Kategorie: Kleinkind

Für Dich die beste Mama

Ich streichle Deine wilden Haare aus Deinem Gesicht und gebe dir noch einen leichten Kuss auf die Stirn. Deine Augen sind schon geschlossen, Du schläfst nach einem anstrengenden Tag. Anstrengend für mich, anstrengend für Dich. Wenn ich darüber nachdenke, sind die für mich anstrengenden Tage doppelt anstrengend für Dich: Für mich sind sie anstrengend, wenn Du unruhig/laut/schlecht gelaunt bist, weil Du irgendwas verarbeitest. Für Dich sind sie anstrengend, weil Du sowieso schon in Anspruch genommen bist von der Herausforderung, die Dir schlechte Laune macht und dann dazu, weil ich deswegen angestrengt bin. Heute war so ein Tag. Ein anstrengender. Weiterlesen

Warum wir unsere Kinder nicht als Tyrannen bezeichnen sollten

„Der kleine Tyrann“, „die kleine Zicke“, „kleines Teufelchen“ – nahezu jeden Tag sind solche Beschreibungen irgendwo zu hören oder lesen. Niedlich-verharmlosend sehen wir in Schaufenstern Kindershirts hängen, auf denen kleine Teufel aufgedruckt sind mit passenden Sprüchen. Das Kind, das willentlich-widerborstige Wesen, das uns kommandiert, den Weg vorgibt und unser Leben negativ verändert. So haben schon Generationen vor uns die Kinder gesehen. Weiterlesen

Ausweglos – Wenn Eltern schimpfen und Kinder nicht weg können

Als Erwachsene habe ich einen großen Vorteil in schwierigen Situationen: Ich kann gehen. Wenn mich ein Ereignis emotional zu sehr belastet, wenn ein Mensch meine Grenzen übertritt, dann gehe ich. Wenn ich merke, dass ein Mensch mir über längere Zeit nicht gut tut und keine Besserung in Sicht ist, verlasse ich ihn. Nicht ohne Worte und Versuche, aber wenn sie nicht fruchten, gehe ich. Ich sorge für mich, indem ich für mich schlechte Situationen umgehe, schlechte Menschen aus meinem Leben fern halte. Wenn ich einen Text im Internet lese, der mir nicht gefällt, dann schließe ich das Fenster. Früher einmal habe ich noch auf solche Texte geantwortet und meine Meinung dazu geschrieben. Doch ich habe erfahren, dass das nichts bringt und oft eine unfruchtbare Diskussion hervor bringt. Deswegen schließe ich das Fenster und lass es an mir vorüber gehen. Weiterlesen

So 4jährig – Warum Eltern mit dem richtigen Ohr zuhören sollten

An manchen Tagen habe ich das Gefühl, meine Kinder entspringen einem Lehrbuch. Nicht einem darüber, wie wunderbar und leicht und wohlerzogen Kinder sein können. Sondern einem Lehrbuch über all die Dinge, die Eltern nun einmal auf ihren Elternweg mit Kindern begegnen. Bei dem Baby sind es die typischen Babyentwicklungsphasen, bei dem Schulkind natürlich all die Schulerlebnisse, von denen von allein los gehen über Pausenhofreibereien bis Schummeln nichts ausgelassen wird. Und bei meinem Mittelkind sind es die ganz typischen Erlebnisse mit einem vierjährigen Kind zwischen mangelnder Impulskontrolle, eigenem Willen, Stürmen im Kopf und emotionalen Entladungen. Weiterlesen

Messer, Gabel, Schere, Licht… sind für kleine Kinder nicht?

Unser Alltag bringt jeden Tag viele Herausforderungen mit sich für unsere Kinder, an denen sie sich auf natürliche Weise erproben können, die sie wachsen lassen. Herausforderungen, die in unseren Augen vielleicht keine sind oder die wir nicht zu welchen werden lassen, weil wir frühzeitig eingreifen. Eigentlich wissen wir schon aus dem Spiel der Babys, dass es die Alltagsdinge sind, die für unsere Kinder interessant sind. Die Dinge, mit denen wir umgehen. Sie sehen, was wir tun und wollen es nachahmen – aber wir lassen sie nicht aus Sorge. Wann ist das Kind bereit für den Umgang mit Messer, Gabel, Schere, Licht, Feuer? Dann, wenn es das möchten und wir ihnen einen guten Umgang damit zeigen können.

