Monat: Juni 2014

Kinder dürfen Fehler machen

 

Kürzlich, an einem besonders warmen Tag, nahm der Sohn heimlich mein Deo aus der Schublade, untersuchte es auf seine Weise und ließ es dann auf die Fliesen fallen. Es zerbrach. Von dem Aufprall alarmiert, ging ich schnell zu ihm, sah die zersplitterte Flasche und schaute ihn an. Glücklicherweise hatte er die Scherben nicht angefasst. Ich schaute ihn an, er zeigte auf die Glasscherben und sagte „Putt macht, das!“ Ich war verärgert, weil es ein warmer Tag werden würde, ich kein Deo mehr im Haus hatte, dies meine Lieblingsmarke war und ich hier auf dem Land weit und breit keinen Ersatz kaufen konnte auf die Schnelle. Schon tausendmal hatte ich gesagt, dass der Sohn nicht an diese Schublade gehen sollte… Als ich die Scherben aufgesammelt hatte, brachte ich sie in die Küche und legte sie auf die Anrichte. Dort lag schon eine kaputte Tasse, die mir zuvor kaputt gegangen war. Eine ganz alte Tasse aus einem Geschirr, dass ich nicht mehr nachkaufen konnte. Eine Tasse von acht, aus denen ich besonders gerne den Kaffee morgens trinke.

Da lagen sie nun nebeneinander: Die Scherben eines Deos und die einer alten Tasse. Und ich fragte mich, warum ich verärgert war über den Sohn und seine Entdeckungsfreude, die im Zerbrechen des Deos endete. Denn eigentlich ist es nicht schlimm. Ja, es ist ein bisschen blöd. Aber die zersprungene alte Tasse, die ich kaputt gemacht hatte, war nicht zu ersetzen. Innerlich war ich über das Deo verärgerter als über die Tasse gewesen. Ich war mit meinem Kind innerlich härter zu Gericht gegangen als mit mir.

Dinge passieren: Sachen gehen kaputt, volle Gläser fallen am Tisch um, es gibt Flecken auf Lieblingskleidungsstücken und manchmal geht auch richtig etwas zu Bruch. Das ist das Leben. Es ist nicht schön, dass das passiert, aber es passiert. An manchen Tagen haben wir viel Kraft und gute Laune, um darüber hinweg zu sehen, an anderen Tagen sind wir verärgert. Sind nicht wir selbst es, denen ein Missgeschick widerfährt, sind wir vielleicht besonders verärgert an einem solchen Tag.

Doch eigentlich gibt es dafür keinen Grund. Denn wie wir selbst machen die Kinder nichts, um uns zu ärgern. Sie beschmieren nicht den Teppich mit Zahnpasta und werfen auch nicht das Deo herunter, um uns zu ärgern. Die fordern uns nicht heraus, um uns zur Weißglut zu bringen. Warum sollten sie das auch tun? Sie lieben uns, sie sind unsere Kinder. Sie wünschen sich auf keinen Fall, dass mit ihnen geschimpft wird, dass wir laut sind oder sie böse ansehen. Der Satz „Das macht er nur, um Dich zu testen.“ stimmt in den meisten Fällen nicht. Ja, Kinder suchen Grenzen. Körperliche (Wie hoch kann ich klettern? Was schaffe ich?) und auch soziale (Was wird Mama sagen?), aber sie machen dies nicht, um uns zu ärgern. Sie machen es, um Erkenntnisse für sich selbst zu gewinnen, um das Leben zu verstehen.

