Monat: Oktober 2013

Wohin mit Kind in Berlin? Mal wieder Paar sein im Kinderwagenkino

Wenn ein Paar Eltern wird, ist das oft nicht so einfach. Es gibt so vieles, was sich ändert. An einem selbst, körperlich und psychisch, aber vor allem auch am Alltag. Manchmal ist es nicht einfach, neben dem Elternsein auch ein Paar zu bleiben. Deswegen ist es wichtig, sich als Paar auch immer wieder zu begegnen. Weiterlesen

Wochenende in Bildern

Ist wirklich schon wieder eine Woche vergangen? Herbstlich war es an diesem Wochenende bei uns und ganz ganz langsam schleichen sich auch die Weihnachtsvorbereitungen schon ein. Bei Euch auch? Aber seht, wie es bei uns war an diesem Wochenende…

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Mit den Kindern am Samstag unterwegs in der U-Bahn. Im Bastelladen werden erste Weihnachtsbasteleinkäufe getätigt.

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Langsam an Weihnachten denken: Wir basteln Schutzengel.

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Melissenessenz angesetzt.

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Bruder und Schwester spielen gemeinsam. Manchmal klappt das ganz gut.

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Der Mann hat mir ein Herbststräußchen mitgebracht.

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Wir sind bei Freunden zum Geburtstag eingeladen. Die Tochter hüpft auf deren Bett umher.

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Unser Sonntagssüß wird gebacken. Zeit für die Tochter und mich.

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Der Sohn hat am Sonntag eine ganze Birne verspeist.

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Die Tochter hat das größte Platanenblatt der Welt gefunden. Bestimmt.

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Kleine Auszeit: Warmes Bad mit Tee und Kerzenschein. Der Mann ist mit den Kindern draußen.

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Maronenzeit. Schmecken auch dem Sohn – und der Tochter sowieso.

Gespräche mit einer Vierjährigen Nr.6

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Der Tochter wurde das Fahrrad geklaut. Wir hatten es ihr zum 4. Geburtstag geschenkt und sie hat es geliebt. Als wir ihr das Radfahren beibrachten, war es schon ein sehr besonderer Moment, sie zum ersten Mal los zu lassen. Ich konnte es einfach nicht. Ich lief und lief neben dem Rad her und hielt sie fest. Bis sie rief: „Mama, Du kannst jetzt wirklich los lassen!“ Loslassen ist manchmal gar nicht so einfach als Mutter. Das Rad stand jedenfalls draußen, angeschlossen mit einem ABUS-Kinderschloss direkt an der Kreuzung Petersburger Straße/Karl-Marx-Allee. Mitten in Berlin. In einer Nacht wurde das Schloss einfach durchtrennt und das Rad war am Morgen weg.

Ich dachte immer, wenn so etwas passieren würde, würde die Tochter sicher sehr weinen und traurig sein. Sie war auch traurig, aber vor allem war sie wütend. Sie schimpfte und entschied sofort, dass wir zur Polizei müssten, um das zu melden. So ginge das ja nicht. Als ich sie am Nachmittag vom Kindergarten abholte, kamen wir also zu einem Gespräch über Gerechtigkeit und Bestrafung:

Tochter: „Mama, das ist ECHT doof von denen, die das Fahrrad weg genommen haben.“

Ich: „Ja, das macht man ja nicht.“

Tochter: „Ja, das macht man nicht. Aber jetzt gehen wir zur Polizei. Und die fangen dann die Diebe. Und dann kommen sie ins Gefängnis. Und zwar so doll bis sie tot sind.“

Ich denke: Oje, wie kommt sie denn auf die Todesstrafe? Ach nee, nicht schon wieder so ein kompliziertes Gespräch am Nachmittag. Wie krieg ich da jetzt nur gut die Kurve?

Ich sage: „Also nicht bis sie tot sind. Das geht ja auch nicht. Man kann ja nicht jemanden tot machen, weil der was Schlimmes gemacht hat.  Fällt Dir vielleicht eine andere Sache ein, die Du Dir wünschen würdest?“

Tochter: „Ja, dass sie Fische werden!“

Ich: „Äh, Fische? Warum das denn?“

Tochter: „Na weil sie dann keine Fahrräder mehr klauen können!“

Na klar. Fisch sucht eben doch kein Fahrrad.

