Kategorie: Wochenende in Bildern

Wochenende in Bildern 10./11. November 2018

Unser Samstag beginnt zu viert, denn seit Donnerstag ist mein Mann in der Schweiz zum Doktorandenkolloquium. Den Alltag mit drei Kindern allein zu organisieren, ist nicht so einfach und die letzten Tage waren ziemlich aufreibend und durchgeplant. Dennoch starten wir in den Samstag mit einem schönen Frühstück, denn die Kinder haben Pancakes gemacht (und nur ganz kurz ist der Rauchmelder morgens um 8 angegangen). Ein wenig beneide ich aus der Ferne meinen Mann um das Ausschlafen und auch um die Doktorarbeit und überlege, ob ich irgendwann meine eigene Dissertation nochmal angehen werde. Vor vielen Jahren habe ich mich ja dagegen entschieden, aber manchmal bedauere ich die Entscheidung auch.

Nach dem Frühstück geht es zum Markt einkaufen. Als der kleinste Sohn gerade einen Wutanfall bekommt, weil er irgendetwas nicht bekommt und ich mich zu ihm knie, um auf Augenhöhe mit ihm zu sprechen, tritt eine ältere Frau neben uns: „Du musst daran denken, dass bald der Weihnachtsmann kommt und wer unartig ist, bekommt keine Geschenke!“ Der kleine Sohn ist unbeeindruckt davon, der mittlere reißt aber erschrocken die Augen auf. Das hat er noch nie gehört. Ich bitte die Frau darum, bitte einfach weiter zu gehen und sich nicht in unser Familienleben einzumischen während der kleine Sohn weiter wütet. Davon zeigt sie sich jedoch unbeeindruckt und erklärt weiter: „Als Eltern muss man aber hart…“ Um das Schreien des kleinen Kindes zu übertönen, wende ich mich nochmal an sie, obwohl ich nicht die geringste Lust und Zeit dafür habe mit drei Kindern auf dem Markt: „Gehen Sie jetzt bitte endlich weiter. Das hier geht Sie überhaupt nichts an und ich erziehe meine Kinder so, wie ich es für richtig halte.“ Die Frau starrt mich empört an, schüttelt den Kopf, geht weiter, dreht sich um und schüttelt wieder Kopf. Mehrfach hintereinander. Der kleine Sohn beruhigt sich schließlich und freut sich, als Ablenkung auf meinem Sattel sitzen zu dürfen. Bis der andere Sohn plötzlich hervorstößt: „Mama, stimmt das wirklich? Wenn ich was gemacht haben, bekomme ich dann keine Geschenke?“ „Nein, natürlich nicht.“ Glücklicherweise springt mir auch die große Tochter zur Seite: „So ein Unsinn, das war einfach eine gemeine alte Frau. Natürlich hat das nichts miteinander zu tun. Die Frau wollte ihm nur Angst machen, damit er nicht mehr weint.“ Immer wieder denke ich: Es ist doch noch viel zu tun. Vielleicht mache ich ja doch nochmal Flyer für solche Situationen mit dem Inhalt von „Rundum geborgen“ in Kurzform.

Feststimmung glücklicherweise wieder hergestellt: Wir backen zusammen Kekse zu Sankt Martin in Form von Sonne, Mond und Sternen. Der Großteil des Teigs wird wohl direkt ungebacken verzehrt, ist aber bei diesem Mürbeteigrezept auch kein Problem.

Sonntagmorgenfrühstück. Mein Mann ist aus der Schweiz zurück nach vielen Stunden kurioser Bahnfahrten und hat Kaffee und meine Lieblingspralinen mitgebracht. Ein guter Start in den Tag, auch wenn das Frühstück natürlich nach so einer Rückkehr recht turbulent und sehr laut ist – so viele Geschichten sind zu erzählen. Und natürlich auch noch mal bei ihm die Rückversicherung, ob das mit den Geschenken dieses Jahr auch wieder in Ordnung geht oder an der Geschichte der Frau doch etwas dran sei? Es ist schon verrückt, wie sehr so eine Anmerkung einer fremden Person sich im Kopf eines Kindes festsetzen kann.

Betreuungswechsel: Mann und Kinder sind spazieren, ich arbeite bei Kaffee und Kaminfeuer.

Am Abend werden noch Weckfrauen gebacken nach diesem Rezept, die dann zum Abend gegessen werden und morgen auch mit in die Schule kommen. Wie schön Feste und Feierlichkeiten doch begangen werden können ohne Druck und ohne den Kindern Angst zu machen.

