Monat: April 2014

Neue Wege – Mütter und ihre Jobs: Stephanie Oppitz von der Windelmanufaktur

StephanieOppitz

Ich habe Stephanie durch eine Kollegin über die Gesellschaft für Geburtsvorbereitung – Familienbildung und Frauengesundheit – e.V. kennengelernt und fand ihr Engagement für Umweltbewusstsein und ökologische Babypflege sogleich sympathisch. Auch ihre Stoffwindeln der Windelmanufaktur haben mich persönlich überzeugt. Während hier in Deutschland die Stoffwindelherstellung noch größtenteils bei den großen Stoffwindelfirmen angesiedelt ist, gibt es im englischsprachigen Raum viele Mütter, die Windeln zu Hause produzieren und vertreiben. Ein interessantes Modell, bei dem ich der Frage nachgehen wollte, wie verträglich es mit der Elternschaft ist.

1. Was hast Du früher gemacht/wo hast Du früher gearbeitet?

Ich habe ursprünglich Architektur studiert und mich schon während meines Studiums hauptsächlich für Baugeschichte interessiert. Da lag es nah, direkt nach dem Abschluss meine Dissertation zu beginnen. Ich habe angefangen, über die Zusammenhänge zwischen Architekturästhetik und Politik in der DDR zu promovieren – und das mit sehr sehr großer Leidenschaft und ganz viel Liebe zum Thema. Ich liebte meine Arbeit!

2. Warum wolltest Du nach der Geburt/Elternzeit einen neuen Weg gehen?

Ich bekam dann ein Stipendium – zwei Wochen bevor mein erstes Kind geboren wurde. Kaum war ich wieder richtig tief drin in der Arbeit kam zwei Jahre später meine Tochter und kurz darauf meine zweite Tochter. Da mein Mann damals extrem viel gearbeitet hat blieb die familiäre Organisation komplett meine Aufgabe – und ausreichend Konzentration für die Dissertation war kaum zu finden. Dann kam der Punkt an dem ich für mich meine Forschungsfrage beantwortete hatte – und wissensmäßig total befriedigt war. Gleichzeitig wurde mir immer klarer, dass ich niemals einem klassischen 9-to-5 nachgehen würde können, wenn ich meinen Anspruch, die Entwicklung meiner Kinder wirklich eng zu begleiten gerecht werden wollen würde. Ich sah Kinder, die von Ihren Eltern mit genau einem Jahr in die Krippe gegeben wurden – und Eltern, die ihre Kinder quasi nur zum ins Bett bringen sahen. Das wollte ich nicht – unter keinen Umständen. Dazu waren sowohl meine Eltern, als auch meine Großeltern selbstständig gewesen und eine Selbstständigkeit erschien mir schon immer wie der natürlichste Weg der Welt.

Dazu kam der Umstand, dass wir schon sehr sehr lange versuchen, möglichst ökologisch und nachhaltig zu leben und schon lange ein schlechtes Gewissen wegen den Wegwerfwindeln hatten. Als unser drittes Kind auf die Welt kam und erlebten wir im Urlaub an der Ostsee WIEVIEL Wegwerfwindelmüll wir in einer Woche produziert hatten. Es erschlug es uns quasi… Ich möchte dazu einen
Freund zitieren, der damals mit uns im Urlaub war: „Wir waten hier sprichwörtlich knietief in Windeln.“. Es war grauenvoll – ich hätte nie gedacht, dass man sooo viel Müll produziert damit. Direkt nach dem Urlaub bin ich zu einer karitativen Einrichtung gegangen und habe nach Stoffwindeln gefragt. Ehrlich, ich bin garnicht auf die Idee gekommen, nach dem Wort „Stoffwindeln“ zu googeln! Ein sozialer Verein erschien mir die einzige Quelle, wo jemand noch Stoffwindeln haben könnte. Ich konnte mir nicht
vorstellen, dass es neue Versionen gibt und man diese sogar irgendwo kaufen kann.

Unsere Kinder wurden dann klassisch mit Bindewindeln und Wollüberhose gewindelt – aber ich stand mit meinem Engagement alleine da, es ging enorm viel Zeit für das Waschen und Legen der Windeln drauf und die Kinder saßen immer komplett im nassen sobald sie gepulltert hatten. Da war mir klar, dass es moderner gehen MUSS und mit jeder neue gefunden Stoffwindel stieg meine
Begeisterung. Leider war dann doch nicht die PERFEKTE Windel für uns dabei und ich habe mich hingesetzt und ein Jahr lang getüftelt und einen riesigen Berg an Prototypen produziert bis ich die perfekte Windeln gefunden hatte. Mein Plan damals war es eigentlich, nur für meine Kinder Windeln zu nähen. Meine Freundinnen waren aber so begeistert dass sie wirklich von Mutter zu
Mutter weiterempfohlen wurden und seitdem nicht mehr aufzuhalten sind… 😉 Seitdem nähe ich nun Windeln – und meine Begeisterung ist noch so wie am ersten Tag!

