Kategorie: Rezension

Kooperatives Brettspiel/Echtzeitspiel für Kinder: 5 Minute Dungeon

Rezensionsexemplar*

Wenn man Spiele danach bewerten soll, wie laut es am Spieltisch wird, hat »5 Minute Dungeon« (Amazon** | Buch 7**Hersteller)  auf jeden Fall gewonnen: Selten haben wir so hektisch gemeinsam an einem Tisch gesessen und uns gegenseitig unter Zeitdruck zugerufen, wie wir weitermachen. Das klingt vielleicht merkwürdig, macht aber großen Spaß.

Geschichte

Eine 2-5köpfige Held_innengruppe kämpft sich gemeinsam durch fünf Dungeons mit ansteigender Schwierigkeit. »5 Minute Dungeon« verzichtet auf eine große Hintergrundgeschichte und die braucht es auch nicht, denn im Mittelpunkt steht das schnelle Spiel. Mit viel Detailreichtum ist das Spiel in einem klamaukigen Comic-Stil gestaltet und die Gegner_innen haben Namen wie »Baby-Barbar«, »Dungeon-Overlord« und, hier absoluter Favorit, »Verdammt, ein Drache!!!«. 

Das Spiel

Spielende suchen sich einen Charakter aus wie Gladiator, Walküre, Paladin oder Zauberin. Charakter-spezifisch gibt es einen Satz Karten, der aus Ressourcenkarten und Aktionskarten besteht. Als Gegner werden je nach anpassbarer Spielstufe und Anzahl der Spielenden ein Kartendeck aus Dungeon-Karten zusammengestellt. Nun wird ein Timer, für den es auch eine nicht unbedingt notwendige App gibt, auf fünf Minuten gestellt und losgespielt: Nacheinander werden die Dungeon-Karten aufgedeckt, die besiegt werden, indem die Spielenden aus ihren Karten die jeweils geforderten Ressourcen-Karten (zum Beispiel Schwert, Schild oder Schriftrolle) ausspielen, eine passende Aktionskarte zur Hand haben oder durch ihre einzigartige Charakterfähigkeit das Problem umgehen können.

5 Minute Dungeon Erklärvideo von Hunter&Cron

Dabei spielen alle zusammen, denn das Ziel ist es, innerhalb der fünf Minuten alle Karten und Endgegner zu besiegen. Doch nicht nur die Zeit ist ein begrenzender Faktor, auch die Karten können ausgehen und einzelne Spieler_innen müssen evtl. bereits vor Ende des Spiels schon aussteigen, wenn sie nicht durch andere aus dem Team mit Hilfskarten unterstützen werden.

Fazit

»5 Minute Dungeon« ist ein schnelles, sehr schnelles Spiel für 2-5 Spieler_innen ab 8 Jahren. Das Spiel zählt zur Zeit hier zu den Favoriten, das regelmäßig rausgeholt wird, wenn es auch nicht unbedingt gespielt werden kann, wenn das kleinste Kind gerade Schlafen geht. 🤪

Der grafische Stil ist witzig und handwerklich gut gemacht, trifft aber nicht ganz unseren Geschmack. Das ist nicht weiter schlimm, denn eigentlich hat man gar keine Zeit, sich auf die Bilder zu konzentrieren. Gewünscht hätten wir uns, dass, wie in anderen modernen Spielen, die Charaktere nicht nur als typische Gender-Klischees vorgestellt werden. Erst letztens haben wir bei »Andor Junior» und »So nicht, Schurke« gesehen, wie einfach es ist, zum Beispiel jeweils zwei Versionen anzubieten.

Das Spiel ist nicht für Zugfahrten geeignet, da durch die Hektik ggf. viel Platz auf einem Tisch benötigt wird und man es kaum leise spielen kann. Der Ausflippfaktor kann je nach Spiel variieren: Man ärgert sich zwar nicht, weil man in diesem kooperativen Spiel gegen andere verliert, aber der Zeitdruck und die teils schwierigen Level können für das ein oder andere verlorene Spiel sorgen. Dafür hat man als Team die Möglichkeit, sich vor einem Spiel abzusprechen und während des Spiels gegenseitig zu unterstützen, denn trotz Hektik und Klamauk ist in 5 Minute Dungeon in den höheren Spielstufen durchaus taktisches Vorgehen notwendig. Durch die geringe Spieldauer können Runden schnell wiederholt werden und so macht das Spiel auch bei Niederlagen Spaß, denn die nächsten fünf Minuten sind schnell begonnen.

Kurzfakten

  • Name des Spiels: 5 Minute Dungeon
  • Spieltyp: Kooperatives Brettspiel
  • Spieldauer: 10 Minuten (inkl. Aufbau und Unterbrechungen)
  • Alter: ab 8 Jahre
  • Anzahl der Spieler_innen: 2-5
  • Ausflippfaktor: hoch (weil hektisch)
  • Kooperationsfaktor: hoch
  • Gesamtbewertung: wird gern immer wieder gespielt
  • Zug-geeignet: nein
  • Preis: derzeit ca. EUR 18,-
  • Bestellbar u.a.: Amazon** | Buch 7**Hersteller

Caspar Clemens Mierau ist Diplom-Kulturwissenschaftler (Schwerpunkt Medienkultur) und berät Startup-Unternehmen in technischen Fragen. Auf vierpluseins bloggt er über seinen Familienalltag und betreibt mit Patricia Cammarata den erfolgreichen Elternpodcast „Mit Kindern leben“  

* Das Spiel „5 Minute Dungeon“ wurde als Rezensionsexemplar von der Firma KOSMOS zur Verfügung gestellt. Die hier abgebildete Rezension spiegelt unsere persönliche Meinung wieder.
**Dieser Artikel enthält Affiliate-Links zu Amazon und Buch7, durch die Geborgen Wachsen im Falle einer Bestellung eine Provision erhält, ohne dass für Euch Mehrkosten anfallen. Wir empfehlen dennoch, den lokalen Handel durch das Einkaufen vor Ort zu unterstützen. Viele Brettspiele gibt es darüber hinaus zum Ausleihen in den öffentlichen Bibliotheken. 

Kooperatives Pen&Paper für Kinder: So nicht, Schurke!

Rezensionsexemplar*

Viele kennen aus ihrer Jugend noch Pen&Paper Spiele wie das schwarze Auge und Dungeons & Dragons: Eine_e Spielerleiter_in erzählt eine spannende Geschichte, in der die Mitspieler_innen mit viel Phantasie und einer Hand voll Würfeln ausgestattet eingreifen dürfen. Es sind schöne Erinnerungen an Spielenachmittage und Abende und wer es schon mal erlebt hat, der vermisst es vielleicht ein wenig – und sind wir ehrlich: Mit Kindern scheint es noch fern, diese Zeit zu wiederholen. Dies, da die Spielregeln trotz vieler Freiheiten sehr komplexe Bücher-dicke Regelwerke sind und weil die Abenteuer oft schlicht zu spannend sind. Doch nun gibt es mit „So nicht, Schurke“ (Amazon** | Buch 7** | Hersteller) eine wunderbare Alternative, wenn man mit Kindern ab fünf Jahren in die Welt der Pen&Paper Spiele einsteigen möchte.

Geschichte

Die Abenteuer in so nicht, Schurke finden im Phantasie-Land Fabula statt, das aus den Gebieten „Im Schrank“, „Unter dem Bett“, „Aus dem Fenster“ und „Hinter den Büchern“ besteht. Es gilt Abenteuer zu bestehen, wie zum Beispiel einen Freund au dem rechten Nasenloch eines versteinerten Drachenkopfes zu befreien, wobei man Gegner_innen wie Pechvögeln, Hubba Bubbas, Spaßbremsen und Robosauriern begegnet. Wem das ein zu klamaukig klingt: Das Spiel ist absichtlich lustig gestaltet, um nicht zu ängstigen. Es gibt durchaus auch etwas gefährlicher wirkende Wesen wie die Sägezahn-Hexen, aber es ist immer Aufgabe und Möglichkeit der Spieleleitung, dies so kindgerecht wie nötig zu verpacken.

