Monat: Juli 2014

Vertrauen ins Kind

Vertrauen

Vertrauen. Vertrauen ist das, was uns modernen Eltern wohl am meisten verloren gegangen ist. Vertrauen darin, dass wir eine gute Schwangerschaft haben, dass es unserem Kind im Bauch gut geht. Wir hören nicht auf unser Bauchgefühl, sondern müssen es sehen, müssen es von Ärzten bestätigt bekommen. Je genauer, desto besser: Mit Bild und Herzschlag und Nackenfalte. Wir vertrauen auch nicht mehr darauf, dass wir Kinder gebären können, sondern lieber darauf, dass uns irgendjemand durch die Geburt bringt. Doch es ist nicht die Hebamme oder Ärztin, die das Kind gebären muss, sondern die Mutter. Ist das Kind dann da, dann vertrauen wir nicht mehr darin, dass wir das Gefühl haben, dass es satt ist und sich gut entwickelt. Wir messen nach, wir haben Angst und füttern zu, weil das Gewicht nicht ganz auf der Kurve liegt. Wir versuchen, dem Baby Brei zu geben, weil wir nicht darauf vertrauen, dass die Muttermilch genügend sättigt – schließlich lässt sich nur schwer sehen und messen, wie viel das Kind wirklich trinkt. Wir vertrauen auch nicht darauf, dass es sich schon nach seinem eigenen Tempo entwickelt, sondern gehen mit ihm zu Babykursen, damit es Impulse bekommt, sich auf den Bauch zu drehen oder zu krabbeln. Wir lassen unserem Kind nicht mehr den Raum, sich selbst zu entwickeln, weil wir ängstlich sind, weil wir von allen Seiten vermeintlich wichtige Ratschlägen erhalten. Wer ein Kind bekommt, scheint das Vertrauen schon ganz früh abzugeben.

Dabei ist das Vertrauen in uns und unser Kind so wichtig. Wenn wir einmal in die Falle des fehlenden Vertrauens hineingetappt sind, fällt es schwer, dort wieder hinaus zu kommen. Nicht, weil wir zu faul sind, sondern weil es mit einem ganz wichtigen Gefühl zu tun hat, dass alle Eltern kennen: Angst. Wir sorgen uns um unsere Kinder und ihr Wohlergehen. Doch haben wir erst einmal einen ängstlichen Blick entwickelt, ist es schwer, ihn wieder los zu werden. Vielleicht fällt das fehlende Vertrauen am Anfang noch nicht auf in der Schwangerschaft und zur Geburt. Doch irgendwann müssen sich Eltern ihm stellen, denn das Kind fordert mehr und mehr ein, dass wir ihm vertrauen. Irgendwann merken Eltern, dass das Gras nicht schneller wächst, auch wenn man daran zieht und Kinder sich in ihrer Entwicklung nur schwer beeinflussen lassen. Denn wenn wir versuchen, einzugreifen, stören wir in Wirklichkeit den feinen Plan der Entwicklung, den jedes Kind hat.

Wir müssen vertrauen, dass sich unsere Kinder selber entwickeln, dass wir ihnen eine anregende und schöne Umgebung bieten können, aber sie nicht anders dazu bringen sollten, schneller zu krabbeln oder zu laufen als sie es von sich aus wollen. Manche Kinder sind schneller, manche sind langsamer. Wir müssen unseren Kindern auch vertrauen darin, dass sie negative Erfahrungen machen können, damit sie lernen, es besser zu machen: Wir können nicht jeden Sturz abfangen und jedes Mal die schützende Hand hinhalten. Kinder müssen lernen, wie man richtig fällt, wie man sich abrollt und so vor schlimmeren Verletzungen schützt. Sie dürfen frei mit anderen Kindern interagieren und wir müssen ihnen vertrauen, dass sie sanft ein anderes Kind anfassen und ihnen nicht von Anfang an unterstellen, sie würden einem anderen weh tun und dürften ihn deswegen nicht berühren.

So wie wir Vertrauen haben müssen in die eigenen Fähigkeiten unseres Kindes müssen wir ihm auch Raum geben, um sich selbst zu erfahren. Kinder müssen nicht rund um die Uhr unter den Augen der Eltern sein. Sie dürfen auch einmal aus dem Blickfeld rennen, wenn wir wissen, dass keine akuten Gefahren drohen. Sie dürfen auch in einem anderen Raum spielen oder im Garten versteckt unter den Hecken. Kleine Kinder brauchen Wurzeln und Nähe, aber ebenso sehr auch Platz für die eigene Entfaltung. Sie brauchen die Möglichkeit, auch „Dummheiten“ anzustellen: Himbeersaft pressen durch den guten Rock, die Wand heimlich bemalen, Erde essen, nackt in der Pfütze springen. Wenn wir nicht vertrauen und ihnen diese Dinge vorenthalten, werden sie nie lernen, wie sie sich anfühlen. Sie lernen nicht, dass sie Dinge lassen sein sollen, weil sie vielleicht nicht gut sind, sondern lernen nur, dass sie sie nicht machen sollen, weil wir es ihnen sagen. Wir müssen Vertrauen haben, dass unsere Kinder lernfähig sind, dass sie selbst lernen, nach ihrem Tempo und nach ihrem Bedürfnis. Und davon lernen wir selbst noch sehr viel.

