Kategorie: Schule

Fun Science – Einfache und kreative Experimente für Zuhause mit KOSMOS {Werbung}

Nach einigen Wochen zu Hause mit Kinderbegleitung/-betreuung/Homeschooling gehen vielleicht irgendwann die Beschäftigungs- und Bastelideen aus und es fehlt auch die Zeit, weiter auf Pinterest nach neuen Anregungen zu suchen. An diesem Punkt ist die Zeit der Experimentierkästen gekommen: Mit dem vielseitigen Angebot der Fun Science Reihe von KOSMOS können Kinder ab dem Grundschulalter kreativ experimentieren. In den unterschiedlichen Themenbereichen lässt sich für jedes Interesse ein passendes Angebot finden. mit dem sich Kinder selbständig beschäftigen können.

Freies Experimentieren und Lernen

Die Experimentierkästen der Fun Science Linie sind für Kinder ab 8 Jahren konzipiert, in Begleitung Erwachsener können die Experimente aber auch schon mit jüngeren Kindern durchgeführt werden. Kinder in der vorgegeben Altersspanne können allerdings größtenteils allein bereits mit den Angeboten umgehen. Es ist lediglich notwendig, dass die Eltern die Hinweise zum jeweiligen Experimentierkasten lesen, um die Fähigkeiten des Kindes mit den Erfordernissen abzugleichen, beispielsweise wenn heißes Wasser aufgekocht werden muss.

Abseits davon sind die Anleitungen der Experimentierkästen allerdings für Kinder verständlich geschrieben und bebildert. Jeder Experimentierkasten verfügt über eine Auswahl an Experimenten, die damit durchgeführt werden können. Neben dem Lesen müssen Kinder beispielsweise angegebene Mengen in Messbecher einfüllen, Veränderungen beobachten und erfahren natürlich etwas über das Themenfeld, mit dem sie sich gerade beschäftigen.

Mit Alaun, Wasser und etwas Farbe entstehen tolle Kristalle

Kristallwelt

Es gibt eine breite Auswahl an Kristall-Experimentiersets bei KOSMOS mit unterschiedlichem Umfang und Themen. In der magischen Kristallhöhle werden Kristalle in unterschiedlichen Farben erschaffen. Die besonderen Experimente daran sind aber die Kristall-Girlande, die mit Kristallen überzogene Eierschale und der Kristall-Dino. Mit Alaun werden diese Kristall-Besonderheiten hergestellt und die Kinder erfahren nebenher etwas über Kristall-Salze und Kristall-Entstehung. Mit dem kleinen Set können einige Kristalle hergestellt werden und wer daran Gefallen findet, kann sich später mit weiteren Sets beschäftigen.

Flummis in verschiedenen Farben und Formen – und nach Wunsch sogar nachts leuchtend

Flummi-Power

Flummi-Power ist das Gute-Laune-Set: Mit einem Granulat können Flummis in unterschiedlichen Farben und Formen selbst hergestellt werden, sogar nachtleuchtende Farben sind dabei. Und dann wird mit den Flummis ausprobiert, wie weit sie hüpfen können, wie die eckigen im vergleich zu den runden hüpfen. Besonders schön: Flummis im Treppenhaus hüpfen lassen und von weit oben fallen lassen. Leider verlieren die Flummis nach einigen Tagen die Springkraft, können dann aber als Murmeln weiter verwendet werden. In dem Set ist zudem Material für etwa 20 Flummis enthalten, so dass dieses Set über mehrere Tage begleitet. Auch bei Kindergeburtstagen kann es wunderbar eingesetzt werden, so dass jedes Gastkind einen selbst gestalteten Flummi mitnehmen kann.

Nehmen die Blüten die Neonfarben an?

Neon-Leuchten

Ein tolles, neues Set für die Abendstunden ist das Neon-Leuchten-Set: Hier wird mit Neonpigmenten experimentiert und es entstehen aus dem kleinen Set heraus eine ganze Reihe toller Dinge: nachtleuchtende Gips-Figuren, die auch als Kreiden genutzt werden können, um geheim leuchtende Botschaften zu hinterlassen und leuchtende Blumen wie Gänseblümchen, die im Schwarzlicht erstrahlen. Kinder lernen hier etwas über fluoreszierende Farben, das Wasserleitungssystem von Blumen und haben vor allem Spaß an der Umsetzung.

Was kann alles mit Magneten getan werden?

Magie der Magnete

Dieses kleine Magnetset bietet den Einstieg in die faszinierende Welt der Magnete: Im Set enthalten sind verschiedene Magnete und anderes Zubehör, mit dem u.a. ein Kompass gebaut werden kann. Durch Experimente können Magnetfelder kennengelernt werden und ein kleines Spiel lädt zum kreativen Umgang mit Magneten ein. Dieses Set wirkt dann auch deutlich über die Ideen in der beiliegenden Anleitung hinaus, denn die Magnete können in den Alltag getragen werden und bieten in Hosentaschen ein immer wieder interessantes Spielzeug für unterwegs an, durch das die Welt noch einmal neu kennengelernt werden kann.

Die KOSMOS Fun Science Welt ist vielfältig und es gibt noch wesentlich mehr Sets: Vielleicht sind ja auch gerade die Glibber-Organe passend oder das Kind hat Lust auf die Schleim-Galaxie? Wer Kinder im Grundschulalter mit selbständigen Experimenten begeistern möchte, findet auch jeden Fall ein passendes kleines Set, das den Grundstein für weitere Forschungen legen kann.

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Wenn Mathe immer schwierig ist – Dyskalkulie erkennen

Finn rechnet 8–1, indem er von 8 Fingern einen einklappt.
Finn merkt es nicht, dass das Ergebnis „20“ bei der Aufgabe 45 + 47 nicht stimmen kann.
Finn braucht für seine Mathe-Hausaufgaben fast eine Ewigkeit.
Finn macht seine Eltern verrückt.
Mathematik ist zu Hause das bestimmende Thema.
Finn kommt in Mathe nicht weiter.
Finns Eltern werfen ihm vor, faul zu sein.
Finn wird immer schneller aggressiv, denn er gibt sich Mühe.
Sein Leben besteht aus unerkannter Mühe.
Finn hat Dyskalkulie.

Was ist Dyskalkulie?

„Dyskalkulie“ ist eine der vielen Bezeichnungen für das mathematische Gegenstück zur Legasthenie. Weitere Begriffe, die dasselbe meinen, sind „Rechenschwäche“, „Rechenstörung“ oder „Arithmasthenie“. Dyskalkulie ist weit weniger bekannt als Legasthenie, aber genauso häufig.

Kinder, die von einer Dyskalkulie betroffen sind, haben außerordentliche Schwierigkeiten, mathematische Inhalte in der Schule zu lernen, zu verstehen, zu behalten und anzuwenden. Ihnen fehlen die wichtigsten Voraussetzungen dafür, Wissen im Bereich des Rechnens aufzubauen. Dyskalkulie ist unter dem Namen „Rechenstörung“ ein international anerkanntes Krankheitsbild und in der internationalen Klassifikation der Krankheiten der WHO aufgelistet.

Man spricht von einer „Rechenstörung“ oder „Dyskalkulie“, wenn ein Kind schlechter rechnet als 90% seiner Altersgenossen, gleichzeitig aber von seiner Intelligenz her eine wesentlich bessere Leistung zu erwarten wäre. Diese Störung darf aber nicht durch schlechten Unterricht oder Krankheit ausgelöst worden sein. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen sind im dritten Schuljahr 5-7% der Kinder von einer Dyskalkulie betroffen.

Was ist die Ursache für eine Dyskalkulie?

Eine möglich mathematische Lernschwäche kündigt sich oft bereits im Kindergartenalter an. Kinder, die aufgrund motorischer Probleme ungenau abzählen, verstehen das Verhältnis zwischen Mengen und Zahlen wesentlich später als Altersgenossen. Auch wenn Kinder verzögert Zählen lernen oder viele Zählfehler machen, leidet darunter dieses Mengen- und Zahlverständnis.

Auch schlechtere  Lernprozesse, die durch Blockaden des unterbewussten Denkens entstehen, können eine Ursache für Dyskalkulie sein. Solche Blockaden werden durch traumatische Ereignisse oder Krankheiten in der frühen Kindheit, aber auch durch Schlafmangel ausgelöst. Unerkannte Linkshändigkeit und die damit verbundenen Probleme im räumlichen Denken und gedanklichen Durchführen von Handlungen werden ebenfalls immer wieder in Verbindung mit mathematischen Lernschwächen gebracht.

Untersuchungen beweisen, dass der vorschulische Rückstand eines Kindes mit großer Wahrscheinlichkeit auch in der Schulzeit erhalten bleibt. Andere Untersuchungen (auch eigene) zeigen aber im Umkehrschluss, dass eine vorschulische Förderung hingegen auch schwächere Kinder gut auf den späteren Unterricht vorbereiten kann, sodass eine Dyskalkulie nicht auftreten muss.

