Schlagwort: Kinderkrankheiten

Bettruhe – Was tun, wenn ein Kind im Bett bleiben sollte, aber nicht will

Wochenende_09_09

Es ist Erkältungszeit und so manche Familie hat es schon erwischt. Manchmal mit Fieber, manchmal ohne. Auf jeden Fall aber sind Erkältungs- oder Kinderkrankheiten anstrengend. Besonders dann, wenn Kinder im Bett bleiben sollen. Oder, um es mit Astrid Lindgren zu sagen:

 „Jetzt halte ich es nicht mehr aus“, sagte eines Tages, kurz vor Weihnachten, die Mutter von Gunnar und Gunilla. „ich auch nicht“, sagte der Vater. Gunnar und Gunilla lagen im Kinderzimmer und hörten alles. Sie wußten ganz gut, was ihre Eltern nicht mehr aushielten. Sie hielten es nicht mehr mit Gunnar und Gunilla aus. Denn Gunnar und Gunilla waren schon seit vier Wochen krank. Nicht sehr gefährlich krank, nur gerade so viel, daß sie in ihren Betten lagen – und nach Mutter riefen.

Oft reicht es ja vollkommen aus, sie zu Hause ruhig spielen zu lassen, aber manchmal muss es eben doch die Bettruhe sein. Zum Beispiel nach einer Gehirnerschütterung, wie die Tochter sie letztens hatte. Nicht nur, dass man sich um die Kinder sorgt, oft ist man selbst auch ganz schön erschöpft von den kranken Kindern, wenn man neben allen anderen Dingen eigentlich am Krankenbett bleiben soll und vielleicht auch möchte. Aber was sollen Kinder im Bett auch machen, wenn sie krank sind, aber nicht so sehr, dass sie nur schlafen? Hier kommen unsere Lieblingsideen fürs Krankenbett:

1. Vorlesen

Natürlich. Der Klassiker beim Kranksein. Vielleicht auch eine passende Geschichte, in der auch ein Kind krank ist, wie zum Beispiel in der obigen Geschichte von Astrid Lindgren „Kuckuck Lustig“.

2. Hörspiel

Es soll eine Geschichte sein, aber Mama oder Papa müssen gerade Tee oder Suppe kochen oder etwas anderes erledigen? Dann passt vielleicht ein Hörspiel. Wie wäre es mit „Peter und der Wolf“? Mein Favorit ist ja die Version, in der Romy Schneider die Geschichte erzählt.

3. Streichelmassage

Berührung ist Balsam für die Seele. Babymassage ist wunderbar für kleine Kinder, unterstützt die Bindung, verbessert die Durchblutung etc. Gerade auch größere, kranke Kinder profitieren von einer Massage (wenn medizinisch nichts dagegen spricht). Im Bett kann das Kind gut wie ein Pizzateig geknetet und mit verschiedenen Sachen „belegt“ werden. Oder es streicht der Wind über den Rücken, es fallen ein paar Regentropfen hinauf… Mit etwas Phantasie lassen sich schöne Geschichten auf dem Rücken erzählen.

4. Spieleklassiker

Was lässt sich einfach ohne Brett im Bett spielen? Spiele wie „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ oder „Grün, grün, grün sind alle meine Dinge. Wer sieht mehr? Es ist gar nicht schwer?“ Und dann alles aufzählen, was man an grünen Sachen sehen kann.

5. Ruhig Kreativ

Nachdem einmal die Wand mit Filzstiften angemalt wurde und auch das Bettzeug in einem unbeobachteten Moment nicht verschont blieb („Das sieht jetzt so schön aus!“), sind Filzstifte im Bett bei uns verboten. Lieber schöne Wachsmalblöcke nutzen oder Buntstifte. Und weil es im Bett mit dem Malen nicht so einfach ist, haben wir ein extra Maltablett, das als Unterlage dient.
Wer es möchte oder wenn die Kinder mal länger krank sind, kann etwas Variation hinein gebracht werden: Stempelbilder oder Glitzerstiftbilder (Achtung: dabei bleiben!), Bleistiftrubbelbilder (bei denen man z.B. eine Münze oder ein Blatt unter das Papier legt und dann mit dem Stift darüber rubbelt). Und unsere absolute Lieblingsentdeckung für Momente, in denen einfaches Papier und Stifte nicht mehr reichen: Die Krikel-Krakel-Reihe von Oetinger. Hier gibt es Aufkleber zum Anmalen, Postkarten zum Weintermalen und sogar ein Quartett zum Selberbemalen, das man danach dann zusammen spielen kann.
Für das Malen müssen die Kinder allerdings schon in einer besseren Verfassung sein als beim Zuhören von Geschichten.

