Die Geburt ist ein Fest – Über Planungen zur Geburt in großer Runde

Gestern kam meine Doula zu ihrem ersten Besuch zu uns. Mein Mann und ich haben uns entschieden, dass wir diesmal für unsere Hausgeburt neben der Hebamme auch eine Doula dabei haben möchten. Sie arbeitet schon seit einigen Jahren mit unserer Hebamme zusammen, hat schon viele Geburten begleitet. Ich selber kenne sie seit einigen Jahren von meiner Arbeit und weiß, dass eine Doula zusätzlich zur Hebamme unter der Geburt unterstützen kann und noch einmal andere Aufgaben wahrnimmt als es die Hebamme tut. Zudem hat mir die letzte Geburt gezeigt: Die wohlige Atmosphäre von mehreren liebevollen Personen um mich war genau richtig.

Als mein Sohn zu Hause geboren wurde, war die Wohnung zunächst voll von Leuten: Nach dem Blasensprung rief ich meine Hebamme an, die mit ihrer Hebammenschülerin zu uns kam. Meine Freundin rief ich ebenfalls an, die sich während der Geburt um meine Tochter kümmern sollte. Zu Beginn schlief diese noch im Nachbarzimmer, wachte irgendwann auf und tollte durch die Wohnung. Mein Mann war natürlich auch noch da und so kamen wir auf 5 Personen neben mir und dem Kind, das geboren wurde.

geburt

Ich habe mich oft gefragt, wie ich wohl die gleiche Anzahl von Menschen in einem Krankenhaus empfunden hätte. Und auch, wie ich es wohl empfunden hätte, wenn ich all diese Menschen nicht so gut gekannt hätte, wie ich sie eben kenne. Wenn 5 fremde Menschen um mich gewesen wären? Wahrscheinlich hätte ich mich nicht geborgen gefühlt, nicht so sicher, wie ich es an diesem Tag tat.

Rückblickend war dieser Tag jedoch einer der schönsten meines Lebens. Nicht nur, weil ich meinen Sohn an diesem Tag geboren und zum ersten Mal in meine Arme geschlossen habe. Sondern vor allem wegen des Gefühls, das von diesem Tag zurück blieb und das mich bei den Erinnerungen an diesen Tag immer wieder durchströmt: Diese Geburt war wahrlich ein Fest, bei dem wichtige Menschen um mich waren, die mich alle umsorgt und liebevoll begleitet haben. Es war die Feier des Eintritts eines Menschen in dieses Leben und auch zugleich eine Feier meines Mutterwerdens. Wie jeder Geburtstag im Kreise meiner Lieben gefeiert wird, wurde auch dieser Tag der Geburt zelebriert. Ein Fest der Ankunft und der Weiblichkeit.

Für mich gibt es nach dieser Geburt keine schönere Vorstellung als das Ankommen eines weiteren Kindes eben so zu feiern: Mit Menschen, die ich wirklich gerne um mich habe. Mit jemandem, der in der Küche eine Kraftsuppe kocht, einer Hebamme an meiner Seite, einer weiteren Unterstützerin für mich, Freunde/Freundinnen, die sich um die Kinder kümmern, meinem Mann, der meine Hand hält. Die Geburt ist ein Fest.

Und wie fühlt sich Geburt für Euch gut an?
Eure

Susanne_clear Kopie

 

6 Kommentare

  1. Ganz genau so! Unser Jüngster ist auch zu Hause geboren…ich wurde ebenfalls von lieben Menschen begleitet und umsorgt und wir haben seine Ankunft gefeiert. Nach einer sehr schönen zweiten Geburt im Geburtshaus und einer traumatischen ersten im Krankenhaus war diese dritte einfach absolut perfekt… Ich wünsche dir und euch allen ein wunderbares Willkommensfest für euer Kleines und für dich zum dritten Mal Mama zu werden! Allerliebste Grüße…deine Texte lassen mein Herz immer ganz warm werden;-)

  2. Ich habe meine beiden Kinder mit meiner wunderbaren sehr erfahrenen und angenehm nüchternen Beleghebamme und meinem Mann im Krankenhaus bekommen und mich beide Male sehr wohl und sicher gefühlt. Tatsächlich habe ich mich auch dort geborgen und gut aufgehoben gefühlt – auch in den Tagen danach mit all meinen Fragen. Eine Hausgeburt hätte ich persönlich nicht gewagt… aber es klingt auch schön.

  3. Für mich kommt nur das Krankenhaus in Frage. Mein Mann an meiner Seite ist das Wichtigste /der wichtigste Mensch, der mir alle Sicherheit und Geborgenheit gibt, egal, wer noch anwesend ist. Bei der Wahl des Krankenhauses habe ich mich aber schon kundig gemacht. Letztendlich war es 2x „Maria-Heimsuchung-Klinik“ in Berlin, Pankow. Dort war es einfach beide Male wundervollst. Nie im Leben würde ich mich für eine Hausgeburt entscheiden, da es ja keine Sicherheit gibt, dass es komplikationslos verläuft. Allein der Gedanke, in eine „Notsituation“ zu kommen und in dieser Situation evtl. dann noch ins Krankenhaus zu müssen….Horror…Eine Freundin, die im Geburtshaus entbinden wollte hat das erlebt….!

