Kategorie: DIY

Familienalltag zu Hause gestalten

Während es einige Eltern gibt, die ihre Kinder generell zu Hause betreuen, ist es für andere eine große Veränderung, wenn langfristig die Betreuung außerhalb der Familie wegbricht – dies umso mehr, wenn sie bereits über einen längeren Zeitraum fester Bestandteil des Alltags geworden ist und die Familie nun emotional und auch strukturell in einer Umbruchphase steckt.

Sich jetzt gestresst und überfordert zu fühlen, ist normal

Dass Eltern dies als Herausforderung empfinden können, ist normal und sollte nicht diskutiert werden: Die Belastungsgrenzen, Ressourcen und Möglichkeiten einzelner Personen sind höchst individuell. Gerade Ängste, finanzielle Probleme bzw. finanzielle Ungewissheit, Kontrollverlust, gesundheitliche Einschränkungen oder fehlende Unterstützung können das persönliche Empfinden verschlechtern und unseren Stress erhöhen. Die Folge ist davon oft negatives Erziehungsverhalten: wir haben schlechte Laune, schimpfen mehr, schreien vielleicht oder überschreiten auf andere Weise die persönlichen Grenzen der Kinder.

Das kannst du für dich als erwachsene Person tun

Um dem vorzubeugen und das Konfliktpotential aus dem Alltag soweit möglich heraus zu nehmen, sollten wir zunächst auf persönlicher Ebene unser Sicherheitsgefühl stärken und die Belastungen minimieren. Dafür ist es wichtig, sich nicht für diese Gefühle zu schämen, sie nicht zu verstecken mit der Überforderung, sondern diese aussprechen zu dürfen, ohne dafür verurteilt zu werden. Eltern dürfen sich überlastet fühlen. Die aktuelle Situation kann anstrengend sein und je nach persönlicher Situation besondere Herausforderungen mit sich bringen, die ebenfalls benannt werden sollten. Sofern ein anderer Elternteil verfügbar ist, sollte gerade auch das Gefühl von Überforderung angesprochen werden. Dennoch sollten wir uns jedoch nicht diesem Gefühl der Überforderung ausliefern, sondern neben dem Benennen der Gefühle in Aktion kommen: Was kann ich konkret tun, um mir in meiner Situation zu helfen? Was kann/muss der andere Elternteil tun? Wo kann ich mich gut und objektiv informieren, welche Menschen sind gute Ansprechpartner*innen, wer kann mich aktiv unterstützen und verurteilt meine Situation nicht? Der Austausch mit anderen Eltern in einer ähnlichen Situation ist wichtig und hilfreich, weshalb der Auf- oder Ausbau eines verlässlichen Netzwerkes so wichtig ist: in der Umgebung, aber vor allem auch digital, wenn die persönlichen Kontaktmöglichkeiten gerade eingeschränkt sind. Eltern brauchen andere erwachsene Personen zum Austausch, zum Anlehnen, zum Reden und Lachen. Wer merkt, dass er nachhaltig überfordert ist von der Situation, sollte sich professionelle Hilfe holen.

Den Alltag neu gestalten

Mit einer Stärkung der persönlichen Sicherheit im Rücken, können wir dann den Alltag betrachten und in die Handlung kommen: Wir gestalten nun um, sind aktiv, legen neue Rahmenbedingungen in Zeiten der Veränderung vor für unsere Familie. Auch wenn es um uns gerade schwierig ist, haben wir einen Handlungsspielraum innerhalb unseren neuen Umfeldes.

In diesem Rahmen ist es wichtig, die Bedürfnisse aller Beteiligten ausreichend zu berücksichtigen: Zwar haben Erwachsene und Kinder gleiche Bedürfnisse, aber sie sind unterschiedlich ausgestaltet. Haben wir zwar beide das Bedürfnis nach Bewegung, kann dieses bei Kindern aber ganz anders aussehen als bei Erwachsenen: Kinder bewegen sich anders, brauchen andere Bewegungsmöglichkeiten und möchten beispielsweise hüpfen, springen, balancieren – weil das auch ihrem Entwicklungsbedürfnis entspricht, während wir Erwachsene vielleicht mit einer Yoga-App und langen Spaziergängen zufrieden sind. Es ist deswegen wichtig, dass wir Angebote aus verschiedenen Perspektiven und durch Kinderaugen betrachten.

Folgende Ideen können deswegen Inspirationen sein für den Alltag. Ob und wie es in euren Alltag passt, zu euren Temperamenten und Möglichkeiten, kann unterschiedlich sein.

Kinder wollen sich bewegen

  • Sofern möglich: Ausflüge unternehmen an der frischen Luft. Besonders Wald, weitläufige Parks und Felder bieten sich an.
  • Zu Hause brauchen Kinder ebenfalls Bewegungsmöglichkeiten. Das Bett kann nun zum Trampolin werden, wenn sonst zu wenig Bewegungsmöglichkeiten bestehen, aber auch andere Bewegungsformen können fehlen. Das Spiel „Wasser, Feuer, Erde, Luft“ kann Abwechslung bringen oder der Aufbau eines Balancier- und Kletterparcours: Vom Stuhl auf den Tisch über den Stuhl… Oder mit Matratzen wird eine Tobehöhle gebaut.
  • Auch die Klassiker können ein Revival erleben: Springseil, Hula-Hoop-Reifen,…
  • Musik entspannt uns und reduziert Ängste: Deswegen Musik an, gemeinsam tanzen. Auch Stopptanz ist bei Kindern immer wieder beliebt. Musik tut auch uns Eltern oft gut in angespannten Situationen.

