Monat: Juni 2014

Kinder dürfen Fehler machen

Deo

Kürzlich, an einem besonders warmen Tag, nahm der Sohn heimlich mein Deo aus der Schublade, untersuchte es auf seine Weise und ließ es dann auf die Fliesen fallen. Es zerbrach. Von dem Aufprall alarmiert, ging ich schnell zu ihm, sah die zersplitterte Flasche und schaute ihn an. Glücklicherweise hatte er die Scherben nicht angefasst. Ich schaute ihn an, er zeigte auf die Glasscherben und sagte „Putt macht, das!“ Ich war verärgert, weil es ein warmer Tag werden würde, ich kein Deo mehr im Haus hatte, dies meine Lieblingsmarke war und ich hier auf dem Land weit und breit keinen Ersatz kaufen konnte auf die Schnelle. Schon tausendmal hatte ich gesagt, dass der Sohn nicht an diese Schublade gehen sollte… Als ich die Scherben aufgesammelt hatte, brachte ich sie in die Küche und legte sie auf die Anrichte. Dort lag schon eine kaputte Tasse, die mir zuvor kaputt gegangen war. Eine ganz alte Tasse aus einem Geschirr, dass ich nicht mehr nachkaufen konnte. Eine Tasse von acht, aus denen ich besonders gerne den Kaffee morgens trinke.

Da lagen sie nun nebeneinander: Die Scherben eines Deos und die einer alten Tasse. Und ich fragte mich, warum ich verärgert war über den Sohn und seine Entdeckungsfreude, die im Zerbrechen des Deos endete. Denn eigentlich ist es nicht schlimm. Ja, es ist ein bisschen blöd. Aber die zersprungene alte Tasse, die ich kaputt gemacht hatte, war nicht zu ersetzen. Innerlich war ich über das Deo verärgerter als über die Tasse gewesen. Ich war mit meinem Kind innerlich härter zu Gericht gegangen als mit mir.

Dinge passieren: Sachen gehen kaputt, volle Gläser fallen am Tisch um, es gibt Flecken auf Lieblingskleidungsstücken und manchmal geht auch richtig etwas zu Bruch. Das ist das Leben. Es ist nicht schön, dass das passiert, aber es passiert. An manchen Tagen haben wir viel Kraft und gute Laune, um darüber hinweg zu sehen, an anderen Tagen sind wir verärgert. Sind nicht wir selbst es, denen ein Missgeschick widerfährt, sind wir vielleicht besonders verärgert an einem solchen Tag.

Doch eigentlich gibt es dafür keinen Grund. Denn wie wir selbst machen die Kinder nichts, um uns zu ärgern. Sie beschmieren nicht den Teppich mit Zahnpasta und werfen auch nicht das Deo herunter, um uns zu ärgern. Die fordern uns nicht heraus, um uns zur Weißglut zu bringen. Warum sollten sie das auch tun? Sie lieben uns, sie sind unsere Kinder. Sie wünschen sich auf keinen Fall, dass mit ihnen geschimpft wird, dass wir laut sind oder sie böse ansehen. Der Satz „Das macht er nur, um Dich zu testen.“ stimmt in den meisten Fällen nicht. Ja, Kinder suchen Grenzen. Körperliche (Wie hoch kann ich klettern? Was schaffe ich?) und auch soziale (Was wird Mama sagen?), aber sie machen dies nicht, um uns zu ärgern. Sie machen es, um Erkenntnisse für sich selbst zu gewinnen, um das Leben zu verstehen.

Es ist wichtig, dass wir uns das immer wieder vor Augen führen: Kinder wollen uns mit ihrem Verhalten nicht ärgern oder herausfordern. Sie fordern sich selbst heraus, um zu erfahren, wie die Welt ist, in der sie leben. Es ist nur ein kleiner Unterschied in der Sichtweise, der doch so viel ausmacht. Aus einem verärgerten Blick wird ein liebevolles Ansehen des Kindes. Und es wächst die Erkenntnis in uns: Wir müssen unseren Kindern mindestens so viel zugestehen wie uns, auch an Fehlern und Missgeschicken. Mehr noch: Denn natürlich sind Missgeschicke gerade ihnen erlaubt, weil sie noch so klein sind, ihre kleinen Hände noch nicht so fest greifen wie unsere und ihre kleinen Füße leichter stolpern als unsere erprobten großen. Kinder müssen Fehler machen, um die Welt zu verstehen. Und wir stehen an ihrer Seite. Achten darauf, dass sich ihre kleinen Hände an den Glasscherben nicht verletzten, sagen ihnen, dass sie es bitte nicht wieder tun, streichen ihnen über den Kopf und sind froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist.

Die gestaltete Umgebung für Babys – Raum geben statt fördern

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Ich bin kein Fan von Frühförderung, denn Kinder haben eine natürliche Entwicklung, der sie folgen. Sie beginnen irgendwann, die Hände zusammen zu führen und betrachten sie, sie können irgendwann über die Mitte greifen und beginnen selbst, sich zu drehen. Sie kommen in die Bauchlage und von dort ins Robben und Krabbeln und irgendwann stellen sie sich hin. Eines Tages machen sie den ersten Schritt – von sich aus. Die Zeitfenster der Entwicklung sind in etwa vorgegeben, aber bei jedem Kind sind sie recht unterschiedlich: Manche Kinder laufen mit 9 Monaten, andere mit 18. Und nicht nur in der motorischen Entwicklung gibt es solche Unterschiede, auch in allen anderen Bereichen wie der Sprache, der Feinmotorik, dem Spielverhalten. Nur in der Motorik fallen uns die Unterschiede besonders auf.

