Monat: Dezember 2013

2013 – Mein Jahr.

Fam_Mierau

FOTO: SOLVEIG SCHIEBE KONTRAST FOTOSTUDIO 

2013. Rückblickend denke ich für mich, dass keines meiner bisherigen Jahre mich so viel gelehrt hat wie dieses. Dieses Jahr ist das Jahr der zweifachen Mutterschaft. Soviel ich auch schon von meiner Tochter gelernt habe und lerne und so sehr sich durch das Muttersein mein Leben verändert hat, hat es durch zwei Kinder noch eine andere Qualität bekommen. In diesem Jahr…

… habe ich die schlimmsten drei Monate von Februar bis April gehabt, als der Sohn viel geschrien hat.

… habe ich windelfrei ausprobiert und für gut befunden.

… habe ich meine Tochter aus dem Kindergarten genommen, weil dort furchtbare Zustände waren und habe ihr damit gezeigt, dass sie sich immer auf uns verlassen kann.

… habe ich sechs Monate lang eine 4jährige zu Hause betreut – neben dem Babysohn.

… habe ich mich oft gefragt, wie man mehrere Bedürfnisse gleichzeitig befriedigen können soll.

… habe ich gestillt, getragen und im Familienbett geschlafen.

… war der schönste Roman, den ich gelesen habe „Nachtzug nach Lissabon“ von Pascal Mercier, den mir eine liebe Freundin geschenkt hat und bei dessen Verfilmung zufällig mein Schwiegervater die Dialogregie gemacht hat.

… habe ich zweimal einen Aufenthalt mit 2 Kindern im Krankenhaus gehabt: Den Sohn mit RSV (in Begleitung der Tochter), die Tochter mit einer Gehirnerschütterung (in Begleitung des Sohns).

… habe ich trotz allem festgestellt: Meine Kinder bringen mir so viel Lachen und Freude in mein Leben, wie es wohl kaum etwas anderes tun könnte.

… habe ich 10 Kilo Gewicht verloren und noch 5 Kilo mehr als vor der Schwangerschaft auf den Rippen (genau wie damals bei der Tochter).

… war meine Lieblingsserie „Mad Men„.

… habe ich ein Ebook veröffentlicht.

… habe ich wirklich viel Häagen Dasz Eiscreme gegessen, wirklich viel.

… habe ich viele tolle, neue Menschen kennen gelernt über Twitter, Facebook – und natürlich auch real bei Workshops und im Alltag.

… habe ich mich von einem Freund verabschiedet.

… habe ich wieder „Bibi & Tina“ gehört.

… habe ich spannende neue Aufgaben angenommen und gefunden.

… habe ich ein Kuscheltier für meine Kinder genäht.

… bin ich von „auf keinen Fall ein weiteres Kind“ zu „na, eigentlich wäre das ja doch ganz schön“ gewechselt.

… habe ich unglaublich viel mit meinem Mann zusammen gelacht.

 

Nun steht das neue Jahr vor der Tür und ich sage es mit Rio Reiser:

„Und die Tränen von gestern wird die Sonne trocknen,

die Spuren der Verzweiflung wird der Wind verweh’n.

Die durstigen Lippen wird der Regen trösten

und die längst verlor’n Geglaubten

werden von den Toten aufersteh’n.

Ich seh die Wälder meiner Sehnsucht,

den weiten sonnengelben Strand.

Der Himmel leuchtet wie Unendlichkeit,

die bösen Träume sind verbannt.

Ich freue mich auf mein neues Jahr. Auf Glück und Herausforderung. Auf das Lachen, auf die Innigkeit, auf Liebe und Geborgenheit. Ich freue mich auf weiteres Wachsen – meiner Kinder, meiner Beziehung, meiner Freundschaften und natürlich von mir selbst. Und ich freue mich darauf, weiter mein Leben mit Euch zu teilen und von Euch zu hören.

Ich wünsche Euch ein zauberhaftes 2014!

Wochenende in Bildern 28./29.12.

Dieses Wochenende war ich mit den Kindern allein zu Hause, denn der Mann war beim 30C3 in Hamburg. Die Tochter war deswegen ziemlich traurig, hat das Wochenende dann aber doch eigentlich genossen. Wie auch nicht mit Malen und Basteln, Besuch, Taschenlampenspaziergang mit Freund und selbstgemachter Schoko-Nuss-Creme?

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Das Wochenende beginnt erstmal schwierig, denn die Tochter tuscht auf der Hochebene auf der Matratze und überschwemmt alles mit roter Farbe. So sah es aus NACH der Erstversorgung.

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Na gut, dann gehen wir jetzt einfach raus, verschicken Neujahrsgrüße und kaufen auf dem Markt ein.

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Mittagessen für 3 frisch vom Markt: Geräucherter Fisch, Pasten, Gemüse, Brot.

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Schreckensmoment: Der Kaffee ist alle! Also noch guten Espresso aus der Blauen Bohnen Kaffeerösterei besorgen.

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In den Baumarkt müssen wir auch noch. Bretter besorgen für ein kleines Regal für das Spielzimmer. Und dann kommt am Abend noch eine liebe Schulfreundin von mir zu Besuch. Schöner Ausklang für einen Samstag!

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Sonntagsfrühstück für 3. „Mama, wann kommt Papa wieder?“

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Mittagsschlaf im Familienbett.

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Tochter bemalt ein Holzbrett für das Spielzimmer. Grün wie eine Wiese. Später kommt noch Bienenwachs drauf.