Eure

 

Wochenende in Bildern 03./04. November 2018

Nach ereignisreichen Wochen haben wir uns mit den Kindern in der letzten Woche auf das Land zurück gezogen, um ein paar Nesttage zu machen: Ganz viel Natur, jeden Tag ein Spaziergang im Wald mit den Kindern. Frische Luft, Ruhe und entspanntes Frühstück. So konnten die Energiereserven – vor allem meine – wieder aufgefüllt werden.

Der Samstag beginnt mit einem Spaziergang in der frischen Luft zum Förster und seinen Tieren. In den letzten Tagen sind wir jeden Morgen gleich nach dem frühen Frühstück in den Wald gegangen. Die Kinder haben Pilze gesucht und gefunden, sind auf Bäume geklettert und haben Blätter und Bucheckern gesammelt. Auf dem Rückweg geht es immer vorbei am Försterhaus mit großen Weidelandschaften.

Endlich auch wieder Ruhe für die kleinen Dinge haben. Der Jahreszeitentisch will neu dekoriert werden mit den Dingen, die die Kinder gefunden haben und kleinen Bastelsachen wie der Teelichtlaterne und Zimtpilzen. Und auch die Walnüsse für Kerzenschiffchen stehen schon bereit. Diese Ruhe für die kleinen Dinge tut so gut.

Etwas später bekommen wir Besuch von Familie Von guten Eltern. Während wir Eltern zusammen sitzen, spielen die Kinder mit einander. Die großen Mädchen gehen zum Pferdehof und bleiben lange einfach fort, die großen Jungen spielen gemeinsam allein im Garten und pflücken restliche Beeren, um sie zu geheimen Tränken zu verarbeiten und hantieren mit Leitern und Schnitzmessern und Taschenlampen bis in die Dunkelheit. Restliche Halloween-Süßigkeiten werden unter Ausschluss der kleinsten Kinder „heimlich“ aufgebraucht. Die kleinsten Kinder pendeln ein wenig zwischen uns Erwachsenen und den nächst älteren Kindern. Es ist immer wieder spannend, diese Dynamiken zu beobachten und zu sehen, wie weit sie sich entfernen und welche Abenteuer sie erleben je nach Alter. Je größer sie werden, desto weiter entfernen sie sich ganz selbstsicher und fordern es ein. Der Radius wächst einfach natürlich mit dem Alter mit – wenn wir dafür offen sind.

Am Sonntag ist noch mehr Ruhe für mich vorgesehen: Mann und Kinder besuchen die Großmutter und ich räume in Ruhe auf, sortiere alte Sachen aus, räume um und suche verloren geglaubte Spielsachen. Nachdem die Räume wieder Struktur haben, setze ich mich an die Schreibarbeit, denn ein Buch will zu Ende geschrieben werden und ein anderes begonnen. Am besten arbeitet es sich für mich mit Klarheit um mich herum und ein Mindestmaß an Ordnung (zumindest im Blickfeld).

Zusammengesucht: Die Babyspielmaterailien für meine Babykurse, die in ein paar Wochen wieder starten. Vier Jahre haben meine Kurssachen nun in Körben und Schränken darauf gewartet, dass sie wieder zum Einsatz kommen. Ab und zu mussten sie vor Kinderhänden gerettet werden, damit sie nicht im Alltag verloren gehen. Immer in meinem Glauben, dass ich ganz sicher zurück gehe in die Kursarbeit. Im letzten Jahr habe ich einige Weiterbildungen besucht zur Auffrischung einiger Themen wie Stillen und Tragen. Und nun habe ich an diesem Wochenende die Spielsachen sortiert und einige Holzstücke neu geölt. So ein gutes Gefühl.

Und dann war das Wochenende auch schon wieder vorbei, diese ruhigen beiden Tage und ich wünsche mir, diese Ruhe nun auch in die nächste Woche zu tragen.
Eure

 

Wochenende in Bildern 27./28. Oktober 2018

An diesem Wochenende steht wieder ein Weiterbildungswochenende an, an dem ich wenig Zeit mit der Familie verbringe und viel Zeit mit altem und neuem Wissen. Umso wichtiger sind die kleinen Momente drumherum wie zum Beispiel das Frühstück am Morgen, das zwar viel zu früh für ein Wochenendfrühstück stattfindet und auch ein wenig kurz, aber dennoch eben ein Moment ist, an dem wir alle zusammen am Tisch sitzen und reden: Darüber, wie dieses Wochenende wird, was wir alle so machen und was uns wichtig ist. Gerade in stressigen Zeiten sind diese Momente am Tisch zusammen für uns als Familie wichtig. Studien zeigen, dass zumindest bei Schimpansen durch das gemeinsame Essen mehr Oxytocin ausgeschüttet wird vielleicht ist das ja auch einer der Gründe für das Wohlgefühl am Familientisch.

