Kategorie: DIY

„Einfach Halloween“ zu Hause feiern

Halloween steht vor der Tür und auch hierzulande wurde in vielen Städten und Gemeinden die amerikanische Tradition übernommen. Dort gehen Kinder insbesondere von Tür zu Tür, um Süßigkeiten zu sammeln. In diesem Jahr ist jedoch alles etwas anders und die Umzüge sollten ausfallen. Aber auch zu Hause lässt sich mit Kindern ein schönes Fest feiern – und die Dekoration muss auch nicht teuer eingekauft werden oder aus Plastik bestehen, sondern kann mit wenigen Materialien zu Hause selbst hergestellt werden.

Kleine Geister aus Stoffservietten oder Stoffresten

Wer weiße Stofftaschentücher, Servietten oder einfach einen quadratischen Stoffrest zu Hause hat, kann daraus mit wenigen Handgriffen ein kleines Gespenst zaubern. In der Mitte des Tuches wird ein Kopf mit etwas Schnur abgebunden, indem ein kleiner Wattebausch, eine Kugel oder ähnliches liegt. Aus zwei Ästen wird mit Hilfe einer Schnur ein Kreuz gebunden. Die vier Ecken des Tuches werden dann mit einer Schnur an den Enden des Kreuzes befestigt. So kann das kleine Gespenst aus dem Fenster schauen.

Geisterlichter aus Einmachgläsern

Ein altes Schraubglas kann mit etwas Mehlkleber, Transparentpapier und schwarzer Pappe schnell in ein Geisterlicht verwandelt werden. Für den Mehlkleber wird eine Tasse Mehl mit einer 3/4 Tasse Wasser zu einem Brei verrührt. Mit diesem kann das Transparentpapier dann in kleinen Stücken auf das Marmeladenglas geklebt werden. Abschließend werden zwei ovale Augen aus schwarzer Pappe aufgeklebt. Teelicht hinein, fertig!

Spinnenweben aus Zahnstochern und Kastanien

In eine Kastanie werden ringsum gleichmäßig verteilt 5 Zahnstocher gestochen. Zwischen diesen Zahnstochern wird dann von Zahnstocher zu Zahnstocher das Spinnennetz gewebt. Die Kastanie ist die Spinne, die in der Mitte sitzt. Diese Spinnennetze können dann am Fenster aufgehangen werden.

Gerippe aus Stöcken schnell geklebt

Noch schnell einen kleinen Ausflug machen, um im Wald oder Park ein paar unterschiedlich lange Äste zu sammeln. Diese können dann mit Heißkleber oder Nägeln zu einem Skelett verbunden werden mit einem Gesicht aus Pappe oder Baumrinde.

Gruselfühlkisten basteln

Vielleicht habt Ihr ja noch Schuh- oder Pappkartons zu Hause, die schnell mit einem kleinen handgroßen Loch in eine Fühlkiste verwandelt werden können. Ansonsten können auch Schüsseln genommen werden, die einfach mit einem Tuch verhangen werden, unter das die Kinderhand dann schlüpft. Im Karton oder in der Schüssel befinden sich dann unterschiedliche Dinge, die erfühlt werden können: zum Beispiel etwas haarige Wolle, ein Wattebausch, selbstgemachter Schleim, ein nasser Waschlappen, Kiefernadeln, etwas feuchtes Gras oder trockene Blätter.

Eine andere Variante des Spiels: Aus den gefüllten Kisten muss ein Gegenstand herausgesucht werden.

In der Hexenküche

Kleine Kinder matschen, rühren und füllen oft gern um. In der Halloween-Edition dieses Spiels können wir einen ausgehölten Kürbis als Hexenkochtopf nutzen. Hinein kommen kann entweder einfach Matschepampe aus dem Garten oder vom Balkon zum Rühren, Klecksen und Umfüllen. Oder es kommt ein selbstgemachter Schleim hinein oder mit Lebensmittelfarbe gefärbtes Wasser.

Mit größeren Kindern kann auch ein Experiment gemacht werden: Der überlaufende Kürbis. Hier wird Natron mit etwas Farbe vermischt und in den Kürbis gegeben und mit Apfelessig aufgegossen, so dass Schaum entsteht, der aus dem Kürbismund herauslaufen kann.

Geister- und Monsterbücher vorlesen

Eine Vorlesezeit bei Kerzenschein im Dunkeln ist ein weiterer einfacher Programmpunkt für eine Halloweenfeier zu Hause. Dabei kann dann auch als Thema aufgegriffen werden, dass Geister und Monster gar nicht gruselig sind und/oder Kinder keine Angst davor haben müssen – das ist ohnehin ein wichtiger Punkt bei diesem Fest, bei dem sich Kinder damit auseinandersetzen können, was gruselig ist, warum und wie sie mit solchen Ängsten umgehen und wie sie von ihren Eltern begleitet werden können. Eine Sammlung an Büchern zum Thema findet Ihr hier.

Ein kleines Grusel-Buffel anbieten

Es gibt zahlreiche Rezepte für Halloween mit mehr oder weniger großem Aufwand für gruselige Suppen mit Roter Beete, Kürbissuppen, auf die aufgrund ihrer dicken Konsistenz mit Kürbiskernöl und/oder Schmand Gesichter und Geister aufgezeichnet werden können. Tomaten können mit einem scharfen Messer und etwas Gurkenfüllung wie Halloween-Kürbisse aussehen oder Nachos können mit einer gruseligen Guacamole angeboten werden, die aus einem kleinen Kürbis herausläuft. Der Süßigkeiten anbieten möchte, kann kleine weiße Schaumküsse mit Zuckeraugen bekleben – so werden sie blitzschnell zu kleinen Geistern. Und Brezeln werden durch Zuckeraugen zu kleinen Fledermäusen. Zwei Kekse zwischen die ein Halbkreis aus Mini-Marshmallows geklebt wird, sehen aus wie ein Mund mit Zähnen.