3. Erkläre kurz, was Dir an der Arbeit als Windelherstellerin besonders gefällt.

Ich liebe es, mir Dinge auszudenken. Ich sitze quasi am Schalthebel der Macht 😉 und kann die Dinge so designen wie ICH sie möchte. Ich wähle die Stoffe aus, die ich für gut befinde, die Muster, die mir gefallen – ich kann alles so machen wie ich es will, und keiner redet mir hinein. Ich liebe das! Ich liebe es, Menschen zu helfen. Soviele Mütter kommen zu mir weil die Wegwerfwindeln Probleme machen. Wenn sie dann skeptisch bleiben, aber mit einer Windel nach Hause gehen ist das erste Eis gebrochen. Und wenn sie dann anrufen und schreiben und einfach total dankbar sind und wieder und wieder kaufen – dann weiß ich, dass meine Idee für genau diese Familie einen Unterschied gemacht hat. Es macht mich glücklich, der Grund für diesen Unterschied zu sein.
Ich liebe es, Dinge zu bewegen. Ich war schon immer eine kleine Rebellin und einfach die nächste Suppenbar hätte mich nicht glücklich gemacht. Die Stoffwindeln sind noch relativ neu auf dem Markt und es gibt riesige Möglichkeiten, das Bewusstsein in der Bevölkerung dafür zu entwickeln. Packen wir es an!

4. Wie gestaltest Du jetzt Deinen Alltag mit dem Job und Deiner Familie?

Das ist der schwierige Part… Momentan arbeite ich so ca. 60 Stunden die Woche – immer wenn die Kinder bei der Tagesmutter und im Kindergarten sind und dann nachts, nachdem sie schlafen. Ich bin auch meistens total müde. Trotzdem wache ich morgens auf und freue mich, in mein Atelier zu fahren und endlich mit der Arbeit beginnen zu können. Ich kann mir keine schönere Arbeit vorstellen für mich als das zu tun, was ich tue.

5. Würdest Du Deinen neuen Job anderen Müttern empfehlen? Wenn ja, warum?

An dieser Stelle möchte ich gern sagen, dass eine Firmengründung nach meiner Erfahrung ohne enorm großen Zeiteinsatz nicht funktioniert. Gerade wenn man in der Kleinkind- oder Babyphase neu gründet: Ein StartUp ist kein Pappenstiel, und wenn man ernsthaft Erfolg haben will – und irgendwann in einer funktionierenden Firma weniger arbeiten möchte – dann müssen die Grundlagen dafür tragfähig und nachhaltig sein. Ohne harte Arbeit am Projekt (und mit sich selbst) ist das nicht möglich.

Ich kann uneingeschränkt allen Frauen empfehlen, sich selbstständig zu machen. Es ist ein fabelhaftes Gefühl, niemandes Untertan zu sein und immer den eigenen Intuitionen folgen zu können. Aaaaber: Es ist nicht jede Frau für eine Selbstständigkeit geschaffen, ich glaube, dass man schon eine spezielle Art von Persönlichkeit dafür braucht. Das sollte man wirklich vorher genau prüfen.

Für mich kann ich sagen: Ich liebe jeden Moment in meinem Atelier und möchte die Arbeit gegen nichts eintauschen. Ich mache Stoffwindeln – und das macht mich glücklich.

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Vielen Dank an Stephanie Oppitz für das Interview. In der nächsten Woche findet Ihr hier das Interview mit Kommunikationsdesignerin Ramona Weyde-Ferch von jademond.deHast Du auch einen Job, den Du hier vorstellen möchtest? Dann schreib mir an [email protected]

Auch Elke Peetz hat sich des Themas angenommen und zeigt hier 100 Probleme und 100 Lösungen von Frauen.

 

 

Aus dem Bücherregal im April

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Es grünt und blüht überall. So auch in unserem Bücherregal, denn hier sind gerade Frühling und Blumen allgegenwärtig. Für die Kinder ist es toll, das, was sie überall sehen, in Büchern noch einmal zu Hause nachzuerleben. Heute gibt es deswegen einen kleinen Einblick in unser Bücherregal und die Lieblingsbücher momentan.

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Der Klassiker unter allen Waldorfeltern ist natürlich „Das Jahreszeitenbuch„, das uns nun schon seit einigen Jahren begleitet und immer wieder Freude bereitet. Darin finden sich schöne Anregungen für jede Jahreszeit: Geschichten, Lieder, Bastelideen und Rezepte, um den Lauf des Jahres zu begleiten und für Kinder verständlich zu machen. Die Tochter mag die Geschichten, der Sohn lauscht den Liedern oder bastelt auch hier und da mit.