Das Spiel

So nicht, Schurke kommt in einer großen Box daher mit einem Anleitungsbuch und einem Buch mit drei vorbereiteten Abenteuern. Fertige Pen&Paper Abenteuer sind so formuliert, dass sie direkt von Spieleleiter_innen vorgetragen werden können. Es steht aber frei, diese abzuwandeln oder eigene Geschichte in der Welt auszudenken. Sehr schön sind viele Kärtchen Charakteren und Begleiter_innen, die die Kinder nutzen können, um sich ihre eigenen Charaktere zusammenzustellen. Besonders gut ist aufgefallen, dass Charaktere nicht nur stereotypisch männlich (Spion) oder weiblich (Prinzessin) vorgeschlagen werden, sondern es immer zwei Karten gibt. Mitspieler_innen stellen sich so Charaktere zusammen wie „der raffinierte Zauberer, der Magie wirkt und ein Rennauto als Begleiter hat“ oder „die coole Astronautin, die Pizza liebt und von einem Feuerdrachen begleitet wird“. Für Eltern und Erwachsene liegt ein Zettel bei, der erklärt, dass der Satz „So nicht, Schurke“ jederzeit gerufen werden kann, wenn sich ein Kind überfordert oder gegruselt wird und das Spiel dann pausiert und ggfls. angepasst wird – eine schöne Idee, die wir uns auch für andere Spiele wünschen.

Kurzes Erklärvideo vom Spiele-Entwickler zu »So nicht, Schurke!«

Mit in der Spielebox sind weitere praktische Elemente wie Charakterbögen, Kreaturen-Karten, Spieleplättchen und Würfel. Diese werden immer wieder benötigt, wenn Prüfungen und Kämpfe anstehen, wobei es immer im Ermessen liegt, das Spiel so schwer zu gestalten, dass es allen Spaß macht.

Unsere erste Runde mit einem 11jährigen, einem 7jährigen und einem 4jährigen Kind dauerte nach einer einstündigen Vorbereitung, in der man das Regelwerk studieren muss, einem halbstündigen gemeinsamen Vorbereiten der Charaktere (Kinder lieben diese Phase) gute anderthalb bis zwei Stunden und wurde als spannendes Abenteuer erlebt, über das noch Tage später gesprochen wurde. Jedes Kind konnte dabei seinem Alter entsprechend mitspielen – oder manchmal auch einfach nur der Geschichte lauschen.

Für Eltern und andere Begleitpersonen, die noch nie ein Pen&Paper Spiel miterlebt oder gar geleitet haben, wird der Einstieg sicher etwas herausfordernder. Es empfiehlt sich, hier vielleicht ein paar Youtube-Videos zum Thema zu sehen oder sich von Menschen helfen zu lassen, die schon ein paar Erfahrungen in dem Gebiet haben.

Fazit

So nicht, Schurke ist ein überraschend gelungenes Pen&Paper, das die Wartezeit, wann man endlich mit den Kindern gemeinsam Abenteuer erleben kann, drastisch verkürzt. Ein wenig ungewohnt ist zunächst die „drollige“ Aufmachung. Sie ist jedoch kindgerecht und hält nicht davon ab, kurzweilige und auch spannende Abenteuer zu erleben. Wer sich nicht eigene Abenteuer ausdenken möchte, kann weitere Abenteuerbüchlein bestellen, um so mit wenig Vorab-Aufwand Nachmittage oder Abende zu gestalten.

Caspar Clemens Mierau ist Diplom-Kulturwissenschaftler (Schwerpunkt Medienkultur) und berät Startup-Unternehmen in technischen Fragen. Auf vierpluseins bloggt er über seinen Familienalltag und betreibt mit Patricia Cammarata den erfolgreichen Elternpodcast „Mit Kindern leben“  

* Das Spiel „So nicht, Schurke“ wurdeals Rezensionsexemplar von der Firma Pegasus Spiele zur Verfügung gestellt. Die hier abgebildete Rezension spiegelt unsere persönliche Meinung wieder.
**Dieser Artikel enthält Affiliate-Links zu Amazon und Buch7, durch die Geborgen Wachsen im Falle einer Bestellung eine Provision erhält, ohne dass für Euch Mehrkosten anfallen. Wir empfehlen dennoch, den lokalen Handel durch das Einkaufen vor Ort zu unterstützen. Viele Brettspiele gibt es darüber hinaus zum Ausleihen in den öffentlichen Bibliotheken. 

Bücher zum Thema „Garten und Gärtnern mit Kindern“

Kindern die Natur näher bringen, geht auf vielfältige Weise: Mit ihnen in die Natur gehen, den Wald besuchen und die Tiere und Pflanzen dort beobachten, mit ihnen spazieren gehen, passende Dokumentationen ansehen – und ganz wichtig ist natürlich die Selbsterfahrung und das Be-Greifen der Natur für Kinder. Pflanzprojekte können dabei eine tolle Unterstützung sein. Und das ist nicht nur mit eigenem Garten möglich, sondern auch zu Hause auf dem Balkon oder der Fensterbank.

aus „Urban Gardening“

„Urban Gardening“

Im Buch „Urban Gardening“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) von Lia Leendertz und Mark Diacono aus dem Knesebeck Verlag geht es darum, wie Gemüse auf kleinstem Raum angebaut werden kann: vom kleinen Gärtchen im Hinterhof über begrünte Treppenstufen, Sprossen im Glas in der Küche, hängende Salate bis hin zur eigenen Pilzkultur: Hier gibt es Tipps und Inspirationen für das Gärtnern auf kleinem Raum. Auch wenn das Buch nicht in die Tiefe geht, gibt es Anregungen und Ideen, um wirklich auch auf kleinem Raum eine Begrünung anzulegen und vielleicht sogar ein wenig Nutzpflanzen für sich selbst anzulegen. Eine schönes Buch für alle, die erst einmal darüber nachdenken wollen, wo überall Platz für etwas Grün bei ihnen zu finden ist.

aus: „Garten Lust“

„Garten Lust“

Im Buch „Garten Lust. Träume verwirklichen“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) von Robert Sulzberger, erschienen im Kosmos Verlag, geht es um das Anlegen eines eigenen Gartens: von der Planung über die Gestaltung und Praxistipps bis zu den Pflanzen. Ein Buch für absolute Einsteiger*innen in die Gartenarbeit mit praxisnahen Tipps und ehrlichen Überlegungen wie „Sie können alles in Eigenarbeit erstellen oder alles bei Fachleuten in Auftrag geben. In der Regel wird man sich zwischen diesen Extremen bewegen. Denn für die erstgenannte Lösung haben die meisten nicht genug Zeit und handwerkliche Fähigkeiten und für die zweite nicht genügend Geld.“ Im Buch gibt es deswegen verschiedene bebilderte Ideen, die vorgestellt werden für das Anlegen von Gartenwegen, Sitzplätze, Vorgarten, Wassergarten oder das Anpflanzen von Zwergbäumen. Auch die benötigten Geräte werden vorgestellt. Ein einfaches Buch zum Einstieg in die Gartenwelt, das erst einmal die Grundlagen erklärt und ein paar Ideen aufzeigt, wie man einen Garten planen kann und was dabei bedacht werden sollte.

aus: „Garten Lab für Kinder“

„Garten Lab für Kinder“

Im „Garten Lab für Kinder“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) gibt es 52 Projekte rund um das Gärtnern mit Kindern. Von der Anzucht im Eierkarton über ein selbstgemachtes Saatband, das Pflanzen in alten Schuhen, das Anlegen eines Pizzagartens oder einen selbstgemachten Wurmkompost. Alle Ideen sind ausreichend bebildert, notwendige Materialien sind aufgelistet und mit einfachen Schritten erklärt. Ein schönes Buch mit einfachen Ideen, die mit Kindern im Garten umgesetzt werden können und ihnen das Wachsen näher bringen.