Es ist wichtig, dass wir uns das immer wieder vor Augen führen: Kinder wollen uns mit ihrem Verhalten nicht ärgern oder herausfordern. Sie fordern sich selbst heraus, um zu erfahren, wie die Welt ist, in der sie leben. Es ist nur ein kleiner Unterschied in der Sichtweise, der doch so viel ausmacht. Aus einem verärgerten Blick wird ein liebevolles Ansehen des Kindes. Und es wächst die Erkenntnis in uns: Wir müssen unseren Kindern mindestens so viel zugestehen wie uns, auch an Fehlern und Missgeschicken. Mehr noch: Denn natürlich sind Missgeschicke gerade ihnen erlaubt, weil sie noch so klein sind, ihre kleinen Hände noch nicht so fest greifen wie unsere und ihre kleinen Füße leichter stolpern als unsere erprobten großen. Kinder müssen Fehler machen, um die Welt zu verstehen. Und wir stehen an ihrer Seite. Achten darauf, dass sich ihre kleinen Hände an den Glasscherben nicht verletzten, sagen ihnen, dass sie es bitte nicht wieder tun, streichen ihnen über den Kopf und sind froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist.

Ein Liebesbrief

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Heute bin ich 9 Jahre mit Dir zusammen. 9 ganze Jahre. Wo ist nur die Zeit geblieben? Wenn ich in den Spiegel sehe, dann merke ich, dass sie wohl vergangen ist. Denn es blicken mich nicht mehr die Augen einer 25jährigen an. Viele kleine Fältchen sitzen um meine Augen. Die meisten davon sind wohl vom Lachen gekommen – daran kann ich in vielen Fällen Dir die Schuld geben.

Gemeinsam haben wir in diesen 9 Jahren viel erlebt. Du hast meine Hand gehalten, als meine Großmutter so langsam aus dem Leben ging. Den Anzug, den Du bei ihrer Beerdigung trugst, hast Du im selben Jahr noch einmal getragen – bei unserer Hochzeit. Wenn auch erst befremdlich, hat auch dieser Umstand einige der Fältchen um meine Augen befördert. Gemeinsam in Venedig sind wir mit der Gondel zum Standesamt gefahren und als Ehepaar heraus getreten. Ich erinnere mich an betrunkene Kellner, ein rosa Hochzeitskleid und ein kleines Kind, das mir lachend auf dem Marcusplatz entgegen rannte wie bei Sissi.

Wir haben eine Mitbewohnerin in unserer Wohnung gehabt, haben in diesen Wänden, in denen wir noch heute wohnen, mit vielen Freunden gefeiert und auch getrauert. Wir haben Abschied genommen von unserer lieben Nachbarin, haben andere tolle Nachbarinnen dazu bekommen. Wir haben Steine vor dem Fenster fliegen sehen und mussten nachts aus dem Haus rennen, weil es brannte. Die Wände unserer Wohnung könnten viele Geschichten erzählen von den letzten 9 Jahren.

Wir haben zwei Kinder bekommen und jedes Mal warst Du an meiner Seite, hast Dir Deine Hände fast zerdrücken lassen und die Nabelschnur Deiner Tochter und Deines Sohns durchtrennt. Du hast zwei Mal ruhig ausgeharrt und mich mit der Plazenta machen lassen, was ich wollte. Leben und Tod standen immer nah beieinander. Wir haben weitere Menschen verloren: Mein Großvater starb, meine andere Großmutter, Deine Großmutter und ein Freund nahm sich das Leben. Wir standen aneinandergelehnt, Seite an Seite, stützten uns. Manchmal musste sich einer mehr anlehnen und der andere mehr tragen, dann wechselten sich die Positionen.

Wir haben gemeinsam schlaflose Nächte verbracht, haben Kinder in Krankenhäuser gefahren und wieder zurück. Wir haben uns Sorgen gemacht, gelacht, geflucht und würden doch niemals unsere Erinnerungen eintauschen wollen. Am Abend sitzen wir beieinander und erzählen uns, was wir am Tag erlebt haben. Seit 9 Jahren teilen wir unsere Erlebnisse, unsere Geschichten und unser Leben miteinander. 9 Jahre voller Lachen, Tränen, wunderbarer Momente. Du weißt, dass ich die liebsten Sachen immer zuerst esse und nichts aufschiebe. Ich weiß, dass Du es umgekehrt machst. So viele Eigenheiten tolerierst Du bei mir und lächelst über Dinge, die sich bei mir eingeschliffen haben. Ich lasse Dich TShirts mit Aufdruck tragen und von 3D-Druckern schwärmen.