Woran erkenne ich, ob mein Kind betroffen sein könnte?  

Es gibt viele mögliche Anzeichen für eine Dyskalkulie. Die folgenden Beobachtungen legen eine solche Rechenstörung nahe, ohne sie aber zu beweisen.

Allgemeine Anzeichen:

  • Wegen Mathematik kommt es zu Hause schnell zum Streit. Für andere Fächer gilt dies nicht.
  • Das Kind benötigt für Mathe-Hausaufgaben weitaus länger als für die anderen Fächer und wirkt dabei sehr unkonzentriert.
  • Viele mathematische Inhalte verschwinden schnell aus dem Gedächtnis, obwohl sie ständig geübt werden.

Fachliche Anzeichen:

Mitte der 1. Klasse:

  • Das Kind zählt noch nicht sicher bis 12. 
  • Rückwärts Zählen ist nur unter großer Mühe möglich.
  • Das Kind benutzt bei Plusaufgaben unter 10 die Finger so, dass beide Zahlen gezeigt werden und zählt für das Ergebnis alle Finger ab.
  • Das Kind kennt 2+2, 3+3 oder 5+5 nicht auswendig.
  • Das Kind kann nur mit Mühe -1 oder -2 rechnen

Mitte der 2. Klasse:

  • Das Kind zählt noch nicht zügig bis 20 und nicht flüssig ab 10 rückwärts.
  • Das Kind kennt einige Verdopplungsaufgaben wie 7+7 oder 9+9 nicht auswendig.
  • Das Kind verwendet beim Rechnen manchmal die Zehner so, als wären sie Einer. Beispiel: 45+47 ist 20, weil 4+4=8 und 5+7=12, und 8 und 12 zusammen 20 sind.
  • Extreme Schwierigkeiten beim Minusrechnen

Mitte der 3. Klasse:

  • Das Kind zählt schlecht bis 100. Vor Zahlen wie 40, 50 etc. muss das Kind lange überlegen.
  • Das Kind hat große Probleme, von Zahlen (unter 100) rückwärts zu zählen.
  • Das Kind kann nicht erklären, warum „drei mal vier“ 12 ergibt.
  • Das Kind schreibt dreistellige Zahlen mit vertauschten Einern und Zehnern. (Beispiel: „264“ für die Zahl „zweihundertsechsundvierzig“)
  • Das Kind rechnet fast alles zählend.
  • Sie haben Ihrem Kind das Untereinander-Rechnen beigebracht, bevor es in der Schule gelehrt wurde.

Mitte der 4. Klasse:

  • Das Kind rechnet die meisten kleinen Aufgaben (beim Untereinander-Rechnen) immer noch mit den Fingern.
  • Das Kind rechnet ausschließlich in den Reihen hoch, wenn es malrechnet.
  • Alle Probleme, die es in der dritten Klasse hatte, sind immer noch vorhanden.
  • Das Kind verweigert sich sehr stark in Mathematik. Die Leistungen in den anderen Fächern beginnen zu sinken.

Natürlich können bei Ihrem Kind diese Beobachtungen vorliegen, obwohl es keine Dyskalkulie hat. Aber Sie sollten hellhörig sein, wenn Sie Ihr Kind eben wiedererkannt haben.

Was soll ich tun, wenn mein Kind möglicherweise betroffen ist?

Suchen Sie das Gespräch mit der Klassenlehrerin und bitten Sie um eine schonungslose Einschätzung der Matheleistung Ihres Kindes. Normalerweise ist der erste Schritt, dass Ihr Kind eine zusätzliche schulische Förderung in Mathe bekommt. Falls diese Stunden aber keine Besserung bringen, sollten Sie an eine außerschulische Förderung denken.

In Deutschland wird eine außerschulische Förderung nach §35a im SGB VIII (Eingliederungshilfe) durch das Jugendamt bezahlt, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Informieren Sie sich hierzu möglichst zeitnah beim Jugendamt, da der Weg von Antragsstellung über Diagnose bis zur Bewilligung meist mehrere Monate dauert.

Die Diagnose wird von einem hierfür zugelassenen Kinder- oder Jugendpsychiater oder -psychologen durchgeführt und beinhaltet einen mathematischen Teil und einen Intelligenztest. Für die Genehmigung einer Förderung durch das Jugendamt ist im Schreiben des Psychologen dann der Passus wichtig, dass „es aufgrund der Teilleistungsschwäche zu psychischen Behinderungen beim Kind kommen kann (bzw. dass diese bereits eingetreten sind)“.

Wenn in Ihrem Bundesland bzw. an der Schule Ihres Kindes die Möglichkeit eines Nachteilsausgleiches wegen Dyskalkulie besteht, sollte die Dyskalkulie natürlich ebenfalls diagnostisch abgesichert werden.

Eine Förderung Ihres Kindes sollten Sie in jedem Falle anstreben, da die Nachteile des Nicht-Rechnen-Könnens im Alltag erheblich sind. Ein mathematisches Grundverständnis ist zur Bewältigung des Alltags unerlässlich.

Was sind Merkmale einer guten Förderung?

Die Förderung muss sich an den Kenntnissen Ihres Kindes orientieren und nicht am aktuellen Unterrichtsstoff. Sie sollte flexibel auf Denkmuster eingehen und daher nicht aus einer Abfolge von Arbeitsblättern oder der unbeaufsichtigten Arbeit am Computer bestehen. Oft ist es nötig, dass erst einmal Grundlagen geschaffen werden, die mit dem Schulstoff gar nichts zu tun haben.

Angebote mit einer langen Vertragslaufdauer sind unseriös. Sie sollten als Eltern jederzeit die Möglichkeit haben, an Sitzungen teilzunehmen. Heimlichtuerei seitens der fördernden Einrichtung ist kein gutes Zeichen.

Fazit

Ein rechenschwaches Kind gibt sich unendlich viel Mühe. Es ist nicht faul. Ihm fehlen nötige Grundvoraussetzungen, um den Schulstoff zu verstehen. Es braucht zuallererst Verständnis für seine Situation und Hilfe, aber keinen Druck. Sein Zuhause muss ein Ort der Geborgenheit bleiben.

Dr. Hendrik Simon ist Dozent für Mathematikdidaktik an der Bergischen Universität Wuppertal, Diplommathematiker und Autor u.a. von Sachbüchern zum Thema Dyskalkulie. Mehr von Hendrik gibt es hier auf seiner Homepage  und auf Instagram .

Programmieren lernen mit Kindern

Ob die Kinder Programmieren lernen, kann jede Familie gemeinsam für sich entscheiden. Wir halten es für eine gute Idee, denn es ermöglicht Kindern einen Blick hinter die Kulissen der Welt, die sie umgibt: Wie funktioniert eine Fahrstuhlsteuerung? Warum macht ein Programm manchmal nicht, was man möchte? Und wo kommen die vielen Apps eigentlich her? Dabei soll es gar nicht darum gehen, aus Kindern gleich die nächsten Software-EntwicklerInnen zu machen. Sie sollten nur die Möglichkeit haben, Technik zu verstehen und spielerisch damit umzugehen. Und nicht selten ist es auch für die Eltern eine gute Gelegenheit, eigene Berührungsängste zu überwinden.

Mittlerweile gibt es viele Möglichkeiten für und mit Kindern die Welt des Programmierens zu erforschen. Wir haben eine Liste interessanter Hard- und Software-Projekte zusammengestellt, mit denen wir bereits selbst Erfahrungen sammeln konnten. Manche Projekte sind nicht unbedingt auf das Programmieren an sich fokussiert, sondern zeigen einen generellen Einstieg in die Welt der Elektronik. Da die Grenzen hier fließend sind, könnt Ihr selbst schauen, welche Themen Eure Kinder und Euch selbst interessieren. Die Altersempfehlungen sind natürlich immer nur Richtlinien: Je nach Interesse und Entwicklung des Kindes kann sich das geeignete Alter nach oben oder unten verschieben.

Bücher für Kinder zum Thema Programmieren

Ein früher Einstieg ins Thema geht auch ganz ohne Technik. Zum Beispiel mit dem wunderbaren Buch „Hello Ruby. Programmier Dir Deine Welt“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) der finnischen Autorin, Illustratorin und Programmiererin Linda Liukas. Das Buch kann bereits kleineren Kindern vorgelesen werden. Es regt neben der Geschichte zu spielerischen Experimenten an, die das Prinzip der Programmierung näher bringen. In einem sehenswerten TED Talk erklärt Linda die Idee hinter dem Buch, das für Kinder ab fünf Jahren geeignet ist:

Mittlerweile gibt es weitere Teile des Buches, die weiter ins Thema führen: »Wenn Roboter zur Schule gehen«, »Expedition ins Internet« und »Die Reise ins Innere des Computers«.

