Kategorie: Schule

Vom Großwerden

Da stehst Du vor mir, mein großes Kind, und tanzt zur Musik aus dem Radio. Du hüpfst und lachst und drehst Dich im Kreis. Und Du tanzt, wie Du es bei uns Erwachsenen siehst. Noch ein wenig unbeholfen, noch ein wenig nur abschauend. Aber auf dem Weg. Auf dem Weg hinweg vom Tanz der kleinen Kinder. Auf dem Weg zum Größerwerden.

Ich schaue Dir zu, wie Du Dich bewegst und lächle Dich an. Ein wenig stolz, ein wenig traurig, ein wenig verwundert. Wann eigentlich bist Du so groß geworden? Jeden Tag ein klein wenig. Und so, wie Du in so vielen Sachen Dein Vorbild an anderen genommen hast, ist es auch hier beim Tanzen. Ich erkenne Deine Bewegungen wieder, ich sehe uns in Dir. So, wie ich uns sehe, wenn Du scherzt, wenn Du malst, wenn Du streitest, wenn Du Fragen über die Welt stellst. Du bist groß geworden an unserer Seite, mit uns, durch uns. Von all dem aus Deiner Umgebung hast Du Dir ein wenig abgezweigt und es gemischt zu einer bunten Mischung, angereichert mit ganz viel eigenem Temperament, garniert mit Deiner Sicht auf das Leben.

Größerwerden ist genau das: wachsen und sich ausbilden aus dem, was mitgebracht wird und dem, was man erlebt und sieht. In den vielen kleinen Details können wir dies jeden Tag an unseren Kindern ablesen: Wie sie aus einem Glas trinken, wie sie sich die Schuhe binden, welche Gesten sie beim Sprechen machen oder wie sie tanzen. Darin sehen wir auch uns. Manches Mal überrascht über die Erkenntnis, wie genau die kleinen Augen uns über Jahre beobachten und dass ihnen nichts verborgen bleibt von uns. Manchmal amüsiert es uns, wenn wir uns selbst in ihnen sehen. Manchmal sind wir auch erschrocken über das, was wir erkennen und nicht sehen wollen. Wir sind Vorbilder, jeden Tag. In den großen und in den kleinen Dingen. Und so werden die kleinen Stück für Stück und Tag für Tag größer und mal hier und mal da ein wenig ähnlicher.

Eure

Ist das jetzt wirklich wichtig?

Ich werde oft danach gefragt, was den Alltag mit Kindern erleichtern kann. Bestimmte Dinge? Ein bestimmtes Erziehungskonzept? Rituale mit Kindern? Und ja: es gibt viele kleine Bausteine, die den Alltag mit Kindern ebnen können, ausgerichtet an dem, was wir als Familie und alle Mitglieder darin brauchen. Aber mehr als alles drum herum und alle Dinge ist die innere Einstellung wichtig. Sie kann uns gut durch den Alltag begleiten. Weiterlesen

5 Tipps für einen sicheren Schulweg für Kinder

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Die Umstellung vom Kindergarten zur Schule ist für Eltern und Kinder sehr groß: Auf einmal ist das Kind ein Schulkind. In der Schule gibt es keine Eingewöhnung wie damals im Kindergarten, es kommen neue Lehrer, die die Eltern vielleicht noch nicht individuell kennen lernen konnten und auch die Kinder treffen vielleicht ganz neu aufeinander. Irgendwann kommt sogar der Moment, an dem das Kind den Weg zur Schule alleine gehen oder fahren möchte.Viele Herausforderungen für alle Seiten, viele Entwicklungsaufgaben und -möglichkeiten. Als Eltern wachsen wir mit diesen Aufgaben und ganz besonders wachsen auch unsere Kinder in der Schulzeit an den Möglichkeiten – nach ihrem eigenen Tempo. Weiterlesen

Wieviel Taschengeld für Kinder? 5 Tipps für einen guten Umgang

Die Frage nach dem Taschengeld ist eine immer wieder schwierige Frage, die in der frühen Kindheit und spätestens mit Eintritt in die Schule auftritt: Brauchen Kinder überhaupt Taschengeld und wenn ja, wie viel? Wie können Kinder einen guten Umgang mit Geld in einer Konsumgesellschaft erlernen? Und was dürfen sie sich von ihrem Taschengeld kaufen? Dürfen wir Eltern da mitbestimmen? Weiterlesen