Wir sind beide ganz verschiedene Menschen und haben uns doch gefunden. Irgendwo in der Mitte. Mal mehr auf Deiner Seite, mal mehr auf meiner. Immer wieder in Bewegung, nie stillstehend, aber umeinander kreisend. In guten wie in schlechten Zeiten.

Ich danke Dir für die schönsten 9 Jahre meines Lebens und jede kleine Falte um meine Augen, an der Du mit Schuld bist.

Kinder und Medien – Kompetenz fürs Leben erwerben

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Ich bin gerne draußen im Garten, am See, bei einem Spaziergang im Wald. Ich liebe es, dabei meine Kinder zu beobachten und ihr Spiel anzusehen. In der Natur können sie sich ganz frei bewegen, erfinden Spiele: Stöcke werden zu Schippen, zu Angeln, zu Gabeln. Sie werden zum Schnitzen oder Wandern benutzt. In der Natur können Kinder ihrem ganz persönlichem Impuls folgen, das Leben zu erkunden, selbständig und auf ihre Art. Sie kommen auf Ideen, die sie mit vorgefertigten Spielmaterialien nicht bekommen. Doch neben all diesen wunderschönen Naturerfahrungen gibt es auch eine ganz andere Seite, die meine Kinder kennen lernen und meiner Meinung nach auch kennenlernen müssen: moderne Medien wie Telefon/Handy, Computer, Fernsehen. – Ist das ein Gegensatz? Passt das nicht zu meiner Art des Familienlebens? Oder ist es nur der fortgeführte Grundgedanke?

Eltern als Vorbilder

Ich arbeite jeden Tag am Laptop. Zwar bin ich darum bemüht, in den Zeiten, in denen ich mit den Kindern zusammen bin, so wenig wie möglich am Handy oder Laptop herumzudrücken, doch sind beide im Alltag da und werden gelegentlich benutzt: Einen Anruf entgegen nehmen, einen Tweet senden, eine Email lesen – all diese Dinge passieren auch bei mir im Alltag, weil ich keine festen Arbeitszeiten außerhalb der Familie habe, sondern zu Hause arbeite auch wenn eines meiner Kinder nicht in einen Kindergarten geht. Und so sehen meine Kinder auch, dass ich Computer und Handy benutze. Der Sohn hat längst ein eigenes kleinen Smartphone aus Holz, das er gerne mit sich herum trägt und gelegentlich hinein sagt „Hallo, Susanne Mierau!?“ oder es in die Höhe hält und sagt „Foto!“. Die Tochter hört ihre Lieblingsgeschichten auf dem Ipad und hat schon vor vielen Jahren einen OLPC bekommen. Sie hat mit ihrer Freundin schon über Skype telefoniert und mit ihrem Vater über mein Handy Videotelefonate gemacht. Moderne Medien sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Selbst wenn wir auf dem Land sind und im Wald bin ich froh darüber, im Notfall eine Landkarte auf meinem Handy aufrufen zu können oder die BfR-App Vergilftungsunfälle bei Kindern gespeichert zu haben.

Fortschritt gab es auch schon bei uns

Man könnte sagen, die Zeiten haben sich geändert – aber haben sie das überhaupt? Sind Ipad und Handy heute nicht das, was für mich in meiner Kindheit ein Walkman (oder gar ein tragbarer CD-Player!) und ein GameBoy waren? Gesellschaftliche Entwicklungen schreiten voran. Nicht nur bei uns, sondern überall auf der Welt. Der schon erwähnte OLPC ist dafür nur ein Beispiel, dass längst nicht mehr nur in westlichen Industriegesellschaften Kinder an Computer heran geführt werden. Neue Medien sind überall um uns herum. Wir nutzen sie im Alltag und unsere Kinder müssen ebenfalls lernen, sie zu nutzen. So, wie wir früher lernten, dass S-Bahnen nicht mehr mechanisch mit Schiebemechanismus geöffnet werden sondern fortan indem man auf das kleine blinkende runde Feld drückt. Das Leben um uns herum entwickelt sich weiter.