 

Landkorb Wochenrückblick Nr.3

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Endlich gibt es wieder einen Wochenrückblick, was bei Familie Mierau in der letzten Woche so auf den Tisch gekommen ist. In den beiden Wochen davor waren wir an den Wochenenden nicht daheim und so kam am Freitag auch nicht unser Landkorb zu uns. Nun aber ist alles wie immer…

 

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Noch immer ist Kürbiszeit. Diesmal grüner Hokkaido gefüllt mit „wie Hackfleisch“ (vegetarisch), im Ofen überbacken mit Käse und dazu Couscous und Tomatensoße.

 

 

 

 

 

 

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Noch mehr Kürbis. Diesmal als Suppe mit Kokosmilch. Dazu vegetarische Würstchen in Blätterteig. Hmm…

 

 

 

 

 

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Herbstzeit ist Suppenzeit bei uns. Hier: Rote-Beete-Suppe. Rote Beete wird geschält und mit einem Apfel gekocht. Dazu kommt Weißwein und wird mit Balsamicoessig abgeschmeckt.

 

 

 

 

 

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Geht auch ganz einfach: Nudeln mit Mozarella, Öl und Kräutern.

 

 

 

 

 

 

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Gebackene Kartoffeln (Ofen) mit Auberginenpüree

 

 

 

 

 

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Weiter geht es mit Kartoffeln: Kartoffelbrot

 

 

 

 

 

 

 

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Und noch dieses: Unsere selbstgemachten Apfelscheiben. Die Tochter nennt die „Wintervorrat“. Na dann kann der Winter ja kommen.

 

6 Monate Breifrei – Wie mein Baby ohne Brei zum guten Esser wurde

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Nun sind 6 Monate seit dem Beikoststart vergangen. Der Sohn hat in dieser Zeit viele Dinge probiert, genascht, heimlich von der Schwester etwas zugesteckt bekommen. Angefangen mit Pastinake, Fenchel, Gurke ging es über Brot mit Mandelmus zu Käse, Sahne, Apfelmark, Steak und schließlich gab es am ersten Geburtstag auch den ersten Kuchen. Was hat sich getan in diesen 6 Monaten?

Er hat gelernt, das Essen mit der Hand richtig zum Mund zu führen und mit den Händen nicht nur zu erforschen, sondern es auch richtig damit handhaben zu können: Wenn man einen Gurkenstick bis zur umklammernden Faust abgeknabbert hat, ist die Gurke ja noch gar nicht alle, sondern ein Stückchen noch in der Handfläche! Er hat gelernt, verschiedenste Konsistenzen zu erfühlen und richtig damit umzugehen: Brot ist hart, Avocado weich, Suppe cremig-flüssig, Müsli breiig-stückig. Pflaume lässt sich gut in den Händen zerquetschen und Brombeeren zermatschen auch einfach so beim Anfassen. Erbsen kann man mit den Fingerspitzen aufpicken oder über den Teller rollen lassen. Mit Wasser lassen sich Bilder auf den Tisch malen und draufklatschen macht lustige Geräusche. Käse schmeckt am Besten aus der Hand, nicht auf dem Brot liegend. Überhaupt ist es schön, von allen Dingen den puren Geschmack zu erfahren, bevor man es gemischt isst. Besteck ist spannend und muss auch ausprobiert werden, weil das ja alle anderen am Tisch auch machen. Nur wie kommt das Essen damit in den Mund? Und zwar so, dass man davon auch satt wird? Ein kleines Glas mit Wasser kann schon selbst zum Mund geführt werden und nur noch ab und zu geht etwas beim Trinken daneben.

6 Monate voller neuer Erfahrungen, voller Spaß am Ausprobieren und Experimentieren. 6 entspannte Monate, die ein Baby selbst bestimmt hat. Und wie wird alles in einem weiteren halben Jahr aussehen? Wahrscheinlich wird er auch dann noch Muttermilch nach Bedarf trinken. Aber vielleicht klappt es ja mit der Gabel schon ein bisschen besser. Wer weiß?