Programmieren lernen für Kinder mit Dash

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Als unsere Tochter von der ersten Computerstunde aus der Schule nach Hause kam und berichtete, die Schulcomputer würden sie an das Vintage Computing Festival erinnern und sie würde dort mit Paint Bilder malen im Unterricht, beschlossen wir, diesen Bildungsbereich weitestgehend in unsere Hände zu übernehmen. Denn die Nutzung digitaler Medien als weiteres Kreativwerkzeug in Ergänzung zum Malen, Plastizieren und Basteln ist eine Bereicherung, die wir gerne in unseren Alltag einbinden. Unsere Kinder sind viel draußen, spielen viel, gestalten viel und haben dennoch auch Zugang zu Fernseher und Computer. Weiterlesen

Was ist wichtig beim Abholen von Kita oder Schule?

Wenn Eltern ihre Kinder vom Kindergarten, von Verwandten, Freunden oder von der Schule abholen, liegt hinter ihnen oft ein anstrengender Tag: vielleicht war die Arbeit anstrengend, sie hatten einen Arzttermin, waren eventuell Verwandte pflegen, mussten dringende Besorgungen erledigen oder während der Fahrt zum Kind lange in öffentlichen Verkehrsmitteln gedrängt stehen. Sie sind so manches Mal gestresst, erschöpft, in Gedanken noch woanders.

Wenn Eltern ihre Kinder vom Kindergarten, von Verwandten, Freunden oder von der Schule abholen, liegt hinter ihnen oft ein anstrengender Tag: vielleicht haben sie etwas Neues, Herausforderndes gelernt, sich an spannenden Dingen erprobt, vielleicht hatten sie Streit mit einem Freund oder einer Freundin, haben sich verletzt. Eventuell haben sie am Morgen ihr Lieblingsspielzeug vergessen und heute vermisst. Vielleicht hatten sie Sehnsucht nach ihren Eltern. Sie sind manches Mal gestresst, erschöpft, in Gedanken noch woanders.

Eltern und Kinder haben ähnliche Bedürfnisse

So sieht manchmal die Vorgeschichte aus, bevor Eltern und Kinder aufeinandertreffen. Was sie brauchen – beide – sind Entspannung, Ruhe, liebevolle Zuwendung und Verständnis. Als Eltern können wir unseren Kindern das geben. Als Kinder ist es nicht ihre Aufgabe, uns dies zu geben. Wir Erwachsene müssen selbst für uns und unser Wohlergehen sorgen, während wir lange Zeit der Kindheit dafür zuständig sind, unseren Kindern dies zu ermöglichen. Wir leiten die Anspannung ab, wir sind da, und helfen, die Gefühle zu regulieren und wieder zu einer Entspannung zu kommen.

Abholen und ganz da sein

All dies können wir Eltern aber meist erst dann, wenn es uns selbst gut geht, wenn auch wir ein wenig entspannt sind. Deswegen ist es so wichtig, dass wir uns dessen bewusst werden und eine passende Abholsituation gestalten: Eine Pause vor dem Zusammentreffen ist für viele Eltern hilfreich, um sich zu zentrieren und anschließend das Kind gut abholen zu können. Und wenn wir dann bei unserem Kind sind, sollten wir in der Übergangszeit des Abholens auch wirklich ganz anwesend sein und das Kind dort abholen, wo es sich befindet. Das gelingt, indem wir uns wirklich auf das Kind einlassen und nicht ablenken. Jetzt sind wir hier, genau hier. Wir hören zu, wir sehen es an: Wir erkennen an den vielen kleinen Gesten, was für ein Tag es heute war. Wir nehmen in den Arm oder sind auch mal ganz still und einfach nur da. Diese Zeit ist ein besonderer Moment, ein inniger Moment. Ein Ankommen beim Abholen. Auch dann, wenn das Kind schlechte Laune hat und gleich all seine Anspannungen los werden möchte und muss.

Vor dem Abholen:

  • Ein kurzer Moment der Ruhe für sich selbst: einen Kaffee trinken, einen Tee trinken, auf der Parkbank sitzen und durchatmen – Kümmere dich um dich, damit du dich danach um dein Kind kümmern kannst.
  • Gönn Dir diese Pause ohne schlechtes Gewissen.
  • Den Tag kurz vor dem inneren Auge vorbeiziehen und all die negativen Dinge hinter sich lassen.
  • An die weitere Tagesplanung denken und den Nachmittag mit dem Kind kurz planen.
  • Das Telefon ausschalten/ruhig schalten oder nicht ran gehen: Die Abholsituation ist für das Kind da.