aus: „Pflanz dich glücklich“

„Pflanz dich glücklich“

Auch „Pflanz dich glücklich“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) wendet sich an Kinder und bringt 37 Tipps für den Garten und Zuhause mit, sortiert nach Monaten, in denen sie umgesetzt werden können. So gibt es beispielsweise im Juni Pflanzendruck, Sonnenblumenwettwachsen, Erdbeerableger und Essbare Blüten, während im Dezember Steinkakteen gebastelt werden und Blumenampeln geknotet. Das Buch ist durchweg illustriert und der Comicstil ist ansprechend für Kinder, aber Fotos wie im „Garten Lab“ sind manchmal für Kinder hilfreicher. Dennoch sind es schöne Ideen, die zum Nachmachen einladen und auch so einfach sind, dass lesende Kinder mit dem Buch selbständig Ideen umsetzen können.

aus: „Naturkinder“

„Naturkinder“

Im Buch „Naturkinder: Ideen, Rezepte und Aktionen für drinnen und draußen“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) zeigt Pädagogin, Bloggerin und Naturkind-Gruppenleiterin Caroline Hosemann in zehn Kapiteln, was Kinder mit und in der Natur anfangen können. Nicht nur auf den Garten bezogen, sondern auch zu Ausflügen einladend gibt es Ideen für Blumentattoos, Blumenfarben, Marmeladen- und Kräutersuppenrezepte, DIY-Anleitungen für Rosen- oder Vanillebad, Eisbilder im Winter und Natur-Dekorationen für zu Hause. Ein wirklich schönes Buch, das wir schon einige Jahre haben und immer wieder als Inspiration durchgehen.

„Was blüht denn da?“

„Was blüht denn da?“

Wer in der Natur unterwegs ist oder im eigenen Garten Blumen anbaut, vielleicht auch essbare Blüten, kann mit den Kindern die Vielfalt der Blumen betrachten und ihren Nutzen besprechen: Denn viele Blumen, die wir am Wegesrand finden, sind nicht nur „einfach“ schön, sondern können In Ölen oder Cremes, in Salat oder als andere Zutat verwendet werden – und einige sind natürlich auch giftig. Mit „Was blüht denn da?“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) bekommen Kinder einen guten Überblick über die Vielfalt der Blumen, sortiert nach Farben, so dass diese leicht nachgeschlagen werden können. Schnell ist ersichtlich, ob eine Blume giftig ist oder nicht und wann sie blüht.

Eine Auswahl an Sachbüchern zum Thema „Pflanzen und Blumen“ findest Du hier.

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

* Transparenz:
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links zu Amazon und Buch7, durch die Geborgen Wachsen im Falle einer Bestellung eine Provision erhält, ohne dass für Euch Mehrkosten anfallen. Wir empfehlen dennoch, den lokalen Buchhandel durch das Einkaufen vor Ort zu unterstützen. Viele Bücher gibt es darüber hinaus zum Ausleihen in den öffentlichen Bibliotheken. Hier kann beispielsweise nach Büchern in den Bibliotheken in Berlin-Brandenburg gesucht werden.
Das Buch „Was blüht denn da?“ wurde auf Anfrage vom Verlag als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt, die anderen Bücher wurden selbst gekauft.

Bücher zum Thema „Blumen und Pflanzen“

Den Kindern die Abläufe der Natur näher zu bringen, ist wunderbar, denn es eröffnet einen großen Spielraum für Erkundungen, Ausflüge und Experimente. Wie man aber damit anfängt, ist für manche Familien gar nicht so einfach. Besonders dann, wenn Wissen zum Thema Blumen und Pflanzen fehlt, man nicht giftige Pflanzen pflücken anfassen oder geschützte unwissentlich pflücken möchte. Kinderbücher rund um Blumen und Pflanzen sind deswegen nicht nur für Kinder, sondern auch Eltern eine gute Begleitung auf dem Weg in die Natur.

Kinderbuch „Die Wiese“

Die Wiese – Ein Zoom Bilderbuch

Für die kleineren Kinder ab 4 Jahren kann der Weg in die Natur erst einmal über das Zoom-Bilderbuch „Die Wiese“ (Amazon*Buch 7* | Buchhandel) von Hans Baltzer und Christa Holtei führen, das bei Beltz erschienen ist. Hier wird von weit oben aus der Vogelperspektive immer tiefer in das Geschehen in der Wiese vorgedrungen. Zunächst wird sie aus der Vogelperspektive betrachtet und Kinder erfahren, welche Vögelarten in dieser Höhe besonders vorkommen. Die nächste Ebene ist auf Menschenhöhe und es wird betrachtet, welche Tiere sich im Schutz der Gräser befinden. Noch etwas genauer wird dann hingesehen auf der Wiese: hier sind Schmetterlinge und Spinnen und Vögel wie die Feldlerche zu finden. Innenmitten der hohen Gräser befinden sich dann noch Feldmaus, Maulwurf und Blindschleiche. Dann werden die Insekten und Würmer betrachtet. „Die Wiese“ ist ein schönes Bilderbuch für alle kleinen Kinder, die es genauer wissen wollen und zu einzelnen Tieren ganz konkrete Angaben wünschen.

Kinderbücher aus der Reihe Wiese? Weshalb? Warum?

Wieso? Weshalb? Warum? Bilderbücher mit Klappen

Die Serie „Wieso? Weshalb“ Warum?“ aus dem Ravensburger Verlag hat für viele Themen schön aufgearbeitete Kinderbücher. Auch rund um Pflanzen und Natur gibt es hier die passenden Bücher für Kinder von 4 bis 7 Jahren.

Im Buch „Alles über Bäume“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) erfahren Kinder, was ein Baum ist, wie unterschiedlich Bäume sind, wo sie wachsen und überall zu finden sind. Außerdem wird der Aufbau von Bäumen (einzelne Schichten den Stamms ebenso wie Unterteilung in Wurzeln, Stamm, Krone) erklärt und das Wachstum vom Samen bis zum Baum nachgezeichnet. Letztlich wird auch darauf eingegangen, wo wir im Alltag überall Holz finden und warum es wichtig ist, Bäume zu schützen. Ein Eichhörnchen begleitet dabei von Doppelseite zu Doppelseite durch das Buch. Hervorzuheben ist auch, dass das Buch Kinder unterschiedlicher Hautfarbe abbildet und damit nebenbei auf natürliche Weise einen Aspekt gesellschaftlicher Vielfalt abbildet. Die vielen Klappen machen das Vorlesen interaktiv und helfen, einige Aspekte noch einmal visuell zu verdeutlichen. Als Begleitung für Projekte rund um das Thema „Bäume“ ist dieses Buch sehr hilfreich und bietet auch für Erwachsene spannende Informationen.

„Wir entdecken die Pflanzen“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) ist sehr ähnlich gestaltet und aufgebaut. Hier geht es um Pflanzen allgemein und Kinder erfahren alles rund um Blätter, Wurzeln und Zwiebeln, Blüten und die Entwicklung zu Früchten. Mit vielen bunten Pflanzenabbildungen gibt es hier sehr viel zu entdecken und durchaus interessante Informationen auch für Eltern. Auch wenn hier nur wenige Menschen abgebildet sind, wäre es schön gewesen, einen ebenso vielfältigen Ansatz zu wählen wie in dem Buch über Bäume.

Kinderbuch „Buch der Blumen“

Buch der Blumen – kunstvolle Bilder für Kinder ab 8 Jahren

Für größere Kinder ist das „Buch der Blumen“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) eine Augenweide und erfreut zudem mit interessantem Wissen zu einzelnen Blumen. Der bekannte Illustrator Olaf Hajeks hat hier zu einzelnen Blumen passende Portraits geschaffen: Ein Bild zu einer Blume erzählt ihre ganze Geschichte: Was sie so besonders macht, woher sie kommt, wofür sie verwendet wird. Es sind detailreiche Bilder, die zum Verweilen einladen. Daneben wird jedes der bunten Bilder durch einen passenden Text ergänzt, der die Besonderheiten der Pflanze noch einmal zusammenfasst und erklärt, woher sie kommt und wofür sie verwendet wird. Ein schönes Buch für Kinder, die schon tiefer eintauchen in die Verwendung einzelner Pflanzen.