Um beim Oxytocin zu bleiben: Mein großes Kind hat mir einen Schal gestrickt, den ich nun trage, auch wenn es doch ein sehr intensives rosa geworden ist, das nun meinen Hals ziert. Aber diese Freude und dieser Stolz über das heimlich selbst gemachte Geschenk.

Nach dem Frühstück geht es ins Krankenhaus zur Weiterbildung. „Elternschule“ steht in großen Buchstaben am Eingang und ein paar Räume weiter findet gerade ein Geburtsvorbereitungskurs statt. Wie negativ mir auf einmal dieser Titel erscheint, während er vor einigen Wochen nur so aus dem Augenwinkel und ohne Bedeutung meine Aufmerksamkeit erlangte.

Am Abend wieder zurück beim Thema „Essen in Gemeinschaft“: Ich fahre nach der Weiterbildung zu Anja und Christian von „Von guten Eltern„, wo ich auf den Rest meiner Familie treffe. Die Kinder teilen sich – mehr oder weniger begeistert – das Essen bzw. verteidigen ihre Teller vor Übergriffen anderer kleiner Kinderhände und sitzen trotzdem so freudig und lustig um ihren Tisch herum und lachen und erzählen und machen zwischendurch ein wenig Unsinn. Zum zweiten Mal an diesem Tag denke ich darüber nach, wie besonders diese gemeinsamen Essenszeiten sind und wie verbindend.

Sonntagmorgen ist dank Zeitumstellung ein wenig mehr Zeit am Morgen, so dass ich noch kurz mit im Kaufmannsladen sitzen kann. Die Kinder beschweren sich ein wenig, dass ich heute auch wieder erst spät nach Hause komme, freuen sich aber auch auf den Tag mit „nur Papa“, weil dann meistens noch ganz andere Punkte auf dem Tagesplan stehen. Passend dazu sprechen wir auch heute bei der Arbeit über das Thema „gleichberechtigt und gleichwertig“ und die Unterschiede zwischen Eltern und ihren Aufgaben.

Und auch spannend ist ein Blick in die Vergangenheit und kritische Reflexionen über unseren Alltag und die Dinge, wie wir immer wieder gesagt bekommen, dass wir sie brauchen würden. Überhaupt ist das gerade wieder ein so wichtiges Thema in meiner Arbeit: Was brauchen wir alle wirklich? Was brauchen wir wirklich für Elternschaft und im Zusammensein mit Kindern? Und immer wieder komme ich zurück darauf, dass das Wichtigste nicht die Dinge, sondern eben die Menschen und die Unterstützung sind und wir darin unsere Kraft legen sollten, unser Engagement. In der Begleitung individueller Stillentscheidungen ebenso wie in den vielen anderen Themen des Elternseins.

Ein langes Wochenende geht zu Ende. In meinen Armen liegen die Kinder, die noch in den Schlaf begleitet werden. Es war ein wenig zu wenig Familie an diesem Wochenende für mich, aber dafür viel anderer wichtiger Input und nun haben wir eine ganze Woche auf dem Land vor uns, wo ich am Abend mit der Bahn hingefahren bin. Eine ganze Woche Natur und Ruhe und Zusammensein in den Ferien.

Eure

 

Wochenende in Bildern 20./21. Oktober 2018

Die letzten Wochen waren anstrengend und herausfordernd: Krankenhaus, Kongress in Hamburg, Kindergeburtstag, neue Kursräume besichtigt und dann die spontane Aktion #herzensschule, die einige Abende Zeit gekostet hat, die nicht eingeplant waren. So kam es durch all diese Dinge, dass ein paar andere Dinge aufgeschoben werden mussten, wie beispielsweise Einkäufe. Der Samstag startet deswegen nur mit einem vergleichsweise kleinen Frühstück, weil dringende Besorgungen anstehen.

Erst einmal geht es in den Lieblingsbastelladen, denn es fehlen noch ein paar Zutaten für die Aktionen zur Kindergeburtstagsfeier am Nachmittag. Mann und Kinder sind unterwegs und ich habe mal Zeit, ganz in Ruhe allein hier zu stöbern. Dabei fällt mir auf, dass ich auf die Herbstbastelzeit noch nicht gut vorbereitet bin: Drachensteigen, Laternenbasteln, Halloween und Vorbereitungen für Weihnachten stehen noch aus und wurden sonst in den Herbstferien begonnen. Durch die vielen Aufgaben und Unternehmungen der letzten Zeit ist das alles etwas nach hinten gerückt. Ich hole mir zumindest schon einmal ein paar Inspirationen für die nächste Zeit.

