Kategorie: Wohnen

Ordnung halten mit Kindern

Die Ordnungsfrage wird in vielen Familien immer wieder zur Streitfalle: „Räum das endlich auf!“, „Wie oft habe ich dir schon erklärt, dass du deine Sachen aufräumen sollst!“ bis hin zu „Wenn du nicht aufräumst, dann…“ Dabei beruhen diese Streitsituationen und der Gedanke um das Aufräumen bei Kindern oft auf folgenden Falschannahmen:

  • Kinder würden unseren Ordnungssinn verstehen
  • Es sei einfach für Kinder, aufzuräumen und wenn es nicht klappt, sind Kinder schuld
  • Kinder könnten einfach Ordnung halten
  • Wenn Kinder nicht früh lernen, selbst aufzuräumen, lerne sie es nie
  • Es ist eine Machtfrage: Wer setzt sich hier mit welchem Konzept durch?

Perspektivwechsel

Wenn wir Kindern sagen, sie sollten nun endlich einmal aufräumen, blicken uns nicht selten ungläubige Augen an. Denn Kinder sehen und erleben die Welt anders als wir und unsere Ordnungssysteme sind nicht zwangsweise die Ordnungssysteme der Kinder – abgesehen davon, dass sie manches Mal auch nicht verstehen, warum die sorgsam aufgebauten Dinge, auf die sie stolz sind, die sie sich zurechtgelegt oder -gebaut haben, nun weggeräumt werden sollen. Was wir als Erwachsene aus unserer Sicht sehen, stellt sich für Kinder ganz anders dar. Es geht auch nicht um einen Machtkampf, wer das Sagen in Sachen Ordnung und Gestaltung zu Hause hat, sondern um das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Bedürfnisse und Sichtweisen – und beide haben zunächst ein Recht, da zu sein und wahrgenommen zu werden. Und dann geht es darum, gemeinsam einen guten Weg zu finden. Wenn wir es schaffen, die negative Sicht auf das Kind und sein Verhalten auszublenden, haben wir die Situation schon zu einem großen Teil entspannt.

Tipps gegen den Aufräumstress

Was also können wir tun, um dem Aufräumstress zu entkommen und gemeinsam einen Weg zu finden ohne Streit und Drohungen?