Großes Haus und Eltern auf anderer Etage?

So sehr wir auch am Krankenbett unserer Kinder sitzen wollen, müssen wir uns auch manchmal losreißen, um anderes zu erledigen. Wer in einem großen Haus wohnt, kann ein Walkie-Talkie benutzen, um mit dem Kind in Verbindung zu bleiben. Ich hatte als Kind ein kleines Glöckchen an meinem Bett stehen, mit dem ich meine Mutter rufen konnte, wenn ich heiser war.

 

Und was sind Eure Tipps an Bettruhtagen?

Die Sache mit dem Impfen – Fragen, die man sich und dem Arzt in Sachen Impfung stellen sollte

Spritze

Das Impfen ist eines der am stärksten kontrovers diskutierten Themen unter den Eltern. Impfbefürworter und Impfgegner stehen sich oft wutentbrannt gegenüber. Ein Thema, das die Gemüter erregt. Es gibt Argumente dafür und dagegen – aus rein medizinischer Sicht und aus persönlicher sowieso. Hier soll es aber einmal nicht um medizinische Fakten gehen und um einzelne Impfstoffe, sondern einfach nur um einige Fragen, die man sich im Vorfeld des Impfens stellen kann. Fragen, die einem helfen, für sich einen guten Weg zu finden und die bei der Aufklärung helfen können.

1. Werde ich gut von meinem Kinderarzt beraten?

Ein guter Kinderarzt ist das A und O. Nicht nur in Sachen Impfungen, sondern auch generell. Kinderärzte sind für viele Jahre Begleiter der Eltern. Ihr Einfluss auf Eltern ist enorm: Schon oft habe ich gehört, dass fragwürdige Schlaflernprogramme von Eltern deswegen durchgeführt wurden, weil der Kinderarzt dies empfohlen hat. Aber nicht nur in Sachen Schlafen werden Ärzte um Rat gefragt, auch das Stillen und die Stilldauer kann von ihren Empfehlungen abhängen. Daher sollten Eltern am Besten schon vor der Geburt nach einem wirklich guten Kinderarzt Ausschau halten. Über andere Eltern erfährt man meistens viel. Auch Hebammen können bei der Suche helfen. Wichtig ist, dass der Arzt sich fortlaufend weiter bildet. Gut ist es auch, wenn er vernetzt ist und Fragen an andere Fachpersonen weiter gibt, denn schließlich sind Kinderärzte beispielsweise keine Stillberater und verfügen oft nur über Grundlagenwissen in Hinblick auf das Stillen.

In Sachen Impfungen ist ein guter Kinderarzt deswegen wichtig, weil es eine Aufklärungspflicht über Impfungen gibt: Eltern müssen vom Arzt aufgeklärt werden. Die Ständige Impfkomission (STIKO) gibt hierzu folgenden Hinweis:

Die Aufklärung sollte umfassen: Informationen über die zu verhütende Krankheit und den Nutzen der Impfung, die Kontraindikationen, Durchführung der Impfung, den Beginn und die Dauer des Impfschutzes, das Verhalten nach der Impfung, mögliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Impfkomplikationen […] sowie die Notwendigkeit und die Termine von Folge- und Auffrischungsimpfungen.

