Monat: Oktober 2013

Noch nie so viel gelacht, geweint, gekuschelt – Mein erstes Jahr als zweifache Mutter

Die Geschichte, wie es ist, ein zweites Mal Mutter zu sein, beginnt nicht bei der Geburt. Sie beginnt schon in der Schwangerschaft. In dem Moment, in dem man erfährt, dass man schwanger ist. Denn die zweite Schwangerschaft ist anders als die erste. Nicht nur, was vielleicht das körperliche Empfinden betrifft, die Gewichtszunahme und die Größenentwicklung des Babys. Sie ist anders, weil die Rahmenbedingungen anders sind: Man hat eben schon ein Kind. Ein Kind, das weiterhin die Aufmerksamkeit haben möchte, die man ihm immer gab. Das auf den Arm genommen werden möchte, das kuscheln möchte. Das erst einmal nicht versteht, warum man es nicht wie immer auf den Wickeltisch zum Zähneputzen hochhebt oder einfach auf der Straße trägt. Das auch nicht versteht, wenn man sich zum Bauchstreicheln zurück ziehen möchte. Denn das ist, was es in der zweiten Schwangerschaft weniger gibt: Bauchstreicheln. Da liegen und sich nur auf dieses Baby konzentrieren. Nachspüren, Ruhe und Stille genießen in Mengen bevor das Kind kommt. In der zweiten Schwangerschaft habe ich auf die erste zurück geblickt und dachte: Was hast Du damals eigentlich im Mutterschutz vor der Geburt gemacht, als Du nicht ein Kind hattest? Habe ich da wirklich im Bett gelegene, Haushalt in Ruhe erledigt, Spaziergänge allein gemacht…? Ja, denn es war das erste Mal. Ich habe das erste Mal sehr genossen und es war eine unwiederbringlich schöne Zeit. Tatsächlich unwiederbringlich, denn keine nachfolgende Schwangerschaft kann sein wie die erste.

Natürlich war auch die zweite Schwangerschaft schön, aber eben anders. Ich ertappte mich dabei, wie ich Autofahrten genoss, weil ich endlich Zeit hatte, um meine Hand in Ruhe auf dem Bauch liegen zu lassen. Autofahrten! Nicht selten hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich dachte, dass ich diesem zweiten Kind nicht die Aufmerksamkeit in der Schwangerschaft geben konnte, die ich meinem ersten Kind gab. Umso mehr genoss ich die kleinen Momente, die es gab. Das erste bewusste Spüren des Babys. Kleine Streicheleinheiten im Alltag. Quantitativ weniger, aber bewusster.

Das zweite Mal gebären war dafür ein großer Ausgleich für die weniger bewusste Schwangerschaft. Ich wusste, wie es läuft. Nicht nur theoretisch, sondern mein Körper wusste es. Ich hatte viel mehr Vertrauen in meine Gebärfähigkeit, denn ich hatte es schon einmal getan. Ehrlich, es war eine wunderbare Geburt und so traurig ich auch um fehlende Ruhe in der Schwangerschaft war, umso glücklicher war ich für dieses Wissen, das ich hatte vom ersten Mal.