Programmieren mit der Maus

Der Klassiker unter den Programmier-Umgebungen für Kinder ist Scratch. Die grafische Programmieroberfläche wird seit 2007 für die Bildung von Kindern und Jugendlichen entwickelt und es gibt viele Webseiten, Videos und Bücher mit Erklärungen, zum Beispiel zur Programmierung kleiner Spiele. Für Maus-Fans gibt es seit 2018 eine angepasste Scratch-Version: »Programmieren mit der Maus«, die schon allein durch Maus und Elefant Kindern den Einstieg erleichtert. Auf der Webseite gibt es Tipps für Lehrkräfte und Eltern. Wer sich weiter einarbeiten möchte, findet einen kleinen Workshop bei „Planet Schule“, den man mit Kindern durcharbeiten kann. Empfohlen für Kinder ab 8 Jahren (sie sollten bereits ein wenig lesen können).

Programmieren lernen ohne Computer: Kodi

Die meisten Programmier-Projekte benötigen Tablet, Smartphone oder Computer. Wer spielerisch mit den Kindern ohne Bildschirm Technologie direkt erkunden möchte, kann sich den »mechanischen Coding-Roboter Kodi« (Amazon* | Hersteller) ansehen. Kodi bietet einen Einstieg in die Welt des Programmierens ohne Smartphone oder Computer, denn hier geht es darum, eines von fünf Roboter-Modellen zusammenzubauen, das rein mechanisch Zeichnen, Greifen, Basketball werfen, Fußball spielen oder Gegenstände transportieren kann und über Stecker in ein Rad programmiert werden kann. Ein schönes Set, um allein oder gemeinsam am Tisch zu bauen und zu experimentieren. Empfohlen für Kinder zwischen 8 und 14 Jahren, aber der Zusammenbau der Plastikteile von Kodi ist ziemlich schwierig im Handling und es braucht erwachsene Begleitung.

little Bits

Little Bits (Amazon* | Hersteller) macht das Kennenlernen der Elektronikwelt besonders einfach: Mit kleinen thematisch sortierten Steckmodulen lassen sich spielerisch elektronische Schalten bauen und testen. Statt zu löten können Kinder einfach verschiedene Module aneinanderreihen und gucken, was passiert. Die „Bits“ genannten Module sind farblich nach ihren Funktionen markiert: pinke Input-Bits für Taster, Schalter und Sensoren, grüne Output-Bits für Licht, Motoren und Sound, blaue für Stromversorgung und orange für Verbindungen.

Mit diesen Bits können ganz einfach Schaltungen und Kreisläufe gebaut werden. Die Handhabung ist durch die einfache magnetische Verbindung sehr einfach. littleBits bietet verschieden Sets mit verschiedenen Umfang zu diversenen Themen an. Das littleBits Base Inventor Kit bietet n diese Elektronikwelt und ermöglicht erste Erfahrungen im Zusammenbauen, beispielsweise kann ein sprachgesteuerter Robotergreifarm gebaut werden. Kinder können aber damit aber auch eigene Projekte auf einfache Weise verwirklichen. Ein besonderer Spaß also für alle Kinder mit Freude am Programmieren, Basteln und Erfinden. Wir hatten Spaß mit einem Set zur elektronischen Musik, mit dem sich erstaunliche Synthesizer-Effekte bauen lassen. Empfohlen für Kinder ab 8 Jahren.

Einfache Erklärungen zur Bedienung

Dash

Dash (Amazon* | Hersteller) ist ein knuffiger Roboter, der robust genug ist, um auch von jüngeren Kindern bespielt zu werden. Über die zugehörigen Apps für Smartphone und Tablet kann Dash nicht nur einfach ferngesteuert, sondern richtig programmiert werden: Mit einzelnen Bausteinen, die in der Blockly App zusammengesetzt werden, können einfache Programme bis zu komplexe Handlungen programmiert werden: So kann Dash in der Wohnung rumfahren, Geräusche von sich geben, auf Hindernisse reagieren und mit Lichteffekten spielen.

Erste Schritte zur Programmierung können in der App mit einem kleinen Führerschein erlernt werden, später können eigene Ideen umgesetzt werden. Die App Blockly ist beispielsweise so aufgebaut, dass es einen ansteigenden Schwierigkeitsgrad gibt und die zu programmierenden Aufgaben immer anspruchsvoller und komplexer werden. Sogar eigene Wörter und Sätze können aufgenommen und von Dash mit entsprechendem Befehl wiedergegeben werden. Eine typische Aufgabe, die man mit Dash bewältigen kann ist zum Beispiel ein kleiner Parcour: Man klebt mit farbigen Klebestreifen eine Fahrtstrecke auf den Fußboden ab. Durch eine Kamera im Boden kann Dash so programmiert werden, dass er sich seinen Weg entlang der Strecke sucht.

Neben der Programmierapp Blockly gibt es auch weitere Apps, die genutzt werden können. An einigen Stellen ist die Übersetzung aus dem Englischen nicht ganz geglückt und unser Kind musste nachfragen, was mit einer Aufgabe konkret gemeint sei. Insgesamt jedoch sind Roboter und App von einem Schulkind nach kurzer Zeit allein bedienbar. Sarah von Sarah von mamaskind.de hat hier einen sehr ausführlichen Bericht über die einzelnen Apps und Funktionen geschrieben. Wer in Berlin wohnt und sich für das Programmieren interessiert, kann sich einmal die Workshops im Juniorlab ansehen. Dash hat übrigens aus Datenschutzgründen keine Kamera, auch wenn er ein wenig so aussieht. Geeignet für Kinder ab sechs Jahren.

LEGO Mindstorms

Ein mittlerweile fast schon betagter Klassiker ist das Mindstorms Set von Lego (Amazon* | Hersteller). Rund um einen programmierbaren „Brick“ können mit diversenen Motoren und Sensoren Maschinen entworfen und gesteuert werden. Wir haben vor einiger Zeit mit den Kindern einen Tee-Roboter gebaut, der nach einer frei wählbaren Ziehzeit einen Tee-Beutel aus einer Tasse gezogen hat. Es ist erstaunlich, wie viele Ideen Kinder zu so einem Projekt haben (und wie viel Tee plötzlich freiwillig getrunken wird):

Ein wenig gestört hat uns am Basis-Set von Mindstorms, dass es so sehr auf kämpfende Roboter fokussiert ist. Man muss den Anleitungen aber nicht folgen und es gibt viel Literatur und Ideen zu weiteren Projekten. Mittlerweile hat Lego auch für kleinere Kinder ein Einstiegsset veröffentlicht. Wir haben es noch nicht getestet, aber es sieht vielversprechend aus.

Calliope

Wer sich und seinen Kindern schon etwas mehr zutraut, kann mit Kindern Experimente mit dem „Calliope mini“ (Amazon*| Hersteller) machen. Das deutsche Projekte hat sich zum Ziel gemacht, allen Kindern ab der dritten Klasse den Zugang zu Elektronik zu ermöglichen. Bis dahin ist es wahrscheinlich noch ein Stück, aber der sogenannte »Einplatinencomputer« kann auch außerhalb der Schule gekauft werden. Es handelt sich um einen recht robusten kleinen Computer, der über den Computer oder Tablet/Smartphone programmiert wird. Er verfügt über einige eigenen Sensoren und Ausgabemöglichkeiten, kann aber vor allem durch seine Anschlüsse um eigene elektronische Ideen erweitert werden. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Klavier aus Alltagsgegenständen?

Aufgrund des pädagogischen Hintergrunds gibt es zum Calliope bereits Bücher wie »Der kleine Hacker: Programmieren lernen mit dem Calliope mini« und »Coden mit dem Calliope mini«. Die Bücher eignen sich besonders für Eltern, die Ideen suchen, die sie mit ihren Kindern umsetzen können. Empfohlen für Kinder ab 8 Jahren.

Anregen statt Durchziehen

Wichtig für das spielerische Lernen mit Elektronik und Programmiersprachen ist es, Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen. Es sollte nicht darum, stumpf Programmiersprachen zu vermitteln. Kinder lieben es, auszuprobieren und oft führt ihr Weg sie an ein ganz anderes Ziel, als man ursprünglich vor Augen hatte. Und wenn dann aus der geplanten Ampelschaltung doch eine digitale Pups-Orgel wird, sollte das nicht enttäuschen, sondern man hat genau erreicht, was man wollte: Das Kind hat Erfahrungen im kreativen Umgang mit Technologie gemacht und dadurch oft mehr gelernt, als man vielleicht vermutet.