  1. Gemeinsam aufräumen: Je jünger die Kinder sind, desto schwerer ist es, ganz allein aufzuräumen. Bei den jüngsten Kindern sind wir Erwachsene das Vorbild (und dies auch über die gesamte Zeit des Zusammenlebens in der gesamten Wohnung) und zeigen dem Kind, wie und wann aufgeräumt werden kann. Dies kann sprachlich gut begleitet werden mit Erklärungen: „Alle Bausteine räume ich erst einmal in diese Kiste.“, „Alle Kuscheltiere setze ich jetzt hier auf das Regal.“, „Alle Wäscheteile sammle ich auf und lege sie in den Wäschekorb.“ Mit Kleinkindern können diese Aufgaben dann geteilt werden: „Komm, du räumst alle Bausteine in den Korb, ich setze alle Kuscheltiere in das Regal.“
  2. Jedes Ding hat einen Platz: Gerade dafür, dass das Aufräumen zunehmend vom Kind selbst übernommen werden soll, ist es wichtig, dass das Kind das Konzept verstanden hat, Dinge an den zuständigen Platz zurückzuräumen. Das ist wichtig, damit sie im Aufräumen zunehmend selbständiger werden. Kinder lernen durch beständige Tropfen positiven Vorbildverhaltens und einfacher Schritte der Beteiligung – nicht durch Druck. Auch hier sind wir Erwachsene Vorbild darin, dass Dinge ihren passenden Platz haben.
  3. Die Menge im Blick behalten: Je älter Kinder werden, desto mehr Spielsachen sammeln sich oft an. Manche werden nicht mehr benutzt, nehmen aber Platz im Ordnungssystem weg und lassen den Raum unübersichtlich erscheinen. Andere werden nur saisonal benutzt. Hier hilft es, einen Überblick zu behalten und gemeinsam zu erkunden und Spielsachen vielleicht auch auszusortieren, die nicht mehr genutzt werden oder auf den Dachboden/in den Keller zu bringen.
  4. Kein Druck, keine (auch nicht verbale) Gewalt: An manchen Tagen mag das Aufräumen nicht klappen. Wenn es uns als Erwachsene so wichtig ist, dass der Raum aufgeräumt ist, sollten wir ihn dann selbst aufräumen. Denn es ist unser Bedürfnis, dass Ordnung herrscht, nicht das des Kindes. Dafür sollten wir die Verantwortung übernehmen.
  5. Die Worte und Absichten dahinter sind wichtig: Es ist wichtig, dass wir uns immer wieder klar werden darüber, welche Bedürfnisse umgesetzt werden sollen durch das Aufräumen und warum. Das sollten wir auch klar in Worte fassen und bei uns bleiben mit Formulierungen wie „Mir ist wichtig, dass…“, „Ich denke, dass…“ und wir können dabei sowohl unsere Gefühle benennen als auch die Gefühle des Kindes erfragen: „Du findest das unfair?“, „Du hast keine Lust darauf?“
  6. Keine Bewertungen: Nur weil das Kind nicht aufräumen möchte, ist es nicht faul. Es ist auch nicht unsozial, weil es jetzt gerade nicht helfen möchte. Lassen wir in dieser Situation die Bewertungen, die ohnehin nur zu Streit führen und dem Kind ein schlechtes Bild von sich selbst geben.
  7. Kompromisse finden: Manchmal bauen Kinder tolle Spiellandschaften auf, die sie nicht aufräumen wollen, sondern am nächsten Tag wieder bespielen oder erweitern wollen. Sie haben viel Energie in diese Arbeit gesteckt und mit Fantasie ein Spiel entwickelt. Das sollten wir anerkennen und dieser Arbeit respektvoll begegnen. Das bedeutet: Wir finden einen Kompromiss. Ein Kompromiss ist nicht ein Vorschlag des Erwachsenen, den ein Kind annehmen muss. Ein Kompromiss ist tatsächlich eine gemeinsame Aushandlung. Das bedeutet“Heute bleibt es stehen, aber wir brauchen einen Laufweg von der Tür zum Bett.“, „Es bleibt so lange stehen, wie du wirklich damit spielst und dann räumen wir gemeinsam auf.“
  8. Das Kind nicht aus dem Flow reißen: Manchmal kommt es vor, dass ein Kind von einem Spiel zum nächsten übergeht und sich darin vertieft und die vorherige Spielsache vergisst und nicht mehr bespielt. Das Kind jetzt aus dem neuen Spiel herauszureißen, ist für das Kind unangenehm, stört den Lernprozess des Kindes und führt zudem zu Streit. Wir können uns wieder vor Augen führen: Es ist gerade mein Bedürfnis, dass Ordnung herrscht, deswegen räume ich das Spielzeug als Vorbild beiseite und später räumen wir die restlichen Dinge zusammen auf.

Der Wesentliche Aspekt zur Entspannung der Aufräumsituation ist unsere Sichtweise. Wenn wir diese ändern, können wir mit wenigen Anhlatspunkten eine Entspannung herbeiführen.

Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Wie kleine Kinder im Haushalt helfen können – 10 Ideen für schöne Tätigkeiten

Kinder sind von Anfang an selbstwirksam und sich als eben so zu erleben, wirkt sich auf ihre Entwicklung aus: Sich als selbstwirksam zu erfahren, stärkt das Selbstbewusstsein, weil das Kind weiß, dass es etwas bewegen kann aus eigener Kraft. Das Kind vertraut auf sich und geht offen auf neue Situationen zu in dem Gedanken, dass es diese vielleicht bewältigen kann. Es ist zuversichtlich. Diese Zuversichtlichkeit auf Basis von Selbstwirksamkeit kann sich auch auf das Bewerkstelligen zukünftiger Krisen auswirken (Resilienz). Fehlt dieses Gefühl, sind wir gehemmter im Umgang mit neuen Situationen oder Herausforderungen.