Nicht fördern, aber Raum geben

Kinder haben also einen eigenen Zeitplan und benötigen es nicht, dass sie in ihrer Entwicklung „gefördert“ werden. Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Und Kinder drehen sich nicht eher um, als sie es können. Und wenn wir es vielleicht schaffen, dass sie bestimmte Dinge doch tun, dann kann das auf Kosten anderer Entwicklungsschritte gehen, denn wir greifen in ein präzise aufeinander abgestimmtes Konzept ein. Kinder müssen nicht zur Bauchlage angeregt werden und auch nicht zum Krabbeln und sie müssen erst Recht nicht hingesetzt werden, bevor sie es selbst können. Was man aber machen kann ist, ihnen eine Umgebung anzubieten, die es ihnen ermöglicht, sich selbst zu erproben, sich nach dem eigenen Bedürfnis zu bewegen und so dem natürlichen Impuls zu folgen.

Eine gestaltete Umgebung

Ein Raum, in dem sich ein Kind optimal selbst entwickeln kann, muss ihm Raum geben: Babywippen und Spielcenter, unter denen die Kinder liegen und durch heabhängende Dinge bespaßt werden, bieten diesen Raum nicht. Abgesehen von gesundheitlichen Aspekten vor allem in Bezug auf die Babywippen, gibt es hier zu wenig Platz, damit sich die Kinder ihrem Bedürfnis entsprechend zur Seite bewegen können. Ihre Bewegung wird eingeschränkt und behindert. Vor dem Gesicht baumelnde Gegenstände wecken sicherlich das Interesse des Kindes und es kann sich damit eine Weile beschäftigen, aber oft geht diese Beschäftigung auf Kosten des Erkundens des eigenen Körpers: Nicht die Hände werden zusammen gebracht, bewegt und erfühlt, sondern ein herabhängender (vielleicht noch quietschender) Bär. Auch werden dann die Hände nicht zum Knie gebracht, was später für die Bewegung zur Seite und das Umdrehen wichtig ist.

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Die Umgebung sollte für das Kind also genügend Raum zur Seite bieten. Ganz kleine Kinder, die noch ganz mit dem Ankommen und dem Erkunden der Hände beschäftigt sind, benötigen diesen Raum noch nicht und fühlen sich besonders wohl in Begrenzung. Merken wir aber, dass das Kind langsam mit dem Begreifen der Umgebung beschäftigt ist, kann man mehr Raum anbieten. Hierfür ist zunächst eine geeignete Unterlage wichtig. Sie sollte nicht zu weich sein, so dass die Babys darin nicht einsinken und so an der Bewegung behindert werden, aber auch nicht unbedingt ganz so hart wie Holzfußboden. Empfehlenswert ist es natürlich auch, wenn der Untergrund gut zu reinigen ist, denn schließlich geht auch bei den Kleinsten ab und zu etwas Milch verloren. Ich verwende in meinen Kursen und auch zu Hause seit einiger Zeit die eco-Krabbelmatte, die zwar mit 4,5mm nicht sehr dick ist, aber dennoch sehr gut dämmt (Geräusche und Kälte), leicht zu reinigen ist und nicht verrutscht. Gerade in den Kursen sind diese Aspekte besonders wichtig, aber auch für zu Hause (besonders mit einem Elimination Communication-Kind) ist es sehr praktisch.

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Je nach Entwicklungsstand des Kindes kann dann die Umgebung um das Kind so gestaltet werden, so dass sie passende Herausforderungen bietet. Bei den kleinen Kindern, die noch viel auf dem Rücken liegen, können in greifbare Nähe anregende Dinge gelegt werden: Ein Tuch, mit dem es spielen kann (Achtung: Babys nicht allein mit Seidentücher spielen lassen, da eingespeichelte Seide ähnlich luftundurchlässig ist wie Plastikfolie), eine kleine Rassel oder ein Holzring. Das Kind kann den Kopf zur Seite wenden, die Dinge sehen und ergreifen, sie vor den Körper führen und erfühlen. Etwas später haben Kinder auch große Freude an leichten Sieben oder Körbchen, die sie in die Hände nehmen, vor den Körper bringen und vielleicht auch die Füße dorthin führen. Aus den angezogenen Beinen kommt irgendwann auch die Bewegung zur Seite.

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Haben die Kinder erst einmal die Bauchlage erlangt, können nun vor ihnen Dinge ausgelegt werden, die sie erkunden können. Auch Bälle machen nun viel Freude, die vielleicht etwas träge sind, so dass sie nicht zu weit wegrollen. Sind sie aber etwas aus der Reichweite der Arme, laden sie dazu ein, sich fortzubewegen. Vielleicht drehen sich die Kinder um die eigene Achse, um sich fortzubewegen und stoßen sich später dann mit den Füßen vorwärts, um im Robben an das begehrte Objekt zu kommen.

Ist die Fortbewegung dann erst einmal in Gange, zunächst durch das Robben, später durch das Krabbeln, sind auch kleine „Hindernisse“ spannende Herausforderungen. Auf eine Krabbelkiste krabbeln und wieder herunter. Wer keine Holzkrabbelkiste hat, kann auch eine stabile Schublade aus einem alten Holzschrank nehmen und umgedreht anbieten. Auch Schrägen werden irgendwann spannend. Ein schräges Krabbelbrett lässt sich leicht aus einem Holzbrett bauen, an das meine dicke Holzleiste (oder zwei Holzbausteine) anschraubt, mit der man das Brett sicher irgendwo einhaken kann.