Struktur

  • Vielen Eltern und Kindern tut es gut, eine Struktur für den Tag zu haben und relativ feste Zeiten zu benennen für die Mahlzeiten, für Ausruhzeiten, für gemeinsame Spiele. Gerade Eltern, die im Homeoffice arbeiten mit älteren Kindern, können feste Zeiten vereinbaren für gemeinsame Tätigkeiten oder für Kinder im Vorschulbereich auch die Eieruhr stellen: Wenn sie klingelt, spielen wir wieder zusammen.
  • Wenn Eltern im Homeoffice arbeiten mit Kindern zu Hause, ist es wichtig, die Erwartungshaltung zu minimieren: Arbeiten zu Hause mit Kindern ist nicht wie das Arbeiten im Büro. Die Kinder tragen nicht die Schuld daran, sondern verhalten sich einfach normal kindgerecht, wenn sie uns zwischendurch ansprechen, Zuwendung haben wollen, gemeinsames Spiel wünschen. Gerade für diese Tätigkeiten ist deswegen eine Struktur besonders wichtig und Eltern sollten genau einplanen, wann sie welche Arbeiten erledigen, Arbeiten aufteilen in absolut notwendig, die viel Konzentration erfordern und solche, die weniger Aufwand und Konzentration bedeuten. Die schwierigen Aufgaben sollten nach Möglichkeit nicht auf den Nachmittag/Abend gelegt werden, wenn die Kooperationsfähigkeit von Kindern natürlicherweise nachlässt, da das zu mehr Streit führt.

In den Alltag einbinden

  • Kinder sind soziale Wesen und wollen an unserem Alltag beteiligt sein. Sie sind kooperativ und wollen mitmachen, Teil der Gemeinschaft sein und sich aktiv einbringen. Manchmal haben wir im Alltag zu wenig Zeit dafür – nun können wir aber mit Kindern putzen, abwaschen, kochen etc. Alle Socken werden im Quadrat auf dem Boden ausgelegt als Sockenmemory.
  • Manchmal finden sich beim gemeinsamen Aufräumen auch tolle Ideen zum Spielen: der Pappkarton, der eigentlich in den Müll sollte, wird zum Puppenhaus/Auto/Rakete. Die ausrangierten Kleidungsstücke sind auf einmal tolle Verkleidungssachen. Bohnen und Linsen werden zum Schüttspiel.
  • Und auch im Kinderzimmer kann „Haushalt“ erledigt werden: Zusammen die Spielsachen sortieren und ordnen, alte, unbespielte Spielsachen aussortieren und in den Keller oder auf den Dachboden bringen (in ein paar Wochen können sie wieder hervorgeholt werden und werden meistens begeistert neu bespielt).
  • Größere Kinder können auch Mahlzeiten zubereiten und sich hierfür erst einen Plan machen und dann nach einfachen Kinderrezepten kochen und zubereiten. Vielleicht ist es anfangs noch ungewohnt und vielleicht schmeckt es auch noch nicht perfekt, aber auch dies ist ein Lernprozess und Kinder sind dann aktiv beteiligt und fühlen sich selbstwirksam und hilfreich. Auch das Backen ist eine tolle Alternative und das Verzieren von Keksen mit bunten Perlen etc. kann Kinder lange Zeit beschäftigen.

Medien? Medien!

  • Medien stehen immer wieder in der Kritik in Bezug auf Kinder. Dabei können sie eine kreative Möglichkeit für den Alltag sein und/oder eine Entspannungszeit einläuten oder ermöglichen – und auch das ist okay. Behalten wir einen ausgewogenen Alltag im Blick mit genügend Zeit für das Miteinander, müssen wir uns nicht an strengenden Zeitregeln orientieren (empfehlenswert hierzu dieser Podcast)
  • Mit dem Fotoapparat oder Handy können Bilder gemacht werden für eine eigene Bilder-Geschichte, die später als Buch zusammengeheftet werden kann oder in einem kleinen Fotobuch verewigt werden kann. Das kann auch an Freund*innen geschickt werden.
  • Die Freunde aus der Kita oder Schule fehlen, können aber gerade nicht getroffen werden? Dann ist es Zeit für Videotelefonate. Auch Briefe und Postkarten können geschrieben und gemalt werden. Mit der Post können auch Bücher ausgetauscht werden.
  • Hörspiele, Hörbücher, Musik – das sind wunderbare Möglichkeiten für Kinder, um zu lauschen, sich auszuruhen oder auch zur Bewegung anzuregen. Viele Bibliotheken ermöglichen auch die Online-Ausleihe von Kinderbüchern, wie beispielsweise hier in Berlin.
  • Zudem gibt es auch tolle Möglichkeiten, die das Netz aktuell bietet: Zum Beispiel gibt es Museen, die virtuelle Führungen anbieten, auf Instagram bieten einige Eltern an, aus Kinderbüchern vorzulesen und man kann die eigenen Kinder dann einfach „dazusetzen“.
  • Medien können auch tolle Anregungen bieten für den Alltag: ein Bullerbü-Tag kann mit Zimtschnecken zelebriert werden oder am Sams-Tag bekommen alle blaue Flecken, es gibt (vegetarische) Würstchen und können sich etwas wünschen…
  • Größere Kinder können sich auch in das Programmieren vertiefen und damit viele Erfahrungen machen. Hier haben wir einmal einige Anregungen für den Einstieg in das Programmieren zusammengefasst.