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Montage – Tipps gegen den Stress am Wochenanfang

Hinsehen_Bank

Kürzlich wurde ich hier auf dem Blog zu einem der „Wochenenden in Bildern“ gefragt, ob denn immer alles so harmonisch sei oder ob es auch mal Probleme geben würde. Natürlich gibt es die. Und zwar besonders an Montagen. An Montagen wie heute, an denen ich den Flachbildfernseher aus Versehen mit dem falschen Reinigungsmittel abgewischt habe, ich mit dem Auto unglücklich gegen den Bordstein geprallt bin, so dass die Radkappe irgendwie defekt ist. An Tagen wie heute, an denen ich schon gestresst bin von all den Dingen, dann mit zwei Kindern an der Supermarktkasse stehe und der Sohn sagt, dass er dringend raus muss, um Pipi zu machen.

Montage sind immer besonders schwierig bei mir. Am Wochenende hat sich viel angetürmt: Wäsche, Spielzeug ist noch verstreut und niemand hat am Wochenende so richtig aufgeräumt und sauber gemacht, weil wir die Zeit zusammen genossen haben. Am Montag muss oft auch eingekauft werden, weil der Kühlschrank leer ist. Im Speiseplan ist das bereits berücksichtigt, denn der Montag ist unser Nudeltag und die gibt es vorrätig immer im Schrank. Am Montag sind auch die Kinder immer etwas durch den Wind und mit der Umstellung vom Wochenende beschäftigt. Windelfrei ist an diesem Tag immer schwierig, an dem recht viel daneben geht. Der Sohn schläft auch gerne schon früher ein zum Mittagsschlaf als sonst, so gegen 10 Uhr und ist dann am Nachmittag schon müde und schlecht gelaunt. Die Tochter möchte nur kurz im Kindergarten sein, um kurz mit den Freunden zu spielen, möchte aber auch gerne schon bald nach Hause. Mittagskind also. Ach ja, und Montag ist natürlich der Beginn der Arbeitswoche und ich muss Mails beantworten, Hausbesuchstermine planen, Rechnungen verschicken etc. Kurz und knapp: Montage sind stressige Tage.

Ganz ehrlich, diesen Satz kennen wir alle: Wenn Du Dich beeilen musst, gehe langsam. Und er stimmt. Immer wieder an Montagen stelle ich fest, dass er stimmt. Denn jedes Mal wieder versuche ich, alles zu schaffen. Und dann geht hier und da was schief, weil es einfach zu viel ist, weil ich hier und da etwas anpacke und mich nicht genug auf eine Sache konzentriere. Deswegen teile ich heute mit Euch meine 10 wichtigsten Regeln für Montage:

  1. Mach Dir eine Liste mit all den Dingen, die Du zu tun hast (schon am Sonntag). Bei mir liegt immer ein Notizblock auf dem Schreibtisch, auf dem ich dann und wann im Vorbeigehen Sachen aufschreibe, die mir einfallen.
  2. Suche die wichtigsten Dinge aus der Liste aus und versuche, sie zu erledigen.
  3. Dabei nicht viele Dinge gleichzeitig anfangen, sondern die Liste Stück für Stück abarbeiten und immer erst eine neue Aufgabe anfangen, wenn eine abgeschlossen ist.
  4. Lass Dich nicht hetzen: Gehe nicht bei rot über die Ampel, weil Du schneller sein willst, renne nicht zur Bahn oder zum Bus. Bleib ruhig. Du kannst auch die nächste Bahn nehmen.
  5. Gönne Dir Pausen. Nach jeder größeren Pause eine kleine Pause einlegen. In Ruhe ein erfrischendes Getränk trinken, einen Kaffee zubereiten und genießen, ein paar Erdbeeren.
  6. Erkläre Deinen Kindern, dass heute ein anstrengender Tag ist und Du heute etwas gestresst bist – so kann Konflikten vielleicht schon vorgebeugt werden und man kommt zusammen ins Gespräch.
  7. Gehe nur ans Telefon, wenn es unbedingt sein muss (gehe ans Telefon, wenn das Telefonat unter 5 zu verzeichnen ist, z.B. wenn es Deine Freundin ist, die anruft).
  8. Keine ausgefallenen Dinge am Montag: Keine Kinderverabredungen, keine besonderen Backaktionen, die noch mehr Unordnung machen, keine Schuh- oder Bekleidungseinkäufe – schon gar nicht für die Kinder.
  9. Kuschelige und ruhige Beschäftigungen mit den Kindern am Nachmittag: Bücher lesen, basteln, malen.
  10. Würdige Deine Arbeit am Abend: Sei stolz auf das, was Du alles erreicht hast. Sei nicht verärgert, weil Du nicht alles geschafft hast, denn meistens würde das niemand schaffen.

Der nächste Montag wird bestimmt besser.

Sind Eure Montage eigentlich auch so? Habt Ihr weitere Tipps für den Wochenstart?