Kinder wollen irgendwann mit Besteck umgehen

Wenn Kinder mit dem Essen beginnen, wollen sie die Nahrung mit allen Sinnen kennenlernen. Sie wollen sie berühren, in ihren kleinen Händen quetschen und fühlen, welche Eigenschaften dieses Lebensmittel hat. Sie wollen Konsistenz erfahren und lernen, wie sie dieses rutschige Stück Mango in den Mund bekommen. Wenn sie ihre Erfahrungen gemacht haben, richten sie ihren Blick irgendwann weniger auf die Eigenschaften des Essens und mehr auf den Rahmen drum herum und beachten, wie andere am Tisch essen. Sie fordern die Werkzeuge ein, die auch andere haben. Kinderbesteck muss nicht bunt sein, nicht in ein fahrendes Auto umgewandelt werden können. Es muss einfach nur handgerecht sein, so dass das Kind damit umgehen kann wie wir. Und auch die Kinder, die anfangs mit den Händen essen statt mit Löffeln gefüttert zu werden, werden dieses Werkzeug von sich aus einfordern und dann nach und nach besser damit umgehen.

Messer für Kinder: vom Schnitzen und kleinen Küchenhelfern

Meine Tochter war 3,5 Jahre alt, als sie im Wald mit dem Schnitzen begann. Sie hatte es gesehen und wollte es auch machen. Dabei standen keine Ergebnisse im Vordergrund, sondern die reine Freude am Tun, das Ausprobieren. Sie lernte dem Umgang mit dem Messer und die groben Versuche verfeinerten sich über die Zeit. Sie machte nach und erfuhr von uns, wie sie Stöcke halten musste, um sich nicht zu schneiden. Es gab auch kleinere Unfälle, aber wirklich kleine, denn sie hatte sich die Technik abgesehen.

Doch nicht nur im Wald ist der Umgang mit Messern für unsere Kinder möglich, auch zu Hause dürfen sie damit umgehen, wenn sie in der Küche helfen. Auch hier haben wir an ihre Bedürfnisse angepasste Kindermesser, die dennoch ein richtiges Mithelfen ermöglichen. Auch bei Dasnuf lässt sich nachlesen, wie ihre Kinder im Alltag und in der Küche mithelfen können. Außerhalb der Küche haben sie einen frei zugänglichen Bastelbereich, in dem neben verschiedenen Farben und Klebstiften auch Scheren zur Verfügung stehen. Es gibt Scheren aus Plastik, Metallscheren mit abgerundeten Spitzen, Scheren, die verschiedene Muster schneiden und normale, spitze Bastelscheren. Die Kinder suchen sich selbständig die Schere aus, mit der sie umgehen wollen und schneiden aus unserer Sammlung an (Alt-)papier und Pappe herum. Die Kataloge, die unaufgefordert in unserem Briefkasten landen, werden den Kindern zum Ausschneiden überlassen, woran sie sich jedes Mal sehr erfreuen und ganz nebenher ihren Umgang mit den Scheren verfeinern.

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Ehrfurchtsvoll mit Feuer umgehen

Und dann gibt es da noch das Feuer. Ehrfurchtsvoll bestaunen die Kinder die Flammen beim Lagerfeuer, wenn wir Stockbrot machen oder in ihrem kleinen Spielzeugofen im Garten kleine Holzstücke verbrennen. Ehrfurcht ist ein guter Begleiter, Angst nicht. Deswegen dürfen sie sich auch damit ausprobieren: Zunächst, indem sie die Kerze auf dem Tisch ausblasen dürfen, dann indem sie sie mit einem Streichholz entzünden können (erst wird ihnen das Streichholz gereicht, dann dürfen sie es selber entzünden). Sie können kleine Kerzenboote auf dem Wasser fahren lassen und sehen, wie schnell sie im Wasser erlöschen. Und dann trauen sie sich von allein an den Herd und die Pfanne, die über dem Feuer ist. Natürlich gibt es die Regel, dass niemals ohne Erwachsenen etwas angezündet wird und daran halten sie sich auch.