Diese Aufklärung kann und sollte man vom Arzt einfordern. Es ist wichtig, dass Eltern wirklich aufgeklärt sind über den Impfvorgang und eventuelle Folgen und Risiken. Das Deutsche Ärzteblatt verdeutlicht die Bedeutung der Aufklärung aus juristischer Sicht nochmals folgendermaßen:

Die höchstrichterliche Rechtsprechung hält daran fest, daß jeder Eingriff in die körperliche oder gesundheitliche Befindlichkeit des Patienten – sei er behandlungsfehlerhaft oder frei von einem Behandlungsfehler – als Verletzung des Behandlungsvertrages und als rechtswidrige Körperverletzung zu werten ist, wenn er sich nicht im konkreten Fall durch eine wirksame Zustimmung des Patienten gerechtfertigt erweist […]. Der Umfang und der Genauigkeitsgrad der Aufklärung sind umgekehrt proportional zur Dringlichkeit des Eingriffs […]. Dies besagt: Je weniger dringlich sich der Eingriff in zeitlicher und sachlicher Hinsicht für den Patienten darstellt, desto weitergehend ist das Maß und der Genauigkeitsgrad der Aufklärungspflicht.

Der Arzt sollte dabei objektiv alle wichtigen Punkte behandeln und ergebnisoffen sein: Letztlich muss die Entscheidung bei den Eltern liegen. Allerdings ist es nach einem guten Beratungsgespräch durchaus möglich, einen alternativen Impfplan auszuhandeln: Auch unter Ärzten wird diskutiert, Kinder erst im Kleinkindalter zu impfen, da Gehirn und Immunsystem besser ausgereift sind. Auch muss nicht unbedingt auf die großen Mehrfachimpfungen zurück gegriffen werden; viele Impfstoffe gibt es auch einzeln oder in kleineren Zusammenstellungen. Stellt sich beim Beratungsgespräch heraus, dass Eltern und Arzt nicht auf einer „Wellenlänge“ sind oder die Beratung ist nicht umfassend genug, sollten Eltern in Ruhe eine Zweitmeinung einholen, bevor sie sich abschließend entscheiden. Wer sich nach einer Aufklärung gegen eine Impfung entscheiden sollte, muss dies oft schriftlich beim Arzt bestätigen. Aber immer gilt: Eine gründliche Aufklärung ist Pflicht! Gut ist es, Beratung und Impfung getrennt voneinander zu vereinbaren. So kann man das Gehörte noch einmal überdenken, eben eine Nacht drüber schlafen und sich vielleicht auch mit dem Partner in Ruhe ohne Anwesenheit des Arztes austauschen.

Entscheidet man sich gegen die Impfung, braucht man einen Kinderarzt, der im Krankheitsfall behandelt  und der Erfahrungen mit der Behandlung hat. Entscheidet man sich beispielsweise gegen eine Masern-Impfung, benötigt man im Krankheitsfall dringend einen fachkundigen Arzt – und zwar einen, der schon einmal die Erkrankung behandelt hat. Auch diese Frage sollte also im Beratungsgespräch geklärt werden.

Wer sich für die Impfung entscheidet, sollte sich vom Arzt den Beipackzettel und die Impfampulle des Impfstoffes mitgeben lassen: Im Beipackzettel sind unerwünschte Arzneiwirkungen aufgeführt, die nach der Impfung auftreten können. Das ist eine gute Richtlinie, um eventuelle Komplikationen einordnen zu können. Allerdings gibt es in Sachen Langzeitfolgen bisher keine einheitliche Datenlage und es können durchaus auch Symptome auftreten, die auf dem Beipackzettel nicht erwähnt sind. Die Impfampulle enthält die Chargennummer. Diese sollte auch im Impfausweis vom Arzt aufgeführt werden. Sollte es doch eine Komplikation geben, kann dies für anschließende gerichtliche Auseinandersetzungen sehr wichtig sein.

 

2. Welche Rahmenbedingungen müssen wir erfüllen in Sachen Impfen/nicht Impfen?

Wer sich mit den medizinischen Fakten auseinander gesetzt hat, Pro und Contra abgewogen hat und gut beraten wurde, kann auch noch ganz persönliche Fragen in die Entscheidung mit einbinden:

Wie gesund ist mein Kind?