Und nun war es da, in meinem Arm, mein zweites Kind. Ob zweite Kinder einfach so mitlaufen im Alltag? Nein. Natürlich tun sie es nicht. Sie sind Menschen, die in ihrer Einzigartigkeit wahrgenommen werden wollen, die auch erst einmal erkannt sein möchten. Sie stellen sich vor: „Guten Tag, liebe Familie, so bin ich! Und ich bin anders als Euer anderes Kind, denn ich bin ebenso einzigartig!“ Das war für mich an vielen Stellen nicht einfach. Meine Tochter, so dunkel und ruhig und verkuschelt. Mein Sohn blond, blauäugig, immer in Bewegung, immer in Entwicklung. Tag und Nacht. Sonne und Mond trafen aufeinander. Ich brauchte einige Zeit, um das zu verstehen. Und ich brauchte viel Zeit, um den Alltag zu ändern. Zwei Kinder mit gleich vielen Bedürfnissen. Die Bedürfnisse des ersten Kindes, die früher den ganzen vorhandenen Raum ausfüllten, werden ja nicht weniger, nur weil nun ein anderes Kind da ist. Es sind nun zwei so große Mengen. Früher dachte ich, mit einem Kind sei es manchmal anstrengend? Was für ein Irrglaube – so kam es mir vor. Abwägen, heißt es. Zuerst die wichtigen Dinge erledigen, zuerst das dringendere tun, zuerst das schreiende Kind versorgen oder – besser – es nicht zum Schreien kommen lassen. Raum haben, um neben den Bedürfnissen des ersten Kindes genug Aufmerksamkeit zu haben, um das zweite Kind wirklich zu sehen und zu erkennen, wie es ist und was es braucht. Es gab Tage, an denen ich vor dem Spiegel im Bad stand mit einem weinenden Baby im Arm. Tränen strömten über mein Gesicht und ich sagte zu mir selbst: „Du musst nur durchhalten. Es wird besser.“ Natürlich wurde es das. Ich wusste ja, es gibt Phasen. Gute und schlechte. Manche Zeiten waren hart: Die große Tochter mussten wir aus dem Kindergarten nehmen, weil es dort ein verhaltensauffälliges Mädchen gab, das die Kinder angriff und die Erzieherinnen nicht eingriffen. Zwei Kinder zu Hause im dunkelsten und längsten Winter meines bisherigen Lebens. Doch auch wenn die Aufgaben und Bedürfnisse doppelt so viel waren, hat sich auch eine andere Sache verdoppelt: Liebe. Doppelt so viel Liebesgefühl. Es hat sich nicht halbiert, sondern vermehrt.

Natürlich gibt es sie auch, die zauberhaftesten Momente: Zwei Kindern beim Schlafen im Familienbett zusehen. Wie sie sich an den Händen halten im Schlaf. Mit zwei Kindern kuscheln. Lachen, so viel Kinderlachen und ansteckende Freude! Die schönen Momente von Babys Entwicklung und der Stolz in den Augen eines Kindes, wenn es sich zum ersten Mal allein hinsetzt, allein aufsteht oder allein die ersten Schritte geht. Zu sehen, wie gut sich Geschwisterkinder tun. Eifersucht ist da, auf beiden Seiten, aber immer wieder auch unendlich große Liebe.

Je älter der Sohn wurde und je mehr er endlich das konnte, was er unbedingt wollte, desto einfacher wurde es. Routinen spielten sich ein. Man denkt, man hätte den Alltag schon im Griff beim ersten Kind. Aber es muss auch beim zweiten Mal alles neu ausgerichtet werden. Es ist wieder ein eigener und neuer Lebensabschnitt. Es braucht Zeit, um sich zurecht zu finden. Vielleicht sogar mehr Zeit als vorher, weil es ein weiterer Mensch ist, der in all dies einbezogen ist. Als Paar muss man sich wieder neu finden, wie auch beim ersten Mal. Und auch als Erwachsener jeder für sich: Wo stehe ich, wie bin ich als Mutter von zwei Kindern? Wie kann ich meine eigenen Bedürfnisse in diese quirligen Leben noch unterbringen? Wo will ich hin in meinem Leben und was ist mir wichtig?

Morgen wird mein Sohn 1 Jahr alt. In diesem Jahr bin ich nochmal neu und anders Mutter geworden. Es war ein Jahr voller Freude und Lachen, aber auch mit vielen Tränen und der Sorge, nicht allen gerecht werden zu können. An manchen Tagen am Anfang dachte ich, dass ich niemals auch nur an ein drittes Kind denken werde, weil ich der Aufgabe mit zwei Kindern schon nicht gewachsen bin. Heute, nach nun fast einem Jahr, sieht es wieder anders aus. Ich habe mich wiedergefunden und meinen Weg als Mutter von zwei Kindern. Ich habe gelernt, einen neuen Alltag zu haben. Ich habe in meinem Leben noch nie so viel gelacht, geweint und gekuschelt wie in diesem Jahr. Mit Abstand war es das verrückteste und aufregendste Jahr meines Lebens. – Und um nichts in der Welt würde ich es missen wollen.