 

Du möchtest mehr erfahren über Breifrei? Hier finden meine nächsten Workshops statt:

  • 02.11.2013 10:00-12:00 Uhr im Amitola in Friedrichshain
  • 14.12.2013 11:00-13:00 Uhr im Hug & Grow in Tiergarten
  • 25.01.2014 11:00-13:00 Uhr im Hug & Grow in Tiergarten

Das Ebook „Breifrei durch die Babyzeit. Gemeinsam Essen entdecken. Stück für Stück“ Hier herunterladen.

Die Sache mit dem Impfen – Fragen, die man sich und dem Arzt in Sachen Impfung stellen sollte

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Das Impfen ist eines der am stärksten kontrovers diskutierten Themen unter den Eltern. Impfbefürworter und Impfgegner stehen sich oft wutentbrannt gegenüber. Ein Thema, das die Gemüter erregt. Es gibt Argumente dafür und dagegen – aus rein medizinischer Sicht und aus persönlicher sowieso. Hier soll es aber einmal nicht um medizinische Fakten gehen und um einzelne Impfstoffe, sondern einfach nur um einige Fragen, die man sich im Vorfeld des Impfens stellen kann. Fragen, die einem helfen, für sich einen guten Weg zu finden und die bei der Aufklärung helfen können.

1. Werde ich gut von meinem Kinderarzt beraten?

Ein guter Kinderarzt ist das A und O. Nicht nur in Sachen Impfungen, sondern auch generell. Kinderärzte sind für viele Jahre Begleiter der Eltern. Ihr Einfluss auf Eltern ist enorm: Schon oft habe ich gehört, dass fragwürdige Schlaflernprogramme von Eltern deswegen durchgeführt wurden, weil der Kinderarzt dies empfohlen hat. Aber nicht nur in Sachen Schlafen werden Ärzte um Rat gefragt, auch das Stillen und die Stilldauer kann von ihren Empfehlungen abhängen. Daher sollten Eltern am Besten schon vor der Geburt nach einem wirklich guten Kinderarzt Ausschau halten. Über andere Eltern erfährt man meistens viel. Auch Hebammen können bei der Suche helfen. Wichtig ist, dass der Arzt sich fortlaufend weiter bildet. Gut ist es auch, wenn er vernetzt ist und Fragen an andere Fachpersonen weiter gibt, denn schließlich sind Kinderärzte beispielsweise keine Stillberater und verfügen oft nur über Grundlagenwissen in Hinblick auf das Stillen.

In Sachen Impfungen ist ein guter Kinderarzt deswegen wichtig, weil es eine Aufklärungspflicht über Impfungen gibt: Eltern müssen vom Arzt aufgeklärt werden. Die Ständige Impfkomission (STIKO) gibt hierzu folgenden Hinweis:

Die Aufklärung sollte umfassen: Informationen über die zu verhütende Krankheit und den Nutzen der Impfung, die Kontraindikationen, Durchführung der Impfung, den Beginn und die Dauer des Impfschutzes, das Verhalten nach der Impfung, mögliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Impfkomplikationen […] sowie die Notwendigkeit und die Termine von Folge- und Auffrischungsimpfungen.

Diese Aufklärung kann und sollte man vom Arzt einfordern. Es ist wichtig, dass Eltern wirklich aufgeklärt sind über den Impfvorgang und eventuelle Folgen und Risiken. Das Deutsche Ärzteblatt verdeutlicht die Bedeutung der Aufklärung aus juristischer Sicht nochmals folgendermaßen:

Die höchstrichterliche Rechtsprechung hält daran fest, daß jeder Eingriff in die körperliche oder gesundheitliche Befindlichkeit des Patienten – sei er behandlungsfehlerhaft oder frei von einem Behandlungsfehler – als Verletzung des Behandlungsvertrages und als rechtswidrige Körperverletzung zu werten ist, wenn er sich nicht im konkreten Fall durch eine wirksame Zustimmung des Patienten gerechtfertigt erweist […]. Der Umfang und der Genauigkeitsgrad der Aufklärung sind umgekehrt proportional zur Dringlichkeit des Eingriffs […]. Dies besagt: Je weniger dringlich sich der Eingriff in zeitlicher und sachlicher Hinsicht für den Patienten darstellt, desto weitergehend ist das Maß und der Genauigkeitsgrad der Aufklärungspflicht.