Mit diesen Ideen wird Halloween auch zu Hause zu einem schönen Fest im kleinen Kreis.
Eure

Zur Autorin:
Susanne Mierau ist Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik) und Familienbegleiterin. Sie arbeitete an der FU Berlin in Forschung und Lehre, bevor sie sich 2011 im Bereich bedürfnisorientierte Elternberatung selbständig machte. Ihr 2012 gegründetes Blog geborgen-wachsen.de und ihre Social Media Kanäle sind wichtige und viel genutzte freie Informationsportale für bedürfnisorientierte Elternschaft und kindliche Entwicklung. Susanne Mierau gibt Workshops für Eltern und Fachpersonal und spricht auf Konferenzen und Tagungen über kindliche Entwicklung, Elternschaft und Familienrollen.

Foto: Ronja Jung für geborgen-wachsen.de

Malen mit Kindern – Wie wir die Kreativität unserer Kinder einschränken und was wir stattdessen tun können

„Nein, eine Blume muss aber anders aussehen!“, „Da hast Du aber eine schöne Sonne gemalt!“, „Schau mal, einen Fisch malst du besser so!“, „Ich hab dir hier was vorbereitet, das musst du nur noch ausschneiden!“ – Wir sind das Anleiten der Kinder so sehr gewohnt, das „Beibringen“ und das Schulen, dass wir manchmal übersehen, was wir unseren Kindern durch besonders viel Anleitung und Schulung wegnehmen: die Kreativität, den Stolz auf die Selbständigkeit, die Individualität.

Der Weg ist das Ziel

Oft denken wir Kreativität und Kunst in fertigen Werken: Am Ende soll dort ein ansehnliches Produkt stehen, das vorzeigbar ist: ein Mensch, eine Blume, eine Landschaft. Aber für Kinder ist – gerade in den jüngeren Jahren – nicht das Ergebnis das Ziel, sondern der Weg. Wie bei so vielen anderen Dingen geht es beim Gestalten und Malen zunächst weniger um das Produkt, sondern um die Freude am Umgang mit einem Material und dem Ausprobieren von Fähigkeiten. So wird mit großer Freude in großen und kleinen Kreisen der Arm über das Papier geschwungen, es wird mit Gefühl und Anstrengung gekritzelt. Es wird aufgedrückt und mal ganz leicht über das Papier gestrichen, um zu sehen, was sich tut. Und dann wird betrachtet, wie Farben ineinander fließen, wie sie sich mischen und was dies ergibt. Die Frage „Oh, hast Du einen Baum gemalt?“ lenkt den Blick auf etwas, was das Kind vielleicht nicht ausdrücken wollte, nicht im Blick hatte. Vielleicht sieht es für uns wie ein Baum aus. Sehr wahrscheinlich hat das Kind aber zunächst einfach experimentiert. Statt der Frage danach, was da nun auf dem Bild zu sehen ist und der Ablenkung vom Tun, können wir, wenn das Kind fertig ist, auch sagen: „Du hast du mit viel Energie an diesem Bild gearbeitet!“ oder „Da hast du viele Farben benutzt!“/“Du hast mit einer einzigen Farbe ein ganzes Bild gestaltet.“

Einen guten Orten schaffen für künstlerisches Handeln

Damit wir unseren Kindern einen guten Ort für ihr künstlerisches Handeln geben können, müssen wir uns oft ein wenig zurücknehmen mit unseren Gedanken. Einfacher fällt uns dies, wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse auch geschützt sehen. Natürlich ist der freie, kreative Umgang mit Farben und Materialien auch damit verbunden, dass es hier und da kleckert und danach einiges aufzuräumen ist. Damit uns diese Gedanken an „die Sauerei“ nicht davon abhalten, unserem Kind Freiheit zu geben oder dazu führen, beständig einzuschreiten, ist die passende Gestaltung des Malortes wichtig. Folgende Punkte können wir beachten:

  • An einem Malort für Kinder sollte das Kleckern erlaubt sein. Entweder es gibt einen Bereich, in dem das Kleckern egal ist (Garten, Werkstatt, abgegrenzter Bereich im Kinderzimmer), oder der Bereich kann für die Gestaltungszeit entsprechend geschützt werden, beispielsweise mit ausgelegten Zeitungen.
  • Auch bei der Auswahl der Materialien kann darauf geachtet werden, dass sie gleichzeitig dem kindlichen Handeln Freiheit geben und dennoch den Fähigkeiten des Kindes entsprechen. Beispielsweise können leicht auswaschbare Kinderfarben genutzt werden oder Farben in passenden Schalen angeboten werden, so dass Kinder sie gut bedienen können. Auch Tabletts, auf die Blatt und Farben gestellt/gelegt werden können, können hilfreich sein.
  • Materialien sollten für Kinder gut zugänglich sein, damit sie sich frei bedienen können und aussuchen, mit was sie gerade umgehen wollen. Neben den Materialien für alltägliche Kreativität kann es aber auch solche geben, die nur nach Anfrage oder gemeinsam genutzt werden, weil sie aufwändiger sind.
  • Plane genügend Zeit für Kreativität ein und auch das Säubern, so dass nicht durch Zeitdruck Stress und Streit entsteht. Auch das Säubern des Kindes im Anschluss sollte mitgedacht werden.
  • Missgeschicke passieren. Mal wird etwas umgeschüttet, mal wird über den Rand gemalt. All das ist normal und passiert. Je nach unserer aktuellen Grundstimmung können wir besser oder schlechter mit solchen Missgeschicken umgehen. Es ist gut, die eigene Grundstimmung vorher im Blick zu haben, bevor wir ein Kreativangebot machen. Zu viel Stress und Angespanntheit wirkt sich auch auf das Kind aus.