Spielen, Forschen, Basteln

Die Frage ist nun: Wie können Kinder im Alltag Selbstwirksamkeit erfahren? Zunächst, indem wir ihnen viele Möglichkeiten zum eigenständigen Spiel, zur Entwicklung nach ihrem Tempo einräumen, ohne sie zu drängen, beständig zu ermahnen oder zu verbessern. Sie müssen die Dinge der Welt be-greifen und nach ihrem Tempo ausprobieren. Sie müssen selbst Erfahrungen machen dürfen, ohne alles beständig erklärt und vorgemacht zu bekommen.

Freiwilliges Mitmachen

Darüber hinaus können wir sie aber auch aktiv einbinden in den Alltag – bei den Aufgaben, an denen sie Freude haben. Gerade Kinder im Kleinkindalter haben oft noch sehr große Freude daran, sich an den Alltagshandlungen beteiligen zu dürfen und darin aktiv zu sein. Es geht nicht um ein „Du musst jetzt aber den Müll rausbringen“, sondern um eine spielerische Beteiligung auf Basis von Wertschätzung und Respekt gegenüber dem Tun des anderen. Je nach aktuellem Interesse können bereits Kleinkinder beispielsweise folgende Aufgaben erledigen:

  • Beim Einkaufen helfen (im Laden nach bestimmten Lebensmitteln suchen und in den Wagen legen oder mit einem bebilderten Einkaufszettel einkaufen, Lebensmittel abwiegen, einige Lebensmittel in einem kleinen Kinderbeutel nach Hause tragen)
  • Bei der Essenszubereitung helfen (Obst und Gemüse schneiden, Müsli in Schüssel füllen, eingießen aus kleiner Kanne, Frühstsücksteller/Abendbrotteller selber aus einer Auswahl zusammenstellen, Mittagessen mit kleinen Suppenkellen selbst auftun,…)
  • Tisch decken (Kleinkinder können beispielsweise dann gut ihren Platz eindecken, wenn sie ein Platzdeckchen haben mit vorgezeichneten Plätzen für Besteck und Geschirr).
  • Tisch nach dem Essen mit abräumen und Teller in die Spülmaschine stellen
  • Wäsche sortieren
  • Sockenmemory: Gewaschene Sockenpaare sortieren und zusammenlegen
  • Körperpflege an einem kleinen Waschtisch oder mit entsprechendem Hocker selber vornehmen soweit es geht (Zähne vor- oder nachputzen, sich mit Lappen waschen, sich eincremen,…)
  • Pflanzen gießen mit einer kleinen Kanne
  • Staub wischen, mit Handfeger und Kehrblech auffegen
  • Wischen: Mit einem kleinen Wischmob und barfuß macht das Wischen des Fußboden oft viel Freude

Vielleicht fallen Euch ja auch noch ganz andere Möglichkeiten ein. Vor allem geht es nicht um ein „Muss“, sondern darum, dass es wirklich Freude bereitet. Und diese Freude am eigenen Tun und Ergebnis trägt sich fort.

Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Bücher zum Thema „Garten und Gärtnern mit Kindern“

Kindern die Natur näher bringen, geht auf vielfältige Weise: Mit ihnen in die Natur gehen, den Wald besuchen und die Tiere und Pflanzen dort beobachten, mit ihnen spazieren gehen, passende Dokumentationen ansehen – und ganz wichtig ist natürlich die Selbsterfahrung und das Be-Greifen der Natur für Kinder. Pflanzprojekte können dabei eine tolle Unterstützung sein. Und das ist nicht nur mit eigenem Garten möglich, sondern auch zu Hause auf dem Balkon oder der Fensterbank.