Habt Ihr noch mehr Tipps?
Eure

 

 

 

Welcher Schulranzen? Unsere Erfahrungen mit Scout + Verlosung des Testsiegers Scout Alpha

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Vor eineinhalb Jahren wurde mein großes Kind eingeschult. Ich erinnere mich noch sehr genau an diesen Tag, die Aufregung, die Tränen in meinen Augen als sie aufgerufen wurde und zum ersten Mal mit ihre zukünftige Klasse ging. Ein unglaublich emotionales Ereignis, wie sie dort stand mit ihrem Schulranzen und ihrer großen Schultüte. Natürlich kamen dabei auch ein wenig die Erinnerungen zurück an meine eigene Einschulung vor so vielen Jahren. Wie ich damals voller Aufregung diesem neuen Lebensabschnitt entgegen sah und wie viel sich dadurch veränderte.

Scout aus Tradition und im Härtetest seit bald 2 Jahren

Wie wir zu unserem Schulranzen kamen und dass meine Tochter einen Ranzen von Scout hat, wie ich auch ich bei meiner Einschulung 1986, habe ich schon einmal hier berichtet. Auch heute nach 1,5 Jahren ist er in Verwendung und in einem tadellosen Zustand, obwohl natürlich in dieser Zeit auch die Dinge passierten, die eben mit Schulranzen passieren: Die ins falsche Fach gelegte Trinkflasche ist einmal ausgelaufen, ebenso wie ein nasser Tuschkasten einige Bücher befleckte. Er wurde schon wütend in die Ecke geworfen, ist vom Gepäckträger gefallen, wurde durch Sonne und Regen getragen und die kleineren Geschwister lieben es, mit dem Magnetverschluss zu spielen und auszuprobieren, ob er vielleicht doch schon passt. Doch all das hat ihm nichts anhaben können: Er sitzt und wächst mit und wird weiterhin getragen. Auch das damals ausgesuchte Motiv ist noch immer beliebt.

Neues aus dem Hause Scout: Der Scout Alpha als Testsieger ÖKO-TEST

Neben unserem Modell Sunny gibt es im Hause Scout noch die Modelle Genius und Alpha. Sie alle verfügen über ein ergonomisch gepolstertes Rückenpolster, ein mitwachsendes Tragegurtsystem, fluoreszierende Warnflächen und andere sinnvolle Eigenschaften. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen liegen im Design, der Größe, dem Gewicht und Volumen. Der Scout Alpha ist unter den drei Modellen der Ranzen mit dem größten Volumen. Und er hat nun ganz neu noch eine besondere Auszeichnung erhalten: ÖKO-TEST testete 10 aktuelle Schulranzenmodelle (4/2017). Der Scout Alpha erhielt als einziges Modell die Note „gut“, gefolgt vom Fliegengewicht XS der Marke DerDieDas. Besonders hervorzuheben am Scout Alpha ist nicht nur Bedienbarkeit und Handhabung, die wir beim Sunny auch als sehr komfortabel empfanden, sondern vor allem auch Regenschutz und Sicherheit: Die Schulmaterialien nässen bei Regen nicht durch und vor allem sind die retroreflektierenden und fluoreszierenden Flächen sehr wichtige Bestandteile zum Schutz der Schulkinder im Straßenverkehr. Die Warnflächenfarben gelb und orange-rot entsprechen der DIN-Norm, die neuen Warnflächenfarben Grün und Pink von Scout weisen gute Werte auf, sind jedoch in der aktuellen Schulranzennorm noch nicht definiert.

Worauf kann ich beim Ranzenkauf achten?