Kreativität und Spiel

  • Kinder eignen sich im Spiel die Welt an und wollen beständig lernen und ihre Erfahrungen ausbauen. Im Spiel tun sie dies, indem sie kreativ damit umgehen. Wenn die Rahmenbedingungen einschränkend sind, ist es besonders wichtig, dass Kinder ihre Fantasie ausleben können und Kreativität entfalten können. Gute Materialien dafür sind beispielsweise (Holz-)Bausteine, Lego, Bügelperlen, Wasserperlen, Murmeln, Bastelmaterialien (bunte Papiere, Kleber, Pfeifendraht, Washi-Tape, Farbstifte, Fingerfarben, Wasserfarben, Scheren, Knete) – also all jene Materialien und Spielzeuge, die Vielfalt an Handlungen und Spielen zulassen und die Fantasie nicht begrenzen.
  • Viele kreative Spielmaterialien lassen sich auch selbst herstellen: selbstgemachte Knete, Salzteig, Farben, Papier schöpfen aus Altpapier. Einige einfache Ideen findet Ihr hier. Größere Kinder lieben es, Schleim selbst herzustellen. Auch Seifen können selbst gemacht werden in unterschiedlichen Farben, mit Düften und mit Spielfiguren darin – auch das ist ein schönes Geschenk, das mit der Post versendet werden kann an Familie und Freund*innen.
  • Es gibt viele schöne Brettspiele für Kinder. Seit einigen Jahren erscheinen auch immer mehr kooperative Brettspiele für Kinder: In diesen geht es nicht darum, dass eine Person gewinnt und sich gegen andere durchsetzt, sondern um das Miteinander, um Kooperation und das gemeinsame Erreichen eines Ziel. Diese Spiele regen das Miteinander an und sind deswegen gerade jetzt besonders passend und können die aktuellen Werte unterstützen. Über einige kooperative Spiele haben wir hier berichtet.

Schule

  • Viele Schulen bieten an, den Kindern Aufgaben zukommen zu lassen und diese auch zu kontrollieren. Andere haben bereits Online-Lernplattformen für die eigenen Schüler*innen. Zudem gibt es diverse private Lernplattformen, teilweise kostenpflichtig allerdings.
  • Kinder können daneben allerdings auch privat Projekte durchführen und kreativ umsetzen. Beispielsweise das Thema Frühling kann aufgegriffen werden und es werden in der Natur die Pflanzen betrachtet, abgezeichnet, dann kann mit Büchern oder über das Netz herausgesucht werden, wie die Pflanzen heißen, es können Steckbriefe geschrieben werden oder Briefe an Familie/Freund*innen über die Naturbeobachtungen. Auf diese Weise können verschiedene Themen bearbeitet werden.

Habt Ihr noch weitere Ideen? Weitere Inspirationen findet Ihr auch hier auf Twitter in den Antworten. Auf Instagram biete ich hier abends regelmäßig Live-Gespräche an, in dem wir uns über den Alltag austauschen können.

Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Wasser-(Farb-)Spiele für Kinder

Viele Eltern kennen das eine „Spielzeug“, das immer dann hilft, wenn nichts anderes gute Laune macht, alle Ideen ausgegangen sind, Kinder in den kühleren Monaten nicht ausreichend draußen spielen und matschen können: Wasser. Schüttspiele von Kanne zu Glas und wieder zurück, in andere Gläser und Gefäße machen Kindern oft große Freude.

Schüttspiele mit Wasser

Mit Schüttspielen lernen die Kinder etwas über Mengen: Passt der Inhalt der Kanne in dieses Glas? Im großen dünnen Glas sieht es nach mehr aus als im kleinen bauchigen Glas. Und sie fördern spielerisch ihre Motorik, indem sie versuchen, zielgenau umzuschütten und einzuschenken. Für Schüttspiele brauchen wir dabei gar keine besonderen Materialien, denn alle Zutaten finden wir meist direkt im Haushalt. Das können sein:

  • Gläser unterschiedlicher Größe
  • Schüsseln
  • eine kleine Kanne
  • Trichter
  • Siebe
  • Pipetten
  • ein Tablett als Unterlage
  • Lappen zum Aufwischen

Mit farbigem Wasser spielen

Erweitert kann das Schüttspiel werden, indem Farbe mit ins Spiel gebracht wird. Das kann zum Beispiel einfache Wasserfarbe sein, mit der Flüssigkeiten gefärbt werden. Ein schöner Effekt ist das „Entfärben“ von Krepppapier: Dazu wird in mehrere Gläser Wasser gefüllt und ein kleines Stück einfarbiges Krepppapier dazu gegeben. Das Krepppapier verliert im Wasser Farbe, werden die Papierreste nach kurzer Zeit entnommen, bleibt das bunte Wasser im Glas zurück.

