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Einschlafrituale als Brücke zum Schlaf für Babys und Kleinkinder

Und wieder ist es Abend und wieder stellt sich die Frage: Wie schläft das Kind ein? Muss es jetzt eigentlich schon allein einschlafen können? Und wenn nicht jetzt, wann dann? Wie lange werde ich hier liegen/sitzen/stillen, damit das Kind in den Schlaf findet? Und warum erzählen die anderen eigentlich, dass bei ihnen alles ganz anders läuft?

Schau auf dein Kind

Bei allen Gemeinsamkeiten, Durchschnittswerten und Studien zum Schlaf und insbesondere zum Schlaf von Kindern ist es dennoch so, dass Schlaf und besonders das Einschlafen viele individuelle Komponenten hat. Manche Kinder schlafen leichter allein ein, anderer schwerer. Manche Kinder brauchen länger eine Einschlafbegleitung, manche kürzer. Manche Kinder kommen gut zur Ruhe im engen Körperkontakt, manchen reicht die Stimme einer Bezugsperson oder eine Berührung. Wir sollten uns weniger mit den anderen Kindern und ihren Gewohnheiten beschäftigen und mehr das Kind sehen, das sich direkt vor uns befindet: Was ist es, was dieses Kind beruhigt? Was hilft diesem, meinem Kind, in den Schlaf zu finden? Und auch: Was ist es bei diesem Kind, während ein anderes meiner Kinder vielleicht anders ist?

Der langsame Weg in den Schlaf

Während Babys oft einfacher den Weg in den Schlaf finden, ist es bei Kleinkindern manchmal schwieriger. Wir merken: Das Kind ist müde. Aber es findet nicht hinein in den Schlaf, will noch hier entdecken, da spielen oder noch eine Geschichte erzählen oder vorgelesen bekommen. Wie so oft merken wir auch hier: Es geht um Entwicklungsressourcen. Das Kleinkind möchte noch weiter lernen, erfahren oder fordert nach einem langen Tag noch Beziehung und Zuwendung von Bezugspersonen ein. Aber auch Babys sind manchmal nicht einfach in den Schlaf zu begleiten. Hilfreich ist es deswegen, wenn wir unser Denken über das Einschlafen ändern: Einschlafen „passiert“ nicht von Jetzt auf Gleich, sondern ist ein Prozess, eine Entwicklung. Und diese braucht auch, dass die Rahmenbedingungen richtig und Bedürfnisse erfüllt sind: nach Wärme, Sättigung, Sicherheit, aber eben auch das Gefühl, dazu zu gehören und emotional gesättigt zu sein am Ende des Tages.

Wenn diese Grundbedürfnisse erfüllt sind, können wir sehen, wie wir das Kind in den Schlaf begleiten. „In den Schlaf begleiten“ zeigt uns bereits als Redewendung, dass es eine Begleitung ist über einen Zeitraum. Eine Ruhe, die sich nach und nach ausbreitet in den Abläufen, in den Aktivitäten. Ein Übergang vom aufregenden Tag in ein langsames Geschehen bis hin zur richtigen Ruhe. Und welches Ritual hier für diesen Übergang zum Beruhigen, zum Zur-Ruhe-Finden gut ist, entscheidet jede Familie für sich. Sie können unterschiedlich sein, diese Rituale. Vielen Kindern hilft Regelmäßigkeit, einige mögen aber auch einen Wechsel der Rituale.

Sanft in die Abendruhe überführen: das Bad

Auf viele Kinder hat ein entspanntes Bad am Abend eine beruhigende Wirkung. Manche aber werden dadurch auch eher aufgeregt und genießen das Spiel im Nass aufgeweckt. Hier muss entschieden werden, welcher Typ das Baby oder Kleinkind ist. Spezielle Badezusätze mit für Babys und Kleinkindern geeigneten (!) ätherischen Ölen können unterstützen, werden aber ein Kind, das durch das Bad eher angeregt wird, nicht müde machen. Außerdem ist ein tägliches Bad für die empfindsame Babyhaut nicht empfehlenswert, daher eignet sich das Bad nur bedingt als regelmäßiges Ritual für den Übergang.

Vor dem Schlafen: eine Massage?

Eine Massage ist Nahrung für Haut und Gefühlswelt: Bei der Massage sind wir mit dem Baby verbunden, achten auf die Signale des Babys und berücksichtigen diese, sind zugewandt und kommunizieren. Mit einem Öl können wir dabei die Haut pflegen und mit sanften und rhythmischen Streichbewegungen beruhigen. Dabei ist eine ganz konkrete Technik nicht unbedingt erforderlich: Streichbewegungen von der Körpermitte hin zu den Extremitäten entspannen eher. Wichtig dabei: Darauf achten, welche achtsamen Berührungen das Baby wirklich mag und mit welchem Druck dabei massiert werden kann: Manche Kinder mögen sanfte Streicheleinheiten, manche einen stärkeren Druck.

Einschlafstillen/-trinken

Es ist der Klassiker unter den stillenden Familien: Das Baby schläft an der Brust ein. Viele Babys tun das sehr lange sehr zuverlässig. „Einschlafstillen wirkt so zuverlässig wie eine Narkose“ schreibt dementsprechend auch Hebamme und IBCLC Anja C. Gaca: Das Kind ist im Körperkontakt, dadurch gewärmt, beruhigt vom Herzschlag und dem Rhythmus der Atmung, gesättigt und an der Nahrungsquelle, in Sicherheit gewogen und dazu mit schlaffördernden Inhaltsstoffen der Muttermilch versorgt. Ist Einschlafstillen schlimm? Nein, solange es für die stillende Person und das Baby in Ordnung ist, kann beruhigt in den Schlaf gestillt werden. Ist das Stillen als Brücke zum Schlaf nicht mehr gewünscht, braucht das Baby ein anderes Ritual, an das es herangeführt und dabei begleitet wird, bis es dieses übernommen hat. Praktisch ist, wenn das Baby nicht ausschließlich an der Brust einschläft, sondern auch andere Übergänge nutzt, die dann für die Umstellung herangezogen werden können. Dass das Baby erst einmal auf dem alten Ritual beharrt, ist normal. Mit einer beständigen und einfühlsamen Begleitung aber wird es an eine neue Möglichkeit herangeführt.