Der Arzt sollte dabei objektiv alle wichtigen Punkte behandeln und ergebnisoffen sein: Letztlich muss die Entscheidung bei den Eltern liegen. Allerdings ist es nach einem guten Beratungsgespräch durchaus möglich, einen alternativen Impfplan auszuhandeln: Auch unter Ärzten wird diskutiert, Kinder erst im Kleinkindalter zu impfen, da Gehirn und Immunsystem besser ausgereift sind. Auch muss nicht unbedingt auf die großen Mehrfachimpfungen zurück gegriffen werden; viele Impfstoffe gibt es auch einzeln oder in kleineren Zusammenstellungen. Stellt sich beim Beratungsgespräch heraus, dass Eltern und Arzt nicht auf einer „Wellenlänge“ sind oder die Beratung ist nicht umfassend genug, sollten Eltern in Ruhe eine Zweitmeinung einholen, bevor sie sich abschließend entscheiden. Wer sich nach einer Aufklärung gegen eine Impfung entscheiden sollte, muss dies oft schriftlich beim Arzt bestätigen. Aber immer gilt: Eine gründliche Aufklärung ist Pflicht! Gut ist es, Beratung und Impfung getrennt voneinander zu vereinbaren. So kann man das Gehörte noch einmal überdenken, eben eine Nacht drüber schlafen und sich vielleicht auch mit dem Partner in Ruhe ohne Anwesenheit des Arztes austauschen.

Entscheidet man sich gegen die Impfung, braucht man einen Kinderarzt, der im Krankheitsfall behandelt  und der Erfahrungen mit der Behandlung hat. Entscheidet man sich beispielsweise gegen eine Masern-Impfung, benötigt man im Krankheitsfall dringend einen fachkundigen Arzt – und zwar einen, der schon einmal die Erkrankung behandelt hat. Auch diese Frage sollte also im Beratungsgespräch geklärt werden.

Wer sich für die Impfung entscheidet, sollte sich vom Arzt den Beipackzettel und die Impfampulle des Impfstoffes mitgeben lassen: Im Beipackzettel sind unerwünschte Arzneiwirkungen aufgeführt, die nach der Impfung auftreten können. Das ist eine gute Richtlinie, um eventuelle Komplikationen einordnen zu können. Allerdings gibt es in Sachen Langzeitfolgen bisher keine einheitliche Datenlage und es können durchaus auch Symptome auftreten, die auf dem Beipackzettel nicht erwähnt sind. Die Impfampulle enthält die Chargennummer. Diese sollte auch im Impfausweis vom Arzt aufgeführt werden. Sollte es doch eine Komplikation geben, kann dies für anschließende gerichtliche Auseinandersetzungen sehr wichtig sein.

 

2. Welche Rahmenbedingungen müssen wir erfüllen in Sachen Impfen/nicht Impfen?

Wer sich mit den medizinischen Fakten auseinander gesetzt hat, Pro und Contra abgewogen hat und gut beraten wurde, kann auch noch ganz persönliche Fragen in die Entscheidung mit einbinden:

Wie gesund ist mein Kind?

Die Fälle, in denen Kinder geimpft wurden und in denen (zum teil schwerwiegende bis tödliche) Nebenwirkungen aufgetreten sind, zeigen, dass Nebenwirkungen möglich sind. Allerdings ist es bislang unklar, welche Faktoren besonders auslösend sind, d.h. warum einige Kinder durch eine Impfung schwere Hirnschäden davon tragen und andere nicht. Auf jeden Fall sollte das Kind vor einer Impfentscheidung ganz betrachtet werden: Ist mein Kind generell gesund? Hat es ein gutes Immunsystem? Ist es viel verschiedenen Erregern ausgesetzt, zum Beispiel durch den Besuch eines Kindergartens?