Mit den Grundfarben Geld, Rot, Blau können Kinder dann beliebig experimentieren und die Farben mischen: Was ergeben Rot und Gelb? Was ergeben Blau und Rot? Auch mit einer Spritze macht es Spaß, die Farben in kleinen Mengen zu vermischen.

Eine besonders schöne Variante des Farbmischens ist auch der Farbkreis mit wanderndem Wasser: Die Gläser mit den Grundfarben Gelb, Rot und Blau werden im Kreis im Wechsel mit einem leeren Glas aufgestellt. Die Gläser werden dann mit dünnen Streifen Küchenrolle verbunden. Nun wandert aus den jeweils mit den Grundfarben befüllten Gläsern das farbige Wasser über das Küchenpapier in die leeren Gläser und mischt sich dort.

Noch mehr Farbideen? Hier werden Tulpen mit buntem Wasser gefärbt. Hier werden bunte Schokolinsen für ein Farbexperiment genutzt.

Spielkästen und Spielwelten für Kinder anbieten

Gerade ist es nass-kalt und das Wetter lädt wenig dazu ein, Zeit draußen zu verbringen. Auch wenn es gut ist, jeden Tag ein wenig hinaus zu gehen, ist in vielen Familien der Schwerpunkt der gemeinsamen Zeit aktuell zu Hause zu finden. Manchmal schleicht sich dann hier oder da Langeweile ein oder die Anreize für das vertiefte Spiel gehen aus, wenn das Kind nicht aktuellen Entwicklungsbedürfnissen für Grob- und Feinmotorik nachkommen kann.

Eine immer wieder schöne Idee für Kinder sind vorbereitete Spieltabletts oder -kisten. Mit ihnen können sich viele Kinder intensiv über einen längeren Zeitraum beschäftigen. Oft kommen sie in einen Flow-Zustand beim Umfüllen, Schütten, Rühren, Harken.

Wie ein solches Tablett oder Kiste gestaltet sein kann, ist ganz verschieden: Es kann ein Wald gebaut werden oder eine kleine Murmelstrecke aufgebaut werden. Mit Linsen, Couscous oder Reis kann die Landschaft weiter gestaltet werden. Oder es wird von vorn herein ein Tablett angeboten, bei dem der Schwerpunkt mit Trichtern und Kellen und Löffeln auf dem Umverteilen liegt.

Bei der Vorbereitung eines Spieltabletts oder einer Kiste können wir uns fragen: Womit beschäftigt sich mein Kind gerade gerne? Was sind die Schwerpunkte seiner aktuellen Entwicklung? Mit welchen Kleinteilen kann es gefahrlos spielen? Füllt es gerne um? Baut es gerne? Auch eine Kiste mit Hirse oder Kinetischem Sand und Bagger kann eine schöne Idee sein. Oder eine Kiste mit ungekochten Spirelli-Nudeln und Kindertöpfen und Besteck.

Natürlich geht bei diesen Spielen auch etwas daneben. Das kann anschließend aufgekehrt und wieder verwendet werden für das nächste Tablett. Übrigens sind auch Schüssel mit hartem, gefärbten Reis eine schöne Spielidee wie hier oder selbst hergestellter kinetischer Sand aus Mehl und Öl wie hier. Wer keine Lebensmittel verwenden möchte zum Umfüllen, kann auch ein Tablett mit Knöpfen anbieten.

Als Unterlage/Gefäß für das Spiel bieten sich kleine Kisten, Tabletts oder auch eine alte Holzschublade aus einer Kommode an.

Der Fantasie für Spieltabletts und -kisten sind keine Grenzen gesetzt.
Probiert es doch einmal aus.
Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Eine Adventsspirale selber machen: Der besinnliche Adventskalender und -kranz für Familien

Die Adventsspirale ist eine schöne Möglichkeit, um den Kindern Tag für Tag zu zeigen, wie das Weihnachtsfest näher rückt. Dabei wird dieses Näherrücken als Ritual in den Alltag eingebunden und das Kind ist aktiv beteiligt. Die Adventsspirale kann ganz einfach zusammen mit Kindern hergestellt und dann immer wieder verwendet werden.

Das brauchst Du für die Adventsspirale:

  • Modeliermasse, Ton oder Salzteig (eine Anleitung mit Salzteig findest Du hier)
  • eine oder mehrere Murmeln
  • nach Bedarf: Holzscheibe als Unterlage
  • nach Bedarf: Wasserfarben und/oder Goldlack zum Bemalen
  • nach Bedarf: Dekorationsmaterial
  • nach Bedarf: Heißklebepistole

Forme eine lange Schlange und messe aus, ob darauf für 24 Vertiefungen Platz ist. Lege die Schlange dann in Form einer Spirale auf eine Unterlage. Dann füge die Vertiefungen ein, indem Du beispielsweise eine Murmel hinein drückst.

Nach dem Trocknen kann die Spirale angemalt werden mit einfachen Wasserfarben oder auch Goldlack für die Vertiefungen.

