Kategorie: Kleinkind

Auf Augenhöhe

Wenn wir heute darüber sprechen, wie wir den Alltag mit unseren Kindern gestalten, sprechen wir häufig davon, dass wir mit unseren Kindern „auf Augenhöhe“ umgehen und meinen damit, dass wir ihre Bedürfnisse wahrnehmen und sie als ebenso wichtig betrachten wie unsere eigenen. „Auf Augenhöhe“ meint: Ich sehe dich an, ich nehme dich wahr, ich erkenne deine Bedürfnisse an. Aber wie gestaltet sich das im Alttag mit Kindern wirklich?

Auf Augenhöhe mit Bedürfnissen umgehen

„Auf Augenhöhe sein“ bedeutet, dass wir die Bedürfnisse des Gegenüber wahrnehmen und als ebenso wichtig betrachten wie unsere eigenen und dann beantworten oder gegeneinander abwägen, was in der konkreten Situation machbar und sinnvoll ist. Dabei sollten wir uns von dem Gedanken befreien: „Ich mache das richtig/Meine Meinung zählt mehr, weil ich die erwachsene Person bin.“ Natürlich können wir als erwachsene Menschen Situationen anders einschätzen und abwägen bzw. auf einen wesentlich größeren Erfahrungsschatz zurückgreifen. Als Eltern geben wir auch den Weg vor und treffen letztlich Entscheidungen. Es „auf Augenhöhe“ zutun, bedeutet aber, die Wünsche und Bedürfnisse des Kindes nicht sofort abzutun, sondern erst einmal anzuhören und einzuordnen. Es bedeutet, dass wir dann, wenn wir das Bedürfnis des Kindes nicht erfüllen können (weil es objektiv nicht möglich/sinnvoll ist und nicht, weil wir es aus Überlegenheit/Unlust einfach ablehnen), es dennoch anerkennen: „Ich verstehe, dass Du das jetzt machen möchtest, aber wir haben einen wichtigen Termin und können nun nicht auf den Spielplatz“ und die Bedeutung des Bedürfnisses anerkennen und eine andere Lösung anbieten: „Du möchtest gerne auf den Spielplatz, jetzt schaffen wir es nicht, aber wir können es nach dem Termin machen.“ oder eine Alternative: „Wir schaffen es jetzt nicht, auf den Spielplatz zu gehen, aber ich habe verstanden, dass Du gerne noch ein wenig spielen möchtest. Lass uns doch etwas zum Spielen für unterwegs mitnehmen.“

Auf Augenhöhe gehen

„Auf Augenhöhe“ bedeutet aber auch mehr als „nur“ der Umgang mit einer Sachlage: Es bedeutet auch, dass wir tatsächlich mit unseren Kindern auf Augenhöhe gehen. Es bedeutet, nicht von oben herab Entscheidungen auf sie nieder kommen zu lassen, nicht durch den Raum eine Anweisung rufen. Es bedeutet, dass wir uns einen kleinen Augenblick die Zeit nehmen, um in Kontakt mit unseren Kindern zu kommen auf Augenhöhe: Wir können uns zu ihnen hinunter beugen, sie vielleicht berühren beim Reden und so den Fokus auf dieses Gespräch legen. Wir können sie auch hoch nehmen auf unsere Augenhöhe und mit ihnen sprechen. Wir müssen sie nicht auffordern, uns beim Reden direkt in die Augen zu blicken, aber allein die gleiche Augenhöhe und Nähe sind wichtige Anreize für ein wirkliches Gespräch über ein Bedürfnis.

Die Welt aus deiner Augenhöhe betrachten

Und noch etwas können wir tun, um sie besser zu verstehen: Manchmal die Welt aus ihrer Augenhöhe betrachten. Wie sieht das Kinderzimmer, unsere Wohnung aus dem Blickwinkel meines Kindes aus? Was sind Herausforderungen, die sich aus dieser Perspektive ergeben? Was sieht das Kind vielleicht gar nicht aus seiner Höhe? Wie sieht die Welt draußen aus aus der Perspektive eines 1m großen Menschen?

Wenn wir die Welt durch Kinderaugen betrachten auf der Höhe der Kinderaugen, bekommen wir ein besseres Verständnis für ihre Bedürfnisse aber auch für ihre alltäglichen Herausforderungen. So kann es uns gelingen, dann auch leichter mit ihnen „auf Augenhöhe“ zu sprechen.

Susanne Mierau ist Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik), Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.    