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Ebenso ein Klassiker ist auch die Bilderbuch-Jahreszeitenreihe aus dem Verlag Urachhaus. Für den Sohn mit 18 Monaten ist das Buch „Frühling“ gerade aktuell. Auf den Bildern gibt es immer wieder neue Dinge zu entdecken und benennen und es bereitet Freude, gemeinsam über das bunte Aprilwetter zu staunen oder den Feentanz zu betrachten.

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Was wächst denn da?“ ist eine meiner Neuentdeckungen, die mir die Buchhändlerin kürzlich empfohlen hat. Hier wird ein Jahr in Opas Garten vorgestellt: Kinder erfahren Wissenswertes über Gemüse-Familien, über den Anbau von Gemüse, über Insekten und den gesamten Weg vom Beet in den Gemüseladen. Es ist schon recht anspruchsvoll und daher für Kinder im Vorschul- und Schulalter geeignet, die Tochter mit ihren 5 Jahren schaut es sich gerne mit mir an und bekommt daraus vorgelesen.

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Als passendes Bastelbuch hat sie dazu noch das „aktiv-Heft Pflanzen„, in dem Pflanzen ausgemalt, Aufkleber verklebt, Spiele gespielt und Bastelideen vorgestellt werden. Eine schöne Ergänzung für ruhige Bastelzeiten oder Momente, in denen ich mich mehr um den Sohn kümmern muss und die Tochter allein spielt. Besonderen Gefallen hat sie an dem Aufkleben der Blätter an den richtigen Baum gefunden.

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Am Wochenende sind wir ja gerne draußen in der Natur. Weil beide Kinder gerne Blumensträuße pflücken, habe ich als Begleitbuch für unsere Spaziergänge das Buch „Mein erstes Was blüht denn da?“ gekauft. Darin sind nach Blütenfarbe verschiedene einheimische Blumen aufgeführt mit der Angabe, ob sie giftig sind oder nicht und zahlreichen weiteren Informationen. Ein ganz wunderbarer Begleiter auf Spaziergängen und Wanderungen und nicht selten lerne ich auch noch etwas dazu. Für alle Naturliebhaber also ein super Taschenbuch!

Und was steht bei Euch gerade im Bücherregal ganz vorne?

Löwenzahnhonig selbstgemacht

Der Löwenzahn blüht gerade weit und breit. Wohin man auch sieht, sind Wiesen mit gelben Punkten übersät. Doch die Pflanze mit den leuchtenden Blüten ist mehr als nur schön anzusehen: Löwenzahnblätter sind nicht nur für Meerschweinchen ein leckerer Salat oder lassen sich zu einem Pesto verarbeiten, Löwenzahn ist auch ein schönes Heilkraut (u.a. als Tee) und seine Blüten lassen sich leicht zu einem leckeren Brotaufstrich verarbeiten. Deswegen war ich mit den Kindern unterwegs, um Löwenzahnblüten zu sammeln und daraus Löwenzahnhonig zu machen. Weiterlesen

Mein Dorf war zu Besuch

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Gerade arbeite ich an meinem Vortrag für die re:publica 2014 mit dem Titel „Der Online-Elternclan: Zur gesellschaftlichen Bedeutung von Elternblogs„. Darin geht es um den Wert und den Nutzen, den Elternblogs und auch andere moderne Medien heute für Eltern haben. Denn an vielen Stellen werden die Eltern mit ihren Smartphones und Tablets belächelt, verspottet oder gar beschimpft. Von zu wenig Aufmerksamkeit für die Kinder wird an vielen Stellen gesprochen. Doch den wirklich wichtigen Nutzen und die Bedeutung dieser Medien werden häufig übersehen. Ganz klar ist aber auch: Natürlich können diese Sachen nicht reale Beziehungen ersetzen. „Wer ein Kind groß ziehen möchte, braucht ein ganzes Dorf.“, so ließt man an vielen Stellen. Der Online-Elternclan kann ein ganz wichtiger Teil dieses Dorfes sein. Immer da, zu jeder Uhrzeit parat. Er kann in vielerlei Hinsicht unterstützen und sogar mal eben einer Alleinerziehenden Mutter das Geld für die Klassenfahrt der Tochter zusammen sammeln. Aber er kann auch nicht das Kind mal schnell auf den Arm nehmen, eine Windel wechseln oder das Essen kochen. Deswegen geht es heute und hier auch mal um meinen realen Clan, den ich an meiner Seite habe.