Abschließend kann dann mit Heißkleber noch passende Dekoration aufgebracht werden, beispielsweise in der Natur gesammelte Naturschätze wie Moos, Tannenzapfen etc. Auch Figuren können die Adventsspirale ergänzen.

Wir nutzen die Adventsspirale in diesem Jahr auch als Adventskranz und haben für die Tage der Adventssonntage jeweils eine Baumkerze in die entsprechende Mulde gestellt. Die Murmel zieht dann daran vorbei.

Die kleinen Mulden für jeden der 24 Tage können mit Murmeln, Naturschätzen, Glasnuggets oder Holzperlen aufgefüllt werden. So ist sichtbar, wie wir uns immer mehr dem Weihnachtsfest nähern.

Noch mehr Ideen für Rituale und Alltagsgestaltung für die Weihnachtszeit findest du hier. Und hier gibt es außerdem eine Sammlung an schönen Weihnachtsbüchern für Kinder.

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Basteln mit Blättern

Der Herbst ist da. Und überall fliegen gerade nun die bunten Blätter umher. Sie sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch eine wunderbare, überall verfügbare, variable und preiswerte Bastelzutat.

Füchse aus Ahornblättern

Blätterfüchse

Mit etwas Deckweiß, etwas schwarzer Deckkastenfarbe, einem Pinsel und ein wenig Fantasie werden aus Ahornblättern ganz schnell kleine Füchse, die am Fenster oder an der Wand den Herbst in die Wohnung bringen. Beim Anmalen einfach den Blattlinien folgen, dabei ergibt sich ganz von allein der weiße Bart des Fuchses und die schwarze Nase.

Zutaten für Ginkgo-Elfen

Ginkgo-Elfen

Ein paar Mal sind wir schon herumgeschlichen um die uns bekannten Ginkgo-Bäume in der Stadt und haben darauf gewartet, dass die Blätter endlich gelb werden und abfallen. Denn wie jedes Jahr werden die Blätter gesammelt, gepresst und dann mit Holzperlen und etwas Farbe verwandelt. In goldene Farbe getaucht mit etwas Märchenwolle werden so aus Blättern zauberhafte Engel für den Weihnachtsbaum wie hier. Wer noch nicht in Weihnachtsstimmung ist, kann aber auch mit Holzperle, Stoffresten und etwas Farbe kleine Herbst-Elfen basteln, die am Fenster oder über dem Jahreszeitentisch schweben können.

Fertige Ginkgo-Elfen

Blatt-Abdrücke

Für die kleinsten Kinderhände sind getrocknete Gingko-Blätter allerdings noch schwierig in der Handhabung. Aber auch sie können schon gestalterisch mit den bunten Blättern umgehen: Indem die Blätter einfach unter Papier gelegt und dann mit einem Wachsmalblock durchgepaust werden beispielsweise.

So einfach, aber schön für die Kleinsten

Und wenn Ihr noch mehr Ideen sucht für das Basteln mit Blättern: Hier wurde ein lustiges Insekt aus Blättern gebastelt. Oder es kann auch Konfetti aus getrockneten Blättern ausgestanzt werden wie hier. Ganz besonders schon ist auch eine solche Blätterlaterne aus Birkenlaub.

Und was macht Ihr so mit Blättern?
Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Mit Kindern basteln: Kastanien

Gerade fallen sie wieder auf die Erde und an windigen Tagen und nach Regenschauern sind die Straßen mit ihnen bedeckt: Kastanien. Kaum etwas können wir im Herbst so zahlreich finden und vielfältig verwenden. Vom Spielzeug im Kaufmannsladen über Bastelmaterial bis zur Zutat für Reinigungsmittel: mit Kastanien können wir ganze Nachmittage füllen.

Schon in ihrer puren Form sind Kastanien wunderbare Elemente für den Kaufmannsladen und die Puppenküche. Sie werden im Spiel zu Brötchen, Kartoffeln, als Eier in Eierbecher gesetzt. In großer Menge können sie als Kastanienbad genutzt werden: Eine Schublade oder andere Holzkiste voller Kastanien, in die sich das Kind hinein setzen kann ist eine schöne, taktile Erfahrung (Achtung: Kastanien sind Kleinteile, die verschluckt werden könnten).

Kastanienwichtel mit Knetbienenwachs

Natürlich lassen sich Kastanien aber auch wunderbar verbasteln. Wir alle kennen wahrscheinlich die Kastanienmännchen, die mit Hilfe eines Kastanienbohrers und Streichhölzern gebastelt werden: Tiere, Menschen, Fabelwesen entstehen so an langen Nachmittagen. Mit etwas Bienenwachsknete werden daraus noch einmal andere Figuren. Auch in Kombination mit anderen Naturschätzen wie Eicheln, Bucheckernschalen oder Haselnüssen lassen sich so ganz zauberhafte Figuren für den Jahreszeitentisch und das Fensterbrett zaubern.

Farbenspiel mit Kastanien

Mit etwas Farbe wird aus den Kastanien auch ein Farbspiel zum Zuordnen: Das weiß der Kastanien wird angemalt, Eicheln können ebenfalls einfach mit Deckfarben angemalt werden und so entstehen verschiedene Elemente für das Farbenspiel: Eine Holzschale kann außen ebenfalls in den entsprechenden Farben angemalt werden oder in eine andere Schüssel wird ein Papier in der passenden Farbe geklebt. Dann können die Farben benannt und entsprechend zugeordnet werden.

