Monat: September 2014

Von der Angst im Dunkeln

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Wir alle sind schon einmal in den niedlichen kleinen Kindergeschäften an Sprühflaschen vorbei gelaufen, die die Aufschrift „Monsterspray“ tragen. Vielleicht erinnern wir uns sogar selbst noch daran, wie wir als Kinder Angst vor dem Krokodil unterm Bett hatten oder den Schatten der im Wind tanzenden Blätter. Alleinsein im Dunkeln, das ist für Kinder eine Herausforderung – und damit auch immer wieder für Eltern. Weiterlesen

Neue Wege – Mütter und ihre Jobs: Germanistin und angehende Heilpraktikerin Maria Ekert

Maria von WortLautLauf ist mir irgendwann im weiten Internet über den Weg gelaufen und seither immer mal wieder auf digitale Weise. Für dieses Interview hat sie sich bei mir gemeldet und ich kann ihre Geschichte sehr gut nachempfinden, weil auch ich die Heilpraktikerprüfung abgelegt habe und weiß, wie schwer es ist neben einem kleinen Kind all diese Dinge zu lernen und in eine Selbständigkeit zu starten – und trotzdem ist es auch ganz wundervoll. Über ihren ganz persönlichen Weg berichtet sie: Weiterlesen

„Mama, ganz ehrlich… Die Weihnachtsgeschenke kommen von Euch, oder?“

Heute war es soweit. Dieser Tag, an den alle Eltern denken, den alle Eltern ein wenig fürchten. Die Tochter saß am Küchentisch und malte vor sich hin, griff sich eine andere Farbe und sagte beiläufig: „Mama, an Weihnachten kommen nicht die Englein, sondern die Eltern legen die Geschenke hin!“ Weiterlesen

Spätsommer im Kinderzimmer – Über den Lauf der Jahreszeiten in der Spielzeugauswahl

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Der Herbst kehrt bei uns nicht nur draußen vor dem Fenster ein oder auf dem Jahreszeitentisch. Der Herbst und das ganze Jahr spiegeln sich auch in der Gestaltung des Kinderzimmers wider. Während im Sommer viel Spielzeit draußen im Freien verbracht wird und das Spiel im Kinderzimmer zu vernachlässigen ist, kommt mit dem Herbst und seinen Regentagen eine Zeit, in der wir auch wieder mehr Drinnen sind.

Im Sommer gibt es weniger Spielsachen im Zimmer. Es gibt zwar die Stücke, die wir immer haben: Den Kaufmannsladen, die Küche, bestückt mit Sommerfrüchten. Nun kehrt dort der Herbst ein: kleine Gläser füllen sich mit Haselnüssen, Walnüssen, Kastanien. Neben der Umgestaltung des Kaufmannsladens kommen nun auch Dinge vom Schrank herunter, die dort „übersommert“ haben. Das Puppenhaus wird herunter geholt und mit Bienenwachs neu eingerieben, die Puppenmöbel entstaubt. Großputz von kleinen Puppeneltern im Kinderzimmer und jeder kann mithelfen und hat seine Aufgabe.

Ich erinnere mich an die Zeit, als ich noch Kind war und wir mit den Schlechtwettertagen das Spielzeug auswechselten. Alte Dinge werden neu entdeckt, auf neue Weise bespielt. Es ist nicht notwendig, beständig große Mengen an Spielsachen bereit zu halten. Oft überfordert die Menge mehr und das Wenige ermöglicht ein tiefes Eintauchen ins Spiel ohne Ablenkung. Dinge zu Ende spielen. Kreativität fördern: Die Baumscheibe aus der Bausteinkiste ist ein Teller, ein Tablett, ein Deckel, ein Teich… Kinder sind so erfindungsreich, wenn man sie spielen lässt ohne ihnen alles genau vor zu geben.

Es reicht, einige wenige Dinge anzubieten und immer wieder auszutauschen. So bekommt das Spiel immer wieder einen neuen Zauber. Viele Dinge werden auch im Laufe der Zeit anders bespielt: Das Baby schlägt Bauklötze zusammen und lauscht der „Musik“, das Kleinkind probiert sich darin, erste wackelige Türme zu bauen und erfreut sich am Einstürzen – immer und immer wieder. Das Vorschulkind kann nun komplexe Häuser, Bauernhöfe, Tiergehege bauen, die immer wieder neu gestaltet sind.