Beschreiben ohne zu bewerten

Und auch dann, wenn das Kind dann später konkret etwas abbilden möchte, können wir diesen Versuchen wertschätzend begegnen. Statt unser Augenmerk auf das zu lenken, was fehlt, was schief oder realitätsfern ist, können wir die positiven Aspekte des Bildes hervorheben oder einfach das Kind bitten, das eigene Bild zu beschreiben und ihm dabei wirklich zuhören.

Oft sind wir versucht, unsere Leistungsgedanken auf kindliche Kunstwerke zu übertragen: So muss es richtig aussehen. So ist es falsch. Andere Kinder können schon viel besser Menschen zeichnen. Schau mal, wie das andere Kind das macht. So wird Kreativität zum Wettkampf und die eigentliche Freude, der Flow und die Gestaltungsfreude gehen verloren. Ermöglichen wir unseren Kindern doch lieber, die Freude am Erschaffen und am Ausleben zu behalten, indem wir nicht be- oder abwerten, sondern einfach annehmen. Auch hier gilt: Kinder wollen gesehen werden, statt gelobt.

Eure

Zur Autorin:
Susanne Mierau ist Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik) und Familienbegleiterin. Sie arbeitete an der FU Berlin in Forschung und Lehre, bevor sie sich 2011 im Bereich bedürfnisorientierte Elternberatung selbständig machte. Ihr 2012 gegründetes Blog geborgen-wachsen.de und ihre Social Media Kanäle sind wichtige und viel genutzte freie Informationsportale für bedürfnisorientierte Elternschaft und kindliche Entwicklung. Susanne Mierau gibt Workshops für Eltern und Fachpersonal und spricht auf Konferenzen und Tagungen über kindliche Entwicklung, Elternschaft und Familienrollen.

Foto: Ronja Jung für geborgen-wachsen.de

Foto: Ronja Jung für geborgenwachsen.de

Das Frühlings- und Sommerblumenleuchten einfangen – Blütenkerzen mit Kindern herstellen

Vielleicht kennt Ihr die Geschichte der kleinen Maus Frederick, die für den Winter nicht wie die anderen Mäuse Vorräte sammelt, sondern Sonnenstrahlen, Farben und Wörter. Ganz ähnlich können auch wir den Frühling und Sommer in seiner leuchtenden Blütenpracht aufbewahren mit Blütenkerzen.

Blütenkerzen lassen sich in wenigen Schritten mit Kindern selber herstellen. Auf einem Spaziergang pflückt ihr hierzu zunächst einige Blüten. Es müssen keine besonderen sein, auch Gänseblümchen oder Scharfgabe sehen getrocknet schön aus. Diese Blüten werden in einem dicken Buch einige Tage getrocknet und dann weiterverarbeitet

Blütenkerzen aus Wachs

Aus Wachs lassen sich warm leuchtende Blütenkerzen auf einfache Weise herstellen. Ihr braucht hierfür:

  • eine Avocado (die nachhaltige Idee, eine Avocado zu nutzen, stammt von @growingawildchild) oder einen Luftballon
  • (Bienen)wachs
  • getrocknete Blüten
  • Teelichtdocht

Das Wachs wird in einer kleinen Schüssel im Wasserbad geschmolzen und aus dem Topf genommen. Die ausgehöhlte Avocado oder der leicht aufgeblasene Ballon wird als Form genutzt und in das Wachs getaucht. Indem die Form immer wieder kurz eingetaucht und wieder herausgeholt wird, bildet sich eine dicker werdende Schicht Wachs um die Form.

Ist sie etwa 0,5cm dick, können die getrockneten Blüten auf das weiche Wachs aufgelegt und angedrückt werden. So wird die Form nochmal ein oder zweimal eingetaucht, so dass die Blüten gut umhüllt sind.

Ist das Wachs abgekühlt und getrocknet, wird die Avocado bzw. der Ballon entfernt. Eine frische Avocado lässt sich mehrmals verwenden, wenn sie vorsichtig entfernt wird.

Anschließend wird der Teelichtdocht in die Schale gegeben und etwas heißes Wachs wird in die Form gegossen.

Blüten-Windlichter

Noch einfacher als die Blütenkerzen lassen sich Windlichter basteln. Hierzu benötigt Ihr:

  • Transparentpapier
  • getrocknete Blüten
  • Klebestift
  • Joghurtdeckel
  • ggf. Washi-Tape

Zunächst wird ein passendes Stück Transparentpapier zurechtgeschnitten: Es sollte um den Joghurtdeckel passen plus ein Zentimeter Zugabe für die Klebefläche. Zudem sollte es am unteren Ende ebenfalls einen Zentimeter Klebefläche haben. Diese wird zu kleinen Zacken geschnitten, damit sie um den Joghurtdeckel geklebt werden kann.

Die Blüten werden mit dem Klebestift auf das Papier geklebt, dann wird die das Transparentpapier am Joghurtdeckel befestigt. Bei Bedarf kann der untere Rand noch mit Washi-Tape gestaltet und verschönert werden.

Und nun: viel Freude beim Einsammeln von Frühlings- und Sommererinnerungen.
Eure

Zur Autorin:
Susanne Mierau ist Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik) und Familienbegleiterin. Sie arbeitete an der FU Berlin in Forschung und Lehre, bevor sie sich 2011 im Bereich bedürfnisorientierte Elternberatung selbständig machte. Ihr 2012 gegründetes Blog geborgen-wachsen.de und ihre Social Media Kanäle sind wichtige und viel genutzte freie Informationsportale für bedürfnisorientierte Elternschaft und kindliche Entwicklung. Susanne Mierau gibt Workshops für Eltern und Fachpersonal und spricht auf Konferenzen und Tagungen über kindliche Entwicklung, Elternschaft und Familienrollen.

Foto: Ronja Jung für geborgen-wachsen.de

Familienalltag zu Hause gestalten

Während es einige Eltern gibt, die ihre Kinder generell zu Hause betreuen, ist es für andere eine große Veränderung, wenn langfristig die Betreuung außerhalb der Familie wegbricht – dies umso mehr, wenn sie bereits über einen längeren Zeitraum fester Bestandteil des Alltags geworden ist und die Familie nun emotional und auch strukturell in einer Umbruchphase steckt.