Die Fälle, in denen Kinder geimpft wurden und in denen (zum teil schwerwiegende bis tödliche) Nebenwirkungen aufgetreten sind, zeigen, dass Nebenwirkungen möglich sind. Allerdings ist es bislang unklar, welche Faktoren besonders auslösend sind, d.h. warum einige Kinder durch eine Impfung schwere Hirnschäden davon tragen und andere nicht. Auf jeden Fall sollte das Kind vor einer Impfentscheidung ganz betrachtet werden: Ist mein Kind generell gesund? Hat es ein gutes Immunsystem? Ist es viel verschiedenen Erregern ausgesetzt, zum Beispiel durch den Besuch eines Kindergartens?

Leidet ein Kind unter Allergien gegen Inhaltsstoffe der Impfstoofe wie z.B. Hühnereiweiß, Thiomersal oder Antibiotika, ist ebenfalls Vorsicht geboten: In diesem Fall sollte auf einen Impfstoff ohne diese Inhaltsstoffe zurück gegriffen werden oder die Impfung ganz vermieden werden. Treten in der Familie besonders häufig Allergien auf und ist nicht bekannt, ob das Kind auch allergisch auf einen der Zusatzstoffe reagieren könnte, muss ebenfalls genau mit dem Arzt abgewogen werden.

Noch vor einigen Jahren war der Begriff „Hochsensibilität“ für viele Menschen völlig fremd. Heute können immerhin einige Menschen mit diesem Begriff mehr anfangen. Etwa 15 bis 20 Prozent der Menschen sollen hochsensibel sein: Ihre Großhirnrinde ist leichter erregbar als bei anderen Menschen und es werden mehr Außenreize als bedeutsam eingestuft als bei nicht-hochsensiblen Menschen. Hochsensible Menschen reagieren oft stärker auf Therapien und haben häufiger mit Nebenwirkungen von Medikamenten zu kämpfen, da ihr gesamter Körper, aber insbesondere das Nervensystem, Informationen anders aufnimmt und verarbeitet. Dies trifft natürlich auch bei Impfungen zu. Wer ein hochsensibles Kind hat, sollte unter diesem Gesichtspunkt mit dem Arzt über die Impfung und mögliche Probleme sprechen.

Was mache ich mit meinem Kind im Krankheitsfall?

Wie oben bereits beschrieben, ist es wichtig, einen Arzt zu haben, der auch die Krankheiten behandelt und behandeln kann, die heute durch Impfungen kaum noch auftreten. Darüber hinaus stellt sich jedoch noch eine andere wichtige Frage: Kann ich im Krankheitsfall die Versorgung meines Kindes gewährleisten? Erkrankt ein Kind an einer Kinderkrankheit, ist dies oft ein langwieriger Prozess. Wer sich gegen eine Impfung entscheidet, sollte einen Notfallplan dafür haben, dass das Kind eventuell über einen langen Zeitraum zu Hause bleiben muss. Vorab können Eltern sich fragen: Kann ich lange von meiner Arbeit fern bleiben? Haben wir andere Angehörige oder Freunde, die sich um unser krankes Kind kümmern könnten?

 

3. Wann ist das Impfen generell nicht angeraten?

Wie schon erwähnt, ist bei Allergie oder Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe ggf. von einer Impfung abzusehen. Darüber hinaus gibt es aber auch Gründe, um Impfungen zu verschieben: Ist das Kind krank oder kränkelt es leicht (und es ist zu erwarten, dass es in den nächsten Tagen krank wird), sollte nicht geimpft werden. Auch, wenn im nahen Umfeld gerade viele Menschen krank sind und nicht ausgeschlossen ist, dass das Kind sich gerade angesteckt hat (Inkubationszeit), ist eine Impfung nicht anzuraten. Sind gerade Zähne am Durchbrechen (wobei viele Kinder besonders infektanfällig sind), sollte ebenfalls eher abgewartet werden, wie auch generell in Umbruchzeiten, in denen das Kind stark gestresst ist (zum Beispiel in der Kitaeingewöhnungsphase). Hat das Kind schon einmal eine starke Impfreaktion gezeigt oder einen Schaden durch eine Impfung erlitten, muss vor einer weiteren Impfung genau die Ursache geklärt werden, um weitere unerwünschte Reaktionen zu vermeiden.