Kleine Unfälle sind übrigens ganz normal. schließlich müssen die Kinder die neuen Fertigkeiten erst nach und nach erlernen und auch das Fallen und richtige Abrollen muss gelernt werden. Kinder müssen lernen, wie sie sich bei einem Fall richtig selber abrollen, damit sie auch später diese Fähigkeit besitzen. So lieb gemeint es also von Eltern ist, jedes Umfallen auffangen zu wollen und die Hand dazwischen zu schieben, ist es auch wichtig, dass Kinder Kompetenz im richtigen Umgang damit lernen.

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Wenn die Kinder stehen und im Stand langsam vorwärts (oder zunächst seitwärts) kommen, geht es meist auch in die Höhe: Nun wird geklettert! Achtung also bei Bücherregalen, die auf dem Boden stehen, denn sie können als Leiter genutzt werden. Eine Alternative für die kleinen Kletterer kann eine echte kleine Leiter/ein Tritt oder ein Piklerdreieck sein.

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Sind die Kinder sichere kleine Läufer geworden, warten noch viele andere spannende Entdeckungen auf sie: balancieren, Kipphölzer, hüpfen auf zwei oder einem Bein… All diese Dinge kommen irgendwann. Aus eigenem Antrieb, weil die Entwicklung es so vorsieht und Kinder Freude an der Bewegung haben. Deswegen sollten wir ihnen den Raum geben, diese Freude auszuprobieren, sich und den Körper selbst zu erkunden und dabei auch die eigenen Grenzen zu erfahren. Lassen wir ihnen Zeit und Raum für eigene Entwicklung, nehmen wir ihnen nichts weg von diesem spannenden Weg. Erfreuen wir uns einfach an den leuchtenden Augen, wenn sie ihre Meilensteine zum ersten Mal selbst erklommen haben.

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Gewinnspiel: Gewinne eine Krabbelmatte „Kleiner Räuber“ von Eco Krabbelmatten

Gewinne eine der schönen Krabbelmatten von Eco Krabbelmatten, zertifiziert mit Öko Tex Siegel Produktklasse I, welches belegt, dass selbst intensiver Hautkontakt mit Babies und Kleinkindern gesundheitlich unbedenklich ist. Eine tolle Unterlage für die Krabbelzeit und danach.

Und so geht es:

  1. Werde Fan von geborgen-wachsen auf Facebook
  2. Kommentiere den Artikel zum Gewinnspiel: Wie bewegt sich Dein Kind gerade und wozu bräuchtest Du die Matte?
  3. Die Verlosung endet am 29.06.2014 um 18 Uhr unter allen volljährigen Fans, die den Artikel zum Gewinnspiel kommentiert haben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Verlosung steht in keinem Zusammenhang mit Facebook. Verantwortlich ist geborgen-wachsen.de (Impressum: http://geborgen-wachsen.de/impressum/).

Ich freue mich über Eure Herzen bei Brigitte Mom!

 

 

Neue Wege – Mütter und ihre Jobs: Journalistin und Autorin Nora Imlau

Energie tanken

Gibt es Eltern, die Nora Imlau nicht kennen? Ich glaube nicht. Ich selber bin irgendwann durch die Zeitschrift ELTERN auf sie aufmerksam geworden, später auch auf ihre Facebookseite und ihren Twitteraccount. Und auch wenn ich nicht immer mit der ELTERN einer Meinung bin, sind Noras Artikel immer von ganz besonderem Wert. Sie schreibt dort als freie Redakteurin, hat aber noch viel mehr Bekanntheit durch ihre schönen Bücher „Crashkurs Baby“ und „Das Geheimnis zufriedener Babys“ erlangt. Im Oktober erscheint ihr neustes Buch „Freundschaft. Wie Kinder sie erleben und Eltern sie stärken können“ im Beltz-Verlag. Wie lässt sich dieser Job, in dem es immer um Kinder und Eltern geht, eigentlich mit zwei eigenen kleinen Kindern vereinbaren?

1. Was hast Du früher gemacht/wo hast Du früher gearbeitet?

Meine erste Tochter Linnea habe ich im Studium bekommen. Das heißt: Vor ihrer Geburt habe ich Hausarbeiten geschrieben, Scheine gemacht, Theater gespielt und viel Zeit mit Freunden verbracht. Nach ihrer Geburt habe ich dann meine Examensarbeit geschrieben, auf Prüfungen gelernt,  immer noch viel Zeit mit Freunden verbracht, leider nicht mehr Theater gespielt, dafür aber meine ersten Artikel veröffentlicht.

2. Warum wolltest Du nach der Geburt/Elternzeit einen neuen Weg gehen?

Ich wollte schon immer schreiben. Wusste aber noch nicht, worüber. Kulturjournalismus klang interessant: Sich den ganzen Tag mit Literatur, Theater, Kunst beschäftigen! Vielleicht sollte ich Filmkritikerin zu werden? Oder Feuilletonistin? In kühnen Momenten träumte ich davon, vielleicht mal ein Buch zu schreiben. Und verwarf den Gedanken gleich wieder – wer schafft das schon?
So schwamm ich mit im Meer der Studentinnen und Studenten, die alle mal „irgendwas mit Medien“ machen wollten, und studierte als realistisches Backup Deutsch und Englisch auf Lehramt, weil das so schön familienfreundlich klang.