Kinderbuch „Das Museum der Pflanzen“ + Mitmachbuch

Das Museum der Pflanzen

Auch aus dem Prestel Verlag ist „Das Museum der Pflanzen“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) von Katie Scott und Kathy Willis. Wer „Das Museum der Tiere“ kennt, hat hier nun das passende Pendant für die Pflanzenwelt für Kinder ab 8 Jahren. Es geht noch einmal tiefer ins Detail als das „Buch der Blumen“, erklärt die Herkunft der Pflanzen und geht auf einzelne Gattungen genauer ein. Neben den Informationen zu den Pflanzen gibt es schöne Illustrationen in warmen Farben mit jeweils ausführlicher Legende. Dadurch eignet sich das Buch beispielsweise sehr gut als Begleitung für Schulprojekte rund um die Pflanzenwelt und auch als Vorlage zum Abzeichnen. Passend dazu gibt es „Mein großes Mitmachbuch“, das diesen bildenden Charakter des Buches aufgreift und noch fortführt in insgesamt 36 Mal- und Rätselbögen mit ganz unterschiedlichen Aufgaben zum Abfragen von Wissen ebenso wie zum Weitermalen von Pflanzen. Beides zusammen eignet sich für den Unterricht ebenso wie für private Projekte rund um Pflanzen für Kinder, die ein deutliches Interesse an Botanik haben.

Ideen für unterwegs

Natur und Pflanzen unterwegs – 2 Ideen für Ausflüge

Besonders große Freude macht es natürlich, die Pflanzen nicht nur zu Hause in Büchern zu studieren, sondern direkt in der Natur damit umzugehen. Hierfür gibt es für Kinder unterschiedlicher Alersgruppen verschiedene Begleitmaterialien, die auch Eltern, die vielleicht noch nicht so sehr im Thema stehen, an die Hand nehmen für Ausflüge und Forschungsprojekte.

„Der Grüffelo Naturführer“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) für Kinder ab 4 Jahren ist ein Heft, das mitgenommen werden kann in die Natur. Hier gibt es Sticker, mit denen markiert werden kann, was man im Wald alles gesehen hat. So wird beim Spazierengehen der Blick direkt auf die Natur gelenkt und zu Hause kann noch einmal gemeinsam reflektiert werden, was alles gesehen und erlebt wurde: Welche Blätter wurden gesehen? Welche Tiere? Wurde Vogelgezwitscher gehört und Grasrascheln oder Froschquaken? Welche Tierspuren wurden entdeckt etc.? Ein wirklich schönes Buch für kleine Entdecker, das zum Kennenlernen des Waldes einlädt. Und vielleicht wurde ja sogar der Grüffelo gesehen?

Die Bestimmungskarten „50 heimische Bäume“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) hingegen sind eher für ältere Kinder ab 6 Jahren zu benutzen: Auf 50 Karten wird jeweils ein Baum mit seinen Besonderheiten abgebildet: Vom Namen über die Größe, seine Blätter und Früchte bis hin zu besonderen Details dieses Baums.

Kinderbuch „Der magische Blumenladen“

Der magische Blumenladen – ein Roman

Dem Pflanzenthema können sich Kinder auch auf andere Weise nähern: „Der magische Blumenladen“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) von Gina Mayer mit Illustrationen von Joëlle Tourlonias lässt die Freude an der magischen Welt der Blumen entstehen und bietet mit einem beigefügten Rezept für Lavendel-Karamell-Bonbons gleich auch eine praktische Erfahrung für den kreativen Einsatz von Pflanzen. In Band 1 dieser Serie lernen wir Violet kennen, die bei Pflegeeltern lebt, aber besonders gern im Blumenladen ihrer Tante Abigail ist, den sie an zwei Tagen in der Woche besuchen darf. Schnell merkt Violet, dass in diesem Blumenladen irgendetwas anders ist und ihre Tante offenbar Geheimnisse hat in Bezug auf die wunderbaren Blumen. Als sie dann das zitronengelbe Buch findet, in dem nur sie die Blumen dreidimensional sehen und auch riechen kann, während ihre Freunde ein ganz normales Buch vor sich haben, beginnt Violets Abenteuer. Denn die Rezepte und Beschreibungen der Pflanzen sind magisch und zeigen die Welt der Blumenwunder auf. Der Roman macht Kindern Lust, die vielfältige Welt der Blumen selbst zu entdecken, denn selbst wenn sie nicht magisch sind, gibt es viele spannende Tees und Rezepturen mit Blumen auszuprobieren.

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

* Transparenz:
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links zu Amazon und Buch7, durch die Geborgen Wachsen im Falle einer Bestellung eine Provision erhält, ohne dass für Euch Mehrkosten anfallen. Wir empfehlen dennoch, den lokalen Buchhandel durch das Einkaufen vor Ort zu unterstützen. Viele Bücher gibt es darüber hinaus zum Ausleihen in den öffentlichen Bibliotheken. Hier kann beispielsweise nach Büchern in den Bibliotheken in Berlin-Brandenburg gesucht werden.
Die vorgestellten Bücher wurden auf Anfrage von den Verlagen als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt.

Kinderbücher über Gefühle

Alle Gefühle sind erlaubt! Kinder lernen nicht nur in der Kindheit die breite Palette der Gefühle kennen, sondern lernen auch durch uns und ihre Umgebung, wie sie damit umgehen können. Durch unsere Hilfe in den frühen Jahren erfahren sie, wie welche Gefühle benennen können, wie sie sich verhalten können und an en sie sich wenden können, wenn sie Hilfe bei der Regulation brauchen. Mit Büchern können wir das noch unterstützen.

Weinen, lachen, wütend sein

Dagmar Geisler hat im Oetinger Verlag eine Reihe schöner Kinderbücher veröffentlicht, unter anderem auch die hier sehr beliebte Serie um Luzie und Lottchen. In ihrem Buch „Weinen, lachen, wütend sein dafür bin ich nicht zu klein“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) greift sie alle Gefühle, die Kinder haben, auf und zeigt, wie sie ausgedrückt werden und in welchen Situationen sie gefühlt werden in einfacher Sprache und Reimen für Kinder ab 2 Jahren. Etwas schade ist, dass ausgrechnet das Wort „trotzen“ mit verwendet wird dafür, wenn das Kind wütend ist. Dennoch geht das Buch sehr positiv auch mit den Gefühlen um, die oft von Erwachsenen als negativ bewertet werden. Gekuschelt wird darin sowohl mit Papa, als auch Mama. Ihr Resumé: „Lachen, weinen, traurig sein, gehört zu mir dazu. Kichern, schreien, wütend sein und trotzen. Ab und zu. Kuscheln toben, lustig sein, streicheln sanft und sacht. Doch was ich am liebsten mag: lachen, dass es kracht!“

Wohin mit meiner Wut?

Auch von Dagmar Geisler ist das Buch „Wohin mit meiner Wut?“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) das sich explizit mit dem Gefühl „Wut“ beschäftigt für Kinder ab 5 Jahren. Hier wird in Worten und Bildern gezeigt, wie sich Wut äußern kann in ihrer ganzen Vielfalt. Es erläutert, dass Wut manchmal das Herz ganz schnell klopfen lässt und man manchmal auch ganz steif davon wird. Wut kann ganz schnell auftauchen oder langsam hochkochen und es kann ganz verschiedene Anlässe dafür geben, wütend zu werden. Manchmal möchte man anderen weh tun, wenn man wütend ist, aber weil das keine gute Lösung ist, werden andere Möglichkeiten aufgezeigt: schreien, Kissen verprügeln, auf den Boden stampfen, Wutmännchen malen,… Und es lädt Kinder dazu ein, sich zu entschuldigen, wenn man ungerecht behandelt wurde oder mit anderen die Situationen zu besprechen, die man als ungerecht empfindet, auch mit den Eltern. Dazu gibt es einen kurzen Erwachsenen-Informationsteil, der erklärt, warum dieses Gefühl wichtig ist und nicht unter den Tisch gekehrt werden sollte, und es werden Adressen von Beratungsstellen aufgeführt.