 

Weg und wieder zurück – Über den sicheren Hafen, den (Klein)kinder brauchen

Die Neugierde treibt dich voran: „Ich da hoch, ja, Mama?!“ Lustig jauchzend springen Kinder auf der Hüpfburg vor Dir auf und ab. „Ich da auch hoch, ja?!“ Ich mag keine Hüpfburgen, denke ich mir und denke zugleich, dass ich Dir keine Angst vor dem Leben mit auf den Weg geben möchte. „Ja, geh da auch rauf. Ich warte hier.“ sage ich. Zwei unbeholfene Beine, die doch selbst noch gar nicht so lange laufen können, klettern empor. Ein kleines Stück, dann bleibst Du stehen und kommst zurück gerannt in meine Arme. Wieder zurück in die Hüpfburg, ein Stück weiter jetzt, wieder zurück in meine Arme. Wieder ein Stück tiefer in die Hüpfburg, wieder in meine Arme. Ein wenig wie im Leerbuch, denke ich, bevor Du wieder voll Abenteuerlust davon rennst. Ein Stück weiter jetzt, denn Du fühlst Dich sicher.

Mut entwickelt sich

„Jetzt geh endlich hüpfen!“ hätte ich auch sagen können, ungeduldig. Ob mein Kind dann ausdauernd springen gegangen wäre? Manchmal braucht es es ein wenig Zeit, um Mut zu fassen. Das kennen wir Erwachsene auch: Erst einmal vorsichtig den Weg ausprobieren, der gefährlich aussieht. Vorsichtig den Fuß aufsetzen: trägt mich die Brücke? Vielleicht noch einmal zögern, vielleicht doch einen Schritt zurück gehen. Nachdenken: alles ist in Ordnung. Mein Kleinkind ist noch nicht erwachsen, analysiert nicht die Situation und zieht Schlüsse. Mein Kleinkind trifft Entscheidungen noch auf einer sehr begrenzten Auswahl an Erfahrungen – manchmal sind die Entscheidungen falsch. Worauf es sich oft beruft, neben der Neugierde, die es antreibt, bin ich: Vertraue ich ihm hier? Erscheine ich entspannt? Und bin ich da, um aufzufangen, zu trösten, Hilfe zu leisten? Gibt es einen sicheren Hafen für eine Rückkehr?

Jeden Tag erleben wir mit einem Kleinkind viele Male die Situation, dass es sich von uns entfernt, um etwas zu erkunden, neugierig die Welt zu entdecken, um dann zu uns zurück zu kommen, um in der Nähe zu sein und schließlich wieder aufzubrechen. Ein Kreislauf aus Nähe und Distanz. Aus der Sicherheit, uns als sichere Basis zu wissen, bricht das Kind immer wieder zu Abenteuern auf.

Auch Eltern brauchen Mut

Für uns Eltern bedeutet diese Phase des Kindes, dass auch wir Mut aufbringen müssen: Mut und Vertrauen in das Kind und seine Fähigkeiten. Es los lassen, damit es selbst erkunden kann und darauf vertrauen, dass es uns signalisiert, wenn es unsere Unterstützung braucht. Mut, nicht vorher einzugreifen*, um das Kind nicht einzuschränken. Da sein, aber als Beobachter*in. Mut, auszuhalten, an einem Ort zu sein, nur um für den Notfall da zu sein. Die Ruhe und eventuell Stille aushalten, die es mit sich bringt, wenn man nur dafür da ist, damit jemand zu einem zurück kommen kann. Mut, sich nicht von anderen Dingen ablenken zu lassen, sondern auf genau dieses Hier und Jetzt einzulassen. Mut, unsere eigenen Ängste nicht auf das Kind zu übertragen und toll zu finden, wie das Kind die Welt erkundet – auch wenn es das anders macht, als wir es uns vielleicht wünschen würden. Mut, genau dieses Bedürfnis des Kindes jetzt zu zu lassen und es zu begleiten, wenn nötig. Und auch den Mut, dann notwendige Entscheidungen zu treffen, wenn sie von einem erwachsenen Menschen getroffen werden müssen.

Was Abenteurer*innen brauchen

Kinder, gerade Kleinkinder, brauchen den sicheren Hafen. Als sicherer Hafen sind wir der Ort, an den sie zurück kehren können. Manchmal reicht aber auch nur der Blick über die Schulter, um sich zu vergewissern, dass der Hafen nicht weit weg ist. Manchmal braucht es die Sicherheit, dass er noch in Rufweite ist. Es tut gut, zu erfahren, dass das, was man gerade tut, von einer anderen Person wertgeschätzt wird. Dafür brauchen wir keine großen Worte, keine langen Ausschweifungen. Es kann ein Blick sein, eine Geste: Ich sehe Dir zu, weil ich Dir gerne zusehe. Ich habe gesehen, dass Du gerade etwas gemacht hast, dass Du noch nie zuvor geschafft hast. Wichtig ist vor allem: Es überhaupt wahrnehmen zu können. Wir müssen nicht die ganze Zeit auf das spielende Kind fokussiert sein, aber wir können es im Blick haben, in der Nähe sein und aufmerksam bleiben für das, was nun gerade kommt: Nähe oder Erkundung. – Und sie dann wieder abwechselt.