Sich jetzt gestresst und überfordert zu fühlen, ist normal

Dass Eltern dies als Herausforderung empfinden können, ist normal und sollte nicht diskutiert werden: Die Belastungsgrenzen, Ressourcen und Möglichkeiten einzelner Personen sind höchst individuell. Gerade Ängste, finanzielle Probleme bzw. finanzielle Ungewissheit, Kontrollverlust, gesundheitliche Einschränkungen oder fehlende Unterstützung können das persönliche Empfinden verschlechtern und unseren Stress erhöhen. Die Folge ist davon oft negatives Erziehungsverhalten: wir haben schlechte Laune, schimpfen mehr, schreien vielleicht oder überschreiten auf andere Weise die persönlichen Grenzen der Kinder.

Das kannst du für dich als erwachsene Person tun

Um dem vorzubeugen und das Konfliktpotential aus dem Alltag soweit möglich heraus zu nehmen, sollten wir zunächst auf persönlicher Ebene unser Sicherheitsgefühl stärken und die Belastungen minimieren. Dafür ist es wichtig, sich nicht für diese Gefühle zu schämen, sie nicht zu verstecken mit der Überforderung, sondern diese aussprechen zu dürfen, ohne dafür verurteilt zu werden. Eltern dürfen sich überlastet fühlen. Die aktuelle Situation kann anstrengend sein und je nach persönlicher Situation besondere Herausforderungen mit sich bringen, die ebenfalls benannt werden sollten. Sofern ein anderer Elternteil verfügbar ist, sollte gerade auch das Gefühl von Überforderung angesprochen werden. Dennoch sollten wir uns jedoch nicht diesem Gefühl der Überforderung ausliefern, sondern neben dem Benennen der Gefühle in Aktion kommen: Was kann ich konkret tun, um mir in meiner Situation zu helfen? Was kann/muss der andere Elternteil tun? Wo kann ich mich gut und objektiv informieren, welche Menschen sind gute Ansprechpartner*innen, wer kann mich aktiv unterstützen und verurteilt meine Situation nicht? Der Austausch mit anderen Eltern in einer ähnlichen Situation ist wichtig und hilfreich, weshalb der Auf- oder Ausbau eines verlässlichen Netzwerkes so wichtig ist: in der Umgebung, aber vor allem auch digital, wenn die persönlichen Kontaktmöglichkeiten gerade eingeschränkt sind. Eltern brauchen andere erwachsene Personen zum Austausch, zum Anlehnen, zum Reden und Lachen. Wer merkt, dass er nachhaltig überfordert ist von der Situation, sollte sich professionelle Hilfe holen.

Den Alltag neu gestalten

Mit einer Stärkung der persönlichen Sicherheit im Rücken, können wir dann den Alltag betrachten und in die Handlung kommen: Wir gestalten nun um, sind aktiv, legen neue Rahmenbedingungen in Zeiten der Veränderung vor für unsere Familie. Auch wenn es um uns gerade schwierig ist, haben wir einen Handlungsspielraum innerhalb unseren neuen Umfeldes.

In diesem Rahmen ist es wichtig, die Bedürfnisse aller Beteiligten ausreichend zu berücksichtigen: Zwar haben Erwachsene und Kinder gleiche Bedürfnisse, aber sie sind unterschiedlich ausgestaltet. Haben wir zwar beide das Bedürfnis nach Bewegung, kann dieses bei Kindern aber ganz anders aussehen als bei Erwachsenen: Kinder bewegen sich anders, brauchen andere Bewegungsmöglichkeiten und möchten beispielsweise hüpfen, springen, balancieren – weil das auch ihrem Entwicklungsbedürfnis entspricht, während wir Erwachsene vielleicht mit einer Yoga-App und langen Spaziergängen zufrieden sind. Es ist deswegen wichtig, dass wir Angebote aus verschiedenen Perspektiven und durch Kinderaugen betrachten.

Folgende Ideen können deswegen Inspirationen sein für den Alltag. Ob und wie es in euren Alltag passt, zu euren Temperamenten und Möglichkeiten, kann unterschiedlich sein.

Kinder wollen sich bewegen

  • Sofern möglich: Ausflüge unternehmen an der frischen Luft. Besonders Wald, weitläufige Parks und Felder bieten sich an.
  • Zu Hause brauchen Kinder ebenfalls Bewegungsmöglichkeiten. Das Bett kann nun zum Trampolin werden, wenn sonst zu wenig Bewegungsmöglichkeiten bestehen, aber auch andere Bewegungsformen können fehlen. Das Spiel „Wasser, Feuer, Erde, Luft“ kann Abwechslung bringen oder der Aufbau eines Balancier- und Kletterparcours: Vom Stuhl auf den Tisch über den Stuhl… Oder mit Matratzen wird eine Tobehöhle gebaut.
  • Auch die Klassiker können ein Revival erleben: Springseil, Hula-Hoop-Reifen,…
  • Musik entspannt uns und reduziert Ängste: Deswegen Musik an, gemeinsam tanzen. Auch Stopptanz ist bei Kindern immer wieder beliebt. Musik tut auch uns Eltern oft gut in angespannten Situationen.