Schritt für Schritt

Wenn wir unsere Kinder auf das Leben in unserer Gesellschaft vorbereiten wollen, müssen wir ihnen auch die Möglichkeit geben, dieses Leben zu erlernen. Natürlich müssen sie zunächst lernen, sich selbst zu verstehen, ihren Körper einzusetzen, zu greifen, zu laufen, zu sprechen. Sie müssen lernen, mit sich selbst umzugehen, um dann zu verstehen, wie man mit anderen Dingen umgeht. Sie müssen natürliche Kompetenzen erwerben,damit sie diese dann einsetzen, um Spielzeuge oder Dinge zu benutzen. Deswegen macht es erst Sinn, ihnen bestimmte Spielmaterialien oder Medien anzubieten, wenn sie diese Grundfähigkeiten ausgebildet haben.

Wie sieht also Medienpädagogik bei uns aus? Die Tochter hat erst recht spät angefangen, auf dem Fernseher bestimmte Inhalte zu sehen. Sie war etwa 3 Jahre alt, als wir begannen, mit ihr ausgewählte Clips auf Youtube zu sehen wie Elmo, Sendung mit der Maus oder Ernie und Bert. Der Sohn hingegen als zweites Kind wurde viel früher damit vertraut gemacht, weil eben die große Schwester es schon vorleben konnte. Heute sehen wir sonntags gemeinsam eine ausgewählte Serie zusammen.

Damit die Tochter aber auch versteht, wie Filme eigentlich gemacht werden und dass sie auch nur aus vielen verschiedenen Fotos bestehen, hat der Mann kürzlich mit ihr ein kleines Video selbst gedreht mit Stop Motion Studio. Meine Spiegelreflexkamera kann sie schon sehr gut bedienen und auch mit dem Handy macht sie schon eigene Fotos, bittet darum, bestimmte Dinge fotografiert zu bekommen, wenn sie sie unterwegs sieht und für sich aufheben möchte. Fotos von Freunden hängen an der Wand. Denn auch das gehört zur Medienerziehung dazu. Neben dem Speicher auf meinem Laptop und Handy gibt es aber auch ein ganz altmodisches Fotoalbum (oder besser: viele Alben), die die Bilder noch so aufbewahren, wie es in meiner Kindheit passierte.

Wer das am Handy nicht machen möchte, kann mit seinem Kind aber auch ganz einfach ein Daumenkino basteln, um zu zeigen, wie aus vielen einzelnen Bildern ein Film wird.

Was für mich früher der Kassettenrekorder war, ist für die Tochter heute der CD-Player, auf dem sie nach Absprache ihre Lieblingscd’s hören kann. Für mich ist es, als ob ich in meine Kindheit zurück versetzt werden würde, denn sie hört die CDs, die ich als Kind als Kassetten im Regal stehen hatte. Unterwegs gibt es diese Aufnahmen auch auf dem IPad zu hören, das sie schon erstaunlich gut selber bedienen kann, wie ich es schon erlebt habe, als sie heimlich darauf andere Dinge suchte. Daher gilt im Umgang damit: Nicht allein lassen, sondern immer dabei bleiben.

Auf dem OLPC hat sie mit ihrem Vater schon erste ganz einfache Spiele gespielt. Auch diese nie allein, sondern immer in Begleitung. Nun wollen wir die ersten Apps ausprobieren mit ihr und sehen, wie sie damit umgeht und ob es ihr gefällt. Für das Projekt „Kinder und Medien – Meine ersten Apps“ habe ich von Microsoft ein Surface 2 zur Verfügung gestellt bekommen und werde demnächst davon berichten, wie die Tochter die Spiele fand, welche ihr gefallen haben und warum und wie sie mir gefallen haben.