Eure

* gefährliche Situationen (wie Straßenverkehr u.a.) sind hiervon ausgeschlossen

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik), Geburtsvorbereiterin, Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Elternblogs über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

„Nein, meins!“ – Ich will genau dieses Spielzeug JETZT!

Zwei Kinder sitzen im Sandkasten, eines von ihnen spielt mit einem kleinen Trichter und lässt den Sand hindurch rieseln in eine kleine Wasserschüssel, wo der Sand sich sogleich mit Wasser voll saugt und zu Matsch wird. Wie hypnotisiert sieht das andere Kind einen Moment zu, steht dann auf, geht hinüber, und reißt den Trichter aus der Hand. Es entsteht ein Streit um den Trichter – beide wollen ihn haben. Aber steht wirklich der Besitz hinter diesem Streit? Eine ähnliche Situation, die sich oft in Kinderzimmern von Geschwistern abspielt: Das kleine Kind sieht dem größeren Geschwisterkind beim Spielen zu, rennt zu ihm, reißt das Spielzeug aus der Hand, rennt weg, spielt kurz damit und wirft es dann achtlos in die Ecke. Was passiert hier?

Das belebte Objekt

Wenn sich Kinder um einen Gegenstand streiten, denken wir oft, dass es um den Besitz geht. Wir denken, das andere Kind möchte dieses andere Ding haben, möchte es besitzen und wir regen dazu an, Sachen zu teilen, weil wir denken, es würde darum gehen, sich einen Gegenstand auszuleihen. Wenn der Gegenstand dann den Besitzer oder die Besitzerin gewechselt hat, ist das Interesse an dem Gegenstand auch oft schon verloren. „Aha, es ging nur darum, den eigenen Willen durchzusetzen!“ sind Eltern dann oft verleitet zu denken. Oft aber geht es, gerade bei Babys und kleinen Kindern, nicht um den Besitz und auch nicht darum, den eigenen Willen durchzusetzen, sondern um die Erfahrung, die dahinter steht. Dieses Wissen, das Verstehen des Kindes, kann verändern, wie wir mit einer solchen Situation umgehen und das Kind betrachten. Und selbst dann, wenn es manchmal um das Besitzen geht, lohnt sich ein Blick auf die wirklichen Gründe dahinter, warum Besitz ein wichtiges Thema für Kinder ist.

Entwicklungsressourcen

Das Kind, das den Trichter haben möchte, sieht das andere Kind, sieht wie es Freude hat bei dem Spiel und dass es damit eine spannende Erfahrung macht. Es sieht, dass das Kind etwas lernt, experimentiert. Genau das möchte es auch: lernen und experimentieren, sich weiter entwickeln, einen Entwicklungsvorteil erwerben. Wie so oft geht es auch hier um Ressourcen, dieses Mal um Entwicklungsressourcen. Es ist also keine böse Absicht des Kindes, es ist kein Machtspiel, sondern ein innerer Entwicklungsdrang, der hinter dem Verhalten steht.

Genau das erkennen wir auch dann, wenn das Kind das Spiel auf einmal beendet und das Spielzeug achtlos zur Seite wirft. Oft passiert das dann, wenn es dieses Spiel, das es gesehen hat, nicht nachahmen kann, wenn es nicht die gleiche Erfahrung damit machen kann wie das andere Kind. Vielleicht, weil es dafür noch zu klein ist, wie oft bei Geschwistern zu beobachten ist: Eben sollte es dieses Spielzeug noch unbedingt sein, nun ist es schon nicht mehr interessant, wo es doch endlich in der Hand gehalten wird.

Warum nur „teilen“ oft nicht hilft

Das andere oder größere Kind nur zum Teilen aufzufordern, bringt deswegen meist keinen Erfolg in einer solchen Streitsituation: Denn nur durch den Besitz des Gegenstandes wird der eigentliche Wunsch hinter dem „Habenwollen“ nicht erfüllt. Im schlechtesten Fall sind durch die Aufforderung des Teilens zwei Kinder frustriert: Das Kind, das teilen soll (und seinen Besitz abgeben muss, der für das ältere Kind sehr wichtig ist, siehe unten) und das Kind, das mit dem Gegenstand eigentlich nichts anfangen kann.

Hilfreich ist deswegen, wenn wir das andere Kind begleiten im Experimentieren damit oder von Anfang an Alternativen anbieten können bspw. bei Spielsachen, die doppelt vorhanden sind. Andere Kinder zum Teilen aufzufordern, ist oft schwierig, denn es ist wichtig, auch sie nicht aus ihrem Spiel und ihrer aktuellen Entwicklung heraus zu reißen. Sie brauchen einen geschützten Raum, in dem sie sich in Ruhe beschäftigen dürfen und gerade unter Geschwistern ist es auch wichtig, eigenen Besitz zu haben, der nicht geteilt werden muss.

