Schlagwort: Trotzen

„Grenzen lernen!“ Wie Eltern ihre Kinder beim Aushalten von Grenzen begleiten können

„Kaputt! Wieder ganz machen!“ ruft mein Kind und hält enttäuscht die Maiswaffel in die Luft. Mitleidig blicke ich es an „Das kann ich nicht reparieren!“ „DOCH! DU ganz machen!“ Der kleine Körper bebt: Wut, Enttäuschung, Trauer steigen darin auf und bahnen sich einen Weg. So oft im Alltag gibt es Situationen, die wir mit unseren Kindern ändern können. Kompromisse, die wir finden können. Und dann gibt es Situationen, die sind einfach unveränderbar und alternativlos. Situationen, in denen wir als Familiensystem auf Grenzen stoßen, die nicht verändert werden können: Dinge gehen verloren oder kaputt und können nicht repariert werden. Situationen, die einfach nicht eintreten dürfen wie das Rennen über eine Straße oder rote Ampel. Situationen, in denen wir als Eltern eine Grenze des Kindes erleben und den Umgang damit aushalten müssen, die Gefühle aushalten müssen. Nicht immer gibt es Kompromisse und Alternativen. Und oft werde ich gefragt: Was soll ich in diesen Situationen tun? Weiterlesen

Willkommen, Selbständigkeit – Die „Ich will!“-„Ich will aber nicht!“ Zeit ist angebrochen

Die Selbstbestimmung und Selbständigkeit hat von Anfang an Raum im Wachsen eines Kindes. Jedes Kind braucht diesen Raum für die Entwicklung: Von Anfang an entscheidet es auch ein Stück weit selbst in aller Angewiesenheit auf den Erwachsenen: Es zeigt – je nach Temperament – seine Bedürfnisse an. Es wendet sich ab, wenn es nicht mehr spielen möchte, es fordert Nähe oder Ruhe ein durch die Signale. Wir nehmen diese Signale wahr und beantworten sie. – So jedenfalls in den ersten Monaten. Aber dann, irgendwann, kommt dieser Moment, in dem auf ein Signal des Kindes unsere gewohnte Antwort irgendwie fehl schlägt. Es scheint, wir haben es falsch verstanden. Oder die falsche Antwort. Oder es gibt aktuell keine richtige Antwort auf das eigentlich bekannte Signal. Das ist der Moment, in dem klar wird: Es hat sich etwas verändert. Weiterlesen

„Ich kann aber nicht mehr!“ – Wenn Kinder erschöpft sind

„Ich kann aber nicht mehr!“ schreit es durch die Bahn. „Ich kann einfach nicht mehr, ich will nicht mehr!“ Das schreiende Kind ist meins. Sicherlich sind 20 Augenpaare auf mich gerichtet. Neugierig, schadenfroh, mitleidig, gespannt. Manchmal wünsche ich mir in diesen Augenblicken, es gäbe den einen Knopf bei einem Kind, mit dem man es einfach auf „reset“ stellen könnte. Aber den Knopf gibt es nicht, nur mich und das Kind und die Zuschauer. Weiterlesen

Jedes Kind darf wütend sein

Da stehst du vor mir und wütest. Du schreist mich an, mich und die Welt. Denn ich und die Welt, wir sind gerade blöd für dich. Wir verstehen dich nicht, wir lassen dich nicht das tun, was du gerade wolltest. Dabei willst du doch entdecken und lernen und erfinden. Nur manchmal, da geht das eben nicht. Da stehen die Dinge, die Menschen dir im Weg. Und manchmal kommst du nicht an ihnen und ihren Meinungen und Wünschen vorbei. Wunsch trifft auf Wunsch und manchmal findet sich kein Kompromiss. Weiterlesen

Wetter und Kleidung für Kinder – wir basteln eine Wetter-Kleidungs-Anzeige

„Mama, wie wird das Wetter heute?“ „Mama, kann ich… anziehen?“ Es sind jeden Morgen die gleichen Fragen oder die gleichen Herausforderungen darum, was wettergerecht angezogen werden kann und was nicht. Natürlich gibt es immer auch einen Toleranzbereich für Kleidung und solange das Kind nicht Gefahr läuft, sich durch unpassende Kleidung wirklich zu schaden, ist auch ein Pullover an warmen Tagen machbar oder die kurze Hose mit Kniestrümpfen an kalten Tagen. Doch manchmal sind die Erklärungen und Diskussionen doch ermüdend. Deswegen habe ich für die Kinder nun eine kleine Wetterstation gebastelt, an der das Wetter des Tages abgelesen werden kann und die zugleich einen Hinweis darauf gibt, welche Kleidung heute praktisch wäre.