Der Schulranzen ist ein täglicher Begleiter über viele Jahre und deswegen sollte er nicht einfach nur nach optischen Gesichtspunkten ausgewählt werden. Wir haben uns im Fachgeschäft eingehend informieren lassen inklusive Probetragen mit gepacktem Ranzen. Hier werden alle Funktionen genau erklärt wie auch das Nachstellen des Ranzens, wenn das Kind größer wird und die Bedeutung der Gurte. Eine Fachfrau/ein Fachmann kann beurteilen, ob der Schulranzen optimal, gesund und sicher sitzt. Darüber hinaus sind nach unserer Erfahrung auch wichtig:

  • Fluoreszierende Flächen für Schutz im Straßenverkehr – gerade dann, wenn die Kinder das Fahrrad nutzen oder irgendwann allein zur Schule gehen
  • verstellbare Gurte zur optimalen Anpassung
  • „Mitwachsmöglichkeit“
  • gepolsterte Tragegurte, wenn die Tasche doch mal etwas schwer ist
  • übersichtliche Innenaufteilung, damit Sachen gut geordnet (und wiedergefunden!) werden
  • kindgerechte Bedienung
  • extra Seitentaschen für Getränke und Essen (auch ausreichend groß)
  • Nässeschutz bei Regen

Verlosung eines Scout Alpha

Für uns ist der Scoutranzen die richtige Wahl gewesen. Deswegen freue ich mich, dass Scout einen Schulranzen der Reihe Scout Alpha für euch zur Verfügung gestellt hat. Ihr könnt eines der der 8 limitierten Exklusiv-Modelle hier gewinnen.

So nimmst Du an der Verlosung teil:

  • Verlost wird ein limitiertes Exklusiv-Modell Scout Alpha
  • Kommentiere zur Teilnahme hier auf dem Blog: Welches wäre das Modell Deiner Wahl: Goal, Bat, Desert Race, Dino Bite, Mandala, Glitter Heart, My Pretty Garden oder Cinderella?
    Bitte kommentiert mit vollständigem Namen oder in anderer Weise individuell, so dass nach der Auslosung eine eindeutige Zuordnung des Namens möglich ist (bspw. ist eine Zuordnung schwierig, wenn es 20 Stefanies gibt, daher dann lieber Stefanie_79 oder ähnlichen Namen wählen). Bitte kommentiere nur einmal: Manchmal dauert es ein paar Stunden, bis Dein Kommentar freigeschaltet werden kann, aber er geht nicht verloren.
  • Die Teilnahme steht in keinem Zusammenhang mit Facebook.
  • Teilnahmeberechtigt sind alle volljährigen natürlichen Personen.
  • Die Teilnahme beginnt am 14. April 2017 um 7:00 Uhr und endet am 17.  April um 24 Uhr. Verlost wird nach Teilnahmeschluss am 18. April 2017.
  • Der/die Gewinner/in wird im Anschluss nach dem Zufallsprinzip ermittelt und unter dem Kommentar zur Teilnahme benachrichtigt. Schaut deswegen einfach wieder vorbei, ob Ihr ausgelost wurdet.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
  • Sollte sich der/die Gewinnerin nicht spätestens 10 Tage nach der Verlosung zurück melden, verfällt der Gewinn.

 

Eure
Susanne_clear Kopie

Die Verlosung ist beendet, die Gewinnerin in den Kommentaren hervorgehoben.

Muss mein Kind seine Lehrer*innen mögen?

Kürzlich schrieb mein Mann hier in einem seiner Artikel darüber, dass das Kind in Bezug auf die Lehrer*innen in der Schule recht unterschiedliche Empfindungen hat und einige Lehrer*innen schlichtweg nicht mag. Daraufhin ergab sich auf Facebook eine Diskussion darum, ob Kinder ihre Lehrer*innen mögen müssen oder nicht und ob es im Falle von negativen Gefühlen die Aufgabe der Eltern sei, die Kinder dahingehend zu beeinflussen, dass sie die Lehrer*innen doch mögen. Ich habe lange darüber nachgedacht, mit anderen Eltern diskutiert und möchte dazu gerne unsere persönliche Einstellung erläutern.

Die Qualität in Kindergärten steht in Frage

Vor kurzer Zeit hat sich die Diskussion um die Betreuungsqualität in den Kindertageseinrichtungen eröffnet. Schon lange gibt es verschiedene Missstände. Nun ist im Rahmen der Debatte um den Ausbau der Betreuungsplätze unter Vernachlässigung der pädagogischen Qualität endlich die Tür dazu aufgegangen, öffentlich über die Probleme in der Kinderbetreuung zu sprechen. Die ZEIT hat sich diesem Thema in einer ganzen Artikelreihe gewidmet, wie hier und hier zu lesen ist und berichtet hier darüber, wie Kontrollsysteme versagen. Auch auf den Elternblogs (als Spiegel der Gesellschaft) ist immer wieder von den schlimmen Zuständen in einigen Kitas zu lesen, wodurch sich die schreibenden Eltern für den Weg „Kindergartenfrei“ entscheiden. Es ist deutlich: Es gibt – nicht überall und in jeder Kita, aber an vielen Stellen – keine gute Qualität für die Begleitung von Kindern. Es ist zu hoffen, dass die nun angefangene Diskussion um die Qualität zu Änderungen führt.