Besitz

Besitz ist in der Vorschulzeit etwas, das die eigene Position in der Gruppe stärkt oder auszeichnet. Geht es im Wegnehmstreit nicht um das Ausprobieren, kann auch der reine Besitz eine Rolle spielen. Auch hier geht es aber wieder um eine Entwicklungsressource und nicht um eine böse Absicht: Zu sehen, wohin ich gehöre, wie ich mich in der Gruppe bewege und welche Stellung ich habe. Manchmal nehmen Kinder anderen Kindern Dinge weg, um diese soziale Position zu hinterfragen und auszumachen. Auch dies ist normal und wichtig.

Kreativer Umgang mit Konfliktsituationen

Wie immer in Streitsituationen ist es gut, Kinder auch eigene Möglichkeiten und Lösungen finden zu lassen. Manchmal ist dies nicht möglich, und wir müssen eingreifen, um zu unterstützen. Langfristig ist es hilfreich, den Kindern zu vermitteln, dass nach gewünschten Dingen gefragt werden kann. Auch hier ist das Vorbildverhalten der Eltern wieder wichtig: Nehmen wir Dinge einfach aus der Hand oder fragen oder bitten wir zuvor?

Teilen ist ein wichtiger Meilenstein der Entwicklung, aber das freiwillige Teilen erwerben Kinder erst im Laufe der Zeit – es ist, wie viele andere Dinge, eine Frage der Entwicklung.

Deswegen ist es so wichtig, Kinder gut zu begleiten, sie anzuregen, aber nicht zu bestimmen. Wir können ein „gleich“ anbieten, ein „ausleihen“ oder auch einfach vermitteln: Es ist vollkommen in Ordnung, dass Du dieses Ding nicht teilen möchtest, wenn es so wichtig ist. Wir können erklären, dass beispielsweise nicht teilbare Dinge nicht auf den Spielplatz mitgenommen werden, um Konflikten vorzubeugen. Und wir können selber Vorbild sein im Teilen und dem Umgang mit eigenen Dingen, gerade wenn ein Kind etwas von uns Erwachsenen „einfach“ wegnimmt.

Betrachten wir solche Streitsituationen also wohlwollend einmal durch die Augen der Kinder. Dann wird uns klar, dass hinter solchen Streitsituationen keine böse Absicht steckt, kein Fehlverhalten und keine „schlechte Erziehung“, sondern dass sie vollkommen normal und wichtig sind für die kindliche Entwicklung. Und mit diesem Wissen wird es schon leichter.

Eure

 

Angstfresserchen – Wie Sie Kindern bei Angstanfällen helfen können

Kinder haben Ängste und Kinderängste sind normal. Wichtig ist, wie Eltern (und andere Bezugspersonen) damit umgehen. Diplom-Pädagoge und Therapeut Dr. Udo Baer beschreibt einen kreativen Umgang mit Kinderängsten:

Es gibt ein sehr schönes Kinderbuch von Michael Ende: „Das Traumfresserchen“.
Hier sorgt sich ein König um seine Tochter. Denn die Tochter wird von bösen
Träumen geplagt. Der König ruft alle Weisen und Heiler seines Landes zusammen,
die seiner Tochter helfen sollen. Sie bemühen sich, aber ihre Bemühungen sind
vergeblich. Niemand kann der Königstochter die furchtbaren Albträume nehmen, die
sie jede Nacht erzittern und aufwachen lassen. Da beginnt der König eine Weltreise.
Er reist in andere Länder und sucht überall jemanden, der seine Tochter von den
Träumen befreien könnte. Doch die Reise bleibt erfolglos.

Überall fragt er vergeblich, bis er schließlich ans Ende der Welt gerät. Dort setzt er
sich auf einen Stein und weint bitterlich, weil er versagt hat, weil er seiner Tochter
nicht helfen kann. Da nähert sich ihm ein fremdes Wesen, wie er es noch nie
gesehen hat. Das Wesen fragt ihn, warum er so betrübt sei und weine. Der König
erzählt die Geschichte von seiner Tochter und seiner vergeblichen Suche. Da sagt
das Wesen: „Oh, das trifft sich ja gut. Ich bin nämlich ein Traumfresserchen. Ich
ernähre mich von Träumen. Und je schlimmer diese Träume sind, desto besser
schmecken sie mir.“ Der König fragte das Traumfresserchen, ob es ihn begleiten
wollte, um seiner Tochter zu helfen. Das Traumfresserchen sagte „Ja“, und die
Tochter wurde schließlich von den bösen Träumen befreit.