  4. Moin Susanne,
    ach, das klingt wundervoll, danke für Deinen Bericht! Ich war auch sehr froh, bei meinen Geburten meine Hebamme und in der Endphase auch noch eine 2. als Unterstützung an meiner Seite zu haben. Eine Doula ist auch eine gute Idee – und die Wochenbettsuppe direkt (!) nach der Geburt klingt tatsächlich nach einem Festessen 🙂
    Vielleicht beim nächsten Mal?!
    Liebe Grüße
    Küstenmami

  5. Liebe Susanne,
    ich finde es so schön, dass es Menschen gibt, die auch mal von schönen Geburten berichten. Und auffällig ist, dass es meistens keine Krankenhausgeburten sind. Es sollte mehr schöne Geschichten geben, um den Frauen die Angst zu nehmen, statt sie durch Horrorstories zu schüren.
    Ich selbst hatte auch eine sehr schöne Geburt im Geburtshaus, zusammen mit meinem Mann als aktiven Geburtshelfer (wir hatten uns für das HypnoBirthing entschieden) und zwei Hebammen. Da nachts die Fruchtblase geplatzt war, wechselte die Schicht der Rufbereitschaft zwischen den beiden und beide blieben die ganze Zeit bei mir und waren einfach nur wundervoll. Ich habe mich sehr geborgen gefühlt und würde es gern jederzeit wieder so machen (wenn die aktuelle Situation um die Hebammen dies zulassen würde).
    Als ich einer Freundin von dieser Geburt erzählte, war sie total erstaunt. Sie meinte, sie hatte in den letzten 3 Jahren von 17 verschiedenen Geburten gehört, aber nicht eine von ihnen hat erzählt, dass sie schön gewesen wäre.
    Das fand ich sehr traurig und ich glaube, dass es daran liegt, dass es heute in den westlichen Gesellschaften einfach zu sehr als medizinische Angelegenheit betrachtet wird und den Frauen sehr viel Angst gemacht wird, dass etwas schief gehen könnte. Meine Frauenärztin hatte mir damals auch vehement vom Geburtshaus abgeraten, obwohl ich die ganze Zeit kerngesund und fit war, es dem Baby super ging und es zu keiner Zeit das kleinste Anzeichen einer Komplikation oder eines Risikos gab.
    Jetzt habe ich eine neue Ärztin.
    Ich hoffe, dass es noch viele weitere schöne Geburten geben wird und dass die Hebammen bald wieder sorgenfrei ihrer Arbeit nachgehen und mit den Gebärenden zusammen kleine Wunder vollbringen können.
    Liebe Grüße
    Sabrina

  6. Hallo,
    also ich habe zwei wunderschöne Geburten im Krankenhaus erlebt. Ich habe mich bewusst für das Krankenhaus entschieden, da ich mir zuvor Gedanken gemacht hatte, dass mir die Hebamme, selbst meine tolle Hebamme, die mich seit der 9. Woche begleitet hat, zu nahe kommen könnte. Denn meistens besteht selbst zu einer Hebamme, die man lange kennt, keine echte Nähe auf Freundschaftsebene. Ich wollte bei der Geburt für mich sein und nur meinen Mann dabei haben, der mich am besten kennt, meine Signale lesen kann, und genau richtig, also weder zu viel noch zu wenig, auf mich eingehen kann, mit der Sicherheit, dass jemand da ist, wenn gebraucht. Eine Hebamme, die Händchen halten will, mich in den Arm nimmt oder mich anfeuert, wäre nichts für mich gewesen. So riefen wir die Hebamme bei beiden Geburten erst zu den Presswehen hinzu, sodass die Hebamme uns bei der zweiten Geburt sogar nur zwei Minuten begleitete :D. Diese hatten wir zuvor nur beim Aufnahme-CTG gesehen, und ganz kurz zwischendurch, als ich mir eine Matte bringen ließ. Auf das Aufnahme-CTG hätte ich zunächst gerne verzichtet, aber so schlimm war das dann auch wieder nicht. Für die nächsten zwei Tage im Krankenhaus waren mein Mann und ich sehr dankbar, wir genossen die Rundumbetreuung, das Frühstücksbuffet für die gesamte Familie etc. Hätte gerne auch ein Tag länger sein können, aber dafür fehlten mir die Argumente, so ganz ohne Geburtsverletzungen oder anderen Beschwerden. Mir ging es wirklich perfekt. Man kann also auch im Krankenhaus selbstbestimmt gebären. Ich denke eine gute Vorbereitung ist viel wichtiger als der Geburtsort. Wenn man nicht mit der Einstellung „Hier bin ich, macht mal“ in den Kreissaal kommt, sondern sich diesen sogar zu eigen macht, dann hat man auch noch den Vorteil der besten medizinischen Versorgung, wenn nötig. Aber auch ich finde es wichtig, das Frauen frei wählen können!!
    Liebe Grüße, ‚MiRhea‘

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