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Einmal alles – Wie Kinder die bunte Palette der Gefühle erproben

Drei Kinder in drei unterschiedlichen Altersgruppen, das bringt viele Erfahrungen mit sich, viele Abenteuer, sehr viele Gefühle – und immer wieder auch unterschiedliche Emotionen. Drei Kinder im Alter von 9 Jahren, 5 Jahren, 2 Jahren: Es ist alles dabei von der „Trotz“phase über die Vorschulzeit-Wackelzahnpubertät bis zur „Vorpubertät“. Es gibt Lachen und unglaubliche Freude und es gibt zutiefst verwurzelten Ärger und es gibt laute, unbändige Wut. In unserem Haus gibt es alles, jedes Gefühl, weil sie jedes hier kennen lernen und ausprobieren im Schonraum der Familie bevor es hinaus geht in die Welt.

Diese unglaubliche Freude, die nur Kinder haben können: Eine Freude, die den ganzen Körper ergreift und sie wie einen Flummi durchs Zimmer hüpfen lässt. Eine Freude, die manchmal zu groß zu sein scheint für den kleinen Körper, die in Funken zu explodieren scheint und ansteckt in ihrem wilden Gekicher. Und ebenso wie es diese Freude gibt, gibt es auch die unglaubliche Wut, die wie dicker roter Nebel auf einmal im Raum steht. Eine Wut, die sich in einen Tornado verwandelt, der um das Kind kreist: Komm nicht näher, denn sonst wirst Du eingesaugt. Geh nicht weg, denn Du musst dennoch für Sicherheit sorgen. Und es gibt die schwere Decke der Trauer, die sich über ein Kind legen kann und die Tränen fließen lässt. Die manchmal fast zu schwer erscheint, um sie wegzuziehen, und es nur hilft, sich daneben zu legen und mitzutrauern, bis die Schwere durch die vielen geflossenen Tränen nachgelassen hat.

All diese Gefühle und ihre tausend kleinen Facetten erwarten uns im Leben mit Kindern. Naiv habe ich schon manches Mal gedacht: Nun habe ich aber wirklich alles erlebt und werde dann von meinem größten Kind eines besseren belehrt: Es gibt so viele Farben und Formen von Gefühlen. Und das, was wir mit ihnen erleben, verändert sich – und ist bei jedem Kind ein wenig anders. Die Verarbeitung von Gefühlen verändert sich und auch das, was sie erleben können und wollen. Denn sie setzen sich zuerst mit sich und ihren Gefühlen auseinander und dann mit denen der Umwelt.

Am Anfang des Lebens ist alles noch verwoben und unklar: Ein Bauchschmerz ist kein Bauchschmerz, sondern ein starker, stechender Schmerz im Körper, von dem nicht gewusst wird woher und wohin. Im Laufe der Zeit wird verstanden, was genau passiert, was empfunden wird. Und irgendwann kommt das Bewusstsein dazu, dass auch andere Menschen ganz anders fühlen. Es wird probiert, wie Empfindungen entstehen und wie sich der Mensch gegenüber verhält. Was ist hier und heute wie und wie ist es morgen? Nach und nach wird die Welt in Frage gestellt und damit einher entsteht Freude, aber auch Enttäuschung, Wut, Liebe. Nicht nur da draußen, sondern gerade auch hier drinnen in der Familie. Am ersten Ort, an dem all das ausprobiert wird.

Mein „Trotz“kind weiß manchmal nicht so recht, wogegen oder wofür es gerade ist. Es IST einfach nur und gibt sich dem Gefühl hin. Mein großes Schulkind hingegen ist oft schon ganz bestimmt gegen oder für etwas und erklärt das laut und stark. Manchmal bin ich verletzt von dem: vom kleinsten Kind, vom mittelsten oder auch vom großen. Auch hier wieder ganz unterschiedlich: von einem empörten Biss in den Arm, einem „Kackmama“ oder einem „Du liebst mich gar nicht!“. Aber ich weiß: Da müssen wir jetzt durch. All die Gefühle wollen hier ausprobiert werden und alle Antworten wollen hier zum ersten Mal durchgegangen werden, bevor sie woanders ausprobiert werden. Das hier ist der Schonraum, der Ort, an dem nicht nur das Laufen, sondern auch das Fühlen gelernt wird und die Antworten, die es darauf gibt. Und mit diesem Wissen ist es dann manchmal etwas einfacher, auch wenn es manchmal weh tut.

Eure

 

Wochenende in Bildern 15./16. September 2018

An diesem Wochenende herrscht Aufregung und es wollen noch wichtige Dinge erledigt werden, denn am Sonntag fahren wir nach Südtirol für eine Woche: Ich halte dort am 20.9. um 17 Uhr eine Lesung in Naturns aus einem meiner Bücher. Das Hotel, in dem wir auch im letzten Jahr waren, hat uns eingeladen. Also gibt es ein kurzes Frühstück bevor die vielen kleinen Dinge des Tages erledigt werden wollen.

Punkt 1 auf der Liste: Freundinnen, die gerade im Wochenbett sind, Geschenke vorbei bringen. Über Wochenbettbesuche habe ich ja schon einmal hier geschrieben: Besuche sollen wirklich schöne Aufmerksamkeiten sein und manchmal reicht es auch, einfach eine kleine Überraschung an der Tür abzugeben, die andere erfreut und zeigt: Ich denke an Dich und Euch.

Zusammen mit einem kleinen Blumenstrauß vor die Tür gelegt. Denn im Wochenbett gibt es auch Zeiten, in denen man mal nicht an die Tür geht. Und das ist auch in Ordnung.

Programmpunkt 2: Die Kinder haben den Wunsch angemeldet, ihr Taschengeld ausgeben zu wollen. Glücklicherweise haben alle drei Kinder den gleichen Wunschort dafür und geben sich sehr ausführlich der Diskussion hin, wer sich was kauft und studieren Preise und wägen ab. Das dauert wirklich sehr lange und ich kenne mich jetzt erstaunlich gut im Sortiment eines Plastikspielzeugherstellers aus.

Programmpunkt 3: Am Nachmittag wieder zu Hause angelangt, wird die lange Fahrt vorbereitet. Wir haben beschlossen, dass wir als Familie nicht mehr fliegen wollen, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Während wir letztes Jahr noch das Flugzeug genutzt haben, fahren wir dieses Jahr stattdessen lieber 10 Stunden mit der Bahn. Ein spannendes Abenteuer, das mit drei Kindern gut vorbereitet sein will: Es wird vorgekocht und wir basteln und stellen verschiedene Beschäftigungen zusammen. Außerdem muss natürlich zu Hause aufgeräumt, gewaschen, getrocknet und geputzt werden.

Und dann ist auch schon Sonntagmorgen und wir fahren los. Die Kinder sind aufgeregt und dank guter Organisation am Tag zuvor kommen wir wirklich gut los und erreichen pünktlich die erste Bahn nach München.

Die Fahrt verläuft gut und unsere ausgedachten Beschäftigungen werden freudig aufgenommen. Die Kinder spielen, schlafen und hören Hörbücher. Hier auf Instagram habe ich viele Anregungen bekommen, was andere Familien auf ihren langen Reisen so spielen. Eine Liste mit unseren Spielen werde ich im Laufe der Woche noch posten. Gegen Ende der 10 Stunden wird es etwas anstrengender, die Kinder bei guter Laune zu halten, aber insgesamt haben wir es uns viel anstrengender vorgestellt und kommen recht entspannt im Hotel an.

Die Kinder freuen sich, wieder hier zu sein und erkunden erst einmal, was gleich geblieben ist und was sich geändert hat und müssen sofort baden gehen. Wir holen tief Luft. In diesem Moment rennt ein Kind voll Freude erst einmal gegen eine Glasscheibe, die im Trubel übersehen wurde. Deswegen beschließen wir, vielleicht doch nur ein kurzes Abendprogramm zu machen.

Im Hotel gibt es köstliches Essen, nur der kleinste Sohn ist doch zu müde, um noch lange auszuhalten. Und die Nachspeise wird dann doch auf dem Zimmer eingenommen. Die Kinder fallen sehr erschöpft in die Betten und besprechen noch schnell, was sie wirklich unbedingt alles morgen machen wollen. – Ich glaube, so viele Stunden hat der Tag gar nicht. Wer uns durch unseren Aufenthalt in Südtirol begleiten möchte, kann das hier auf dem Instagramkanal des Hotels machen, den ich für die nächste Woche übernehme, um von unseren Erlebnissen und Ausflügen hier zu berichten.

Eure

Riechst Du das? – Über den Geruchssinn, Kinder und ätherische Öle in der Familie {Werbung}

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Wir sind umgeben von Gerüchen, die wir manchmal gar nicht mehr wahrnehmen. Sich einen Moment besinnen, die Augen schließen und riechen: Was riechst Du da eigentlich gerade alles? In Kaufhäusern, Einkaufsläden, Hotels und gar Büros werden wir über Klimaanlagen gezielt mit synthetischen Duftstoffen „beduftet“, um unsere Kauffreude oder -entscheidungen anzuregen, um uns effektiver arbeiten zu lassen. Slipeinlagen, Windeln und selbst Technik werden beduftet, damit sie frisch, sauber oder neu riechen. Reizüberflutung betrifft schon lange nicht mehr nur die akustischen oder optischen Eindrücke, sondern bezieht sich auch auf den Riechsinn, dem wir alle nicht entgehen können: Wir können nicht die Nase schließen, keine Geruchsschutzkopfhörer aufsetzen. Wir riechen jeden Tag und es gibt gute Einflüsse auf diesen Sinn und weniger gute. Es gibt hilfreiche Düfte und Düfte, auf die wir verzichten können oder sollten.