 

 

Es geht vorbei – Kinder werden größer. Von Wurzeln und Flügeln

An Tagen wie heute liege ich abends im Bett neben meinen Kindern und blicke meine Tochter an. Ist sie wirklich schon 5 Jahre alt? Wo ist die Zeit nur geblieben? Ich sehe ein großes Mädchen, das gerne und sehr laut lacht. Ihr Lachen ist oft ansteckend. Ich sehe ein selbstbewusstes Mädchen, dass mir gerne auf meine Wünsche nach einem anderen Verhalten entgegnet „Ich bestimme über mich!“ und ich sehe ein Mädchen, dass laut und wild mit anderen Kindern spielt. Manchmal sogar zu laut und zu wild für meinen Geschmack. Weiterlesen

Kinderzimmerlampe schnell und einfach selbst gemacht

 Heute möchte ich Euch zeigen, wie man mit ganz einfachen Mitteln preiswert eine schöne (Kinderzimmer-)Lampe selber machen kann, ganz individuell. Ich selber benutze Serviettentechnik sehr gerne, zum Beispiel zur Verschönerung von Geburtstagsgeschenken oder für die Geschenketütchen bei Kindergeburtstagen. Für die Lampe braucht es nicht viel: Weiterlesen

Geteilte Erinnerungen – Lieblingsstücke aus der Schwangerenzeit

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Ich hatte ja bereits darüber geschrieben, dass gerade viele Babys bei uns im Bekanntenkreis geboren werden. Und so wie sie auf die Welt kommen, bekomme ich Kisten mit Kleidung zurück. Kisten mit schönen Schwangerschaftserinnerungen, die ich den Lieben in meinem Umfeld für eine Weile ausgeliehen habe. Es ist schön, wenn diese Dinge zurück kommen zu mir. Ich packe die Kisten aus, sehe mir die Teile an und erinnere mich an die Schwangerschaften damit. Einige Teile habe ich noch aus meiner ersten Schwangerschaft, andere sind erst in der zweiten Schwangerschaft dazu gekommen. Manche Dinge habe auch ich von lieben Freundinnen bekommen, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben und ihre Lieblingsteile an mich weiter gereicht haben. Und ich gebe sie wieder weiter. Endgültig gebe ich sie noch nicht ab, denn ob wirklich keine weiteren Kinder mehr kommen, weiß ich nicht. Nun jedenfalls sind gerade wieder Kleidungsstücke zu mir zurück gekehrt und ich schaue sie an, streiche darüber und erinnere mich an die Zeit mit ihnen. Dann werden sie sorgsam verpackt mit einem Lavendelbeutelchen und warten auf die nächste Freundin, die sie besuchen dürfen für eine kleine Weile.

Heute stelle ich Euch einige meiner Lieblingssteile vor und erkläre, was man meiner Meinung nach für Kleidung braucht in der Schwangerschaft. Manchmal höre ich, dass es ja nur eine vorübergehende Phase sei und es sich nicht lohnen würde, dafür extra kostspielige Anschaffungen zu machen. Für mich aber war es immer so, dass ich die Zeit der Schwangerschaften sehr genossen habe, mich besonders schön fand und mich deswegen auch schön anziehen wollte. Als ich mit der Tochter schwanger war, besuchte ich verschiedene Schwangerschaftsbekleidungsläden in Berlin. Beim Sohn kannte ich bereits die Marken, die ich bevorzugte und die besonders schöne Sachen anbieten und kaufte viel in Onlineshops wie beispielsweise hier bei Ambellis.

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Hosen oder Röcke – oder beides?

Einige meiner Freundinnen spürten ihre Schwangerschaften zuerst an den Brüsten und brauchten zunächst neue Blusen. Bei mir war das bei beiden Schwangerschaften nicht so. Ich brauchte ab dem 3. Monat neue Hosen, weil der Bauchumfang einfach weiter wurde. Generell bin ich kein Hosenträger und trage im Alltag lieber Röcke, weil ich für mein Gefühl darin mehr Bewegungsfreiheit habe. Für mich reichte es deswegen, eine einzige Schwangerschaftshose zu kaufen – und für beide Schwangerschaften hat dieselbe bisher ausgereicht, die zwischendurch auch andere Freundinnen besuchte. Neben dieser einen Alltagshose benötigte ich aber noch eine Sporthose fürs Schwangerenyoga, das ich in beiden Schwangerschaften besuchte und beide Male sehr genoss.