Noch mehr Bastelideen

Schöne Kastanienideen findet Ihr auch auf Instagram, beispielsweise die Kastaniengirlande, Kastanienkette oder Wurfkastanienrakete. Sie können in der Kastanienbahn rollen, oder schon für Halloween als Fledermäuse gestaltet werden.

Kastanien für die Großen

Und schließlich können selbst wir Erwachsenen die kleinen braunen Kugeln noch verarbeiten: Schon zehn gesammelte Kastanien können mit einem Messer einfach zerkleinert und dann mit 300ml warmem Wasser übergossen werden. Über Nacht stehen lassen, am nächsten Tag die Kastanienreste entfernen und die Flüssigkeit als Waschmittel benutzen. Auch einfaches Putzmittel oder Shampoo kann man aus Kastanien herstellen.

Vielleicht habt Ihr ja noch eine andere tolle Kastanienidee? Dann gerne her damit!
Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Mit kleinen Dufthelden durch den Familienalltag {Werbung}

Der Alltag ist nicht nur für uns Eltern nicht immer einfach, sondern auch für unsere Kinder hält er so manche Herausforderung und so manches Abenteuer bereit. Sie wachsen in unser Leben hinein und vieles, was sie erleben, ist gänzlich neu und unbekannt. Sie kennen sich nicht aus in dieser Welt und haben manchmal Angst, sind verunsichert, müssen neu Mut fassen. Was uns so einfach und logisch erscheint, ist für Kinder manchmal eine Herausforderung.

Die „magische Phase“ in der Kindheit

Als wäre dieses Leben nicht schon überraschend genug, gesellt sich in der magischen Phase der Kinder auch noch eine ganz ausgeprägte Fantasie hinzu: Im Alter zwischen etwa zwei und fünf Jahren denken Kinder, dass ihr Denken und Handeln Einfluss nehmen können auf Dinge, die damit nicht wirklich in Verbindung stehen. Alles ist möglich: sowohl alle schönen Dinge, als auch alle schlimmen Dinge, die erdacht werden können. Was auch immer das Kind sich ausdenkt, welche Sorgen es jetzt gerade auch hat, braucht es dabei Beistand und Begleitung. Ein „Das ist nicht schlimm, das denkst du dir nur aus!“ hilft dem Kind nicht.

Sich auf die Magie einlassen

Was wir also tun können, anstatt vom Kind unser eigenes logisches Denken zu verlangen, ist, uns auf die Magie einzulassen und sie selbst einzubinden in den Alltag: Monster und Krokodile unter dem Bett können verjagt werden mit einem Monsterspray. Ein Traumfänger über dem Bett fängt die schlimmen Träume ein. Und wenn es an Mut fehlt, hilft vielleicht ein Hosentaschenzwerg mit einem Mutzauber.

Ätherische Öle als Begleiter im Familienalltag

Ätherische Öle können den Familienalltag begleiten und bereichern: Die konzentrierten Pflanzenstoffe können beispielsweise einen Einfluss nehmen auf die Stimmung, können Erinnerungen hervorrufen oder beruhigen. Daher wurden beispielsweise für das „Beschütz mich Raumspray“ von Primavera das ätherische Öl der aufmunternden Orange, entspannenden Mimose und der beruhigende Copaiva-Balsam kombiniert zu einem Spray, mit dem gemeinsam am Abend Fantasiewesen hinweggesprüht werden können. Die ermutigende Zeder findet sich hingegen neben der entspannenden Mandarine und dem Kraft gebenden Kardamom im Drachen-Mut Duft Roll-on für Kinder, der als kleines Ritual in verzagten Momenten aus der Tasche gezogen werden kann (zusammen mit unserem kleinen Kuschel-Mut-Drachen). Und wenn es abends eines kleinen, beruhigenden Abendrituals bedarf, kann das „Träum süß“-Öl mit beruhigendem Lavendel und Benzoe Siam und dem ätherischen Öl der ausgleichenden Ho-Blätter auf einen Wattebausch getropft werden und dieser in ein kleines Tüchlein gebunden über dem Bett als Duft-Fee schweben.

Ein kleines Ritual, verbunden mit einem schönen und wohltuenden Duft, kann unsere Kinder auf diese Weise gut begleiten bei den kleinen oder größeren Herausforderungen. Ein kleiner Hosentaschenzwerg oder -drache kann eine zusätzliche Unterstützung sein. Weder das eine, noch das andere wird das introvertierte Temperament eines Kindes in ein extrovertiertes verwandeln, aber wir können ein wenig Hilfe und Unterstützung mit auf den Weg geben, um das Kind gut zu begleiten. Und so einfach kannst du ihn für dein Kind basteln:

Der kleine Mutdrache lässt sich ganz einfach und schnell basteln. Du brauchst dafür nur etwas Filz, eine Holzperle, einen Pfeifenputzer, Nadel und Faden, Kleber, Füllmaterial und Stifte für das Gesicht.