 

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Lieblingsgeschenke für die Großeltern

Langsam werden die Bäume kahl. Der Winter steht schon vor der Tür und damit auch Weihnachten. Und wer Kinder hat, weiß, dass Weihnachten schon lange, lange vor Dezember vorbereitet werden will. Nicht nur Kekse, die gebacken werden wollen, auch Adventskalender müssen gebastelt werden, Besuchspläne erstellt für die Feiertage und von Anfang an müssen Rivalitäten zwischen den Leuten, die am ersten Weihnachtsfeiertag und denen, die „erst“ am zweiten Weihnachtsfeiertag besucht werden, umschifft werden. Und dann ist da noch die Planung der Geschenke… Ich verschenke gern Gebasteltes mit den Kindern. Einfach, weil es Spaß macht und die Kinder einbezogen werden. Dabei kommt es mir nicht darauf an, wie das Ergebnis am Ende aussieht. Doch mein Vater brachte mir seinen Blick auf die Dinge kürzlich nahe: „Da bist Du jetzt ausgezogen und gerade bekommen wir keine selbstgebastelten Staubfänger mehr von Dir, da kommst Du mit Deinen Kindern an und wieder ist die Bude voll damit.“ Berliner Schnauze – ich weiß, dass er es nett meint. Damit die Staubfänger in diesem Jahr aber nicht zu staubig sind, kommt hier die Sammlung unserer Lieblingsgeschenke für die Großeltern – mit und ohne selbstgebastelt:

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Der Klassiker – Abdrücke oder Abformungen

Salzteig ist so ziemlich der Klassiker der Selbstmachgeschenke und trotzdem freuen sich die Großeltern immer wieder über die niedlichen kleinen Fußabdrücke, die sie sich an die Wand hängen können. Salzteig ist ganz einfach hergestellt: 2 Tassen Mehl, 1 Tasse Salz, 1 Tasse Wasser, etwas Öl zusammeschütten und über Nacht im Kühlschrank abgedeckt ruhen lassen (das ergibt einen schöneren Teig mit besseren Abdrücken, als wenn man ihn gleich nutzt). Gewünschte Form mit den Händen herstellen oder den Salzteig in einen kleinen Holzrahmen drücken. Etwas Mehl auf die Oberfläche geben und Fuß hinein drücken. Hände machen sich meist erst später gut, weil kleine Babys immer in den Teig hinein greifen.

Die neue Form des Klassikers ist wohl die Abformung. Dazu rührt man eine Gummipaste an und hält dann Hand oder Fuß in dieses Gummi, lässt es hart werden (das geht schnell), zieht dann Hand/Fuß wieder hinaus und gießt die Form mit Gips aus. Das Ergebnis kann dann noch bemalt oder angesprüht werden und sieht erstaunlich echt aus.
Auf manchen Seiten von Anbietern von Körperabformungen habe ich gesehen, dass auch Abformungen von Babypopos angeboten werden. Davon halte ich überhaupt nichts! Ich finde, dass es wirklich viel zu sehr die Intimsphäre und die Würde eines kleinen Menschen verletzt, wenn sein Po mit Gummipaste bepinselt wird, um daraus eine Maske zu machen. Und wer sich einen Kinderhintern an die Wand hängt, den würde ich auch nicht in meinem Bekanntenkreis haben wollen. Also bitte, liebe Eltern: Finger weg von solchen Dingen!