Auch Babys, die nicht an der Brust, sondern aus der Flasche trinken, nutzen dieses oft als Einschlafhilfe und die damit verbundene Bedürfnisbefriedigung auf vielen Ebenen durch Körperkontakt und Zuwendung. Auch hier gilt: Solange es in Ordnung ist, ist es ein schönes Ritual. Das Baby lernt hierbei aber insbesondere das Nuckeln als Brücke in den Schlaf kennen und wünscht sich dieses auch zukünftig beim Weg in den Schlaf. Viele Eltern sind davon irgendwann erschöpft. Fühlt es sich nicht gut an, kann ein anderer Übergang gesucht werden – oder schon früher das direkte Einschlafen nicht mit dem Nuckeln verbunden werden, sondern ein Zwischenschritt zwischen dem Trinken und Einschlafen eingefügt werden: Das Baby wird fast schlafend abgelegt und ohne Nuckeln weiter begleitet.. Wichtig ist dabei, dass – unabhängig ob Muttermilch oder künstliche Säuglingsnahrung – Babys oft noch lange nachts Nahrung brauchen, die Mahlzeiten also durchaus noch wichtig sind, wenn das Baby Hunger hat.

Wiegen und Tragen

Das Wiegen und Tragen sind ebenso wunderbare Einschlafrituale für den Übergang. Im Tragetuch, der Babytrage oder im Kinderwagen oder der Federwiege schlafen Babys durch den Rhythmus und die Bewegung – eine Erinnerung an die vorgeburtliche Zeit des Gewiegtwerdens zusammen mit dem Gefühl, sicher in der Nähe der wiegenden Bezugsperson zu sein.

Wie auch beim Ablegen beim Einschlafstillen gilt auch hier, dass sich das Baby erst dann aus der Trage heraus gut ablegen lässt, wenn es die erste Tiefschlafphase erreicht hat. Erst nach etwa 20 Minuten REM-Schlaf geht das Baby in den Tiefschlaf über und lässt sich so auch ablegen. Wird es vorher abgelegt, erschrickt es oft. Wiegen und tragen sind daher eine gute Methode, um in den Schlaf zu begleiten, aber können auch einige Zeit in Anspruch nehmen. Sie sind oft auch das Mittel der Wahl, wenn nach dem Einschlafstillen ein neues Ritual gesucht wird.

Im Bett: Singen und Erzählen

Ist die Zeit des Einschlafstillens oder -tragens vorbei, werden die Babys/Kleinkinder im Bett in den Schlaf begleitet. Einige Familien wählen dies auch gleich als Methode zur Begleitung, so dass das Baby von Anfang an das Bett als sicheren und beruhigenden Schlafort wahrnimmt, sofern es sich mit dem Einschlafen im Bett begnügt. Für all jene, die erst später im Bett das Einschlafen begleiten, bietet sich ein Übergang zwischen den beiden Phasen an: Ein Lied, das beim Einschlaftragen gesungen wird, kann dann auch im Bett gesungen werden und so an die Einschlafzeit erinnern. Manchmal gibt es auch Lieder oder eine Musik, die schon aus der Zeit im Uterus noch bekannt ist. Generell gilt: unsere Stimmen sind vertraut, schenken Sicherheit und das Gefühl, dass umsorgende Personen in der Nähe sind. Babys schlafen deswegen – anders als wir manchmal denken – gar nicht so gerne in der Stille, sondern bevorzugen normale Hintergrundgeräusche, die signalisieren: alles in Ordnung, die Familie ist da.

Wer bringt das Baby ins Bett?

Der- oder diejenige mit ausreichend Kraft und Ruhe bringt das Baby ins Bett. Unsere Kinder spüren sehr gut, wenn wir angespannt sind oder unruhig, weil wir keine Lust haben, nach einem ohnehin schon anstrengenden Tag auch noch zwanzig Minuten im Bett zu liegen beim Kind. Diese Anspannung überträgt sich und lässt auch das Kind unruhiger werden. Die Brücke zum Schlaf baut deswegen die Person, die dafür die notwendige Gelassenheit mitbringt. Dabei gilt aber auch: Rituale können zwischen Eltern unterschiedlich aussehen: Während das Baby bei einer Person in den Schlaf gestillt wird, wird es bei der anderen vielleicht getragen oder in den Schlaf gesungen. Es gibt kein Richtig oder Falsch in der liebevollen Begleitung, nur unterschiedliche Wege, die zum Ziel führen.

Und wie sieht Euer Ritual aus?
Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Weiterführende Literatur:
Mierau, Susanne (2016): Geborgen wachsen. Wie Kinder glücklich groß werden. – München: Kösel.
Mierau, Susanne (2017): Geborgene Kindheit. Kinder vertrauensvoll und entspannt begleiten. – München: Kösel.
Lüpold, Sibylle (2014): Ich will bei euch schlafen! (Ein-)Schlafen lernen mit Co-Sleeping. – Freiburg: Urania Verlag.
Renz-Polster, Herbert/Imlau, Nora (2016): Schlaf gut, Baby! Der sanfte Weg zu ruhigen Nächten. – München: Kösel.

Adventskalender 2. Advent 2019 {Werbung}

Wie sieht sie aus, die „Geborgene Kindheit“? Es ist eine Mischung aus Wurzeln und Flügeln, aus Anerkennung, Respekt und Bedingungslosigkeit. Darum geht es in diesem schönen Adventskalendertürchen.

Geborgene Kindheit: Kinder vertrauensvoll und entspannt begleiten“ zeigt auf, wie es nach der geborgenen Babyzeit so weiter geht. Denn gerade wenn das erste Jahr vorbei ist und auf einmal die großen Themen anstehen wie das „Ich“, „Nein“, aber auch die Frage danach, wann denn Kinder nun endlich durchschlafen, wann sie keine Windel mehr tragen und wie lange sie überhaupt einen Schnuller brauchen, wird es kompliziert mit dem bedürfnisorientierten Weg. Und dabei dürfen wir Eltern auch nicht aus dem Blick verloren gehen – sowohl als Paar, als auch als eigenständige Personen. Um all das geht es in „Geborgene Kindheit“.

Nicht erst wenn sie selber reden können, sondern auch schon vorher ist das Thema „Reden mit Kindern“ wichtig – aber gerade dann, wenn wir vielleicht unterschiedlicher Meinung sind, ist es gar nicht so einfach. Unser Bild „Reden mit Kindern“ als Leinwandbild erinnert dich jeden Tag daran, worauf es im Gespräch ankommt. Die Bilder zu unserer Postkartenserie gibt es jetzt ganz neu hier bei Juniqe zu bestellen (und hier auf Instagram gibt es sogar noch einen Rabattcode für eine Woche). Und die kleine Postkarte „Essen mit Kindern“, vielleicht am Kühlschrank angebracht, erinnert daran, worauf es bei den Mahlzeiten wirklich ankommt.

