausführen würde. Das Modell gibt es allerdings mittlerweile nicht mehr in dieser Form, aber zum Glück gab es auch in der diesjährigen Kollektion eines, das ihr gefiel – pink und mit Sternchen musste es sein. Ich bin froh darum, ist die grelle Farbe doch im Straßenverkehr sehr auffällig. Weitere Reflektorbänder sorgen für zusätzliche Sicherheit.

Für uns Eltern stand die Ergonomie im Vordergrund und für mich persönlich spielt der Aspekt der Nachhaltigkeit eine große Rolle. Die ergobags bestehen aus recycelten PET-Flaschen, ergobag ist außerdem Mitglied der Fair Wear Foundation – und dort sogar mit dem „Leader Status“, dem bestmöglichen Status der Organisation für faire Arbeitsbedingungen, ausgezeichnet. Wir haben uns für den cubo light entschieden, der mit 780g die leichteste Version der ergobag Schulranzen ist. Ich hoffe sehr, dass es an unserer Schule eine bessere Lösung geben wird, aber wenn die Kinder schon schwere Bücher mit sich tragen müssen, soll wenigstens der Rucksack so wenig wie möglich wiegen.

Innen gibt es leicht überschaubaren Stauraum für Hefte und Bücher, im vorderen Bereich ist eine Unterteilung für eine Brotdose und eine Trinkflasche. Passend zum Ranzen gibt es außerdem noch ein Federmäppchen, eine Schlamperrolle und einen Sportbeutel.

An Qualität hat der cubo light trotz des geringen Gewichts meiner Einschätzung nach nicht eingebüßt. Er ist gut verarbeitet, stabil, wirkt wertig und durchdacht. Der Sportbeutel kann zum Beispiel mit kleinen Clips angebracht werden und ich hoffe, dass er so vielleicht weniger vergessen wird. Es ist für Kinder schließlich eine riesige Aufgabe, morgens an alles zu denken, das sie in der Schule brauchen. Ist der Beutel bereits am Abend am Schulranzen befestigt, gibt es eine Sache weniger, die unsere Tochter (und wir) morgens noch im Kopf behalten muss. Wahrscheinlich ist das eher ein Wunschdenken – aber dennoch ist die Anbringung sehr praktisch und der Sportbeutel stört nicht beim Radfahren.

Und so warten wir alle gespannt auf den Tag, an dem unsere Tochter zum ersten Mal mit ihrem Schulranzen auf dem Rücken zur Schule gehen wird. Eine aufregende Zeit liegt vor uns. Aber wir sind uns sicher, dass sie auch diesen großen Schritt meistern wird.

Anna
ergobag mini

Andere Modelle von ergobag

Neben Annas Modell gibt es eine große Auswahl anderer Schulranzen, wie auch den Testsieger in diesem Jahr: die ergobag NEO Edition, die durch besonders viel reflektierendes und fluoreszierendes Material hervorsticht und dabei dennoch den Prinzipien von ergobag nach nachhaltiger Produktion treu bleibt (hergestellt aus 100% recycelten PET-Flaschen).

Zubehör von ergobag

Die neue Edition gibt es in dem Modell cubo und als ergobag pack. Einen Vergleich zwischen allen ergobag Varianten gibt es hier. Ein ganz besonders schönes Detail an den Rucksäcken von ergobag sind die variablen Kletties, durch die jeder Ranzen individuell aussehen kann. Sie können sogar aus Bügelperlen selbst gemacht oder ganz individuell bedruckt werden mit Fotos.

Die kleine Version, die unser Sohn tragen wird, kommt auch aus dem Hause ergobag: An einer Schule ohne Schulranzen reicht der ergobag mini als Begleitung aus: Er ist passend für DIN A4, fasst ungefähr 10 Liter und bringt nur 500g Gewicht mit. – Sozusagen der kleine Bruder des Modells seiner Schwester.

ergobag mini und die große Schwester ergobag cubo

Verlosung

Habt ihr schon einen Schulranzen oder seid ihr noch auf der Suche? Dann findet ihr vielleichtbei ergobag das passende Modell. Und mit etwas Glück könnt ihr ein Modell eurer Wahl gewinnen:

  • Verlost wird ein ergobag nach Wahl
  • Kommentiere zur Teilnahme hier auf dem Blog: Welches Modell sollte es sein bei Euch?
  • Bitte kommentiere individuell, so dass nach der Auslosung eine eindeutige Zuordnung des Namens möglich ist (bspw. ist eine Zuordnung schwierig, wenn es 20 Stefanies gibt, daher dann lieber Stefanie_79 oder ähnlichen Namen wählen). Bitte kommentiere nur einmal: Manchmal dauert es ein paar Stunden, bis Dein Kommentar freigeschaltet werden kann, aber er geht nicht verloren.
  • Datenschutzhinweis: Dieses Gewinnspiel ist nicht an weitere Kontaktaufnahme wie Newsletter und Werbung gekoppelt. Die Daten der TeilnehmerInnen werden nicht weitergehend ausgewertet oder zu Werbezwecken gebraucht. Alles weitere zum Umgang mit Daten findet Ihr im Datenschutzhinweis
  • Die Teilnahme steht in keinem Zusammenhang mit Facebook oder Instagram
  • Teilnahmeberechtigt sind alle volljährigen natürlichen Personen.
  • Die Teilnahme beginnt am 21. Februar 2019 um 08:00 Uhr und endet am 23. Februar 2019 um 24 Uhr (Teilnahmeschluss). Ausgelost wird dann nach dem Teilnahmeschluss.
  • Der/die Gewinner/in wird im Anschluss nach dem Zufallsprinzip ermittelt und erhält eine Benachrichtigungsemail am 24. Februar 2019. Eine Veröffentlichung des Namens findet aus Datenschutzgründen nicht statt.
  • Die Adresse der Gewinnerin/des Gewinners und die Mailadresse wird an das Familotel Landhaus Averbeck weiter gegeben. Hiermit erklären sich die Teilnehmer*innen am Gewinnspiel einverstanden.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
  • Sollte sich der/die Gewinnerin nicht spätestens 10 Tage nach der Verlosung zurück melden, verfällt der Gewinn.

*** Die Verlosung ist beendet. Die ausgeloste Person wurde benachrichtigt.***

Die Flügel unserer großen Kinder – Moralentwicklung & -unterstützung in der Kindheit

„Kleine Kinder, kleine Sorgen. Große Kinder, große Sorgen.“ So ganz stimmt diese Aussage nicht, denn auch schon die kleinsten Kinder können große Sorgen mitbringen und im Alltag mit den großen Kindern gibt es immer wieder auch kleinere Probleme. „Kleine Kinder, kleine Flügel. Große Kinder, große Flügel“ passt eher, wenn wir auf die Autonomiebestrebungen unserer Kinder sehen und auf die Herausforderungen, die das für uns Eltern mit sich bringt. Große Kinder fordern die Selbständigkeit in dieser Welt auf eine besondere Weise heraus. Dies ist nicht nur zum Erlernen von offensichtlichen Kompetenzen wichtig, sondern auch für die Entwicklung des moralischen Denkens und Handelns. 

Die Begleitung der ersten Jahre

Kinder bindungs- und bedürfnisorientiert wachsen zu lassen bedeutet, dass wir ihre Signale ernst nehmen und darauf reagieren. Das Baby, das weint, nehmen wir hoch und fragen uns, wie wir die Not beenden können. Auch wenn das Baby von sich aus schon viele Fähigkeiten mitbringt, um sich selbst zu beruhigen, ist es dennoch noch sehr auf uns angewiesen. Wir suchen Lösungen für unser Kind. Wenn es größer wird, lernen wir zunehmend damit umzugehen, dass es Lösungen selber finden möchte – und muss. Denn es beginnt, sich selbständig in der Welt zurechtfinden zu wollen. Das ist, was wir als „Trotzphase“ oder Autonomiephase bezeichnen: Das Kind begehrt, einen eigenen Weg zu gehen, eigene Lösungen zu finden, eigene Ideen einzubringen. Es macht sich eine Vorstellung von der Welt und wird wütend, wenn diese Vorstellungen behindert werden oder es an natürliche Grenzen stößt. Noch kann es damit nicht umgehen wie ein erwachsener Mensch und wütet und tobt. Noch braucht es uns, um in dieser Wut begleitet zu werden und andere Wege zu finden, um damit umzugehen. Bereits jetzt entwickelt das Kind moralische Vorstellungen davon, welche Handlungen in welchen Situationen angemessen sind und lernt insbesondere durch unser Vorbild.

Wege auszuhandeln ist nicht immer einfach

Unsere Kinder werden größer und lernen mehr und mehr, sich in der Welt zurechtzufinden und sich mit ihr auseinanderzusetzen. Sie stellen Fragen nach den Zusammenhängen, nach dem Ursprung von Dingen und sich selbst. Sie wollen verstehen, in welcher Welt sie sich befinden. Als Eltern begleiten wir sie auf diesem Weg, hören ihre Fragen, antworten. Und nicht nur dies: Wenn Kinder es gewohnt sind, dass sie auf Augenhöhe in ihren Bedürfnissen beachtet werden, werden die Fragen und Routinen des Alltags zur Diskussion gestellt. Ein „Wir machen es so!“ wird zu einem „Warum machen wir es so und nicht anders?“ oder zu einem „Ich will es aber anders ausprobieren.“ Das ist nicht immer einfach. Oft ist es sogar ganz schön schwer, wenn Kinder die Handlungen zur Diskussion stellen mit eigenen Argumenten. Und wir als Eltern merken vielleicht an der ein oder anderen Stelle: Eigentlich hat dieses Kind Recht. Wir müssen verhandeln, Wege gemeinsam finden, im Gespräch sein und zusammen abwägen. Noch lange sind wir Eltern Entscheidungsträger/innen, aber das entbehrt nicht der Aufgabe, den Prozess der Entscheidungsfindung gemeinsam zu gehen.