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Und dann schrauben wird es gemeinsam zusammen.

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Stephanie aus der Windelmanufaktur hat mich fürs Sonntagssüß inspiriert: Schoko-Nuss-Creme. Zusammen mit den Kindern gemacht und dann auf Eierkuchen gegessen. Hmmm…

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Besondere Freude am Sonntagabend: Taschenlampenspaziergang mit dem Spielplatzfreund der Tochter.

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Und gelesen wurde an diesem Wochenende besonders dieses hier. Das hat das Christkind zur Oma gebracht, die es dann weiterschickte. War wohl unter dem falschen Baum gelandet.

Der Abschied schmerzt immer – Warum 3 Monate keine namenlose Zeit sind

Himmel

Eine Freundin von mir hat ihr Kind in der 8. Schwangerschaftswoche verloren*. Sie war noch „ganz am Anfang“, wie es heißt. Kaum jemandem hatte sie davon berichtet aus der Angst, dass doch etwas „schief gehen“ könnte. Es ging schief. Sie verlor ihr Kind. Doch wie geht man damit um, wenn man niemandem etwas davon gesagt hat? Wie kann man seinen Schmerz in Worte fassen gegenüber Menschen, die vorher nichts wussten? Und warum überhaupt ist es so, dass wir drei Monate niemandem etwas sagen von dem neuen Leben, das in uns wächst?

Ich stellte mir bei jedem meiner Kinder die Frage, wann ich Freunden und Verwandten von der Schwangerschaft berichten sollte. Ich kenne diese „magische Dreimonatsgrenze“, wie alle Schwangeren sie kennen. Letztlich war es jedoch so, dass ich es erzählte, sobald ich es wusste. Einfach deswegen, weil ich es nicht für mich behalten konnte vor Glück und auch, weil ich wusste, dass es keinen Sinn macht, es zu verbergen. Wenn ich Glück haben würde und die Schwangerschaft über die drei Monate hinaus gehen würde, würde ich es sowieso erzählen. Wäre dies nicht der Fall, würde ich Trost und Zuwendung benötigen von den Menschen in meiner Nähe. Und in einigen Fällen, so war ich mir sicher, würden auch sie trauern wollen um das, was ich hätte verlieren können.

Die ersten drei Monate einer Schwangerschaft – Zeit, in der nichts passiert?

Die ersten drei Monate einer Schwangerschaft sind eine besondere Zeit. In ihnen passiert sowohl körperlich als auch psychisch viel bei den werdenden Eltern, besonders der Mutter. Der Hormonhaushalt verändert sich, die Periode bleibt aus. Das Hormon Progesteron bewirkt, dass man häufiger auf die Toilette gehen muss. Die Hormone bewirken auch – zusammen mit dem gesteigerten Stoffwechsel und niedrigem Blutdruck – Müdigkeit und Schwindel. Der Magen ist empfindlicher, die Nase ebenfalls. Progesteron und Östrogen wirken entspannend und machen den Darm träge. Das Schwangerschaftshormon hCG verursacht die in der Schwangerschaft bekannte Übelkeit. In den ersten Monaten findet meistens noch keine oder nur eine geringe Gewichtszunahme statt, obwohl zum Beispiel die Gebärmutter eine große Leistung in Hinblick auf das Wachstum erbringt. Sichtbar wird die Schwangerschaft zum Ende des 3. Monats dann oft eher am Busen, weil dieser wächst und sich bereits jetzt auf die Stillzeit vorbereitet.

Und auch psychisch tut sich in diesen Monaten sehr viel: Freude, Überraschung, Unentschlossenheit, Kummer, Sorgen, Glück,… Es gibt viele Gefühle, die in den ersten Monaten wahrgenommen werden. Schwangere stellen sich viele Fragen von der Notwendigkeit einer Feindiagnostik bis hin zum möglichen Geschlecht des Kindes. Mutter werden jetzt schon oder jetzt noch? Kann ich das, will ich das? Wie verkraftet unsere Beziehung das? Werde ich vielleicht Alleinerziehend sein?

Sowohl durch die körperliche als auch durch die psychische Umstellung sind Frauen in den ersten Monaten der Schwangerschaft in einem besonderen Zustand, in dem sie gerade besonders viel Zuwendung brauchen. Gerade jetzt brauchen sie Gesprächspartner, um Sorgen und Glücksmomente zu teilen. Sie brauchen konkrete Bezugspersonen, bei denen sie auch Rat einholen können: Was kann man gegen Übelkeit unternehmen? Ist es normal, so oft auf Toilette zu müssen? Gerade die ersten drei Monate sind also keine Zeit, in der eigentlich ein Geheimnis aus der Schwangerschaft gemacht werden sollte.

Guter Hoffnung sein ist heute nicht mehr einfach

„Guter Hoffnung“ sein – das gilt eigentlich auch schon für diese Zeit. Aber wer traut sich das heute noch, einfach so voll von guter Hoffnung zu sein? „Guter Hoffnung“ zu sein bedeutet nämlich auch, nicht vom Schlimmsten auszugehen, sondern davon, dass es gut und normal verläuft. Ja, es gibt Fehlgeburten. Und diese sind besonders in den ersten Monaten vertreten, wenn das „Alles-oder-nichts-Prinzip“ herrscht. Das Risiko für eine Fehlgeburt hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Doch auch gerade über diese Ängste muss man sich austauschen können. „Guter Hoffnung“ zu sein, bedeutet, sich anderen anzuvertrauen und über den neuen Umstand sprechen zu können.