Zu meinem Clan gehört natürlich meine Familie, d.h. meine Eltern und die Familie des Mannes. Dazu kommt dann die erweiterte Familie, die zum Beispiel aus der Familie meines Patenkindes besteht. Dann gibt es noch die Freunde mit ihren Kindern: Manche noch aus der Schulzeit, aus dem Studium, dann neu dazu gewonnene im Laufe der Zeit und durch Spielplatzbesuche. Auch die Familien aus meinem Spielkreis gehören etwas mit zum Clan, denn wir sehen uns zweimal wöchentlich, lassen die Kinder zusammen spielen und essen gemeinsam. Durch Twitter und Facebook sind auch einige Menschen zu meinem Clan dazu gestoßen, auf die ich heute nicht mehr verzichten möchte und die ich im realen Leben getroffen und ins Herz geschlossen habe. Wenn ich dies alles so überdenke und aufzähle, ist mein Clan recht groß – auch wenn ich nicht Zeit habe, um alle regelmäßig zu sehen.

Heute hatte ich Besuch von einem Teil meines Clans. Eine meiner liebsten Freundinnen kam mit einer ihrer Töchter. Wir saßen in der Sonne, tranken gemeinsam Kaffee und schauten den Kindern beim Spielen zu. Wir gingen spazieren, mal gingen meine Kinder an meiner Hand, mal an ihrer und dann gingen sie auch alle zusammen im Sonnenschein. Beim Mittagessen nahm sie mir den Sohn ab, damit ich das Essen kochen konnte und beim Essen saßen wir gemeinsam an einem großen Tisch. Der Sohn ließ sich mal von der einen oder anderen füttern und liebte es. Die Kinder spielten fangen und achteten aufeinander und nahmen im Spiel Rücksicht, obwohl sie alle ganz unterschiedlichen Alters sind. Die Große konnte zeigen, dass sie aus Stöckern schon Wörter legen kann, die Tochter schaute aufmerksam zu und der Sohn genoss es, mit beiden zu spielen. Umgekehrt lernte der große Besuch, vorsichtig mit einem kleinen Kind umzugehen und es langsam mit Eis zu füttern und zu beachten, dass die Frustrationstoleranz eines so kleinen Kindes doch gering ist.

Es war schön, dies alles zu beobachten. Zu sehen, wie gut es Kindern unterschiedlichen Alters tut, zusammen zu sein. Jedes konnte etwas vom anderen lernen. Es tat gut, mal beide Hände beim Kochen frei zu haben und mit einer Freundin in der Sonne zu sitzen und zu reden. Erleben, wie wichtig es ist, mal los zu lassen und einfach andere Wege zuzulassen. Ich bin glücklich, meinen Clan zu haben. Meinen Online-Clan und meinen Real-Clan. Jeder bereichert auf seine Weise mein Leben, macht es einfacher und schön. Vielen Dank!

Neue Wege – Mütter und ihre Jobs: me&i-Beraterin für Mode

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Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel darüber geschrieben, wie ich mein Arbeitsleben mit zwei Kindern gestalte, von denen eins noch nicht in den Kindergarten geht und das andere auch nicht immer den Ganztagsplatz in Anspruch nimmt, den es eigentlich im Kindergarten hat. Auf diesen Artikel habe ich unglaublich viele Rückmeldungen bekommen von Müttern: Einige schrieben, dass sie gerade in einer Phase des beruflichen Umbruchs wären, weil sie bei ihrem alten Job Familie und Beruf nicht mehr vereinen konnten. Andere schrieben, dass sie gerade in die Selbständigkeit starten und ich ihnen mit meinem Modell Hoffnung gemacht habe. Per Twitter, Facebook und besonders per Mail habe ich viele interessante Geschichten und Kommentare erhalten. Dies habe ich als Anregung genommen, eine Blogreihe daraus zu machen: Neue Wege – Mütter und ihre Jobs. Darin sollen Modelle vorgestellt werden und neue Wege, die Mütter eingeschlagen haben, um für sich eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erzielen.

Beginnen soll diese Reihe mit Simone Janke, die in der Elternzeit begonnen hat, als me&i-Beraterin in Berlin zu arbeiten. Das schwedische Modelabel me&i gibt es seit 2010 in Deutschland. Die Kleidung, die ich persönlich sehr mag, ist allerdings nicht in Geschäften zu erwerben, sondern wird ausschließlich über Beraterinnen vertrieben, die von zu Hause aus arbeiten, ihre Zeit frei einteilen und u.a. zu individuellen Bekleidungs-Partys nach Hause kommen. Im Kreise von Familie und Freunden wird die Kollektion von me&i für Kinder und Frauen vorgestellt. Wie diese Arbeit so ist, und wie Simone zu diesem Job gekommen ist, erzählt sie Euch im Interview:

1. Was hast Du früher gemacht/wo hast Du früher gearbeitet?

„Ursprünglich habe ich mal BWL studiert, nach sechs Semestern bin ich dann ganz spontan und, so war der eigentliche Plan, „nebenher“ Flugbegleiterin geworden. Daraus wurde natürlich nichts, ich verliess dann die Universität um fortan die nächsten Jahre als Flugebegleiterin einer grossen deutschen Airline durch die Weltgeschichte zu fliegen. Dies mache ich seit nunmehr über acht Jahren, befinde mich aber seit der Geburt meines Sohnes Levi Aramis im Jahre 2012 in Elternzeit.“

2. Warum wolltest Du nach der Geburt/Elternzeit einen neuen Weg gehen?

„Meine Freude an Mode war schon immer riesengross. Und da ich mir in der Elternzeit ein bisschen Abwechslung und eine neue Herausforderung wünschte, lag es nahe, irgendetwas in diese Richtung einzuschlagen. Da kam me&i genau zur rechten Zeit! Nach meiner Elternzeit kann und will ich nur noch in Teilzeit als Flugbegleiterin arbeiten, daher ist me&i die perfekte Ergänzung. Dank der freien Zeiteinteilung und der sehr flexiblen Arbeitszeiten als Beraterin werde ich meine Familie, meinen „Hauptjob“ und me&i gut unter einen Hut bringen können.“

3. Erkläre kurz, was Dir an der Arbeit als me&i-Braterin besonders gefällt.

„Wie oben schon erwähnt, ist die flexible Zeiteinteilung das perfekte für jede Mami. Wer wünscht sich ausserdem nicht, sein eigener Chef sein zu können und ohne permanenten Leistungsdruck einer tollen Beschäftigung nachzugehen, die zudem noch jede Menge Spass macht. Ich lerne immer wieder neue tolle Leute kennen, muss mich auf jeder Party auf andere Kunden einstellen – denn jede Party ist anders. Langweilig wird es also nie :-). Ich bin sehr stolz, Teil solch eines tollen Teams sein zu können und erfreue mich auf jeder Party an dem schönen Gefühl, diese Mamis für etwas tolles, nachhaltiges begeistern zu können, was unsere Straßen noch ein wenig bunter und fröhlicher aussehen lässt.“

4. Wie gestaltest Du jetzt Deinen Alltag mit dem Job und Deiner Familie?

„Auch hier kann ich wieder nur sagen, da ich mein eigener Chef bin und meine Partys komplett in Eigenregie stattfinden, lässt sich die Zeit super einteilen. Meine Familie, die natürlich immer an erster Stelle steht, kommt somit nie zu kurz. Da mein Mann auf Grund seiner immer rotierenden Dienstpläne ebenfalls recht unbeständige Arbeitszeiten hat, können wir uns sehr gut ergänzen und bekommen die Zeit gut aufgeteilt, um uns um unseren kleinen Sonnenschein und die Familie zu kümmern. „

5. Würdest Du Deinen neuen Job anderen Müttern empfehlen? Wenn ja, warum?

„Diese Frage kann ich ganz einfach und mit JA beantworten!! Mamis die Spass an Mode haben, die daran interessiert sind, sich und ihre Kinder umweltbewusst und nachhaltig zu kleiden und einfach ein bisschen was anderes möchten, sind bei uns genau richtig. Und wer zudem noch flexible Arbeitszeiten, sein eigenes Ding in Form einer Art Nebenjob sucht, wird auch dies bei me&i finden. „

Vielen Dank an Simone Janke für die Beantwortung der Fragen.

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Damit Ihr Euch selbst einmal von der süßen Kinderkollektion überzeugen könnt, hat me&i ein Outfit zur Verlosung bereit gestellt: Gewinnt ein Bio-Baumwoll-Lämmchenbody und eine zugehörige Hose aus Bio-Baumwolle in Größe 74/80. Was Ihr dafür tun müsst? Teilt diesen Artikel auf Facebook und schreibt dort einen Kommentar dazu, wie es bei Euch mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aussieht: Klappt es? Klappt es nicht? Wo hakt es? Wer volljährig ist und bis Sonntag, 27. April 2014 um 18 Uhr den Artikel auf Facebook geteilt und kommentiert hat, nimmt an der Verlosung teil. Auf Facebook erfahrt Ihr nächste Woche, wer das Outfit gewonnen hat. Viel Erfolg! 

Demnächst im Interview: Stephanie Oppitz von der Windelmanufaktur. Hast Du auch einen Job, den Du hier vorstellen möchtest? Dann schreib mir an [email protected]

Trotzen? Gibt es nicht.