Dann, nach Linneas Geburt, war mir plötzlich klar: Ich habe mein Thema gefunden. Denn die Frage, wie ein modernes, liebevolles Familienleben gelingen kann, ist spannender als jeder Kinofilm, anspruchsvoller als jeder Roman und vielfältiger als es jede kunsthistorische Sammlung jemals sein könnte. Also hängte ich mein Lehramtsstudium erleichtert an den Nagel, machte mein Examen in Medienwissenschaft und Germanistik und mich dann als freie Autorin selbstständig.

3. Erkläre kurz, was Dir an Deiner Arbeit besonders gefällt.

Sie wird niemals langweilig! Ich schreibe über Themen, für die ich brenne, und lerne dabei selbst ständig etwas dazu. Ich spreche mit Familien über ihre Erfahrungen und Bedürfnisse, und mit Experten verschiedenster Disziplinen darüber, was Eltern und was Kinder brauchen.
Ich kann meine Arbeitszeiten frei einteilen, mal eine Nacht durchschreiben, mal eine Woche freimachen, einfach so. Dafür bin ich unendlich dankbar.

Ich arbeite von zuhause aus und von unterwegs, mal im Team und mal allein, aber immer mit Leidenschaft und Herzblut. Und am Ende halte ich das Ergebnis meiner Arbeit in gedruckter Form in meiner Hand – ein tolles Gefühl, nach wie vor.

4. Wie gestaltest Du jetzt Deinen Alltag mit dem Job und Deiner Familie?

Morgens bringe ich meine ältere Tochter in die Schule und die jüngere zum Kindergarten.
Dann beginnt meine Kernarbeitszeit: Ich telefoniere mit Kollegen, beantworte Emails, führe Interviews, schreibe Artikel und betreue meine Facebookseite. Nachmittags hole ich meine Mädchen dann wieder ab und bin ganz für sie da. Manchmal setze ich mich dann abends noch mal an den Schreibtisch, wenn sie schlafen, aber meistens gönnen mein Mann und ich uns dann einfach einen gemeinsamen Feierabend.

Wenn ich für Reportagen oder Interviews verreise, koordiniere ich die Termine mit meinen Mann so, dass er an diesen Tagen im Home Office arbeitet, das klappt sehr gut. Und manchmal schicke ich meine Familie für ein langes Wochenende in den Wanderurlaub oder zum Baden an die Ostsee und schreibe die Tage mehr oder weniger durch. So entstehen meine Bücher.

5. Würdest Du Deinen neuen Job anderen Müttern empfehlen? Wenn ja, warum?

Ich würde meinen Job allen Müttern empfehlen, die

a) schreiben können und schreiben wollen
b) nicht auf der Suche nach einer Teilzeitstelle, sondern nach einer Lebensaufgabe sind
c) mit der Verletzlichkeit umgehen können, die es bedeutet, mitsamt seiner Familie in einer gewissen Öffentlichkeit zu stehen.

Warum? Weil ich glaube, dass guter Journalismus die Welt ein wenig besser machen kann.

Vielen Dank an Nora Imlau  für das Interview. In der nächsten Woche findet Ihr hier das Interview mit Sarah Selinger von LibrileoHast Du auch einen Job, den Du hier vorstellen möchtest? Dann schreib mir an [email protected]

Bisher in dieser Reihe erschienen sind Interviews mit Mütterpflegerin Kathrin Roth, Chemikerin @fraubruellenDoula Denise WilkEva Ella Hartmann von ringelmiezBettina M. Kreissl Lonfant von der Agence PhilosophiqueAnna Luz de León von BerlinMitteMomRamona Weyde-Ferch von jademond.de,Stephanie Oppitz von der Windelmanufaktur, und Simone Janke als me&i-Beraterin.

Auch Elke Peetz hat sich des Themas angenommen und zeigt hier 100 Probleme und 100 Lösungen von FrauenAlex Kahl ruft zu einer Blogparade zum Thema familienfreundliche Arbeitgeber auf.

Ein Liebesbrief

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Heute bin ich 9 Jahre mit Dir zusammen. 9 ganze Jahre. Wo ist nur die Zeit geblieben? Wenn ich in den Spiegel sehe, dann merke ich, dass sie wohl vergangen ist. Denn es blicken mich nicht mehr die Augen einer 25jährigen an. Viele kleine Fältchen sitzen um meine Augen. Die meisten davon sind wohl vom Lachen gekommen – daran kann ich in vielen Fällen Dir die Schuld geben.

Gemeinsam haben wir in diesen 9 Jahren viel erlebt. Du hast meine Hand gehalten, als meine Großmutter so langsam aus dem Leben ging. Den Anzug, den Du bei ihrer Beerdigung trugst, hast Du im selben Jahr noch einmal getragen – bei unserer Hochzeit. Wenn auch erst befremdlich, hat auch dieser Umstand einige der Fältchen um meine Augen befördert. Gemeinsam in Venedig sind wir mit der Gondel zum Standesamt gefahren und als Ehepaar heraus getreten. Ich erinnere mich an betrunkene Kellner, ein rosa Hochzeitskleid und ein kleines Kind, das mir lachend auf dem Marcusplatz entgegen rannte wie bei Sissi.