Breifrei seit einem Jahr

Vor etwa einem Jahr habe ich mein Breifrei-Buch „Breifrei durch die Babyzeit. Gemeinsam Essen entdecken: Stück für Stück“ veröffentlicht und mit Kursen für Eltern begonnen, in denen ich ihnen erkläre, wie wunderbar Babys auch ohne Brei in die Beikostzeit starten können, welch Genuss das gemeinsame Essen ist und wie viel Freude Babys am Kennenlernen von unterschiedlichen Konsistenzen und Geschmäckern haben. Fast 200 Mal wurde es seither verkauft und ich habe viele Workshops in Berlin gegeben, um Eltern diesen Weg der Beikosteinführung zu zeigen. Auch Fachpersonal habe ich in dieser Zeit weiter gebildet, das das Wissen ebenso weiter gibt in Workshops, Hausbesuchen und Kursen. Doch noch oft treffe ich auf Eltern, die mit „Breifrei“ noch nichts anfangen können. Deswegen gibt es heute noch einmal eine kleine Einführung.

Woher Breifrei oder BLW eigentlich kommt

Gill Rapley, Hebamme, Stillberaterin und Mutter von drei Kindern, hat den Begriff des “Baby-Led Weaning” geprägt. Wie sei selbst jedoch schreibt, hat sie nur dem einen Namen gegeben, was viele Eltern ganz natürlich mit ihren Kindern schon seit Generationen praktizieren: Das Kind ohne extra gekochten Brei an feste Nahrung heran führen. Auch Herbert Renz-Polster führt in seinem Buch “Kinder verstehen” aus, dass Kinder evolutionär betrachtet schon immer das aßen, was auf dem mütterlichen Speiseplan stand – und zwar entweder mundgerecht zerlegt oder vorgekaut. Dies hatte auch den Vorteil, dass das Kind den Geschmack der Speisen bereits über die Muttermilch vermittelt bekommen hat. Auch Skelettfunde sollen die These der gröberen Beikost untermauern: Erst ab dem 17. Jahrhundert sind Kieferfehlstellungen zu beobachten durch die zunehmend weichere Babykost.

Sind Kinder dazu fähig, sich selbst mit passender Nahrung zu versorgen?

Baby-Led Weaning geht davon aus, dass Babys sich mit dem, was sie brauchen, in gewissem Sinne selbst versorgen können. Vorausgesetzt wird, dass das Angebot, das sie von ihren Eltern erhalten, gesund und ausgewogen ist. Wird ihnen eine Auswahl an gesunden Nahrungsmitteln täglich angeboten, wählen sie selbst, was sie gerade benötigen. Vielleicht gibt es Phasen, in denen sie immer wieder ganz bestimmte Nahrungsmittel bevorzugen weil sie es gerade für die Entwicklung benötigen. Über einen längeren Zeitraum zeigt sich jedoch, dass bei einer breiten Auswahlmöglichkeit über die Zeit eine gute und vollwertige Ernährung erfolgt.

Wann Babys bereit sind

Damit das Baby also selbst isst, muss es bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Nach Gill Rapley ist das geeignete Alter für den Beikoststart ohne Brei um den sechsten Monat herum – bei gesunden und zum normalen Geburtstermin geborenen Kindern ohne gesundheitlichen Einschränkungen. Kinder sollten (mit wenig Hilfe) sitzen und das Essen selbst zum Mund führen können. Denn es geht nicht nur einfach darum, dass das Baby feste statt breiiige Lebensmittel bekommt. Es soll vielmehr ganz selbstbestimmt das Essen vom Teller nehmen dürfen (sich dabei aussuchend, was genau es vom Teller nehmen möchte) und es selbst zum Mund führen und ganz nach Bedarf dieses Lebensmittel mit dem Mund erkunden und langsam verspeisen. Das langsame Erkunden ist dabei ganz besonders wichtig, denn Babys wissen ja noch nicht, dass Nahrung satt macht. Erst aus Freude am Erkunden nehmen sie die Lebensmittel in den Mund und lernen dann nach und nach, dass diese auch satt machen.

Babys brauchen Zeit, um in Ruhe ein Nahrungsmittel zu erkunden: Wie fühlt es sich an, wie hart oder weich st es? Wie berühre ich es? Wie kann ich es am besten in den Mund stecken? Wie fühlt es sich im Mund an, wie zerdrücke ich es? An jedem Nahrungsmittel gibt es viel zu entdecken. Dass Nahrung so lange im Mund des Babys hin und her gewendet wird, hat ebenfalls Vorteile: Im Speichel sind bereits Verdauungsenzyme enthalten, die schon mit der Verwertung des Essens beginnen. Und nicht nur jede Mahlzeit braucht ihre Zeit, sondern auch insgesamt verläuft die Entwicklung der Aufnahme der Nahrungsmittelmenge vielleicht langsamer als bei der Breikosteinführung. Auch dies ist jedoch ganz im Sinne des Kindes: Schließlich ist im ersten Lebensjahr das Hauptnahrungsmittel die (Mutter-)Milch.