Struktur

  • Vielen Eltern und Kindern tut es gut, eine Struktur für den Tag zu haben und relativ feste Zeiten zu benennen für die Mahlzeiten, für Ausruhzeiten, für gemeinsame Spiele. Gerade Eltern, die im Homeoffice arbeiten mit älteren Kindern, können feste Zeiten vereinbaren für gemeinsame Tätigkeiten oder für Kinder im Vorschulbereich auch die Eieruhr stellen: Wenn sie klingelt, spielen wir wieder zusammen.
  • Wenn Eltern im Homeoffice arbeiten mit Kindern zu Hause, ist es wichtig, die Erwartungshaltung zu minimieren: Arbeiten zu Hause mit Kindern ist nicht wie das Arbeiten im Büro. Die Kinder tragen nicht die Schuld daran, sondern verhalten sich einfach normal kindgerecht, wenn sie uns zwischendurch ansprechen, Zuwendung haben wollen, gemeinsames Spiel wünschen. Gerade für diese Tätigkeiten ist deswegen eine Struktur besonders wichtig und Eltern sollten genau einplanen, wann sie welche Arbeiten erledigen, Arbeiten aufteilen in absolut notwendig, die viel Konzentration erfordern und solche, die weniger Aufwand und Konzentration bedeuten. Die schwierigen Aufgaben sollten nach Möglichkeit nicht auf den Nachmittag/Abend gelegt werden, wenn die Kooperationsfähigkeit von Kindern natürlicherweise nachlässt, da das zu mehr Streit führt.

In den Alltag einbinden

  • Kinder sind soziale Wesen und wollen an unserem Alltag beteiligt sein. Sie sind kooperativ und wollen mitmachen, Teil der Gemeinschaft sein und sich aktiv einbringen. Manchmal haben wir im Alltag zu wenig Zeit dafür – nun können wir aber mit Kindern putzen, abwaschen, kochen etc. Alle Socken werden im Quadrat auf dem Boden ausgelegt als Sockenmemory.
  • Manchmal finden sich beim gemeinsamen Aufräumen auch tolle Ideen zum Spielen: der Pappkarton, der eigentlich in den Müll sollte, wird zum Puppenhaus/Auto/Rakete. Die ausrangierten Kleidungsstücke sind auf einmal tolle Verkleidungssachen. Bohnen und Linsen werden zum Schüttspiel.
  • Und auch im Kinderzimmer kann „Haushalt“ erledigt werden: Zusammen die Spielsachen sortieren und ordnen, alte, unbespielte Spielsachen aussortieren und in den Keller oder auf den Dachboden bringen (in ein paar Wochen können sie wieder hervorgeholt werden und werden meistens begeistert neu bespielt).
  • Größere Kinder können auch Mahlzeiten zubereiten und sich hierfür erst einen Plan machen und dann nach einfachen Kinderrezepten kochen und zubereiten. Vielleicht ist es anfangs noch ungewohnt und vielleicht schmeckt es auch noch nicht perfekt, aber auch dies ist ein Lernprozess und Kinder sind dann aktiv beteiligt und fühlen sich selbstwirksam und hilfreich. Auch das Backen ist eine tolle Alternative und das Verzieren von Keksen mit bunten Perlen etc. kann Kinder lange Zeit beschäftigen.

Medien? Medien!

  • Medien stehen immer wieder in der Kritik in Bezug auf Kinder. Dabei können sie eine kreative Möglichkeit für den Alltag sein und/oder eine Entspannungszeit einläuten oder ermöglichen – und auch das ist okay. Behalten wir einen ausgewogenen Alltag im Blick mit genügend Zeit für das Miteinander, müssen wir uns nicht an strengenden Zeitregeln orientieren (empfehlenswert hierzu dieser Podcast)
  • Mit dem Fotoapparat oder Handy können Bilder gemacht werden für eine eigene Bilder-Geschichte, die später als Buch zusammengeheftet werden kann oder in einem kleinen Fotobuch verewigt werden kann. Das kann auch an Freund*innen geschickt werden.
  • Die Freunde aus der Kita oder Schule fehlen, können aber gerade nicht getroffen werden? Dann ist es Zeit für Videotelefonate. Auch Briefe und Postkarten können geschrieben und gemalt werden. Mit der Post können auch Bücher ausgetauscht werden.
  • Hörspiele, Hörbücher, Musik – das sind wunderbare Möglichkeiten für Kinder, um zu lauschen, sich auszuruhen oder auch zur Bewegung anzuregen. Viele Bibliotheken ermöglichen auch die Online-Ausleihe von Kinderbüchern, wie beispielsweise hier in Berlin.
  • Zudem gibt es auch tolle Möglichkeiten, die das Netz aktuell bietet: Zum Beispiel gibt es Museen, die virtuelle Führungen anbieten, auf Instagram bieten einige Eltern an, aus Kinderbüchern vorzulesen und man kann die eigenen Kinder dann einfach „dazusetzen“.
  • Medien können auch tolle Anregungen bieten für den Alltag: ein Bullerbü-Tag kann mit Zimtschnecken zelebriert werden oder am Sams-Tag bekommen alle blaue Flecken, es gibt (vegetarische) Würstchen und können sich etwas wünschen…
  • Größere Kinder können sich auch in das Programmieren vertiefen und damit viele Erfahrungen machen. Hier haben wir einmal einige Anregungen für den Einstieg in das Programmieren zusammengefasst.

Kreativität und Spiel

  • Kinder eignen sich im Spiel die Welt an und wollen beständig lernen und ihre Erfahrungen ausbauen. Im Spiel tun sie dies, indem sie kreativ damit umgehen. Wenn die Rahmenbedingungen einschränkend sind, ist es besonders wichtig, dass Kinder ihre Fantasie ausleben können und Kreativität entfalten können. Gute Materialien dafür sind beispielsweise (Holz-)Bausteine, Lego, Bügelperlen, Wasserperlen, Murmeln, Bastelmaterialien (bunte Papiere, Kleber, Pfeifendraht, Washi-Tape, Farbstifte, Fingerfarben, Wasserfarben, Scheren, Knete) – also all jene Materialien und Spielzeuge, die Vielfalt an Handlungen und Spielen zulassen und die Fantasie nicht begrenzen.
  • Viele kreative Spielmaterialien lassen sich auch selbst herstellen: selbstgemachte Knete, Salzteig, Farben, Papier schöpfen aus Altpapier. Einige einfache Ideen findet Ihr hier. Größere Kinder lieben es, Schleim selbst herzustellen. Auch Seifen können selbst gemacht werden in unterschiedlichen Farben, mit Düften und mit Spielfiguren darin – auch das ist ein schönes Geschenk, das mit der Post versendet werden kann an Familie und Freund*innen.
  • Es gibt viele schöne Brettspiele für Kinder. Seit einigen Jahren erscheinen auch immer mehr kooperative Brettspiele für Kinder: In diesen geht es nicht darum, dass eine Person gewinnt und sich gegen andere durchsetzt, sondern um das Miteinander, um Kooperation und das gemeinsame Erreichen eines Ziel. Diese Spiele regen das Miteinander an und sind deswegen gerade jetzt besonders passend und können die aktuellen Werte unterstützen. Über einige kooperative Spiele haben wir hier berichtet.