Für Röcke und Kleider schlägt mein Herz. Und so brauchte ich auch dringend welche für die Zeit der Schwangerschaft. Insgesamt kam ich zu zwei Röcken, die ich jeweils auch noch einige Zeit nach der Schwangerschaft getragen habe und 3 Kleidern, von denen eines, ein grünes Sweatshirtkleid, mein absolutes Lieblingskleid wurde. Leider nicht stilltauglich, aber mein absolutes Lieblingskleid in beiden Schwangerschaften. Im Herbst/Winter/frühling benötigte ich dazu noch Schwangerschaftsstrumpfhosen/Leggings.

Brustveränderungen in der Schwangerschaft – Der passende BH für eine lange Zeit

Irgendwann im letzten Drittel der Schwangerschaft wurde es dann Zeit für einen anderen BH. Bereits in der Schwangerschaft verändert sich das Brustgewebe und stellt sich auf die Stillzeit ein. Glücklicherweise hatte ich beide Male sehr sanfte Milcheinschüsse nach der Geburt, aber die Brustgröße hat dennoch sehr stark zugenommen. Während der Schwangerschaft benötigte ich schon einen Cup mehr, nach der Geburt eher zwei. Sehr gute Erfahrungen habe ich daher mit den Boop-Still-BHs gemacht, die ich als sehr flexibel und wunderbar in ihrer Passform erlebt habe. Ich trage sie auch jetzt noch mit 20 Monaten Stillzeit (beim zweiten Kind) und bin zufrieden. Diese übrigens habe ich nicht weiter gegeben, sondern in meiner Unterwäscheschublade aufbewahrt in der kurzen Zeit, die zwischen der Stillzeit der Tochter und der Schwangerschaft mit dem Sohn lagen.

Oberbekleidung – wenn der wachsende Bauch bedeckt werden muss

Meine normalen Oberteile konnte ich beide Male recht lange tragen, sicher bis zum 5. Monat. Dann aber wurde es Zeit, den größer werdenden Bauch auch anderweitig zu bedecken. In der letzten Schwangerschaft habe ich mir eine ganz entzückende Bluse zugelegt, sonst aber eher auf Shirts und normale Oberteile gesetzt. Bellybelts hatte ich mir beim ersten Mal gekauft, konnte damit aber überhaupts nichts anfangen und fand jedesmal, das sie irgendwie blöd aussahen an mir, weshalb ich sie lieber weg ließ.

Ein wirklich großer Gewinn war für mich die Entdeckung eines Schwangerschafts-/Tragemantels, den ich mir in der Schwangerschaft mit dem Sohn kaufte. Er lässt sich auch in „normalem“ Zustand tragen und besitzt Stoffstücke, die man am Reißverschluss anzippen kann, so dass man entweder einen Keil einsetzen kann für den Bauch oder später als Verbreiterung für das Tragen eines Babys vorne oder hinten. Für mich als Tragemama ein echter Gewinn und traurig, dass ich ihn nicht schon bei der ersten Schwangerschaft gekauft habe.

Auf großem Fuß

Ich lebe schon immer auf großen Füßen. In der ersten Schwangerschaft hat sich meine Schuhgröße dann noch einmal um eine Nummer vergrößert und ich brauche seither Schuhe in Größe 43. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Und je größer die Bauchrundung wurde, desto wichtiger wurde mir auch, einfach in die Schuhe schlüpfen zu können. Langes Anziehen und Schnüren von hohen Stiefeln wurde nämlich einfach zu anstrengend. Daher sind Schuhe auf jeden Fall auch immer Teil meiner Schwangerschaftsausstattung gewesen. Wenn auch ein Teil, den ich wie Unterwäsche nicht weiter gegeben habe.