Caspar Clemens Mierau ist Diplom-Kulturwissenschaftler (Schwerpunkt Medienkultur) und berät Startup-Unternehmen in technischen Fragen. Auf vierpluseins bloggt er über seinen Familienalltag und betreibt mit Patricia Cammarata den erfolgreichen Elternpodcast „Mit Kindern leben“  

Dieser Artikel wurde von keiner der genannten Firmen beauftragt oder bezahlt. Die vorgestellten Produkte sind selbst gekauft (Ruby, Lego Mindstorms, Calliope), PR-Sample (littleBits, Kodi) oder stammen aus früheren Kooperationen (Dash).
* Dieser Artikel enthält Affiliate-Links zu Amazon und Buch7, durch die ich im Falle einer Bestellung eine Provision erhalte ohne dass für Euch Mehrkosten anfallen. Die vorgestellten Bücher, Karten und Messer haben wir selbst gekauft .

Einschlafbegleitung mit großen Kindern

„Aber in dem Alter muss das Kind noch nun wirklich alleine schlafen können!“ habe ich kürzlich bei einem Gespräch von Schuleltern gehört. Sehr wahrscheinlich kann das Kind auch im Schulalter allein einschlafen, wenn es das Gefühl erworben hat, sicher zu sein an diesem Schlafort und bei Bedarf bei den Eltern das Bedürfnis nach Schutz und Nähe einfordern kann. Und dennoch gibt es auch darüber hinaus Gründe, warum das Kind in den Schlaf begleitet werden kann. Denn nur weil es etwas kann, bedeutet es nicht, dass es das muss.

Vielleicht war der Tag voll und anstrengend. Vielleicht gab es nach der Schule noch eine Verabredung oder einen Termin oder Hausaufgaben oder es musste unbedingt in Ruhe gespielt werden… Und dann ist auch schon der Abend da und es war viel zu wenig Zeit, um vom Tag zu berichten, um die Ereignisse des Tages los zu lassen. Und genau jetzt, am Abend, tut das noch einmal so gut: Sich den Tag von der Seele zu reden. Sagen, was heute besonders schön war und was blöd erlebt wurde. Einen Blick zurück werfen auf den Tag. Nicht allein, sondern gemeinsam. Das Gefühl, dazu zu gehören, mit allen Gedanken aufgehoben zu sein.

Viele Kinder können und wollen mit 6,7,8… Jahren allein in einem Bett einschlafen und dort die Nacht verbringen. Manche Kinder brauchen aber auch noch Nähe oder nachts eine andere Person an der Seite, wenn sie aus dem Schlaf hochschrecken. Und viele Kinder brauchen einfach noch lange eine Begleitung am Abend, gerade dann, wenn die Zeiten unruhig sind. Ob uns das besorgen sollte? Denken wir einen Moment an uns selbst und unsere eigenen Bedürfnisse. Denken wir daran, dass gerade abends Menschen dazu neigen, zu grübeln und Gedanken hin und her zu wälzen und dann gerne einmal mit der/dem Partner/in darüber sprechen. Vielleicht sogar aus dem Halbschlaf hochschrecken und sagen: „Weißt du was, ich muss dir dringend noch erzählen, dass…“ Wahrscheinlich kennen wir alle diese Momente. Und auch Kinder haben sie. Auch sie müssen abends manchmal noch ihre Gedanken aussprechen, um dann beruhigt in die Nacht zu finden. Und auch bei Kindern ist das in Ordnung – warum auch nicht?

Manchmal sind es auch keine Worte, die wir am Abend nach einem anstrengenden Tag brauchen – und anstrengende Tage gibt es gerade zum Schulbeginn oft -, sondern das Gefühl, gehalten zu werden. Einfach im Arm eines anderen Menschen liegen, die Nähe genießen, das wohlige Gefühl des Vertrauens und die Beruhigung, die durch das Oxytocin in unseren Körper strömt. Manchmal braucht es das an Tagen, an denen so viel neu ist, an denen sich ein Kind vielleicht in der neuen Schule ausgegrenzt gefühlt hat oder das schmerzende Gefühl hat, nicht dazu zu gehören.

Wenn unsere großen Kinder in den Schlaf begleitet werden wollen, ist das meist kein Zeichen eines Mangels an Regulationsfähigkeit, sondern ein Zeichen für einen Bedarf. Bedarf nach Nähe, Vertrautheit, Zuwendung. Und mit der kleinen Geste der Zuwendung am Abend, mit dem Zuhören im Bett, mit einem um die Schultern gelegten Arm können wir ihnen am Ende des Tages das wohlige Gefühl geben, in dieser aufregenden Welt einen sicheren Ort zu haben, an dem sie den Tag loslassen können. Was für ein wunderbares Gefühl muss das sein.

Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

„Ich hab Bauchweh“ – Wenn Kinder eine Pause brauchen

Manchmal sind die Tage anstrengend. Manchmal gibt es Streit mit Freund*innen, manchmal gibt es Umbrüche im Alltag. Auch für Kinder ist nicht jeder Tag einfach. Und auch bei ihnen kann Stress und Anspannung auf den Bauch schlagen. Wichtig ist natürlich, zunächst abzuklären, ob nicht wirklich eine Erkrankung hinter dem Bauchweh oder den Kopfschmerzen steht*. Neben solchen Erkrankungen projizieren Kinder aber auch unangenehme Gefühle auf Kopf oder Bauch: „Mein Kopf tut weh!“, „Ich hab Bauchweh.“ – Diese Sätze kennen wohl viele Eltern. Aber wie können wir damit umgehen, wenn das Kind scheinbar Schmerzen ohne „echte“ Ursache hat?

Schmerzen sind Schmerzen

Schmerzen sind Schmerzen. Wir können nicht nachfühlen, ob das Kind Schmerzen hat oder nicht, auch wenn es keine medizinische Ursache gibt. Es ist möglich, dass sich ein Unwohlsein tatsächlich durch Schmerzen äußert. Deswegen gilt immer: Wenn Kinder Schmerzen haben, sollten wir diese Ernst nehmen. Hat ein Kind Schmerzen oder spricht es über Schmerzen, sollten wir daher nicht sagen: „Das ist nicht schlimm“, „Das kann gar nicht sein“, „Das bildest du dir nur ein“, sondern vielmehr Verständnis entgegen bringen: „Das tut dir weh!“ „Zeig mir, wo es weh tut“ oder auch „Was glaubst du, woher die Schmerzen kommen“ – solche Reaktionen bieten eine Möglichkeit zum Gespräch. Das Kind fühlt sich angenommen und verstanden und kann sich weiter öffnen.

Die Frage nach einer möglichen Ursache kann gerade auch bei größeren Kindern eine Tür sein, um dem Grund auf die Spur zu kommen: Vielleicht ist ein anderes Kind krank mit solchen Schmerzen, vielleicht hat es in Kita oder Schule etwas über eine Krankheit gehört, das es verängstigt hat. Vielleicht sagt es auch direkt, dass ein anderes Kind es geärgert hat und es seither Schmerzen hat. Oder dass es weh tut, weil gerade eine bestimmte Situation so anstrengend ist. Geben wir den den Kindern die Möglichkeit, den Schmerz zu benennen und sind wir bereit, uns darauf einzulassen, helfen wir den Kindern bereits durch das Gefühl, nicht allein zu sein.

Schmerzen „behandeln“

Vielleicht können wir durch solche Gespräche bereits die Ursache finden und an einem konkreten Problem gemeinsam arbeiten. Manchmal ist die Ursache aber auch nicht so einfach oder überhaupt nicht zu finden. Hier hilft es, wenn wir dem Kind Unterstützung geben beim Umgang mit dem Schmerz.

Oft haben Kinder „Bauchschmerzen“ oder „Kopfschmerzen“, wenn sie eine Ruhepause brauchen und ein wenig aus dem Alltag ausbrechen müssen, um mal wieder Zuwendung und Aufmerksamkeit von den Bezugspersonen zu bekommen. Das kann im Alltag einfach vorkommen, dass es zwischenzeitlich mal ein stärkeres Bedürfnis danach gibt, vielleicht weil der Alltag gerade sehr anstrengend oder mit vielen Veränderungen verbunden war. Wichtig ist, dies zu erkennen und (ohne Anklage) darauf zu achten, dem Kind zu vermitteln, dass es auch andere Wege geben kann, um Ruheinseln in den Alltag einzubetten, ohne dass dafür Beschwerden herangezogen werden müssen. Gerade in anstrengenden Übergangszeiten oder wenn es gruppendynamische Probleme gibt, bieten sich regelmäßige Rituale an, um die Akkus wieder aufzufüllen.

In der konkreten Situation aber geht es zunächst darum, für diese aktuelle Situation eine gute Begleitung zu finden und dem Kind liebevolle Zuwendung zukommen zu lassen. Wie sie aussehen kann, ist ganz verschieden – je nach Vorlieben des Kindes.