Schule

  • Viele Schulen bieten an, den Kindern Aufgaben zukommen zu lassen und diese auch zu kontrollieren. Andere haben bereits Online-Lernplattformen für die eigenen Schüler*innen. Zudem gibt es diverse private Lernplattformen, teilweise kostenpflichtig allerdings.
  • Kinder können daneben allerdings auch privat Projekte durchführen und kreativ umsetzen. Beispielsweise das Thema Frühling kann aufgegriffen werden und es werden in der Natur die Pflanzen betrachtet, abgezeichnet, dann kann mit Büchern oder über das Netz herausgesucht werden, wie die Pflanzen heißen, es können Steckbriefe geschrieben werden oder Briefe an Familie/Freund*innen über die Naturbeobachtungen. Auf diese Weise können verschiedene Themen bearbeitet werden.

Habt Ihr noch weitere Ideen? Weitere Inspirationen findet Ihr auch hier auf Twitter in den Antworten. Auf Instagram biete ich hier abends regelmäßig Live-Gespräche an, in dem wir uns über den Alltag austauschen können.

Eure

Zur Autorin:
Susanne Mierau ist Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik) und Familienbegleiterin. Sie arbeitete an der FU Berlin in Forschung und Lehre, bevor sie sich 2011 im Bereich bedürfnisorientierte Elternberatung selbständig machte. Ihr 2012 gegründetes Blog geborgen-wachsen.de und ihre Social Media Kanäle sind wichtige und viel genutzte freie Informationsportale für bedürfnisorientierte Elternschaft und kindliche Entwicklung. Susanne Mierau gibt Workshops für Eltern und Fachpersonal und spricht auf Konferenzen und Tagungen über kindliche Entwicklung, Elternschaft und Familienrollen.

Foto: Ronja Jung für geborgen-wachsen.de

Wasser-(Farb-)Spiele für Kinder

Viele Eltern kennen das eine „Spielzeug“, das immer dann hilft, wenn nichts anderes gute Laune macht, alle Ideen ausgegangen sind, Kinder in den kühleren Monaten nicht ausreichend draußen spielen und matschen können: Wasser. Schüttspiele von Kanne zu Glas und wieder zurück, in andere Gläser und Gefäße machen Kindern oft große Freude.

Schüttspiele mit Wasser

Mit Schüttspielen lernen die Kinder etwas über Mengen: Passt der Inhalt der Kanne in dieses Glas? Im großen dünnen Glas sieht es nach mehr aus als im kleinen bauchigen Glas. Und sie fördern spielerisch ihre Motorik, indem sie versuchen, zielgenau umzuschütten und einzuschenken. Für Schüttspiele brauchen wir dabei gar keine besonderen Materialien, denn alle Zutaten finden wir meist direkt im Haushalt. Das können sein:

  • Gläser unterschiedlicher Größe
  • Schüsseln
  • eine kleine Kanne
  • Trichter
  • Siebe
  • Pipetten
  • ein Tablett als Unterlage
  • Lappen zum Aufwischen

Mit farbigem Wasser spielen

Erweitert kann das Schüttspiel werden, indem Farbe mit ins Spiel gebracht wird. Das kann zum Beispiel einfache Wasserfarbe sein, mit der Flüssigkeiten gefärbt werden. Ein schöner Effekt ist das „Entfärben“ von Krepppapier: Dazu wird in mehrere Gläser Wasser gefüllt und ein kleines Stück einfarbiges Krepppapier dazu gegeben. Das Krepppapier verliert im Wasser Farbe, werden die Papierreste nach kurzer Zeit entnommen, bleibt das bunte Wasser im Glas zurück.

Mit den Grundfarben Geld, Rot, Blau können Kinder dann beliebig experimentieren und die Farben mischen: Was ergeben Rot und Gelb? Was ergeben Blau und Rot? Auch mit einer Spritze macht es Spaß, die Farben in kleinen Mengen zu vermischen.

Eine besonders schöne Variante des Farbmischens ist auch der Farbkreis mit wanderndem Wasser: Die Gläser mit den Grundfarben Gelb, Rot und Blau werden im Kreis im Wechsel mit einem leeren Glas aufgestellt. Die Gläser werden dann mit dünnen Streifen Küchenrolle verbunden. Nun wandert aus den jeweils mit den Grundfarben befüllten Gläsern das farbige Wasser über das Küchenpapier in die leeren Gläser und mischt sich dort.

Noch mehr Farbideen? Hier werden Tulpen mit buntem Wasser gefärbt. Hier werden bunte Schokolinsen für ein Farbexperiment genutzt.

Spielkästen und Spielwelten für Kinder anbieten

Gerade ist es nass-kalt und das Wetter lädt wenig dazu ein, Zeit draußen zu verbringen. Auch wenn es gut ist, jeden Tag ein wenig hinaus zu gehen, ist in vielen Familien der Schwerpunkt der gemeinsamen Zeit aktuell zu Hause zu finden. Manchmal schleicht sich dann hier oder da Langeweile ein oder die Anreize für das vertiefte Spiel gehen aus, wenn das Kind nicht aktuellen Entwicklungsbedürfnissen für Grob- und Feinmotorik nachkommen kann.