Liest man diese Liste der Empfehlungen, wann eine Impfung lieber verschoben werden sollte, werden sich manche Eltern vielleicht fragen, wann im ersten Jahr überhaupt geimpft werden soll, da die meisten Kinder in einem fort Entwicklungsschübe, Erkältungskrankheiten oder Zahnungsprobleme haben und die Zeitfenster, in denen tatsächlich gar nichts ansteht, wirklich sehr gering sind. Tatsächlich ist es in solchen Fällen mit dem Arzt zu besprechen, wann ein guter Zeitpunkt ist und ob eine Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt sinnvoll ist.

Wie geschrieben, ist jede Familie und jedes Kind anders. Eine Pauschallösung gibt es nicht. Aber es gibt Fragen, die Denkanstöße geben  und durch das Chaos an Informationen helfen können. So, dass Eltern nicht nur aus Angst keine oder aber aus Angst jede Impfung machen lassen, ohne genau informiert und aufgeklärt zu sein. Lasst Euch von Ärzten also nicht abwimmeln, sondern besteht auf Euer Recht und ihre Pflicht. Schließlich geht es um die Gesundheit der Kinder – welche Entscheidung man letztlich auch trifft.

 

Weiterführende Literatur zur medizinischen Vertiefung:

Hirte, Martin (2008): Impfen. Pro & Contra. Das Handbuch für die individuelle Impfentscheidung. – München: Knaur.

Susanna Boldi-Labusga (2010): Impfungen auf dem Prüfstand. In: Natur & Heilen. 11/2010

Epidemiologisches Bulletin des RKI

Der Herbst ist da: Die besten Hausmittel für Kinder in der Erkältungszeit

Hausmittel

Der Herbst ist da. Tage und Nächte werden kühler. Wind weht eisig. Das Sitzen im Sandkasten auf kaltem Stein ist längst keine Freude mehr. Und natürlich sind sie schon unter uns: die ersten Schniefnasen. Rote Kindernasen, laufende Babynäschen, mit gelbem Rotz verschmiert. Wir sind froh, wenn es uns (noch) nicht erwischt hat und denken voll Sehnsucht an die herrlichen Sommertage zurück, die frei von verstopften Nasen und nächtlichen Hustenattacken waren. Und auch wenn man sich nicht ganz davor bewahren kann, gibt es doch ein paar Hausmittel und Tricks, die den Herbst und Winter besser überstehen lassen.

Auf die Kleidung kommt es an

Natürlich ist an Muttis Rat was dran, im Winter die guten Wollunterhosen anzuziehen. Es muss nicht kratzig sein und auch nicht hässlich, aber passende Kleidung ist das A und O in der kalten Jahreszeit. Dünne Baumwollhemdchen gehören in den Sommer. Im Winter werden die kleinen Kinderkörper am Besten von Wolle und Wolle/Seide gewärmt. Wolle hat nämlich verschiedene Eigenschaften, die für Bekleidung im Herbst und Winter sehr praktisch sind: Sie kann die Temperatur angemessen regulieren, indem sie die Körperwärme speichert. Auch Wasserdampf wird von ihr aufgenommen und dies zu großen Mengen ohne dass sich die Wolle feucht anfühlt. Das sind ideale Eigenschaften vor allem für Socken, damit die Füße warm bleiben. Wollsocken sind deswegen wirklich die beste Fußbekleidung in den kalten Jahreszeiten. Doch nicht nur der Fuß profitiert von diesen Eigenschaften: Wenn Kinder draußen toben und schwitzen, brauchen sie genau diese Fähigkeiten der Wolle. Bleiben sie nämlich nass, kühlt der Körper aus. Darüber hinaus nimmt das Naturprodukt auch Schmutz und Gerüche wenig an – ein weiterer großer Pluspunkt, um als Kinderkleidung in Betracht zu kommen. Um Erkältungen also vorzubeugen, sollte man durchaus ein paar Wollteile mit in den Kleiderschrank aufnehmen. Da sie Schweiß bindet und unangenehme Gerüche wieder an die Luft abgegeben werden, müssen die Wollteile auch nicht ständig gewaschen werden. Man braucht also nicht so viele verschiedene Teilchen, aber ein paar sollten es schon sein. Sind Füße und Körper gut eingepackt, sollte es auch am Kopf nicht mangeln. Das Kindchenschema, durch das wir Babys und Kinder so niedlich finden, basiert u.a. auf einem relativ großen Kopf im Vergleich zum restlichen Körper. Körperwärme wird daher über diesen großen Körperteil nach außen abgegeben. Eine Kopfbedeckung sollte deswegen in der kühleren Zeit nicht fehlen.