Vom richtigen Umgang mit einem frühen Abschied

Und wenn es doch passiert, der Verlust? Man ist nicht von heute auf morgen nicht mehr schwanger. Oft lassen die Schwangerschaftsanzeichen erst langsam nach. Auch wenn das Kind sich schon verabschiedet hat, braucht der Körper noch eine Weile, um das zu verstehen – und die Seele oft mindestens genauso lang, wenn nicht länger.

Wenn ein Kind geht, müssen wir uns verabschieden von Wünschen, Vorstellungen, Erwartungen. Mit dem positiven Schwangerschaftstest in der Hand wird eine Flut von Gedanken ausgelöst: Wird es ein Junge oder ein Mädchen? Wie wird das Kind wohl aussehen? Wird es so gern malen wie ich oder mathematisch begabt wie der Vater? Was wird mit meinem Job, wie lange werde ich aussteigen? Wir machen uns Gedanken und es bilden sich Vorstellungen über eine Zukunft mit dem Kind. Vielleicht war die Schwangerschaft lange heiß ersehnt. Oder es gab schon zuvor Verluste. Gerade auch dann ist der Sturz vom Glückstaumel in die Trauer sehr groß. Doch wie auch immer die Ausgangslage war: Es gibt kein „trauriger sein“ als jemand anderes, der einen Verlust erlitten hat. Jeder Abschied ist schmerzhaft, ob es eine überraschende oder eine ersehnte Schwangerschaft war.

Und genau deswegen ist auch jeder Abschied es wert, betrauert zu werden. Ich habe schon oft von Frauen, die einen frühen Verlust in den ersten drei Monaten hatten, gehört, dass man in ihrem Umfeld erklärte, dass das ja noch kein richtiger Mensch gewesen sei, dass sie nicht traurig sein sollten oder dass sie froh sein sollten, dass der Verlust nicht später eingetreten ist, wenn es schon ein „richtiges Baby“ gewesen sei. Doch das ist nicht richtig. Das Kind nimmt nicht mit seiner Größe Gestalt in unseren Vorstellungen an, sondern mit seiner bloßen Existenz. Es gibt keinen geringeren Schmerz, nur weil das Kind erst wenige Millimeter groß ist. Ein Schmerz ist ein Schmerz.

Wer einen Verlust in der Schwangerschaft erleidet, hat jedes Recht darauf, zu trauern. Es ist gut, eine Hebamme an der Seite zu haben, die die Trauer begleiten kann. Es ist sehr wichtig, mit anderen Menschen über die Gefühle zu sprechen, die Trauer zu teilen, aufgefangen zu werden. Der Verlust eines Kindes ist ein Trauma. Zur normalen Bewältigung eines Traumas gehört es, mit nahen Menschen über das Erlebte zu sprechen. Oft muss mit mehreren Menschen wieder und wieder die Geschichte geteilt werden bis das Erlebte bewältigt ist und man es verarbeitet hat. Zahlreiche Internetforen und Blogs sind Beispiele dafür, wie wichtig es ist, sich mitzuteilen. Doch sie sind auch oft Beispiele dafür, wie wenig es im realen Leben, im Alltag, die Möglichkeit gibt, mit den Menschen der Umgebung über die Situation zu sprechen. Teils aus Scham, aus dem Gefühl, andere nicht belästigen zu wollen oder Freundschaften nicht zu überstrapazieren, wird dem Gespräch unter vier Augen aus dem Weg gegangen. Und zu einem großen Teil auch deswegen, weil man eben nicht weiß, wie man anfangen soll, wenn man den anderen noch nichts von seiner Schwangerschaft erzählt hat. Der Satz „Ich war schwanger…“ kommt nicht leicht über die Lippen.

Rituale können dabei helfen, einen Abschied in Worte oder in eine Handlung zu fassen. Gerade am Anfang, wenn man noch keine Kindsbewegungen gespürt hat, ist es manchmal schwer zu begreifen, dass das Baby nicht mehr da ist – man hatte ja schon kaum glauben können, dass es da war. Abschiede können auf sehr unterschiedliche Weise gestaltet werden. Es werden kleine Boote mit einer Kerze auf dem Wasser fahren gelassen, eine Skylaterne in die Luft geschickt oder es kann symbolisch etwas begraben werden.

Einen guten Blogartikel über die Erfahrungen einer Frau mit einem frühen Verlust in der Schwangerschaft habe ich hier gefunden.