aus „Urban Gardening“

„Urban Gardening“

Im Buch „Urban Gardening“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) von Lia Leendertz und Mark Diacono aus dem Knesebeck Verlag geht es darum, wie Gemüse auf kleinstem Raum angebaut werden kann: vom kleinen Gärtchen im Hinterhof über begrünte Treppenstufen, Sprossen im Glas in der Küche, hängende Salate bis hin zur eigenen Pilzkultur: Hier gibt es Tipps und Inspirationen für das Gärtnern auf kleinem Raum. Auch wenn das Buch nicht in die Tiefe geht, gibt es Anregungen und Ideen, um wirklich auch auf kleinem Raum eine Begrünung anzulegen und vielleicht sogar ein wenig Nutzpflanzen für sich selbst anzulegen. Eine schönes Buch für alle, die erst einmal darüber nachdenken wollen, wo überall Platz für etwas Grün bei ihnen zu finden ist.

aus: „Garten Lust“

„Garten Lust“

Im Buch „Garten Lust. Träume verwirklichen“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) von Robert Sulzberger, erschienen im Kosmos Verlag, geht es um das Anlegen eines eigenen Gartens: von der Planung über die Gestaltung und Praxistipps bis zu den Pflanzen. Ein Buch für absolute Einsteiger*innen in die Gartenarbeit mit praxisnahen Tipps und ehrlichen Überlegungen wie „Sie können alles in Eigenarbeit erstellen oder alles bei Fachleuten in Auftrag geben. In der Regel wird man sich zwischen diesen Extremen bewegen. Denn für die erstgenannte Lösung haben die meisten nicht genug Zeit und handwerkliche Fähigkeiten und für die zweite nicht genügend Geld.“ Im Buch gibt es deswegen verschiedene bebilderte Ideen, die vorgestellt werden für das Anlegen von Gartenwegen, Sitzplätze, Vorgarten, Wassergarten oder das Anpflanzen von Zwergbäumen. Auch die benötigten Geräte werden vorgestellt. Ein einfaches Buch zum Einstieg in die Gartenwelt, das erst einmal die Grundlagen erklärt und ein paar Ideen aufzeigt, wie man einen Garten planen kann und was dabei bedacht werden sollte.

aus: „Garten Lab für Kinder“

„Garten Lab für Kinder“

Im „Garten Lab für Kinder“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) gibt es 52 Projekte rund um das Gärtnern mit Kindern. Von der Anzucht im Eierkarton über ein selbstgemachtes Saatband, das Pflanzen in alten Schuhen, das Anlegen eines Pizzagartens oder einen selbstgemachten Wurmkompost. Alle Ideen sind ausreichend bebildert, notwendige Materialien sind aufgelistet und mit einfachen Schritten erklärt. Ein schönes Buch mit einfachen Ideen, die mit Kindern im Garten umgesetzt werden können und ihnen das Wachsen näher bringen.

aus: „Pflanz dich glücklich“

„Pflanz dich glücklich“

Auch „Pflanz dich glücklich“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) wendet sich an Kinder und bringt 37 Tipps für den Garten und Zuhause mit, sortiert nach Monaten, in denen sie umgesetzt werden können. So gibt es beispielsweise im Juni Pflanzendruck, Sonnenblumenwettwachsen, Erdbeerableger und Essbare Blüten, während im Dezember Steinkakteen gebastelt werden und Blumenampeln geknotet. Das Buch ist durchweg illustriert und der Comicstil ist ansprechend für Kinder, aber Fotos wie im „Garten Lab“ sind manchmal für Kinder hilfreicher. Dennoch sind es schöne Ideen, die zum Nachmachen einladen und auch so einfach sind, dass lesende Kinder mit dem Buch selbständig Ideen umsetzen können.

aus: „Naturkinder“

„Naturkinder“

Im Buch „Naturkinder: Ideen, Rezepte und Aktionen für drinnen und draußen“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) zeigt Pädagogin, Bloggerin und Naturkind-Gruppenleiterin Caroline Hosemann in zehn Kapiteln, was Kinder mit und in der Natur anfangen können. Nicht nur auf den Garten bezogen, sondern auch zu Ausflügen einladend gibt es Ideen für Blumentattoos, Blumenfarben, Marmeladen- und Kräutersuppenrezepte, DIY-Anleitungen für Rosen- oder Vanillebad, Eisbilder im Winter und Natur-Dekorationen für zu Hause. Ein wirklich schönes Buch, das wir schon einige Jahre haben und immer wieder als Inspiration durchgehen.