Kindergeburtstagsfeier. Alles vorbereitet, alles wunderbar und doch noch rechtzeitig. – Bis zu dem Moment, als alle Kinder am Tisch sitzen und ich feststelle, dass ich mich verzählt habe und immer eine Sache von allem fehlt… Mein Mann hat das gesamte Wochenende gelacht. Letztlich ging doch alles gut und wir haben improvisiert und bis auf dem großen Kind ist es keinem Kind aufgefallen. Aber dieser Moment…

Der Sonntag beginnt mit einem langen Spaziergang. Ein wenig Ruhe endlich im Herbstsonnenschein. Durchatmen, das Draußensein genießen. Das kleinste Kind wird noch immer getragen. Wenn die Füße müde werden, wenn eine Pause notwendig ist, wird er ins Tuch genommen und wenn er wieder bereit ist, flitzt er wieder los.

Gestern Besuch für die Kinder, heute Besuch für uns Erwachsene. Meine Freundin Milena kommt mit Baby, Freund und Kuchen vorbei in unseren Alltagstrubel. Und gerade diese kleinen Pausen tun auch so gut. Sich kurz hinsetzen und über die Verrücktheiten des Alltags der letzten Zeit reden, ein wenig lachen, ein wenig in den Arm genommen werden und dabei Kuchen essen.

Die nächste Woche bringt noch einmal viel intensive Arbeitszeit mit sich, aber danach gibt es eine kleine Ruhepause.
Und wie war Euer Wochenende?
Eure

Wochenende in Bildern 13./14. Oktober 2018

Das war wohl die bislang anstrengendste Woche dieses Jahres, voll von unterschiedlichen Aufgaben, Herausforderungen und Gefühlen. Nach mehreren Übernachtungen auf einem Klappbett im Krankenhaus wache ich am Samstag allein in einem Doppelbett in einem Hotelzimmer in Hamburg auf: Ich bin als Referentin auf den Attachment Parenting Kongress eingeladen. Die Familie muss in diesem Jahr zum ersten Mal in Berlin bleiben.

Die Woche war sehr voll und es war eine große Herausforderung, alles einigermaßen miteinander zu vereinbaren. Eigentlich hatte ich meinen Vortrag zum Thema „Trotzphase? Autonomiephase? Überhaupt eine Phase?“ schon fertig, habe dann aber doch noch morgens einige Ergänzungen eingebaut zum Thema Wortwahl mit Beispielen aus dem Film, dessen Erscheinen gerade so viele Menschen bewegt und protestieren lässt. Noch habe ich ihn nicht ganz gesehen, wurde aber dazu und zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Danach kann ich sicherlich mehr berichten.
Mein Vortrag in Hamburg war ausgebucht und auch im Anschluss haben sich interessante Gespräche ergeben zu diesem und anderen Themen mit Hebammen und Elternberater*innen. Die Präsentation ist hier zu sehen. Ein rundum schöner und voller Tag. Am Abend geht es jedoch schon zurück nach Berlin: Zum Ende dieser Woche gibt es noch einen Geburtstag, der gefeiert werden will.

Ein Sonntagmorgen wie genau vor 6 Jahren. Als wir um 10 Uhr zusammen mit der Großmama am Frühstückstisch sitzen, denke ich daran, wie genau jetzt vor 6 Jahren hier in diesem Raum mein Kind geborgen wurde: ich am Schreibtisch stehend. Mit der Schwangerschaft und Geburt dieses Kindes hat all dies hier angefangen, Geborgen Wachsen.
Am Tag zuvor habe ich noch ein reges Gespräch geführt über Geschenke und Spielsachen und ob Kinder nun viel oder wenig brauchen würden und wie sehr wir manchmal auch die Last der eigenen Vergangenheit aus der eigenen Kindheit mit hinein tragen in unsere Entscheidungen: dafür ganz viele Spielsachen anzuschaffen, wenn man selbst einen Mangel hatte, oder dafür, ganz wenige zu nutzen, wenn man ganz bewusst mit Konsum umgehen möchte. Letztlich ist es wohl so, dass viele Sachen noch lange keine glückliche Kindheit ausmachen – glücklicherweise. Und ein Schwelgen im Überfluss weder notwendig ist in Hinblick auf die Entwicklung, noch ein sinnvolles Ziel in Zeiten des glücklicherweise eintretenden Konsumwandels. Ein immer wieder spannendes Thema, weil es so viele Blickwinkel hat, die berücksichtigt werden wollen. Das Kind hier freut sich jedenfalls über die wenigen, dafür sorgsam bedachten Geschenke.

Die Großmama schenkt jedem Kind einen Butterstempel, über die sie sich sehr freuen. Damit hat schon mein Mann gespielt und ich glaube, wir werden in der nächsten Zeit sehr hübsch portionierte Butterstücken haben.