Insgesamt komme ich also auf folgende Anzahl von Kleidungsstücken

  • 1 Schwangerschaftshose
  • 1 Schwangerschaftssporthose
  • 2 Röcke mit breitem Bund (auch sehr schön für unmittelbar nach der Geburt)
  • 3 Schwangerschaftskleider
  • Schwangerschaftsleggings/Strumpfhosen
  • 3 Still-Bhs
  • 1 Schwangerschafts-/Stillnachthemd
  • 1 Schwangerschaftsbluse
  • 4 unterschiedliche Shirts
  • 1 Strickjacke
  • 1 Schwangerschafts-/Tragemantel
  • Schuhe

Nun also werden diese Dinge wieder gut verwahrt. Wann werde ich sie wohl wieder hervor holen? Für welche meiner Freundinnen? Oder sogar für mich? Und wenn für mich, werden sie dann ausreichen oder wird doch wieder das ein oder andere Stück hinzu kommen? Ich bin gespannt…

Wie ist es bei Euch? Welche Sachen sind Eure wichtigsten Schwangerschaftsbegleiter geworden und gebt Ihr sie an Freundinnen weiter?

Es ist nicht alles Sonnenschein und rosarot

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Ich werde immer wieder gefragt, ob es bei mir auch schlechte Zeiten gibt, ob ich mal genervt bin von meinen Kindern, ob ich auch schimpfe. Ja, auch ich bin nur ein Mensch. Und ja: Hier auf diesem Blog gibt es viele Bilder von schönen Wochenenden, von tollen Freizeitaktivitäten und unsere Wohnbereiche sind auf Bildern aufgeräumt. Aber es gibt auch bei uns Wollmäuse und Schmutz unterm Küchentisch. Es gibt Tage, an denen habe ich schlechte Laune oder bin genervt, weil meine Kinder zum xten Mal dieselbe Frage stellen oder seit 15 Minuten Wörter für verschiedene Ausscheidungen durch die Gegend schreien (und der Sohn beherrscht mit 20 Monaten diverse solcher Wörter von Scheiße über Pipi, Piss bis Kacke). Und auch ich schreie mal, wenn ich es einfach nicht anders mehr hin bekomme. Das ist nicht schön und oft schäme ich mich danach dafür. Ich entschuldige mich bei meinen Kindern, wenn ich ungerecht war oder sie nach meinen Maßstäben schlecht behandelt habe.

Hier im Blog geht es oft um die schönen Seiten vom Leben mit Kindern, aber auch um Schlafprobleme, um Ammenmärchen, um Verluste. Ich bin bemüht, all diese Dinge auch zu zeigen. Aber sehr viel zeige ich die schönen Seiten. Nicht, weil es nur diese gibt oder weil ich mich als Supermutter hervor tun möchte, die ich nicht bin. Ich zeige diese Dinge als Anreiz, als Idee und auch für mich selber als Richtschnur. Ich kann mir meine Beiträge ansehen und denken, dass es hier und da immer wieder schöne Geschichten im Alltag gibt. Wer nicht blogt, dem ich habe einmal empfohlen, sich die Schönheiten des Alltags auf kleine Zettelchen zu schreiben. Gerade in anstrengenden Zeiten ist es gut, sich diese Zettelchen hervor zu holen und zu sehen: Ich habe auch ganz, ganz viele schöne Zeiten mit meinen Kindern und meiner Familie und für mich.

Wir alle sind nicht perfekt und das ist gut so. Aber wir können uns Ziele setzen. Wir können darüber nachdenken, wenn wir ungerecht oder schlecht gelaunt sind. Wir müssen nicht permanent wunderbar, liebevoll und zuckersüß sein. Aber wir können uns am Abend hinsetzen und denken, dass vielleicht ein paar Dinge anders hätten laufen können. Dass wir vielleicht hier und da einfach mehr Luft hätten holen können statt zu schreien. Und wir können auf dieser Ebene Pläne schmieden, wie wir es zukünftig anders machen wollen. Denn das Leben mit Kindern ist vor allem eins: beständiger Wechsel und Mitwachsen. Wir verändern uns mit unseren Kindern, passen uns an, heben uns ab, damit wir dann wieder zueinander finden.

