„Mama, was gibt es heute zu essen?“ – Kleine Hilfe zur Struktur in der Küche

Wochenkarte_Essen

Kennt Ihr auch diese Frage: „Mama, was gibt es heute zu essen?“. Und dann – egal welche Antwort man gegeben hat: „Ich möchte aber lieber…“ Eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung zu leben, ist manchmal gar nicht so einfach. Und ganz besonders schwer ist es oft am Anfang des Elternseins. Wenn das Baby beginnt, nicht mehr nur (Mutter)milch zu sich zu nehmen, sondern nach und nach an der Familienkost teilnimmt, geraten die Nahrungsmittel von Mama und Papa genauer ins Blickfeld: Ist das eigentlich gesund, was ich da esse? Ernähre ich mich vollwertig und abwechslungsreich? Vielleicht ist nur Müsli den ganzen Tag doch nicht gut? Aber wie ernähre ich mich und mein Kind nur abwechslungsreich im Alltagschaos? Hier hilft vielleicht ein kleiner Wochenplan wie unserer.

Wenn es nach meiner Tochter ginge, könnte es jeden Tag nur Nudeln mit Tomatensoße geben. Ihr kleiner Bruder hat noch nicht solche Vorlieben, auch wenn ohne eine tägliche Birne der Tag ein schlechter Tag ist– darüber hinaus ist es mit ihm jedoch noch sehr einfach. Dabei essen beide Kinder sehr gut und sind auch in Sachen Obst und Gemüse aufgeschlossen. Herbert Renz-Polsters sagt über das soziale Lernen beim Essen:

„So zeigen Experimente, dass kleine Kinder, die ein Nahrungsmittel zunächst ablehnen, dieses jedoch annehmen, wennes ihnen an aufeinanderfolgenden Tagen noch etwa zehn weitere Male angeboten wird. Kinder essen also bestimmte Nahrungsmittel nicht deshalb, weil sie ihnen schmecken, sondern sie schmecken ihnen, weil sie immer wieder davon essen!“

– Davon konnten wir uns erst kürzlich wieder überzeugen, als unsere Tochter mit dem Essen von Kapern begann. Wenn wir also Abwechslung anbieten und auch immer wieder Dinge, an die sie sich gewöhnen müssen, ist das keine schlechte Sache. Natürlich sind Eltern dabei die besten Vorbilder. Aber manchmal hat man auch einfach keine Idee, was man heute schon wieder kochen soll. Wir haben daher gemeinsam einen Wochenplan gebastelt, der für jeden Wochentag den „Grundbaustein“ festlegt, auf dem dann aufgebaut wird. So gibt es keine großen Überraschungen und/oder Enttäuschungen. Den Kindern hilft es, die Woche zu strukturieren, denn sie wissen, dass nach dem Nudeltag oder Reistag kommt etc. Dazu hat es auch erstaunlich schnell dazu geführt, dass die Wochentage in der richtigen Reihenfolge gelernt wurden.

Bei uns sieht dieser Wochenplan folgendermaßen aus:

Montag ist Nudeltag. Das hat einen ganz einfachen Grund: Nach dem Wochenende ist der Kühlschrank oft leer und manchmal schaffe ich es nicht, vormittags neu einkaufen zu gehen. Was im Vorratsschrank aber immer vorhanden ist, sind Nudeln und Soße.

Dienstag gibt es Reis. Mal mit Gemüse und Tofu, mal mit Soße oder auch mal als Reismilch-Milchreis mit Früchten.

Mittwoch sind die Grundzutaten Kartoffeln: gekocht, als Brei, mit kaltem Gemüse als Kartoffel-Selbstmach-Salat oder auch mit gekochtem Gemüse.

Donnerstag gibt es Couscous, Hirse, Bulgur oder Polenta. Daraus lassen sich schöne Salate machen, aber auch tolle Bratlinge.

Freitag wird immer unser Landkorb mit frischem Obst und Gemüse geliefert. Daher gibt es Salate, Suppen oder gedünstetes Gemüse.

Samstag ist unser Grilltag. Dafür sind die Tochter und der Mann verantwortlich. Mais, Tofu, Würstchen, Brot, gefüllte Tomaten – es gibt immer mal was Neues.

Sonntag ist dann Überraschungstag. Mal Pizza, Lasagne oder auch auswärts essen oder Sushi bestellen.

Und damit es noch einfacher wird, wird mittags gleich für abends mitgekocht bzw. abends weiter verwertet: Couscous, der mittags Beilage zum Gemüse war, wird abends mit Gurke und Tomate zum Salat. Oder übrig gebliebene Kartoffeln werden angebraten oder überbacken. So spart man noch einmal Zeit und Gedanken.

Da wir Breifrei praktizieren, fällt auch lästiges Breikochen oder das Füttern von fremden Dingen aus dem Gläschen weg. Der 9 Monate alte Sohn wird so von Anfang an unser Familienessen heran geführt und beteiligt. Wer noch mehr über Breifrei erfahren möchte, kann alles dazu in meinem Ebook „Breifrei durch die Babyzeit: Gemeinsam Essen entdecken. Stück für Stück.“ nachlesen.

Und wie sieht Eure Nahrungswoche so aus?

 

 

Weiterführende Literatur:

5 Kommentare

  1. Dorothee G.

    DAs ist ja auch eine nette Idee! Bei uns wird schon seit Jahren am Sonntagabend ein Wochenplan gemacht. Meine Kinder sind ja mittlerweile groß, aber früher konnte ich so sicherstellen, dass jeder mal sein Lieblingsessen bekam.
    Und wenn man weiß, dass man selber zum ZUge kommt, kann man ohne Meckern auch mal die Dinge ertragen, die man sonst nicht so liebt.

  2. Pingback: 12 von 12 im März | Geborgen Wachsen

  3. Sinabloggt

    Gibt es in deinem Buch Rezepte? Ich würde unseren Zwerg gerne bei uns mitessen lassen, Aber ich müsste sein Gemüse extra anbraten weil unseres gewürzt wird. ZB beim anbraten oder weil wir es in Brühe dünsten oder wir es mit gewürztem gebratenen Fleisch vermischen… Bin da etwas ratlos.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.