  • Male zunächst die Form auf dem Filz vor für eine Seite und pause diese dann ab.
  • Knicke den Pfeifenputzer in der Mitte, setze die Holzperle mit etwas Kleber auf den gefalteten Draht. Die anderen Enden des Pfeifenputzers faltest du zur Mitte. Sie dienen zur Stabilisierung der Arme.
  • Lege Kopf und Arme auf die Unterseite, gebe etwas Füllmaterial darauf und lege die Oberseite auf. Nun kannst du Ober- und Unterseite miteinander vernähen. Wenn du magst, kannst du vorher noch eine kleine Tasche annähen. In diese können kleine Botschaften auf Papier gesteckt werden.
  • Die Naht kann ruhig ein wenig unordentlich aussehen – das passt bei diesen kleinen Hosentaschenpüppchen gut.
  • Abschließend nimmst du ein Stück Stoff, faltest es zu einem Dreieck und nähst die lange Seite zusammen. Für die Drachenmütze habe ich noch ein paar Zacken hinein geschnitten. Die fertige Mütze wird mit Kleber am Kopf befestigt.
  • Abschließend kannst du mit Stiften noch das Gesicht aufmalen.

Mit Duft und Hosentaschenzwerg zusammen können viele Abenteuer ein wenig „magisch“ unterstützt werden. Und wer hätte nicht gerne einen kleinen Drachen an der Seite?
Eure

Libellen aus Ahornsamen basteln

Ahornsamen sind Kindheitserinnerungen. Meine Kinder kleben sich die geöffneten, klebrigen Samen heute genauso auf die Nase wie ich damals als Kind. Aber sie sind nicht nur zum Aufkleben ein schönes Naturspielzeug, sondern können auch zu kleinen Ahornfeen verbastelt werden wie hier oder zu Libellen, wie sie in diesem Jahr unseren Jahreszeitentisch schmücken.

Für die Libellen braucht Ihr:

  • Ahornsamen
  • Wasserfarbe und Pinsel
  • etwas Draht
  • einen dünnen Stock
  • nach Möglichkeit: zwei kleine Holzperlen für die Augen

Die Ahornsamen können auch schon von kleinen Kindern mit Farbe und Pinsel angemalt werden, für die Befestigung am Stock braucht es allerdings etwas Fingerspitzengefühl: Der Draht verläuft über Kreuz über die Flügel, so dass diese sicher am Stock befestigt werden können. Zwei kleine Holzperlen können ebenfalls auf dem Draht aufgefedelt und dann als Augen festgebunden werden. Aufgehangen können die Libellen im Wind am Fenster fliegen oder auf dem Jahreszeitentisch sitzen.

Viel Spaß beim Basteln!
Eure

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Sommererlebnisse in Bildern festhalten

Die Ferien gehen ihrem Ende entgegen, es ist Zeit für einen Rückblick auf die Unternehmungen, Erlebnisse, Sommermomente. So, wie wir am Ende des Tages auf den Tag zurück blicken, sehen wir am Ende der Ferien auch einmal zurück und fragen nach, was wir erlebt haben und halten einige Erinnerungen fest: Die großen Kinder haben bereits Tagebücher, aber auch sie sitzen gerne mit am Maltisch und gestalten ihre Erinnerungen. Heute gibt es drei Ideen, die Sommererlebnisse auf Papier festzuhalten.

Sommerblumen mit Fingerabdrücken gestalten

Was blüht denn hier? Vielleicht habt ihr im Sommer auch die vielen bunten Blüten bewundert und daran gerochen. Für kleine Kinder ist es noch schwer, das Gesehene abzubilden, aber wir können auf einfache Art eine Erinnerung schaffen an die bunten Blumenwiesen: Mit etwas Aquarellfarbe können Eltern einen Blumenwiesenhintergrund gestalten: etwas Grün für die Wiese, etwas Blau für den Himmel, etwas Geld für die Sonne. Das Kind kann dann auf den getrockneten Untergrund mit in Farbe getauchten Fingerspitzen nach Belieben Blüten auf dem Feld verteilen oder dem Blumenstengel antupfen. So entstehen bunte Blumenkunstwerke, die an der Kinderzimmerwand noch lange an den Sommer erinnern.

Sommerfrüchte-Handabdruck

Bei den Sommerblumen machen die Eltern den ersten Teil der Malarbeit, bei den Sommerfrüchten die Kinder: Einfach Hände anmalen und auf das Papier drücken. So werden aus roten Handabdrücken Erdbeeren, aus gelben Ananas, aus grünen gestreifte Melonen. – Und was gab es sonst an Obst im Sommer? Eine schöne Idee, um kulinarisch auf den Sommer zurück zu blicken und nebenher den Wortschatz auszubauen. Das sieht nicht nur an der Kinderzimmerwand schön bunt aus, sondern kann auch die Küche wunderbar zieren.

Sandbilder aus Urlaubserinnerungen

Gehört ihr zufällig zu den Menschen, die aus dem Urlaub Sand mit nach Hause nehmen in einer kleinen Flasche? Wir machen das immer wieder und lassen die kleinen Gläser dann beschriftet stehen oder verwenden den Sand weiter. Zum Beispiel, um ein schönes Sandbild daraus zu machen. Das geht ganz einfach: Zeichne mit Bleistift die Umrisse des Bildes vor, beispielsweise eine Sandburg. die Umrisse werden dann mit Kleber nachgezogen und der gesammelte Sand wird auf das Papier gegeben und klebt an den Klebeumrissen fest. Anschließend so lassen oder die Zwischenräume mit Wasserfarbe ausmalen.