Diese Geschichte, die Michael Ende viel schöner erzählt, als ich sie hier
zusammenfasse, war mein Anstoß dafür, mit und für Kinder ein Angstfresserchen zu
malen. Viele Kinder haben Ängste. Und es ist gut, wenn wir Eltern uns um diese
Ängste kümmern. Wir können beruhigen. Wir können helfen, indem wir nachfragen,
wovor das Kind denn konkret Angst hat. Wir können zum Beispiel ein Licht anlassen,
wenn dunkle Schatten drohen. Doch manchmal bleiben Ängste so diffus, und oft
treten sie, wie bei der Königstochter, auch nachts auf.

Hilfe bei Ängsten: Das Angstfresserchen malen

Eine Hilfe kann darin bestehen, dass die Kinder ein Angstfresserchen malen.
Erklären Sie Ihrem Kind, dass es Wesen gibt, die sich von Ängsten ernähren, also
Angstfresserchen. „Jedes Kind weiß nur selbst, wie sein Angstfresserchen aussieht.
Jedes Kind kann es beschreiben oder vielleicht auch malen.“ Bitten Sie Ihr Kind, ihr Angstfresserchen zu malen. Wenn es dazu noch zu klein ist, dann malen Sie das
Angstfresserchen für Ihr Kind – nach dessen genauen Angaben.

Dennis hatte über seinem Bett ein Bild mit seinem Angstfresserchen hängen. Doch
eines Tages kam er zu seiner Mutter und brachte ein großes Blatt Papier und eine
Packung Farbstifte mit. Er sagte: „Mama, das Angstfresserchen über meinem Bett
hilft gegen die kleinen Ängste. Ich brauche aber noch eines gegen die große Angst.
Mal mir das.“ Die Mutter malte nach genauen Angaben große Krokodilzähne, ein
breites Maul, furchterregende Augen und Stacheln auf dem Kopf … . Gemeinsam
hängten sie dieses Bild im Kinderzimmer auf. Nun gab es auch einen Angstfresser
gegen die große Angst.
Er half.

Solche Bilder haben für die Kinder eine hohe symbolische Bedeutung. Vor allem
dann, wenn sie diese selber gestalten oder die Bilder nach ihren Angaben gestaltet
werden, also nicht von der Stange angefertigt werden. Wir nennen diese Methode
„Aktives Symbolisieren“. Die Kinder schaffen selbst Symbole, und das ist viel
hilfreicher, als wenn Symbole gekauft oder vorgefertigte verschenkt werden. Solche
Symbole müssen nicht in Bildern bestehen. Es gibt viele andere Möglichkeiten.
Kinder können aus Knete oder Ton ein Objekt gestalten. Sie können sich einen Stein
oder ein Stück Holz aussuchen und es bemalen oder als Stofffigur gestaltet werden.
Ganz gleich in welcher Form Sie Ihrem Kind Aktives Symbolisieren anbieten, Sie
stärken damit die inneren Kräfte des Kindes und mobilisieren seine Ressourcen.
Dass Sie das Kind trösten, halten, stützen, begleiten, bleibt natürlich notwendig. Das
kann kein Angstfresser ersetzen. Doch Ihr stärkender Halt kann von den
Angstfressern unterstützt werden.

Dr. Udo Baer ist Diplom-Pädagoge, Kreativer Leibtherapeut AKL und u.a. Vorsitzender der Stiftung Würde. Auf Geborgen Wachsen schreibt er über die (Gefühls-)Welt der Kinder, ihre Gedanken und die sich ergebenden Herausforderungen. Mehr über Kinderängste und ihre professionelle Begleitung findet sich in seinem Buch „Wenn Oskar Angst hat. Kinder verstehen und im Kita-Alltag professionell begleiten“

Hilfe, mein Kind lügt! – Wie Eltern mit Lügen, Flunkereien und Unwahrheiten umgehen können

Wir sitzen im Restaurant beim Essen, als mein kleiner Sohn auf einmal von seinem Stuhl quietschend aufspringt, sich umdreht und wild gestikuliert hinter dem Stuhl. Was denn los sei, frage ich. „Drache mich immer am Rücken kitzelt!“ Ruft er empört. – Natürlich sitzt dort kein Drache, natürlich hat ihn niemand von hinten am Rücken gekitzelt. Aber für ihn sind dieses Kitzeln und dieser Moment real: Dort saß gerade noch ein kleiner Drache und hat ihn gekitzelt. An einem anderen Tag erklärt mein anderer Sohn abends, er könne wirklich nicht durch den dunklen Flur gehen, denn seit kurzer Zeit würde dort ein Gnarfling wohnen. Das sei tagsüber nicht besonders schlimm, abends aber würde das gar nicht gehen. So sehr uns diese Angst als unsinnig erscheint, ist sie jedoch real: Sie ist da und eine bestehende Realität. Und dann gibt es auch noch die Geschichten des großen Kindes: Beispielsweise, dass es in dieser Woche wirklich kein neues Musikstück üben müsse aus der Musikschule, denn es sei noch das alte Musikstück, das gespielt wurde. Letztlich stellt sich heraus: Es gab doch ein neues Stück, das nun aber nicht gelernt wurde. Die Zeit wurde lieber für anderes verwendet.