Unsere Kinder lernen dann einen guten Umgang mit den Dingen, wenn wir ihnen einen Umgang ermöglichen. Dazu müssen wir sie ernst nehmen und ihre Wünsche und Bedürfnisse annehmen. Manchmal hält uns unsere Sorge davon ab, unseren Kindern Dinge zu erlauben, für die sie selbst bereit sind. Aber wenn wir ihnen gute Vorbilder sind, ihnen vertrauen und sie auf dieser Basis begleiten, können wir ihnen sehr viele Kompetenzen auf einfache Weise ermöglichen aus ihrem eigenen Wunsch heraus, dem sie engagiert nachgehen. Lassen wir sie doch einfach lernen, was sie gerade lernen möchten.

Eure

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Wenn das Kind einschläft, ist es müde

Wir alle kennen diese Situation wohl als Eltern: Es ist später Nachmittag, das Kind hat keinen Mittagsschlaf gemacht und ist unleidlich. Und schaut man einen kleinen Moment weg, ist es auf einmal eingeschlafen. Tief und fest. Der Blick auf die Uhr sagt: Wenn es nun schläft, wacht es zur eigentlichen Schlafenszeit auf und wird bis in die Nacht wach bleiben. Vielleicht lässt es sich ja doch wecken? Schließlich hatte man doch am Abend noch etwas vor – oder wollte zumindest ausruhen oder eine Serie sehen. Aber nun schläft das Kind und verwirft die ganze Abendplanung. Also doch wecken, vielleicht durch Musik oder das Versprechen auf ein Eis oder das Lieblingsspiel.

Auch eine andere Situation kennen wir als Eltern: die eigene Müdigkeit. Die Müdigkeit, wenn wir nächtelang schlecht geschlafen haben und uns einfach wünschen, für ein paar Minuten nach all den Anstrengungen die Augen zu schließen. Manchmal ist das Leben sehr kräftezehrend. Nur einmal kurz innehalten, die Augen zugehen lassen und den Körper kurz entspannen. Wohlige Wärme sich darin ausbreiten lassen, um all die Anstrengung los zu lassen. Wie gerne würden wir morgens manchmal einfach die Augen noch einmal zu machen, uns zur Seite drehen und zurück in den Schlaf gleiten. Ein Nickerchen einlegen zwischen zwei Geschäftsterminen, die anstrengend sind.

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Wir Erwachsene gönnen es uns meist nicht – oder der kleine Schlaf zwischendurch findet keinen Raum in unserem vollen Tag. Aber müssen wir diesen Anspruch des Verzichts auch auf unsere Kinder übertragen? Es tut so gut, sich zu erholen. Es ist ein wunderbarer Moment, einschlafen zu können, wenn man müde ist. die Möglichkeit dazu zeigt unseren Kindern, dass Schlaf wohltuend ist. Kein Instrument des Zwangs, sondern eine wohltuende Option. Man muss nicht schlafen oder man muss nicht nicht schlafen. Man darf schlafen oder wach bleiben – je nachdem, was Körper und Geist benötigen.

Wenn das Kind einschläft, ist es müde. Es benötigt eine Pause von dem, was es erlebt hat, von all den Eindrücken und neuen Dingen. Solange unsere Kinder Kinder sind und keine Erwachsenen, die wir unsere Bedürfnisse anders handhaben können, sollten wir ihnen die dringende Pause ermöglichen. Denn schließlich können genau wir nachfühlen, wie sich ein Tag mit zu wenig Schlaf anfühlt. – Auch, wenn wir dann ein wenig umplanen müssen.