 

Großelterngeschenke

Das Moderne – Fotoalbum/Fotobuch

Schönes Geschenk, denn eigentlich ist es gar nicht richtig selbst gebastelt. Und wem sogar das Einkleben und Zusammensetzen der Fotos noch zu viel ist, der kann sich ja auch gleich ein Fotobuch bestellen. Geht ganz einfach! Bei Pixum habe ich es getestet: Software runter laden, Fotos auswählen und schwupp macht die Software daraus ein kleines Heftchen. Kann man selber noch etwas bearbeiten, zum Beispiel Text oder andere Bilder einfügen und schon hat man ein tolles Geschenk für Oma und Opa, über das sie sich wirklich freuen. Jedenfalls bei uns.

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Das Besondere – Erinnerungsschmuckstücke

Vielleicht darf es ja auch mal ein besonderes Schmuckstück sein? Ein Medaillon für Oma mit einem Foto von den Enkelkindern? Oder viel dezenter, aber wirklich schön: Ein Armband mit den eingeprägten Enkelkindernamen. Mein eigenes Exemplar habe ich mir bei Glück & Seligkeit bei Dawanda bestellt.

 

Das Do-It-Yourself-Kit

Die Großeltern wollen also keine „Staubfänger“ geschenkt bekommen? Bitte. Dann schenkt ihnen doch einfach ein Bastelset für Dinge, die sie selber mit den Enkelkindern machen können: Perlen auffädeln mit den größeren Enkelkindern oder auch ein Schnitzset. Oder eine Schüssel, Mehl, Salz und Öl für den eigenen Salzteig?

 

Und welches Großelterngeschenk könnt Ihr empfehlen?

Sonntagssüß: Schokopizza

Sonntagssüß_Schokopizza

Achtung, an diesem Wochenende gab es eine kleine Kalorienbombe als Sonntagssüß: Die Schokopizza. Schnell gemacht (wenn man ml von der 1 Stunde absieht, die der Hefeteig gehen muss) und ganz großartig zusammen mit Kindern zu machen, weil jeder die „Pizza“ selber belegen darf mit den Früchten, die er dazu mag. Deswegen ist die Schokopizza auch eine tolle Idee für Kindergeburtstage: Pizzateig vorbereiten und dann jedes Kind selbst belegen lassen. Macht Spaß und ist lecker. Aber hier nun erst einmal das Rezept für drei kleine Schokopizzen:

300g Mehl mit

1 Päckchen Trockenhefe,

2 Esslöffel Sonnenblumenöl,

1 Prise Zucker,

1 Prise Salz und

200ml lauwarmes Wasser vermengen und 60 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

Aus dem Teig dann drei kleine Pizzen formen mit erhöhtem Rand. Die Pizzen mit

etwas zerlassener Butter bepinseln und bei 200°C 15 Minuten backen.

Kurz aus dem Ofen heraus nehmen und mit Nutella bestreichen und darauf etwas gehobelte weiße Kuvertüre verteilen (als „Käse“). Noch einmal 2-3 Minuten im Ofen backen, dann heraus nehmen und nach Herzenslust belegen, zum Beispiel mit:

Bananenscheiben, Erdbeerstückchen, Kiwischeiben, Weintraubenhälften, bunten Streuseln, gerösteten Mandelscheiben…

 

Ein Babyjahr – über die ganz individuelle Entwicklung im ersten Jahr

Jedes Babyjahr ist anders. Jedes Baby durchläuft die Entwicklung einzelner Fähigkeiten zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Auch wenn der Entwicklungsplan, d.h. die Ordnung dessen, welche Fähigkeiten und Entwicklungsschritte aufeinander aufbauen, in etwa festgelegt ist, kann es in der zeitlichen Gestaltung sehr große Unterschiede geben: Manche Kinder krabbeln mit sechs Monaten, andere erst mit 12 oder noch später. In meinem Buch „FABELhaft durchs erste Babyjahr: Der gute Start für Eltern und Babys: Bewegung und Bindung, Spiel und Spaß“ habe ich die Entwicklung im ersten Lebensjahr beschrieben – möglichst unter Auslassung irgendwelcher Altersangaben, denn

Das persönliche Entwicklungstempo des Kindes kann man kaum beeinflussen. Jedes Kind nimmt sich seine Zeit, und bei jedem Kind ist die Reihenfolge der Entwicklungsschritte ein wenig anders.

