Kategorie: Allgemein

Die neuen Elternberater*innen von nebenan

Text enthält Affiliate-Links zu Amazon

Als ich kürzlich etwas auf Facebook schrieb, kommentierte eine Leserin: „Ich habe mir nur Bücher (über Leben mit Kindern) gekauft, die auch einen Blog haben oder zumindest auf Facebook oder Twitter aktiv sind. So kann ich mir eher ein Bild über die Haltung machen.“ Darüber dachte ich eine Weile nach und stellte fest: Ja, da hat sie den Nagel auf den Kopf getroffen: Was Eltern heute wollen, sind keine Ratschläge aus dem Elfenbeinturm, sondern von echten Menschen, von Familien – so, wie es eigentlich schon immer war. Weiterlesen

Der Dank kommt später – und in den kleinen Dingen

Ich habe drei Wochen mit kranken Kindern hinter mir von einer normalen Erkältung über Bronchitis, Magen-Darm bis Mittelohrentzündung. Drei Kinder, die sich mit dem Kranksein abwechselten oder auch mal gleichzeitig krank waren. Ich habe Tees gekocht, Brustwickel angelegt, Eimer gehalten, Kinder gebadet, vorgelesen, Fieber gemessen – was man eben so macht mit krankem Kind. Und mein Mann ebenso. Drei Wochen, nach denen ich wirklich ziemlich erschöpft bin von all dem Kranksein, kurzen Nächten, vom ständigen Auf-den-Beinen-sein und wenig Ruhe. Wären meine Kinder Erwachsene, würde ich mir von ihnen ein Dankeschön wünschen. Ein paar Worte des Dankes für all die Anstrengungen. Und würde ein erwachsener Mensch keine Dankbarkeit zeigen, wäre ich wohl ziemlich verärgert – obwohl man Gutes nicht wegen des Dankes danach tut. Aber ein wenig erwartet man es eben doch danach. Die Kinder sind nicht dankbar, sie haben eher schlechte Laune, denn die gewohnte Bewegung fehlt ihnen und auch sie sind erschöpft vom langen Kranksein.

Kinder müssen nicht dankbar sein in dem Sinne, in dem es Erwachsene sind. Sie sind Kinder. Sie sind da, weil wir sie zu uns eingeladen haben. Sie denken noch nicht wie Erwachsene, sie handeln nicht wie Erwachsene. Sie sagen nicht artig: „Vielen lieben Dank dafür, dass Du mich gepflegt und Suppe ans Bett gebracht hast.“ Im besten Fall ist es für sie selbstverständlich, dass wir uns um sie sorgen und wir einfach immer da sind, bedingungslos. Im besten Fall erwarten sie es, weil es eben normal ist, dass sich andere Menschen um sie kümmern und sie nicht allein lassen mit ihren Beschwerden und Bedürfnissen. Im besten Fall fühlen sie sich einfach geliebt und können sich nichts anderes vorstellen.

Ich hoffe, dass eines Tages irgendwann einmal meine Kinder denken, dass sie eine schöne Kindheit hatten. Dass sie sich auf ihre Bindungspersonen verlassen konnten und sie sicher für sie da waren. Das wäre der Dank, den ich mir wünsche. Sie müssen es nicht in Worte fassen, sondern sollen es in sich spüren. Der Dank ist, dass sie glückliche Menschen werden, die sich geliebt fühlen.Bis dahin jedoch kann ich mich auch an den kleinen Dingen des Alltags festhalten, die mir Dank sind für das, was ich den Kindern mit auf den Weg geben möchte: Momente, in denen sie liebevoll zueinander sind. Oder wenn sie anderen Kindern helfen. Wenn der Kummer eines anderen sie nicht kalt lässt, sondern auch sie helfen wollen. All diese kleinen Momente zeigen mir, dass sie wissen, was Empathie bedeutet, weil sie sie vorgelebt bekommen. Sie lernen, sich einzufühlen in andere, weil andere sich in sie einfühlen und mitfühlen. Sie lernen durch uns als Vorbilder den Umgang mit anderen Menschen.

Für die großen Gefühle, das Schulterklopfen und das Lächeln zum Durchhalten sind nicht die Kinder zuständig. Dafür benötigen wir andere erwachsene Menschen, die uns das Gefühl geben, dass wir unsere Sache gut machen und die uns anerkennend zunicken. Denn ja: manchmal ist es einfach anstrengend und wir brauchen das Lob und den Dank eines anderen, um diese Zeiten gut durchzustehen – aber eben nicht von unseren Kindern.