Das NEINhorn

Dem Thema der Autonomiephase widmen sich auch Marc-Uwe Kling und Astrid Henn mit dem NEINhorn (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel). Hier stehen weniger die unterschiedlichen Gefühle im Vordergrund, sondern mehr das Streben nach Selbständigkeit auf unterschiedliche Art, die das NEInhorn, der WASbär, der NaHund und die KönigsDOCHter illustrieren. Neben der von Wortwitz geprägten Geschichte wird auch vermittelt, dass es für Kinder anstrengend ist, wenn Eltern immer nur versuchen, Harmonie herbeizuführen und das NEIN als problematisch angesehen wird. Für das kleine NEINhorn ist es wohltuend, sich mit den anderen Figuren, die auf ihre Weise ihre Autonomie ausdrücken, zusammen zu tun. Dabei wird vermittelt, dass es natürlich auch dort zu Streit kommen kann, der eben auch dazu gehört. Ein wirklich amüsantes Buch, das durch die Zeit des NEIN begleitet für Kinder von 3 bis ca. 6 Jahren.

Gebrauchsanweisung gegen Traurigkeit

Die „Gebrauchsanweisung gegen Traurigkeit“ von Eva Eland (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) wendet sich ebenfalls den Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren zu, hier mit der Betrachtung des Gefühls Traurigkeit. Auch dieses Gefühl ist eines, das öfter ausgeschlossen wird oder von dem Eltern einfordern, dass es schnell behoben werden sollte. Mit ruhigen, zarten Bildern wird hier nun gezeigt, wie die Traurigkeit unerwartet erscheint, uns folgt und wir sie nicht loswerden. Statt zu versuchen, sie auszusperren, tut es gut, sich mit ihr zu beschäftigen und mit ihr zu malen, Musik zu hören oder raus zu gehen in die Natur. Manchmal verschwindet sie dann auch wieder, wenn sie angenommen wurde. Ein schönes, ruhiges Buch, das Möglichkeiten zum Umgang mit der Traurigkeit aufzeigt und damit auch Eltern zeigt, dass auch dieses Gefühl seinen Platz haben kann.

Männer weinen

Der Umgang mit dem Weinen aus verschiedenen Gründen wird in Jonty Howleys „Männer weinen“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) für Kinder ab 3 Jahren dargestellt: Am morgen geht der kleine Levis zum ersten Mal zu seiner neuen Schule und sein Vater erklärt ihm ratlos, dass Männer nicht weinen würden. Levi weint dementsprechend nicht, sieht aber auf dem Weg zur Schule viele unterschiedliche Männer, die eben doch weinen: Weil sie sich verabschieden von anderen, während sie ihrer Arbeit nachgehen. Schließlich weint Levi doch kurz, findet in der Schule schnell Anschluss und kommt schließlich nach Hause, wo ihn sein weinender Vater begrüßt, der ihm sagt, dass er aus Unsicherheit und eigener Angst diesen Rat gab und Männer eben doch weinen und das auch ganz in Ordnung so ist. Ein niedliches Buch gerade für Jungen, von denen noch immer oft eingefordert wird, dass sie nicht weinen sollten.

Das Farbenmonster

Das Farbenmonster von Anna Llenas (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) begleitet hier nun schon das zweite Kind und das schön gestaltete Popup-Buch ist noch immer ein wunderbarer Anlass, um über die Vielfalt von Gefühlen zu sprechen und mit Kindern die einzelnen Gefühle und ihren Ausdruck zu ergründen. Am Morgen ist das Farbenmonster ganz durcheinander und muss mit Hilfe einer Freundin die Gefühle erstmal sortieren: Da gibt es die gelbe, leuchtende Freude, die blaue Traurigkeit, die rote Wut, die schwarze Angst, die grüne Gelassenheit und das rosa Verliebtsein. Alle Gefühle sind umschrieben und und die zugehörigen Pop-Ups bilden die Gefühle schön ab. Die Angst als „feige“ zu bezeichnen, ist nicht ganz so passend, aber insgesamt wird die Vielfalt und der Ausdruck von Gefühlen gut eingefangen und lädt dazu ein, mit dem Kind darüber zu sprechen, wie genau unterschiedliche Gefühle wahrgenommen werden. Auf jeden Fall ist das Buch eine Überraschung und ein Augenschmaus für Kinder ab 3 Jahren und Eltern.

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links zu Amazon und Buch7, durch die Geborgen Wachsen im Falle einer Bestellung eine Provision erhält ohne dass für Euch Mehrkosten anfallen. Die vorgestellten Bücher sind Rezensionsexemplare (Männer weinen) oder selbst gekauft (Das Farbenmonster, Gebrauchsanweisung gegen Traurigkeit, Das NEINhorn, Wohin mit meiner Wut, Weinen, lachen, wütend sein)

Kinderbücher rund um „Monster“

Wie Kinder auf Monster aufmerksam werden, kann ganz unterschiedlich sein: sie hören davon im Kindergarten/auf dem Spielplatz/von anderen Kindern im Freudeskreis, sehen einen Film oder finden ein Buch in der Bibliothek. Gerade in der magischen Phase der Kinder, in der ohnehin alles möglich ist, kann der Gedanke an Monster auch Angst machen. Manchmal können es auch größere Kinder oder andere Erwachsene sein, die Kindern mit dem Gedanken an Monster oder Geister bewusst Angst machen wollen. Natürlich sollten solche Gruselgeschichten nicht als Erziehungsmittel genutzt werden, dennoch finden sie immer wieder einen Eingang in die Kinderzimmer. Glücklicherweise gibt es aber zahlreiche schöne Kinderbücher, die das Thema „Monster“ aufgreifen, damit aber liebevoll und kreativ umgehen und Kindern vermitteln: Du musst vor Monstern keine Angst haben, selbst wenn du an sie glaubst.

aus: Millie und das Einschlafmonster

Millie und das Einschlafmonster

„Millie und das Einschlafmonster“ von Brigitte Luciani und Eve Tharlet (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) behandelt ein recht typisches Angstthema kleiner Kinder im Kleinkind- und Vorschulalter: Angst beim Einschlafen davor, dass ein Monster erscheinen könnte: Millies Eltern gehen aus und ihre Geschwister passen auf Millie auf. Aber nachdem Millie eingeschlafen ist, wacht sie doch ängstlich auf. Die Geschwister gehen liebevoll auf sie ein und haben dann doch auch ein wenig Angst. Gemeinsam finden sie heraus, dass das Monster eigentlich nur auch ein gemütliches Kuschelbett haben möchte und bereiten deswegen ein Monsterbett außerhalb des Dachsbaus, damit Millie gut schlafen kann.

aus: Warum Monster Zähne putzen

Warum Monster Zähne putzen

Im Buch „Warum Monster Zähne putzen“ von Jessica Martinello und Grégoire Mabire (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel)  kommt gleich eine ganze Reihe von Monstern vor, die überall wohnen. Angst haben muss dennoch kein Kind davor, denn die Monster sind alle sehr nett oder ängstlich. Sie alle fürchten sich allerdings vor den schlimmsten Monstern überhaupt: Kariesmonster. Deswegen putzen auch alle Monster ihre Zähne. Das Monster unter dem Bett ist so empfindsam, dass es dafür eine ganz besonders feine Zahnbürste benötigt aus Kinderhaaren. Das ist der einzige Grund, warum es immer unter dem Bett hockt und dort die herumliegenden Haare aufsammelt. Die Hauptfigur im Buch lernt jedenfalls, dass alle Monster sich die Zähne putzen und der Zahnarzt ein Super-Held ist, der nur deswegen einen Mundschutz trägt, damit die Kariesmonster ihn nicht erkennen. Wir haben bei diesem Buch schon oft gelacht und mein persönliches Lieblingsmonster ist seither das Monster unter dem Bett.