Breifreie Beikosteinführung hat insgesamt viele Vorteile für Babys: vom achtsamen Umgang mit dem Kind und seinen Bedürfnissen bis hin zu handfesten Vorteilen in Hinblick auf die Entwicklung der Kiefermuskulatur. Es ist ein wunderbarer Weg, um Kinder an das Familienessen heran zu führen. Stück für Stück.

Breifrei_Buchcover

Breifrei durch die Babyzeit. – Nun in der 2. Auflage

Kleine Boote bauen

Bei Fräulein im Glück habe ich in dieser Woche das selbstgebaute Spielboot vorgestellt, das wir am letzten Wochenende im Garten in unseren Wasserschüsseln haben fahren lassen. Und weil das so einfach geht und die Kinder so lange im Spiel beschäftigt, gibt es heute noch einmal eine Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu.

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Für ein kleines Boot benötigt man: ein Stück Holz (Baustein, Holzrest, Baumrinde), einen Bohrer, einen kleinen Zweig als Mast, ein Stück Stoff als Segel.

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Und los geht es: In das Holzstück etwa 2/3 des Stücks tief ein Loch bohren.

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Dort hinein kommt der Zweig, der als Mast dient. Ein Stück Stoff mit der Schere zu einem Segel zurecht schneiden.

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Segel am Mast befestigen.

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„Mama, das Schiff hat ja gar keinen Anker!“ Okay, also noch einen Anker ran basteln: Mit einer Schraube etwas Schnur ran bohren. An die Schnur einen Stein binden.

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„Mama, ich brauche noch einen Seemann!“ Einen kleinen Holzrest nehmen, Stoffrest als Kopftuch umbinden und Gesicht aufmalen.

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Schiff, Ahoi!

Kinder vor dem Computer? Apps im Test

Erst kürzlich habe ich darüber geschrieben, für wie sinnvoll ich es halte, dass Kinder auch den Umgang mit den modernen Medien erlernen. Denn schließlich gehören sie zu unserem Leben dazu. Sehr passend dazu habe ich ein Interview mit Anke Engelke bei Brigitte Mom entdeckt, in dem sie folgendes angibt:

Wie sollte man dann mit Kindern fernsehen?

Die Kinder dabei begleiten, zehn oder zwanzig Minuten anschauen und danach darüber reden. Oder im Idealfall auch mal die Pausentaste drücken – man muss ja nicht linear schauen – und sagen: „Hä? Das habe ich jetzt nicht verstanden. Hast du das verstanden?“ Es ist ganz wichtig, dass man weiß, was die Kinder aufnehmen.

Gilt sicher auch fürs Internet.

Internet? Einfach gar nicht, oder?

Wir haben jetzt im iPad einen Code eingestellt, damit mein Sohn nicht . . .

Wie alt ist der denn?

Acht. Er gibt immer Wörter bei Google ein und sucht zum Beispiel Tierfilme.

Warum darf der denn Ihr iPad haben?

Na ja, darf er eigentlich gar nicht. Es liegt halt bei uns rum.

Dafür habe ich kein Verständnis. Alles, was rumsteht, ist für das Kind natürlich Teil des Lebens. Also, wenn die Eltern gern eine Flasche Wein trinken, dann steht da halt irgendwo eine Flasche Wein rum, und die gehört dann zum Kosmos des Kindes – auch eines kleinen Kindes. Das ist Alltag. Wenn die Eltern rauchen, wenn sie sich streiten, wenn das iPad rumliegt, alles normal. Eltern definieren den Kosmos des Kindes.

Anke Engelke selbst hat ein Uralt-Handy, mit dem sie ungern telefoniert. Lieber schickt sie SMS, und ihre Mails checkt sie nur einmal, abends.

Sind Sie da nicht ein bisschen zu streng? Das iPad erleichtert uns auch den Alltag, wir gucken da nach, wann die nächste Bahn kommt oder was wir kochen.

Wie schade. Ich würde das immer in Frage stellen. Es ist schließlich Ihr Leben, da muss man genau gucken, was da Einzug hält und was selbstverständlich wird. Finde ich bedenklich, weil das auch die Trägheit der Erziehungsberechtigten zeigt.

„Alles was rum steht, ist für das Kind natürlich Teil des Lebens.“ Darin gebe ich Frau Engelke sogar Recht. Und so sind natürlich auch neue Medien Teil des Lebens. Computer, Pads, Smartphones sind Teil unseres Lebens. Und deswegen müssen unsere Kinder auch lernen, wie man damit umgeht. Nicht stundenlang am Tag und natürlich entsprechend ihrem Alter. Aber Dinge, die wir selbst nutzen, aus dem Alltag vor den Augen der Kinder zu verstecken, ist nicht der richtige Weg. Das ist, als ob man ihnen sagen würde, sie dürften keine Schokolade essen und heimlich jeden Abend selbst eine Tafel verdrücken. Das wäre nicht authentisch und Kinder brauchen authentische Eltern. Und warum sollte es schlimm sein, dem Kind zu zeigen, wie es modern nach Informationen suchen kann? Es bedeutet nicht, dass wir keine Lexika mehr in unseren Schränken zu stehen haben oder den Weg zur Bibliothek nicht finden. Aber das Internet bietet in Sachen Wissensvermittlung und -auffindung viele Möglichkeiten. Doch dafür müssen Kinder auch lernen, wie man Suchmaschinen überhaupt benutzt, wie man dort die richtigen Worte eingibt und wo man suchen kann. Kinder müssen Kompetenz im Umgang mit diesen Dingen erwerben.