„Was blüht denn da?“

„Was blüht denn da?“

Wer in der Natur unterwegs ist oder im eigenen Garten Blumen anbaut, vielleicht auch essbare Blüten, kann mit den Kindern die Vielfalt der Blumen betrachten und ihren Nutzen besprechen: Denn viele Blumen, die wir am Wegesrand finden, sind nicht nur „einfach“ schön, sondern können In Ölen oder Cremes, in Salat oder als andere Zutat verwendet werden – und einige sind natürlich auch giftig. Mit „Was blüht denn da?“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) bekommen Kinder einen guten Überblick über die Vielfalt der Blumen, sortiert nach Farben, so dass diese leicht nachgeschlagen werden können. Schnell ist ersichtlich, ob eine Blume giftig ist oder nicht und wann sie blüht.

Eine Auswahl an Sachbüchern zum Thema „Pflanzen und Blumen“ findest Du hier.

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

* Transparenz:
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links zu Amazon und Buch7, durch die Geborgen Wachsen im Falle einer Bestellung eine Provision erhält, ohne dass für Euch Mehrkosten anfallen. Wir empfehlen dennoch, den lokalen Buchhandel durch das Einkaufen vor Ort zu unterstützen. Viele Bücher gibt es darüber hinaus zum Ausleihen in den öffentlichen Bibliotheken. Hier kann beispielsweise nach Büchern in den Bibliotheken in Berlin-Brandenburg gesucht werden.
Das Buch „Was blüht denn da?“ wurde auf Anfrage vom Verlag als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt, die anderen Bücher wurden selbst gekauft.

Aufräumen im Kinderzimmer – Schluss mit Stress

„Räum jetzt endlich mal Dein Zimmer auf!“ Diesen Satz sagen so viele Eltern in der Hoffnung, das Kind würde auf einmal die Wohnung aus Erwachsenenaugen sehen, in die Hände klatschen und freudig erst die Kleinteile vom Boden aufräumen und anschließend die restliche Unordnung beseitigen. Tatsächlich aber blicken nach einem solchen Satz oft nur verunsicherte Augen um sich: Schließlich ist doch alles in bester Spielordnung, oder nicht?

Wechseln wir einmal die Perspektive

Sehen wir also einen Augenblick das Zimmer aus der Perspektive des Kindes, vielleicht auch tatsächlich aus der Augenhöhe des Kindes. Da ist die sorgsam aufgebaute Eisenbahn: Holzteil musste in Holzteil gesteckt werden. Die passenden Züge wurden ausgewählt, drum herum noch eine kleine Landschaft gebaut aus Bausteinen und Figuren. Ein Stück daneben liegen die gerade durchgeblätterten Lieblingsbücher auf einem Stapel. Herausgenommen aus dem Regal, in dem die anderen Bücher, die gerade nicht so spannend sind, noch stehen. Da sitzen die Kuscheltiere in Reichweite, eines sieht scheinbar dem Eisenbahntreiben zu.

Das Spiel ist die Arbeit des Kindes. Im Spiel zeigt sich, welche Entwicklungsaufgaben das Kind gerade angeht, wie Fein- und Grobmotorik gerade ausgebaut werden, welche Themen das Kind gerade für sich bearbeitet und was ihm wichtig ist. Das Kinderzimmer spiegelt diese Arbeit wider und ist auch ein Spiegel unserer eigenen Schreibtische, auf denen wir manches Mal die Sachen zusammenstellen, an denen wir gerade arbeiten, auf denen wir die Bücher ablegen, die wir gerade lesen (wollen). All das zeigt sich auch im Raum des Kindes und darin, wie das Kind ihn gestaltet.