Auf Wunsch des Kindes geht es dann zusammen in die Trampolinhalle und die Kinder und selbst wir Eltern springen bis alle müde sind. So hat die schwierige Woche einen wirklich schönen und entspannten Abschluss gefunden und wir alle freuen uns auf ein wenig Normalität in der nächsten Woche.

Und wie war Euer Wochenende?
Und wie macht Ihr das mit Geschenken und Spielzeug allgemein?
Eure

 

 

Wochenende in Bildern 06./07. Oktober 2018

Es gibt so Tage und Wochenenden, an denen läuft alles schief. Egal wie sehr man sich anstrengt, da wird einfach nichts Gutes draus. Und es gibt Tage und Momente, die sich für immer einbrennen, die man nicht mehr los wird. Und dieses war eines, an dem all das vorkam. Es begann damit, dass die Kinder und ich das Frühstück selber machen mussten, weil mein Mann zu einer Beerdigung gefahren ist, um sich von einem Menschen zu verabschieden, der ihm viel bedeutet hat. Nur hatte er die Uhrzeit falsch notiert und würde zu spät kommen. Das umso mehr, da er lange im Stau stand.

Zwei von drei Kindern spielen vergnügt im Garten mit Wasser und Spritzen und machen sich vollkommen nass. Aber sie haben Spaß und die Sachen trocknen wieder.

Nur einem Kind geht es gar nicht gut. Und auch Wärmflasche und Tee bringen nichts. Auch nicht Ruhe und Hörspiele und Lieblingsessen. Irgendwann gibt es den Moment, an dem ich denke: Wir müssen ins Krankenhaus. Ohne Auto auf dem Land mit drei Kindern ist das nicht so einfach. Und der Bus fährt am Wochenende nur ganz selten. Also warten, umsorgen, denn Mann und Auto kommen ja wieder. Irgendwann nach der Beerdigung und dem Stau auf dem Rückweg. Vielleicht ja ein Leistenbruch? Oder Blinddarm? Rückweg: Wieder Stau und irgendwann endlich angekommen im Krankenhaus in einer langen Schlange der wartenden Eltern mit kranken Kindern. Direkt vor uns ein kleines Mädchen mit Platzwunde in der Schlange und blutverschmierten Eltern. Davor ein verschnupftes, fiebriges Kind. Während ich noch darüber nachdenke, wann nun ein Notfall wirklich ein Notfall ist, wird das Kind an meiner Seite ganz schlaff und sackt zusammen. Mit anderen wartenden Eltern wird es hinein getragen. Das ist definitiv einer der Momente, die man nicht mehr vergisst. Diese Angst, diese Sorge, die Gedanken, die blitzschnell durch den Kopf gehen. Nach Untersuchungen und Warten werden wir aber wieder nach Hause gelassen: Lieber zu Hause beobachten, Ursache unklar. Also vielleicht doch kein Notfall. Oder nur jetzt noch nicht.

Die restliche Nacht ist unruhig. Aber das ist nichts Neues, denn gerade sind die Nächte ohnehin kurz. Das letzte Kind ist in der „Trotz“phase und wacht oft wütend nachts auf. Oder ganz früh morgens. Oder ist prinzipiell verstimmt, weil es die Geschwisterkinder in besserer Versorgung wähnt in Hinblick auf Nahrung, Zuwendung oder irgendetwas anderes. Ressourcen, immer geht es um Ressourcen. Ich glaube, keines meiner Kinder war jemals so wütend wie dieses. Vielleicht lese ich mal in meinem eigenen Buch nach oder höre meinem eigenen Vortrag aufmerksam zu, den ich nächsten Samstag in Hamburg halte zu genau diesem Thema.

In einer recht ruhigen Minute schaffe ich es aber, den neuen Newsletter vorzubereiten. Wie immer gibt den Anstoß zum Inhalt mein Alltag und diesmal geht es um „Irgendwas ist immer“ und „Probleme, die Gewichtheben gehen“. Im Hintergrund beklebt der Sohn Briefumschläge mit Adressetiketten, denn diese Woche wollen auch noch die vorbestellten neuen Bücher signiert und verschickt werden. Und wenn wir jetzt früh genug anfangen, dann klappt das auch trotz der Sachen, die vielleicht in dieser Woche noch so passieren. Denn irgendwas ist ja immer. Bei Euch eigentlich auch?

Eure

 

 

Wochenende in Bildern 29./30. September 2018

In dieses Wochenende starten wir mit unseren drei Kindern plus Übernachtungskind. Wie das bei solchen Übernachtungstagen ist, sind die Kinder schon recht früh wach. An diesem Wochenende passt das gut, denn wir haben ohnehin viel vor: Ich verbringe beide Tage bei einer Weiterbildung, mein Mann und die Kinder sind verabredet mit alten Kindergartenfreundinnen und Familie. Der kleine Sohn ist ein wenig kränklich und lässt mich nicht gerne losgehen an diesem Samstag. Eigentlich wäre ich auch gerne noch ein wenig länger am schön gedeckten Tisch sitzen geblieben.