aus: Monsta

Monsta

Das Buch „Monsta“ von Dita Zipfel und Mateo Dineen  geht einen anderen Weg. Auch hier lebt ein Monster unter einem Kinderbett, aber es ist sehr klein und möchte das Kind eigentlich gerne ein wenig gruseln, aber „leider“ nimmt das Kind dieses kleine Monster einfach nicht wahr und schläft einfach jede Nacht. Das Monster beschließt deswegen, auszuwandern und sich einen anderen Job zu suchen in einer Monster-Show, in der es schließlich glücklich wird. Schade an dem Buch ist allerdings, dass es versucht, kindgerecht zu wirken im Text und der Geschichte, dabei aber der Text bewusst voller Rechtschreibfehler gehalten wurde (beispielsweise wird „Kind“ „Kint“ geschrieben). Das ist für die erwachsenen Vorleser unnötig und anstrengend beim Vorlesen und für Kinder, die vielleicht erste Worte schreiben, ungünstig für den Schriftspracherwerb. Auch die Geschichte ist nur bedingt gegeignet für Kinder, denn das kleine Moster ist erst wütend, dann traurig darüber, dass es gar nicht wahrgenommen wird und auch die Beschreibung „Eine Nacht hab ich nachgeguckt. In dir drinnen. Hab den Grusel gesucht, den Schreck und die Angst.“ kann empfindsame Kinder eher verstören mit dem Gedanken, dass ein Monster in ihnen nachsieht. Auch die Formulierung „Du bist unreparierbar, Kint“ ist weniger kindgerecht. Deswegen: Dieses Buch würde ich bei Monster-Ängsten nicht empfehlen.

aus: Knietsche und die Angst

Knietzsche und die Angst

Das kleine Heftchen „Knietzsche und die Angst“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) ist eher für Kinder ab dem (Vor)schulalter geeignet, denn es behandelt das Thema Angst schon etwas tiefgründiger: Mit wenigen Sätzen erklärt es, dass unsere Angst wie ein innerer Tiger ist, der manchmal in Alarm gerät. Es erklärt, was bei Angst im Körper passiert und wovor viele Menschen Angst haben. Dass wir Ängste haben, ist völlig normal, bekommen Leser*innen erklärt. Abschließend ruft es zum gemeinsamen Gespräch auf darüber, wovor das Kind Angst hat und welche Angst es vielleicht loswerden möchte.

Wichtig ist: Wenn sich unsere Kinder ängstigen, sollten wir das Ernst nehmen. Ängste sollten nicht verlacht, nicht veralbert oder ignoriert werden. Wie auch bei anderen Gefühlen lernt das Kind gerade, wie es mit ihnen umgehen kann und dafür braucht es noch unsere Unterstützung. Wir können Traumfänger basteln, auf Monstersuche gehen oder ein Monsterspray nutzen, um sie fernzuhalten. Gleichzeitig können wir unseren Kindern versichern und zeigen, dass wir da sind, Schutz geben und bei allen Ängsten Ansprechpartner*innen sind. Bücher können ein Anlass sein, um über Ängste zu sprechen und Ideen zu finden, damit umzugehen.

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links zu Amazon und Buch7, durch die ich im Falle einer Bestellung eine Provision erhalte ohne dass für Euch Mehrkosten anfallen. Die vorgestellten Bücher sind Rezensionsexemplare (Millie und das Einschlafmonster + Knietzsche und die Angst) oder selbst gekauft (Warum Monster Zähne putzen + Monsta)

Bücher über Vielfalt in Rollen und Gesellschaft

Unsere Kinder wachsen in eine Gesellschaft hinein mit vielen verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Ländern, mit Menschen unterschiedlicher Religionen, unterschiedlichem Aussehen. Sie wachsen in eine Gesellschaft, in der es ganz verschiedene Familienmodelle gibt und in der wir immer mehr darauf achten, dass alle Menschen mit ihren individuellen Hintergründen, Temperamenten und Geschichten hier leben. Das war nicht immer so und manchmal ist es gut, Klischees in Ruhe zu besprechen und anhand eines Buches gemeinsam zu reflektieren.

Kinderbuch „Irgendwie Anders“

Irgendwie Anders

Irgendwie Anders (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) war das allererste Buch, das ich über das „anders sein“ jemals gesehen habe. Damals hatte ich noch keine eigenen Kinder und bin in einem Kindergarten auf dieses Buch gestoßen. Im Rahmen einer Qualitätsuntersuchung in der Kita sollte auch im Bücherregal nachgesehen werden, ob es auch Bücher gibt, die die Vielfalt der Gesellschaft in Rollen etc. abbilden. Ich habe es sofort ins Herz geschlossen und mir vorgenommen: Sollte ich jemals eigene Kinder haben, werde ich dieses Buch in unser Regal stellen. Viele Jahre später fand ich es auf einem Flohmarkt, erinnerte mich und nahm es mit.

„Irgendwie Anders“ wohnt allein auf einem Berg. Eigentlich möchte „Irgendwie Anders“ gerne Freunde haben, aber irgendwie passen die Wesen im Umfeld einfach nicht: Sie spielen anders, essen anders, malen anders… Irgendwie Anders ist allein. Bis es an der Tür klopft und dort „Etwas“ steht. Im Gegensatz zu Irgendwie Anders weiß Etwas gleich, dass die beiden etwas verbindet – sie sind anders. Es braucht einen Moment, bis Irgendwie Anders das versteht und in Etwas einen Freund findet, der auch irgendwie anders ist als Irgendwie Anders, aber dennoch zu ihm passt. Es ist ein wirklich schön gezeichnetes und sanftes Buch, um mit kleineren Kindern über das Anderssein zu sprechen.

Kinderbuch „Das kleine Blau und das kleine Gelb“

Das kleine Blau und das kleine Gelb

Ein Buch schon für kleinen Kinder ist „Das kleine Blau und das kleine Gelb“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) von Leo Lionni. Es passt aus mehreren Gründen in diese Reihe der Bücher, denn in dem Buch geht es um das kleine Gelb und das kleine Blau, die Freunde sind. In der gesamten Geschichte gibt es keine Geschlechtszuweisungen, das Kind kann ganz allein festlegen, welche Farbflecken wen symbolisieren. Darüber hinaus geht es aber in dem Buch um das Gleich- und Anderssein: Denn als das kleine Blau und das kleine Gelb sich vor Freude umarmen, werden sie zusammen grün. Aber so passen sie gar nicht mehr in das Zuhause des Blaus und Gelbs, die sie so erst einmal nicht erkennen und erst nachdem die Kinder geweint und sich so getrennt haben, ihre Kinder verstehen und dann selber erfahren, was sich verändert, wenn man sich verbindet.

Kinderbuch „Sigurd und die starken Frauen“

Sigurd und die starken Frauen

Im Buch „Sigurd und die starken Frauen“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) von Jutta Nymphius und Volker Fredrich geht es um Familienmodelle und Rollenverteilung. Ausgang der Geschichte ist die tatsächlich auf Tatsachen beruhende Erkenntnis, dass ein Wikingergrab lange als Grab eines Kriegers betrachtet wurde und sich kürzlich herausstellte, dass dieses Grab eigentlich einer KriegerIN gehört (diese Geschichte findet Ihr auch in meinem neuen Buch Mutter.Sein). Die Frage, die im Kinderbuch dadurch aufgetan wird, ist die, wer eigentlich die Kinder betreut hat, wenn die Frauen als Kriegerinnen unterwegs waren. Im Buch wird davon ausgehend beschrieben, dass bei den Wikinger*innen eben die Männer mit den Kindern zu Hause blieben, sie trugen, bekochten und umsorgten. Aber so richtig zufrieden sind die Männer damit nicht und schließlich kommt es zu einer Diskussion: Einige der Kriegerinnen wollen nämlich auch gar nicht Kriegerinnen sein, sondern lieber im Dorf bleiben. Und einige Dorfbewohner wollen lieber Krieger sein. Alles wird also besprochen und schließlich bunt gemischt nach den Vorlieben der einzelnen Menschen. Und wenn Vater und Mutter beide mit dem Schiff losfahren wollen, dann bleibt das Kind bei Freunden im Dorf.