Müssen wir bei „großen Kindern“ nicht diskutieren?

Doch bislang beschränkt sich die Diskussion größtenteils auf Tagespflege und Kindergarten. Schule und Hort tauchen nur vereinzelt in der Diskussion um Qualität auf und oft werden die Besorgnisse der Eltern von größeren Kindern auch kritisch betrachtet oder verlacht. Die Kinder seien ja nun „groß“ und Eltern wären Helikoptereltern. Und auch wenn es durchaus Aspekte gibt, die an den Eltern zu bemängeln sind, die ihren Kindern zu wenig Freiraum lassen für die Entwicklung und zu wenig Selbständigkeit ermöglichen, gibt es durchaus Aspekte der Qualität des Lehrer*innenverhaltens, die kritisiert werden dürfen und sollten. Kürzlich war beispielsweise hier bei Butterflyfish über die Loser-Bank im Sportunterricht zu lesen. Ein Einzelfall? Wahrscheinlich nicht. Aus persönlichen Gesprächen höre ich immer wieder davon, wie Kinder in den ersten Klassen von Lehrer*innen und/oder Erzieher*innen vorgeführt werden: Kinder, die vor der ganzen Klasse getadelt werden für Verhalten, sich sogar noch in die Ecke stellen mussten. Kinder, denen versagt wurde, auf die Toilette zu gehen in der ersten Klasse und die deswegen in die Hose machen mussten. Kinder, deren Familienstand oder sozioökonomischer Status vor der Klasse diskutiert wird. Es scheint, als sei nicht nur die Qualität der Kindertagesbetreuung zu diskutieren, sondern auch das pädagogische Verhalten der Lehrkräfte und/oder Erzieher*innen in der Schule. Und diese Diskussion muss sich auf alle Schulen erstrecken. Oft ist zu hören, dass die Qualität in freien oder privaten Schulen besser sei. Doch nicht alle Familien können sich das leisten.

Mit Schulkindern reden

Was bedeutet das nun für das Empfinden des Kindes und die Frage danach, ob ein Kind alle Lehrer*innen mögen muss? Nein, natürlich muss es das nicht. Können wir ernsthaft erwarten, dass ein Kind, das oben geschilderte Situationen erleben muss, die Personen mag, die ihm das antun? Kein Kind muss alle Menschen mögen. Genauso wenig wie Kleinkinder alle anderen Menschen mögen oder artig die Hand oder ein Küsschen geben müssen. Wir müssen die Empfindungen unserer Kinder ernst nehmen und ein offenes Ohr dafür haben, was sie aus ihrem Schulalltag berichten. Es ist vollkommen legitim, ihnen zu vermitteln: Nein, Du musst Deine Lehrer*innen nicht mögen. In schwerwiegenden Fällen wie den oberen müssen wir als Eltern mit den Lehrkräften ins Gespräch kommen und unsere Kinder in Schutz nehmen: zu ihrem eigenen Schutz und auch in Hinblick darauf, was Kinder aus diesem Verhalten lernen und wie sie zukünftig mit anderen Menschen umgehen. Sie verbringen viel Zeit in der Schule und erlernen neben den fachlichen Inhalten auch soziale Aspekte. In Hinblick auf die Gestaltung unserer Zukunft liegt es an uns und anderen Vorbildern, was wir unseren Kindern mitgeben und wie sie später das Leben gestalten. Und wir müssen als Eltern ihren negativen Gefühlen Raum geben und sie zulassen. Wut, Enttäuschung, Trauer sind Gefühle einen Kindes, die es erlebt und die es auch ausdrücken muss. Wir als Eltern sollten sie wahrnehmen und auffangen. Wir können mit Lehrkräften sprechen. Aber vor allem auch mit unseren Kindern und ihnen sagen: „Nein, Du musst Menschen nicht mögen, die sich Dir gegenüber schlecht verhalten.“ Aber gleichzeitig können wir ihnen vermitteln, wie sie damit gut umgehen können und andere Menschen respektvoll behandeln, auch wenn sie sie nicht mögen. Und dass in den vielen Schuljahren ganz sicher auch Lehrer*innen dabei sind, die sie mögen werden. Bis dahin begleiten wir sie, stärken sie und unterstützen.