Mein Wochenende dreht sich rund um Brüste und Stillen. Meine letzte Weiterbildung in Bezug auf das Stillen ist schon viele Jahre her und es ist wichtig, altes Wissen aufzufrischen und von neuen Studien kompakt zu erfahren. Wusstet Ihr zum Beispiel welche Farben das Kolostrum, die Neugeborenenmilch, so haben kann? Wer sich dafür interessiert, kann sich die Kolostrumkarte mal ansehen.
Es tut so gut, sich manchmal mit anderen Fachkräften auszutauschen und zu hören, welche Erfahrungen sie in der Praxis machen, was sie gerade bewegt. Und ich merke auch, wie sehr mir diese Arbeit fehlt und wie gut es ist, dass ich wieder auf dem Weg dorthin bin, mehr praktisch zu arbeiten in Einzelberatung und Kursen.

Als ich abends nach Hause kommen, sind Herz und Kopf voll mit Gedanken und Anregungen. Der Magen ist leer. Wie gut, dass der große Sohn entschlossen hat, ein Abendessen für mich zu kochen. Unbedingt alleine. Als ich das Foto mache, fällt mir auf, wie dunkeln es nun schon wieder abends ist und wie dieses Jahr langsam zu Ende geht. Und dabei auch, wie groß mein mittlerer Sohn nun schon ist, dass er mir abends eine Bohnenpfanne selbst zubereitet. War er nicht eben noch ganz klein?

Am nächsten Morgen geht es schon früh wieder los ins Krankenhaus zum zweiten Weiterbildungstag. Mit dabei ist meine Kurs- und Beratungspuppe. Mit dieser im Arm oder in der Tasche wurde ich schon oft schräg angesehen von der Seite und natürlich schauen auch heute die Leute zweimal hin. Ein wenig freut es mich auch, dass die Menschen hinsehen, wenn ein „Baby“ scheinbar zu wenig bekleidet oder falsch getragen unterwegs ist.

Wohlig erschöpft komme ich am Spätnachmittag zurück. Die Kinder hatten einen schönen Tag draußen mit vielen Unternehmungen und nun kehrt langsam doch noch ein wenig Wochenendruhe ein. Die Kinder spielen, packen die Sachen für den Montag zusammen, mein großes Kind übt sich an der Harfe und ich genieße den Moment, dabei zuzuhören. Die Kerze wird auf dem Tisch angezündet und wieder ist das Gefühl da, dass es nun schon so früh dunkel wird und das Jahr langsam zu Ende geht. Morgen beginnt bereits der Oktober: ein Kindergeburtstag steht an, mein Vortrag auf dem Attachment Parenting Kongress und in drei Wochen schon das nächste Weiterbildungswochenende.

Eure

Wochenende in Bildern 22./23. September 2018

An diesem Wochenende geht es zurück aus Südtirol nach Berlin. Eine Woche haben wir hier in der Spätsommersonne verbracht, während in Berlin schon herbstliche Stürme begonnen haben. Nun aber frühstücken wir noch einmal in Ruhe und bereiten dann langsam die Abfahrt vor.

Nach dem Frühstück geht es mit allen Kindern erst einmal auf den weitläufigen Spielplatz in Naturns. Die Kinder haben ein wenig schlechte Laune in Anbetracht der Abreise und streiten sich um die mehr als genug vorhandenen Spielgeräte und wir Eltern müssen etwas mehr vermitteln als wir eigentlich wollen. Eigentlich ist es ja auch schön, auf dem Spielplatz einfach nur ein wenig daneben zu sitzen. Aber manchmal klappt das besser und manchmal schlechter. Manchmal brauchen die Kinder eine ganze Weile, um ins Spiel einzutauchen miteinander und manchmal geht es ganz schnell. Wie auch zu Hause, haben wir kein Spielplatzspielzeug dabei, aber die Kinder suchen sich ihre Spielsachen zusammen.

Das Barfußkind hat sich verletzt. Mal sehen, wie das nun wird im Herbst mit den Schuhen, die der kleinste Sohn wirklich sehr ungern trägt momentan – egal welches Modell und welche Schuhart. Sobald wir sagen, dass es hinaus geht, ruft er „Ich barfuß gehe, ja?“

Das große Kind geht noch einmal die Wochenaufgaben durch, die es in dieser Woche zu erledigen hatte. Es ist schön zu beobachten, wie das Lernen selbständig eingeteilt und – entgegen der so häufig vorherrschenden Erwachsenenmeinung – doch auch freiwillig und selbständig erledigt wird.