Dementsprechend ist es nicht einfach, die so sorgsam zusammengestellten Sachen zur Seite zu räumen. Den so gut aufgestapelten Turm wegzuräumen, die kunstvoll gestaltete Landschaft in Kisten zu verstauen.

Alternativen und Kompromisse

Haben wir also im Blick, welche Bedeutung einige der aufgestellten und in unseren Augen „unordentlichen“ Sachen haben, können wir uns auf den Weg machen, Kompromisse zu finden: Vielleicht gibt es ein Regal, in dem die Bauwerke aufgehoben werden. Oder es gibt einen Tisch oder eine Spielplatte, der/die beim Aufräumen immer unangetastet bleiben kann. Müssen wir die Flut der Kinderbilder und Bastelwerke etwas ausdünnen, können wir Fotos der Werke machen und diese so verewigen.

Wenn doch aufgeräumt werden muss

Natürlich gibt es dann auch Situationen, in denen das Aufräumen nicht mehr verhindert werden kann. Für viele Kinder ist es gut, wenn es eine bestimmte Ordnung und Übersichtlichkeit gibt, damit sie in das Spiel finden können und nicht beständig abgelenkt werden. Muss also aufgeräumt werden, muss das aber nicht in Streit enden. Damit auch das Aufräumen entspannt abläuft, können wir einige Punkte beachten:

  • Den Grund für das Aufräumen benennen und dabei aus der eigenen Perspektive reden: „Ich denke, wir müssen mal wieder etwas Ordnung schaffen, damit wir besser laufen können und es einen besseren Überblick gibt.“
  • Keine Fragen stellen, wenn etwas nicht zur Diskussion steht. Fragen wir „Findest Du nicht auch, dass wir mal wieder aufräumen sollten?“ kann das Kind „Nein“ antworten – damit ist eine Auseinandersetzung ziemlich wahrscheinlich. Sprechen wir also lieber Fakten aus, als zu fragen, wo wir eigentlich keine anderen Antwortmöglichkeiten zulassen wollen.
  • Unterstützung anbieten: Kinder haben ein anderes Verständnis von Ordnung als wir. Ein „Räum mal auf!“ wird kaum den Erfolg bringen, den wir uns vorstellen. Wenn wir allerdings gemeinsam das Aufräumen angehen, ist das Kind engagierter und lernt durch unsere Anteilnahme und Vorbild, wie das Aufräumen ablaufen kann und erwirbt die Kompetenz, es immer mehr selbst tun zu können.
  • Besonders wichtige Aufbauten retten (siehe oben).
  • Konkrete Anregungen statt diffuses Aufräumen: Da Kinder keine konkrete Vorstellung vom Aufräumen haben, sind konkrete Anregungen viel praktischer: „Ich sammle alle Kuscheltiere ein und setze sie auf das Bett, du sammelst alle Bausteine ein und legst sie in die Kiste.“ oder auch „Ich sammle alle roten Sachen ein, du alle blauen.“
  • Praktisch ist es auch – gerade für jüngere Kinder – wenn ein fester Zeitrahmen eingehalten wird: „Ich stelle die Küchenuhr jetzt auf 10 Minuten. So lange räumen wir alles auf. Wenn die Uhr klingelt, hören wir auf.“ Auch ein Aufräumlied kann dem Aufräumen als Ritual einen Rahmen geben. Manchmal sind solche Lieder auch aus dem Kindergarten bekannt: „Aufräumzeit, es ist so weit. Alle Kinder räumen auf!“
  • Keine Drohungen wie „Wenn in 10 Minuten nicht alles ordentlich ist, kommt es in die blaue Tüte auf den Müll!“ Kleinkinder können weder mit dem Zeitrahmen etwas anfangen, noch mit unserer Vorstellung von Ordnung. Und größere Kinder werden durch Drohnungen und Stress nur handlungsunfähig und verängstigt, wodurch sie weder aufräumen können, noch lernen, wie Ordnung gemacht wird. Zudem fühlen sie sich machtlos und bedroht in dem wenigen, aber geliebten Besitz.