Was wir eigentlich alle wollen und was uns dennoch gar nicht so leicht fällt mit Kleinkindern ist es, sie selbständig sein zu lassen. Unser Pin „selbst angezogen“ ist ein Zeichen und eine Erinnerung daran, dass unsere Kinder schon so viel alleine können und wir sie auch machen lassen müssen. Vielleicht sind es zwei verschiedene Socken und das Hemd ist falsch herum angezogen, aber es ist so toll, dass das Kind das alleine machen kann. „Selbst angezogen“ zeigt anderen: Kinder sind kompetent und dürfen es auch sein.

Verlosung

Dieses „Geborgene Kindheit“ Set ist genau richtig für Dich? Dann nehme ganz einfach an der Verlosung teil:

  • Verlost wird ein „Geborgene Kindheit“ Set, bestehend aus dem Buch „Geborgene Kindheit“, einem Leinwandbild „Reden mit Kindern“, einer Postkarte „Essen mit Kindern“ und dem Pin „selbst angezogen“
  • Kommentiere zur Teilnahme hier auf dem Blog
  • Bitte kommentiert individuell, so dass nach der Auslosung eine eindeutige Zuordnung des Namens möglich ist (bspw. ist eine Zuordnung schwierig, wenn es 20 Stefanies gibt, daher dann lieber Stefanie_79 oder ähnlichen Namen wählen). Bitte kommentiere nur einmal: Manchmal dauert es ein paar Stunden, bis Dein Kommentar freigeschaltet werden kann, aber er geht nicht verloren.
  • Die Teilnahme steht in keinem Zusammenhang mit Facebook oder Instagram.
  • Datenschutzhinweis: Dieses Gewinnspiel ist nicht an weitere Kontaktaufnahme wie Newsletter und Werbung gekoppelt. Die Daten der TeilnehmerInnen werden nicht weitergehend ausgewertet oder zu Werbezwecken gebraucht. Alles weitere zum Umgang mit Daten findet Ihr im Datenschutzhinweis
  • Teilnahmeberechtigt sind alle volljährigen natürlichen Personen mit Postanschrift in Deutschland.
  • Die Teilnahme beginnt am 8. Dezember 2019 um 8:30 Uhr und endet am 8. Dezember 2019 um 24 Uhr. Verlost wird nach Teilnahmeschluss.
  • Der/die Gewinner/in wird im Anschluss nach dem Zufallsprinzip ermittelt und erhält eine Benachrichtigung per Email oder als persönliche Nachricht auf Instagram . Eine Veröffentlichung des Namens findet aus Datenschutzgründen nicht statt.
  • Die Adresse der Gewinnerin/des Gewinners wird ausschließlich für den Versand des Gewinns genutzt.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
  • Sollte sich der/die Gewinnerin nicht spätestens 10 Tage nach der Verlosung zurückmelden, verfällt der Gewinn.

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Mit anderen Menschen über „Erziehung“ sprechen

Wir kennen es alle: Die Familienfeier, auf der auf einmal das Thema schwenkt auf die „fehlende Erziehung“ der Enkelkinder/Nichten/Neffen, der Spielplatz, auf dem fremde Eltern auf einmal anmerken, „bei ihnen gibt es ja sowas nicht“. Erziehung ist ein Thema, über das diskutiert wird – und manchmal sogar gestritten. Während es uns bei Fremden manchmal leichter fällt, unsere eigene Haltung darzulegen und sich dabei gut zu fühlen, ist das bei der eigenen Familie oder im Bekanntenkreis schon schwerer. Wie aber kommen Eltern nun gut durch solche Gespräche?

Die neue Rolle als Eltern finden, ist nicht immer einfach

Gerade am Anfang des Elternseins ist es schwer, in die neue Rolle zu finden: Nicht mehr das Kind zu sein, das den eigenen Eltern folgt und ihre Ratschläge annimmt, sondern eine eigene kleine Familie haben, für die die eigenen Leitsterne gelten, die sich manchmal unterscheiden von dem, was selbst erfahren wurde als Kind. Schnell passiert es, dass bei Familienzusammenkünften das Gefühl entsteht, unter beobachteten Augen zu stehen und sich Eltern verunsichert fühlen. Manches Mal kommen auch Empfehlungen und Belehrungen dazu oder es entsteht eine Diskussion darum, warum nun alles anders gemacht wird, schließlich sei doch früher alles auch gut gelaufen.

Manche Großeltern oder andere Familienmitglieder lassen sich leichter auf neue Ansätze ein, andere schwerer. Manchmal gibt es auch solche, die gar nicht erst überzeugt werden müssen, weil sie von sich aus auch schon ähnlich mit ihren Kindern gelebt haben. Und dann gibt es Menschen, auf die wir treffen, die in ihren Ansätzen und Meinungen nicht nachgiebig sind. Es ist schwer, in solchen Situationen entspannt und bei den eigenen Grundsätzen zu bleiben.

9 Tipps für gute Gespräche

Um weniger verunsichert zu sein bei solchen Gesprächen, gibt es einige Punkte, die wir vorbereiten können, um uns in solchen Gesprächen sicherer zu fühlen.