Trotzen

Der Sohn ist nun 18 Monate alt, er redet viel und oft, klettert und rennt. Zeit, für die Außenwelt mal nachzufragen: Neben der allgegenwärtigen Frage „Schläft er denn nun schon durch?“ kommt immer häufiger eine andere Frage in den Mittelpunkt, nämlich die, ob er denn nun schon im Trotzalter sei. Trotzalter. Das ist ein Begriff, den ich nicht gerne höre. Schon wenn ich Ankündigungen für Workshops und Kurse sehe, in denen es um wütende Kinder, um das Trotzen oder um den Zorn von Kleinkindern geht, werde ich ärgerlich. Denn diese Beschreibung von Kindern ist grundlegend falsch.

Jeder Mensch hat eine eigene Meinung

Stellen wir uns zu Beginn folgende Situation vor: Ein Paar ist zusammen im Supermarkt. Er schiebt den Wagen, sie legt einen Schokoriegel hinein.
Er: „Leg den bitte wieder zurück.“
Sie: „Was?“
Er: „Leg den bitte wieder zurück!“
Sie: „Äh, nein. Warum?“
Er: „Jetzt leg ihn bitte wieder zurück. Du weißt: Süßigkeiten sind nicht so gesund für Deine Zähne.“
Sie: „Was? Ja. Aber nein, ich nehme den mit. Ich putz mir ja die Zähne auch.“
Er: „Und auch sonst sind sie nicht so gesund für Deinen Körper. Bitte leg den Riegel jetzt zurück ins Regal.“
Sie: „Du spinnst wohl. Ich lege ihn nicht zurück ins Regal.“
Er: „Leg ihn zurück, sonst lege ich ihn zurück.“
Sie: „Nein, ich nehme diesen Riegel mit.“
Er legt den Riegel ins Regal, sie zieht ihn zu sich heran, während er ihn noch hält. Der Einkaufswagen schlingert scheppernd in das Regal.

Diese oder ähnliche Situationen haben wir alle schon oft gesehen oder selbst erlebt. Nicht unbedingt mit unseren Partnern, aber mit unseren Kindern. Wir gehen einkaufen und haben ganz verschiedene Vorstellungen davon, was in den Einkaufswagen kommen soll. Das kann entweder ein Schokoriegel sein, der gewünscht wird oder die blinkenden Turnschuhe. Doch während wir in Gesprächen mit einem Erwachsenen ihm zumeist ein gleichberechtigtes Stimmrecht zuerkennen, machen wir das mit Kindern nicht. Oft hören wir nicht einmal genau ihre Gründe an, warum nun unbedingt ein Schokoriegel/eine Fruchtschnitte/ein Plastikhase oder die lila Socken mit grünen Punkten gekauft werden müssen. Und darin liegt auch schon das Problem: Wir erkennen nicht an, dass Kinder eine eigene Meinung haben und sie vertreten. Natürlich wissen wir als Eltern viele Dinge besser. Wir haben mehr Lebenserfahrung. Wir wissen, dass zu viel Schokolade ungesund ist oder dass Plastikspielzeug fragwürdiger Herkunft gesundheitsschädlich sein kann. Kinder müssen diese Dinge erst lernen. Viele Dinge müssen sie tatsächlich durch eigene Erfahrung lernen und wir können ihnen mit gut gemeinten Ratschlägen dieses Wissen nicht vermitteln – so sehr wir uns das auch manchmal wünschen. Doch das wirklich Wichtige daran ist: Um was auch immer es geht, wir sollten den Wunsch der Kinder ernst nehmen.

„Trotz“ ist kein passender Begriff

Laut Duden bedeutet Trotz „hartnäckiger [eigensinniger] Widerstand gegen eine Autorität aus dem Gefühl heraus, im Recht zu sein“. Doch ist es das wirklich, was sich in den Reaktionen der Kinder zeigt? Das Kind zeigt in seiner Äußerung seine Vorstellung, seinen Willen oder Wunsch. Es tut das nicht in erster Linie als Widerstand gegen eine Autorität (sofern man die Beziehung zwischen Kind und Eltern überhaupt mit diesem Machtgefälle bezeichnen möchte). Es lehnt sich nicht in erster Linie gegen einen anderen Menschen auf, sondern zeigt seine eigenen Vorstellungen, die sich eben von denen eines anderen Menschen unterscheiden. Der Widerstand ist erst die Konsequenz dessen, dass das Kind selbst auf einen Widerstand stößt. Oftmals sind die Kinder davon selbst überrascht. Gerade kleine Kinder, deren Empathie noch nicht so weit ausgebildet ist, dass sie sich problemlos in andere hinein versetzen können, sind selbst davon überrascht, dass die Person gegenüber ganz andere Vorstellungen hat als sie selber. „Was, Mama möchte nicht, dass ich diesen tollen grünen Flummi mitnehme? Ich verstehe die Welt nicht mehr!“ könnten sie sagen, wäre ihnen das möglich. Nein, Kinder wollen sich nicht gegen Erwachsene auflehnen aus Respektlosigkeit oder einfach nur der Sache wegen. Sie lehnen sich auf, weil sie eigene Ideen von ihrem Leben haben. Sie wollen nicht mehr die Jacke von Mama oder Papa zu gemacht bekommen, sondern wollen es selbst probieren.