Meine beiden Kinder haben mir mit ihrer unterschiedlichen Entwicklung noch einmal vor Augen geführt, wie sehr die Entwicklung auch vom Temperament abhängt und wie verschieden sie wirklich ist. Hier gebe ich Euch einen Einblick in die Entwicklung meines Sohns im ersten Jahr:

Ein_Jahr_Baby1

Noch im Bauch. Warm, weich, dunkel, gedämpfte Geräusche.

Ein_Jahr_Baby2

Geboren an einem schönen Herbsttag zu Hause im Wohnzimmer.

Ein_Jahr_Baby3

1 Monat alt. Noch Neugeborenenakne. Mit den Armen und Beinen wird gestrampelt. Die Hände haben sich schon geöffnet.

Ein_Jahr_Baby4

2 Monate alt. Hand wird zum Mund geführt. Er lächelt. Die Bauchlage ist manchmal angenehm. Erster Husten kam, war anstrengend und ging wieder.

Ein_Jahr_Baby5

3 Monate alt. Die Hände haben sich vor dem Gesicht gefunden und werden befühlt und betrachtet. Spielzeug wird mit den Händen gegriffen, wenn es von der Seite angeboten wird. Es wird mehr gesehen (deswegen große Ablenkung beim Stillen), der Zahneinschuss ist da. Mit unermüdlichem Eifer wird versucht, sich auf den Bauch zu drehen. Es beginnt eine harte Zeit mit viel Weinen.

Ein_Jahr_Baby6

4 Monate alt. Wiegt 6500g und ist 65cm lang. Die Füße werden ertastet. Das Drehen auf den Bauch funktioniert (nach rechts). In der Bauchlage wird der Kopf oben gehalten und bereits der Handstütz genutzt. Spuckeblasen werden massenweise produziert.

Ein_Jahr_Baby7

5 Monate. Die Beine werden angezogen unter den Bauch und es geht schon langsam etwas voran. Alle diese Bewegungsversuche werden von Geräuschen wie aus dem Sportstudio begleitet.

Ein_Jahr_Baby8

6 Monate. Es wird gewippt. Er schiebt sich rückwärts, sagt „Ata“ und isst gerne Pastinakenstücke. Brei gibt es bei uns nicht.

Ein_Jahr_Baby9

7 Monate. Es geht vorwärts und es gibt viel zu entdecken. Immer in Bewegung.

Ein_Jahr_Baby10

8 Monate. Krabbeln und freies Sitzen gehören zum Alltag.

Ein_Jahr_Baby11

9 Monate. Zieht sich hoch zum Stand.

Ein_Jahr_Baby12

10 Monate. Steht frei und läuft an Möbeln entlang. Er sagt zum Kochherd und Essen „heisss“ und spielt mit Teller und Löffel füttern.

Ein_Jahr_Baby13

11 Monate. Läuft frei, schaut sich Bilderbücher an, bürstet die Puppe, füttert das Kuscheltier. Er winkt und klatscht in die Hände. Neben „heissss“ sagt er auch „auf“ (für alles, was auf oder an gehen soll), „Papa“ hat er auch schon ein paar Mal richtig verwendet, aber sein Lieblingswort und -subjekte sind „wau-wau“s.

Und nun wird mein Sohn in wenigen Tagen 1 Jahr alt. Er will draußen nicht mehr viel getragen werden, sondern läuft lieber allein oder an meiner Hand. Es ist so schnell vergangen, dieses Jahr und er ist groß geworden und hat viel gelernt und geschafft. Und auch, wenn ich schon einmal ein Kind durch das erste Jahr begleitet habe, ist es immer wieder ein Wunder und immer wieder anders.

Wie war Euer erstes Jahr?