Eine immer wieder schöne Idee für Kinder sind vorbereitete Spieltabletts oder -kisten. Mit ihnen können sich viele Kinder intensiv über einen längeren Zeitraum beschäftigen. Oft kommen sie in einen Flow-Zustand beim Umfüllen, Schütten, Rühren, Harken.

Wie ein solches Tablett oder Kiste gestaltet sein kann, ist ganz verschieden: Es kann ein Wald gebaut werden oder eine kleine Murmelstrecke aufgebaut werden. Mit Linsen, Couscous oder Reis kann die Landschaft weiter gestaltet werden. Oder es wird von vorn herein ein Tablett angeboten, bei dem der Schwerpunkt mit Trichtern und Kellen und Löffeln auf dem Umverteilen liegt.

Bei der Vorbereitung eines Spieltabletts oder einer Kiste können wir uns fragen: Womit beschäftigt sich mein Kind gerade gerne? Was sind die Schwerpunkte seiner aktuellen Entwicklung? Mit welchen Kleinteilen kann es gefahrlos spielen? Füllt es gerne um? Baut es gerne? Auch eine Kiste mit Hirse oder Kinetischem Sand und Bagger kann eine schöne Idee sein. Oder eine Kiste mit ungekochten Spirelli-Nudeln und Kindertöpfen und Besteck.

Natürlich geht bei diesen Spielen auch etwas daneben. Das kann anschließend aufgekehrt und wieder verwendet werden für das nächste Tablett. Übrigens sind auch Schüssel mit hartem, gefärbten Reis eine schöne Spielidee wie hier oder selbst hergestellter kinetischer Sand aus Mehl und Öl wie hier. Wer keine Lebensmittel verwenden möchte zum Umfüllen, kann auch ein Tablett mit Knöpfen anbieten.

Als Unterlage/Gefäß für das Spiel bieten sich kleine Kisten, Tabletts oder auch eine alte Holzschublade aus einer Kommode an.

Der Fantasie für Spieltabletts und -kisten sind keine Grenzen gesetzt.
Probiert es doch einmal aus.
Eure

Zur Autorin:
Susanne Mierau ist Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik) und Familienbegleiterin. Sie arbeitete an der FU Berlin in Forschung und Lehre, bevor sie sich 2011 im Bereich bedürfnisorientierte Elternberatung selbständig machte. Ihr 2012 gegründetes Blog geborgen-wachsen.de und ihre Social Media Kanäle sind wichtige und viel genutzte freie Informationsportale für bedürfnisorientierte Elternschaft und kindliche Entwicklung. Susanne Mierau gibt Workshops für Eltern und Fachpersonal und spricht auf Konferenzen und Tagungen über kindliche Entwicklung, Elternschaft und Familienrollen.

Foto: Ronja Jung für geborgen-wachsen.de

Eine Adventsspirale selber machen: Der besinnliche Adventskalender und -kranz für Familien

Die Adventsspirale ist eine schöne Möglichkeit, um den Kindern Tag für Tag zu zeigen, wie das Weihnachtsfest näher rückt. Dabei wird dieses Näherrücken als Ritual in den Alltag eingebunden und das Kind ist aktiv beteiligt. Die Adventsspirale kann ganz einfach zusammen mit Kindern hergestellt und dann immer wieder verwendet werden.

Das brauchst Du für die Adventsspirale:

  • Modeliermasse, Ton oder Salzteig (eine Anleitung mit Salzteig findest Du hier)
  • eine oder mehrere Murmeln
  • nach Bedarf: Holzscheibe als Unterlage
  • nach Bedarf: Wasserfarben und/oder Goldlack zum Bemalen
  • nach Bedarf: Dekorationsmaterial
  • nach Bedarf: Heißklebepistole

Forme eine lange Schlange und messe aus, ob darauf für 24 Vertiefungen Platz ist. Lege die Schlange dann in Form einer Spirale auf eine Unterlage. Dann füge die Vertiefungen ein, indem Du beispielsweise eine Murmel hinein drückst.

Nach dem Trocknen kann die Spirale angemalt werden mit einfachen Wasserfarben oder auch Goldlack für die Vertiefungen.

Abschließend kann dann mit Heißkleber noch passende Dekoration aufgebracht werden, beispielsweise in der Natur gesammelte Naturschätze wie Moos, Tannenzapfen etc. Auch Figuren können die Adventsspirale ergänzen.

Wir nutzen die Adventsspirale in diesem Jahr auch als Adventskranz und haben für die Tage der Adventssonntage jeweils eine Baumkerze in die entsprechende Mulde gestellt. Die Murmel zieht dann daran vorbei.

Die kleinen Mulden für jeden der 24 Tage können mit Murmeln, Naturschätzen, Glasnuggets oder Holzperlen aufgefüllt werden. So ist sichtbar, wie wir uns immer mehr dem Weihnachtsfest nähern.

Noch mehr Ideen für Rituale und Alltagsgestaltung für die Weihnachtszeit findest du hier. Und hier gibt es außerdem eine Sammlung an schönen Weihnachtsbüchern für Kinder.

Basteln mit Blättern

Der Herbst ist da. Und überall fliegen gerade nun die bunten Blätter umher. Sie sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch eine wunderbare, überall verfügbare, variable und preiswerte Bastelzutat.

Füchse aus Ahornblättern

Blätterfüchse

Mit etwas Deckweiß, etwas schwarzer Deckkastenfarbe, einem Pinsel und ein wenig Fantasie werden aus Ahornblättern ganz schnell kleine Füchse, die am Fenster oder an der Wand den Herbst in die Wohnung bringen. Beim Anmalen einfach den Blattlinien folgen, dabei ergibt sich ganz von allein der weiße Bart des Fuchses und die schwarze Nase.