Leidet ein Kind unter Allergien gegen Inhaltsstoffe der Impfstoofe wie z.B. Hühnereiweiß, Thiomersal oder Antibiotika, ist ebenfalls Vorsicht geboten: In diesem Fall sollte auf einen Impfstoff ohne diese Inhaltsstoffe zurück gegriffen werden oder die Impfung ganz vermieden werden. Treten in der Familie besonders häufig Allergien auf und ist nicht bekannt, ob das Kind auch allergisch auf einen der Zusatzstoffe reagieren könnte, muss ebenfalls genau mit dem Arzt abgewogen werden.

Noch vor einigen Jahren war der Begriff „Hochsensibilität“ für viele Menschen völlig fremd. Heute können immerhin einige Menschen mit diesem Begriff mehr anfangen. Etwa 15 bis 20 Prozent der Menschen sollen hochsensibel sein: Ihre Großhirnrinde ist leichter erregbar als bei anderen Menschen und es werden mehr Außenreize als bedeutsam eingestuft als bei nicht-hochsensiblen Menschen. Hochsensible Menschen reagieren oft stärker auf Therapien und haben häufiger mit Nebenwirkungen von Medikamenten zu kämpfen, da ihr gesamter Körper, aber insbesondere das Nervensystem, Informationen anders aufnimmt und verarbeitet. Dies trifft natürlich auch bei Impfungen zu. Wer ein hochsensibles Kind hat, sollte unter diesem Gesichtspunkt mit dem Arzt über die Impfung und mögliche Probleme sprechen.

Was mache ich mit meinem Kind im Krankheitsfall?

Wie oben bereits beschrieben, ist es wichtig, einen Arzt zu haben, der auch die Krankheiten behandelt und behandeln kann, die heute durch Impfungen kaum noch auftreten. Darüber hinaus stellt sich jedoch noch eine andere wichtige Frage: Kann ich im Krankheitsfall die Versorgung meines Kindes gewährleisten? Erkrankt ein Kind an einer Kinderkrankheit, ist dies oft ein langwieriger Prozess. Wer sich gegen eine Impfung entscheidet, sollte einen Notfallplan dafür haben, dass das Kind eventuell über einen langen Zeitraum zu Hause bleiben muss. Vorab können Eltern sich fragen: Kann ich lange von meiner Arbeit fern bleiben? Haben wir andere Angehörige oder Freunde, die sich um unser krankes Kind kümmern könnten?

 

3. Wann ist das Impfen generell nicht angeraten?

Wie schon erwähnt, ist bei Allergie oder Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe ggf. von einer Impfung abzusehen. Darüber hinaus gibt es aber auch Gründe, um Impfungen zu verschieben: Ist das Kind krank oder kränkelt es leicht (und es ist zu erwarten, dass es in den nächsten Tagen krank wird), sollte nicht geimpft werden. Auch, wenn im nahen Umfeld gerade viele Menschen krank sind und nicht ausgeschlossen ist, dass das Kind sich gerade angesteckt hat (Inkubationszeit), ist eine Impfung nicht anzuraten. Sind gerade Zähne am Durchbrechen (wobei viele Kinder besonders infektanfällig sind), sollte ebenfalls eher abgewartet werden, wie auch generell in Umbruchzeiten, in denen das Kind stark gestresst ist (zum Beispiel in der Kitaeingewöhnungsphase). Hat das Kind schon einmal eine starke Impfreaktion gezeigt oder einen Schaden durch eine Impfung erlitten, muss vor einer weiteren Impfung genau die Ursache geklärt werden, um weitere unerwünschte Reaktionen zu vermeiden.