Die Wetterstation ist ganz einfach zu bauen. Du brauchst dafür:

  1. Holzkiste
  2. Steine
  3. Farbe für Holz + Steine (ggf. plus Pinsel)
  4. Bienenwachskneteoptional:
  5. Holzstück
  6. (Heiß-)kleber
  7. Schnur

Die Holzkiste dient später der Aufbewahrung der Wettersteine. Du kannst sie daher in der Farbe des Himmels anmalen oder auch mit einem schönen Naturhintergrund gestalten. Wähle anschließend Steine aus, die sich gut aufstellen lassen. Auf diese können dann die verschiedenen Wetterlagen gemalt werden: sonnig, wolkig, stürmisch, bewölkt, regnerisch, wechselhaft, Schnee,…

Unsere Kiste war zuvor eine Holzschubalde und hat an einer Seite eine kleine Aussparung. Diese habe ich genutzt, um dort einen Faden durchzuziehen, an dem noch weitere Wolken befestigt werden können.

Aus Bienenwachsknete kann dann die zum Wetter passende Kleidung gestaltet werden: Gummistiefel für das Regenwetter, T-Shirt und kurze Hose für warme Tage,…

Unsere kleine Wetterkiste wird nun über die Kommode der Kinder gehangen. Jeden Morgen kann dann ein Kind die Wettervorhersage hören, die passenden Steine heraussuchen und die Kleidung, die an die Wetterkiste gehangen wird. Damit sind wir in einem Gespräch über Wetter und Kleidung, die Kinder werden dafür sensibilisiert und können ihre Gedanken und Erfahrungen auf die eigene Kleiderauswahl übertragen.

Vielleicht ist es auch eine Idee für Euch?
Eure

 

Mehr Bastelideen findet Ihr heute bei Creadienstag

Hilfe, mein Kind beißt! – Der liebevolle Weg durch eine schwere Zeit

Jedes Kind hat ein eigenes Temperament und einen eigenen Ausdruck. Manche Kinder sind ruhiger, andere wilder. Manche entdeckungsfreudiger, andere eher zurückhaltend. Manche sind laut, manche leise und einige sind irgendwo dazwischen. Genau so wie in allen anderen Bereichen, bringen Kinder auch ihren Ausdruck von Liebe oder Wut unterschiedlich zum Ausdruck. Sie herzen, kuscheln und küssen oder schreien, stampfen auf den Boden, rollen sich umher. Oder sie beißen: aus Wut oder auch aus Zuneigung. Weiterlesen

Mach Dein Kind nicht zu einem Erwachsenen

Manchmal ist es gar nicht so einfach mit dem Wollen: Da ist etwas, das unbedingt erreicht werden soll, das sehnlichst gewünscht wird. Ein fester Plan, der umgesetzt werden will. Und dieser Plan wird verfolgt, mit aller Kraft. – Erinnert Dich das an die „Trotzphase“ Deines Kindes? Doch gemeint ist hier nicht das Kind, gemeint sind wir Erwachsenen: Wir wollen pünktlich sein, wir möchten das Essen in gepflegter Atmosphäre einnehmen, wir wollen uns genau jetzt mit einem anderen Menschen in Ruhe unterhalten, wir wollen jetzt noch schnell einkaufen gehen… Wir haben so viele Pläne und Wünsche in unserem Alltag. Und wir erwarten so viel von unseren Kindern. Weiterlesen

Die „Trotzphase“ hat viele Gesichter

Die Tür des Schrankes geht nicht auf. Immer und immer wieder zieht eine kleine Hand an dem Griff, aber sie bewegt sich kein Stück seit ich sie mit einem Riegel versehen habe, damit die Putzmittel dahinter nicht erreicht werden in einem unbeobachteten Moment. Irgendwann ist die Geduld des kleinen Kindes am Ende, voller Frustration und verzweifelt wirft es sich auch den Boden. Auf dem Bauch liegt es da und ist wütend. Kurz bevor ich es auf den Arm nehme, um es zu trösten und zu erklären, dass es den Inhalt dieses Schranken wirklich nicht bespielen dürfe, denke ich: Ach so bist Du also, wenn es nicht klappt. Willkommen in meiner dritten „Trotzphase“ als Mutter. Weiterlesen

Ausweglos – Wenn Eltern schimpfen und Kinder nicht weg können

Als Erwachsene habe ich einen großen Vorteil in schwierigen Situationen: Ich kann gehen. Wenn mich ein Ereignis emotional zu sehr belastet, wenn ein Mensch meine Grenzen übertritt, dann gehe ich. Wenn ich merke, dass ein Mensch mir über längere Zeit nicht gut tut und keine Besserung in Sicht ist, verlasse ich ihn. Nicht ohne Worte und Versuche, aber wenn sie nicht fruchten, gehe ich. Ich sorge für mich, indem ich für mich schlechte Situationen umgehe, schlechte Menschen aus meinem Leben fern halte. Wenn ich einen Text im Internet lese, der mir nicht gefällt, dann schließe ich das Fenster. Früher einmal habe ich noch auf solche Texte geantwortet und meine Meinung dazu geschrieben. Doch ich habe erfahren, dass das nichts bringt und oft eine unfruchtbare Diskussion hervor bringt. Deswegen schließe ich das Fenster und lass es an mir vorüber gehen. Weiterlesen