Warum das Riechen so wichtig ist

Der Geruchssinn entsteht recht früh in der Entwicklung des Menschen. Ab der 28. Woche nimmt der Embryo Gerüche wahr. Schon jetzt „riecht“ das Baby über die Nabelschnur mit und verbindet den Geruch mit den übermittelten Gefühlen der Mutter. So entstehen bereits vor der Geburt Vorlieben und Abneigungen, die wir scheinbar „mitbringen“. Auch nach der Geburt ist der Geruchssinn wichtig, denn u.a. darüber „erkennt“ das Baby die Mutter und findet die Brust, um zu stillen. Und auch später ist der Geruchssinn wichtig für uns, denn wir nehmen viel von der Umgebung über den Geruch auf: Geruch ist wichtig im sozialen Miteinander („Kann ich den anderen riechen?“), zur Warnung vor Gefahren, in Bezug auf Nahrungsmittel und Geschmack. Viele Menschen, deren Geruchssinn eingeschränkt ist, entwickeln eine Depression.

Der Geruchssinn begleitet uns ein Leben lang, auch wenn er im Alter oft schlechter wird. Was wir riechen, kann Einfluss nehmen auf unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden, unser Empfinden. Nicht selten passiert es, dass wir einen Geruch wahrnehmen und mit ihm taucht auf einmal ein besonderes Empfinden auf, vielleicht auch eine konkrete Erinnerung: Wir speichern Empfindungen oft zusammen mit Gerüchen ab. Der besondere Rosenduft bei der Hochzeit, der Geruch des Massageöls bei der Geburt oder auch bei belastenden Lebenssituationen der süße Lilienduft bei der Beerdigung der Großmutter. – Wir erinnern uns unwillkürlich an Ereignisse und Gefühle durch die Düfte, die unser limbisches System (das „Emotionsgehirn“) abgespeichert hat.

„Positiv“ riechen

Diesem besonderen Sinn schenken wir im Alltag so wenig Aufmerksamkeit, besonders auch im Alltag mit unseren Kindern. Wie viele beduftete Dinge verwenden wir für unsere Kinder? Und wo hat dieser Duft einen wirklichen Vorteil? Wo bringt er eine angenehme, sinnliche Erfahrung und etwas, das die Bindung stärken kann, ein gutes Gefühl vermittelt, uns unterstützt? Wo lenken wir überhaupt unser Augenmerk einmal auf den Geruchssinn. Wir fragen unsere Kleinkinder: „Hast Du das Müllauto gesehen?“ oder „Hast Du das Hupen gehört?“ Aber wie oft fragen wir: „Riechst Du das?“ „Hast Du den Blumenduft eben gerochen?“ Unsere Aufmerksamkeit liegt so sehr auf den anderen Sinnen. Das Riechen, das dennoch beständig da ist, nehmen wir aktiv kaum wahr.

Aber gerade mit dem Riechen können wir auch viel erreichen, können unterstützen, können schöne Erinnerungen schaffen, einen positiven „Geruchsabdruck“ der Kindheit hinterlassen. Gerüche lösen Empfindungen in uns aus und können unterstützen, heilen, beruhigen. Wird ein Geruch aufgenommen, wird er über die Riechnerven ins limbische System geleitet und von dort an das Zentralhirn, das schließlich bewirkt, was wir empfinden durch den Geruch.

Ätherische Öle und synthetische Duftstoffe – Wo ist der Unterschied?

Über Haut, Atmung und Geruch wird unser Empfinden beeinflusst: Unbewusst, durch die Gerüche unserer Umgebung oder durch bewusste Beeinflussung, wenn wir über einen Geruch und seine Chemie Einfluss nehmen wollen auf ein Empfinden. Wir alle wissen, dass Gerüche unterschiedlich auf uns wirken: Lavendelduft wirkt entspannend, Zitrusdüfte eher anregend, Vanille wohlig umhüllend. Während wir an vielen Stellen unbewusst mit diesen Botschaften konfrontiert werden, können wir sie aber auch ganz bewusst anwenden, um zu entspannen, um uns Frische zu geben oder Energie und Mut an einem schwierigen Tag.

Ätherische Öle sind das Essentielle einer Pflanze, das in ihren Öldrüsen eingelagert ist. Die Öle können in verschiedenen Pflanzenteilen zu finden sein, u.a. in Wurzel, Holz, Kraut, Blüten, Samen. Diese natürlichen pflanzlichen Inhaltsstoffe setzen sich aus verschiedenen chemischen Substanzen zusammen. Wie das Öl duftet, ergibt sich aus dieser Zusammensetzung. Weil sich die Öle schnell verflüchtigen, werden sie als ätherische Öle bezeichnet (Äther = Himmelsluft). Auf verschiedene Arten können diese Öle aus den Pflanzen gewonnen werden: durch Wasserdampfdestillation, Kaltpressung, Enfleurage oder Extraktion. Für die Qualität des Öls ist nicht nur der Anbau des Öls wichtig (da es von unserem Körper aufgenommen wird, ist hier besonders wichtig, dass es frei von Pestiziden und anderen Belastungen ist, weshalb ein ökologischer Anbau sehr wichtig ist), sondern auch das Ernteverfahren und die Herstellung und Lagerung des Öls. Ätherisches Öl ist nicht gleich ätherisches Öl und nicht selten verbirgt sich hinter einem kleinen Fläschchen auf dem Weihnachtsmarkt kein naturreines ätherisches Öl, sondern ein synthetisches aus Erdölausgangsprodukten hergestelltes.

Synthetische Duftstoffe sind zwar lange haltbar, preiswerter und haben im Vergleich zur Naturvariante einen immer gleich bleibenden Duft ohne natürliche Schwankungen, aber sie sind von unserem Körper nicht verstoffwechselbar, werden also nicht oder nur schwer abgebaut und können sich sogar im Gewebe ablagern und auf diese Weise den Körper belasten. Naturreine ätherische Öle hingegen sind nicht nur stoffwechselaktiv, sondern können auch abgebaut werden.

Ätherische Öle in der Familie – Geht das?

Immer wieder ist zu lesen, ätherische Öle wären gefährlich, sollten nicht verwendet werden oder zumindest nicht in Familien. Betrachtet man diese gelegentlich auftauchenden Meldungen genauer, wird schnell klar, dass in der Berichterstattung viele Aspekte vermischt werden und mehr Unklarheiten entstehen als Aufklärung. Tatsächlich sind die synthetischen Duftstoffe, die wir in vielen Produkten finden, oft belastend für den Körper und gerade für kleine Kinder und Babys ungeeignet: Parfumierte Windeln, beduftete Feuchttücher oder auch mit synthetischen Duftstoffen versehene Nahrungsmittel können Probleme mit sich bringen. Und auch in Bezug auf die Verwendung naturreiner ätherischer Öle gibt es einige Punkte zu beachten:

  • Ätherische Öle sind nicht als Dauerbeduftung zu benutzen
  • Ätherische Öle sollen (bis auf wenige Ausnahmen) nur stark verdünnt auf der Haut benutzt werden. Gerade bei Babys uns Kleinkindern muss auf eine besonders starke Verdünnung geachtet werden
  • Bevor ätherische Öle benutzt werden, empfiehlt sich eine Kontaktprobe in der Ellenbeuge
  • Kinder sollten keinen Zugang zu ätherischen Ölen haben
  • Der Kontakt mit den Schleimhäuten ist (bis auf medizinische Anwendungen durch Fachpersonal) zu vermeiden

Dennoch können auch ätherische Öle in Familien und gerade auch mit Kindern genutzt werden, wenn die Anwendungshinweise befolgt werden. Einige ätherische Öle sind für Babys, Kinder und/oder Schwanger nicht geeignet, weshalb es wichtig ist, sich gut beraten zu lassen. Unterschiedliche Öle einer auf den ersten Blick gleich wirkenden Pflanze können in ihrer Wirkung ganz verschieden sein: Während „Lavendel fein“ und „Lavendel extra“ in der Regel sogar pur auf der Kinderhaut angewendet werden können, ist Lavandin nicht für Kinder geeignet. Es empfiehlt sich daher immer eine fachkundige Beratung vor der Benutzung. Und auch im Netz ist nicht jedes Rezept, das zu lesen ist, unbedingt aus fachkundigen Händen. Vor jeder Anwendung von ätherischen Ölen bei Kindern sollte zudem die Frage stehen: Was verspreche ich mir davon? Warum brauchen wir das jetzt? Erst dann, wenn es einen wirklichen Bedarf gibt für die Nutzung eines oder mehrerer Öle, sollten wir dieses anwenden. Für die ganz normale Alltagspflege reichen oft Wasser und ein fettes Öl wie Mandel- oder Aprikosenkernöl.

Richtig angewendete Aromapflege kann jedoch den Familienalltag im Bedarfsfall unterstützen: Mit ätherischen Ölen können Massageöle beduftet werden, um eine besondere Wirkung hervor zu bringen: Schlaf-gut-Öle für die Abendmassage, Alles-wird-gut-Öl für aufgebrachte Kindergarten- oder Schulkinder zum Ausgleich, Duftmischungen, um die Konzentration zu verbessern, beispielsweise bei Klassenarbeiten. Wir können positive, duftende Kindheitserinnerungen schaffen mit duftenden Ritualen wie dem „Goldtröpfchen“ nach der Badezimmerpflege. Und wir können unser Augenmerk auch einmal im Alltag ganz bewusst auf den Geruchssinn lenken und mit größeren Kindern beispielsweise ein Geruchsmemory spielen und im Alltag mehr darauf achten, welche Bedeutung der Geruch hat und was wir vielleicht auch einfach „überriechen“.