Wir haben eine Mitbewohnerin in unserer Wohnung gehabt, haben in diesen Wänden, in denen wir noch heute wohnen, mit vielen Freunden gefeiert und auch getrauert. Wir haben Abschied genommen von unserer lieben Nachbarin, haben andere tolle Nachbarinnen dazu bekommen. Wir haben Steine vor dem Fenster fliegen sehen und mussten nachts aus dem Haus rennen, weil es brannte. Die Wände unserer Wohnung könnten viele Geschichten erzählen von den letzten 9 Jahren.

Wir haben zwei Kinder bekommen und jedes Mal warst Du an meiner Seite, hast Dir Deine Hände fast zerdrücken lassen und die Nabelschnur Deiner Tochter und Deines Sohns durchtrennt. Du hast zwei Mal ruhig ausgeharrt und mich mit der Plazenta machen lassen, was ich wollte. Leben und Tod standen immer nah beieinander. Wir haben weitere Menschen verloren: Mein Großvater starb, meine andere Großmutter, Deine Großmutter und ein Freund nahm sich das Leben. Wir standen aneinandergelehnt, Seite an Seite, stützten uns. Manchmal musste sich einer mehr anlehnen und der andere mehr tragen, dann wechselten sich die Positionen.

Wir haben gemeinsam schlaflose Nächte verbracht, haben Kinder in Krankenhäuser gefahren und wieder zurück. Wir haben uns Sorgen gemacht, gelacht, geflucht und würden doch niemals unsere Erinnerungen eintauschen wollen. Am Abend sitzen wir beieinander und erzählen uns, was wir am Tag erlebt haben. Seit 9 Jahren teilen wir unsere Erlebnisse, unsere Geschichten und unser Leben miteinander. 9 Jahre voller Lachen, Tränen, wunderbarer Momente. Du weißt, dass ich die liebsten Sachen immer zuerst esse und nichts aufschiebe. Ich weiß, dass Du es umgekehrt machst. So viele Eigenheiten tolerierst Du bei mir und lächelst über Dinge, die sich bei mir eingeschliffen haben. Ich lasse Dich TShirts mit Aufdruck tragen und von 3D-Druckern schwärmen.

Wir sind beide ganz verschiedene Menschen und haben uns doch gefunden. Irgendwo in der Mitte. Mal mehr auf Deiner Seite, mal mehr auf meiner. Immer wieder in Bewegung, nie stillstehend, aber umeinander kreisend. In guten wie in schlechten Zeiten.

Ich danke Dir für die schönsten 9 Jahre meines Lebens und jede kleine Falte um meine Augen, an der Du mit Schuld bist.

Kinder und Medien – Kompetenz fürs Leben erwerben

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Ich bin gerne draußen im Garten, am See, bei einem Spaziergang im Wald. Ich liebe es, dabei meine Kinder zu beobachten und ihr Spiel anzusehen. In der Natur können sie sich ganz frei bewegen, erfinden Spiele: Stöcke werden zu Schippen, zu Angeln, zu Gabeln. Sie werden zum Schnitzen oder Wandern benutzt. In der Natur können Kinder ihrem ganz persönlichem Impuls folgen, das Leben zu erkunden, selbständig und auf ihre Art. Sie kommen auf Ideen, die sie mit vorgefertigten Spielmaterialien nicht bekommen. Doch neben all diesen wunderschönen Naturerfahrungen gibt es auch eine ganz andere Seite, die meine Kinder kennen lernen und meiner Meinung nach auch kennenlernen müssen: moderne Medien wie Telefon/Handy, Computer, Fernsehen. – Ist das ein Gegensatz? Passt das nicht zu meiner Art des Familienlebens? Oder ist es nur der fortgeführte Grundgedanke?

Eltern als Vorbilder

Ich arbeite jeden Tag am Laptop. Zwar bin ich darum bemüht, in den Zeiten, in denen ich mit den Kindern zusammen bin, so wenig wie möglich am Handy oder Laptop herumzudrücken, doch sind beide im Alltag da und werden gelegentlich benutzt: Einen Anruf entgegen nehmen, einen Tweet senden, eine Email lesen – all diese Dinge passieren auch bei mir im Alltag, weil ich keine festen Arbeitszeiten außerhalb der Familie habe, sondern zu Hause arbeite auch wenn eines meiner Kinder nicht in einen Kindergarten geht. Und so sehen meine Kinder auch, dass ich Computer und Handy benutze. Der Sohn hat längst ein eigenes kleinen Smartphone aus Holz, das er gerne mit sich herum trägt und gelegentlich hinein sagt „Hallo, Susanne Mierau!?“ oder es in die Höhe hält und sagt „Foto!“. Die Tochter hört ihre Lieblingsgeschichten auf dem Ipad und hat schon vor vielen Jahren einen OLPC bekommen. Sie hat mit ihrer Freundin schon über Skype telefoniert und mit ihrem Vater über mein Handy Videotelefonate gemacht. Moderne Medien sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Selbst wenn wir auf dem Land sind und im Wald bin ich froh darüber, im Notfall eine Landkarte auf meinem Handy aufrufen zu können oder die BfR-App Vergilftungsunfälle bei Kindern gespeichert zu haben.

Fortschritt gab es auch schon bei uns

Man könnte sagen, die Zeiten haben sich geändert – aber haben sie das überhaupt? Sind Ipad und Handy heute nicht das, was für mich in meiner Kindheit ein Walkman (oder gar ein tragbarer CD-Player!) und ein GameBoy waren? Gesellschaftliche Entwicklungen schreiten voran. Nicht nur bei uns, sondern überall auf der Welt. Der schon erwähnte OLPC ist dafür nur ein Beispiel, dass längst nicht mehr nur in westlichen Industriegesellschaften Kinder an Computer heran geführt werden. Neue Medien sind überall um uns herum. Wir nutzen sie im Alltag und unsere Kinder müssen ebenfalls lernen, sie zu nutzen. So, wie wir früher lernten, dass S-Bahnen nicht mehr mechanisch mit Schiebemechanismus geöffnet werden sondern fortan indem man auf das kleine blinkende runde Feld drückt. Das Leben um uns herum entwickelt sich weiter.