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

Drei einfache Regeln für schöne Kinderfotos

Leni Moretti ist Familienfotografin aus Berlin und zeigt in ihrer neuen Kolumne hier, wie ihr mit eurer eigenen Kamera im Familienalltag schöne Baby- und Kinderfotos machen könnt – für bleibende Erinnerungen.

Zum Fotografieren ist das Smartphone im Familienalltag zwar praktisch, weil es unkompliziert ist und man es schnell zur Hand hat. Doch wenn man auch bei schlechten Lichtverhältnissen brauchbare Fotos von seinen durch-die-Gegend-flitzenden Kinder machen möchte, klappt das viel besser mit einer Spiegelreflex- oder Systemkamera. Bis man verstanden hat, wie mit den ganzen Rädchen und Tasten an der Kamera tolle Kinderbilder entstehen, kann es allerdings etwas dauern. Bis dahin lohnt es sich, ein paar einfache Regeln zu beherzigen, mit denen Deine Kinderbilder sofort deutlich besser aussehen, egal ob Du mit dem Handy oder der Kamera fotografierst. 

1. Achte auf den Hintergrund! 

Achte auf einen ruhigen Hintergrund, wenn Du Dein Kind fotografierst. Wenn sich im Hintergrund hinter Deinem Kind viele störende Elemente und Farben befinden, wird der Blick von Deinem Fotomotiv weggelenkt. Was man als Foto-Anfänger auch leicht übersieht: Bäume, die aus dem Kopf wachsen. 

Wenn Du Deine Kinder in der Natur fotografierst, versuche mal darauf zu achten, dass Du so ein “Baumgeweih” vermeidest. Hier reicht es oft schon, einen kleinen Schritt zur Seite zu gehen und schwupps, hat man einen viel schöneren Hintergrund. So habe ich das bei dem linken Foto gemacht und bin einfach einen Schritt nach rechts gegangen. So sieht der Hintergrund gleich viel ruhiger und aufgeräumter aus, oder? 

2. Ganz oder gar nicht! 

Wenn Du ein Ganzkörperfotos von Jemandem machst, egal von wem, auf keinen Fall die Füße abschneiden. Die müssen mit auf’s Foto! Ich weiß nicht, wie oft ich im Urlaub schon Passanten gebeten habe, ein Foto von uns zu machen, nur um das festzustellen, dass die Füße nicht mit drauf sind. Jetzt sage ich immer mit einem Augenzwinkern, „Bitte auch die Füße mit auf’s Foto nehmen!“

Wenn man sein Kind nur von der Hüfte aufwärts fotografiert oder nur das Gesicht, müssen die Füße natürlich nicht mit drauf. Aber bei Ganzkörperfotos schon. Ganz oder gar nicht! Oft ist man beim Fotografieren so auf das Gesicht in der Mitte des Fotos konzentriert, dass man alles Andere drumherum vergißt. Lasse vor dem Auslösen also am besten nochmal schnell den Blick durch das Bild wandern! 

3. Weg von der Mitte! 

Als Fotografie-Einsteiger fotografiert man sein Fotomotiv meistens mittig und das kann nach einer Weile etwas langweilig sein. Mit der Drittel-Regel kannst Du direkt beim Fotografieren oder später beim Zuschneiden der Bilder am PC mehr Spannung in Deine Kinderfotos bringen. 

So machst Du Deine Kinderfotos mit der Drittel-Regel interessanter und harmonischer:

  • Teile das Bild (gedanklich) in 9 Teile so wie auf diesem Foto
  • Stelle sicher, dass sich bei Kinderporträts das Gesicht auf einem der Schnittpunkte der horizontalen und vertikalen Linien befindet. Das klingt erstmal kompliziert und mathematisch, ist es aber nicht.
  • Bei einigen Kameras kann man sich die horizontalen und vertikalen Hilfslinien der Drittel-Regel direkt beim Fotografieren im Display und Sucher anzeigen lassen. Schau mal, ob Du diese Einstellung bei Deiner Kamera findest. 

Muss man sich immer an diese drei Regeln halten? Auf keinen Fall. Manchmal achte ich drauf, manchmal nicht. Es ist gut, manche Regeln in der Fotografie zu kennen. Ob man sich daran hält, entscheidet das Bauchgefühl. 

Leni Moretti ist Baby- und Familienfotografin aus Berlin. Seit 2013 begleitet sie mit der Kamera Familien in ihrem eigenen Zuhause. Dabei dokumentiert sie in einer vertrauten Atmosphäre die innige Verbindung zwischen Eltern und ihren Kindern mit Fotos und Filmaufnahmen. Auf ihrem Foto-Blog und auf Instagram gibt sie ihr Foto-Wissen weiter und zeigt Eltern, wie sie im Familienalltag selber schöne Baby- und Kinderfotos machen können. Für Foto-Anfänger, die ihre Kamera besser verstehen möchten, hat Leni einen umfangreichen Online-Fotokurs für Eltern entwickelt.