Familienrituale sind wunderbar. Genau so, wie wir am Anfang eines Urlaubs uns erst einmal Zeit lassen und in Ruhe ankommen und uns umsehen, haben wir ein festes Abschiedsritual für Urlaube: Zusammen am Abend alkoholfreie Cocktails trinken und darüber reden, was besonders schön war und auf was wir uns zu Hause freuen.

Am Sonntagmorgen verabschieden wir uns morgens vom Urlaub und von Südtirol. Es war wieder eine schöne Zeit hier.

Wieder liegen 10 Stunden Bahnfahrt vor uns. Am Samstag waren wir noch Proviant einkaufen, unsere Tasche mit Beschäftigungen für die Kinder ist noch von der letzten Fahrt gefüllt und gepackt. Unsere Spielideen für lange Fahrten habe ich hier aufgeschrieben. Die Rückfahrt verläuft recht ruhig mit den Kindern, aber mehrfach wird die Bahn von Polizisten durchkämmt: Wir müssen unsere Ausweise vorzeigen und mit den Kindern darüber sprechen, warum das so ist und was die Polizisten hier eigentlich tun. So richtig erklären können wir aber nicht, warum einige Menschen ins Land dürfen, um Urlaub zu machen und andere, die flüchten, dies nicht dürfen.

Zurück in Berlin. Es ist dunkel, kalt und regnerisch. Aus der Sonne des Südens in das herbstliche Berlin. Die Kinder frieren und wir suchen schnell aus den Koffern ein paar warme Stücke heraus und geben den größeren Kindern unsere Sachen zum Überziehen. In Berlin fallen wir so gekleidet aber gar nicht auf.

Zu Hause. Das einzige, was wir wirklich vermisst haben im Urlaub, ist unser Kaffee. Und morgen geht es wieder in den Alltag zurück. Aber dafür mit gutem Kaffee jeden Morgen. Und es sich jeden Tag ein wenig schön machen, ist ja auch ein kleiner Urlaub.

Und wie war Eure Wochenende?
Eure

 

Wochenende in Bildern 15./16. September 2018

An diesem Wochenende herrscht Aufregung und es wollen noch wichtige Dinge erledigt werden, denn am Sonntag fahren wir nach Südtirol für eine Woche: Ich halte dort am 20.9. um 17 Uhr eine Lesung in Naturns aus einem meiner Bücher. Das Hotel, in dem wir auch im letzten Jahr waren, hat uns eingeladen. Also gibt es ein kurzes Frühstück bevor die vielen kleinen Dinge des Tages erledigt werden wollen.

Punkt 1 auf der Liste: Freundinnen, die gerade im Wochenbett sind, Geschenke vorbei bringen. Über Wochenbettbesuche habe ich ja schon einmal hier geschrieben: Besuche sollen wirklich schöne Aufmerksamkeiten sein und manchmal reicht es auch, einfach eine kleine Überraschung an der Tür abzugeben, die andere erfreut und zeigt: Ich denke an Dich und Euch.

Zusammen mit einem kleinen Blumenstrauß vor die Tür gelegt. Denn im Wochenbett gibt es auch Zeiten, in denen man mal nicht an die Tür geht. Und das ist auch in Ordnung.

Programmpunkt 2: Die Kinder haben den Wunsch angemeldet, ihr Taschengeld ausgeben zu wollen. Glücklicherweise haben alle drei Kinder den gleichen Wunschort dafür und geben sich sehr ausführlich der Diskussion hin, wer sich was kauft und studieren Preise und wägen ab. Das dauert wirklich sehr lange und ich kenne mich jetzt erstaunlich gut im Sortiment eines Plastikspielzeugherstellers aus.

Programmpunkt 3: Am Nachmittag wieder zu Hause angelangt, wird die lange Fahrt vorbereitet. Wir haben beschlossen, dass wir als Familie nicht mehr fliegen wollen, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Während wir letztes Jahr noch das Flugzeug genutzt haben, fahren wir dieses Jahr stattdessen lieber 10 Stunden mit der Bahn. Ein spannendes Abenteuer, das mit drei Kindern gut vorbereitet sein will: Es wird vorgekocht und wir basteln und stellen verschiedene Beschäftigungen zusammen. Außerdem muss natürlich zu Hause aufgeräumt, gewaschen, getrocknet und geputzt werden.

Und dann ist auch schon Sonntagmorgen und wir fahren los. Die Kinder sind aufgeregt und dank guter Organisation am Tag zuvor kommen wir wirklich gut los und erreichen pünktlich die erste Bahn nach München.