Schritt für Schritt

Wenn wir unsere Kinder auf das Leben in unserer Gesellschaft vorbereiten wollen, müssen wir ihnen auch die Möglichkeit geben, dieses Leben zu erlernen. Natürlich müssen sie zunächst lernen, sich selbst zu verstehen, ihren Körper einzusetzen, zu greifen, zu laufen, zu sprechen. Sie müssen lernen, mit sich selbst umzugehen, um dann zu verstehen, wie man mit anderen Dingen umgeht. Sie müssen natürliche Kompetenzen erwerben,damit sie diese dann einsetzen, um Spielzeuge oder Dinge zu benutzen. Deswegen macht es erst Sinn, ihnen bestimmte Spielmaterialien oder Medien anzubieten, wenn sie diese Grundfähigkeiten ausgebildet haben.

Wie sieht also Medienpädagogik bei uns aus? Die Tochter hat erst recht spät angefangen, auf dem Fernseher bestimmte Inhalte zu sehen. Sie war etwa 3 Jahre alt, als wir begannen, mit ihr ausgewählte Clips auf Youtube zu sehen wie Elmo, Sendung mit der Maus oder Ernie und Bert. Der Sohn hingegen als zweites Kind wurde viel früher damit vertraut gemacht, weil eben die große Schwester es schon vorleben konnte. Heute sehen wir sonntags gemeinsam eine ausgewählte Serie zusammen.

Damit die Tochter aber auch versteht, wie Filme eigentlich gemacht werden und dass sie auch nur aus vielen verschiedenen Fotos bestehen, hat der Mann kürzlich mit ihr ein kleines Video selbst gedreht mit Stop Motion Studio. Meine Spiegelreflexkamera kann sie schon sehr gut bedienen und auch mit dem Handy macht sie schon eigene Fotos, bittet darum, bestimmte Dinge fotografiert zu bekommen, wenn sie sie unterwegs sieht und für sich aufheben möchte. Fotos von Freunden hängen an der Wand. Denn auch das gehört zur Medienerziehung dazu. Neben dem Speicher auf meinem Laptop und Handy gibt es aber auch ein ganz altmodisches Fotoalbum (oder besser: viele Alben), die die Bilder noch so aufbewahren, wie es in meiner Kindheit passierte.

Wer das am Handy nicht machen möchte, kann mit seinem Kind aber auch ganz einfach ein Daumenkino basteln, um zu zeigen, wie aus vielen einzelnen Bildern ein Film wird.

Was für mich früher der Kassettenrekorder war, ist für die Tochter heute der CD-Player, auf dem sie nach Absprache ihre Lieblingscd’s hören kann. Für mich ist es, als ob ich in meine Kindheit zurück versetzt werden würde, denn sie hört die CDs, die ich als Kind als Kassetten im Regal stehen hatte. Unterwegs gibt es diese Aufnahmen auch auf dem IPad zu hören, das sie schon erstaunlich gut selber bedienen kann, wie ich es schon erlebt habe, als sie heimlich darauf andere Dinge suchte. Daher gilt im Umgang damit: Nicht allein lassen, sondern immer dabei bleiben.

Auf dem OLPC hat sie mit ihrem Vater schon erste ganz einfache Spiele gespielt. Auch diese nie allein, sondern immer in Begleitung. Nun wollen wir die ersten Apps ausprobieren mit ihr und sehen, wie sie damit umgeht und ob es ihr gefällt. Für das Projekt „Kinder und Medien – Meine ersten Apps“ habe ich von Microsoft ein Surface 2 zur Verfügung gestellt bekommen und werde demnächst davon berichten, wie die Tochter die Spiele fand, welche ihr gefallen haben und warum und wie sie mir gefallen haben.

 

 

Es geht vorbei – Kinder werden größer. Von Wurzeln und Flügeln

An Tagen wie heute liege ich abends im Bett neben meinen Kindern und blicke meine Tochter an. Ist sie wirklich schon 5 Jahre alt? Wo ist die Zeit nur geblieben? Ich sehe ein großes Mädchen, das gerne und sehr laut lacht. Ihr Lachen ist oft ansteckend. Ich sehe ein selbstbewusstes Mädchen, dass mir gerne auf meine Wünsche nach einem anderen Verhalten entgegnet „Ich bestimme über mich!“ und ich sehe ein Mädchen, dass laut und wild mit anderen Kindern spielt. Manchmal sogar zu laut und zu wild für meinen Geschmack.

Und dann denke ich an die vergangenen Jahre. Ich denke daran, dass ich sie zwei Jahre gestillt und im Tragetuch getragen habe und wie oft mir von der Familie gesagt wurde, ich würde mein Kind verziehen. Denn früher, als Kleinkind, da war sie alles andere als offen, laut und wild. Ein Kind, das viel aufnahm, das genau hin sah. Ein Kind, das mit anderen nicht sprach und sich auch bei Familienangehörigen gern abwandte. Jemand, der nie „Hallo“ oder „Tschüss“ sagte außer zu den Eltern. Ein Kind, das immer auf meinem Schoß saß bei Festen und nur mit mir an der Hand umher lief. Ein Kind, das in Spielgruppen nie „mitmachte“ und gerne am Rand saß. Eine stille kleine Beobachterin, die gerne für sich spielte und viel Nähe brauchte.