Liest man diese Liste der Empfehlungen, wann eine Impfung lieber verschoben werden sollte, werden sich manche Eltern vielleicht fragen, wann im ersten Jahr überhaupt geimpft werden soll, da die meisten Kinder in einem fort Entwicklungsschübe, Erkältungskrankheiten oder Zahnungsprobleme haben und die Zeitfenster, in denen tatsächlich gar nichts ansteht, wirklich sehr gering sind. Tatsächlich ist es in solchen Fällen mit dem Arzt zu besprechen, wann ein guter Zeitpunkt ist und ob eine Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt sinnvoll ist.

Wie geschrieben, ist jede Familie und jedes Kind anders. Eine Pauschallösung gibt es nicht. Aber es gibt Fragen, die Denkanstöße geben  und durch das Chaos an Informationen helfen können. So, dass Eltern nicht nur aus Angst keine oder aber aus Angst jede Impfung machen lassen, ohne genau informiert und aufgeklärt zu sein. Lasst Euch von Ärzten also nicht abwimmeln, sondern besteht auf Euer Recht und ihre Pflicht. Schließlich geht es um die Gesundheit der Kinder – welche Entscheidung man letztlich auch trifft.

 

Weiterführende Literatur zur medizinischen Vertiefung:

Hirte, Martin (2008): Impfen. Pro & Contra. Das Handbuch für die individuelle Impfentscheidung. – München: Knaur.

Susanna Boldi-Labusga (2010): Impfungen auf dem Prüfstand. In: Natur & Heilen. 11/2010

Epidemiologisches Bulletin des RKI

Mädchen sein, Frau sein – mit einem guten Körperbild

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In den letzten Monaten bin ich immer wieder auf Artikel gestoßen zum Thema Geschlechtsidentität entwickeln, Entwicklung von Mädchen, Frau werden, die mir gezeigt haben, dass es momentan ein wirklich wichtiges Thema ist. Auch unter den Mütter-Bloggerinnen ist es längst ein Thema. @dasnuf schrieb im September über „Neuigkeiten aus dem frisch duftenden Freudental“ und der Feststellung, dass aufwachsende Mädchen und Frauen heute durch Pflegeprodukte in den Glauben versetzt werden, dass der weibliche Genitalbereich grundsätzlich stinken würde und man mit diversen „wohlriechenden“ Pflegeprodukten Abhilfe schaffen müsste. @berlinmittemom Anna Luz de León beschäftigt sich derzeit in einer Artikelreihe damit, dass Studien zum Ergebnis kamen, dass „in Deutschland 64 Prozent aller Mädchen im Teenageralter aufhören, die Dinge zu tun, die sie lieben, weil sie sich mit ihrem Äußeren unwohl fühlen“. Und dann gibt es auch noch Werbespots, die zwar erst einmal offensiv mit Weiblichkeit umgehen und Mädchen eine Art des freudvollen Umgangs mit der Menstruation beizubringen scheinen, dann aber doch nur die „heimliche“ Zustellung eines Menstruationssets bewerben: „It’s like christmas for your vagina!“ Zu solchen Anbietern zählt auch „Madame Ladybug„, wo man sich – je nach Bedarf preislich gestaffelt – eines von drei Menstruationspaketen monatlich zusenden lassen kann. Die beiden teureren Pakete enthalten auch gleich das Schmerzmittel „Midol“ neben Tee und Snacks. Welches Bild erhalten Mädchen also vom Frausein? Und was sollten wir anders tun?

Es fängt – wie immer – am Anfang an. Ich möchte hier in diesem Rahmen nicht auf die Sex-Gender-Debatte und auf rosa Mädchensachen, Barbie und Co. eingehen. Hier soll es nur um das Körpergefühl gehen, das wir unseren Kindern vermitteln. Und das vermitteln wir von Anfang an. Es beginnt damit, wie wir Geschlechtsorgane bezeichnen, bzw. ob wir ihnen überhaupt einen Namen geben. Denn oft genug höre ich auch heute noch die Bezeichnung „untenrum“, wenn sich irgendwas auf die primären Geschlechtsorgane bezieht. Doch natürlich brauchen Körpergliedmaßen einen Namen, denn wie sollen sie namenlos für ein Kind real existieren? Was keinen Namen hat, darüber spricht man nicht. Doch gerade Kinder müssen über ihr Geschlecht und ihre Geschlechtsorgane sprechen.