Was meintIhr dazu? Wie geht Ihr damit um? Habt Ihr auch Negativbeispiele erlebt?

Eure

 

 

Loslassen – das erste Kind ist Lehrmeister*in

Es geht immer wieder um das Loslassen: Das Loslassen des Babys bei der Geburt, das Gebären. Dem Baby Freiheit geben und Nähe. Das Baby und Kleinkind Erfahrungen sammeln lassen, es nicht vor allem behüten, sondern Lernerfahrungen ermöglichen, damit es sich sein Bild von der Welt machen kann. Das Kind bei anderen Menschen sicher wissen, es irgendwann auf Kindergeburtstagen allein lassen. Übernachtungen bei Freund*innen. Irgendwann wird es einkaufen gehen und allein zur Schule gehen. Das erste Mal ausgehen abends. Die erste lange Reise allein mit Freund*innen. Wir Eltern müssen immer wieder vertrauen, immer wieder loslassen. Denn es ist richtig und gehört dazu. Aber es fällt so schwer – gerade beim ersten Kind.

Die ersten Kinder sind immer besonders, denn alles ist neu und als Elternteil muss man sich erst einmal heranfühlen an das Leben als Elter: an die Nähe und auch die Sicherheit, dem Kind Raum für sich zu geben. Sie sind so klein, so zerbrechlich und wir Eltern wollen sie beschützen und umhegen und natürlich wollen wir nicht, dass es ihnen schlecht geht, dass sie sich verletzen oder negative Erfahrungen machen. Beim zweiten Kind haben wir viel Wissen schon in uns, wir können mit vielen Dingen entspannter sein und auch ein Auge zudrücken, denn wir haben gemerkt: es schadet ja nicht. Oder es liegt außerhalb unseres Möglichkeitsraums. Das zweite Kind bekommt vom größeren Geschwisterkind heimlich ein Stück Schokolade zugeschoben – in einem Alter, als das große Kind nichtmal wusste, dass es das gibt. Das zweite Kind darf viel früher abenteuerlichere Sachen machen, weil wir wissen, dass Kinder das eben können. Und ein wenig wird es so mit jedem weiteren Kind entspannter.

Aber das erste Kind bleibt immer erstes Kind, immer Vorreiter in allem. Denn mit ihm erleben wir Eltern auch weiterhin immer erste Situationen, auch wenn es größer wird. Beim ersten Kind sind wir immer wieder auch Anfängereltern, denn nie zuvor hatten wir ein Schulkind, nie zuvor die Pubertät eines eigenen Kindes erlebt. Das erste Kind fordert uns immer wieder neu zum Loslassen heraus und ebnet den Weg dafür, dass wir später wissen, wie es richtig geht.

Auch für mich ist mein erstgeborenes Kind noch immer eine große Lehrmeisterin des Loslassens. Heute geht es nicht mehr um die Babythemen. Ich habe gelernt, all diese Dinge gut zu meistern. Doch im Alltag mit meinem großen Kind stellen sich mir neue Herausforderungen und Ängste und Sorgen, über die ich nun erstmals neu springen muss, um den Weg mit den anderen Kindern gelassener zu gehen.

Als mein Kind in dieser Woche auf einmal nicht wie immer am Abholtreffpunkt nach der Schule war und auch nicht in der Schule oder der Nähe davon, war das für mich eine große Herausforderung. Es war einfach nach Hause gegangen, weil es mich überraschen wollte und wir haben uns wohl irgendwie verpasst. Im zweiten Moment – nach dem Erschrecken, nach einer Träne der Erleichterung – blickte ich mein Kind an und sah, dass es nun wirklich schon ganz schön groß ist. Und dass es wohl längere Wege schon allein zurück legen kann, weil es sich das zutraut. Und ich muss lernen, dass es sich das zutraut und dieses Gefühl richtig ist. Flügel geben bedeutet manchmal, über den eigenen Schatten zu springen.

Eure

Susanne_clear Kopie