Kompetenz ist etwas anderes als pures „Dranlassen“. Mit Kompetenzvermittlung kann man sie auch über mögliche Gefahren aufklären – natürlich dem Alter und dem Entwicklungsstand entsprechend. Doch wie können Kinder überhaupt eine solche Kompetenz erwerben?

Nach und nach den Umgang lernen

Wenn Kinder an moderne Medien heran geführt werden, dann kann man sie nicht einfach hinsetzen und selbst machen lassen. Kleine Kinder brauchen selbstverständlich eine Anleitung, um den Umgang zu lernen. Sie brauchen einen Ansprechpartner, der mit ihnen zusammen auf Erkundung geht, der ihnen bei Fragen zur Seite steht und hilft. Der erklärt, was sie nicht verstehen. Und der natürlich auch die Zeit überwacht, die das Kind am Computer verbringt.

Je nach Alter können Kinder dann an verschiedene Inhalte heran geführt werden. Zunächst aber ist es wichtig, dass Kinder grundlegende Kompetenzen mit dem Umgang erwerben. Das bedeutet, dass sie zum Beispiel erst einmal lernen, wie  man das Medium richtig bedient. Klingt banal, gehört aber zur Kompetenz und macht Kinder schon Freude: An- und Ausschalten, lernen, wie man mit den Fingern auf dem Touchpad etwas bewegt, wie die Feinmotorik ausgerichtet sein muss. Natürlich ist das erst dann möglich, wenn das Kind auch entsprechend entwickelt ist. Babys und Kleinkinder haben daher an diesen Geräten noch nichts zu suchen, denn sie müssen sich motorisch erst einmal entfalten, bevor sie das Fingerspiel auch hier einsetzen und spezialisieren.

Und so können nach und nach weitere Informationen vermittelt werden: Nach dem Umgang mit dem Medium an sich kann das Kind anhand von Spielprogrammen ganz gezielt für sein Alter passende Inhalte nutzen. Vielleicht den Wetterbericht abrufen, um zu erfahren, ob für den Ausflug am Wochenende die Regenkleidung eingepackt werden muss? Oder anhand bestimmter Spiele weiter den Umgang mit dem Medium lernen.

Apps für Kinder im Test: Worauf kann ich achten?

Im Rahmen einer Aktion von Microsoft habe ich mit meiner Tochter verschiedene Apps auf dem Microsoft Surface 2 getestet. Neben der Erfahrung, ob speziell diese Apps geeignet sind für mein Kind, haben wir darüber jedoch auch einige Informationen generell zu Apps erfahren, die ich gerne weiter gebe.

1. Wähle eine App thematisch passend aus

Eigentlich eine selbstverständliche Regel, aber dennoch wichtig aufzuführen: Manchmal lassen wir Erwachsenen uns blenden. Bei Spielzeug kennen wir das, dass wir manchmal verleitet sind, Dinge zu kaufen, die uns selbst gefallen oder die wir in der Werbung als ansprechend empfunden haben. Unsere Meinung stimmt aber nicht unbedingt mit der unserer Kinder überein. Daher ist es gut, vorher zu erfragen und zu klären, welche Dinge gerade interessant sind, welche Figuren vielleicht besonders beliebt sind. bei der Tochter war Biene Maja thematisch gerade ganz weit vorne. Zwar hatte sie noch nie die Zeichentrickserie gesehen, aber von anderen Kindern aus ihrem Kindergarten davon gehört und auch schon eine Kinderzeitung der Zeichentrickfigur geschenkt bekommen. Auch inhaltlich passt es gerade zu ihrem Entwicklungsstand: Hier gibt es Suchbilder, Memoryspiele, Musik, die die kleinen Figuren machen. Durch die große Auswahl an Spielmöglichkeiten ist es wichtig, dass die Eltern dabei bleiben, das Spiel begleiten und das Kind durch die vielen bunten Auswahlmöglichkeiten vor Reizüberflutung schützen. Nach und nach in Begleitung kann das Spiel dann von einer Fünfjährigen gespielt werden.

2. Wähle eine App aus, die zum Entwicklungsstand des Kindes passt

Kinder können schnell überfordert oder von Reizen überflutet werden. Wenn man ihnen ein neues Gerät zeigt, ist schon allein der Umgang damit so aufregend und neu, dass nicht auch gleich das spannendste und bunteste Spiel ausgewählt werden muss. Ein ganz ruhiges Spiel, das erst einmal den Umgang mit dem Touchpad übt, ist praktisch. „Fiete“ ist ein ganz ruhiges und einfaches Spiel: Hier gibt es 15 Aufgaben, die Kinder meistern können: Eine Käsescheibe mit dem Finger auf das Brot schieben, dem Seemann einen Regenschirm in die Hand geben oder Äpfel in einen Korb manövrieren. Die aufregendste Aufgabe ist es, in einem Memoryspiel die zueinander passenden Paare zu finden. Es sind ganz einfache Bilder, nicht zu schrille Sounds – ein gutes Spiel für den Einstieg. Für die Tochter ist es auf Dauer schon etwas zu langweilig, wie sie selbst sagte.