  • Klarheit über die Erwartungen: In Diskussionen haben wir nicht selten die Vorstellung oder den Wunsch, dass wir die andere Person davon überzeugen, dass wir richtig liegen und sie falsch. Allerdings werden wohl die wenigsten Familienangehörigen/Großeltern auf einmal sagen: „Ach so, stimmt. Das war damals alles nicht so gut, ab jetzt machen wir es anders.“ Fundamentale Änderungen setzen eine Auseinandersetzung mit der (oft schmerzhaften) eigenen Vergangenheit voraus, die oft Zeit braucht. Erwarten wir also gar nicht erst, in einem einzelnen Gespräch eine Meinung grundlegend zu ändern. Wir können einen Samen sähen, ein Bewusstsein öffnen – vielleicht. Ansonsten stellen wir dar, dass wir einen anderen Standpunkt haben, den es zu akzeptieren gilt.
  • Emotionen nicht das Gespräch führen lassen: In Erziehungsfragen wird es schnell emotional. Denn wenn wir darüber sprechen, was wir heute warum anders machen, sprechen wir indirekt auch darüber, was uns vielleicht verletzt hat, was wir nicht gut fanden. Doch im Hier und Jetzt soll es eigentlich nicht um die eigenen Verletzungen gehen (obwohl auch das ein wichtiges Thema ist, das in Ruhe besprochen werden kann), sondern um die aktuelle Situation mit den eigenen Kindern. Daher: Die eigenen Verletzungen kennen, aber in diesem Gespräch trennen von dem, worum es aktuell geht.
  • Wohlwollen anderen gegenüber: Auch unsere Eltern wollten das Beste für uns – nur waren die Wege aus ihrer Sicht anders. Vorwürfe sind in solchen Diskussionen nicht zielführend. Gehen wir lieber davon aus, dass die Person ein gutes Ansinnen hat (schließlich möchte unser Gegenüber auch das Beste für dieses Kind jetzt – und weiß nicht, dass dahin vielleicht ein anderer Weg führt als der bislang bekannte).
  • Verständnis: Argument gegen Argument bringt uns nicht voran. Was uns aber voran bringen kann, wenn unterschiedliche Meinungen aufeinander treffen, ist das Nachfragen, damit wir die Beweggründe unseres Gegenüber besser verstehen: „Warum gehst du davon aus?“ „Warum denkst du das?“ „Interessanter Gedanke, erzähl mir mir davon, was dich dazu bewegt.“ Oder auch: „Interessant, verstehe ich Dich richtig, dass…“
  • Auf Basis der Gleichheit argumentieren: Wenn wir die Beweggründe unseres Gegenüber kennen, werden wir wahrscheinlich darin Punkte finden, die auch uns bewegen. Diese können wir aufgreifen und dann unsere Erkenntnisse damit verbinden: „Du möchtest auch, dass [das Kind] es leicht hat im Leben, so geht es mir auch. Und deswegen machen wir xy, weil die Forschung heute gezeigt hat, dass Kinder, die xy aufwachsen…“
  • Themenzentriert bleiben: Gerade in Diskussionen um Erziehung passiert es schnell, dass generalisiert wird. „Ja, wo kommen wir denn hin, wenn alle Kinder…“ oder „Wir sehen ja an der Jugend heute, dass…“ Aber darüber sprechen wir aktuell gar nicht. Wir sprechen jetzt gerade hier über dieses Kind, über diese Familie und diese Situation.
  • Ich-Botschaften verwenden: Sprich über dich und das, was du empfindest. Im Gegensatz zu Du-Botschaften werden diese Äußerungen weniger als Kritik empfunden, daher muss sich die andere Person nicht verteidigen, sondern erfährt etwas von der Gefühlswelt der sprechenden Person.
  • Fachwissen haben: Eltern müssen keine Psychologen oder Pädagogen sein. Dennoch ist es hilfreich in Diskussionen mit anderen, einige gute Studien oder Facherkenntnisse aufführen zu können, warum das, wie man es anders macht, nicht nur „moderner Schnickschnack“ ist, sondern tatsächlich Hand und Fuß hat. Ein paar Studien zum Schlafen von Babys und Kleinkindern, Fakten zum Stillen bzw. warum eine Beziehung auch gut sein kann ohne Stillen, Erkenntnisse aus der Hirnforschung zum Thema „Trotzphase“ geben eine solide Basis.
  • Sicherheit: Jede Familie darf ihren eigenen Weg gehen, um gemeinsam zu wachsen. – Und du gehst mit deiner Familie den Weg, der genau zu euch passt. Niemand kennt euer Kind so gut wie ihr. Niemand kennt eure Familiendynamik so gut wie ihr. Ihr geht den Weg, der für euch richtig ist. – Sich das immer wieder zu sagen oder vielleicht sogar als Erinnerungszettel an den Spiegel zu hängen, ist gut.

Mit diesen Hinweisen kannst du ein wenig entspannter in Familienfeiern und andere Diskussionen starten. Lass dich nicht verunsichern und bleib bei dem, was dir wichtig ist.
Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Weiterführende Literatur:
Mierau, Susanne (2018): Rundum geborgen …weil es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind großzuziehen. München: Kösel
Rosenberg, Marshall B. (2016): Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens. – Paderborn: Junfermann Verlag.
v. Kempis, Franzi (2019): Anleitung zum Widerspruch. Klare Antworten auf populistische Parolen, Vorurteile und Verschwörungstheorien. – München: Mosaik Verlag.

Adventskalender 1. Advent 2019 {Werbung}

Willkommen im Leben! Darum geht es hinter dieser Adventskalendertür: Um den Start mit dem Baby in dieses aufregende Abenteuer Elternschaft. „Jede Familie darf ihren eigenen Weg finden, um gemeinsam zu wachsen.“ steht in „Geborgen wachsen. Wie Kinder glücklich groß werden„. Im Buch geht es darum, was Babys und Familien wirklich brauchen für einen guten Start und auf welch vielfältige Weise das hergestellt werden kann. Ohne Druck, ohne Leitfaden, aber mit viel Liebe und Verständnis.

Nicht immer ist das Familiewerden einfach, wenn aus der Umgebung auf einmal ganz andere Ratschläge und Ideen kommen und es heißt „Das hat dir ja auch nicht geschadet, warum willst du denn jetzt alles anders machen!“ In „Rundum geborgen„, dem Buch für Großeltern, wird gezeigt, wie Großeltern und sonstige Familie Bindung und Beziehung aufnehmen können und so zu wichtigen Bezugspersonen des Kindes werden. Auf sanfte Weise werden die neuen Wege erklärt, warum was heute anders gemacht wird und so auch für die Zukunft ganz gut ist.

Mit zu unserem Willkommenspaket gehört auch ein Erstlingsbody mit verstellbaren Druckknöpfen zur Verlängerung, hergestellt aus GOTS-zertifizierter Baumwolle mit Geborgen Wachsen Logo und dem wichtigen Hinweis: Vor und nach jedem Anziehen das Baby küssen. Und unsere „Willkommen im Leben“-Klappkarte. Als besonderes Highlight hat die Windelmanufaktur eine wunderschöne Neugeborenen-Außenwindel aus Tragtuchstoff und zwei Zuckerschnutentücher dazu gelegt.