Ideen zur „Behandlung“ sind beispielsweise:

  • An erster Stelle steht immer das Mitgefühl
  • Körperkontakt: die warme Hand des anderen auf dem schmerzenden Bauch oder Kopf tut gut. Über Körperkontakt können wir Fürsorge vermitteln, Oxytozin, das bei positivem Körperkontakt ausgeschüttet wird, beruhigt und entspannt. Auch eine entspannende Bauchmassage (im Uhrzeigersinn) kann helfen. Oder mit etwas Creme ein lachendes Gesicht, eine Sonne oder ein Herz auf den Bauch des Kindes zu malen.
  • Ruhig zusammen atmen: Das Kind kann bei Bauchschmerzen die eigenen Hände auf den Bauch legen und bis in den Bauch atmen: Der Bauch hebt sich. Dann langsam ausatmen lassen und beobachten, wie sich der Bauch wieder senkt.
  • Bei Kopfschmerzen kann der Kopf in die Hände genommen und angenehm umfasst und dabei ebenfalls ruhig geatmet werden.
  • Mag das Kind Berührung (gerade) weniger, kann auch ein warmer Tee beruhigend und entspannend wirken.
  • Manchmal tut es auch gut, den Schmerz zu verbildlichen: Ein Bild dazu malen, eine Figur kneten. So wird der Schmerz in Gedanken aus dem Körper ausgelagert.
  • Hat das Kind über einen längeren Zeitraum Schmerzen, sollten auch die Gewohnheiten in den Blick genommen werden: Gibt es konkrete Auslöser, schläft es zu wenig, treten Schmerzen nach ganz bestimmten Situationen auf?

So, wie für Erwachsene, gibt es auch für Kinder eine Vielzahl an anstrengenden Situationen. Nur weil die Kinder sind, kommen sie nicht zwangsweise leichter mit dem Alltag zurecht oder sind unbeschwerter. Haben wir einen Blick für ihre Bedürfnisse und gönnen wir ihnen die Ruhe- und Entspannungspausen, die wir uns ja auch oft wünschen.

Eure

*Bei plötzlich auftretenden Schmerzen oder länger andauernden Schmerzen ist eine Ärztin/ein Arzt aufzusuchen. Gerade bei Bauch- und Kopfschmerzen gibt es eine Vielzahl möglicher Ursachen, die abgeklärt werden sollten. Dieser Artikel bezieht sich ausschließlich darauf, wenn von medizinischer Seite Erkrankungen/Nahrungsmittelunverträglichkeiten/Sehprobleme etc. ausgeschlossen werden können und Bauch- oder Kopfschmerzen durch Anspannung/Stress/Nähebedürfnis entstehen.

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Wir sind für dich da

Als Baby lagst du in unseren Armen, wurdest getragen. Wir sind zu dir gekommen bei jedem Schrei, bei jedem Weinen – und es waren viele. Kein Weinen musste allein durchlebt werden. Es wurde begleitet, manchmal über Stunden. In der Kleinkindzeit haben wir die Höhen und Tiefen gemeinsam gemeistert: Zusammen gelacht, zusammen die Wut durchgestanden. Wunden angepustet, Hände gehalten, Tränen getrocknet. Wir haben gemeinsam die Stunden durchgestanden, in denen der beste Freund „Du bist nicht mehr mein Freund“ war – und mitgefiebert bei aufregenden Geschichten. Wir haben zusammen Abschiede gemeistert und neue Wege beschritten. Nicht immer einfach, nicht immer ohne Anstrengungen und auch nicht immer ohne Elterntränen. Aber immer wieder mit Liebe.

So bist du größer geworden, jeden Tag. Du bist aus dem Familienbett ausgezogen, hast an anderen Orten übernachtet. An vielen Stellen bist du über dich selbst hinaus gewachsen, immer wieder. Und wir waren da. Manchmal an deiner Hand, manchmal an deiner Seite. Manchmal irgendwo im Hintergrund. Immer ein Ort, an den du zurück kommen kannst. Immer der Ort, an dem sicher alle Gefühle ihren Raum bekommen. An dem du sein kannst, wer du bist. Nicht, wer du sein solltest oder könntest. Manchmal ein lachendes Kind, manchmal weinend, manchmal zornig, manchmal still und dann wieder laut.

Du hast erfahren: Es gibt diesen einen Ort, an dem du angenommen wirst wie du bist. Dieser Ort ist kein Haus, kein Raum, es sind wir, deine Eltern. Mit jeder Geschichte, hast du gelernt, kannst du zu uns kommen. Mit jedem Kummer, mit jedem Unsinn. Wir haben gemeinsam Lösungen für Probleme gesucht, haben – nicht selten – die Augenbrauen hochgezogen und tief durchgeatmet, bevor wie geantwortet haben. Wir haben als Eltern manchmal zusammen gesessen und uns aneinander gelehnt, um uns gegenseitig aufrecht zu halten. Und wir haben heimlich gelacht über die Streiche, bei denen wir eigentlich ernst sein sollten.

Dieser Ort des Vertrauens geht nicht verloren. Die Themen ändern sich, die Probleme bekommen so manches Mal eine gewisse Schwere. Die Sachen, die „angestellt werden“ sind bedeutender als der fehlende Keks aus dem Weihnachtsvorrat. Aber was auch immer es ist, sind wir erst einmal da. Hören zu, atmen, nicken. Wir sind der Ort, an dem die Geschichten des Lebens erzählt werden können. Der Ort des Vertrauens, an dem dies möglich ist.

Wenn ich Familien eines wünsche, dann ist es dies: Dass das Gefühl dafür, da zu sein, bestehen bleibt. Auch nach der Babyzeit, auch nach der Kleinkindzeit. Seid die sicheren Orte, zu denen getragen werden kann, was belastet – ohne Furcht vor Strafen. Seid die Menschen, mit denen Lösungen gesucht werden anstatt die zu sein, vor denen Probleme versteckt werden. Seid der Ort, der signalisiert: Ich bin für Dich da, egal was ist.

Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Entspannungsideen für Erstklässler*innen

Für ein Kind, das in die Schule kommt, beginnt ein neuer Lebensabschnitt: War es im Kindergarten die/der „Große“, so ist es nun, nach den Ferien, die/der „Kleine“. Es hat einen neuen Tagesablauf, einen neuen (Schul-)Weg zu beschreiten, neue (Bezugs-)Personen, die es kennen lernen muss, neue Kinder, Klassenkameraden, um sich. Dort sind Kinder über mehrere Stunden einer hohen Lautstärke und vielen Sinneseindrücken ausgesetzt. Die Räumlichkeiten und das Gebäude sind ebenso neu wie die Regeln, die Kommunikation, überhaupt das ganze System Schule. Vielleicht kommen Kinder auch bewusst zum ersten Mal mit Vergleich und Bewertung in Kontakt. Eine ganz schöne Leistung, die die neuen Schulkinder da bewältigen, oder?

Rückzugsort Zuhause

Wenn wir uns vor Augen führen, was ein Schulkind bis mittags schon alles leistet, ist es nicht verwunderlich, dass Kinder zuhause erst einmal „in ein Loch fallen“ oder „aufdrehen“. Was viele Kinder jetzt brauchen, sind sicherere, vertrauter Personen und Orte. Die allerwenigsten Kinder rufen jetzt: „Bitte bring mich zum Klavierunterricht!“. Meist wünschen sich Kinder nun einfach „sein“ zu dürfen – und auch ein Stück in Ruhe gelassen zu werden bzw. haben das Bedürfnis nach gemeinsamer Spiel- oder auch Kuschelzeit mit den Eltern. Die Akkus wollen aufgeladen werden. Sie haben bereits schon viele Stunden kooperiert. Wichtig ist, dass nun die Kinder zu Wort kommen. „Was wünscht DU dir jetzt? Wollen wir gemeinsam ein Buch lesen/ malen/ etwas spielen?“ zeigt den Kindern, dass sie uns wichtig sind. 

Raus in die Natur – am besten Barfuß

In der Natur erden sich – nicht nur – Kinder. Das Grün der Pflanzen wirkt entspannend auf die Augen und auf den gesamten Organismus (Stichwort „Waldbaden“). Also raus in Wald und auf die Wiese, in den Stadtpark, in den Garten. Es tut Kindern gut, die Schuhe auszuziehen zu dürfen, barfuß zu laufen, Kontakt zum Boden aufnehmen. Die Füße bilden das Fundament für den ganzen Körper. Spielerisch können die Kinder barfuß ihre Füße trainieren: Auf den Fersen, auf den Ballen, auf den Außen- und dann Innenkanten versuchen zu gehen, Steine oder Eicheln mit den Zehen aufheben,… Anschließend in die „Berghaltung“ kommen: Gerade stehen, Augen schließen und bewusst zu den Füßen spüren. Wie fühlen sich die jetzt an?

Auch gärtnern, in der Erde wühlen, tut gut und baut Stress ab. Barfußpfade fördern die Wahrnehmung. In der Natur entwickeln sich meist von ganz alleine Spielideen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Hier kann ein Stock ein Zauberstab, eine Person, ein Schwert oder ähnliches sein. Die Kinder kommen wieder in den „Selbstwirksamkeitsmodus“. Hier legen sie Spielregeln fest.