Werte vorleben und verhandeln

In diesem Prozess bringen wir Eltern unsere eigenen Werte mit und Kinder sind auf dem Weg, Werte auszubilden, und befinden sich noch lange Zeit auf dem Weg der Moralentwicklung. „Moral“ erscheint als so großes, umfassendes Wort. Es bezeichnet, wie wir Konflikte lösen, wie wir sozial handeln (und auch, wie wir mit Ressourcen umgehen, politische und ökologische Fragestellungen lösen) und gerade dies ist in Familien und generell Gemeinschaft wichtig. Es ist eine Grundlage des Zusammenlebens.

„Wenn das Wohlergehen der Menschen vom Verhalten anderer Menschen beeinflusst wird, betreten wir den Bereich der Moral.“

Fritz Oder/Wolfgang Althof „Moralische Selbstbestimmung“

Kinder haben ein Informationsrecht – für ihre Entwicklung

Damit sich unsere Kinder in dieser Welt zurechtfinden, brauchen sie unsere Begleitung und auch unsere Ehrlichkeit. Sie müssen angenommen werden mit ihren Fragen und auch vorbereitet werden auf die Welt, in der sie leben. Das setzt voraus, dass wir sie an der Welt teilhaben lassen. Kinder sind neugierig auf die Welt, wollen damit interagieren und eigene Wege gehen. In einem altersangemessenem Rahmen müssen sie sich auseinandersetzen können mit dem, was geschieht. Genau so, wie wir früher in dem begrenzten Rahmen des Wohnzimmers entdecken ließen, müssen wir ihnen später die Möglichkeit geben, gemäß ihrem größeren Radius die Welt zu erkunden. Sie dürfen und müssen erfahren, in welcher Welt sie sich bewegen, um sinnvoll damit umzugehen. Sie können Kindernachrichten hören, Kinderzeitungen lesen, wir können und sollten mit ihnen über das Weltgeschehen sprechen. Denn das ist die Umgebung, in die sie hinein wachsen und mit der sie interagieren werden. Moralentwicklung findet nicht in einem begrenzten Zeitraum statt, sondern ist ein Prozess, der auch die Möglichkeit der Stimulation benötigt, dem aktiven Auseinandersetzen mit „Problemsituationen“ und den darauf aufbauenden Lösungsmöglichkeiten. Gemeinsam kann über Nachrichten gesprochen werden und über politische Entwicklungen. Es braucht eine innere Motivation und eine persönliche Relevanz, um wirklich moralische Probleme zu überdenken. Deswegen ist es richtig und gut, wenn Kinder auch in das aktuelle Weltgeschehen eingebunden werden und die Auswirkungen auf ihr persönliches Leben besprochen werden. Sie davon auszuschließen, behindert ihre Entwicklung und letztlich auch die Entwicklung ihrer Zukunft.

Auch gerechte Schulgemeinschaften und demokratische Schulen sind ein Beispiel dafür, wie Kinder in der Moralentwicklung unterstützt werden können. Fritz Oser, Professor für Pädagogik und Pädagogische Psychologie, und Dr. Wolfgang Althof (2001, S.406) beschreiben in Bezug darauf: „Im allgemeinen wird viel zu wenig Vertrauen auf die kindliche praktische ‚Vernunft‘ gesetzt. Das Wort ist natürlich zu hoch gegriffen. Wir meinen damit nicht die absolute Selbstbestimmung, Postkonventionalität und Universalität des Urteilens. Wir meinen vielmehr, daß Kinder und Jugendliche auf das bessere Argument zu hören fähig sind; sie sind auch fähig, ihren Willen von naturwüchsigen Impulsen abzulösen und das schlechthin Gute in der diskursiven Situation zu erahnen. Die Autonomie ihrer Moral kann sich aber nur entwickeln, sofern sie lernen, ihre Sittlichkeit mit derjenigen der anderen zu koordinieren.“

Auf Augenhöhe bedeutet auch, dem Blick standzuhalten

Kindern auf Augenhöhe zu begegnen bedeutet auch, nicht verschämt auf den Boden zu blicken unter ihrem Blick. Es bedeutet auch, einem fragenden Blick standhalten zu können und ehrlich zu sein. Die Welt ist nicht einfach und die Zukunft unserer Kinder vielleicht auch nicht. Aber es ist ihnen keine Hilfe, wenn wir ihnen die Chance nehmen, sich darauf vorzubereiten und ihren individuellen Weg zu gehen. Kinder brauchen Partizipation an wichtigen Entscheidungen, sie haben eine Stimme, die sie benutzen dürfen und sollen, um ihre Zukunft zu formen.

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.