Unser Geruchssinn ist einer unserer Sinne, den wir nicht vergessen sollten. Weder im Alltag, noch in Hinblick darauf, was wir uns und unseren Kindern über ihn Gutes tun können. Einige Anregungen für die Nutzung ätherischer Öle findet Ihr hier bei Primavera, hier habe ich schon einmal Ideen für größere Kinder aufgeschrieben, hier auch zum Thema Konzentration in der Schule. Hier auf Instagram findet Ihr außerdem eine aktuelle kleine Anregung für einen Duft-Säckchen als Begleiter in die Kita und ein Gute-Nacht-Öl.

Eure

 

Bindungsorientierte Großeltern

Wenn Paare Eltern werden, werden Eltern Großeltern. Das Familiengefüge verschiebt sich, Menschen tauchen in eine neue Aufgabe ein, in andere Herausforderungen und in eine andere Position im Familiensystem. Für uns als Eltern ergeben sich neue Herausforderungen: Nicht nur, weil wir nun Eltern sind und in unsere neue Aufgabe hinein wachsen. Sondern auch, weil wir auf einmal eine andere Position unseren Eltern gegenüber einnehmen und es manchmal für diese schwierig ist, in der neuen Situation an zu kommen, loszulassen und den neuen Platz zu finden. Großeltern zu sein ist anders, als Eltern zu sein.

Was sich Eltern von Großeltern wünschen

Was wir uns von Großeltern wünschen, ist eigentlich so einfach und doch so schwer: Wir wünschen uns Unterstützung, aber keine Übergriffigkeit. Wir wünschen uns Tipps, ohne Rat“schläge“. Wir wünschen uns praktische Hilfe und anpackende Hände ohne das Gefühl zu bekommen, den Alltag selbst nicht ausreichend oder nicht gut bewältigen zu können. Wir wünschen uns ein Schulterklopfen ohne hochgezogene Augenbraue. Wir wünschen uns, dass unsere Ideen und Gedanken davon, wie unser Kind aufwachsen soll, ihre Wünsche und Gedanken sind.

Wenn wir an uns selbst denken, wissen wir, wie schwer solche Wünsche sind. Und wie schwer es uns selbst oft fällt, genau so zu sein und zu handeln anderen gegenüber. Und dennoch wünschen wir es uns jetzt und heute. Denn mit dem Eintritt in das Elternsein hat eine neue Zeit begonnen für uns, eine neue Zeitrechnung, eine neue Verantwortung. Nun sind wir es, die die Last der nächsten Generation auf unseren Schultern tragen und den Wunsch nach einer guten Zukunft für und mit unseren Kindern. Und genau dafür wollen wir alles geben und wünschen genau das von anderen.

Was Eltern seit jeher wünschen

Was wir manchmal übersehen: Unsere Eltern wollten sehr wahrscheinlich das Beste für uns – wenn ihr Weg auch anders aussah. Weil sie in einer anderen Gesellschaft lebten und für eine andere Zukunft erzogen haben. Eine, die schon wieder Vergangenheit ist. Diesen Gedanken sollten wir im Hinterkopf bewahren, wenn wir negativ über die Gedanken und Wünsche der Großeltern denken. Es hat sich viel geändert und Elternschaft heute ist anders als Elternschaft damals. So, wie wahrscheinlich auch ihre Elternschaft sich schon unterschieden hat von denen ihrer Eltern. Wir gehen voran, mit jeder Generation einen Schritt weiter. – Zum Glück, denn heute wissen wir, welche Fehler auf dem Weg der Vergangenheit liegen.

Wir wissen aus der Bindungsforschung, wie wichtig andere Wege heute sind und dennoch fällt uns schwer, andere Wege zu gehen. – Obwohl wir Eltern in unserer Generation es sind, die über das Wissen verfügen: die Elternzeitschriften lesen, Blogs, Artikel und Ratgeber. Viele von uns sind so fortgebildet in Hinblick darauf, wie Elternschaft sein sollte und doch fällt es auch uns oft schwer. Und noch viel schwerer fällt es vielleicht der Generation vor uns, die nicht beständig liest und erfährt, wie und warum heute anders gelebt wird. Die sich fragt: Hab ich denn damals alles falsch gemacht, wenn es heute anders gemacht wird? Und der es vielleicht noch viel schwerer fällt, über die eigenen Schatten der Vergangenheit zu springen. Und vielleicht nicht mal weiß, wie.

Gemeinsam gehen

„Wenn Du etwas wünschst, sprich es aus!“ Manchmal sind wir verleitet, zu denken, dass sich unsere Wünsche erfüllen, weil sie Wünsche sind. Aber im Zusammensein mit anderen ist es hilfreich, die eigenen Wünsche direkt zu benennen. Das fällt uns nicht immer einfach und manchmal sogar richtig schwer – gerade dann, wenn wir selbst oft erfahren haben, dass unsere Wünsche missachtet oder unsere Bedürfnisse übersehen wurden. Doch jetzt, in Bezug auf unsere Kinder und unsere eigenen erwachsenen Bedürfnisse ist es wichtig, zum Benennen zurückzukommen – oder es zu lernen. zu sagen „Ich brauche…“, „Es hilft mir…“ statt „Du musst…“ oder „Du solltest…“

Manches Mal mag es so sein, dass die neu gebackenen Großeltern all das mitbringen, was wir uns von ihnen wünschen. Dass sie uns genau so unterstützen, wie wir es wollen, dass sie mit ihren Enkelkindern genau so umgehen, wie wir es erträumen. Manchmal aber kann es anders sein und unsere Ideen und Vorstellungen könnten nicht weiter voneinander entfernt sein.

Es lohnt sich, den Weg gemeinsam zu versuchen, auch wenn er anfangs steinig sein mag. Es lohnt sich, zu versuchen, den anderen erst zu verstehen und dann zu erklären, warum wir heute anders leben. Es lohnt sich, weil wir als Eltern uns dieses Miteinander wünschen, weil wir Hilfe brauchen. Und, weil es für unsere Kinder schön ist, in den Großeltern weitere Bindungspersonen zu finden, die sie auf ihrem Weg begleiten. Das Familienleben in einer Großfamilie war nie immer nur rosarot und einfach. „Das Dorf“ war schon immer an vielen Stellen auch ein Zweckverbund. Manchmal ist das Erklären nicht zweckmäßig, sondern wir kommen nur über das Handeln durch zu neuen Ideen und Veränderungen.

Ideen für Großeltern, um ihnen Bindung praktisch zu vermitteln

Das Baby in einer Tragehilfe tragen lassen

Das Baby massieren lassen von Großmutter/Großvater

Ihnen das weinende Baby geben, damit sie es auf dem Arm beruhigen

Ihnen das Baby „übersetzen“: „Schau, jetzt schaut es Dich an und will spielen.“

Ihnen immer wieder vermitteln: Du kannst es nicht verwöhnen.

Manchmal ist das nicht einfach, den Weg gemeinsam zu gehen. Es kann hilfreich sein, Wünsche genau auszusprechen: „Bitte bring uns eine gekochte Suppe vorbei.“ „Du hilfst mir sehr, wenn Du mir aus der Drogerie etwas mitbringst.“ „Es freut das Baby und hilft ihm, eine Beziehung zu Dir aufzubauen, wenn Du es trägst.“ Bindungsorientierte Großelternschaft beginnt genau da, wo auch bindungsorientierte Elternschaft beginnt: Auf Augenhöhe, mit dem Ernstnehmen der Gefühle und Bedürfnisse des anderen. Und dann zu sehen, wie gemeinsam ein guter Weg gefunden werden kann. Das bedeutet, von beiden Seiten ein wenig entgegenzukommen und sich in der Mitte zu treffen. Das bedeutet, Signale zu übersetzen und zusammen nach Lösungen zu suchen. Das bedeutet, den anderen erst einmal anzunehmen und dann zu erklären, wie es heute anders geht. Möglichkeiten aufzeigen, statt Handlungen zu erwarten.

Auf diese Weise können wir nach und nach zusammen kommen, vereint in dem Wunsch nach dem besten für das neue Kind und mit wachsendem Verständnis dafür, dass „das Beste“ heute anders ist als damals.

Es gibt Konstellationen, in denen sehen wir, dass wir keine gemeinsame Lösung finden in der ein oder anderen Sache. In einigen Situationen ist es ausreichend, sich gegenseitig nur zu akzeptieren. Und es gibt Familienkonstellationen, in denen die Differenzen unüberbrückbar sind und es keinen weiteren Weg gibt, als getrennte Wege zu gehen. Das ist in Ordnung. Jede Familie geht ihren Weg. Aber wenn wir uns Unterstützung und Hilfe wünschen, müssen wir uns heute erst einmal zusammen auf den Weg begeben, um ein neues Bewusstsein für Großelternschaft zu entwickeln.

Eure

 

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik), Geburtsvorbereiterin, Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Elternblogs über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Wochenende in Bildern 8./9. September 2018

Nach einer Woche mit teilweise kranken Kindern steht das Wochenende vor der Tür mit ein wenig Arbeit, aber vor allem auch viel Zeit im Garten und in der Küche zur Verarbeitung der kleinen Ernte. Weil wir nicht einkaufen waren und ein wenig chaotisch ins Wochenende gestartet sind, wollten wir frühstücken gehen. Leider wurde unser Lieblingsfrühstücksort, der Haferkater, geschlossen und wir müssen ausweichen.