3. Probiere eine App immer zuerst selbst vollständig aus

Es sieht so einfach aus: Da erscheint ein niedliches Bild und ein freundlicher Text sagt, dass diese App für Kinder geeignet ist. Auf diese Aussagen sollte man sich aber nicht verlassen. Gut ist es, eine App selbständig einmal auszuprobieren und alle Spielbereiche einmal durchzugehen. In der App „Tatütata Wunderwimmelbuch“ bin ich beispielsweise mit der Tochter auf einen für sie beunruhigenden Inhalt gestoßen, den ich nicht vermutet hätte: Im Bereich „Wunderwimmelbuch Polizei“ gibt es eine bewegte Seite, auf der viel passiert. Durch Antippen der Figuren und Dinge können die Kinder das Bild in Bewegung setzen. Hier gibt es auch einen Dieb, der in einen Laden einbricht. Dann kommt die Polizei, verhaftet ihn, bringt ihn ins Gefängnis. Dort biegt er die Stangen auf, flüchtet und bricht wieder in den Laden ein. Die Tochter war ganz verwundert: Warum kann der Böse wieder ausbrechen? Warum tut er das wieder? Warum konnte die Polizei ihn nicht festhalten? Mir ist nicht klar, was die Entwickler des Spiels hier für eine Aussage treffen wollten. Ganz klar aber bei uns: Das Spiel ist pädagogisch betrachtet durchgefallen.

Es gibt also einige Dinge, die wir Eltern vorher schon beachten können, bevor wir uns gemeinsam mit dem Kind an den Computer setzen. Und natürlich gilt dann dabei: Zusammen sein. Gemeinsam über das Spiel reden, das Kind unterstützen und seine Reaktionen beachten. Kompetenz entwickeln, statt nur Beschäftigung.

 

Vielen Dank an Microsoft für die Bereitstellung des Surface 2 für diesen Artikel.

Ruhe bewahren – Tipps gegen das elterliche Schreien

 

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Wir haben rosa Hasen an unserer Wohnzimmerwand. Wie es dazu kam? Der Sohn spielte am Vormittag mit Stempeln. Ganz unbemerkt trug er einen der Stempel von seinem kleinen Maltisch weg ins Wohnzimmer. Stieg damit auf das Sofa und stempelte freudig das Holzregal und die weiße Wand hinter dem Sofa an. Ich kam dazu, blickte ihn an, blickte die Wand an. Und ich begann, zu zählen: 5, 4, 3, 2, 1. In manchen Situationen hilft es mir, einfach zu zählen, zu warten und dann erst zu sprechen. Denn: Ich weiß ja, dass er es nicht böse gemeint hat und dass er mich nicht ärgern wollte. Aber Stempelfarbe an der Wand? Ob der Schmutzradierer das weg bekommt? Zum Sohn sagte ich nach meiner Pause: „Du hast die Wand angestempelt. Machen wir sowas?“ Er blickt mich an und schüttelte den Kopf. Dann hüpfte er wie ein kleiner Gummiball vom Sofa herunter, rannte auf seinen kleinen Beinen ins Spielzimmer. Es rumpelte, ich sah in der Türöffnung einen Ball vorbei rollen. Dann wieder Getrampel, er kam zurück gerannt, kletterte wieder aufs Sofa. In der Hand ein rotes Tuch mit Teddybären. Er blickt mich an, nahm das Tuch und hielt es über die angestempelte Wand: „Mama, Stempel versteckt, so!“ Und ich musste lachen. Über die Idee, die angestempelte Wand mit einem roten Teddytuch zu verstecken und über die Leichtigkeit dieses Kindes. Ja, eigentlich ist es doch so einfach. Was sind schon ein paar angestempelte Hasen an der Wand? Ein Tuch rüber oder ein Bild und niemand sieht sie. Oder man malt einfach einen Bilderrahmen drum herum.

Aber manchmal ist es auch nicht ganz so einfach. Da ist man dann doch sauer. Oder traurig oder wütend. Das Kind anschreien bringt nicht wirklich etwas. Denn: Das Kleinkind denkt noch ganz anders als wir. Es versteht wirklich nicht, was wir meinen. Und vom Schreien bekommt es vielleicht Angst vor uns, versteht aber nicht wirklich, warum wir so aufgeregt sind. Deswegen können wir uns dieses Anschreien sparen – es bringt niemandem etwas. Was also tun, wenn wir wirklich sauer sind?

1. Zählen

Mein Lieblingsmittel vor dem Lospoltern ist das Zählen: Ganz kurz Inne halten und rückwärts zählen von 5 bis 1. Wenn man merkt, dass man sehr aufgebracht ist, auch von 10 bis 1. Bei mir hilf das ganz wunderbar, um mich erst einmal zu besinnen und zu denken: Okay, also so schlimm ist es nicht.