Was ist eigentlich eine Lüge?

Wenn wir die „Lügengeschichten“ von Kindern im Laufe der Kindheit betrachten, sehen wir, wie sie sich ändern, wie sich ihre Inhalte und Absichten dahinter ändern und auch der Umgang der Kinder damit. Wenn etwas für uns als Lüge erscheint, weil wir wissen, dass es nicht wahr ist, muss es für das Kind dennoch keine absichtlich geplante Lüge sein, sondern kann seiner aktuellen Weltsicht entspringen.

Auch unsere erwachsene Ansicht davon, dass Lügen per se schlecht seien, ist in Bezug auf Kinder oft schwierig, denn selbst dann, wenn das Kind eine Unwahrheit berichtet, bedeutet es nicht, dass es uns damit verärgern wollte oder absichtlich böse wäre. Selbst hinter einer geplanten Lüge liegt eine Absicht, ein Bedürfnis oder ein Wunsch, der erkannt werden will – oder zumindest ein Entwicklungsbedürfnis. Lügen ist keine Sünde, sondern ein Baustein einer normalen Entwicklung.

Lügen im Laufe der Zeit

Das obige Beispiel illustriert bereits: Lügen verändert sich im Laufe der Zeit und eine Unwahrheit, die ein Kind berichtet, muss nicht zwangsweise eine Lüge sein. Imaginäre Freunde sind ebenso für die Kinder real wie die Angst vor Hexen, Monstern oder anderen Wesen, die in der magischen Phase vorkommt. Wenn das Kind von diesen Dingen berichtet, lügt es uns nicht an. Und es ist auch nicht schlimm, dass es an diese magischen Wesen glaubt oder sie es sogar eine Zeit lang begleiten. Oft verbirgt sich dahinter auch eine wichtige Information, beispielsweise die normale Angst in diesem Alter vor der Dunkelheit oder dem Schlafen allein. Auch die Fantasie ist eine Kraft und Entwicklung, mit der das Kind umzugehen lernt im Laufe der Zeit und es ist gut, wenn es die Möglichkeit hat. Wenn unser Kind also von den fantastischen Fantasiewesen berichtet, sollten wir diese Informationen annehmen und respektieren und vielleicht sogar einmal probieren, in diese Welt einzutauchen.

Eine Lüge wird dann erzählt, wenn ein Kind ganz bewusst eine Unwahrheit erzählt und weiß und fühlt, dass das Gesagte nicht richtig ist. Dies entsteht aber erst ab dem 3. Geburtstag nach und nach, wenn das Kind langsam fähig ist, sich in andere Menschen hinein zu versetzen. Und gerade in diesem Zusammenhang können wir das Lügen auch als ein Spiel mit der Perspektivübernahme betrachten: Viele Kinder machen sich auch einen Spaß daraus und experimentieren damit, ob sie eine andere Person täuschen können. Wie so viele andere Entwicklungsmeilensteine ist auch das Lügen etwas, das das Kind spielerisch im Laufe der Zeit lernt. Erst im Vorschulalter wird dann bewusst eine andere Geschichte erzählt, als die erlebte.

Lügen bei (Geschwister)streitigkeiten

Besonders wichtig ist ein sensibler Umgang mit „Unwahrheit“ auch im Kontext von (Geschwister)streitigkeiten. Nicht selten berichtet ein kleineres Geschwisterkind davon, dass das größere Kind es geärgert hätte. Dass diesem Ärger aber vielleicht ein eigenes Ärgern vorausging, auf das das größere Geschwisterkind reagiert hat, wird dabei verschwiegen, weil es vom kleinen Kind schon ausgeblendet wurde. Eltern neigen dann manchmal dazu, die Schuld dem größeren Kind zu geben und es des Lügens zu beschuldigen. Bei Geschwisterstreitigkeiten, zu denen man hinzugezogen wird, ist es deswegen besonders wichtig, neutral zu bleiben und zu erklären, dass man nicht dabei war und eher eine Vermittlungsposition zu übernehmen (wenn nötig) als zu beurteilen.

Muss ein Kind lügen (lernen)?