Aufräumen muss keine ungeliebte Streitsituation sein. Haben wir einen Blick für das kindliche Bedürfnis und die Möglichkeiten des Kindes, können wir das Aufräumen entspannt gestalten.
Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Ein Bereich nur für mich – Wenn Geschwister sich Zimmer teilen {Werbung}

Ich wurde schon oft gefragt, ob Geschwisterkinder eigene Kinderzimmer brauchen und ob Kinder überhaupt eigene Räume bräuchten. Kinderzimmer sind, wie so vieles andere, eine kulturelle Entwicklung. Nicht überall auf der Welt haben Kinder eigene Zimmer und dieser Blick auf andere Kulturen kann es uns auch ein wenig erleichtern, mit Erwartungen umzugehen.

Spielsachen vor kleinen Geschwisterkindern sichern

Kinder brauchen in der frühen Kindheit nicht unbedingt eigene Räume. Was aber wichtig ist, sind immer wieder auch Rückzugsbereiche für sich und Orte, an denen auch mal allein gespielt werden kann, wenn dies gerade ein Bedürfnis ist. Gerade für die älteren Geschwister ist es auch wichtig, dass sie Orte haben, an denen sie ihre Lieblingsspielzeuge und die Dinge, die sie nicht teilen wollen, aufbewahren können. Auch die sorgsam aufgebauten Spielwelten, die noch mehrmals benutzt werden wollen, brauchen Schutz.

Ideen für geschützte eigene Bereiche

Wie aber können – gerade bei beengtem Raum – solche geschützten Bereiche geschaffen werden? Kleine Rückzugsbereiche sind auf vielfältige Weise möglich: ein durch Regale abgegrenzter Bereich wie ein kleines Rechteck, ein umgebauter Spielständer, hinter den sich Kinder zurückziehen können. Selbst ein kleiner Schrank kann zu einer kleinen Höhle werden oder einem Kuschelraum zum Lesen. Vielleicht gibt es eine kleine Kammer, die umgestaltet werden kann zu einem Spielraum, einem Labor oder einem Lesezimmerchen.

Kürzlich im Kindermuseum entdeckt: einen zur Lesehöhle umgebauten Schrank

Spielsachen können dort aufbewahrt werden, wo sie für die kleinen Hände des Geschwisterkindes nicht erreichbar sind: in einem hohen Regal, in einem verschlossenen Schrank, auf einer Hochebene oder einem Spielpodest, das nur für das größere Geschwisterkind gedacht ist, vielleicht sogar nur motorisch so erreichbar ist, dass das kleine Kind nicht hinauf kommen kann. Denn auch wenn viele Dinge im Geschwisteralltag geteilt werden können und es auch gut ist, wenn das Teilen ein natürliches Bestandteil des Alltags ist, gibt es eben auch die Dinge, die nur einem Kind gehören und für dieses eine besondere Bedeutung haben: Kuscheltiere, Lieblingsspielsachen und vielleicht auch besondere Bücher.

Sich zurückziehen zu können ist wichtig

Ein eigener Bereich in der Höhe – geschützt vor kleineren Geschwistern

Wir haben passend zum Kinderbett einen Spielturm im Kinderzimmer als Rückzugsmöglichkeit. Hier ist der Raum, der nur einem Kind gehört und all die Dinge beherbergt, die nicht geteilt werden sollen. Ein Ort, der bestimmt ist für das Spiel eines Kindes. Natürlich dürfen Geschwister hierhin auch eigeladen werden und nicht selten sitzen sie dennoch zusammen dort und spielen eben gemeinsam. Oder das kleinere Kind fragt: „Darf ich xy von Dir ausleihen?“ Es gibt Gesprächsanlässe und Raum für soziale Verhandlungen: Bewusstes Ablehnen oder Zusagen. Bewusstes Teilen oder auch für sich selber und die eigenen Dinge einstehen. Nicht immer ist das konfliktfrei, aber ein Rückzugsbereich gibt auch für den Konflikt Sicherheit.