Auch ein geplanter Abschied kann betrauert werden

Vor Jahren habe ich einmal eine Frau begleitet, die sich gegen die Schwangerschaft entschieden hatte. Es war ihre ganz persönliche Entscheidung – wie es immer eine ganz persönliche Entscheidung ist. Ich bewerte diese Entscheidungen nicht, denn es gibt keine Gründe, die wichtiger wären oder welche, die weniger wichtig sind. Man kann nicht sagen: „Also das ist nun wirklich ein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch.“ Oder „Das ist kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch“. Oft bleiben die wahren Gründe für alle Menschen außerhalb der eigentlich Person sowieso im Unklaren. Wer sich dafür entscheidet, hat seinen ganz persönlichen Grund. Wie ich es aus meiner Arbeit kenne, sind diese Entscheidungen meistens keine einfachen. Man entscheidet nicht nebenher und über Nacht, dass man eine Schwangerschaft abbrechen möchte. Die Frau, die ich begleitete, entschied sich in den ersten 10 Wochen dafür, das Kind nicht austragen zu wollen. Sie war traurig, bestürzt, auch wütend. Sie hatte Angst. Und sie trauerte. Sie trauerte noch während sie das Kind in sich trug, dass sie sich von ihm verabschieden müssen würde. Sie war verunsichert, wie sie sich verabschieden könnte, denn sie hatte kaum Menschen in ihren Umstand eingeweiht. Für sie war wichtig zu wissen: Hebammenhilfte steht einer Schwangeren auch im Falle eines medizinischen Schwangerschaftsabbruchs zu. So können mit der Hebamme alle Dinge besprochen werden und man hat einen vertrauten Partner an der Seite. Darüber hinaus brauchte sie jedoch auch ein Ritual, um Abschied zu nehmen von dem Kind, das sie in sich trug. Sie schrieb einen Brief an sich und das Kind, faltete ihn zu einem Boot und ließ ihn fahren. Doch sie hat damit nicht ihre Gedanken fort geschickt. Sie ließ sich eine Träne tätowieren auf die Brust über das Herz. Für dieses Kind, das sie nicht austragen wollte. Auch wenn es in den ersten drei Monaten war, hat sie es nie vergessen. Denn auch sie zählen, diese ersten drei Monate. Man ist nicht erst ab dem vierten Monat schwanger.

 

* Mit ihrer Genehmigung schreibe ich diesen Beitrag über ein Thema, das auch sie sehr beschäftigt hat.

 

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Ich kauf im Kiez: Zu Hause mit Einkaufsberaterin bei Kindhochdrei

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Die Tochter hat gerade einen großen Entwicklungsschub hinter sich und ist beinahe über Nacht in die Größe 116 hinein gewachsen. Auf einmal sind Shirts zu klein und Hosen zu kurz. Es ist aber Winter und wenn es eine Jahreszeit gibt, in der ich noch weniger gerne einkaufen gehe als sonst, ist es diese. Überfüllte Läden wegen Weihnachtseinkäufen oder Reklamationen. Außerdem sind die Kinder wegen des kalten Wetters dick angezogen: Schwitzen im Laden oder Kinder umständlich ausziehen und wieder anziehen? Da kam die Anfrage von Kindhochdrei gerade richtig, ob ich deren Einkaufsservice einmal ausprobieren möchte: Einfach einen Fragebogen auf der Webseite ausfüllen, ein kurzes Telefonat führen und schon bekommt man eine Auswahl an (geschmacklich) passender Kinderkleidung zugeschickt.

Curated Shopping Service nennt sich das Angebot von Nina Böing, Gründerin von Kindhochdrei. Ein Service, der gerade im Trend liegt, denn bei Erwachsenen gibt es dieses Angebot schon länger. Warum nicht auch einen solchen Service für Kinder anbieten, dachte sich Nina Böing und gründete Kindhochdrei, das es nun seit Mitte des Jahres gibt, seit Oktober 2013 online. Und so einfach funktioniert es:

1. Fragebogen zum Stil des Kindes ausfüllen auf www.kindhochdrei.de>> 5 Minuten
2. Telefonisch beraten lassen >> 10 Minuten
3. Kinderoutfits zur Auswahl nach Hause bekommen >> 3 Outfits, versandkostenfrei

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Der Fragebogen erfasst zunächst wichtige Angaben wie das Alter und die Kleidergröße, dann aber vor allem den Stil, den man sich wünscht: Eher schlicht, romantisch oder naturverbunden? Kleidung mit Mustern oder lieber ohne? Es besteht zudem die Möglichkeit, Fotos vom Kind hochzuladen, damit sich die Einkaufsberaterin ein Bild vom Kind machen kann. Im persönlichen Telefongespräch kann man dann noch individuelle Dinge besprechen und es wird genau nachgefragt, welche Art von Kleidung bevorzugt wird oder ob das Kind spezielle Bedürfnisse hat. Bei uns bedeutet das: Ökologische Kleidung wird bevorzugt, keine engen Sachen, keine Aufdrucke oder wilden Muster. Farblich bitte nicht zu grell sondern eher schlicht.

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Innerhalb weniger Tage kam dann schon das große Paket. Eingepackt in Seidenpapier darin die verschiedenen Outfits. Die Preise der einzelnen Teile sind auf dem Lieferschein mit aufgeführt und entsprechen den handelsüblichen Spannen. Viele der Marken waren mir ganz neu und ich habe nochmal persönlich nachgefragt: Ist das wirklich ökologische Kleidung? „Es sind nicht alle Sachen ökologisch, aber ca. die Hälfte ihrer Box (bspw. die Marken Vinrose, funch, regatta)“, beruhigte mich Inhaberin Nina Böing. Was die Kleidungsauswahl betrifft: Es wurden tatsächlich viele Dinge ausgewählt, die ich auch im Laden aus dem Regal gezogen hätte. Hübsche, romantisch-neutrale Kleidung, untereinander gut kombinierbar. Von Hosen und einem Kleid über Oberteile bis zu Unterwäsche und Socken war alles dabei. Während mein absoluter Favorit eine Kombination aus dunkelblauer Kordhose mit beigem Oberteil und blau-weiß gestreifter Bluse war, hat sich die Tochter sofort auf den rosa Kapuzenpullover gestürzt: Der müsse es sein! Auch das rosa Shirt von Funch hatte es ihr angetan. Unser Geschmack geht in Sachen Farbwahl deutlich auseinander, wie man sieht.