Neu dazu gekommen in diesem Jahr ist der große Traktor von Beck, den wir von tausenkind.de erhalten haben. Mit ihm wird nachgespielt, was auf dem Land gesehen und erlebt wird. Vom Hof über Stock und Stein geht es aufs Feld. Dort wird das Heu eingeholt und auf den Heuwagen geladen. Im Stall steht es später neben den Pferden. Der Weizen aus den Garben wird heraus geholt und klein gemahlen oder den Pferden im Eimer gegeben. Tochter und Sohn lieben gleichermaßen den schönen Holztraktor mit seinen vielen verschiedenen Anhängern. Nicht umsonst ist er mit dem Siegel „Spiel gut“ ausgezeichnet, einem Erkennungsmerkmal für gute Spielsachen. Der Verein spiel gut e.V. zeichnet Produkte nach bestimmten Kriterien aus:

Gutes Spielzeug unterstützt die Entwicklung von Kindern in dem es ihre Fantasie anregt anstatt einzuengen, Erwartungen nicht enttäuscht, und gleichermaßen vielfältige wie fortwährende Spielmöglichkeiten bietet. Zudem ist gutes Spielzeug umweltverträglich, sicher und entspricht in seiner Haltbarkeit und Lebensdauer dem Spielzweck. spiel gut ausgezeichnete Spielsachen erfüllen diese und weitere Kriterien.

Während der Sohn ihn hin und her schiebt und laute Brummgeräusche macht, spielt die Tochter schon ganz differenziert ein Spiel mit der Bauernpuppenfamilie: Ankommen und Abschied, die Arbeit auf dem Feld und natürlich das Füttern der geliebten Pferde.

In der Küche geht das Spiel weiter, wenn ich Weizenkörner mit der Mühle zu Mehl mahle und wir daraus Brot backen. So spielen die Kinder den Lauf der Jahreszeit nach und erlernen im Spiel die Abläufe. Sie sehen in der Natur, wie geerntet wird und können dies zu Hause nachspielen. Sie lernen, dass Weizen aus den großen Halmen kommt und dann fein gemahlen unser Mehl ergibt und die Reste als Stroh für den Stall verwendet werden. All dies sind Dinge, die sie über Tage beschäftigen. Vielleicht wird auch noch ein Buch dazu geholt über den Bauernhof und alles, was darauf passiert. Oder es wird ein passendes Puzzle gesucht, das die Heuernte darstellt. Im Jahreszeitenbuch werden passende Lieder und Gedichte gefunden.

Alles ergibt einen Rahmen rund um das Thema, das gerade ansteht. Rund um die Natur, die die Kinder wahrnehmen. Oft entwickeln sich daraus dann viele kleine neue Projekte, die mit den Kindern angegangen werden können. Ideen zum Malen und Gestalten. Einfach aus dem Ansatz heraus, dem Kindern den Raum zu geben, mit wenigen Dingen das zu spielen, was ihnen gerade am Herzen liegt.

Und mit welchen Sachen spielen Eure Kinder jetzt im Herbst? Tauscht Ihr auch aus?
Ich bin gespannt auf Eure Spielideen,
Eure

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Initiative: Wochenende in Bildern

Seit Jahren teile ich Wochenende für Wochenende meine Bilder vom Wochenende mit meinen LeserInnen hier auf dem Blog. Immer wieder erfahre ich über Kommentare im Blog, auf Facebook, Twitter oder ganz persönlich per Mail, dass diese Einblicke in das Wochenende mit Kindern ganz besondere Bedeutung für die Eltern haben, die sie sich ansehen: Es gibt einen Einblick in das Leben einer Familie mit 3 Kindern. Weiterlesen

Neue Wege – Mütter und ihre Jobs: Kristin Dreger vom Eltern-Kind-Café Knilchbar

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Kristin von der Knilchbar lernte ich einmal im Urlaub auf einem Bauernhof kennen. Wie klein die Welt manchmal ist: Da fährt man mit der Familie in den Urlaub, um dort jemanden kennen zu lernen, die nur ein paar Minuten vom eigentlichen Wohnort ein Café betreibt. Ich habe jedenfalls schnell gemerkt, dass Kristin sehr viel Energie hat und auch haben muss, um ein Café wie die Knilchbar in Berlin-Freidrichshain zu führen. Wie sie das schafft als Mutter einer Tochter im Vorschulalter, berichtet sie kurz und knapp im Interview:

1. Was hast Du früher gemacht/wo hast Du früher gearbeitet?

Ich bin gelernte Veranstaltungskauffrau und arbeite seit über 13 Jahren in der Gastronomie. Ich habe vor der Knilchbar im wundervollen 3 Schwestern am Bethaniendamm gearbeitet im Eventbereich.