20 facts about me – auf instagram getagged, auf dem blog beantwortet

20facts_fraumierau

Berlinmittemom Anna Luz de León hat mich nach „20 facts about me“ gefragt. Und hier sind 20 ganz persönliche Dinge über mich:

  1. Ich bin in Berlin geboren und möchte auch irgendwann hier sterben.
  2. Meine Großmutter väterlicherseits verstarb im 103. Lebensjahr – ebenfalls in Berlin. Ihr größte Reise ging nach Australien.
  3. Ich bin das vierte Kind meines Vaters.
  4. Einer meiner drei Brüder verstarb vor 13 Jahren an Tuberkulose.
  5. Von außerklinischer Geburtshilfe bin ich absolut überzeugt – meine beiden Kinder habe ich Geburtshaus und zu Hause geboren.
  6. Mein Beruf ist zugleich mein liebstes Hobby: Alles über Schwangerschaft, Geburt, Kinder, Eltern und drum herum finde ich unglaublich spannend – schon immer.
  7. Wenn ich könnte, würde ich mein ganzes Leben lang studieren und schreiben.
  8. Mein Mann ist meine beste Freundin.
  9. Geheiratet habe ich in einem rosa Hochzeitskleid in Venedig. Mit Gondel und allem drum und dran, aber ohne Familie (außer meinem Mann natürlich).
  10. Ich telefoniere sehr ungern. SMS, Chat, Twitter, Email sind meine bevorzugten Kommunikationsarten.
  11. Mit 15 trug ich schwarz, hatte bunte Haare und hörte Punkmusik.
  12. Ich wollte immer Kinder haben, eigentlich zwei. Jetzt, wo ich zwei habe, möchte ich drei.
  13. Die 9. Klasse habe ich wiederholt.
  14. Nach meinem Abi arbeitete ich kurz im Adlon.
  15. Während des Studiums jobbte ich fünf Jahre bei Esprit im Verkauf am Potsdamer Platz und später in den Gropiuspassagen.
  16. Ein Faible für Kleidung habe ich behalten: Am Liebsten kaufe ich mittlerweile bio/öko/fairtrade – besonders für die Kinder -, aber bei Noa Noa und Petit Bateau werde ich auch so immer wieder schwach.
  17. Ich esse Fleisch. Selten, aber ich bin keine Vegetarierin.
  18. Ich backe gerne und gerne viel für Partys und Geburtstage.
  19. Ich bin seit sechs Jahren Nichtraucherin.
  20. Ich bin Coffee Hipster. Ein Tag ohne Cappuccino ist ein schlechter Tag.

Nun wisst Ihr mehr über mich. Oder sind noch Fragen offen? Welche 20 facts möchtet Ihr teilen?

Meine große Tochter – Über ein Jahr große Schwester sein

Geschister_Babybauch

Nun ist es bald ein Jahr her, dass mein zweites Kind zur Welt kam. Wieder ist es Herbst. Die Kastanien fallen, die Blätter werden bunt. Ich blicke aus dem Fenster und sehe, wie sich die Bäume lichten. In ein paar Wochen wird mein Blick auf den nackten Asphalt gehen und nicht mehr auf das dichte Grün der Baumwipfel. Obwohl der Rahmen immer wieder gleich ist, hat sich der Inhalt, das bunte Innenleben, verändert seit dem letzten Herbst. Ich habe zwei Kinder, nicht mehr „nur“ eines. Wir sind Eltern von zwei Kindern. Und meine Kinder sind Geschwisterkinder.

Es war ein langes Jahr, gemessen an Ereignissen. Die Geburt eines neuen Familienmitgliedes ist immer etwas Besonderes. Strukturen verändern sich, man muss sich neu finden.Beim ersten Kind ist es die Geburt einer Familie, beim zweiten Kind aber nicht weniger. Auch beim zweiten Kind müssen alle Familienmitglieder neu ihren Platz finden. Es sind nicht mehr beide Hände für ein Kind reserviert. Es muss geteilt werden: Mutter, Vater, Großeltern, Raum, Spielzeug.