Rückzugsbereiche geben auch wieder Raum für ein anderes Miteinander: Ich lade dich zu mir ein, ich teile bewusst mit dir.

Der Spielturm von Livipur ist gerade für unsere beengten Berliner Wohnverhältnisse eine gute Möglichkeit, um Raum nach oben zu schaffen für einen Rückzugsort. Er kann nicht nur alleine stehen, sondern – noch platzsparender – über das Lisa Bett gebaut werden. Und dieses Bett kann später, wenn das letzte Kind auch aus dem Familienbett ausgezogen ist, umgebaut werden in ein Hochetagenbett. Daneben bietet die Lisa Serie aber auch noch zahlreiche andere Möglichkeiten: als normales Bett, als einzelnes Hochbett, als Hochbett mit Schreibtisch darunter, als Himmelbett… Und später vielleicht auch einfach als Gästebett, wenn die Kinder irgendwann ausgezogen sind. Denn mit 90×200 cm ist es auch für Erwachsene nutzbar. Hergestellt sind alle Teile der Serie aus Bio-Erlenmassivholz mit biologischer Öl/Wachsbehandlung.

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Selber anziehen: Anregungen zur Gestaltung eines Kinderkleiderschranks

Kürzlich habe ich auf dem Blog eine Reihe begonnen zum Thema Lass das Kind mal machen! – Warum das Selbermachen so wichtig ist“ und darin auch darüber geschrieben, was Eltern beachten können, damit sich Kinder selbständig anziehen können. Franziska von franzisaidwhat hat mir etwas später geschrieben, wie sie dieser Artikel zu einer Veränderung angeregt hat: Weiterlesen

Alles Wichtige zum Spielen auf 2qm – IKEA-Hack MYDAL Hochbett

Der Platz in unserer Wohnung ist knapp, die Kinder teilen sich ein Spielzimmer. Seitdem der Sohn jedoch gut klettern kann und auch die Hochebene der Tochter erklimmen kann, brauchen wir auch für ihn einen extra Rückzugsbereich, einen eigenen Spielbereich. Nachdem ich lange nach verschiedenen Möglichkeiten Ausschau gehalten und geplant habe, habe ich mich entschlossen, ihm aus einem Hochbett eine eigene Hochebene zu bauen – preislich recht günstig und doch variabel. Basis für die Hochebene bildet das MYDAL Etagenbett. Weiterlesen

Ein Prinzessinnenschreibtisch – Upcycling für den Schulstart

In diesem Jahr kommt meine Tochter wahrscheinlich in die Schule. nach und nach legt sie ihre Vorschulart ab, ist gerade nicht Fisch, nicht Fleisch. Das Spiel ändert sich, ihre Konzentrationsfähigkeit, ihre Interessen. Auf einmal wird sie groß. Für den Schulstart werden wir im nächsten halben Jahr viele Vorbereitungen treffen: Sie bekommt einen Bereich eingerichtet, in dem sie Hausaufgaben machen kann mit einem Schreibtisch und ihren liebsten Bastel- und Malmaterialien. Weiterlesen

Wenn meine Küche berichten würde…

Heute habe ich sicher den halben Tag in der Küche verbracht. Doch es geht nicht wirklich darum, was ICH in der Küche getan habe, sondern was WIR in der Küche tun, die ganze Familie. Was wir IMMER in der Küche tun, denn die Küche ist auf ihre Weise das Zentrum unseres Lebens. Wir frühstücken, essen zu Mittag, nehmen die Obstmahlzeit am Nachmittag ein, essen Abendbrot. Weiterlesen

Kinderzimmerlampe schnell und einfach selbst gemacht

 Heute möchte ich Euch zeigen, wie man mit ganz einfachen Mitteln preiswert eine schöne (Kinderzimmer-)Lampe selber machen kann, ganz individuell. Ich selber benutze Serviettentechnik sehr gerne, zum Beispiel zur Verschönerung von Geburtstagsgeschenken oder für die Geschenketütchen bei Kindergeburtstagen. Für die Lampe braucht es nicht viel: Weiterlesen