Eure

Susanne_clear Kopie

Wochenende in Bildern 01./02. Oktober 2016

An diesem Wochenende waren wir als Familie und ich als Referentin in Hamburg beim Attachment Parenting Kongress. Für mich bedeutete das viele Gespräche, Treffen mit „alten Bekannten“ wie Nicola Schmidt und Julia Dibbern von artgerecht, Nora Imlau und Katia Saalfrank und lieben Bloggerinnen wie Rebecca von Elfenkind, Andra von Runzelfüßchen, Katja vom Gewünschtesten Wunschkind, Kathrin von ÖkoHippieRabenmütter und vielen anderen. Weiterlesen

Wochenende in Bildern 30. April/1. Mai 2016

Dieses Wochenende war ländlich geprägt. Seit vielen Wochen war es das erste Wochenende, an dem wir an beiden Tagen auf dem Land waren. Endlich ist das Haus wieder in einem Zustand, in dem wir längere Zeit dort verbringen können. Es geht voran und bald berichte ich Euch auch endlich ausführlich von unserem Umbau des Landhauses. Nun gibt es erst einmal einige Bilder des Wochenendes: Weiterlesen

Warum geborgene Kinder keine Tyrannen werden

Gerade häufen sich wieder die Artikel darüber, dass wir Eltern heutzutage Tyrannen groß ziehen würden: Kinder, die Egoisten werden, Narzissten, die verhaltensauffällig sind oder werden. Und dabei spielt immer wieder das Verwöhnen mit hinein in die Argumentation: Kinder würden zu lange gestillt werden, zu lange im Elternbett schlafen dürfen und überhaupt würde es an Erziehung und Disziplin fehlen. Begriffe werden durcheinander geworfen, Eltern, die bindungsorientiert leben werden per se alsHelikopter-Eltern bezeichnet. Eltern werden wieder einmal verunsichert: Ist mein Bauchgefühl richtig oder muss ich mich doch an bestimmten Richtlinien orientieren? Weiterlesen

Das kleine Glück

Elternschaft macht nicht per se glücklich. Kinder sollen auch gar nicht glücklich machen und wir sollten nicht mit der Erwartung an unsere Kinder heran gehen, dass sie dies tun sollten. Es ist eine zu hohe Erwartung, die wir damit an sie richten würden. Eine Erwartung, die sie nicht erfüllen können, weil sie eben Kinder sind. Weil sie uns schlichtweg nicht glücklich machen können, denn sie haben zu allererst ihre eigenen Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen. Sie können nicht dazu da sein, uns zu erfüllen, uns Glück zu bringen und unser Leben zu verbessern. Und doch gibt es die Dinge, über die Kinder das Leben so unendlich bereichern, in denen sie uns Glück bringen, obwohl sie es nicht sollen oder müssen oder vielleicht sogar wollen. Weiterlesen

Hallo März!

Der März ist da – und damit der wohl aufregendste Monat dieses Jahres. Seit je her ist der März mein Lieblingsmonat, denn ich habe Geburtstag und ich liebe Geburtstage. Doch darüber hinaus ist er seit 7 Jahren auch noch mehr mein Lieblingsmonat, weil meine Tochter nämlich einen Tag nach meinem Geburtstag geboren wurde und wir deswegen schon zwei Geburtstage im März feiern. Wie der Zufall es nun so will, liegt der errechnete Geburtstermin des Babysohns am Tag nach dem Geburtstag der Tochter. Damit haben wir dann vielleicht sogar drei Geburtstage in diesem Monat? Vielleicht auch noch hintereinander oder zwei an einem Tag? Weiterlesen

Gönn Dir doch mal eine Auszeit…

Ich liege in einem frisch bezogenen Bett in einem sauberen Hotelzimmer. Ordnung soweit mein Auge reicht – und auch Stille. Keine Stimmen von laut spielenden Kindern, keine Aufforderungen, kein Streit. Es herrscht vollkommene Ruhe. Ich streiche über meinen Bauch mit Baby 3 darin, das sich als einzige Person in diesem Raum unbehaglich von einer Seite auf die andere wendet und zurück. Vielleicht kommt ja auch ihm die Stille irgendwie merkwürdig vor? Weiterlesen