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Sieben Tage hat man Zeit, um die nicht ausgewählten Teile kostenfrei zurück zu senden. Dafür füllt man den beiliegenden Retourenschein aus und verschickt am Besten gleich im gelieferten Paket. Der online ausgefüllte Fragebogen bleibt gespeichert, so dass der Vorgang beim nächsten Mal noch einfacher abläuft.

Obwohl ich zuerst skeptisch war, haben die Sachen zu einem großen Teil meinen Geschmack abgebildet. Auch haben die Kleidungsstücke von der Größe her gut gepasst und im persönlichen Gespräch konnte ich klären, was für ein Typ meine Tochter ist und was genau ich mir von Kleidung verspreche. Die Preisspanne der Einzelteile kann man im Fragebogen vorab angeben, weshalb dadurch auch auf  der Rechnung keine negativen Überraschungen warten. Deswegen kann ich nur sagen: Einkaufen bei Kindhochdrei mittels Curated Shopping Service ist eine tolle Alternative zu langen und anstrengenden Einkaufstouren durch die Läden. Ein spannendes Konzept, das  lohnt, ausprobiert zu werden.

Wochenende in Bildern 21./22. Dezember

Das letzte Adventswochenende. Statt Ruhe war es bei uns eher stressig. Wir wollten das Wochenende auf unserem Lieblingsbauernhof verbringen und sind am Freitag dorthin gereist. Doch dann kam ein Magen-Darm-Virus dazwischen: Der Sohn, dann ich, dann die Tochter. Wir mussten noch Samstag nachts abreisen. Glücklicherweise waren wir mit dem Thema recht schnell durch – aber mit zwei kleinen Kindern ist das nicht besonders angenehm.

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Diese Art von Bildern hätte es eigentlich sein sollen. Der Sohn, wie er seinen Finger in eine Schweinenase steckt, sich dann umdreht und lacht. War aber nur ein kurzer Ausflug.

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Der Versuch, es sich trotzdem zu Hause schön zu machen: Frühstückspicknick. Leider nicht wirklich romantisch, nachdem sich die Tochter über die Decke erbrochen hat.

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Kraftsuppe am Samstag zum Mittagessen. Zusammen mit der Hoffnung, dass es endlich besser werden möge. Der Sohn ist wieder ausschließlich Stillkind geworden und ich bin froh, dass das noch geht.

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Die Tochter ist traurig, dass wir nicht auf ihrem geliebten Bauernhof sind. Wenigstens spielen wir es nach. Langsam nimmt die Frequenz des Ins-Bad-Rennens ab.

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Der nächste Morgen: Wir haben es größtenteils überstanden und können wieder richtig frühstücken.

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Auf das Lesen dieses Buches freue ich mich schon sehr! Heute ist dafür aber noch keine Zeit.

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Wir gehen zum Flohmarkt im Mauerpark.

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Lust auf was Saures!

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Macht ja bekanntlich lustig. Und etwas Stimmungsaufhellung kann ich nach den letzten zwei Tagen gebrauchen.

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Sind das Knospen?

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Der Sohn und die Pfützen. Eine Liebe. Neue Wörter in dieser Woche sind übrigens Tee, Keks und malen.

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Mit der Tochter gemeinsam Weihnachtsbaumschmuck dekorieren am Sonntagnachmittag.

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Und zum Abschluss gibt es noch den Klassiker: 3 Haselnüsse für Aschenbrödel. ich bin ja ein Fan von „Klein Röschen“.

Ist dann trotz allem irgendwie doch noch ein recht schönes Wochenende geworden.

In der Weihnachtsbäckerei

Lebkuchen

Habt Ihr schon für den Weihnachtsteller und für den Baum alles fertig gebacken? Noch habt Ihr Zeit für den Lebkuchenteig: Am Montag anrühren, am Dienstag backen. In jedem Jahr backen wir ein Lebkuchenhaus aus diesem Teig und die Anhänger für den Weihnachtsbaum, die dann nach Weihnachten aufgenascht werden.

Das Rezept reicht für ein Lebkuchenhaus oder einen Satz Baumschmuck:

Es werden

60g Butter mit

750g Honig und

250g Zucker in einem Topf erhitzt. Ist es eine einheitliche Masse, darf sie wieder abkühlen. In der Zwischenzeit werden

1kg Mehl,

150g gemahlene Mandeln,

2 Eier,

1 TL gemahlene Nelken und

1,5 TL Zimt vermengt.

Nun werden die Honig-Zucker-Butter-Mischung und die Mehlmischung unter kneten zusammengefügt.

20g Pottasche und

10g Hirschhornsalz werden in

2 EL Milch gelöst und dann zum Teig hinzu gegeben. Alles wird vermengt und dann über Nacht ruhen gelassen.

Der Teig wird dann am nächsten Tag etwa 1/2 cm dick ausgerollt und etwa 15 Minuten im Backofen gebacken. Beim Herausnehmen ist er noch weich und härtet dann beim Abkühlen.

Für den Zuckerguss vermenge ich

1 Eiweiß mit

250g Puderzucker.

Dekoriert wird mit allem, was sich die Tochter aussucht. In diesem Jahr war der Herzenswunsch Smarties.