Warum Kinder sich so verhalten, wie sie sich verhalten

So wie wir Erwachsenen Gründe für unser Tun haben, haben es auch Kinder. Oftmals können oder wollen wir uns nur nicht mehr ausreichend in sie hinein versetzen oder denken zu sehr aus unserer erwachsenen Sicht heraus, als dass wir Kinder noch verstehen könnten. Denn: Auch wenn uns das Verhalten unseres Kindes in einer solchen Konfliktsituation nicht gefällt, hat es einen Sinn. Herbert Renz-Polster schreibt in seinem Buch „Kinder verstehen“ über den so genannten Abstillkonflikt der Kinder, d.h. über die Zeitspanne, in der Kinder natürlicherweise abgestillt wurden und in deren Phase kindliche Zornanfälle besonders auftreten (S.183):

Die Abstillzeit war auch beim Menschen eine „Trennungszeit“, der Abstillkonflikt damit ein Loslösekonflikt. Evolutionsbiologisch betrachtet ist es deshalb plausibel, dass Zornanfälle ein Gegenmittel sind, das Kinder entwickelt haben, um in dem täglichen Abstiegskampf dann doch noch das eine oder andere Tor zu erzielen und dafür zu sorgen, dass sie bei der jetzt anstehenden Umverteilung angemessen berücksichtigt werden.

Kinder zeigen also in diesen Situationen zweierlei ganz wichtige Dinge: Sie befinden sich in einer Phase, in der sie von der Natur vorgesehen weiter von den Eltern Abstand nehmen und eigene Wege gehen. Vielleicht bekommen sie sogar gerade ein kleines Geschwisterkind und daher stellt sich diese Herausforderung besonders. Dafür benötigen sie bestimmte Fähigkeiten: Sie müssen ihre Jacken selber schließen können, ihre Schnürsenkel selber binden lernen, erfahren, wie man mit einer Schere oder einem Schnitzmesser richtig umgeht. Sie müssen lernen, eigene Entscheidungen zu treffen. Und das fordern sie tagtäglich ein. Sie rufen uns gerade zu: „Lass es mich selbst probieren! Ich muss das lernen!“ Gleichzeitig aber sind sie eben doch auch kleine Kinder und auf Zuwendung angewiesen. So zeigen sie auch: „Hey, ich bin hier und ich bin zwar schon in vielen Dingen selbständig, aber verlier mich nicht aus den Augen und wende Dich mir weiterhin viel zu!“ Das, was so oft als „Trotz“ bezeichnet wird, ist eine ganz wichtige und bedeutende Aufgabe für unsere Kinder. Ein Meilenstein der Entwicklung – auch wenn es manchmal für uns anstrengend und kräfteraubend ist.

Was also soll man mit Kindern in dieser Entwicklungsphase tun?

Im Alltag bedeutet dies vor allem eins: Ruhe bewahren. Wenn das Kind seine Eigenständigkeit zeigen möchte oder auch gerade das Gegenteil davon, treten wir einen Schritt zurück und schimpfen nicht gleich oder sind verärgert, sondern sehen hin und sagen zu uns: „Aha, ich nehme das jetzt einfach so hin. Was will mein Kind eigentlich?“ Und allzu oft sehen wir es schon: Das Kind will etwas selber machen oder selber entscheiden. Es möchte ein besonderes Geschenk bekommen, das die Geschwister nicht haben oder die größte Portion Mittagessen (auch wenn es das nicht aufessen wird). Ruhe ist die wichtigste Eigenschaft in dieser Zeit. Hinreich ist es deswegen auch, wenn man von Anfang an für wichtige Dinge mehr Zeit einplant: Anziehen kann lange dauern, wenn ein Kleinkind sich selbst anziehen möchte oder selber die Kleider zusammen stellt. Kompromissbereitschaft ist ebenso wichtig. Ja, dann zieht das Kind eben heute mal verschiedene Socken an oder hat das T-Shirt verkehrt herum an. Sind wir ehrlich zu uns selbst: Wen kümmert das schon? Und wenn es doch Konsequenzen hat, dann ist es wichtig, dass Eltern ihren Kindern auch Dinge zutrauen mit dem Wissen, dass das Kind daraus etwas lernen wird. Das Kind wird lernen, dass es nicht zu viel rohen Teig essen darf, wenn ihm davon übel wird oder dass es vielleicht doch keine schlaue Idee ist, das Lieblingsshirt ohne Jacke an einem kalten Tag zu tragen. Wir müssen unseren Kindern zugestehen, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Nur so können sich Kinder weiter entwickeln. Natürlich hat das einen Rahmen, aber gewisse eigene Entscheidungen, die wir nicht unbedingt gutheißen, sollten wir auch unseren Kleinkindern schon ermöglichen. Und wenn es schief läuft, dann sind wir da. Wir nehmen sie in den Arm, wir lieben sie. So, wie sie uns auch weiter lieben, wenn wir ihnen Dinge verbieten oder vorschreiben. Oder – wie meine Tochter es mit drei Jahren nach einem solchen Anfall des Eigensinns auf die Äußerung, dass dieses Verhalten nun aber ziemlich unangenehm war, sagte: „Mir war das auch unangenehm, Papa. Mir auch.“ Und damit meinte sie nicht den Umstand, dass sie sich auf den Boden warf und mit den Beinen strampelte, sondern dass das überhaupt notwendig war.