Schon Babys brauchen den Raum, um sich mit sich selbst vertraut zu machen – Mädchen und Jungs gleichermaßen. Im Nacktsein dürfen sie ihren ganzen Körper erfahren. Für die Entwicklung des Körpergefühls ist es wichtig, dass der gesamte Körper selbst erkundet werden darf. Heute, wo viele Babys in unserer Kultur die meiste Zeit des Tages in einer verschlossenen Windel verbringen, sind gerade auch die Wickelsituationen besonders bedeutsam. Was vermitteln wir einem Kind, wenn wir angeekelt in die volle Windel blicken und mit schnellen, unsanften Bewegungen den Windelinhalt beseitigen? Wenn wir uns entscheiden, mit Windeln zu wickeln und das Kind nicht abzuhalten (windelfrei zu praktizieren), ist dies unsere Entscheidung und nicht die des Kindes. Und so müssen wir auch unsere eigene Konsequenz daraus ziehen. In diesem Fall bedeutet es, dass natürlich nicht das Kind in irgendeiner Weise negativ zu behandeln ist, weil es die Windel voll gemacht hat. Im Gegenteil: Das Windeln wechseln sollte ein Moment der Ruhe sein können, in dem das Baby beteiligt werden kann, in dem man ihm Ruhe lässt. Je nach Alter darf es auch an der Wickelsituation beteiligt werden. Vielleicht kann es einfach schon selbst ein Papiertuch halten oder nach dem ersten Säubern durch Mutter oder Vater kann das Kind selbst noch einmal nachwischen. Sprache ist auch hier wichtig: Das Wickeln ist ein wunderbarer Moment, um miteinander zu reden, in den Austausch zu kommen. Der Wickelnde kann beschreiben, was er tut. Er kann Empfindungen des Babys umschreiben: Der Waschlappen fühlt sich nass an, oder? Je mobiler das Baby wird, desto weniger einfach sind diese Wickelsituationen ruhig zu gestalten, weil das Kind vielleicht lieber krabbeln oder laufen möchte. Doch wenn man dem Kind von Anfang an die Möglichkeit gibt, selbst beteiligt zu sein, ist das Wickeln oftmals einfacher und ganz nebenbei erfährt das Baby Wertschätzung für den Windelbereich.

Und noch etwas anderes ist wichtig, wenn es darum geht, ein gesundes Körperbild von Anfang zu entwickeln: Andere Menschen sehen. Und zwar nicht nur die halbnackten „Schönheiten“ auf den Werbeplakaten. Mit meiner Tochter bin ich schon oft am Kindertag im Hamam gewesen. Dort unter Frauen kann sie sich ein eigenes Bild machen von der Vielfältigkeit des Frauseins. Ich erinnere mich noch an die Situation, als wir einmal dort waren und sie mich fragte: „Mama, warum hat die Frau so verschrumpelte Brüste?“ Es war eine alte Frau und im ersten Moment war mir die Situation unangenehm, denn ich war mir ziemlich sicher, dass die Frau sie gehört hatte. Doch dann sagte ich ihr einfach, dass die Frau eben schon viel älter sei und das normal wäre und fand es auf einmal ganz großartig, dass meine Tochter an diesem Ort so viele verschiedene Frauen sehen konnte: jung und alt, dick und dünn, verschiedenen kulturellen Ursprungs und doch alle gemeinsam an diesem Ort, an dem sie sich der Körperpflege hingeben. Jede auf ihre Art mit ihrem Körper.

Körperlichkeit hat von Anfang an auch mit den Worten zu tun, die wir nutzen. Wie beschreiben wir unser Kind? Necken wir es, indem wir ihm Unzulänglichkeiten vor die Nase halten? Ich erinnere mich noch heute daran, wie unangenehm es mir war, dass mich meine Tante sicher die ersten 10 Lebensjahre immer „Pummelchen“ nannte. Selbst, wenn wir es als Liebkosung meinen, hinterlassen solche Worte Spuren in uns. Deswegen sollten wir den Körper unserer Kinder mit dem Respekt behandeln, den wir uns selbst wünschen. Nicht nur mit Respekt im manuellen Umgang, sondern auch mit sprachlichem Respekt. Kinder sollten nicht als dick, pummelig, steif oder sonstwas bezeichnet werden. Sie sind, wie sie sind. Und sie sind immer aus gutem Grund so, wie sie sind.