In der Schule verbringen Kinder zudem in der Regel die meiste Zeit im sitzenden Zustand. Hier gilt es „auszugleichen“ den Kindern viel Bewegungsfreiheit zu bieten, denn Bewegung baut Stress ab. 

Ton aus

Oft lassen wir uns bewusst oder unbewusst „berieseln“: Das Radio läuft beim Kochen, Duschen oder beim Frühstück, die Kinder lassen beim Spielen den CD Player laufen, im Auto laufen die Nachrichten, im Zug per Kopfhörer Musik oder ein Hörspiel und abends läuft der Fernseher, während wir noch am PC arbeiten. Es kann gut tun, einmal bewusst darauf zu verzichten. Der Stille zu lauschen, die Geräusche wahr zu nehmen, die z. B. innerhalb des Autos oder der Wohnung ganz natürlich entstehen. Und welche außerhalb. „Was kannst du jetzt in dem Moment alles hören?“ Ist eine ganz simple Achtsamkeitsübung für Kinder, die überall gespielt werden kann. Oder man öffnet das Fenster und das Kind lauscht bewusst für 1-2 Minuten den Geräuschen. Hinterher kann man sich über das Erlebte austauschen. 

Ruhehaltung Shavasana

Bitte dein Kind sich in Rückenlage auf den Boden zu legen. Es kann sich auf eine Decke oder eine Yoga-/ Gymnastikmatte legen, damit es nicht so hart ist.  Die Beine sind gestreckt und entspannt, die Füße fallen locker auseinander. Die Arme liegen ausgestreckt neben dem Körper, die Handflächen zeigen nach oben.  Das Kind kann nun die Augen schließen, wenn es mag. Mag es nicht auf dem Rücken liegen, so kann es sich alternativ auf den Bauch drehen.

An kalten Tagen kann eine warme Wärmflasche (oder auch mehrere) bzw. Körnerkissen auf den Bauch (oder Rücken) gelegt werden. Eine Wohltat nach einem aufregendem Schultag. Wichtig ist zu fragen, ob es für das Kind angenehm ist und nicht zu heiß oder schwer. Andersrum geht es genau so gut: An heißen Tagen kann mit Kühlis gearbeitet werden, z. B. eins auf die Stirn, je eins auf jedes Handgelenk.  Liegt das Kind auf dem Rücken, so kann auch ein Augenkissen (ggf. sogar mit entspannendem Lavendelduft) auf die Augen gelegt werden. Dies kann die Entspannung vertiefen. Wer mag, kann sich auch Kopfhörer aufsetzen, um die Außengeräusche auszublenden.

Massagen

Viele Kinder lieben Massagen. Ihr könnt gemeinsam ein Körbchen mit unterschiedlichen Materialien füllen: verschieden große und harte Igelbälle, unbenutzte Malerpinsel – und Rollen, Schwämme, Bürsten, Tuschpinsel, usw. Nach Lust und Laune können die Massageutensilien für Massagen verwendet werden. Schön ist es auch, wenn eine Massagegeschichte dazu erzählt wird. Zu den Klassikern gehört die „Pizzamassage“ oder eine „Wettermassage“. Das Kind darf natürlich auch die Eltern oder Geschwister massieren und sich eigene Massagegeschichten ausdenken. Selbstverständlich kann sich das Kind auch selbst massieren: Dazu kann es sich zum Beispiel mit einem Fuß auf einen Igelball stellen und darauf kreisen. Der Druck bestimmt die Intensität der Massage. Das Kind kann sich auch auf den Boden legen und einen Tennisball unter den Rücken schieben und sich durch Bewegung eine wohltuende Rückenmassage schenken. Eine Kopfhautmassage mit den Fingerspitzen wirkt belebend und entspannend. Müde Beine können auch mit einem Igelball sanft bearbeitet werden. 

Zeug stresst Familien

Der Eintritt in die Schule bietet auch allgemein die Chance bestimmte Bereiche als Familie einmal anzugucken. Denn häufig entsteht Stress aus einem Mangel an Zeit und einem zuviel an Zeug, wie Klamotten oder Spielsachen. Hier könnte „Weniger ist mehr“ helfen, den Alltag zu entschleunigen. Folgende Fragen dienen als Reflexionsinspiration: 

  • Passt unser Tagesablauf zu unseren Bedürfnissen?
  • Was wollen wir als Familie wirklich? Was ist uns wichtig? Was nicht mehr?
  • Muten wir unserem Kind zu viel zu in Bezug auf „Freizeitprogramm“?
  • Stresst sich das Kind evtl. sogar selbst mit seinen Freizeitbeschäftigungen?
  • Wer oder was raubt ungewollt Zeit – wie können wir das abschalten?  
  • Welche Personen sind uns wichtig und wollen wir weiterhin in unserem Leben haben?
  • Und welche Personen tun uns nicht gut?
  • Können wir Haushaltsaufgaben neu und anders aufteilen oder an Dritte delegieren?
  • Fühlen wir uns in unseren 4 Wänden wohl?
  • Mit welchen Räumen oder Ecken in der Wohnung sind wir unzufrieden? Wie können wir das ändern?
  • Gibt es Streit über bestimmte Sachen? Welche Sachen werden nicht mehr benötigt und können weitergegeben oder verkauft werden?

Ich wünsche allen Familien einen entspannten Schulalltag!

Stephanie Weich ist Erzieherin und Krippenpädagogin aus Vechelde. Sie hat u.a. Weiterbildungen zur Entspannungstherapeutin, Stressmanagementtrainerin und Kursleiterin für Progressive Muskelentspannung & Autogenes Training besucht. Weitere Angebote finden sich auf ihrem Blog und auf Instagram.Zu dem ist sie Autorin des Buches Spielerische Meditationen mit Klang, Bewegung und allen Sinnen.


„Spiel bitte etwas anderes!“ – Wenn Eltern das Spiel des Kindes nicht mögen

Wenn wir Kinder beim Spiel beobachten, geht es dabei manchmal ganz schön zur Sache: Da sterben die Figuren, es gibt Krieg, Eltern sterben, Spielfiguren verlaufen sich, werden entführt oder Kuscheltiere werden operiert. Und gelegentlich werden auch noch Schimpfwörter benutzt. Manchmal sind wir verleitet, nicht nur zu denken, sondern zu sagen: „Jetzt spiel doch etwas Schönes!“ – Aber das sollten wir nicht tun.

Kinder spielen von Anfang an

Im Spiel lernen unsere Kinder sich selbst und die Welt kennen. Das Spiel beginnt dabei schon sehr früh im Babyalter, wenn das Kind nach und nach mit der Umgebung interagiert, Gesichtsausdrücke nachahmt, später Laute, und anfängt, Hände, Füße und den Körper zu erkunden. Es steht im Zusammenhang mit den Fähigkeiten des Kindes und entwickelt sich anhand dieser Fähigkeiten weiter: Je mehr die Feinmotorik ausgebildet wird, desto mehr untersucht das Kind spielerisch Gegenstände. Je mehr es interagieren kann, desto stärker tritt das Spiel mit anderen hervor. Im Spiel übt das Kind, verfeinert Fähigkeiten und entwickelt sie weiter. Während es am Anfang erkundet, ahmt es später nach und schließlich entwickelt es eigene Handlungsstränge und Spielideen – und diese stellen uns manchmal mehr und manchmal weniger vor Herausforderungen.

Das Spiel als „Sprachmedium“

Um die Bedeutung des Spiels für das Kind zu verstehen, müssen wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass „Kinder eben nur spielen“. Das Spielen ist ein komplexer Vorgang des Lernens und Erfahrens und auch der Aufarbeitung von emotionalen Erlebnissen. Was wir am Abend auf dem Sofa mit einem anderen Erwachsenen besprechen, lebt das Kind im Spiel aus: Spielsachen sind ein Medium wie die Sprache und das Kind drückt darüber aus, was es bewegt. Manchmal sind das die ganz alltäglichen Dinge des Alltags, wenn Puppen bekocht und bespielt werden oder Freundschaft nachgespielt wird. Manchmal werden aber auch Konflikte darüber bearbeitet und nachgespielt oder Themen, die das Kind gerade generell bewegen. Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle, können oft im frühen Kindesalter noch nicht gut versprachlicht werden und finden dann im Spiel spontan ihren Ausdruck. Das Kind beschäftigt sich mit dem, was gerade ein Thema für das Kind ist.