Mit 3,5 Jahren ist meine Tochter große Schwester geworden. Als sie ihren Bruder zum ersten Mal sah, nackt nach der Geburt in unserem Bett liegend, zog sie sich aus und drückte sich mit aller Herzlichkeit an ihn. Es war der Beginn einer großen Liebe. Die Wochen danach waren sicher nicht einfach. Sie war nicht mehr das alleinige Kind. Aufmerksamkeit musste geteilt werden. Wir als Eltern mussten lernen zu teilen, sie musste lernen zu warten. Es gab Dinge, die das Zusammenwachsen erleichterten: Geschenke, die der kleine Bruder zur Geburt für die Schwester  mitbrachte, eine Haushaltshilfe für die ersten Wochen, Vater und Großmutter, die Spielzeit mit der Tochter verbrachten und Ausflüge unternahmen. Und trotz dieser Dinge gab es auch den Blick in ihren Augen, der uns sehr wohl sagte, dass sie auch die früheren Zeiten vermisste.

Das Bild einer Familie mit zwei Kindern wird in vielen Farben gemalt, nicht nur in rosa und rot. Es gab Momente, in denen sie im Spiel scherzhaft (?) sagte: „Und dann stecke ich den Bruder in einen Briefumschlag und schicke ihn wieder zurück.“ oder fragte, was denn wäre, wenn der Bruder in den Fluss fallen und ertrinken würde. Gedanken, die schwer sind und trotzdem erlaubt sein müssen. Auch das Negative braucht seinen Raum.

Oft genug gab es Momente, in denen beide Kinder weinten. Wen zuerst trösten oder beide gleichzeitig? Oder sie waren beide krank und ein Kind wurde zum Erbrechen über die Wanne gehalten während das andere mit Durchfall auf der Toilette gestützt wurde – wie viele Hände kann man haben? Oft genug musste die Tochter warten, wenn erst einmal der schreiende Sohn versorgt werden musste.

Und auch wenn es so viele Dinge gibt, die ich hier aufzählen könnte, die anstrengend, kräftezehrend, blöd oder ungewollt waren, gibt es so viele mehr, die ganz wunderbar waren. Besonders die kleinen, heimlichen Momente: Wenn sich Tochter und Sohn unbeobachtet fühlen und man durch den Türspalt sieht, wie die große Schwester den kleinen Bruder sanft streichelt. Wenn man erlebt, wie sie auf dem Spielplatz zu einem viel größeren Jungen sagt „He, pass auf meinen kleinen Bruder auf!“. Wenn man gerade dazu kommt, wenn sie versucht, ihn in ein Tragetuch zu binden oder mit der eigenen Brust zu stillen. Momente des Glücks, wenn zwei Kinder an einem Tisch sitzen, sich anschauen, hampeln und lachen – und man als Erwachsener nie, nie verstehen wird, warum.

Was meine Tochter in diesem Jahr gelernt hat, ist durch nichts anderes im Leben zu ersetzen. Keine Kindergartenerfahrungen können ihr zeigen, wie es ist, die Eltern zu teilen. Rücksicht nehmen Tag und Nacht, aber auch für seine eigenen Bedürfnisse einstehen, sie äußern. Für sich eintreten und dann auch wieder für einen anderen Menschen. Empathie entwickeln und zeigen. Die Große sein und sehen, was man alles schon kann im Vergleich zu einem kleinen Baby. Vorbild sein in so vielen Dingen und einem kleinen Menschen Dinge beibringen. Kuscheln mit einem Geschwisterkind, wenn man traurig ist. Sich gegen die Eltern „verbünden“ und gemeinsam Unsinn machen. Die positiven Eigenschaften des Geschwisterseins sind nicht an zwei Händen abzuzählen.

Mein Sohn ist in diesem einen Jahr groß geworden, doch noch viel mehr ist es meine Tochter.