2. Warum wolltest Du nach der Geburt/Elternzeit einen neuen Weg gehen?

Im Eventbereich ist es relativ schwierig mit einem kleinen Kind Fuß zu fassen, deswegen habe ich mir gedacht machst du etwas mit Kindern und Selbstständigkeit – und es wurde ein Kindercafé!

3. Erkläre kurz, was Dir an der Arbeit besonders gefällt.

Das organisatorische (wenn man dazu kommt) die Arbeit und Wertschätzung der Gäste und trotz vieler Arbeit, doch ein wenig frei arbeiten zu können ohne Vorgaben. Das ich auch mein Kind mit auf Arbeit nehmen kann und die tolle Zusammenarbeit mit meinem Team.

4. Wie gestaltest Du jetzt Deinen Alltag mit dem Job und Deiner Familie?

 

Es gibt bestimmte Tage die versuche ich mir auf Teufel komm raus frei zu halten. Mein Mann übernimmt jetzt sehr viel, was auch nicht immer einfach war. Ich versuche bewusst die freien Tage die ich habe, mit meiner Familie oder mit meiner Tochter zu verbringen. Und ich versuche so oft wie es geht mit meiner Tochter wegzufahren, z. B auf einem Bauernhof. Entspannung für uns beide!

5. Würdest Du Deinen neuen Job anderen Müttern empfehlen? Wenn ja, warum?

Puh, ich habe viele Mütter kennengelernt, die gerne ein Kaffee eröffnen wollten. Ich sage ihn jedesmal, dass sie das mit ihrem Mann bewusst klären müssen, dass sich die Rollen tauschen werden. Viele Männer sind gar nicht bereit dazu oder wissen gar nicht genau was da auf sie zukommt. Und ich sage immer, dass man gar nicht mehr Zeit für sein Kind hat. Man denkt immer man hat sie aber das stimmt nicht. Ist das Kind zum Beispiel krank und es ist keiner da zum arbeiten, dann muss man in den meisten Fällen in den Laden und kann nicht beim Kind bleiben. Es hat alles seine Vor- und Nachteile, aber man muss sich der Arbeit erst einmal bewusst werden.

Vielen Dank an Kristin für das Interview. In der nächsten Woche findet Ihr hier das Interview mit wem eigentlich?. Hast Du auch einen Job, den Du hier vorstellen möchtest? Dann schreib mir an [email protected]

Bisher in dieser Reihe erschienen sind Interviews mit Stadträtin Christine FinkeSilke Kamchen von ZellmopsTagesmutter KatharinaHebamme Anna VirnichBloggerin Marisa Hart von Baby, Kind & MeerBabyladeninhaberin Paula PülzSchwangerschafts-Concierge Ulrike LothHebamme und Bloggerin Anja C. GacaSarah Seeliger von LibrileoAutorin Nora ImlauMütterpflegerin Kathrin Roth, Chemikerin @fraubruellenDoula Denise WilkEva Ella Hartmann von ringelmiezBettina M. Kreissl Lonfant von der Agence PhilosophiqueAnna Luz de León von BerlinMitteMomRamona Weyde-Ferch von jademond.de,Stephanie Oppitz von der Windelmanufaktur, und Simone Janke als me&i-Beraterin.

Auch Elke Peetz hat sich des Themas angenommen und zeigt hier 100 Probleme und 100 Lösungen von Frauen

Ich geh mit Dir wohin Du willst – Über Beständigkeit

In der Diskussion darum, dass Kinder nicht allein auf der Straße stehen gelassen werden sollten, vielleicht noch mit den Worten „Wenn Du nicht mit kommst, gehe ich eben alleine“ oder – wie auch oft anzutreffen – sich Eltern beim Vorgehen noch verstecken um den Druck des Nachkommens noch zu erhöhen, ging es immer wieder um die Frage, wie Eltern dennoch den Weg vorgeben können. Ja, Eltern müssen den Kindern den Weg vorgeben. Sie müssen präsent sein und Stärke zeigen. Sie geben an, wo es lang geht, was richtig ist und was nicht und sie strukturieren auch den Tag. Doch das alles geht ohne Machtspiele, ohne Gewalt. Aus der natürlichen Elternschaft heraus auf einem bindungsoientiertem Weg.