Wenn Kinder erstmal lügen bzw. Eltern eine Geschichte als wirkliche Lüge wahrnehmen, ist das manchmal ein Schreck: „Ich habe mein Kind doch zur Ehrlichkeit erzogen!“ oder „Es muss doch nicht lügen, ich bin doch nicht streng.“ Können Gedanken sein, die sich in den Vordergrund schieben. Wichtig ist hier jedoch, wieder die Perspektive des Kindes zu übernehmen: Das Lügen ist ein Entwicklungsmeilenstein, der seine Berechtigung hat. Auch in unserer Gesellschaft gibt es Lügen, die akzeptiert oder sogar gewünscht sind, wenn wir beispielsweise besonders schonend mit den Gefühlen anderer umgehen wollen „Nein, das ist nicht schlimm!“ Oder „Danke, darüber freue ich mich!“ Kulturübergreifend lügen Kinder und auch im Tierreich ist das Schwindeln zu finden. Es ist ein wesentlicher Meilenstein der Entwicklung für das Leben in der Gemeinschaft und das Verständnis der Aussagen anderer Menschen: Denn wenn ein Kind selbst bewusst lügen kann, weiß es auch, dass andere das tun und überdenkt Aussagen und Verhalten anderer.

Was steht hinter der Lüge?

Eine Lüge muss nicht problematisch sein, aber wir problematisieren sie oft. Und hier verdeutlicht sich, warum die Begleitung des Kindes dabei so wichtig ist: Wenn wir eine Unwahrheit annehmen ohne Bewertung und die Ursache versuchen zu verstehen, kann es sein, dass das Kind zukünftig weniger darauf angewiesen ist, zu flunkern. Neben dem Entwicklungsspiel „Lügen“ gibt es auch Lügen, hinter denen sich eine Aussage verbirgt, gerade bei den größeren Kindern. Hinter der Lüge, das Kind habe keine Hausaufgaben auf oder kein neues Musikstück zu lernen, kann der Wunsch stehen, mehr Zeit für andere Beschäftigungen zu haben. Diese Ursache herauszufinden ist wichtig, denn wenn wir das Grundproblem beheben oder zumindest dem Kind signalisieren „Ich habe Deinen Wunsch verstanden.“ hat es weniger Grund, uns nicht die Wahrheit zu sagen. Auch wenn sich das Kind heimlich Süßigkeiten einsteckt im Laden oder bei Freunden können wir uns fragen: Was steht dahinter? Sollten wir vielleicht zu Hause unseren Umgang damit überdenken, sind wir zu streng oder einengend, dass das Kind den Wunsch nicht ausspricht, sondern heimlich selbst erfüllt?

Lügt ein Kind aus Angst oder Sorge?

Wenn das Kind in Situationen, in denen ihm oder ihr ein Missgeschick passiert, lügt, können wir überlegen, warum es das tut und seine Schuld zurückweist oder einer anderen (imaginären) Person zuweist: Vielleicht hat es Angst vor einer Bestrafung, vor Ärger. Vielleicht haben wir in einer ähnlichen Situation einmal sehr streng reagiert und es versucht nun, dieser Reaktion mit einer Lüge aus dem Weg zu gehen. Vielleicht schämt es sich mittlerweile auch für das Verhalten, das es gezeigt hat und versucht mit der Lüge gewissermaßen, dieses ungeschehen zu machen.

Bestrafungen sind sowohl negativ, da sie das Lernen effektiv behindern, aber die stören auch das Vertrauen des Kindes. Es ist besser, wenn das Kind offen sagen kann: „Mir ist die Tasse kaputt gegangen.“ als dass es dies verleugnen muss aus Angst vor Fernseh- oder Computerverbot oder Beschimpfungen. Wenn Kinder etwas kaputt machen, ungeschickt sind, etwas in unseren Augen „falsch“ machen, ist es deswegen gut, die Situation aus unserer Perspektive zu umschreiben und das Kind nicht zu beschämen, d.h. zu sagen „Ich bin traurig, weil die Tasse kaputt gegangen ist“ statt zu sagen „Du hast sie kaputt gemacht, dafür musst Du sie von Deinem Taschengeld bezahlen.“ Kinder sollten immer das Gefühl haben, uns alle Probleme anvertrauen zu können und über Probleme reden zu können. Und als Eltern können wir diese Ehrlichkeit auch offen wertschätzen und uns dafür bedanken, wenn ein Kind ehrlich ein Missgeschick zugegeben hat. Das öffnet den Raum für Vertrauen und gibt einen wichtigen Impuls dafür, wie auch später mit Missgeschicken oder Misserfolgen offen umgegangen werden kann.