Langsam wird es herbstlich kühl. Auf dem Wochenmarkt kaufen wir eine Wollmütze, denn die Mützen vom letzten Jahr wurden leider von Motten angeknabbert. – Ich hatte vergessen, sie zu vakuumieren für die warme Jahreszeit und nun sind sie leider irreparabel zerfressen. Schlupfwespen sind bereits ausgelegt, aber für diesen Winter braucht es eine neue Mütze.

Wochenende bedeutet momentan oft auch für mich: arbeiten. Mein Mann ist mit den kranken Söhnen voraus gefahren aufs Land, ich bin mit meiner großen Tochter in Berlin geblieben, um zu arbeiten. Sie genießt die freie Zeit ohne Brüder, spielt in Ruhe, liest und kocht das Mittagessen allein für uns.

Als wir am Abend mit der Bahn zur restlichen Familie kommen, gibt es warme Kürbissuppe mit knusprigen Kichererbsen. Diese Farben! Und vor allem: Habt Ihr schon einmal knusprige Kichererbsen gemacht? So lecker!

Das restliche Wochenende wird größtenteils im Garten verbracht: Wir pflücken Kräuter und trocknen sie für Tee, pflücken Holunderbeeren und kochen sie ein zu Marmelade, pflücken den Wein, der in der kommenden Woche verarbeitet werden muss. Von den Nachbarn bekommen wir Äpfel geschenkt, die zu Apfelessig, getrockneten Apfelscheiben und Apfelmus verarbeitet werden wollen.
Da ich in den letzten Wochen immer wieder danach gefragt wurde: Unser Garten ist wirklich klein, aber ich habe ihn in den letzten Jahren immer weiter nutzbringend angelegt, so dass wir dennoch jedes Jahr auch einen schönen kleinen Ertrag haben an einigen Kräutern und etwas Obst. Dazu fühlen sich Insekten und Vögel darin wohl, weil wir darauf achten, dass genügend Nahrung für sie übrig bleibt. Wer keinen eigenen Garten hat oder bepflanzbaren Balkon, der kann mit Kindern auch nach Selbstpflücken Ausschau halten, manchmal werden auch bei eBay Kleinanzeigen Obst und Gemüse aus Gärten angeboten oder auf foodsharing Seiten oder Karten wie mundraub.

Und nun starten wir in eine weitere Woche. Wenn alles gut läuft und niemand krank wird, verreisen wir am nächsten Wochenende.
Und wie war Euer Wochenende?
Eure

 

Wenn das Leben intensiv beginnt – Hilfe für Eltern mit Babys auf der Intensivstation

Manchmal kommt es ganz anders als geplant. Susanne Bürger hat genau dies erlebt: Die Geburt ihres zweiten Kindes verlief anders als gedacht und nach kurzer Zeit haben sie sich auf der Intensivstation wiedergefunden und es standen Operationen an. Im Interview berichtet sie, was an Kliniken fehlt, wie Familien in einer solchen Situation unterstützt werden sollten und warum sie ein Buch zu diesem Thema geschrieben hat.

1. Susanne, Du hast das Buch „Wenn das Leben intensiv beginnt“ geschrieben, ein Elternbegleitbuch für die Zeit in der Kinderklinik. Wie kam es dazu?

Ratgeber und Fachbücher begleiten mein eigenes Leben immer schon. Fehlendes Wissen oder Lösungsideen bei eigenen Themen habe ich mir immer aus Fachbüchern/Ratgebern geholt. Ich lese selbst unheimlich gerne und viel und meine Regale sind schon immer gut gefüllt. Für mich war das immer eine Ressource, wenn gerade im Gespräch keine Person mit Rat zu Seite stehen konnte. Mir selbst  gab das immer ein gutes Gefühl. So war es auch schon in meiner ersten Schwangerschaft, daß ich zwei Stillbücher hatte, anschliessend Bücher zu gesunder Beikost, Bücher zu kindlichen Entwicklungsschritten,etc.. Besonders interessierten mich immer schon die Themen Beziehung und Bindung, da ich selbst in der Generation geboren wurde, in der man die Babys noch in Säuglingszimmer legte und alle 4 Stunden der Mama zum Fläschchen geben brachte. In der 2. Schwangerschaft wollte ich mich noch etwas besser auf die Geburt vorbereiten und habe mit Hilfe der „Hypnobirthing-CD“ und des Buches eine schöne Geburt erlebt. Relativ schnell stellte man bei unserem Sohn in der Klinik jedoch fest, dass er zur weiteren Behandlung in eine Kinderklinik verlegt werden musste. 48 Stunden nach der Geburt fanden wir uns morgens um 6 in einem kleinen Zimmer mit der diensthabenden Ärztin wieder, die uns erklärte, dass unser Sohn schon auf dem Weg in den OP sei. Sie wollte jetzt noch schnell die Formalitäten klären. Ich war einfach auf „ sowas“ nicht vorbereitet. Es gab in den Untersuchungen in der Schwangerschaft keine Anzeichen einer Erkrankung. Ich hatte einfach nicht damit gerechnet, daß ein Kind, das scheinbar gesund mit einem guten Apkar-Wert geboren wird, trotzdem schwerwiegende Erkrankungen haben und bekommen kann. Aus heutiger Sicht kann ich nicht mehr sagen, warum ich so naiv dachte. Da uns aber nun drei längere Klinikaufenthalte mit drei großen Operationen bevorstanden, hat mich das komplett aus der Bahn geworfen und es dauerte ein paar Tage bis ich außer Weinen wieder etwas denken konnte. Eltern schalten dann in eine Art „ Funktionsmodus“. Mein Mantra war nur noch: Ich mache das hier, aber ich will es bestmöglichst tun!“ Aber wie geht dieses „ Bestmögliche“? Da wir kein Einzelfall waren, da es ja mehrere Kinderkliniken in Deutschland gibt und um uns herum ja auch andere Eltern saßen, musste es ja auch wie zu allem Bücher dazu geben. Fehlanzeige…Ich fand das nochmal erneut schlimm nicht auf meine alte Ressource zurückgreifen zu können. Viele Frauen haben sowieso Schuldgefühle und isolieren sich mit Schamgefühlen. Es gibt viel Bücher darüber, warum Bonding direkt nach der Geburt so wichtig ist, über die Vorteile des Stillens und vor allem aber der Bedeutung der Nähe zum Baby. Das natürlichste Grundbedürfnis von Nähe und Elternsein wird in Kliniken aus medizinischen Gründen allein nicht immer möglich sein. Aber was können Mütter in Kliniken tun, die vom ersten Tag an, nur Milch abpumpen dürfen, vielleicht gerade nicht bei ihrem Baby schlafen können, teilweise nicht mal in den Arm nehmen dürfen…Was können diese Mütter trotzdem tun und was macht Sinn, wenn man es nicht kennt und selbst gerade nicht richtig nachdenken kann….Ein Jahr nachdem bei uns die emotionalen Wunden dieser Zeit immer besser heilten, habe ich beschlossen, dass ich es weiterhin nicht richtig finde, dass es kein einziges Buch für Eltern gibt, dass mehrere Themenbereiche in einem kleinen Kompendium abdeckt. Das Wissen um Selbstcoachingmethoden, wie ich mir selbst Kraft geben kann und meine Ressourcen stärke, ist kein Wissen, daß in der Breite vorhanden ist. Da ich selbst viel Energie daraus gezogen habe, meine mir bekannten Coachingmethoden für mich anzuwenden, ist es mir ein großes anliegen, das Wissen auch anderen zugänglich zu machen. Ich habe viele betroffene Eltern interviewt und viele Fachleute befragt, was sie Eltern aus ihrem Fachbereich empfehlen würden und tara…das Buch war endlich geboren! 

2. Die Geburt Deines zweiten Sohnes und der anschließend lange Klinikaufenthalt waren eine schwere Zeit für Dich. In Deinem Buch schreibst Du, dass die medizinische Versorgung oft sehr gut ist in Kliniken, aber es fehlt an anderen Dingen. Was ist Dir persönlich und im Gespräch mit anderen aufgefallen: Woran mangelt es besonders in der Begleitung von Familien in dieser Situation?

Ja das ist so, wir haben eine wunderbare medizinische Versorgung in Deutschland. Auch wir hatten das Glück von einem großartigen Kinderchirurgen die Operationen durchführen zu lassen. Ich möchte auch ausdrücklich dafür werben, sich dies bei allen Missständen und der Diskussion zum Thema Pflegenotstand und Notstände in Kliniken in den Medien trotzdem vor Augen zu halten. Viele Eltern von (Extremst-)Frühchen oder Babys, die schon früh operiert werden müssen, werden das bestätigen. Es ist unglaublich, was medizinisch möglich ist. Jeder Arzt und jede Pflegekraft tut jeden Tag ihr Bestes zum Wohle der Allerkleinsten. Die andere Seite ist, dass heute Kinder sehr gute Lebenschancen haben, die noch vor 20 Jahren eine geringe bis keine Erwartung gehabt hätten. Allerdings ist es auch so, dass so individuell jedes Kind und sein Start ins Leben verläuft, so individuell sind auch die Persönlichkeiten der Eltern. Eltern, die in Kinderkliniken neben den Betten von verkabelten Babys sitzen, denen mehrere Infusionsschläuche gelegt wurden und bei denen immer irgendein Gerät piept, müssen aus meiner Sicht psychosozial aufgefangen werden. Es gibt Kliniken, die in dem Bereich vorbildlich unterwegs sind. Aber das sind noch nicht alle und ich würde mir eine flächendeckende Unterstützung für die Eltern wünschen. 