Zutaten für Ginkgo-Elfen

Ginkgo-Elfen

Ein paar Mal sind wir schon herumgeschlichen um die uns bekannten Ginkgo-Bäume in der Stadt und haben darauf gewartet, dass die Blätter endlich gelb werden und abfallen. Denn wie jedes Jahr werden die Blätter gesammelt, gepresst und dann mit Holzperlen und etwas Farbe verwandelt. In goldene Farbe getaucht mit etwas Märchenwolle werden so aus Blättern zauberhafte Engel für den Weihnachtsbaum wie hier. Wer noch nicht in Weihnachtsstimmung ist, kann aber auch mit Holzperle, Stoffresten und etwas Farbe kleine Herbst-Elfen basteln, die am Fenster oder über dem Jahreszeitentisch schweben können.

Fertige Ginkgo-Elfen

Blatt-Abdrücke

Für die kleinsten Kinderhände sind getrocknete Gingko-Blätter allerdings noch schwierig in der Handhabung. Aber auch sie können schon gestalterisch mit den bunten Blättern umgehen: Indem die Blätter einfach unter Papier gelegt und dann mit einem Wachsmalblock durchgepaust werden beispielsweise.

So einfach, aber schön für die Kleinsten

Und wenn Ihr noch mehr Ideen sucht für das Basteln mit Blättern: Hier wurde ein lustiges Insekt aus Blättern gebastelt. Oder es kann auch Konfetti aus getrockneten Blättern ausgestanzt werden wie hier. Ganz besonders schon ist auch eine solche Blätterlaterne aus Birkenlaub.

Und was macht Ihr so mit Blättern?
Eure

Mit Kindern basteln: Kastanien

Gerade fallen sie wieder auf die Erde und an windigen Tagen und nach Regenschauern sind die Straßen mit ihnen bedeckt: Kastanien. Kaum etwas können wir im Herbst so zahlreich finden und vielfältig verwenden. Vom Spielzeug im Kaufmannsladen über Bastelmaterial bis zur Zutat für Reinigungsmittel: mit Kastanien können wir ganze Nachmittage füllen.

Schon in ihrer puren Form sind Kastanien wunderbare Elemente für den Kaufmannsladen und die Puppenküche. Sie werden im Spiel zu Brötchen, Kartoffeln, als Eier in Eierbecher gesetzt. In großer Menge können sie als Kastanienbad genutzt werden: Eine Schublade oder andere Holzkiste voller Kastanien, in die sich das Kind hinein setzen kann ist eine schöne, taktile Erfahrung (Achtung: Kastanien sind Kleinteile, die verschluckt werden könnten).

Kastanienwichtel mit Knetbienenwachs

Natürlich lassen sich Kastanien aber auch wunderbar verbasteln. Wir alle kennen wahrscheinlich die Kastanienmännchen, die mit Hilfe eines Kastanienbohrers und Streichhölzern gebastelt werden: Tiere, Menschen, Fabelwesen entstehen so an langen Nachmittagen. Mit etwas Bienenwachsknete werden daraus noch einmal andere Figuren. Auch in Kombination mit anderen Naturschätzen wie Eicheln, Bucheckernschalen oder Haselnüssen lassen sich so ganz zauberhafte Figuren für den Jahreszeitentisch und das Fensterbrett zaubern.

Farbenspiel mit Kastanien

Mit etwas Farbe wird aus den Kastanien auch ein Farbspiel zum Zuordnen: Das weiß der Kastanien wird angemalt, Eicheln können ebenfalls einfach mit Deckfarben angemalt werden und so entstehen verschiedene Elemente für das Farbenspiel: Eine Holzschale kann außen ebenfalls in den entsprechenden Farben angemalt werden oder in eine andere Schüssel wird ein Papier in der passenden Farbe geklebt. Dann können die Farben benannt und entsprechend zugeordnet werden.

Noch mehr Bastelideen

Schöne Kastanienideen findet Ihr auch auf Instagram, beispielsweise die Kastaniengirlande, Kastanienkette oder Wurfkastanienrakete. Sie können in der Kastanienbahn rollen, oder schon für Halloween als Fledermäuse gestaltet werden.

Kastanien für die Großen

Und schließlich können selbst wir Erwachsenen die kleinen braunen Kugeln noch verarbeiten: Schon zehn gesammelte Kastanien können mit einem Messer einfach zerkleinert und dann mit 300ml warmem Wasser übergossen werden. Über Nacht stehen lassen, am nächsten Tag die Kastanienreste entfernen und die Flüssigkeit als Waschmittel benutzen. Auch einfaches Putzmittel oder Shampoo kann man aus Kastanien herstellen.

Vielleicht habt Ihr ja noch eine andere tolle Kastanienidee? Dann gerne her damit!
Eure

Libellen aus Ahornsamen basteln

Ahornsamen sind Kindheitserinnerungen. Meine Kinder kleben sich die geöffneten, klebrigen Samen heute genauso auf die Nase wie ich damals als Kind. Aber sie sind nicht nur zum Aufkleben ein schönes Naturspielzeug, sondern können auch zu kleinen Ahornfeen verbastelt werden wie hier oder zu Libellen, wie sie in diesem Jahr unseren Jahreszeitentisch schmücken.

Für die Libellen braucht Ihr:

  • Ahornsamen
  • Wasserfarbe und Pinsel
  • etwas Draht
  • einen dünnen Stock
  • nach Möglichkeit: zwei kleine Holzperlen für die Augen

Die Ahornsamen können auch schon von kleinen Kindern mit Farbe und Pinsel angemalt werden, für die Befestigung am Stock braucht es allerdings etwas Fingerspitzengefühl: Der Draht verläuft über Kreuz über die Flügel, so dass diese sicher am Stock befestigt werden können. Zwei kleine Holzperlen können ebenfalls auf dem Draht aufgefedelt und dann als Augen festgebunden werden. Aufgehangen können die Libellen im Wind am Fenster fliegen oder auf dem Jahreszeitentisch sitzen.

Viel Spaß beim Basteln!
Eure