Ostersonntag in Bildern

Ostersonntag. Die Kinder haben sich seit Tagen auf Ostern gefreut. Der Sohn mit seinen 18 Monaten hatte sicherlich noch keine genaue Vorstellung von dem Fest, aber die Vorfreude seiner großen Schwester reichte dafür aus, immer wieder begeistert „Ostern!“ zu rufen und sich darauf zu freuen. Die Osterkörbchen waren schon vorher gefüllt, denn wie in den Jahren zuvor sind wir auf den Bauernhof gefahren zum Osterfest.

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Die ersten Sonnenstrahlen erhellen den Hof. Um halb sieben haben die Kinder uns geweckt, denn heute ich ja endlich Ostern. Schnell muss der Mann sich unter einem Vorwand hinaus stehlen, um die Osterkörbe zu verstecken.

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Die Tochter auf der Suche nach den Osterkörbchen im frühen Sonnenschein.

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Auch der Sohn sucht begeistert. War dort nicht gerade ein Hase?

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Vielleicht verstecken sich die Eier und Schokolade im Hühnerhaus?

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In der Scheune finden sich dann die ersten kleinen Schokoeier.

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Gemeinsam gesucht, gemeinsam gefunden.

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Durch das Stroh stapfen und nach weiteren Überraschungen suchen.

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Alles gefunden. Kleine Hände wickeln Schokoeier aus.

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Mittlerweile ich es richtig hell draußen, der Himmel ist blau.

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Zeit für das Frühstück.

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Danach geht es zum Mittelaltermarkt nach Chorin. Hier werden Seifenblasen bestaunt…

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… und riesige Drachen.

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Die Sonne scheint warm, der Sohn spielt im Heu.

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Abschluss eines langen Tages bei Kerzenschein und einem Strauß Blumen, von der Tochter handgepflückt.

Ostern hoch zwei – Was bei uns in diesem Jahr im Osternest liegt

Ostern steht kurz bevor. Die Ostereier sind bemalt, die Körbchen für die Kinder sind bereitet und warten auf ihren großen Einsatz am Wochenende. Und was in diesem Jahr in den Körbchen für die 5jährige Tochter und den 18 Monate alten Sohn liegt, seht Ihr hier:

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Das Tochternest

Rosa ist gerade die Farbe, die die Tochter bewegt. Daher ist auch das Osternest in rosa gehalten mit einem rosa Osterhasen, Schmetterlingshaarspangen und einem rosa Schneckenband. Daneben gibt es noch ein frühlingshaft gelbes Schneckenband, ein Ei aus Holz für den Kaufmannsladen und eine mintgrüne Legging. Im Stoffbeutelchen befindet sich Knete, denn davon kann die Tochter nie genug haben.

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Das Sohnnest

Der Sohn liebt alles, was seine große Schwester auch liebt. Es wird gespielt, was sie spielt. Ihre Lieblingsfarben sind auch seine Lieblingsfarben. Deswegen muss das Osternest des Sohns auch ganz ähnlich sein wie das der großen Schwester. Auch hier gibt es zwei Schneckenbänder: eins in lila, eins in blau. Dazu ein Stoffesel, ein Ei aus Holz und ein Schokoladenhase. Wie auch bei der Schwester gibt es ein Beutelchen mit Knete.

Daneben gibt es noch ein paar kleine Schokoeier, die hier und da im Freien verteilt werden.

Was liegt bei Euch im Nest? Verschenkt Ihr mehr oder weniger? Mit oder ohne Süßigkeiten? Wenn Ihr vegane Ostern feiert, was kommt bei Euch ins Nest?