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Sie ist heute ein Kind, das noch immer im Familienbett schläft. Als sie ein Jahr alt war und nachts noch immer viele Male stillte, dachte ich, sie würde nie durchschlafen. Als sie mit 2 Jahren auch noch oft aufwachte, dachte ich, dass ich nie wieder eine Nacht durchschlafen würde in meinem Leben. Und heute gibt es sie wieder, die Nächte, in denen ich nicht aufwache. Abende, an denen sie kurz noch eng an mich gekuschelt ist und sich dann umdreht und sagt, dass sie gerne später wieder meine Hand nimmt und mit ihren Kuscheltieren im Arm einschläft. Nein, ich stille sie nun nicht mehr in den Schlaf.

Sie ist so groß und toll und selbständig geworden. Wann genau ist das eigentlich passiert? Mit jedem Tag ein Stückchen mehr.Ich habe es gar nicht so richtig mitbekommen und nun sitze ich neben diesem Kind, das so schnell groß geworden ist. Ich denke an diesen Spruch, den wir Eltern tausende von Malen überall um uns herum lesen: „Sind Kinder klein, gib ihnen Wurzeln, sind sie groß, gib ihnen Flügel.“ Wurzeln hat sie bekommen und ihre Flügel ganz allein ausgebreitet und ist nun mit ihren ersten Flugversuchen unterwegs. Ich bin da, immer bereit, sie aufzufangen und merke dabei, dass sie oft gar nicht aufgefangen werden muss. Sie kann das schon, sie weiß, was sie sich zutrauen kann.

Irgendwann stillen Kinder nicht mehr, schlafen durch und laufen nicht mehr ausschließlich an der Hand. All das passiert wirklich irgendwann. Auf dem Weg dorthin können wir es manchmal nicht glauben, dass dieser Tag eines Tages kommen wird, aber er kommt. Und dann, dann sind wir vielleicht gar nicht darauf gefasst und staunen in unserem herbeigesehnten Glück darüber, wie groß unsere Kinder schon sind. Genießen wir also jede Minute mit ihnen und in ihrer Kindheit und denken wir auch in den schwierigen Zeiten daran, dass wir ihnen mit allem ein sicheres Fundament bauen für ihr eigens Leben.

Kinderzimmerlampe schnell und einfach selbst gemacht

 Heute möchte ich Euch zeigen, wie man mit ganz einfachen Mitteln preiswert eine schöne (Kinderzimmer-)Lampe selber machen kann, ganz individuell. Ich selber benutze Serviettentechnik sehr gerne, zum Beispiel zur Verschönerung von Geburtstagsgeschenken oder für die Geschenketütchen bei Kindergeburtstagen. Für die Lampe braucht es nicht viel: Weiterlesen

Geteilte Erinnerungen – Lieblingsstücke aus der Schwangerenzeit

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Ich hatte ja bereits darüber geschrieben, dass gerade viele Babys bei uns im Bekanntenkreis geboren werden. Und so wie sie auf die Welt kommen, bekomme ich Kisten mit Kleidung zurück. Kisten mit schönen Schwangerschaftserinnerungen, die ich den Lieben in meinem Umfeld für eine Weile ausgeliehen habe. Es ist schön, wenn diese Dinge zurück kommen zu mir. Ich packe die Kisten aus, sehe mir die Teile an und erinnere mich an die Schwangerschaften damit. Einige Teile habe ich noch aus meiner ersten Schwangerschaft, andere sind erst in der zweiten Schwangerschaft dazu gekommen. Manche Dinge habe auch ich von lieben Freundinnen bekommen, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben und ihre Lieblingsteile an mich weiter gereicht haben. Und ich gebe sie wieder weiter. Endgültig gebe ich sie noch nicht ab, denn ob wirklich keine weiteren Kinder mehr kommen, weiß ich nicht. Nun jedenfalls sind gerade wieder Kleidungsstücke zu mir zurück gekehrt und ich schaue sie an, streiche darüber und erinnere mich an die Zeit mit ihnen. Dann werden sie sorgsam verpackt mit einem Lavendelbeutelchen und warten auf die nächste Freundin, die sie besuchen dürfen für eine kleine Weile.

Heute stelle ich Euch einige meiner Lieblingssteile vor und erkläre, was man meiner Meinung nach für Kleidung braucht in der Schwangerschaft. Manchmal höre ich, dass es ja nur eine vorübergehende Phase sei und es sich nicht lohnen würde, dafür extra kostspielige Anschaffungen zu machen. Für mich aber war es immer so, dass ich die Zeit der Schwangerschaften sehr genossen habe, mich besonders schön fand und mich deswegen auch schön anziehen wollte. Als ich mit der Tochter schwanger war, besuchte ich verschiedene Schwangerschaftsbekleidungsläden in Berlin. Beim Sohn kannte ich bereits die Marken, die ich bevorzugte und die besonders schöne Sachen anbieten und kaufte viel in Onlineshops wie beispielsweise hier bei Ambellis.

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Hosen oder Röcke – oder beides?