Die meisten dieser Eltern haben längere Fahrtzeiten zu einer spezialisierten Kinderklinik, was dazu führt, dass oft die Mutter unter der Woche komplett alleine beim Baby auf der Station sitzt. Ohne soziales Umfeld in der Nähe, den Partner und weitere eventuelle Kinder entfernt. Die zusätzliche Trennung zu der Kliniksituation ist sehr belastend. Ich habe keine einzige Mutter kennengelernt, die nicht in tiefer Sorge und Verzweiflung am Bettchen sitzt. Ich habe im Rahmen des Buches mit einigen Pflegekräften gesprochen, die gerne alle mehr Zeit für die Mütter hätten. Aber die auch ehrlicherweise sagen, dass der Job auf der Neonatalen Intensivstation eine so hohe Konzentration erfordert und ein Teil der Arbeit, den die Patienteneltern gar nicht mitbekommen (die rechtliche Dokumentationspflicht) einen nicht zu unterschätzenden Anteil ihrer Arbeitszeit einnimmt. Zeiten, die sie lieber für längere Gespräche mit den Eltern nutzen würden. Dazu kommt ebenso, dass Pflegekräfte hochspezialisiert ausgebildet sind, aber nicht für den Bereich der psychosozialen Hilfestellung. Mütter, die tiefe Traurigkeit, Schuldgefühle oder/und Scham fühlen, brauchen eine professionelle Begleitung. Während unserer Aufenthalte gab es einen katholischen Seelsorger, den man ansprechen konnte. Aber was ist, wenn ich zur Kirche keinen Zugang habe? Mit einem Mann nicht sprechen möchte oder kann? Oder durch meine Religion habe ich zur katholischen Kirche keinen Zugang? Ich hatte wie viele Frauen nach Geburten zum Beispiel auch das verlangen so etwas wie ein „Wochenbett“ zu erleben. Gerne hätte ich einfach mal nur die Beine hochgelegt, um mich von der Geburt zu erholen. Es gab Gartenstühle, die man leicht zurückklappen konnte. Frauen nach Kaiserschnitten dient das nicht unbedingt zur körperlichen Genesung, wie ich in vielen Fällen miterleben konnte. Wenn aber in reinen Kinderkliniken, medizinische Höchstleistung für die Allerkleinsten vollbracht wird, ist für die Mütter wenig Raum. Das ist besonders bei einer Verlegung in eine reine Kinderklinik zu spüren, die nicht mit der Geburtsklinik zusammenhängt. Viele der interviewten Mütter hätten sich vor allem gewünscht, daß sie einen Ansprechpartner haben, mit dem sie Ängste, Sorgen und Nöte hätten besprechen können und der ihnen vielleicht auch in eher sachlich/medizinisch geprägten Gesprächen mit dem Arzt zur Seite steht oder auch danach nochmal zur Verfügung steht. 

3. Wie sieht für Dich eine optimale Versorgung aus, wenn Kinder in die Klinik müssen? 

An erster Stelle steht natürlich die medizinische optimale Versorgung der Allerkleinsten. Alle Kliniken sind zwar daran interessier einen bindungsorientierten Aufenthalt vor allem zur Mutter zu ermöglichen, aber räumliche Möglichkeiten allein sind nicht überall gleich. Hier gibt es es noch Optimierungsbedarf. In meiner Klinik der Zukunft müsste Müttern überall die Möglichkeit zur Unterbringung in Nähe der Babys gewährleistet werden. Auf der Neointensiv sind Übernachtungen nicht möglich. Ich betone auch ausdrücklich, dass in der Kliniksituation der eigene Schlaf auch extrem wichtig ist und man sich diese Ruhephasen auch gönnen soll. Ich würde mir aber wünschen, dass es grundsätzlich mehr Unterbringungsmöglichkeiten in Elternzimmern in der Klinik oder in der fußläufigen Nähe geben sollte. Nähe ist zum Gesunden so wichtig für das Kind und entstresst sowohl Kinder als auch Mütter. Es ist unnötig seine Fahrtzeit zur Klinik wegen fehlender Betten auf der Autobahn jeden morgen zu verbringen. Zeit, in der man besser beim Kind sein könnte. Eltern werden heute überall in die Versorgungs- und Pflegezeiten mit eingebunden und sind kein Fremdkörper auf Station. Das begrüße ich sehr, da gerade diese Zeiten mit dem Baby nicht einfach nur eine „Wickelzeit“ oder „abgepumpte Milch sondieren“ ist, sondern ebenso in den Bindungsaufbau fällt wie ausserhalb der Klinik und daher extrem wichtig ist! 

Psychosoziale Hilfsangebote für Eltern müssten vielfältiger sein. Elternrunden, in denen man sich zusammenfinden kann, die geleitet sind, können genauso ein Ansatz sein, wie Elternberater auf den Stationen. Mehr Menschen, die Mut machen, und mit denen man über Sorgen, Ängste Nöte reden kann. Anleitungen wie man Kraft tankt im Klinikalltag und wie man seine Ressourcen aktiviert, die jeder hat. Von all dem wünsche ich mir in Zukunft viel mehr. 

Es bedarf mehr Personen, die ausschliesslich diesen Bereich abdecken und das wäre meine Vision für die moderne zukunftsorientierte Kinderklinik. Ein immer noch großes Tabuthema spreche ich im Buch auch an: Hospiz- und Sterbebegleitung. Wer bereitet Eltern darauf vor, wenn ihr Baby vielleicht nicht überleben wird. Trauer- oder Hospizbegleiter müssten mit jeder Kinderklinik in engem Austausch stehen und ebenso auf Abruf da sein.

4. Was können wir als Gesellschaft bzw. jede*r einzelne tun, wenn eine Familie im Familien- oder Freundeskreis in eine solche Notsituation kommt? Gibt es Hilfen, die auch Außenstehende anbieten können?

Da sein! Im Rahmen der eigenen Kompetenzen und Möglichkeiten seinen Teil anbieten. Das sozial funktionierende Netz ist überlebenswichtig. Eltern sollte ermöglicht werden, jede freie Minute beim Baby zu sein. Das heißt für alle drum herum, jede Kleinigkeit bewirkt in der Summe das Große. Wenn ich zu weit weg wohne, kann ich durch Telefonate und motivierende Gespräche, die Eltern stärken. Wenn ich NachbarIn bin, kann ich Einkäufe mit übernehmen, Wäsche, Geschwisterkinder betreuen, alles was an lästigen Alltagsdingen anfällt. Manchmal ist es die mit gekochte Mahlzeit. All dies sind Dinge, zu denen oft die letzte Kraft fehlt. Mir brachte eine Mutter aus der Kita Blumen in die Klinik in der Mittagspause, habe mich da sehr gefreut! Sollte ich warum auch immer, zu weit weg wohnen und nicht aktiv unterstützen können. Selbst ein Gutschein für eine Putzfee, Massage, Essengehen und was einem gut tut, kann der Familie in dem Fall helfen. Selbst Tankgutscheine können bei der Fahrerei zur Klinik und zurück für viele eine große Entlastung sein. Man sollte die Eltern vor allem mit seinen eigenen Themen und Sorgen nicht weiter schwächen. Damit meine ich eher die Personen, die enger dran sind. Eltern sind in diesen Situationen nicht in ihrer Kraft. Es ist der falsche Zeitpunkt darüber zu sprechen, wann sie gedenken, dass Baby taufen zu lassen. (Berichtete mir eine Mutter)   Eltern brauchen Menschen, die sie stärken, die ihnen gut zu reden und ihnen immer wieder aufs Neue versichern, daß sie die Kraft haben das zu schaffen. Wenn man sich im Krankenhaus um eine aufgelöste Freundin oder Mutter/Schwiegermutter kümmern muß, entzieht das den Eltern Kraft, die sie für das Baby benötigen. Aus eigener Erfahrung ist mir hier etwas Persönliches noch wichtig. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und schaffen Alles und sind es oft gar nicht mehr gewöhnt um Hilfe bitten zu müssen. Es ist uns unangenehm und viele haben es verlernt das soziale Netz um Hilfe zu bitten. Gerade Frauen, die jobmässig so geprägt sind, könnte es nicht leicht fallen um Hilfe zu bitten. Frauen die dann in solche Notsituationen geraten, sollte man vielleicht nochmal fragen, wenn man auf die erste Frage, wie man helfen kann, nicht direkt eine konkrete Antwort erhält. 

Susanne Bürger arbeitet seit 2011 selbständig als systemisch ausgebildeter Coach und wingwave-Coach. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes und den anschließenden Krankenhausaufenthalten hat sie das Elternbegleitbuch „Wenn das Leben intensiv beginnt“ geschrieben.

„Nein, meins!“ – Ich will genau dieses Spielzeug JETZT!

Zwei Kinder sitzen im Sandkasten, eines von ihnen spielt mit einem kleinen Trichter und lässt den Sand hindurch rieseln in eine kleine Wasserschüssel, wo der Sand sich sogleich mit Wasser voll saugt und zu Matsch wird. Wie hypnotisiert sieht das andere Kind einen Moment zu, steht dann auf, geht hinüber, und reißt den Trichter aus der Hand. Es entsteht ein Streit um den Trichter – beide wollen ihn haben. Aber steht wirklich der Besitz hinter diesem Streit? Eine ähnliche Situation, die sich oft in Kinderzimmern von Geschwistern abspielt: Das kleine Kind sieht dem größeren Geschwisterkind beim Spielen zu, rennt zu ihm, reißt das Spielzeug aus der Hand, rennt weg, spielt kurz damit und wirft es dann achtlos in die Ecke. Was passiert hier?