Sonntagssüß: Schokoladenweihnachtsbäume

Nun ist er schon da, der vierte Advent. Jetzt ist schon gleich Weihnachten! Unser Sonntagssüß steht in dieser Woche deswegen ganz unter dem weihnachtlichen Einfluss: Es gibt Tannenbäume! Und zwar welche aus Schokolade mit Kokosraspeln. Das hat es ganz schön in sich, und deswegen wird hier das Sonntagssüß auch geteilt und die restlichen Tannenbäumchen gehen hübsch verpackt auf die Reise zu lieben Freunden. Weiterlesen

9 Monate Windelfrei – eine Bilanz

Töpfchen

Kürzlich hat Franzi von „Einfach klein“ eine Bilanz von 18 Monaten windelfrei gezogen und zu weiteren Berichten aufgefordert. Dem möchte ich hier gerne nachkommen und über unsere bisherige „windelfrei“-Zeit berichten. An anderer Stelle hatte ich ja bereits davon berichtet, wie wir zu windelfrei kamen: Vor vielen Jahren hatte ich einmal das Buch „Es geht auch ohne Windeln!“ gelesen und mir dann, nach der Geburt der Tochter gedacht, dass es aber gut auch mit Windeln geht. Dann kam einige Jahre später der Sohn in unser Leben. Und er war so völlig anders als die Tochter mit einem ganz anderen Temperament und anderen Bedürfnissen. Es dauerte einige Monate – 5 an der Zahl – bis ich merkte, dass sein häufiges Weinen mit seinem Ausscheidungsbedürfnis zusammen hing. Er wollte einfach nicht in seinen nassen Stoffwindeln sein! Und so nahm ich den Gedanken des „windelfrei“ also doch noch einmal auf und begann, ihn abzuhalten.

Obwohl man manchmal liest, dass es schwierig ist, mit „älteren“ Kindern zu beginnen, hatten wir keine wirklichen Startschwierigkeiten. Es schien so, dass der Sohn nur darauf gewartet hätte, dass bei mir endlich der Groschen fällt: „Endlich verstehst Du mein Signal!“, schien er mir zu sagen. Er war beglückt, dass ich ihn abhielt. Die englische Bezeichnung „elimination communication“ passt meiner Meinung nach hervorragend für die natürliche Säuglingspflege. Denn bei der Bezeichnung „windelfrei“ könnte man irrtümlicherweise annehmen, auf Windeln würde ganz verzichtet werden. Natürlich klappte es nicht immer. Das lag meist daran, dass ich mit anderen Dingen beschäftigt war und sein Signal einfach nicht wahrnahm, während ich mit der Tochter (die in dieser Zeit anfangs noch nicht in den Kindergarten ging) in eine Sache vertieft war oder gerade etwas im Haushalt machte. Oder unterwegs war und ihn nicht abhalten konnte, weil es zu kalt war, wir gerade im Auto saßen oder oder…

Dann kam der Sommer und damit eine einfache windelfrei-Zeit. Draußen Abhalten war durch angenehme Temperaturen möglich (auch wenn ich trotzdem weiterhin Stoffwindeln verwendete und ihn auch dort hinein machen ließ, wenn es nicht anders ging) und auch in der Wohnung konnte er nackt herumtollen. Natürlich ging auch mal was daneben. Auch mal öfter. Besonders in Zeiten von Umbrüchen (Entwicklungsschübe, Zahnen, Krankheit) änderten sich die Signale. Da ich das Windelflies nicht mehr benötigte, weil er seinen Stuhlgang sehr genau anzeigte und das so gut wie nie in die Windel gemacht wurde, entdeckte ich, dass Windelflies ideal ist, um damit Urin aufzuwischen und sauber zu machen, weil es so schön reißfest ist und später trotzdem mit den Stoffwindeln mitgewaschen werden kann. Der Mann war weiterhin etwas skeptisch und fragte manchmal, ob es in unserer Wohnung noch Orte geben würde, an denen noch kein Kind eine Pfütze hinterlassen hätte. Doch ich machte weiter.

Als der Sohn anfing, selbständig in den freien Sitz zu kommen mit etwa 8 Monaten, kaufte ich ein Töpfchen und setzte ihn, als er gut allein sitzen konnte, für das „große Geschäft“ auf das Töpfchen. Zunächst war es ungewohnt für ihn, weil er das Abhalten gewöhnt war. Dann aber, als er uns als Vorbilder sah und verstand, benutze er das Töpfchen zunehmend, irgendwann auch für Urin. Er veränderte seine Ansagen und machte nicht mehr mit Blicken oder Geräuschen auf sein Bedürfnis aufmerksam, sondern fasste gelegentlich demonstrativ an die Windel, um mir klar zu machen, dass er musste. Natürlich gab es auch weiterhin viele Situationen, in denen auch die Windel nass wurde. Gerade  während der Eingewöhnungszeit der Tochter im Kindergarten war es nicht möglich, dort richtig auf seine Signale zu achten bzw. darauf einzugehen. Wenn ich aber merkte, dass er musste und ich ihn nicht abhalten konnte, erklärte ich ihm, dass er nun leider in die Windel machen müsse und ich sie ihm dafür schnell wechseln würde. Ich bin mir sicher, dass er mich verstand.

Allerdings war und ist er in Sachen Abhalten sehr wählerisch: Er möchte nur auf sein eigenes Töpfchen gehen und bevorzugt auch unser Waschbecken und unsere Toilette. An anderen Orten tut er sich schwer damit. Er wartet und schüttelt den Kopf. Oft nimmt er dann doch lieber den Weg, in die Windel zu machen.