Kinder brauchen starke Eltern. Eltern, die sich sicher sind in dem, was sie tun. Alles im Leben der Kinder ist noch neu und sie müssen erst nach und nach lernen, wie die Welt funktioniert, wie sie sich in ihr bewegen können. Deswegen ist es so wichtig, dass sie sichere Orientierungspunkte haben. Und die Bindungspersonen, mit denen sie die meiste Zeit verbringen, sind ihr Leitfaden im Leben. Sie geben den Tagen einen Rhythmus und eine Struktur. Für einige ist es wichtig, dass diese Struktur sehr ausgeprägt und gradlinig ist, für andere sind es eher grobe Merkmale: Einige essen immer zur gleichen Uhrzeit, andere handhaben dies eher spontan nach Gefühl. Doch für welchen Lebensentwurf man sich auch entscheidet, gibt es immer eine Art Richtschnur, nach der man sich verhält und sie dem Kind mitgibt. Wichtig ist nicht, ob wir jeden Tag zur selben Uhrzeit essen oder nicht, sondern dass wir das, was wir tun, selbstsicher und gleichbleibend tun. Kinder brauchen es, Dinge voraus sehen zu können. Sie lieben es, wenn Abläufe gleich bleiben.

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Wir müssen uns nicht an starren Zeitplänen festhalten, aber vielleicht an Reihenfolgen, an Ritualen. Und darin steckt eine Sache, die für die Kinder ganz besonders wichtig ist: Dass wir von dem, was wir tun, überzeugt sind. Wir geben ihnen vor, wie der Tag ist, wie wir uns bewegen und was wir tun. Wir sind ganz natürliche Vorbilder in dem, was wir täglich erleben. Dies gilt auch dafür, wie wir uns draußen bewegen und was wir dort von unseren Kindern erwarten. Kinder folgen uns. Sie folgen uns, weil sie uns folgen müssen, weil sie ohne uns in der fremden Umgebung verloren wären. Wir alle wissen, wie schnell Kinder in bekannten Umgebungen auftauen, sich von ihren Bezugspersonen fort bewegen und wieder zurück kommen und wie wenig sie dies in ganz fremden Umgebungen tun und vielleicht erst abwarten und ihre Bezugsperson beobachten, wie sie sich verhält.

Dieses Nachfolgen gilt auch auf der Straße: Wir Erwachsenen geben den Weg vor. Wir zeigen, dass wir bei Rot stehen bleiben an der Ampel, dass wir nicht zu nah an die Fahrbahn oder den Radweg gehen und wir erwarten genau dies von unseren Kindern. Wir ermahnen sie gelegentlich, aber sie lernen besonders durch unser Vorbild. Je klarer und berechenbarer wir sind in unserem Verhalten, desto besser verstehen Kinder, was wir erwarten. Einmal über Rot gehen und beim nächsten Mal erwarten, dass das Kind stehen bleibt, ist daher eher ungünstig. Beständigkeit ist das Zauberwort.

Kinder erlernen auf diese Weise, wie sie sich verhalten sollen. Doch wenn andere Dinge in den Vordergrund treten, dann ist das nicht mehr so einfach, dies zu verstehen. Vielleicht ist es zu laut, das Kind erschreckt sich vor einer Sirene oder es tritt eine dieser Situationen auf, in der das Kind eben nicht weiß, was es tun will und sich gegen das, was wir wollen, hartnäckig aufbäumt. Nein, dann folgen Kinder nicht einfach hinterher und das tun sie auch nicht, wenn wir einfach weiter gehen – wie tausende von Eltern schon viele Male erlebt haben. Kinder kommen nicht einfach hinterher. Sie bleiben stehen, weinen oder streiken.

Und wenn wir dann von unserem Weg abweichen und nicht weiter gehen, sondern auf das Kind zugehen, ist das keine Inkonsequenz. Es ist ein Zeichen, dass wir verstehen, dass wir zuhören und dass wir da sind. So, wie wir immer da sind. Denn wir zeigen auch darin Beständigkeit, wenn wir einfach immer da sind, wenn unser Kind uns braucht. Und dies ist die wohl wichtigste Beständigkeit im Leben.

Eure
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