Eine lustige und bunte Geschichte über Rollenverteilung und Zuwendung. Und dass Kinder natürlich auch im Bett ihrer Väter nachts Zuflucht finden können. Ein wenig schade ist, dass die Väter, die ja eigentlich für die Mütter stehen, anfangs sehr klischeehaft dargestellt werden, aber die Geschichte ist insgesamt lustig und lädt zum Nachdenken ein über die Rollenverteilung in der eigenen Familie, wie auch zum Gespräch mit Kindern.

Kinder- und Jugendbuch „Liebe Deinen Körper“

Liebe Deinen Körper. Die Anleitung zur Selbstliebe

Wieviele Frauen haben gerade heute Probleme mit ihrem eigenen Körperbild? Das Schönheitsideal unserer Gesellschaft ist allgegenwärtig, während wir eigentlich eine so große Vielfalt an unterschiedlichen Körpern haben. Das Buch „Liebe Deinen Körper“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) von Jessica Sanders, illustriert von Carol Rosetti, zeigt jungen Mädchen, dass wir alle unterschiedlich sind und dies nicht nur normal, sondern gut so ist. Neben einer Anleitung zur Selbstreflexion über all die Dinge, die der eigene Körper so tun kann, gibt es auch Tipps für Self-Care im Alltag und Telefonnummern von Hilfs-Hotlines. Es geht darum, junge Mädchen darin zu stärken, einfach sie selbst zu sein auf die Art, wie sie eben sind und sein wollen. Ganz besonders hervorstechend neben dem wichtigen Inhalt sind die wirklich bezaubernden Illustrationen von Carol Rosetti: hier sind Mädchen und Frauen unterschiedlichster Hautfarbe, Größe, mit und ohne Behinderung, mit Achselhaaren oder ohne zu sehen. Ein wirklich schönes Buch.

Kinderbuch „Was ist, wenn man anders ist“

Wie ist es, wenn man anders ist?

Was sind Ungerechtigkeiten und wie sehen die in unserer Gesellschaft aus? „Wie ist es, wenn man anders ist?“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) beschäftigt sich mit dieser Frage für Kinder ab 5 Jahren. Hier geht es um Rassismus und Intoleranz: Überall auf der Welt gibt es unterschiedliche Menschen, aber manche werden unfair behandelt, weil sie eine andere Hautfarbe haben oder aus einem anderen Land kommen. Kinder bekommen erklärt, was Intoleranz meint, woher Vorurteile kommen und warum es gemobbten Kindern in der Schule nicht gut geht. Das Buch zeigt auf, warum Menschen fliehen und wie wir im Alltag mit Unterscheidlichkeit umgehen sollten.

Es ist keine bunte Geschichte, sondern ein sachliches Buch, das ganz konkret älteren Kindern Begriffe erklärt und im Schlussteil noch Internetseiten empfiehlt für weitere Informationen. Ein gutes Buch, um mit größeren Kindern im schulalter über diese Themen zu sprechen und Begriffe aufzuarbeiten.

„Stories for Kids who Dare to be Different“ und „Stories for Boys who Dare to be Different“

Die Geschichten der anderen

Das erste Buch dieser Art, das ich für meinte Tochter gekauft habe, war „Good Night Storys for Rebel Girls“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel), später kamen als Geschenke von Freund*innen noch „Stories for Boys who Dare to be Different“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel) dazu und „Stories for Kids who Dare to be Different“ (Amazon* | Buch 7* | Buchhandel). In allen Büchern gibt es Portraits von Personen, die eigene Wege gegangen sind und sich gegen Ansichten anderer oder Rollenvorgaben durchgesetzt haben: mutige Geschichten, lustige Geschichten – auf jeden Fall regen alle von ihnen zum Nachdenken an und sind für Gespräche geeignet. Vielleicht nicht unbedingt als Gute-Nacht-Geschichten, denn teilweise gibt es längeren Redebedarf.

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links zu Amazon und Buch7, durch die ich im Falle einer Bestellung eine Provision erhalte ohne dass für Euch Mehrkosten anfallen. Die vorgestellten Bücher haben wir selbst gekauft oder von Freund*innen geschenkt bekommen.

Kooperatives Brettspiel: Hanni Honigbiene

Rezensionsexemplar*

„Meine ersten Spiele: Hanni Honigbiene“ (Amazon** | Buch 7** | Hersteller) beinhaltet zwei kooperative Würfelspiele für Kinder ab 2 Jahren. Im Sinne der Kooperation geht es in diesem Spiel darum, gemeinsam auf ein Ziel hin zu arbeiten. Es wird nicht gegeneinander, sondern miteinander gespielt.

Variante 1

In der ersten Spielvariante fliegt Hanni Honigbiene über die bunte Blumenwiese von einer bunten Blüte zur nächsten, bringt den Nektar zum Bienenstock, wo er zum Honig wird und schließlich ein Honigglas befüllt. Ziel ist es, gemeinsam das Honigglas zu füllen und hoffentlich so viele nicht verwelkte Blumen anzufliegen, dass das Glas voll werden kann.

Reihum wird gewürfelt: Die gewürfelte Farbe wird benannt und dann die dazu passende Blüte ausgesucht. Hanni Honigbiene fliegt zur Blüte, die dann in den aufgestellten Bienenstock geworfen wird und durch den unteren Schlitz mit der Rückseite, die einen Honigtropfen zeiht, heraus fällt. Dieser Honigtropfen wird dann in das Glas gegeben. Wird allerdings die verwelkte Blüte gewürfelt, muss eine Blütenkarte aus dem Spiel genommen werden. Passiert das zu oft, kann nicht genug Honig gesammelt werden.

Variante 2

Die zweite Spielvariante ist eine Art Memoryspiel: Hier werden die runden Plättchen mit dem Honigtropfen nach oben ausgelegt. Ziel ist es, die gewürfelte Farbe aufzudecken und die entsprechende Blüte dann in den Honigstock zu stecken, um dann mit dem Honigtropfen wieder das Glas zu befüllen. Auch hier kann wieder die verwelkte Blüte gewürfelt werden, was zum Ausscheiden eines Plättchens aus dem Spiel führt. Ziel ist es wieder, das Honigglas zu füllen.

Fazit

Beide Spielvarianten sind schön gestaltet und der aufgestellte Bienenkorb im Spielkarton lädt zum Spielen ein. Die Spieldauer ist ausreichend kurz, so dass ein zweijähriges Kind sich daran erfreuen kann und auch wenig komplex. Etwa 10 Minuten pro Spiel kommen zusammen. Die zweite Variante ist etwas anspruchsvoller, aber durch die geringe Anzahl an Blüten-/Tropfenplättchen (10 Stück) altersangemessen. Alle Spielmaterialien sind für Kleinkindhände ausreichend groß und auch stabil. Insgesamt ein niedliches erstes Brettspiel für kleine Kinder.

In der Spielanleitung findet sich noch eine Kurzinformation über Bienen für ältere Kinder. Prinzipiell lädt das Spiel dazu ein, sich mit dem Thema „Bienen“ zu beschäftigen oder das Spiel zu nutzen, wenn das Thema gerade aktuell ist, beispielsweise im Frühjahr. Passend dazu können Bücher über Bienen gelesen werden und im Frühjahr Blumensamen gesäht werden.

* Das Spiel „Meine ersten Spiele: Hanni Honigbiene“ wurde nach Anfrage als Rezensionsexemplar von der Firma Haba zur Verfügung gestellt. Die hier abgebildete Rezension spiegelt unsere persönliche Meinung wieder.
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Kooperatives Brettspiel: Die Legende der Irrlichter

Rezensionsexemplar*

„Die Legende der Irrlichter“ (Amazon** | Buch 7** | Hersteller) ist ein kooperatives Brettspiel aus dem Hause Haba für 4 Teilnehmer*innen ab 6 Jahren. Gespielt wird auf einem interaktiven Spielplan mit LED-Labyrinth, betrieben durch Batterien.