Die richtige Nahrung

Unserem Körper kann es nur gut gehen, wenn er alle Nährstoffe bekommt, die er benötigt. Bei Kindern, die noch wachsen, ist das besonders wichtig. Ebenso auch in Zeiten, die sehr zehrend sind, wie lange, kalte Winter. Mit der richtigen Nahrung können wir gezielt das Immunsystem unterstützen. Das fängt schon bei den Babys an: Der nahende Winter ist für das Abstillen keine gute Zeit. Gerade jetzt brauchen Babys und Kinder jede Unterstützung des Immunsystems, die sie bekommen können. Wer stillt, kann seinem Kind über die Muttermilch Immunglobuline geben, die bei der spezifischen Abwehr von Krankheitserregern helfen. Wenn möglich, sollte das Abstillen deswegen auf eine weniger krankheitsintensive Jahreszeit verlegt werden. Doch auch unabhängig vom Stillen kann mit Nahrung gut unterstützt werden. Dazu ist ausgewogene und vielfältige Nahrung wichtig: Getreideprodukte mit hohem Anteil von Vollkornprodukten, täglich frisches Obst und Gemüse. Und wenn Kinder Obst gerade nicht pur essen wollen, ist ein selbstgemachter Smoothie vielleicht eine gute Alternative. Wer sich und seine Kinder vegetarisch oder vegan ernährt, sollte besonders auf eine ausgewogene Ernährung achten und darauf, dass alle wichtigen Nahrungsinhaltsstoffe tatsächlich dem Körper zugeführt werden. Kraftsuppen können in der kalten Jahreszeit gut unterstützen und gleichzeitig viel gesundes Gemüse enthalten – aufgehübscht mit lustigen Buchstaben- oder Figurennudeln. Süßigkeiten sind natürlich möglich, aber in Maßen. Auch die Trinkgewohnheiten sind in Sachen Ernährung wichtig: Kinder sollten laut DGE fast 1l Flüssigkeit zu sich nehmen – bevorzugt Wasser oder ungesüßten Tee.

Bewegung trägt zur Gesunderhaltung bei

Kinder brauchen Bewegung. Oder besser gesagt: sie brauchen ein ausgeglichenes Verhältnis von Ruhe und Bewegung. Natürlich sind auch Ruhephasen wichtig und das entspannte Zuhause sein bei Tee und Vorlesegeschichte. Doch gerade im Herbst und Winter neigen wir dazu, unseren Kindern zu wenig Bewegung zu ermöglichen. Durch die Bewegung wird die Durchblutung gefördert und somit die Sauerstoffversorgung. Ganz besonders gut ist die Bewegung draußen auch im Winter. Kinder benötigen Sonnenlicht: Es regt den Stoffwechsel an und dient der Bildung von Vitamin D. Auch im Winter sollten Kinder deswegen täglich die Möglichkeit haben, mindestens eine Stunde draußen zu spielen und sich dabei ausgiebig bewegen zu können. Manche Kindergärten gehen täglich mit den Kindern raus. Ist dies nicht der Fall, sollten Eltern das auf jeden Fall am Nachmittag nachholen. Auch wenn es draußen nass und kalt. Die richtige Kleidung schützt das Kind vor Kälte und Nässe und im Anschluss kann ein warmes Fußbad und ein warmer Tee wieder Wärme geben und zum Ausruhen einladen.

Wenn sich die Erkältung doch eingeschlichen hat

Und wenn all das nicht geholfen hat? Kinder müssen ihr Immunsystem erst aufbauen und ein Infekt pro Monat wird durchaus als normal betrachtet. Erst im Grundschulalter wird die Infektanfälligkeit meist geringer. Wenn also die Erkältung da ist, wird schnell auf bewährte Hausmittel zurück gegriffen. Die Klassiker aus der Familie Mierau sind: Brustwickel bei Husten, selbstgemachter Hustensaft aus Zwiebeln oder schwarzem Rettich, Dampfbäder bei Erkältung, Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen, Zwiebelsocken bei Erkältungen, Gurgeln mit Salbeitee oder anderen guten Dingen bei Halssschmerzen.