Einige meiner Freundinnen spürten ihre Schwangerschaften zuerst an den Brüsten und brauchten zunächst neue Blusen. Bei mir war das bei beiden Schwangerschaften nicht so. Ich brauchte ab dem 3. Monat neue Hosen, weil der Bauchumfang einfach weiter wurde. Generell bin ich kein Hosenträger und trage im Alltag lieber Röcke, weil ich für mein Gefühl darin mehr Bewegungsfreiheit habe. Für mich reichte es deswegen, eine einzige Schwangerschaftshose zu kaufen – und für beide Schwangerschaften hat dieselbe bisher ausgereicht, die zwischendurch auch andere Freundinnen besuchte. Neben dieser einen Alltagshose benötigte ich aber noch eine Sporthose fürs Schwangerenyoga, das ich in beiden Schwangerschaften besuchte und beide Male sehr genoss.

Für Röcke und Kleider schlägt mein Herz. Und so brauchte ich auch dringend welche für die Zeit der Schwangerschaft. Insgesamt kam ich zu zwei Röcken, die ich jeweils auch noch einige Zeit nach der Schwangerschaft getragen habe und 3 Kleidern, von denen eines, ein grünes Sweatshirtkleid, mein absolutes Lieblingskleid wurde. Leider nicht stilltauglich, aber mein absolutes Lieblingskleid in beiden Schwangerschaften. Im Herbst/Winter/frühling benötigte ich dazu noch Schwangerschaftsstrumpfhosen/Leggings.

Brustveränderungen in der Schwangerschaft – Der passende BH für eine lange Zeit

Irgendwann im letzten Drittel der Schwangerschaft wurde es dann Zeit für einen anderen BH. Bereits in der Schwangerschaft verändert sich das Brustgewebe und stellt sich auf die Stillzeit ein. Glücklicherweise hatte ich beide Male sehr sanfte Milcheinschüsse nach der Geburt, aber die Brustgröße hat dennoch sehr stark zugenommen. Während der Schwangerschaft benötigte ich schon einen Cup mehr, nach der Geburt eher zwei. Sehr gute Erfahrungen habe ich daher mit den Boop-Still-BHs gemacht, die ich als sehr flexibel und wunderbar in ihrer Passform erlebt habe. Ich trage sie auch jetzt noch mit 20 Monaten Stillzeit (beim zweiten Kind) und bin zufrieden. Diese übrigens habe ich nicht weiter gegeben, sondern in meiner Unterwäscheschublade aufbewahrt in der kurzen Zeit, die zwischen der Stillzeit der Tochter und der Schwangerschaft mit dem Sohn lagen.

Oberbekleidung – wenn der wachsende Bauch bedeckt werden muss

Meine normalen Oberteile konnte ich beide Male recht lange tragen, sicher bis zum 5. Monat. Dann aber wurde es Zeit, den größer werdenden Bauch auch anderweitig zu bedecken. In der letzten Schwangerschaft habe ich mir eine ganz entzückende Bluse zugelegt, sonst aber eher auf Shirts und normale Oberteile gesetzt. Bellybelts hatte ich mir beim ersten Mal gekauft, konnte damit aber überhaupts nichts anfangen und fand jedesmal, das sie irgendwie blöd aussahen an mir, weshalb ich sie lieber weg ließ.

Ein wirklich großer Gewinn war für mich die Entdeckung eines Schwangerschafts-/Tragemantels, den ich mir in der Schwangerschaft mit dem Sohn kaufte. Er lässt sich auch in „normalem“ Zustand tragen und besitzt Stoffstücke, die man am Reißverschluss anzippen kann, so dass man entweder einen Keil einsetzen kann für den Bauch oder später als Verbreiterung für das Tragen eines Babys vorne oder hinten. Für mich als Tragemama ein echter Gewinn und traurig, dass ich ihn nicht schon bei der ersten Schwangerschaft gekauft habe.

Auf großem Fuß

Ich lebe schon immer auf großen Füßen. In der ersten Schwangerschaft hat sich meine Schuhgröße dann noch einmal um eine Nummer vergrößert und ich brauche seither Schuhe in Größe 43. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Und je größer die Bauchrundung wurde, desto wichtiger wurde mir auch, einfach in die Schuhe schlüpfen zu können. Langes Anziehen und Schnüren von hohen Stiefeln wurde nämlich einfach zu anstrengend. Daher sind Schuhe auf jeden Fall auch immer Teil meiner Schwangerschaftsausstattung gewesen. Wenn auch ein Teil, den ich wie Unterwäsche nicht weiter gegeben habe.

Insgesamt komme ich also auf folgende Anzahl von Kleidungsstücken

  • 1 Schwangerschaftshose
  • 1 Schwangerschaftssporthose
  • 2 Röcke mit breitem Bund (auch sehr schön für unmittelbar nach der Geburt)
  • 3 Schwangerschaftskleider
  • Schwangerschaftsleggings/Strumpfhosen
  • 3 Still-Bhs
  • 1 Schwangerschafts-/Stillnachthemd
  • 1 Schwangerschaftsbluse
  • 4 unterschiedliche Shirts
  • 1 Strickjacke
  • 1 Schwangerschafts-/Tragemantel
  • Schuhe

Nun also werden diese Dinge wieder gut verwahrt. Wann werde ich sie wohl wieder hervor holen? Für welche meiner Freundinnen? Oder sogar für mich? Und wenn für mich, werden sie dann ausreichen oder wird doch wieder das ein oder andere Stück hinzu kommen? Ich bin gespannt…

Wie ist es bei Euch? Welche Sachen sind Eure wichtigsten Schwangerschaftsbegleiter geworden und gebt Ihr sie an Freundinnen weiter?