Themen der Kinder zulassen

Wenn wir also merken, dass ein Kind sich mit einem Thema beschäftigt, das wir als kein „gutes Spielthema“ betrachten, können wir uns zunächst fragen, warum uns dieses Thema überhaupt so große Probleme bereitet: Warum können wir Aggression im Spiel nicht zulassen, warum wünschen wir, dass das Kind ausschließlich „harmonisch“ spielen soll? Warum ist es für uns schwer, wenn das Kind leichtfertig das Thema Tod im Spiel bearbeitet? Welche eigenen Themen kommen da vielleicht gerade hoch, ausgelöst durch das Spiel des Kindes?

Anstatt die Spielthemen des Kindes zu lenken und zu beeinflussen, können wir zuhören: Was ist es, was das Kind gerade beschäftigt, worüber es sich Gedanken macht? Wir können Themen aufgreifen außerhalb des Spiels und gemeinsam Bücher ansehen rund um den Tod oder um Freundschaft, wenn das große Themen sind oder einen passenden Film ansehen. Wenn wir zusammen mit unserem Kind spielen, sollten wir das Thema des Kindes annehmen, statt zu versuchen es in eine von uns gewünschte Richtung zu lenken und schauen, welche kreativen Lösungen das Kind selbst entwickelt und das unterstützen. Vor allem sollten wir die Themen nicht zu sehr dramatisieren und uns Fragen, ob wir etwas falsch gemacht haben, weil das Kind Auseinandersetzungen spielerisch bearbeitet . Wir sollten weniger deuten und mehr annehmen und begleiten.

Schimpfworte

Je nach Alter des Kindes tauchen auch Schimpfworte im Spiel (und auch im Alltag) auf. Natürlich werden sie beeinflusst von dem, was das Kind in der Umgebung hört. Dass es aber Schimpfworte prinzipiell nutzt, ist normal.

Mit einem Schimpfwort, so lernt das Kind, kann ein negativer Superlativ ausgedrückt werden: Das andere Kind ist nicht nur doof, sondern ein Scheißmann; die Situation ist nicht nur blöd, sondern superkacke. Das Kind sucht ein Wort, mit dem es all die Unzufridenheit, all das negative Empfinden im Inneren beschreiben kann, was es fühlt.

S. Mierau „Geborgene Kindheit“

Benutzt ein Kind Schimpfworte, ist das kein Zeichen für elterliches Versagen. Wir können über die Worte sprechen und welche festlegen, die in unserer Familie Raum haben und solche, die nicht gesagt werden sollen – und warum. Im Spiel können die Schimpfworte auch ihren Platz finden. Gerade dann können Kinder auch die Macht dieser Worte ausprobieren und ihre Wirkung. Ein Schimpfwort kann manchmal die Machtverhältnisse zwischen Eltern und Kind umkehren: Durch die Benutzung eines solchen Wortes fühlt sich das Kind stark und selbständig. Diesen Wunsch können wir hinter dem Verhalten sehen und mitspielen oder andere Spiele und Situationen finden, in denen das Kind obsiegen kann.

Das Spiel ist ein wunderbarer Entwicklungsraum, in dem sich unsere Kinder entfalten und die Themen bearbeiten, die gerade und prinzipiell wichtig sind. Begleiten wir diese Entwicklung, lassen wir sie zu, anstatt Themen und Gefühle auszuklammern.

Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Was kommt in die Schultüte? {Werbung & Verlosung}

Es ist wieder so weit: Eine Einschulung steht bevor. Und wie jedes Mal gibt es die Frage: Was kommt alles hinein in die Schultüte? Und welche Materialien sind für die erste Ausstattung wichtig? Von unserem ersten Schulkind haben wir gelernt, dass es am Anfang auch manchmal zu Verwirrungen und Problemen kommt: Kinder haben gleiche Schul- und Federtaschen, gleiche Materialien. Dafür sollte alles gut beschriftet sein.

Was kommt hinein in die Schultüte?

Wie auch beim letzten Mal, haben wir die Schultüte aus Stoff anfertigen lassen, so dass sie nach dem großen Einschulungstag ausgestopft als Kissen genutzt werden kann. Aber vorher kommt es für das zukünftige Schulkind erst einmal auf den Inhalt an. Was bei uns hinein kommt:

  • Lernspiele zum Lesen und Rechnen, davon gibt es einige kleine Spiele, die gemeinsam gespielt werden können. Rechenstäbchen aus Holz und ein 1×1 aus Holzwürfeln haben wir noch vom großen Kind.
  • Spielsachen für den Schulhof: In den großen Pausen (und zwischendurch) wird gespielt, dafür gibt es in unseren Schultüten immer ein paar kleine Spielsachen, die ich für den Hof gut eignen: Flummi, Murmeln, Gummitwist, dieses Mal ein Ufo – und ein Heft mit Schüler-Witzen.
  • Süßigkeiten sind auch dabei ganz unten in der Spitze der Tüte.
  • Eine Uhr, damit die Zeit im Auge behalten werden kann und das Kind darauf nachsehen kann, wann es abgeholt wird.
  • Kleine Brotdosen für die Besonderheiten neben dem Schulbrot, die mitgenommen werden: getrocknete Früchte, Obst, Gemüse, auch mal etwas Gebackenes
  • Schulmaterialien wie Buntstifte, Kleber, Radiergummi in besonderer Form, Knete, Glitzer- und Hautfarbenstifte. Alle Materialien werden mit Namensaufklebern beklebt.
Ideen für die Schultüte

Schulsachen beschriften

Es steht meistens schon auf den Materiallisten der Schulen drauf: Alle Sachen der Kinder beschriften. Beim ersten Mal haben wir uns so halb daran gehalten und schon nach wenigen Tagen kam es zum Durcheinander, das vor allem für die Kinder stressig war: Stifte waren weg oder vertauscht, der falsche Ranzen wurde fast mitgenommen, einige Sachen sind gänzlich verschwunden. Beschriftungen helfen sicherlich nicht gegen alle Formen des „Verschwindens“, aber zumindest gegen einige und geben erst einmal auf dem Schultisch eine Hilfe, wenn Sachen wieder zusammengesammelt werden sollen. Stifte, Dosen etc. werden daher beklebt.

Beschriftete Schulmaterialien

Die in der Schweiz produzierten, personalisierbaren Namensaufkleber von Stickerkid kleben nicht nur gut, sondern haben sogar eine Garantie über 10 Jahre, da die dünne Schutzschicht sie besonders robust macht. Es gibt diverse Ausführungen in unterschiedlichen Größen, Farben und mit Logo oder ohne. Für alle Materialien, die langfristig genutzt werden, haben wir uns für Etiketten entschieden, die nur den Nachnamen tragen, so dass auch noch das nächste Kind die Sachen benutzen kann.

T-Shirts beschriften ohne bügeln

Noch mehr Etiketten: Kleidung beschriften

Auch für den Kindergarten haben wir noch Etiketten bestellt für Wechselkleidung und Schuhe. Die Kleidungsaufkleber werden ohne Bügeln eingeklebt und halten Waschgänge bis 40°C aus. Diese Aufkleber kommen ausschließlich in die Wechselwäsche in die Kita und Schule. Die Schuhaufkleber werden in beide Schuhe geklebt und erleichtern so auch, dass der richtige Schuh am richtigen Fuß landet.

Verlosung

Du brauchst noch personalisierbare Namensaufkleber für Schule oder Kita? Stickerkid hat drei Pakete „L“ mit insgesamt 214 Etiketten zur Verfügung gestellt (32 große Namenssticker, 14 Schuhaufkleber, 120 kleine Namensetiketten, 48 Kleidungsetiketten).

  • Kommentiere zur Teilnahme hier auf dem Blog
  • Bitte kommentiert individuell, so dass nach der Auslosung eine eindeutige Zuordnung des Namens möglich ist (bspw. ist eine Zuordnung schwierig, wenn es 20 Stefanies gibt, daher dann lieber Stefanie_79 oder ähnlichen Namen wählen). Bitte kommentiere nur einmal: Manchmal dauert es ein paar Stunden, bis Dein Kommentar freigeschaltet werden kann, aber er geht nicht verloren.
  • Die Teilnahme steht in keinem Zusammenhang mit Facebook oder Instagram.
  • Datenschutzhinweis: Dieses Gewinnspiel ist nicht an weitere Kontaktaufnahme wie Newsletter und Werbung gekoppelt. Die Daten der TeilnehmerInnen werden nicht weitergehend ausgewertet oder zu Werbezwecken gebraucht. Alles weitere zum Umgang mit Daten findet Ihr im Datenschutzhinweis
  • Teilnahmeberechtigt sind alle volljährigen natürlichen Personen.
  • Die Teilnahme beginnt am 27. Juni 2019 um 9:00 Uhr und endet am 28. Juni 2019 um 24 Uhr. Verlost wird nach Teilnahmeschluss am 29. Juni 2019.
  • Der/die Gewinner/in wird im Anschluss nach dem Zufallsprinzip ermittelt und erhält eine Benachrichtigungsemail am 29. Juni 2019. Eine Veröffentlichung des Namens findet aus Datenschutzgründen nicht statt.
  • Die Adresse der Gewinnerin/des Gewinners und die Mailadresse werden an die Firma Stickerkid weitergegeben. Hiermit erklären sich die Teilnehmer*innen am Gewinnspiel einverstanden.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
  • Sollte sich der/die Gewinnerin nicht spätestens 10 Tage nach der Verlosung zurückmelden, verfällt der Gewinn.