Der Umgang mit Lügen in der Familie

Dass Menschen lügen, ist normal. Dass Kinder lügen, ist ebenso normal. Wie in vielen anderen Bereichen sind sie auch hier auf dem Weg, etwas Wichtiges zu lernen für das Leben in unserer Gesellschaft und der Weg dorthin ist eben so, wie es die Entwicklungswege immer sind: auch etwas holprig und steinig und auf eine gute Begleitung angewiesen. Es ist gut, wenn wir unsere Kinder auch durch die Lügen-Entwicklungsphase gut begleiten und eine Unwahrheit annehmen und versuchen, die Beweggründe dahinter zu verstehen. Ist es eine bewusste Lüge, können wir unser Empfinden dazu verbalisieren oder auch versuchen, für das Kind zu übersetzen, was durch die Lüge bei uns ankommt. Wichtig ist, Kinder zu begleiten und nicht zu bestrafen. Wir können nicht mehr Ehrlichkeit durch Strafandrohung einfordern – zumindest wird ein solches Verhalten nicht das gewünschte Ergebnis erzielen. Vor allem aber sollten wir auch kurz über uns selber nachdenken und die Situationen, in denen unser Kind uns vielleicht bei einer kleinen Lüge aus Höflichkeit ertappt wie „Ja, das hat mir gut geschmeckt!“ Oder „Ich habe jetzt gerade leider keine Zeit zu telefonieren, weil…“ und wenn wir uns unser eigenes Alltagsverhalten bewusst machen, haben wir vielleicht auch wieder mehr Humor und Verständnis für die Lügenversuche unseres Kindes. 

Eure

Du kannst das noch nicht!

Unvermittelt setzt sich das kleine Kind auf einmal auf die Straße. „Den Schnürsenkel selber zumachen!“ sagt es und beginnt damit, die beiden Enden des geöffneten Schnürsenkels miteinander zu verdrehen. Wie schön, dass es das selber machen möchte – aber gerade jetzt? Gerade hier auf der Straße? Und eigentlich weiß ich doch, dass das sowieso nichts wird… Weiterlesen

Abschied von der Windel ohne Töpfchentraining

Nun hat sich mein drittes Kind von der Windel verabschiedet und es war eigentlich genauso unspektakulär und natürlich vorangehend wie bei den anderen beiden Kindern zuvor. Häufig aber ist noch immer von komplizierten Abläufen, von Training und Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu lesen, obwohl der Verzicht auf die Windel kein Lernprogramm ist, sondern ein Kommunikations- und Einfühlungsprozess. Weiterlesen

Nestbautrieb reversed – Über Abschiede und Neuanfänge

Seit jeher ist unsere Wohnung in stetigem Wandel: Räume werden umgestaltet, Möbel verrückt, Wände neu gestrichen. Mittlerweile leben hier fünf Menschen in einer Dreiraumwohnung, die wir den Bedürfnissen der Bewohner*innen anpassen in einem stetigen Wechsel. Noch lange ist unser Landhaus, an dem wir seit Jahren ebenso bauen, nicht fertig. Es ist eine Langzeitaufgabe für uns, die wir irgendwann fertig stellen. Bis dahin aber wandelt sich diese Wohnung, die wir einmal als Paar bezogen haben, in der eines unserer drei Kinder geboren wurde und in der wir alle zusammen leben und schon so viel erlebt haben. Immer wieder gibt es Phasen, in denen umgestaltet wird. Platz für Neues, Abschied von Altem. Weiterlesen

„Ich kann nicht gut schlafen!“ – Kinder und Albträume

„Mama, ich kann nicht gut schlafen!“ sagt mein Kind am Abend zu mir. Es würde in der letzten Zeit nicht gut träumen. Es schreckt im Schlaf hoch, weint, setzt sich auf. Albträume sind es, die die Nacht stören und bis in den Tag erinnert werden – manchmal stärker, manchmal schwächer. Viele Dinge liegen als Eltern in unseren Händen und es ist möglich, sie abzuwenden. Natürlich wollen wir nicht, dass es unseren Kindern schlecht geht, dass sie sich schlecht fühlen. Aber wie können wir ihnen helfen bei den nächtlichen Geschichten, die sie erleben? Weiterlesen

Auf einmal weg! Wenn Kinder unterwegs verloren gehen

Es gibt diese Momente im Elternleben, in denen das Herz kurz stehen bleibt. In denen alles fallen gelassen wird, um beim Kind zu sein. Wenn man einlautes Krachen im Nachbarzimmer hört und einen Schmerzensschrei des Kindes. Oder wenn es auf einmal still ist unterwegs und Du merkst: Mein Kind ist weg. Ich habe beide Situationen schon erlebt, beide Male gefühlt, wie in kürzester Zeit verschiedene Dinge im Kopf ablaufen. Gerade dann, wenn ein Kind unterwegs auf einmal weg ist, schießen tausend Gedanken durch den Kopf: Wo ist es? Wo war es zuletzt? Was hat es an? Was tue ich zuerst? Ruhe bewahren! Weiterlesen