Ganz selbstverständlich gehört zum positiven Körpergefühl auch, dass das Kind keine negativen Körpererfahrungen machen muss, d.h. dass es nicht geschlagen oder anderweitig misshandelt oder missbraucht wird. Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit für viele Eltern, aber leider zeigen Studien immer wieder, wie viele Kinder missbraucht und/oder misshandelt werden, was natürlich schwerwiegende Folgen für die Entwicklung des Körpergefühls hat. Kinder haben Rechte. Und eines davon ist das Recht auf gewaltfreie Erziehung.

Dies alles sind nur die Vorbereitungen, die wir treffen können: Kinder ihren Körper selbst erfahren lassen, ihre Geschlechtsteile benennen, respektvoll mit ihrem Körper umgehen – sowohl verbal als auch im alltäglichen Umgang. Dazu sind wir selbst natürlich wichtige Vorbilder und beeinflussen, wie sie ihren Körper betrachten. Sagen wir, dass wir uns hässlich fühlen, dass wir zu viel wiegen würden oder mäkeln hier und da an unserem Aussehen vor den Kindern herum? Unsere Kinder finden uns schön. Viele, viele Jahre lang. Wenn wir ihnen vorleben, dass wir uns selbst schön finden und zufrieden sind mit uns, dann ist das ein sehr guter Grundstein dafür, dass auch sie sich in ihrer Haut wohl fühlen.

Was Mädchen betrifft, hat auch der Umgang mit der Menstruation großen Vorbildcharakter: Zeigen wir unserer Tochter monatlich, wie schlimm, schmerzhaft, unangenehm, eklig die Menstruation ist? Oder können wir es – wenigstens ein kleines Stück – als Fest der Weiblichkeit feiern? Mein eigener Eintritt in das Frausein war vor 20 Jahren nicht so, wie ich es mir für meine Tochter wünschen würde. Umso mehr habe ich eine Vorstellung davon, wie ich mit ihr diesen Tag begehen möchte: Eine Feier soll es sein zwischen Mutter und Tochter, in der ich sie in einen neuen Lebensabschnitt aufnehme. Ein Fest für uns, an dem wir es uns gut gehen lassen. An dem wir ganz Frau sind. In früheren Zeiten gab es Zeremonien, die extra für diesen Übergang zelebriert wurden. Leider sind uns solche heute verloren gegangen. Einer Tradition zufolge wird der jungen Frau zur ersten Menstruation ein roter Stein geschenkt. Für meine Tochter habe ich den Ring mit rotem Stein schon hier. Er ist noch von meiner Großmutter. Ich hoffe, ich werde ihn einer selbstbewussten jungen Frau an den Finger stecken, die sich in ihrem Körper wohl fühlt und einfach glücklich ist. So, wie sie ist.

Wochenende in Bildern

Dieses Wochenende haben wir einen kleinen Ausflug gemacht und dann den 1. Geburtstag des Sohns noch einmal ein bisschen gefeiert. Aber schaut selbst:

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Walnüsse gefunden unter einem Walnussbaum

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Weltniedlichstes kleines Pony gefunden und mit Apfel gefüttert.

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Marienkirche in Prenzlau besichtigt.

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Banane in Kirche.

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Schaffen wir es bis zum Glockenturm? Stillpause nach etwa 150 Treppenstufen.

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Raider? Raider! hat @leitmedium an der Tankstelle gefunden!

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Frühstück am Sonntag

Wochenende_04_08

Allein mit der Tochter backen.

Wochenende_04_09

Unser Sonntagssüß: Gefüllter Bienenstich.

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… und noch ein paar andere schöne Dinge, zum Beispiel Zitronentarte.

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Einschlaflektüre momentan.

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Nun aber: Gute Nacht!