*** Die Verlosung ist beendet. Die ausgelosten Personen wurden benachrichtigt.***

Vorbereitungen auf die Schule

Das Jahr schreitet voran, der Sommer ist nicht mehr fern. Nach den Sommerferien steht wie jedes Jahr für viele Kinder eine große Veränderung an: die Schulzeit beginnt. Langsam kann nun mit den Vorbereitungen auf den neuen Lebensabschnitt begonnen werden. Vorbereitung auf die Schule bedeutet dabei nicht, dass die zukünftigen Schulkinder schon jetzt an das Lesen und Schreiben herangeführt werden müssen. Vorbereitung auf die Schule meint vielmehr, sie emotional vorzubereiten auf die neuen Abläufe und Herausforderungen.

Schule ohne Eingewöhnung, aber mit Vorbereitung

Wenn die Kinder in die Schule kommen, haben sie oft schon ein konkretes Bild von dem, was sie erwartet. Sie wissen auch, dass nach einer bestimmten Anzahl von Stunden der Unterricht beendet sind und haben wesentlich weniger Schwierigkeiten damit, dass sie nun in einer neuen Gruppe mit neuen Bezugspersonen sind, ohne Eingewöhnung wie im Kindergarten. Manche Schulen bieten vorab einen Tag der offenen Tür an oder einen Kennenlerntag. Hier werden nicht nur die Kinder kennengelernt und die Klassenlehrer*in, sondern auch schon einmal der neue Ort: Wo ist der Speisesaal, wo sind die Toiletten. Manchmal nehmen auch die zukünftigen Klassenlehrer*innen schon Kontakt auf, indem sie jedem neuen Kind einen Brief schicken und es begrüßen.

Wenn in einer Schule keine Angebote vorab bestehen, können Eltern auch vor Ort nachfragen, ob sie ein privates Kennenlernen der zukünftigen Klasse organisieren können. Wie schon in Kindergartenzeiten kann die Vernetzung mit anderen Eltern auch in der Schule hilfreich sein, wenn schon vorab Kontakte geschlossen wurden, vielleicht erste Freundschaften ausgebildet werden und man früh andere Menschen kennt, die im Notfall um Unterstützung gebeten werden können: „Könntest Du mein Kind heute mit abholen?“

Vorbereitung zu Hause

Aber auch zu Hause können wir schon langsam mit der Vorbereitung auf die Schulzeit beginnen und dem Kind einen sicheren Start ermöglichen, indem wir schon vor dem Schulbeginn Vertrauen und Sicherheit des Kindes ausbauen. Das bezieht sich vor allem auf die eigenen Kompetenzen und die Selbständigkeit.

Wir können schon in den Wochen und Monaten vor Schulbeginn langsam neue Morgenroutinen einüben und das Kind immer etwas selbständiger werden lassen dabei. Schulbeginn bedeutet meistens auch, in einer ganz anderen Weise pünktlich sein zu müssen als bislang. Das kann am Anfang zu einem Stressfaktor werden, der in der ohnehin neuen Zeit der Umstellung belastet. Daher: Lieber schon vorher mit der Umstellung beginnen und schauen, wie die Morgenroutinen entspannt ablaufen können: Vielleicht am Abend schon die Kleidung heraus legen für den nächsten Tag und das Kind kann alles allein anziehen. Oder den Frühstückstisch schon am Abend decken, damit morgens mehr Zeit ist für das Miteinander.

Auch der Schulweg kann schon einmal gemeinsam angesehen und öfters abgelaufen werden. Gibt es hier bestimmte Läden, die das Kind im Notfall ansteuern kann, wenn es allein unterwegs ist? Gemeinsam können Läden erkundet werden, die auf dem Schulweg liegen, die dort arbeitenden Menschen können gegrüßt werden. So wird der neue Weg schon etwas vertrauter und sicherer.

Mit der Schule beginnt ein neuer Weg und ein alter will verabschiedet werden: Das ist bei aller Aufregung auch nicht einfach. Viele Kinder sind in der Zeit des Übergangs von der Kita zur Schule aufgeregt, unruhig, aufbrausender. Diese Gefühle wollen gut begleitet und aufgefangen werden. Manchmal werden Freunde und Freundinnen mit in die Schule gehen, manchmal sind es ganz neue und fremde Kinder, die dort warten. Von Erzieher*innen und Kindern aus der Kita wird Abschied genommen. Diese sind in der Vergangenheit Bezugspersonen geworden und es fällt dem Kind schwer, sie einfach verlassen zu müssen. Es ist schön, die Erinnerungen festzuhalten mit Fotos, Freundschaftsbüchern, die auch später gemeinsam angesehen werden können und auch der Möglichkeit, in der Kita wieder vorbei kommen zu können, beispielsweise zu Festen oder auch mal auf dem Spielplatz zu Besuch kommen zu können. So wie die Eingewöhnung langsam verlief, kann auch der Abschied langsam stattfinden.

Bücher und Spiele zur Vorbereitung

In Nikolai Rengers und Katja Reiders Buch „Mission Schulstart“ (Amazon* | Buch7* | Buchhandel) geht es genau um eine solche Vorbereitung auf die Schule und die Selbständigkeit: Weltraumfan Mats kommt in wenigen Tagen in die Schule und bekommt einen Brief von „Käpt’n Kosmo“ zur Mission Schulstart: Jeden Tag eine Aufgabe. Dabei geht es darum, sich selbst morgens anziehen zu können, den Weg zur Schule allein zu bewältigen, andere Kinder kennen zu lernen, sich selbst mit Nahrung versorgen zu können und zu zeigen, dass er jederzeit Kontakt nach Hause aufnehmen kann im Notfall. Ein wirklich niedliches und spannendes Buch, besonders für Weltraumfans.

Ein anderes schönes Buch zum Vorlesen ist „Wir Rüben aus der großen Stadt“ (Amazon* | Buch7* | Buchhandel) . Darin geht es gar nicht so sehr um den Schulstart, sondern es wird vielmehr das Leben von sechs Kindern aus vier Familien, die zusammen in einem Haus wohnen, beschrieben. Eine Art modernes Bullerbü. Dabei gibt es auch ein Kapitel, das sich mit dem Schulweg befasst und wahrscheinlich eher für die Eltern die Lehre bereit hält, den Kindern auch zu vertrauen und sie zusammen zur Schule gehen zu lassen – das fällt in dem Buch einem der Väter nämlich gar nicht so leicht. Aber „Die sieben goldenen Regeln“ für den Straßenverkehr sind auch für andere Familien gut zu besprechen und vielleicht ergeben sich daraus ja auch eigene Straßenregeln.

Um den Verkehr geht es auch in dem kleinen Spiel „Sicher zur Schule“ (Amazon* | Buch7* | KOSMOS Verlag) : Ein Memoryspiel der anderen Art rund um Verkehrszeichen und Regeln für den Straßenverkehr. Es werden dabei nicht nur zusammenpassende Bilder gesucht, sondern es können alle Situationen und Verkehrsschilder in Ruhe besprochen werden.

Lernen ist toll, Kinder lernen von sich aus und bringen eigene Motivation zum Lernen mit. So ist es auch bei den Tierkindern von Brigitte Weninger und Eve Tharlet im Buch „Lernen macht Spaß“ (Amazon* | Buch7* | Buchhandel): Sie entdecken, was sie alles voneinander lernen können und machen einfach ihre eigene Schule auf. „Aber was sollen wir machen, wenn wir alles gelernt haben, was wir sechs wissen und können?“ fragt Ivan. „Dann suchen wir uns einfach jemanden, der noch mehr weiß und kann“ lacht Max. „Dann hört das Lernen und Spaß-Haben nie auf!“ – Und so soll es doch eigentlich auch sein.

Und wie bereitet Ihr Euch auf die Schule vor?
Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

* Transparenz:
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links zu Amazon und Buch7, durch die ich im Falle einer Bestellung eine Provision erhalte ohne dass für Euch Mehrkosten anfallen. „Wir Rüben aus der großen Stadt“, „Lernen macht Spaß“, „Sicher zur Schule“ und das Freundschaftsbuch habe ich als unverbindliche Rezensionsexemplare erhalten. Das Buch „Mission Schulstart“ ist selbst gekauft. Viele Bücher gibt es darüber hinaus zum Ausleihen in den öffentlichen Bibliotheken. Hier kann beispielsweise nach Büchern in den Bibliotheken in Berlin-Brandenburg gesucht werden.