Verlosung

Dieses „Willkommen im Leben“ Set ist genau richtig für Dich? Dann nehme ganz einfach an der Verlosung teil:

  • Verlost wird ein „Willkommen im Leben“ Set, bestehend aus den Büchern „Geborgen wachsen“ und „Rundum geborgen“, einem Geborgen Wachsen Babybody, einer Klappkarte „Willkommen im Leben“, einer Neugeborenen-Außenwindel der Windelmanufaktur und zwei Zuckerschnutentücher.
  • Kommentiere zur Teilnahme hier auf dem Blog
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  • Die Teilnahme steht in keinem Zusammenhang mit Facebook oder Instagram.
  • Datenschutzhinweis: Dieses Gewinnspiel ist nicht an weitere Kontaktaufnahme wie Newsletter und Werbung gekoppelt. Die Daten der TeilnehmerInnen werden nicht weitergehend ausgewertet oder zu Werbezwecken gebraucht. Alles weitere zum Umgang mit Daten findet Ihr im Datenschutzhinweis
  • Teilnahmeberechtigt sind alle volljährigen natürlichen Personen.
  • Die Teilnahme beginnt am 1. Dezember 2019 um 8:30 Uhr und endet am 1. Dezember 2019 um 24 Uhr. Verlost wird nach Teilnahmeschluss.
  • Der/die Gewinner/in wird im Anschluss nach dem Zufallsprinzip ermittelt und erhält eine Benachrichtigung per Email oder als persönliche Nachricht auf Instagram . Eine Veröffentlichung des Namens findet aus Datenschutzgründen nicht statt.
  • Die Adresse der Gewinnerin/des Gewinners wird ausschließlich für den Versand des Gewinns genutzt.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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Geborgen Wachsen Adventskalender 2019

In den vergangenen Jahren gab es an dieser Stelle immer einen Adventskalender, der jeden Tag eine tolle Verlosung bereitgestellt hat. In diesem Jahr geht es allerdings um weniger Konsum und es gibt nur an den vier Adventssonntagen jeweils eine Verlosung. Rund um jeweils eines meiner Bücher gibt es an jedem Sonntag ein schönes Geschenkpaket zu gewinnen mit Buch und dazu passenden Produkten.

Zur Teilnahme könnt Ihr bei der entsprechenden Verlosung einen Kommentar hinterlassen. Am nächsten Tag wird die Gewinnerin/der Gewinner gezogen und unter der Verlosung bekannt gegeben. Klicke auf das passende „Türchen“ und Du gelangst zum Gewinnspiel dahinter.

Aufräumen im Kinderzimmer – Schluss mit Stress

„Räum jetzt endlich mal Dein Zimmer auf!“ Diesen Satz sagen so viele Eltern in der Hoffnung, das Kind würde auf einmal die Wohnung aus Erwachsenenaugen sehen, in die Hände klatschen und freudig erst die Kleinteile vom Boden aufräumen und anschließend die restliche Unordnung beseitigen. Tatsächlich aber blicken nach einem solchen Satz oft nur verunsicherte Augen um sich: Schließlich ist doch alles in bester Spielordnung, oder nicht?

Wechseln wir einmal die Perspektive

Sehen wir also einen Augenblick das Zimmer aus der Perspektive des Kindes, vielleicht auch tatsächlich aus der Augenhöhe des Kindes. Da ist die sorgsam aufgebaute Eisenbahn: Holzteil musste in Holzteil gesteckt werden. Die passenden Züge wurden ausgewählt, drum herum noch eine kleine Landschaft gebaut aus Bausteinen und Figuren. Ein Stück daneben liegen die gerade durchgeblätterten Lieblingsbücher auf einem Stapel. Herausgenommen aus dem Regal, in dem die anderen Bücher, die gerade nicht so spannend sind, noch stehen. Da sitzen die Kuscheltiere in Reichweite, eines sieht scheinbar dem Eisenbahntreiben zu.

Das Spiel ist die Arbeit des Kindes. Im Spiel zeigt sich, welche Entwicklungsaufgaben das Kind gerade angeht, wie Fein- und Grobmotorik gerade ausgebaut werden, welche Themen das Kind gerade für sich bearbeitet und was ihm wichtig ist. Das Kinderzimmer spiegelt diese Arbeit wider und ist auch ein Spiegel unserer eigenen Schreibtische, auf denen wir manches Mal die Sachen zusammenstellen, an denen wir gerade arbeiten, auf denen wir die Bücher ablegen, die wir gerade lesen (wollen). All das zeigt sich auch im Raum des Kindes und darin, wie das Kind ihn gestaltet.

Dementsprechend ist es nicht einfach, die so sorgsam zusammengestellten Sachen zur Seite zu räumen. Den so gut aufgestapelten Turm wegzuräumen, die kunstvoll gestaltete Landschaft in Kisten zu verstauen.

Alternativen und Kompromisse

Haben wir also im Blick, welche Bedeutung einige der aufgestellten und in unseren Augen „unordentlichen“ Sachen haben, können wir uns auf den Weg machen, Kompromisse zu finden: Vielleicht gibt es ein Regal, in dem die Bauwerke aufgehoben werden. Oder es gibt einen Tisch oder eine Spielplatte, der/die beim Aufräumen immer unangetastet bleiben kann. Müssen wir die Flut der Kinderbilder und Bastelwerke etwas ausdünnen, können wir Fotos der Werke machen und diese so verewigen.

Wenn doch aufgeräumt werden muss

Natürlich gibt es dann auch Situationen, in denen das Aufräumen nicht mehr verhindert werden kann. Für viele Kinder ist es gut, wenn es eine bestimmte Ordnung und Übersichtlichkeit gibt, damit sie in das Spiel finden können und nicht beständig abgelenkt werden. Muss also aufgeräumt werden, muss das aber nicht in Streit enden. Damit auch das Aufräumen entspannt abläuft, können wir einige Punkte beachten:

  • Den Grund für das Aufräumen benennen und dabei aus der eigenen Perspektive reden: „Ich denke, wir müssen mal wieder etwas Ordnung schaffen, damit wir besser laufen können und es einen besseren Überblick gibt.“
  • Keine Fragen stellen, wenn etwas nicht zur Diskussion steht. Fragen wir „Findest Du nicht auch, dass wir mal wieder aufräumen sollten?“ kann das Kind „Nein“ antworten – damit ist eine Auseinandersetzung ziemlich wahrscheinlich. Sprechen wir also lieber Fakten aus, als zu fragen, wo wir eigentlich keine anderen Antwortmöglichkeiten zulassen wollen.
  • Unterstützung anbieten: Kinder haben ein anderes Verständnis von Ordnung als wir. Ein „Räum mal auf!“ wird kaum den Erfolg bringen, den wir uns vorstellen. Wenn wir allerdings gemeinsam das Aufräumen angehen, ist das Kind engagierter und lernt durch unsere Anteilnahme und Vorbild, wie das Aufräumen ablaufen kann und erwirbt die Kompetenz, es immer mehr selbst tun zu können.
  • Besonders wichtige Aufbauten retten (siehe oben).
  • Konkrete Anregungen statt diffuses Aufräumen: Da Kinder keine konkrete Vorstellung vom Aufräumen haben, sind konkrete Anregungen viel praktischer: „Ich sammle alle Kuscheltiere ein und setze sie auf das Bett, du sammelst alle Bausteine ein und legst sie in die Kiste.“ oder auch „Ich sammle alle roten Sachen ein, du alle blauen.“
  • Praktisch ist es auch – gerade für jüngere Kinder – wenn ein fester Zeitrahmen eingehalten wird: „Ich stelle die Küchenuhr jetzt auf 10 Minuten. So lange räumen wir alles auf. Wenn die Uhr klingelt, hören wir auf.“ Auch ein Aufräumlied kann dem Aufräumen als Ritual einen Rahmen geben. Manchmal sind solche Lieder auch aus dem Kindergarten bekannt: „Aufräumzeit, es ist so weit. Alle Kinder räumen auf!“
  • Keine Drohungen wie „Wenn in 10 Minuten nicht alles ordentlich ist, kommt es in die blaue Tüte auf den Müll!“ Kleinkinder können weder mit dem Zeitrahmen etwas anfangen, noch mit unserer Vorstellung von Ordnung. Und größere Kinder werden durch Drohnungen und Stress nur handlungsunfähig und verängstigt, wodurch sie weder aufräumen können, noch lernen, wie Ordnung gemacht wird. Zudem fühlen sie sich machtlos und bedroht in dem wenigen, aber geliebten Besitz.

Aufräumen muss keine ungeliebte Streitsituation sein. Haben wir einen Blick für das kindliche Bedürfnis und die Möglichkeiten des Kindes, können wir das Aufräumen entspannt gestalten.
Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Mit Kindern im „Jetzt“ sein statt im „Später“

„Aus Dir soll doch mal etwas werden!“, „Wird das Kind noch als Teenager bei uns schlafen wollen?“, „Das Kind wird sich nie abstillen!“, „Später muss es doch mal mit Frustration umgehen können!“, „Ich kann ihm ja nicht alles durchgehen lassen, so ist das Leben später auch nicht!“ … Die Liste dieser Sätze lässt sich scheinbar unendlich fortsetzen. Die Liste der Zukunftsängste, der Erwartungen für die Zukunft, der Zukunftswünsche für das Kind. Aus dem Kind soll doch mal etwas werden!

Später. Wir denken beständig an Später, an die Zukunft. Daran, wie das Kind später einmal sein soll, welche Eigenschaften es vielleicht einmal braucht und was es unbedingt hinter sich gelassen haben sollte bis zum Tag X. Natürlich sind diese Gedanken normal und wir alle sorgen uns – gerade heute – um die Zukunft unserer Kinder. Aber der Blick auf die Zukunft bringt – so liebevoll und umsorgend er gemeint ist – auch eine Gefahr mit sich: Mit dem Blick, der immer in die Ferne gerichtet ist, sehen wir nicht auf das, was in der Nähe gerade passiert.

Zukunftsangst setzt uns unter Druck

Um ein Ziel zu erreichen in der Zukunft („Das Kind muss irgendwann doch alleine ein- und durchschlafen!“) haben wir nicht den Weg und die vielen Jahre dorthin im Blick, sondern das Jetzt und das Später. Dieses Denken setzt uns unter Druck, führt zu Stress. Wir sehen uns in Handlungsbedarf ob der vermeintlich zukünftigen Gefahr. Wir denken, wir müssten jetzt sofort etwas unternehmen, damit das Kind es später wirklich gut hat.

An das Jetzt denken

Durch dieses Denken und Handeln verlieren wir jedoch die Frage aus dem Blick „Was braucht mein Kind jetzt gerade?“. Und diese Frage ist es, die eigentlich den Weg bereitet für die Zukunft. Das, was das Kind jetzt gerade benötigt und die Erfüllung dieser Grundbedürfnisse bereitet den sicheren Boden, auf dem sich das Kind in der Zukunft bewegen wird. Jetzt gerade lernt es von seinen nahen Bezugspersonen, wie es sich regulieren kann in schwierigen Situationen wie in der Wut, beim Einschlafen oder Traurigsein. Aus dieser Begleitung und aus diesen Erfahrungen, die es jetzt gerade macht, wird es ein Leben lang schöpfen können.

Jetzt gerade lernt es, selbst wirksam zu sein, mit Frustration umzugehen und daraus eigene Schlüsse zu ziehen, so dass es zukünftig mit schwierigen Lebenssituationen, Zurückweisung und Misserfolgen umgehen kann und diese dann nicht mutlos machen, sondern das Wissen wecken, dass für einige Herausforderungen Hilfe angenommen werden muss und darf. Jetzt gerade lernt es, dass diese Wohnung, diese Familie ein sicherer Ort ist, an dem Bedürfnisse erfüllt werden, so dass es von dort aus in die Welt ziehen kann und später zurück kommen kann, wenn es Nähe und Zuwendung braucht. Weil es weiß, dass dies der Ort ist, an dem es all das gibt.

Keine Panik, sondern eine sichere Basis mitgeben

Wenn wir also wieder einmal Zukunftängste haben und uns fragen „Was soll ich nur tun, damit mein Kind später xy kann/macht/mag?“, dann können wir uns erst einmal beruhigen und uns fragen „Was braucht mein Kind jetzt gerade, in diesem Moment, in diesem Alter, in dieser Entwicklungsphase?“ und genau hinsehen, warum das Kind welches Verhalten jetzt zeigt. Und im nächsten Moment können wir uns beruhigt zurücklehnen und darauf vertrauen, dass wir unseren Kindern genau dann eine gute Zukunft und Entwicklung bieten, wenn wir jetzt diese Bedürfnisse erfüllen und darauf vertrauen, dass sie sich sättigen, damit unsere Kinder dann zu neuen, selbständigen Schritten fähig sind auf Basis dessen, dass wir ihnen gezeigt haben, wie sie diese Schritte gehen können.

Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Kooperatives Brettspiel: Schule der magischen Tiere – Nicht zu fassen!

Rezensionsexemplar*

Wer Kinder im Grundschulalter hat, kommt an der Bücherserie „Schule der magischen Tiere“ kaum vorbei: Anders als in anderen Schulen gibt es in der Klasse von Miss Cornfield der Wintersteinschule magische Tiere, die sprechen können und die besten Freunde jeweils eines Kindes sind. Mister Motimer Morrisson, Inhaber der magischen Zoohandlung, vergibt die Tiere an die Kinder. Sie helfen ihnen, mit dem Alltag und Herausforderungen zurecht zu kommen und unterstützen sie – und sie erleben einige Abenteuer mit ihnen.

Geschichte

Das Spiel zur Buchserie „Schule der magischen Tiere – Nicht zu fassen!“ (Amazon** | Buch 7** | Hersteller) greift nun die Grundidee der Bücher auf: Die magischen Tiere müssen von anderen Menschen unentdeckt bleiben und versteinern, wenn sie erkannt werden. Im Spiel geht es darum, dass Lehrerin Miss Cornfield mit ihrer Klasse in der Wintersteinschule eingesperrt ist. Die magischen Tiere sollen Mr. Morrison in der magischen Zoohandlung um Hilfe bitten. Allerdings ist der Weg dorthin gar nicht so einfach ohne die Kinder zu bewerkstelligen.

Spiel

Das Spielfeld bildet eine Straße auf einer Drehscheibe, auf der sich die magischen Tiere von der Schule zur Zoohandlung bewegen sollen, ohne dass sie dabei von Menschen gesehen werden. Das Spiel ist gewonnen, wenn eines der magisches Tiere den Weg von der Schule in die Zoohandlung schafft ohne gesehen zu werden. Das ist gar nicht so einfach, denn ist das Tier erst einmal aus dem Fenster der Schule geklettert und befindet sich auf der Straße, läuft es an Fenstern und Türen vorbei. Mit dem Würfel wird festgelegt, wie viele Felder das jeweilige Tier laufen darf. Wird allerdings das Drehsymbol gewürfelt, wird die Drehscheibe gedreht und in einigen Fenstern oder Türen geht das Licht an und die Bewohner*innen sehen auf das davor liegende Spielfeld. Steht dort ein magisches Tier, wird es versteinert. Glücklicherweise gibt es aber noch Pinkie, die Elster, die den magischen Tieren hilft: Die von ihr vergebenen Helferkarten können nicht nur versteinerte Tiere wieder aufwecken, sondern auch Fensterläden schließen, so dass die Tiere besser durch die Straße kommen.

Alle im Spiel befindlichen Figuren können von der Person bewegt werden, die gerade an der Reihe ist und gemeinsam wird gehofft und darauf hin gearbeitet, dass ein Tier bis zur Schule durchkommt ohne Versteinerung. Demnach gewinnen oder verlieren auch alle Spieler*innen zusammen. Die Spieler*innen interagieren darüber hinaus jedoch nicht im Spiel besonders miteinander und sind nicht, wie bei anderen kooperativen Spielen, auf ein gemeinsames Planen und Unterstützen angewiesen. Das Spiel kann daher auch gut von nur einer Person allein gespielt werden, die sich der Herausforderung von Schatten und Licht stellt.

Fazit

„Die Schule der magischen Tiere – Nicht zu fassen!“ ist ein schönes Spiel für Fans der Bücher. Sein besonderes Merkmal ist die Möglichkeit, dass es auch allein gespielt werden kann. Als kooperatives Spiel gibt es zwar nicht sehr viele Möglichkeiten, um zusammen zu planen und sich gegenseitig zu unterstützen, das ist aber auch der empfohlenen Altersgruppe ab 6 Jahren zuzuschreiben. Dennoch ist es spannend, mit den Tieren zu bangen und vor jeder Drehung der Scheibe zu hoffen, dass der Lichtschein der Stadtbewohner*innen nicht (zu viele) Tiere versteinern lässt. Etwas umsichtig muss man mit dem Spielplan sein: Er lässt sich schwer aus der Verankerung lösen beim Auf- und Abbau und sollte vorsichtig angehoben werden, damit die schöne Straßenkulisse nicht knickt. Insgesamt ein kurzweiliges Spiel (Spieldauer ca. 20 Minuten), das wenig Konfliktpotential mit sich bringt: gemeinsam freut man sich, gemeinsam ärgert man sich, wenn ein Tier versteinert. UVP des Herstellers: € 19,99

* Das Spiel „Schule der magischen Tiere – Nicht zu fassen“ wurde nach Anfrage als Rezensionsexemplar von der Firma KOSMOS zur Verfügung gestellt. Die hier abgebildete Rezension spiegelt unsere persönliche Meinung wieder.
**Dieser Artikel enthält Affiliate-Links zu Amazon und Buch7, durch die ich im Falle einer Bestellung eine Provision erhalte ohne dass für Euch Mehrkosten anfallen.

Kooperatives Brettspiel: Harry Potter – Kampf um Hogwards

Rezensionsexemplar*

Mit „Harry Potter – Kampf um Hogwards“ (Hersteller|Amazon**|Buch7**)hat KOSMOS für Kinder ab 11 Jahren ein kooperatives Deck-Building-Spiel für 2-4 Spieler*innen herausgebracht. Als Harry, Hermine, Ron oder Neville müssen sie gemeinsam in 7 Kapiteln das Böse davon abhalten, die Schule zu vereinnahmen.

Was ist ein Deck Building Game? Bei einem Deck Building Game starten die Spieler*innen mit einem festgelegten kleinen Stapel an Karten. Während des Spiels sammeln sie neue Karten, die ihre Fähigkeiten verbessern. Im Gegensatz zu Kartenspielen wie „Magic, The Gathering“ oder „Pokémon“ geht es gerechter zu, denn es geht nicht darum, vor einem Spiel die besten Karten mitzubringen (die man vielleicht sogar gekauft hat), sondern mit gleichen Chancen im Spiel durch geschicktes Auswählen gute Karte zu bekommen und auszuspielen. Eines der bekanntesten Deck Building Games, das das Genre weltweit bekannt gemacht hat, ist das deutsche „Dominion“, das sehr empfehlenswert aber nicht kooperativ und nur für größere Kinder geeignet ist.