Das belebte Objekt

Wenn sich Kinder um einen Gegenstand streiten, denken wir oft, dass es um den Besitz geht. Wir denken, das andere Kind möchte dieses andere Ding haben, möchte es besitzen und wir regen dazu an, Sachen zu teilen, weil wir denken, es würde darum gehen, sich einen Gegenstand auszuleihen. Wenn der Gegenstand dann den Besitzer oder die Besitzerin gewechselt hat, ist das Interesse an dem Gegenstand auch oft schon verloren. „Aha, es ging nur darum, den eigenen Willen durchzusetzen!“ sind Eltern dann oft verleitet zu denken. Oft aber geht es, gerade bei Babys und kleinen Kindern, nicht um den Besitz und auch nicht darum, den eigenen Willen durchzusetzen, sondern um die Erfahrung, die dahinter steht. Dieses Wissen, das Verstehen des Kindes, kann verändern, wie wir mit einer solchen Situation umgehen und das Kind betrachten. Und selbst dann, wenn es manchmal um das Besitzen geht, lohnt sich ein Blick auf die wirklichen Gründe dahinter, warum Besitz ein wichtiges Thema für Kinder ist.

Entwicklungsressourcen

Das Kind, das den Trichter haben möchte, sieht das andere Kind, sieht wie es Freude hat bei dem Spiel und dass es damit eine spannende Erfahrung macht. Es sieht, dass das Kind etwas lernt, experimentiert. Genau das möchte es auch: lernen und experimentieren, sich weiter entwickeln, einen Entwicklungsvorteil erwerben. Wie so oft geht es auch hier um Ressourcen, dieses Mal um Entwicklungsressourcen. Es ist also keine böse Absicht des Kindes, es ist kein Machtspiel, sondern ein innerer Entwicklungsdrang, der hinter dem Verhalten steht.

Genau das erkennen wir auch dann, wenn das Kind das Spiel auf einmal beendet und das Spielzeug achtlos zur Seite wirft. Oft passiert das dann, wenn es dieses Spiel, das es gesehen hat, nicht nachahmen kann, wenn es nicht die gleiche Erfahrung damit machen kann wie das andere Kind. Vielleicht, weil es dafür noch zu klein ist, wie oft bei Geschwistern zu beobachten ist: Eben sollte es dieses Spielzeug noch unbedingt sein, nun ist es schon nicht mehr interessant, wo es doch endlich in der Hand gehalten wird.

Warum nur „teilen“ oft nicht hilft

Das andere oder größere Kind nur zum Teilen aufzufordern, bringt deswegen meist keinen Erfolg in einer solchen Streitsituation: Denn nur durch den Besitz des Gegenstandes wird der eigentliche Wunsch hinter dem „Habenwollen“ nicht erfüllt. Im schlechtesten Fall sind durch die Aufforderung des Teilens zwei Kinder frustriert: Das Kind, das teilen soll (und seinen Besitz abgeben muss, der für das ältere Kind sehr wichtig ist, siehe unten) und das Kind, das mit dem Gegenstand eigentlich nichts anfangen kann.

Hilfreich ist deswegen, wenn wir das andere Kind begleiten im Experimentieren damit oder von Anfang an Alternativen anbieten können bspw. bei Spielsachen, die doppelt vorhanden sind. Andere Kinder zum Teilen aufzufordern, ist oft schwierig, denn es ist wichtig, auch sie nicht aus ihrem Spiel und ihrer aktuellen Entwicklung heraus zu reißen. Sie brauchen einen geschützten Raum, in dem sie sich in Ruhe beschäftigen dürfen und gerade unter Geschwistern ist es auch wichtig, eigenen Besitz zu haben, der nicht geteilt werden muss.

Besitz

Besitz ist in der Vorschulzeit etwas, das die eigene Position in der Gruppe stärkt oder auszeichnet. Geht es im Wegnehmstreit nicht um das Ausprobieren, kann auch der reine Besitz eine Rolle spielen. Auch hier geht es aber wieder um eine Entwicklungsressource und nicht um eine böse Absicht: Zu sehen, wohin ich gehöre, wie ich mich in der Gruppe bewege und welche Stellung ich habe. Manchmal nehmen Kinder anderen Kindern Dinge weg, um diese soziale Position zu hinterfragen und auszumachen. Auch dies ist normal und wichtig.

Kreativer Umgang mit Konfliktsituationen

Wie immer in Streitsituationen ist es gut, Kinder auch eigene Möglichkeiten und Lösungen finden zu lassen. Manchmal ist dies nicht möglich, und wir müssen eingreifen, um zu unterstützen. Langfristig ist es hilfreich, den Kindern zu vermitteln, dass nach gewünschten Dingen gefragt werden kann. Auch hier ist das Vorbildverhalten der Eltern wieder wichtig: Nehmen wir Dinge einfach aus der Hand oder fragen oder bitten wir zuvor?

Teilen ist ein wichtiger Meilenstein der Entwicklung, aber das freiwillige Teilen erwerben Kinder erst im Laufe der Zeit – es ist, wie viele andere Dinge, eine Frage der Entwicklung.

Deswegen ist es so wichtig, Kinder gut zu begleiten, sie anzuregen, aber nicht zu bestimmen. Wir können ein „gleich“ anbieten, ein „ausleihen“ oder auch einfach vermitteln: Es ist vollkommen in Ordnung, dass Du dieses Ding nicht teilen möchtest, wenn es so wichtig ist. Wir können erklären, dass beispielsweise nicht teilbare Dinge nicht auf den Spielplatz mitgenommen werden, um Konflikten vorzubeugen. Und wir können selber Vorbild sein im Teilen und dem Umgang mit eigenen Dingen, gerade wenn ein Kind etwas von uns Erwachsenen „einfach“ wegnimmt.

Betrachten wir solche Streitsituationen also wohlwollend einmal durch die Augen der Kinder. Dann wird uns klar, dass hinter solchen Streitsituationen keine böse Absicht steckt, kein Fehlverhalten und keine „schlechte Erziehung“, sondern dass sie vollkommen normal und wichtig sind für die kindliche Entwicklung. Und mit diesem Wissen wird es schon leichter.

Eure

 

Kleine Abenteurer*innen, ab in die Wildnis! – Warum Kinder die Natur nicht nur zum Spielen brauchen

Das Dickicht reicht uns bis zu den Schultern. Die Beine sind zerkratzt, die Haare sind zerzaust und unserer Kleidung sieht man den Kampf durchs Unterholz an. Wir schlagen uns mit Stöcken durch das hohe Gras. Ich voran, mein Bruder hinterher. Wir sind mitten in der Wildnis, auf dem Weg zu unserer selbstgebauten kleinen Hütte.

Die stärksten Erinnerungen an meine Kindheit sind die Abenteuer, die ich draußen erlebt habe. Viele davon auf dem Bauernhof bei meinem Opa oder auf dem großen Gelände der Gärtnerei von Freunden. In beiden Orten haben mein Bruder und ich viele, viele Wochenenden verbracht. Und unter der Woche streiften wir in der Stadt durch die Wildnis. Hier trafen sich die Kinder der Straße, hier wurde gekämpft und gebaut, gespielt und geträumt.

Die Trampelpfade unserer Kindheit sind im Buschwerk nur noch für den zu erahnen, der ihre verschlungenen Wege kannte. Längst ist die nächste Generation Kinder groß genug für neue Abenteuer auf dem 500 Meter langen, schmalen Wildnisstreifen.

Doch von Abenteurern ist weit und breit nichts zu sehen. Kein Hämmern dringt aus dem Buschwerk, das den Bau eines Unterschlupfs verraten würde. Kein Indianer-Heulen deutet auf Clan-Kämpfe der verschiedenen Häuserreihen an. Kein Rascheln und Stapfen im grünen Dschungel. Wo sind die Kinder? Dürfen sie dort nicht spielen? Wollen sie dort nicht spielen? Ich tippe mal auf ersteres: Kinder alleine in der Natur, das würde mir als Mutter heute auch den Schweiß auf die Stirn treiben. Und trotzdem sehe ich meine Tochter, wenn sie etwas älter ist als ihre jetzigen zwei Jahre, dort spielen. Weil Natur der Stoff ist, aus dem Erinnerungen gemacht sind. Weil wir Spaß hatten an den Abenteuern und unglaublich viel gelernt haben. Und vor allem, weil das Spielen in der Natur so viel mehr ist, als nur ein Spiel.

Die flurbereinigte Kindheit behindert die kindliche Entwicklung

Für Kinder ist das Spielen in der Natur nicht einfach eine nette Ergänzung zum Alltag. Nein, für Kinder ist das Sein in der Natur essenziell. Kinder entwickeln sich in der Natur. Hier stoßen sie auf Freiheit und kommen mit Unmittelbarkeit in Berührung. Sie erleben Widerstand und gleichzeitig einen Bezug zu ihrer Umwelt und sich selbst. Und mit diesen Quellen, die in keiner künstlichen Welt nachzustellen sind, bauen Kinder das Fundament, das sie durchs Leben trägt. Die Stunden, die die Kinder in der Natur verbringen, sind reine Entwicklungszeit.

Kinder spielen nicht mit Matsch, sie lernen mit Matsch

Bis die Menschen in Mittel-und Nordeuropa vor 4.000 bis 5.000 Jahren sesshaft wurden, lebten wir Menschen in und mit der Natur. Ein großer Teil der Zeit spielte sich draußen ab. Die Kinder mussten dabei auf ihrem Weg zum Großwerden starke und vielverzweigte Wurzeln ausbilden, die ihr Fundament zum Großwerden darstellen. Wurzeln bilden die Kinder auch heute noch aus. Lernen tun sie täglich.Aber zu 99% passiert das in unserer heutigen Zeit in geschlossenen Räumen. Der Kinderarzt und Autor Herbert Renz-Polster spricht von einem „Flurbereinigten Modell“ der Kindheit.