2. Rausgehen

Wenn es doch etwas Schlimmer ist und ich weiß, dass Zählen nicht ausreicht. Drehe ich mich einfach kurz um und gehe raus aus der Situation. Oft schaffe ich es noch, zu sagen „Ich brauche kurz einen Moment, ich bin gleich wieder bei Dir“. Oder in Situationen, in denen ich weiß, dass die Kinder das unter sich regeln müssen. An manchen Tagen streiten sie sich immer wieder um dieselben Spielsachen: Einer hat etwas in der Hand, der andere möchte das haben. Dann hat der etwas in der Hand und das wird vom anderen Kind begehrt. Wenn ich an solchen Tagen ständig eingreifen würde bei „Mama, der Bruder/die Schwester hat mir das weggenommen“, würde ich den ganzen Tag neben den Kindern sitzen und wäre total erschöpft. Deswegen erkläre ich ihnen, dass wir viele Spielsachen haben und sie sich die Dinge aufteilen müssen. Wie, das müssen sie verhandeln. Und dann gehe ich raus. Manchmal gehe ich in die Küche, mache mir einen Kaffee und genieße die ganz kurze Auszeit und Ruhe für mich. Das gibt mir Energie.

3. Perspektive ändern

Und wenn wir einen kurzen Moment für uns hatten, eine kleine Pause, dann können wir darin nachdenken: Ist es wirklich so schlimm? Ist es schlimm, dass das Kind mit dem Glitzerstift das Badezimmerregal verschönern wollte? Ist es schlimm, dass es sich selbst die Haare geschnitten hat? Oft werden wir dann denken: Na ja, es ist jetzt nicht schön oder ich hätte es mir nicht so gewünscht oder es macht jetzt gerade Arbeit, die ich nicht gebrauchen kann, aber richtig schlimm ist es eigentlich nicht. Wir dürfen auch ruhig mal etwas anders machen. Warum essen wir nicht einfach mal ausnahmsweise alle die Spaghetti mit den Händen? Manchmal stellen wir genau dann fest, wie schön es ist, Kind zu sein und wie viel Spaß solche „verrückten“ Dinge mal im Alltag tun können.

4. Erklären/Entschuldigen

An manchen Tagen, da ist man einfach erschöpft. Vielleicht war es eine schlechte Nacht oder der Arbeitsstress oder oder. Jedenfalls hat man generell wenig Ressourcen gerade für sich und ist deswegen empfindlicher. An solchen Tagen reagiert man auch empfindlicher darauf, wenn die Kinder „etwas angestellt“ haben. Und wenn man dann doch erschöpft schreit, dass das Kind nun bitte nicht quer durch die Wohnung schreien soll, dass es was zu trinken haben möchte, sondern einfach selber in die Küche gehen kann, dann fühlt man sich danach oft ziemlich schlecht. Denn was war denn jetzt so schlimm daran? Man hat überreagiert, weil es einem selbst nicht gut ging. Und dieses Verhalten müssen wir nicht vor uns rechtfertigen, sondern wir müssen unserem Kind erklären: Es tut mir leid. Es tut mir leid, ich bin gerade total erschöpft und habe einen schlechten Tag, weil ich schlecht geschlafen habe. Ich wollte Dich nicht anschreien. (Natürlich gibt man dem Kind in dieser Situation nicht die Schuld dafür, dass man schlecht geschlafen hat – auch wenn es so ist.)

5. Ressourcen

Und mit dem vorigen Punkt verbunden sind die Ressourcen, auf die wir zurück greifen müssen, um gar nicht erst in die Überforderung zu kommen. Was tut uns im Alltag mit Kindern gut? Was können wir für uns Eltern tun? Wo kann man sich eine schöne Auszeit nehmen? Und auch reflektieren: Okay, heute geht es mir nicht gut. Da ist es wohl keine gute Idee, noch auf den lauten Indoor-Spielplatz zu gehen. Da bleibe ich lieber zu Hause mit den Kindern, backe ein paar Waffeln, mache einen leckeren Tee und dann kuscheln wir. Oxytocin, das Liebeshormon, ist immer dabei beim Kuscheln und beruhigt uns. Oder wir lesen ein Buch. Oder schauen einen Film. Wir Erwachsenen wissen, wann wir schlechte Tage haben und wir können eigentlich genau planen, wie wir damit umgehen und was uns gut tut. Wer das verlernt hat, weil er seine Bedürfnisse zu oft hinten angestellt hat, kann sich jetzt hinsetzen und eine Liste machen, was er im Alltag sich Gutes tun kann: Ein Tee? Ein Kaffee? Eine Schüssel mit Wasser füllen und die Füße hinein stellen – und das Kind bekommt zugleich eine kleine Planschschüssel? So können wir auch unseren Kindern beibringen auf sich zu achten und zu lernen, wann sie eine Auszeit brauchen.