Brustwickel bei Husten

Seit vielen Jahren haben wir nun immer Bienenwachswickel für den Notfall zu Hause. Die Kinder mögen sie gerne und sie helfen wirklich. Angewärmt werden kann das Bienenwachs mit einem Fön. Wir zu Hause haben aber unsere ganz spezielle Art: Mama oder Papa wärmen die Kompresse erst einmal an der eigenen Haut an unter dem Pullover. Mit „Mamawärme“ oder „Papawärme“ aufgeladen, hilft der Bienenwachswickel nämlich gleich noch besser. Mit einem Wickelset oder einem warmen Tuch umhüllt, bleibt das Bienenwachs lange warm und weich auf der Brust des Kindes und kann auch eine ganze Nacht lang wirken. Geht auch schon bei den ganz Kleinen!

Hustensaft aus Zwiebeln oder schwarzem Rettich

Auch schon beliebt bi der großen Tochter ist der selbst gemachte Hustensaft mit Honig. Entweder wird ein schwarzer Rettich ausgehöhlt und darin wird Honig eingefüllt, der über Nacht ziehen gelassen wird. Am Morgen wird der Saft in ein Glas umgeggossen  und es gibt 3x täglich einen Esslöffel davon. Alternativ – wenn kein Rettich zur Hand – nehmen wir auch Zwiebeln und lassen sie mit Honig ziehen. Aber Achtung: Honig ist natürlich nicht für Babys geeignet wegen der Botulismusgefahr.

Dampfbäder

Eingeatmet kann heißer Dampf die erkrankten Schleimhäute befeuchten, abschwellend wirken und die Entzündung hemmen. Mit einem Inhaliergerät aus der Apotheke ist das gut möglich, aber auch ein Dampfbad über einer dampfenden Wasserschüssel mit Handtuch über dem Kopf kann reichen. Achtung aber vor Verbrühungen! Kinder dürfen niemals allein gelassen werden mit heißem Wasser. Sind die Kinder noch klein, kann das Dampfbad auch gemeinsam unter einem mit einer Decke verhangenen Tisch eingenommen werden – einer dampfenden Räuberhöhle! Zum Wasser kann entweder Salz oder Kamille gegeben werden oder auch Thymian.

Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen

Es ist DAS Hausmittel bei Ohrenschmerzen: Zwiebel klein schneiden, auf einem umgedrehten Kochtopfdeckel über  heißem Wasser erwärmen, in eine Socke oder eine Ohrkompresse geben und auf das schmerzende Ohr legen.

Zwiebelsocken bei Erkältungen

Und auch generell bei Erkältungen etwas größerer Kinder sind Zwiebeln eine gute Idee. Ebenso erwärmt wie bei den Ohrkompressen kann die Zwiebel auch in einem Beutelchen auf die Füße gegeben werden und dann ab damit ins warme Bett!

Gurgeln

Größeren Kindern ab etwa 3 Jahren kann gurgeln wirklich Spaß machen. Wenn Salbeitee noch vom Geschmack zu intensiv ist, kann das Gurgeln auch mit Aloevera probiert werden.

Die Zwiebel ist also erst einmal oft das Hausmittel Nummer 1 bei uns und kann bei vielen Dingen eingesetzt werden. Ab Herbst haben wir daher immer einen gefüllten Zwiebeltopf zu Hause. Natürlich gibt es daneben noch allerhand andere Dinge, die wir machen. Viele Tees und verschiedene Teemischungen kommen oft zum Einsatz oder auch das ein oder andere Fußbad mit Senfmehl oder anderen guten Zusätzen. Oft können diese einfachen „Hausmittel“ schon große Linderung verschaffen. Aber natürlich gilt immer: Wenn man sich unsicher ist, das Kind sehr schlapp ist, man ein ungutes Gefühl hat oder auch Fieber lange andauert oder sehr hoch ist, sollte man unbedingt den Arzt kontaktieren. Übrigens gibt es mittlerweile einen Antibiotika-Pass, den man für sich und das Kind auf jeden Fall besorgen sollte, um im Blick zu behalten, wann welche Medikamente gegeben wurden.