Den Kindern steckt die Natur aber noch immer im Blut. Im freien Spiel träumen sie sich in uralte Motive. Sie spielen mit Stöcken und imitieren Jagdszenen. Sie bauen Höhlen und Zelte, verstecken sich und suchen Schutz. Sie spielen stundenlang an einem Bach, stauen Wasser auf, vermischen es mit Erde. Sie matschen, kleben und bauen. Und ein Abend am Lagerfeuer, mit Stockbrot, heißen Gesichtern und kalten Rücken ist eine magische Erfahrung für Kinder. All diese Erfahrung sind es, die Kinderaugen abends leuchten lassen: „Heute haben wir ein Abenteuer erlebt“.

Doch Kinder spielen nicht einfach so zum Spaß. Sie lernen, sie arbeiten richtig für ihre Entwicklung, während sie ihre Sinne trainieren. Sie verfeinern ihren Einsatz von Körperkraft und Koordination, während sie auf Bäume klettern und auf rutschigen Steinen balancieren. Und Spielforscher beschreiben, dass Vorschulkinder in der freien Natur die Hälfte ihrer Zeit mit Zählen und dem Erforschen von Formen, Mustern und dem Sortieren verbringen. Sie machen sich mit den Grundkonzepten der Mathematik und Physik vertraut. Natürlich wissen sie das nicht und das ist auch nicht wichtig. Aber für uns Erwachsene mag es wichtig sein, das zu wissen. Kinder spielen nicht ohne Grund. Sie lernen im Spiel. Dabei schöpfen sie den Reichtum aus, den die Natur ihnen für ihre Entwicklung bietet.

Zeit und Raum schenken – unter freiem Himmel

In unserer Erziehung achten wir darauf, dass die Phantasie und Kreativität bei unseren Kindern nicht zu kurz kommt, dass sie empathisch mit anderen Menschen und Lebewesen umgehen, dass sie selbstsicher sind und im Falle eines Risikos richtig handeln. All das lässt sich mit Stofftieren und auf asphaltierten Höfen nicht planbar anerziehen. Aber all das finden Kinder draußen. Wir sollten wieder mehr auf die Fähigkeiten ihrer eigenen Entwicklung vertrauen. Sie sind hungrig nach Abenteuern und suchen sich dabei ihre Nahrung. Sie haben eine Intuition dafür, was sie für ihre Entwicklung benötigen und sind mit Feuereifer dabei, sich das notwendige Handwerkszeug zum Aufwachsen in ihrem Spiel anzueignen.

Doch dafür brauchen Kinder Zeit und Raum. Beides Dinge, die heute Mangelware sind. Statt stundenlang draußen zu spielen, gehen wir mit den Kindern „mal für eine Stunde raus“. Wir blockieren die Räume, in denen Kindern ihre Spiele gestalten wollen. Wir haben einen Ort im Sinn, wenn wir mit den Kindern nach draußen gehen. Und dieser Ort ist nicht die verwilderte Brachfläche, auf der es keine Bank zum sitzen, keine Kommunikation mit anderen Eltern und – für uns Eltern – auch wenig zu sehen gibt. Doch es sind genau diese verwilderten Brachen oder die vergessenen Ecken der Planer auf Spielplätzen oder Parks, die die Kinder so magisch anziehen. Hier suchen und finden sie Nahrung für ihre Entwicklung in ihrem Spiel.

Wir wussten oder ahnten zumindest, dass Natur wichtig ist für Kinder. Jetzt wissen wir auch, dass sie nicht nur wichtig für ihr Spiel, sondern essenziell für ihre Entwicklung ist. Und wir sollten versuchen, für unsere Kinder wieder ein Stück weit Richtung Natur zu gehen.

Ein naturorientiertes Aufwachsen ist auch heute noch möglich, auch als Stadtkind. Wie das geht, welche Hindernisse es geben kann und was „Natur“ in Deutschland alles ausmacht, darüber erzähle ich euch in den nächsten Folgen dieser Kolumne. Damit meine Tochter bald Spielkamerad_innen findet, um mit ihnen durch die Wildnis zu stromern. Immer auf der Suche nach neuen Abenteuern.

Veronika hat Biologie, Naturschutz und Landschaftsplanung studiert und ist Mutter einer Tochter. In ihrer Kolumne „Naturorientiertes Aufwachsen“ berichtet sie von Wegen, auf denen Kindern die Liebe und der Respekt zur Natur als Samenkorn mitgegeben werden können.  Mehr über Veronikas Arbeit und ihre aktuellen Texte zu grünen Themen findet ihr auf ihrer Homepage, Instagram oder Twitter.

 

Slow pregnancy – Die Geburt von Annas drittem Kind

Anna berichtet in dieser Kolumne Monat für Monat von ihrer dritten Schwangerschaft. „Slow pregnancy“ umschreibt ihren achtsamen, bewussten Umgang mit dieser Zeit und den Gedanken, die sie sich rund um das Schwangersein macht.

Lange habe ich überlegt, ob ich einen Geburtsbericht schreiben möchte. Als Abschluss meiner Schwangerschaftskolumne und Übergang in meine neuen Artikel zur achtsamen Babyzeit bietet es sich natürlich an, dennoch ist eine Geburt ein sehr intimer Vorgang.

Erwartungen an die Geburt

Ich selbst lese gern Geburtsberichte. Mir ist allerdings aufgefallen, dass ich häufig entweder Berichte von traumatischen Geburten (und diesen Müttern muss auch zugehört werden!) oder von wunderschönen Hausgeburten (die bestärken, aber vielleicht auch etwas unter Druck setzen, dass die eigene Geburt ebenso perfekt laufen soll) gefunden habe. Ich war davon ausgegangen, dass meine Geburt eher in die zweite Kategorie fallen würde und ich habe durchaus eine Erwartungshaltung aufgebaut (natürlich auch durch die Geburten, die ich bisher erlebt habe). Und in gewisser Weise entsprach die Geburt meines dritten Kindes auch meinen Erwartungen – nur auf eine etwas andere Weise.

Die Geburt war deutlich schwieriger als ich das erwartet hatte. Obwohl es das dritte Kind war, obwohl ich mich mit Hypnobirthing beschäftigt hatte, obwohl ich sehr positiv und entspannt herangegangen bin. Und ich weiß, dass diese Geburt im Krankenhaus ganz anders ausgegangen wäre. Wie ich sie empfunden hätte, hätte von dem Einfühlungsvermögen und der Hebammen und Ärzt*innen abgehangen – und nicht von mir selbst (natürlich gibt es auch schwarze Schafe unter den Hausgeburtshebammen, aber zum Glück lernt man diese meist vorher kennen und kann abstimmen, ob man zueinander passt). Im Krankenhaus wäre mein Baby mit Saugglocke gekommen und ich hätte deutlich mehr Geburtsverletzungen davon getragen. Dass sie letztendlich eine wundervolle, bestärkende und fast verletzungsfreie Erfahrung für mich geworden ist, verdanke ich der Begleitung durch zwei kompetente und erfahrene Hebammen.

Und deswegen möchte ich meine Geschichte erzählen. Nicht um Krankenhäuser zu verteufeln, für deren Existenz ich sehr dankbar bin, aber um einen Gegenpol zu bieten und um Mut zu machen.

Es geht los!

Es war Sonntagmorgen. In den letzten Tagen hatte ich immer wieder Kontraktionen gespürt, die aber wieder aufgehört hatten. Nun kamen sie immer wieder, noch in großen Abständen und eher kurz, aber ich spürte, dass es losging.

Wir verbrachten den Vormittag zu Hause. Die jüngere Tochter hatte schlechte Laune. Unsere älteste Tochter war stark erkältet aufgewacht, hatte noch schlechtere Laune und konnte in diesem Zustand auch nicht wie ursprünglich überlegt zu Freunden oder den Nachbarn gehen (die auch Kinder hatten, die sie angesteckt hätte). Also hielten wir aus. Federten ab. Und wurden selbst immer schlechter gelaunt. Ich fragte mich, wie ich in dieser Situation ein Kind bekommen sollte, gleichzeitig war mir klar, dass sich das Baby mindestens Zeit lassen würde, bis die Kinder schliefen.

Am Nachmittag kam dann aber eine gute Freundin vorbei und es wurde besser. Die Dreijährige war in der Zwischenzeit auf dem Sofa eingeschlafen, deutlich besser gelaunt aufgewacht und der Großen ging es auch wieder etwas besser. Die drei gingen zusammen einkaufen, brachten Blümchen mit und backten dann zusammen den Geburtstagskuchen in der Küche, während wir aufatmeten. Und noch in dem Gedanken daran kommen mir die Tränen der Freude, solche wundervollen Menschen in meinem Leben zu haben.

Abends wechselte sich die Freundin dann mit einer anderen Freundin ab, die über Nacht bleiben wollte. Sie las den Kindern noch vor und ich begleitete sie in den Schlaf. Die Abstände zwischen den Wehen waren nicht kleiner geworden, die Wehen selbst nicht viel stärker. Ich war währenddessen einfach ruhig und atmete besonders tief, die Kinder bekamen es zwar mit, aber es interessierte sie nicht sehr. Wir erzählten ihnen, dass sie beim Aufwachen wahrscheinlich ihr Geschwisterchen begrüßen können würden.