6. Hilfen

Wenn wir zu lange zu wenig für uns getan haben, wenn wir merken, dass wir die Kinder zu oft anschreien, dann brauchen wir vielleicht Hilfe, um wieder entspannt im Alltag mit unseren Kindern zu sein. Das können Freunde sein, die uns Dinge abnehmen, das kann Familie sein, die uns unterstützt. Das können auch professionelle Erziehungsberatungsstellen sein oder auch eine Mutter-Kind-Kur. Wichtig ist, dass wir und nicht durchbeißen, dass wir nicht denken, dass wir etwas schaffen müssen, was für uns nicht schaffbar ist. Jetzt gerade geht es vielleicht nicht mehr anders und man muss Hilfen annehmen. Das bedeutet nicht, dass man eine schlechte Mutter oder ein schlechter Vater ist. Es bedeutet genau das Gegenteil, weil man dafür sorgt, dass es wieder besser geht.

Es gibt viele Wege, um vom Schreien weg zu kommen. Der wichtigste ist: Hör auf Dein Herz! Höre darauf, wenn es Dir schlecht geht und tu Dir was Gutes. Höre auf Dein Herz, dass Dir sagt, dass Du Dein Kind nicht anschreien möchtest. Höre auf Dein Herz, wenn es Dir sagt, dass es Hilfe braucht.

Was tut Ihr Euch Gutes, um im Alltag gelassener zu sein? Vielleicht können wir hier eine Sammlung für alle erschöpften Eltern zusammenstellen:

 

 

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Aus dem Bücherregal im Juni

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In diesem Monat ging es bei uns im Bücherregal viel um andere Kulturen. Woran das lag? Eine Freundin der Tochter hat eine andere Hautfarbe als sie. Sehr lange war das nie ein Thema und wenn die Tochter ihre Freundin beschrieben hat, dann nie darüber. Nun aber war es irgendwann einmal Thema, dass der Vater der Freundin aus einem anderen Land kommt. Und warum er eine andere Hautfarbe hat? Aber die Freundin, die ja hier geboren ist, hat ja auch eine andere Hautfarbe, auch wenn die Sonne hier nicht so doll scheint? Wie kann das denn sein? Es war also Zeit, sich mit anderen Kulturen genauer zu befassen und auch zu sehen, wo welche Länder liegen.

Ein ganz wunderbarer Atlas für Kinder ist der neu im Moritz-Verlag heraus gekommene Landkartenatlas „Alle Welt. Das Landkartenbuch„. Hier sind ganz zauberhaft bebilderte Landkarten enthalten, auf denen man nicht nur Landesgrenzen, Städte und Flüsse erkennen kann, sondern auch noch Besonderheiten der jeweiligen Länder: Speisen, Dinge, die dort hergestellt werden, besondere Menschen. Es ist fast wie die Wimmelbücher für die Kleinen, nur mit mehr realem Inhalt. Wirklich wunderschön, um mit Kindern über andere Länder ins Gespräch zu kommen. Altersempfehlung ist ab 6 Jahren, aber zum Nachschlagen und als Gesprächsanlass kann man es durchaus auch schon früher benutzen. Sogar der Sohn hat mit seinen 20 Monaten schon begeistert auf Tiere und Menschen gezeigt und Verschiedenes benannt.

Eine passende schöne Überraschung hat uns auch Librileo ins Haus gebracht. In der Bücherbox des letzten Monats war das Buch „Felix bei den Kindern dieser Welt“ enthalten. Eine schöne Geschichte um den kleinen Kuschelhasen, der verloren geglaubt auf Weltreise ist und von den einzelnen Stationen seiner Reise Briefe nach Hause schickt und von seinen Erlebnissen berichtet. Die Briefe des kleinen Hasen sind in Briefumschlägen im Buch enthalten und manches Mal mit kleinen Überraschungen ergänzt: Da gibt es einen kleinen Webrahmen für Armbänder oder ein Foto mit dem Hasen und zum Schluss ein richtiges Spiel. Eine ganz wunderbare Ergänzung zum Atlas, denn dort kann auch noch einmal nachgeschlagen werden. Besonderheit an der Box: Mit dem Buch kam auch noch ein Heftchen speziell mit von Librileo zusammengestellten Rezepten aus aller Welt und ein Heftchen über Kulturen. Sarah Seeliger von Librileo ist übrigens morgen hier im Interview zu „Neue Wege – Mütter und ihre Jobs“ zu finden.

Und dann gibt es noch ein Buch, das eigentlich nichts mit verschiedenen Kulturen zu tun hat, sondern bei uns einfach schon sehr lange im Bücherregal zu finden ist. Die Tochter hat es vor Jahren sehr geliebt und nun ist es beim Sohn ebenso. Luzie und Lottchen sind aus der Bücherwelt meiner Kinder nicht wegzudenken. Aktuell muss ich jeden Tag „Luzie und Lottchen ziehen sich an“ vorlesen – mehrfach. Es passt aber auch sehr gut zum Sohn, dass Luzie sich nicht anziehen möchte, um draußen im Regen zu spielen. Und dann gehen wir immer wieder Schritt für Schritt durch, was als erstes angezogen wird und was danach. Und tatsächlich: Nun versucht er auch schon, seine Schuhe selbst anzuziehen. Mit den Gummistiefeln klappt es auf jeden Fall schon ganz gut.

Und welches sind momentan die Lieblingsbücher Eurer Kinder?