Die Fahrt verläuft gut und unsere ausgedachten Beschäftigungen werden freudig aufgenommen. Die Kinder spielen, schlafen und hören Hörbücher. Hier auf Instagram habe ich viele Anregungen bekommen, was andere Familien auf ihren langen Reisen so spielen. Eine Liste mit unseren Spielen werde ich im Laufe der Woche noch posten. Gegen Ende der 10 Stunden wird es etwas anstrengender, die Kinder bei guter Laune zu halten, aber insgesamt haben wir es uns viel anstrengender vorgestellt und kommen recht entspannt im Hotel an.

Die Kinder freuen sich, wieder hier zu sein und erkunden erst einmal, was gleich geblieben ist und was sich geändert hat und müssen sofort baden gehen. Wir holen tief Luft. In diesem Moment rennt ein Kind voll Freude erst einmal gegen eine Glasscheibe, die im Trubel übersehen wurde. Deswegen beschließen wir, vielleicht doch nur ein kurzes Abendprogramm zu machen.

Im Hotel gibt es köstliches Essen, nur der kleinste Sohn ist doch zu müde, um noch lange auszuhalten. Und die Nachspeise wird dann doch auf dem Zimmer eingenommen. Die Kinder fallen sehr erschöpft in die Betten und besprechen noch schnell, was sie wirklich unbedingt alles morgen machen wollen. – Ich glaube, so viele Stunden hat der Tag gar nicht. Wer uns durch unseren Aufenthalt in Südtirol begleiten möchte, kann das hier auf dem Instagramkanal des Hotels machen, den ich für die nächste Woche übernehme, um von unseren Erlebnissen und Ausflügen hier zu berichten.

Eure

Wochenende in Bildern 8./9. September 2018

Nach einer Woche mit teilweise kranken Kindern steht das Wochenende vor der Tür mit ein wenig Arbeit, aber vor allem auch viel Zeit im Garten und in der Küche zur Verarbeitung der kleinen Ernte. Weil wir nicht einkaufen waren und ein wenig chaotisch ins Wochenende gestartet sind, wollten wir frühstücken gehen. Leider wurde unser Lieblingsfrühstücksort, der Haferkater, geschlossen und wir müssen ausweichen.

Langsam wird es herbstlich kühl. Auf dem Wochenmarkt kaufen wir eine Wollmütze, denn die Mützen vom letzten Jahr wurden leider von Motten angeknabbert. – Ich hatte vergessen, sie zu vakuumieren für die warme Jahreszeit und nun sind sie leider irreparabel zerfressen. Schlupfwespen sind bereits ausgelegt, aber für diesen Winter braucht es eine neue Mütze.

Wochenende bedeutet momentan oft auch für mich: arbeiten. Mein Mann ist mit den kranken Söhnen voraus gefahren aufs Land, ich bin mit meiner großen Tochter in Berlin geblieben, um zu arbeiten. Sie genießt die freie Zeit ohne Brüder, spielt in Ruhe, liest und kocht das Mittagessen allein für uns.

Als wir am Abend mit der Bahn zur restlichen Familie kommen, gibt es warme Kürbissuppe mit knusprigen Kichererbsen. Diese Farben! Und vor allem: Habt Ihr schon einmal knusprige Kichererbsen gemacht? So lecker!

Das restliche Wochenende wird größtenteils im Garten verbracht: Wir pflücken Kräuter und trocknen sie für Tee, pflücken Holunderbeeren und kochen sie ein zu Marmelade, pflücken den Wein, der in der kommenden Woche verarbeitet werden muss. Von den Nachbarn bekommen wir Äpfel geschenkt, die zu Apfelessig, getrockneten Apfelscheiben und Apfelmus verarbeitet werden wollen.
Da ich in den letzten Wochen immer wieder danach gefragt wurde: Unser Garten ist wirklich klein, aber ich habe ihn in den letzten Jahren immer weiter nutzbringend angelegt, so dass wir dennoch jedes Jahr auch einen schönen kleinen Ertrag haben an einigen Kräutern und etwas Obst. Dazu fühlen sich Insekten und Vögel darin wohl, weil wir darauf achten, dass genügend Nahrung für sie übrig bleibt. Wer keinen eigenen Garten hat oder bepflanzbaren Balkon, der kann mit Kindern auch nach Selbstpflücken Ausschau halten, manchmal werden auch bei eBay Kleinanzeigen Obst und Gemüse aus Gärten angeboten oder auf foodsharing Seiten oder Karten wie mundraub.

Und nun starten wir in eine weitere Woche. Wenn alles gut läuft und niemand krank wird, verreisen wir am nächsten Wochenende.
Und wie war Euer Wochenende?
Eure