Geschichte

Als Team geht es zusammen darum, das Schloss Luxantis von König Nachtula vor den Schattenwesen zu bewahren. Um die Schattenwesen zu besiegen, müssen im Lichterwald-Labyrinth verzauberte Gegenstände eingesammelt werden. Aber das ist gar nicht so einfach, denn die roten Irrlichter bringen die Gefährt*innen gerne vom Weg ab. Nur gemeinsam können alle Gegenstände eingesammelt und die Schattenwesen besiegt werden.

Spiel

Maximal 4 Spieler*innen können sich auf dieses Abenteuer begeben. Gemeinsam wird in der Spielfeldmitte gestartet von wo aus sich das Team aufteilen muss: Wer sammelt welche Gegenstände ein, damit die insgesamt 8 Schattenwesen, die sich auf Schloss Luxantis zubewegen, aufgehalten werden können? Jedes Schattenwesen zeigt auf der Schattenwesen-Karte, welche Objekte es aufhalten können. Gemeinsam muss sich also die Gruppe verständigen, wer welches Objekt einsammelt und in welcher Reihenfolge das sinnvoll ist. Die Spieler*innen spielen im Uhrzeigersinn: Jede*r kann die eigene Spielfigur in einer Runde maximal 5 Felder weit bewegen und würfelt abschließend. Der Würfel zeigt an, ob anschließend die rote Taste gedrückt werden muss (die gefährlichen roten Irrlichter leuchten auf und senden, wenn sich jemand auf ihnen befindet, denjenigen zum Start zurück), die blaue Taste mit den blauen Glühwürmchen den sicheren Weg anzeigt, der schwarze Wirbel die blauen und roten Glühwürmchen den Weg verändern lässt oder sogar ein Schattenwesen ein Feld vorrücken kann zum Schloss.

Das Spiel ist sowohl in der Komplexität als auch Geschichte herausfordernd und für Kinder, die es gerade gerne magisch mögen, passend. Der Schwierigkeitsgrad kann (und muss je nach Spieler*innenanzahl) angepasst werden: Sind es nur zwei Spieler*innen, ist es schwer, das gesamte Spielfeld auf der Suche nach den passenden magischen Objekten zu überqueren, um die Schattenwesen zu bekämpfen. Hier können daher dann einfacher zu besiegende Schattenwesen ausgewählt werden (die nur 1 oder 2 magische Objekte benötigen, um bekämpft zu werden). Wer es komplizierter mag, kann die schwereren Schattenwesenkarten einsetzen.

In einer großen Gruppe von vier Personen hat es hier besonders große Freude bereitet. Bei jeder Teamgröße ist es jedoch wichtig, gemeinsame Absprachen zu treffen, gemeinsam zu planen und wirklich miteinander zu spielen. Durch die Änderungen des schwarzen Wirbels wird das Spiel immer wieder spannend – solange auch ausreichend oft die Schattenwesenseite des Würfels gewürfelt wird und die Spielteilnehmer*innen auch gegen die Zeit spielen. Die roten Irrlichter sind nicht zwangsweise ärgerlich, wenn die Teammitglieder erkennen, dass ein rotes Irrlicht auch nutzbringend eingesetzt werden kann, weil so der Weg zur Spielfeldmitte verkürzt wird.

Fazit

Ein schönes Spiel für eine Gruppe, bei dem wirklich gut zusammengearbeitet werden muss und das auch für ältere Kinder spannend bleiben kann, wenn passend gewürfelt wird. Die LED-Lichter sind dabei natürlich ein Highlight und geben dem Spiel einen besonderen Zauber.

Schade ist, dass die magischen Objekte auf den Schattenwesenkarten sehr klein abgebildet sind und bei voller Besetzung des Spiels nicht von jeder Position gleich gut erkannt werden kann, welche magischen Objekte für welches Schattenwesen eingesammelt werden müssen. Da sie sich auch ähneln, kann es zu Verwechslungen kommen.

Insgesamt aber ein schönes Spiel, das durch die Veränderungen immer wieder neu gespielt werden kann.

* Das Spiel „Die Legende der Irrlichter“ wurde nach Anfrage als Rezensionsexemplar von der Firma Haba zur Verfügung gestellt. Die hier abgebildete Rezension spiegelt unsere persönliche Meinung wieder.
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Kooperatives Brettspiel: Einhorn Glitzerglück

Rezensionsexemplar*

„Einhorn Glitzerglück: Eine Party für Rosalie“ (Amazon** | Buch 7** | Hersteller) ist ein kooperatives Lauf- und Sammelspiel aus dem Hause Haba für Kinder ab 4 Jahren. Als kooperatives Spiel geht es hier darum, als Gruppe gemeinsam ein Ziel zu verfolgen – es wird also nicht gegeneinander gespielt, sondern miteinander.

Geschichte

Einhorn Rosalie ist neu im Wolkenland, weshalb die Einhörner Glitzerglück, Sternenstaub, Wunderblume und Zauberwirbel eine Willkommensparty veranstalten wollen. Dazu müssen alle Freund*innen gefunden und zur Partywolke gebracht werden und auch alle Wolkenkristalle wollen eingesammelt werden bevor Rosalie auf der Partywolke eintrifft. – Die Partyvorbereitungen sind also der Haupthandlungsstrang des Spiels.

Spiel

Gemeinsam müssen also die Partygäst*innen gefunden werden, die sich auf den verdeckten Freunde-Plättchen auf dem Spielfeld befinden. Hier ist es gut, sich ein wenig anzusprechen: Wer geht wo entlang. Die Zusammenarbeit bestimmt das Spiel, denn es gibt ausschließlich das gemeinsame Ziel, alle Partyvorbereitungen abzuschließen, bevor Rosalie eintrifft (die immer eine Wolke weiter ziehen darf Richtung Partywolke, wenn ihr Bild gewürfelt wird). Ein gemeinsames Spiel, das spannender wird, je näher Rosalie der Partywolke kommt: Schaffen wir es, alle Vorbereitungen abzuschließen, bevor sie eintrifft?

Das Spiel ist ab 4 Jahren empfohlen, dementsprechend ist es nicht allzu komplex und auch die Spieldauer ist überschaubar für junge Kinder. Die Materialien sind gut auch für kleine Kinderhände nutzbar, das Spielbrett wird zusammengepuzzelt und auch die Partygäst*innen werden in das Spielbrett eingepasst sobald sie eingesammelt wurden. Die Geschichte erinnert ein wenig an den Spielklassiker „Mein erster Obstgarten“, ist aber ein wenig komplexer durch die verdeckten Partygäst*innen, die eingesammelt werden wollen und die Wolkenkristalle, die erdreht werden müssen.

Fazit

Ein schönes Spiel, das meine Söhne gerne spielen. In einigen Rezensionen wird bemängelt, dass Spiel und Verpackung sehr von der Farbe Rosa dominiert werden, aber wir haben keine Auswirkungen auf die Spielfreude festgestellt. Gerade für jüngere Kinder ist es ein schönes und nicht zu komplexes oder langes Spiel. Für Kinder im Schulalter ist es dann vielleicht etwas zu leicht, aber dennoch eine schöne Möglichkeit, damit ein älteres Geschwisterkind mit einem kleineren zusammen ein Brettspiel ohne gewinnen oder verlieren spielen kann, was ja sonst gerade bei jüngeren Kindern in der Autonomiephase nicht immer reibungslos verläuft. Ein Spiel, das auch nach mehrmaligen Spielen immer wieder Freude macht und anders ist.

* Das Spiel „Einhorn Glitzerglück: Eine Party für Rosalie“ wurde nach Anfrage als Rezensionsexemplar von der Firma Haba zur Verfügung gestellt. Die hier abgebildete Rezension spiegelt unsere persönliche Meinung wieder.
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