Um den 10. Monat kamen die ersten Wörter und um den 13 Monaten kamen auch „pullern“ und „Kacka“ in den Sprachgebrauch. Dabei ist „Kacka“ oft für Stuhl und Urin im Gebrauch und bedeutet so viel wie „auf Toilette gehen“. Damit wird windelfrei nun noch einfacher, weil er tatsächlich oft einfach ansagt, dass er auf Toilette muss oder zumindest, wenn er gerade in die Windel gemacht hat. An Tagen, an denen ich die Möglichkeit habe, gut auf seine Signale zu achten, kann ich ihn vollständig abhalten. Stuhlgang erledigt er ausnahmslos in sein Töpfchen.

9 Monate leben wir nun „elimination communication“. Und auch, wenn der Mann anfangs und zwischendurch immer wieder ziemlich skeptisch war, findet er es gut, wie es jetzt beim Sohn funktioniert und dass auch er ihn nun problemlos abhalten kann. Die Kommunikation um die Ausscheidungsbedürfnisse hat tatsächlich auch an unserer Beziehung oder vielmehr an meinem Bild vom Kind  verändert: Babys sind unglaublich kompetente, kleine Wesen. So, wie sie ihren Hunger, ihr Bedürfnis nach Nähe oder den Wunsch nach Unterhaltung ausdrücken, zeigen sie auch, wann und ob sie auf Toilette gehen müssen. Es ist nicht notwenig, ihnen beizubringen, ihr Bedürfnis in eine Windel zu verrichten, um es ihnen später wieder abzutrainieren. Wenn wir genau hinsehen, können wir ihr Signal tatsächlich deutlich wahrnehmen. In Kombination mit Stoffwindeln kann man zusätzlich auch einen guten Beitrag für die Umwelt leisten, in dem man Wegwerfwindelberge nicht weiter ansteigen lässt. Und es hat den großen Vorteil (sowohl bei windelfrei als auch bei der Verwendung von Stoffwindeln), dass die Haut im empfindlichen Windelbereich viel besser versorgt wird. Kein einziges Mal hatte der Sohn bislang eine Windeldermatitis. Für uns war und ist es der richtige Weg, „elimination communication“ zu betreiben, auch wenn ich mir das anfangs nicht hätte denken können. Aber auch wenn ich all diese positiven Wirkungen sehe, halte ich weiter auch daran fest: Natürlich geht es auch mit Windeln, und man ist trotzdem kein schlechte Mutter und kann eine gute, tiefgehende Beziehung mit seinem Kind haben! Kein Dogma, aber einen Versuch ist es wert, oder?

 

 

Es weihnachtet, es weihnachtet – Was bei uns unter dem Weihnachtsbaum liegen wird

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Nachdem die Tochter nach dem unschönen Treffen mit dem Weihnachtsmann festgelegt hat, dass sie doch lieber Besuch vom Christkind haben möchte, ist nun natürlich die große Frage, was unter dem Baum liegen wird. Ob es das sein wird,  was sie sich per Brief an den Weihnachtsmann gewünscht hat?

Ich weiß ja schon, was das Christkind bringen wird. In diesem Jahr stehen die Weihnachtsgeschenke unter dem Motto: Ich kauf im Kiez/regionale Handarbeiten. Deswegen wird hier in diesem Jahr nichts bei Amazon und Co. bestellt, sondern alles per Hand ausgewählt in kleinen Läden oder Handgemachtes über Dawanda bestellt. Und was das für die Geschenke bedeutet, erfahrt ihr nun:

Die Tochter hat sich zu Weihnachten einen Bauernhof gewünscht, denn ihr liebster Ort ist der Pony-/Bauernhof, auf dem wir immer unsere Ferien verbringen. Bestellt haben wir für sie deswegen einen Bauernhof und einen Stall bei „Die Holzfarm„. Bestückt wird dieser dann noch mit Schleich-Tieren, die sie sich ebenfalls gewünscht hat und die ich in den kleinen Spielzeugläden bei uns im Kiez kaufe.

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Der Sohn hat ja noch keinen eigenen Wunschzettel geschrieben, ist aber immer sehr hinter der Lieblingspuppe der Tochter her. Und weil diese Puppe so zauberhaft und langlebig ist, habe ich die wunderbare Maja Hommel von moyoh angeschrieben, ob sie nicht eine Puppe für den Sohn anfertigen kann: Ein Junge soll es sein mit roten Haaren. Sogar die Kleidung konnte ich mir aussuchen. Die Puppen werden aus hochwertigen Naturmaterialien angefertigt und sind einfach ganz wunderbar schön. Die Puppe der Tochter ist nun schon bald 4 Jahre alt und noch immer ein Herzstück – wenn auch mittlerweile etwas angegraut im Gesicht und an den Beinen. Und wie er so in seiner Kiste liegt und auf den großen Abend wartet, an dem er in die kleinen Arme des Sohns geschlossen wird, bin ich mir sicher, dass es eine mindestens ebenso große Liebe wird wie bei der Tochter und ihrer Lieblingspuppe. Für die Lieblingspuppe der Tochter gibt es übrigens noch ein neues Kleidchen dazu, damit sie neben dem neuen Puppensohn auch wieder frisch und munter aussehen kann.