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Noch mehr Hausmittel?

Mittlerweile gibt es auch viele gute Bücher zum Thema „Hausmittel für Kinder“. Meine drei Favoriten sind: „Wickel, Tees & Mutterliebe: Die besten Hausmittel für kranke Kinder“ von Petra Kunze und Vivian Weigert, „Meine sanfte Medizin für Kinder – Mit Hausmitteln natürlich behandeln und heilen“ von Dr. med Franziska Rubin und „Wickel und Co: Bärenstarke Hausmittel für Kinder“ von Ursula Uhlemayr.

Wickel, Tees & Mutterliebe: Die besten Hausmittel für kranke Kinder“ bietet einen schönen und guten Überblick über die bekanntesten Erkrankungen im Kindesalter. Der Schwerpunkt liegt hier tatsächlich, wie auch schon im Titel erkennbar, auf Teezubereitungen – ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal, denn die wunderbare Pflanzenheilkunde kommt in vielen Büchern zu kurz und ist gerade für Kinder ein sehr guter Begleiter durch die Krankheitszeit. Sehr einfach erklärt, handlich und übersichtlich aufgebaut und deswegen für jede Familie gut geeignet.

Meine sanfte Medizin für Kinder – Mit Hausmitteln natürlich behandeln und heilen“ ist etwas ausführlicher und gibt einen umfassenden Überblick auf 200 Seiten. Tees kommen auch hier zum Einsatz, jedoch nicht schwerpunktmäßig. Dafür werden Ratschläge aus der gesamten Bandbreite der Naturheilkunde gegeben und Empfehlungen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin oder dem Ayurveda fließen mit ein. Eine großartige Zusammenstellung! Ganz wunderbar wird dabei gerade auch auf die Kleinsten eingegangen mit einem extra Kapitel über „Häufige Krankheiten bei Babys“, in dem es beispielsweise auch heißt:

Soll das Kind nachts im eigenen Bettchen oder im Bett der Eltern schlafen? Die Frage stellen sich viele Eltern. Finden Sie Ihre individuelle Lösung. In jedem Fall soll das Baby die Nähe der Eltern deutlich spüren.

Wickel und Co: Bärenstarke Hausmittel für Kinder“ ist der Klassiker unter den Hausmittelbüchern. Hier gibt es besonders viele Hinweise zu heilsamen Wickeln. Mittlerweile hat sich daraus eine ganze Produktlinie und ein eigenes Fortbildungsangebot entwickelt.

 

Wer mehr zum Thema „Hausmittel für Kinder“ erfahren möchte, kann einen meiner Workshops dazu besuchen:

02.11.2013 von 11:00 bis 13:00 Uhr im Hug & Grow in Tiergarten

09.11.2013 von 15:30 bis 17:30 Uhr in der Villa Rund & Bunt in Steglitz

18.01.2013 von 11:00 bis 13:00 Uhr im Hug & Grow in Tiergarten

 

 

 

 

 

Herz vor Gehirn – Wenn es den Kindern schlecht geht, hilft manchmal auch alles Wissen nichts

Ich habe in meinen Kursen schon oft von Fieberkrämpfen berichtet. Wenn wir über Hausmittel in der Erkältungszeit und den Umgang mit Fieber sprechen, sind auch Fieberkrämpfe oft ein Thema. Ausgelöst wird ein Fieberkrampf durch einen plötzlichen Temperaturanstieg – also ist nicht eine hohe Temperatur an sich ausschlaggebend. Der Fieberkrampf kann ganz am Anfang auftreten, wenn das Kind schnell Fieber bekommt oder auch während des Fieberns. Tritt ein solcher Fieberkrampf auf, verliert das Kind kurz das Bewusstsein, es kommt zu Krämpfen. Auch Grimassen oder Augenrollen sind möglich. Die Atmung kann kurz aussetzen. Oft sieht es schlimmer aus, als es wirklich ist. Soviel also zur Theorie. Und dann erlebte ich einen Fieberkrampf.


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