Das Baby spürt, wenn die Mutter unter Stress ist

Und dann schliefen sie endlich. Und mir wurde klar: Nun kann unser Baby kommen. Langsam wurden die Abstände zwischen den Kontraktionen kleiner, sie waren aber immer noch relativ kurz. Wir warnten die Hebamme telefonisch vor, sagten ihr aber, dass es noch eine Weile dauern würde.Erst kurz vor Mitternacht riefen wir sie wieder an. Die Wellen kamen nun alle drei Minuten, hatten sich aber in ihrer Intensität noch nicht sehr verändert. Als sie ankam, war der Muttermund erst 5cm geöffnet. Es würde also noch eine Weile dauern.

Die Zeit danach habe ich nur sehr verschwommen in Erinnerung. Ich weiß, dass die Wehen intensiver wurden, dass ich immer wechselte zwischen Kniestand, herumlaufen und auf dem Sofa sitzen, bei jeder Kontraktion gehalten von meinem Mann. Bei den Geburten zuvor wollte ich nie angefasst werden, dieses Mal fühlte ich mich unglaublich verbunden mit diesem wundervollen Menschen, mit dem ich nun das dritte Kind gebären sollte. Er hielt mich im Arm, streichelte mein Haar, übte Druck auf mein Kreuzbein aus, wenn ich ihn darum bat, küsste mich und auch wenn ich die Wehen langsam als sehr schmerzhaft empfand und sehr viel lauter war als bei den Geburten zuvor fühlte ich mich doch unendlich geborgen.

Die Fruchtblase platzt!

Und dann endlich platzte die Fruchtblase und sofort spürte ich eine riesige Erleichterung und hatte wieder Kraft. Jetzt würde es nicht mehr lange dauern. Mein Baby würde kommen! Die Presswehen begannen, der Schmerz war weg – und dann ging es nicht weiter. Das Köpfchen kam nicht voran. Ich stand auf, lief herum, ging in die tiefe Hocke, legte mich auf dem Sofa auf die Seite – aber das Köpfchen rutschte einfach nicht tiefer. Die Herztöne waren sehr gut, aber es tat sich einfach nichts. Eine Stunde verging. Und in mir kamen schon Szenarien hoch, dass ich doch ins Krankenhaus verlegt werden müsste, dass mein Körper nicht in der Lage wäre, dieses Baby zu gebären – aber dann hörte ich die Stimmen der Hebammen (die zweite war mittlerweile da), die mir sagten, dass die dunklen Haare schon zu sehen seien, dass es weiterginge, dass ich das gut mache. Und ich ließ mich wieder fallen.

Ein Sternengucker?

Meine Hebamme fühlte nach und dann hieß es auf einmal „kleine Fontanelle auf 7 Uhr“. Und mir wurde klar, warum es nicht so recht weiterging. Die kleine Fontanelle ist am Hinterkopf. Wenn sie auf 7 Uhr ist, bedeutet das, dass das Gesicht nach „vorne“ zeigt. Ein Sternengucker?

Die Hebammen besprachen mich. Dann setzten sie meine Freundin auf einen Stuhl, meinen Mann auf einen zweiten und mich mit je einem Bein auf dem Schoß zweier mir so wichtiger Menschen dazwischen. Und so in der Luft hängend gebar ich bei Sonnenaufgang den Kopf meines Kindes, im Kniestand dann den Rest des Körpers, und dann hockte ich auf dem Boden und nahm meinen Sohn entgegen und all die Anstrengung war vergessen und ich spürte diese überwältigende Liebe, von der alle Mütter berichtet hatten und die bei meinen Töchtern immer etwas auf sich warten lassen hatte. Dieses Ereignis war so gewaltig gewesen, ich hatte eine solche Urkraft gespürt, und nun fiel alles von mir ab.

Ich legte mich aufs Sofa und bestaunte mein Baby und alle standen um mich herum und ich fühlte mich so richtig wie selten zuvor. Wir würden das schaffen mit drei Kindern. Genau so sollte es sein.

Kurze Zeit später kam dann komplikationslos die Plazenta und als die Nabelschnur auspulsiert war, trennte mein Mann sie ab. Unser Sohn schmatzte und ich legte ihn an, was tatsächlich schwieriger war als ich erwartet hätte, weil er immer wieder einschlief und den Mund nicht richtig öffnete. Aber dann trank er.

Die Stunden danach

Es war ruhig geworden. Die Hebammen hatten leise aufgeräumt, meine Freundin hatte sich verabschiedet und war ins Bett gegangen und auch mein Mann wollte versuchen, noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Meine Hebamme schrieb das Protokoll zu Ende, dann machte sie die erste Vorsorgeuntersuchung, wog und maß mein Baby, das deutlich größer und schwerer war als das der letzte Ultraschall ergeben hatte. Dann verabschiedete auch sie sich und ich schlief auf dem Sofa ein, das Baby auf dem Bauch und ein Glücksgefühl im Bauch.

Zwei Stunden später wachte ich wieder auf und hörte leise Stimmen aus dem Kinderzimmer. Dann tapsten nackte Kinderfüße über das Parkett und zwei verschlafene Köpfe schauten über die Sofalehne. „Kommt, schaut euch euer Brüderchen an!“, lud ich die beiden ein und da strahlten sie und die letzten Sorgen verschwanden aus meinem Herzen (denn die beiden hatten sich in den letzten Wochen der Schwangerschaft vehement eine Schwester gewünscht). Mein Mann kam ins Wohnzimmer und wir legten das Baby seinen Schwestern in den Arm und machten Bilder, die die beiden dann in den Kindergarten mitnehmen sollten. Sie zogen fröhlich und stolz von dannen und wir verschliefen den Vormittag.

Und so begann unser Leben zu fünft. Anders als erwartet. Nicht so ruhig und sanft, wie ich es kannte und mir ausgemalt hatte. Aber selbstbestimmt und kraftvoll.

Anna ist Mutter von drei Kindern. Sie hat Neurowissenschaften und kognitive Psychologie studiert und ist Trageberaterin. Mehr von ihr könnt Ihr auf Instagram lesen unter @langsam.achtsam.echt . Ihre Schwangerschaftsberichte: Woche 15 hier, Woche 20 hier, Woche 25 hier, Woche 30 hier , Woche 34 hier und von Woche 40 hier 

 

Wochenende in Bildern 01./02. September 2018

Das erste Septemberwochenende hat Schnupfnasen für die Kinder mitgebracht. Nach wirklich langer Zeit ohne Erkältungen und andere Erkrankungen waren an diesem Wochenende gleich alle drei Kinder erkältet, anhänglich und erschöpft. Natürlich bringt das auch immer schlechtere Nächte mit sich und somit auch weniger Schlaf für uns Eltern.

Der erste Weg am Samstag führt dennoch in den Schuhladen, denn auf einmal sind die Füße gewachsen und einer der Söhne ist schon gestern nur noch mit Socken gelaufen, weil die Schuhe wohl so sehr zu eng waren, wie er meinte. Mit und für drei Kindern Schuhe einzukaufen ist meistens keine Freude. Umso weniger erfreulich ist es, wenn die Schuhverläuferin wenig auf die Bedürfnisse der Kinder eingeht und erklärt „Der Schuh passt jetzt aber gut!“ statt zu fragen „Passt der Schuh?“. Letztlich haben aber doch alle Kinder hoffentlich langfristig passende Schuhe gefunden und für uns Eltern steht fest: Beim nächsten Mal lieber ein anderer Laden und doch einzeln mit jedem Kind gehen und langfristig wieder Barfußschuhe bestellen, bei denen sich die Kinder noch nie über „drücken“ oder schlechte Passform beschwert haben.

Eine wesentlich schönere Wochenendaufgabe: Am Wochenende wird das Kinderzimmer aufgeräumt, nicht mehr bespielte Spielsachen aussortiert und wir widmen uns unserem Universum-Projekt. Die Kinder sind große Weltraumfans und alle Nachrichten der ISS werden verfolgt und der Sohn weiß erstaunliche Details über die verschiedenen Planeten, Sterne und alles drum herum. Nun wollen wir einen Teil des Kinderzimmers in ein Universum umgestalten mit Tafelfarbe an der Wand, um Raketen und Sonden selbst malen zu können, und den Planeten des Sonnensystems inklusive einer großen Sonne an der Decke. Wir kommen ein gutes Stück voran mit unserer Arbeit.

Mal wieder Zeit für einen Flohmarktstand. Wie wir Sachen aussortieren und auch Spielzeug zusammen mit den Kindern für den Flohmarkt freigeben, habe ich hier schon einmal aufgeschrieben. An diesem Wochenende konnte ich jedenfalls mal wieder einen Flohmarktstand mit meinen Freunden Anja und Christian teilen und neben dem Umstand, dass die Wohnung nun wieder leerer ist, hatten wir auch eine schöne Zeit zusammen.

In einem aufgeräumten, strukturiertem Kinderzimmer lässt es sich auch wieder gut spielen. Alle restlichen Bausteine und andere Spielsachen sind sortiert und gut erreichbar, die Bücher sind nach Benutzung aktualisiert (und nicht zur Jahreszeit passende oder gerade nicht gelesene Bücher weggeräumt). Die Kleidungsstücke, die für ein jeweils jüngeres Geschwisterkind aufgehoben werden (oder für den nächsten Flohmarktbesuch) sind vakuumiert und verstaut.

Mal sehen, wie die nächste Woche startet. Hier gibt es jetzt Salbeitee, Zwiebel-Honig-Hustensaft und Brustwickel.
Und wie war Euer Wochenende?
Eure