Zunächst einmal müssen wir uns von dem Gedanken befreien, dass es sie wirklich gibt, die perfekten Eltern. Warum es gut ist, dass wir nicht perfekt sind, habe ich an anderer Stelle bereits geschrieben. Trotzdem sitzt der Gedanke bei vielen Eltern fest: „Bevor ich Kinder hatte, dachte ich, es sei alles einfach und schön. Und jetzt ist es nicht so, also habe ich versagt.“ Doch hierin finden sich schon viele falsche Annahmen, denn: Ja, es ist in Ordnung, vorher Elternschaft zu romantisieren. Schließlich kennen wir heute kaum realistische Vorbilder und sind wir ehrlich: Ganz ohne romantische Vorstellungen vom Kinderhaben würden wir es vielleicht auch einfach sein lassen? Es ist also in Ordnung, vorher zu träumen und sich Dinge auszumalen. Und dann kommt die Realität und es läuft vielleicht doch nicht so, wie man es sich dachte. Oder man hat bei all den romantsichen Vorstellungen bestimmte Aspekte ganz vergessen, z.B. dass Babywindeln nunmal alle paar Stunden gewechselt werden müssen oder Babys Bäuerchen gerne auf der Bluse landet. Hat man eben einfach nicht dran gedacht. Es kommt vielleicht ein kleiner Realitätsschock. Aber hat man deswegen versagt? Nein, das hat man nicht. Im Leben ist es immer so, dass wir Erwartungen haben. An jeden neuen Tag. Mit Kindern oder ohne. Und an manchen Tagen müssen wir diese Erwartungen korrigieren. So ist es auch mit dem Kinderhaben.

Eltern versagen nicht, weil das Leben mit Kindern nicht so ist, wie sie es sich vorgestellt haben. Und sie versagen auch nicht, weil sie Dinge anders tun, als andere oder als sie es selbst gern täten. Und vor allem versagen sie nicht, weil andere es anscheinend besser können – bzw. sie denken, dass andere es besser könnten.

Elternschaft bringt uns immer wieder an unsere Grenzen. Es bringt uns in Kontakt mit der Kindheit, die wir selbst erfahren haben. Damit, was wir an unserer Kindheit besonders schön oder aber überhaupt nicht schön empfunden haben. Elternsein ist vor allem immer eins: neu. Sogar beim zweiten Kind, denn man ist Elternteil eines Geschwisterverbundes. Bei jedem neuen Kind ist auch die Elternschaft wieder neu. Ständig müssen wir uns, unsere Rolle und unsere Richtung neu bestimmen. Elternschaft ist ein hoch komplexer Vorgang, abhängig von vielen unbekannten Variablen.

Und so ist es in der Natur der Sache, dass unser Leben nicht immer rosarot ist, dass es auch dunkle Tage gibt und schmutzige Ecken. Aber solange wir darüber nachdenken, solange wir reflektieren, sind wir gute Eltern. Weil wir uns nämlich bemühen. Darauf kommt es an. Wenn ein Tag schlecht lief, wird der nächste wieder besser werden. Merkt Euch das, liebe Eltern und geht mit Euch selbst weniger hart ins Gericht.

 

Im Gespräch mit Frau Mierau

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Heute habe ich mal etwas Anderes als sonst für Euch: Eine Podcastfolge mit mir. Eingeladen war ich als Gast bei Leitmotiv und dort habe ich mich unterhalten über den Online-Eltern-Clan, worüber ich ja auch schon auf der re:publica sprach, über Fotos von Kindern im Internet. Ich gebe einen Einblick in meine Arbeit, besonders meine frühere Tätigkeit und mein Studium und das Veröffentlichen von Ebooks m Selbstverlag. Außerdem geht es auch um falsch herum getragene Babys und eine ganz persönliche Geschichte aus meinem Leben.

Hier geht es also zum Leitmotiv mit Frau Mierau.