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Und auch bei allen anderen Geschenken halte ich mich an mein diesjähriges Weihnachtsmotto. Viele zauberhafte Dinge gibt es vom Basar oder dem Weihnachtsmarkt. Handgemachte Dinge mit viel Herz. Und für die Herzfreundinnen gibt es auch die ein oder andere Kleinigkeit, auch versehen mit selbstgemachten Dingen wie den Rosenperlen.

Eltern sein und Paar bleiben – über 6 Jahre Ehe

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Am Wochenende hatten wir unseren 6. Hochzeitstag. 6 Jahre sind wir verheiratet, 8 Jahre zusammen. Unsere große Tochter wird im März 5 Jahre, unser Sohn ist 14 Monate alt. Also blicke ich nun auf eine lange Zeit zurück, die wir schon als Familie verbracht haben und auch darauf, wie wir uns verändert haben in diesen Jahren.

Als wir uns kennen lernten, haben wir beide noch studiert. Ich Kleinkindpädagogik in Berlin, er Kulturwissenschaft (Medien) in Weimar. Als ich ihm das erste Mal sagte, was ich studieren würde, verstand er „Kleinkindpathologie“ und fand mich erst einmal etwas merkwürdig, bis wir dieses Irrtum ausgeräumt hatten. Wir heiraten für uns beide in Venedig. Allein, ohne Familie. Es war für uns ein wunderbares Fest und nun, im Nachhinein, bildet es auch da schon ab, wie wir sind und wie wir leben: Wir beide reichen uns, wir stehen beieinander, wir teilen unser Leben miteinander. Wir sind auch gerne mit anderen zusammen und haben auch jeder ein eigenes Leben mit eigenen Freunden, aber in erster Linie sind wir beide es, die beieinander stehen.

Manchmal lese ich Sätze wie „Das Wichtigste in meinem Leben sind meine Kinder“. Natürlich sind meine Kinder in meinem Leben wichtig, aber mein Partner ist es nicht weniger. Ich weiß wie schlimm es ist, wenn man als Eltern ein Kind verliert – mein Bruder starb vor 13 Jahren und ich habe gesehen, welche Wunden das hinterlässt. Und doch würde ich nicht denken, dass ich den Tod meines Partners „besser“ verkraften könnte, wie man es manchmal hört.

Natürlich haben auch wir unsere Krisen. Erstaunlicherweise sind es gerade die Abschiede von nahen Menschen, die uns oft in Krisen führten. Als meine Großmutter starb war das für mich der Zeitpunkt, darüber nachzudenken, dass ich nun selbst eine Familie gründen muss oder mich trennen müsse. Wir haben dann im selben Jahr geheiratet. Als seine Großmutter starb, gab es wieder einen entscheidenden Wendepunkt in unserer Familiengeschichte, der uns auch diesmal wieder näher zueinander brachte.

Unser Alltag ist oft nicht einfach. Wir haben zwei Kinder, die auf ihre Weise sehr speziell sind. Und auch wenn ich in Elternzeit bin, ist mir meine Arbeit wichtig. Ich schreibe Bücher, führe dieses Blog, gebe Workshops, setze mich für natürliche Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft ein. Und das Leben meines Partners ist nicht weniger angefüllt mit Arbeit, Dissertation, Projekten, Podcasts und und und. Kurz: Unser beider Leben ist recht ausgefüllt und das auch noch mit ganz verschiedenen Dingen. Aber gerade das ist es, was es auch spannend macht. Jeden Abend am Esstisch sitzen wir zusammen und berichten uns unseren Tag. Was wir mit wem gemacht haben, was für Spannendes gelesen oder gehört haben. Wir hören genau zu. Und auch wenn es gar nicht unser Spezial- oder Lieblingsthema ist, sind wir präsent. Wir merken uns die merkwürdigen Namen der Freunde des anderen, die wir vielleicht noch nie gesehen haben. Wir wertschätzen die Arbeit des anderen – ob sie nun Geld bringt oder nur ideellen Wert hat. Und wir wertschätzen das Zusammensein mit den Kindern. Wir wissen, dass die Zeiten manchmal hart sind und versuchen so gut es geht, es zusammen hin zu bekommen. Und wenn die Tage noch so anstrengend sind und man einfach fertig ist mit den Nerven, dann gibt es immer noch ein verzweifeltes Lachen des anderen, das einen wissen lässt: Hey, es ist gerade echt mies, aber es wird besser und wir sitzen im selben Boot.

Mein Leben hat sich in diesen 6 Jahren sehr verändert. Ich habe mich sehr verändert. Und natürlich hat sich auch mein Mann verändert. Niemals hätte ich – als ich vor sechs Jahren einen glatt rasierten Mann in Venedig küsste – gedacht, dass ich heute mit einem vollbärtigen Kapuzenpulloverträger zusammen leben würde. Wir hatten viele wundervolle Momente in diesen sechs Jahren und bei zwei Geburten hätte ich ihm fast die Hände gebrochen. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal einen Menschen finde, den ich ohne Wimpernzucken in meine Bettpfanne im Krankenhaus schauen lasse oder der mit mir zusammen über einen Spielzeugeimer hängt, während wir den Noro-Virus durchstehen. Elternsein verändert viel im Leben und in Beziehungen. Aber es ist auch eine wunderbare Chance, jemandem so ganz und gar sein Ich anzuvertrauen und mit einem Menschen einfach zu sein und zu leben. Keine Sekunde dieser sechs Jahre würde ich missen wollen.