Eure

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Mittelkind

Noch nicht groß und nicht mehr klein. Schon laufen können, aber irgendwann auf den Arm genommen werden müssen, weil die Beine doch nicht alles tragen. Noch nicht so hoch gewachsen, um alles überblicken zu können. Nicht mehr so klein, um immer hoch genommen zu werden. Das Hemd zuknöpfen wollen, aber noch nicht können. Überhaupt: So viel wollen und es oft nicht alleine schaffen. Immer irgendwo dazwischen sein. Kein Baby mehr, aber auch noch kein Schulkind. Weiterlesen

Wenn Kinder weinen…

Weinende Kinder berühren uns. Ganz tief in uns sind wir berührt und haben den Wunsch, dieses Weinen beenden zu wollen. Denn: ein Weinen ist immer ein Signal. Es sagt uns etwas über das Kind. Es fühlt sich nicht wohl, es hat sich verletzt, vielleicht sogar gibt es einen gefährlicher Grund. Doch wie wir damit umgehen, kann ganz unterschiedlich sein. Ein „Hör auf zu weinen“ mag das Weinen beenden, aber es ist ein anderes Ende als nach einem „Warum weinst Du?“ zu fragen. Weiterlesen

Einschlafen

Da liegst Du nun in meinem Arm. In einem Moment noch so munter, streckst Deine Arme hoch und möchtest mir noch von der Welt erzählen. Auch Deine kleinen Beine sind noch nicht zur Ruhe gekommen und hüpfen noch unter der Decke hin und her. Im nächsten Moment sehe ich, wie sich Deine Augen langsam schließen. Schnell öffnest du sie wieder: Nichts verpassen. Und nachsehen, ob ich noch da bin. Ganz nah liege ich bei Dir. Ich spüre Deinen Atem auf meiner Wange. Erst noch unruhig, dann immer gleichmäßiger. Die Augen gehen auf und wieder zu. Du bist schon ein wenig in Deiner Traumwelt eingetaucht, siehst auf der anderen Seite schon eine Geschichte. Dann sind die Augen wieder weit auf, Deine kleine Hand sucht meine. Ja, ich bin noch immer hier bei Dir. Deine Augen schließen sich wieder. Ich sehe, wie sie sich unter Deinen zarten Augenliedern bewegen und ein Lächeln huscht über Dein Gesicht mit einem kleinen Glucksen. Noch eine ganze Weile liegen wir so dort, nebeneinander, aneinander. Deine kleine Hand umfasst einige meiner Finger und langsam, ganz langsam wird der Druck immer weniger. Deine Augen bewegen sich nicht mehr hinter den Lidern, Dein Atem ist gleichmäßig und lang. Du bist eingeschlafen, ganz sanft. Nicht langsam, es hat schon eine Weile gedauert, aber Du bist ruhig über gegangen zu diesem wunderbaren Ort des Schlafes, an dem Du Dich nun von all den Dingen des Tages erholen kannst. Du kannst es genießen, das Schlafen und Kraft schöpfen für einen neuen Tag voller Eindrücke und Erlebnisse. Ein Tag, an dem Du Dir sicher sein kannst, dass Du am Ende ebenfalls wieder in meinen Armen schlafen kannst.

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Wenn wir uns fragen, wie unsere Kinder einschlafen sollen, müssen wir uns die Frage erlauben, wie wir selbst einschlafen wollen. Niemand möchte von einer geliebten Person in einem dunklen Raum allein zurück gelassen werden ohne die wärmende Nähe eines anderen, vertrauten Menschen. Ohne das Wissen, wann man wieder aus dieser Einsamkeit befreit wird und ob es dort ohne andere Menschen sicher ist. Es bedarf nicht viel für das Einschlafen: Wir brauchen keine Nachtlichter, keine extra Musik, keine aufregenden Aktivitäten. Wir brauchen einen ruhigen, weichen, warmen, sicheren Ort, an dem wir ruhen können. Unsere Kinder wünschen sich das, was auch uns gut tut: geborgenes Einschlafen mit der Sicherheit, dass ein liebender Mensch über sie wacht.

Eure

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