Mehr dazu auf Wikipedia.

Geschichte

In „Harry Potter – Kampf um Hogwards“ versuchen Bösewichte nach und nach einzelne Orte der Schule zu besetzen. Harry Potter und seine Freunde stellen sich ihnen entgegen und müssen sie gemeinsam als Team verteidigen. Das Spiel ist in sieben Kapitel mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad unterteilt, die immer neue Orte und Gegner bieten.

Die Spieler*innen schlüpfen in die Rolle einer der vier Hauptfiguren Harry, Hermine, Ron oder Neville

Spiel

Zu Beginn sucht sich jede*r Spieler*in eine der vier Hauptfiguren aus, die sich leicht in ihren Fähigkeiten unterscheiden und erhalten einige wenige Startkarten, mit denen sie zum Beispiel Zauber sprechen oder neue Karten kaufen können. Runde für Runde versuchen sie nun, an bessere Karten und Zauber zu gelangen und gleichzeitig Orte in der Schule vor Gegner*innen zu beschützen. Dabei ist der Verlauf jedes Spiels anders, denn Ereigniskarten sorgen immer wieder für Überraschungen. Die Spieler*innen müssen sich absprechen und gegenseitig mit Schutzzaubern unterstützen, um die zunehmend schwieriger werdenden Aufgaben bewältigen zu können. Das schafft beim Spielen eine besondere Atmosphäre, in der es um ein Miteinander statt eines Gegeneinander geht und dennoch spannend bleibt. Wird es nicht geschafft, die Orte zu beschützen, ist das Kapitel verloren. Ist es gewonnen, kann man das nächste Kapitel beginnen.

Jedes Kapitel ist unabhängig voneinander spielbar und kann immer wieder aufs neue gespielt werden. Wird das nächste Kapitel gespielt und die dazu gehörige Box mit neuen Karten geöffnet, finden sich darin neue Karten und Regeln, die zunehmend schwieriger werden. So wird man schrittweise an das immer komplexer werdende Spiel herangeführt und kann einfach beginnen, hat aber auch später noch Herausforderungen.

Zwar spielt Zufall durch die gezogenen Karten eine Rolle, aber die einzelnen Spieler*innen nehmen durch ihre Auswahl von Karten und das Ausspielen den entscheidenden Einfluss auf das Spiel. Hier kommt es darauf an, sich gut im Team zu ergänzen und mit den Figuren wie im Rollenspiel einzelne Schwerpunkte auszubilden, um die Bösewichte besiegen zu können.

Mit Karten und Spielbrett in die Welt der Zauberschule eintauchen und immer wieder spannende Abenteuer erleben

Fazit

Für Harry Potter Fans ist das Spiel eine tolle neue Möglichkeit, gemeinsam ohne Computer spielerisch in die Welt von Hogwards einzutauchen. Da das Regelwerk nicht trivial ist, braucht es zur Einführung und eventuell auch in den schwierigeren Kapiteln zumindest für jüngere Kinder eine erwachsene Begleitung, die ein wenig beim Ablauf unterstützt. Die einzeln verpackten Kapitel machen Lust auf Erkunden des ganzen Spiels. Dennoch macht es Spaß die einzelnen Geschichten mehrfach zu spielen, da der Zufall genügend neue Situationen schafft. Einige Teile des Spiels wie zum Beispiel die Metallmarker wurden aufwändig produziert und geben eine angenehme Haptik. Zusammenfassung: Empfehlenswertes kooperatives Spiel Von KOSMOS für 2-4 Spieler*innen ab 11 Jahren. Spieldauer 45-60 Minuten. Empfohlener Verkaufspreis EUR 49,99.

* Das Spiel „Harry Potter – Kampf um Hogwards“ wurde nach Anfrage als Rezensionsexemplar von der Firma KOSMOS zur Verfügung gestellt. Die hier abgebildete Rezension spiegelt unsere persönliche Meinung wieder.
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Eine Adventsspirale selber machen: Der besinnliche Adventskalender und -kranz für Familien

Die Adventsspirale ist eine schöne Möglichkeit, um den Kindern Tag für Tag zu zeigen, wie das Weihnachtsfest näher rückt. Dabei wird dieses Näherrücken als Ritual in den Alltag eingebunden und das Kind ist aktiv beteiligt. Die Adventsspirale kann ganz einfach zusammen mit Kindern hergestellt und dann immer wieder verwendet werden.

Das brauchst Du für die Adventsspirale:

  • Modeliermasse, Ton oder Salzteig (eine Anleitung mit Salzteig findest Du hier)
  • eine oder mehrere Murmeln
  • nach Bedarf: Holzscheibe als Unterlage
  • nach Bedarf: Wasserfarben und/oder Goldlack zum Bemalen
  • nach Bedarf: Dekorationsmaterial
  • nach Bedarf: Heißklebepistole

Forme eine lange Schlange und messe aus, ob darauf für 24 Vertiefungen Platz ist. Lege die Schlange dann in Form einer Spirale auf eine Unterlage. Dann füge die Vertiefungen ein, indem Du beispielsweise eine Murmel hinein drückst.

Nach dem Trocknen kann die Spirale angemalt werden mit einfachen Wasserfarben oder auch Goldlack für die Vertiefungen.

Abschließend kann dann mit Heißkleber noch passende Dekoration aufgebracht werden, beispielsweise in der Natur gesammelte Naturschätze wie Moos, Tannenzapfen etc. Auch Figuren können die Adventsspirale ergänzen.

Wir nutzen die Adventsspirale in diesem Jahr auch als Adventskranz und haben für die Tage der Adventssonntage jeweils eine Baumkerze in die entsprechende Mulde gestellt. Die Murmel zieht dann daran vorbei.

Die kleinen Mulden für jeden der 24 Tage können mit Murmeln, Naturschätzen, Glasnuggets oder Holzperlen aufgefüllt werden. So ist sichtbar, wie wir uns immer mehr dem Weihnachtsfest nähern.

Noch mehr Ideen für Rituale und Alltagsgestaltung für die Weihnachtszeit findest du hier. Und hier gibt es außerdem eine Sammlung an schönen Weihnachtsbüchern für Kinder.

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.