Kategorie: Wochenende in Bildern

Wochenende in Bildern 13./14. Oktober 2018

Das war wohl die bislang anstrengendste Woche dieses Jahres, voll von unterschiedlichen Aufgaben, Herausforderungen und Gefühlen. Nach mehreren Übernachtungen auf einem Klappbett im Krankenhaus wache ich am Samstag allein in einem Doppelbett in einem Hotelzimmer in Hamburg auf: Ich bin als Referentin auf den Attachment Parenting Kongress eingeladen. Die Familie muss in diesem Jahr zum ersten Mal in Berlin bleiben.

Die Woche war sehr voll und es war eine große Herausforderung, alles einigermaßen miteinander zu vereinbaren. Eigentlich hatte ich meinen Vortrag zum Thema „Trotzphase? Autonomiephase? Überhaupt eine Phase?“ schon fertig, habe dann aber doch noch morgens einige Ergänzungen eingebaut zum Thema Wortwahl mit Beispielen aus dem Film, dessen Erscheinen gerade so viele Menschen bewegt und protestieren lässt. Noch habe ich ihn nicht ganz gesehen, wurde aber dazu und zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Danach kann ich sicherlich mehr berichten.
Mein Vortrag in Hamburg war ausgebucht und auch im Anschluss haben sich interessante Gespräche ergeben zu diesem und anderen Themen mit Hebammen und Elternberater*innen. Die Präsentation ist hier zu sehen. Ein rundum schöner und voller Tag. Am Abend geht es jedoch schon zurück nach Berlin: Zum Ende dieser Woche gibt es noch einen Geburtstag, der gefeiert werden will.

Ein Sonntagmorgen wie genau vor 6 Jahren. Als wir um 10 Uhr zusammen mit der Großmama am Frühstückstisch sitzen, denke ich daran, wie genau jetzt vor 6 Jahren hier in diesem Raum mein Kind geborgen wurde: ich am Schreibtisch stehend. Mit der Schwangerschaft und Geburt dieses Kindes hat all dies hier angefangen, Geborgen Wachsen.
Am Tag zuvor habe ich noch ein reges Gespräch geführt über Geschenke und Spielsachen und ob Kinder nun viel oder wenig brauchen würden und wie sehr wir manchmal auch die Last der eigenen Vergangenheit aus der eigenen Kindheit mit hinein tragen in unsere Entscheidungen: dafür ganz viele Spielsachen anzuschaffen, wenn man selbst einen Mangel hatte, oder dafür, ganz wenige zu nutzen, wenn man ganz bewusst mit Konsum umgehen möchte. Letztlich ist es wohl so, dass viele Sachen noch lange keine glückliche Kindheit ausmachen – glücklicherweise. Und ein Schwelgen im Überfluss weder notwendig ist in Hinblick auf die Entwicklung, noch ein sinnvolles Ziel in Zeiten des glücklicherweise eintretenden Konsumwandels. Ein immer wieder spannendes Thema, weil es so viele Blickwinkel hat, die berücksichtigt werden wollen. Das Kind hier freut sich jedenfalls über die wenigen, dafür sorgsam bedachten Geschenke.

Die Großmama schenkt jedem Kind einen Butterstempel, über die sie sich sehr freuen. Damit hat schon mein Mann gespielt und ich glaube, wir werden in der nächsten Zeit sehr hübsch portionierte Butterstücken haben.

Auf Wunsch des Kindes geht es dann zusammen in die Trampolinhalle und die Kinder und selbst wir Eltern springen bis alle müde sind. So hat die schwierige Woche einen wirklich schönen und entspannten Abschluss gefunden und wir alle freuen uns auf ein wenig Normalität in der nächsten Woche.

Und wie war Euer Wochenende?
Und wie macht Ihr das mit Geschenken und Spielzeug allgemein?
Eure

 

 

Wochenende in Bildern 06./07. Oktober 2018

Es gibt so Tage und Wochenenden, an denen läuft alles schief. Egal wie sehr man sich anstrengt, da wird einfach nichts Gutes draus. Und es gibt Tage und Momente, die sich für immer einbrennen, die man nicht mehr los wird. Und dieses war eines, an dem all das vorkam. Es begann damit, dass die Kinder und ich das Frühstück selber machen mussten, weil mein Mann zu einer Beerdigung gefahren ist, um sich von einem Menschen zu verabschieden, der ihm viel bedeutet hat. Nur hatte er die Uhrzeit falsch notiert und würde zu spät kommen. Das umso mehr, da er lange im Stau stand.

Zwei von drei Kindern spielen vergnügt im Garten mit Wasser und Spritzen und machen sich vollkommen nass. Aber sie haben Spaß und die Sachen trocknen wieder.

Nur einem Kind geht es gar nicht gut. Und auch Wärmflasche und Tee bringen nichts. Auch nicht Ruhe und Hörspiele und Lieblingsessen. Irgendwann gibt es den Moment, an dem ich denke: Wir müssen ins Krankenhaus. Ohne Auto auf dem Land mit drei Kindern ist das nicht so einfach. Und der Bus fährt am Wochenende nur ganz selten. Also warten, umsorgen, denn Mann und Auto kommen ja wieder. Irgendwann nach der Beerdigung und dem Stau auf dem Rückweg. Vielleicht ja ein Leistenbruch? Oder Blinddarm? Rückweg: Wieder Stau und irgendwann endlich angekommen im Krankenhaus in einer langen Schlange der wartenden Eltern mit kranken Kindern. Direkt vor uns ein kleines Mädchen mit Platzwunde in der Schlange und blutverschmierten Eltern. Davor ein verschnupftes, fiebriges Kind. Während ich noch darüber nachdenke, wann nun ein Notfall wirklich ein Notfall ist, wird das Kind an meiner Seite ganz schlaff und sackt zusammen. Mit anderen wartenden Eltern wird es hinein getragen. Das ist definitiv einer der Momente, die man nicht mehr vergisst. Diese Angst, diese Sorge, die Gedanken, die blitzschnell durch den Kopf gehen. Nach Untersuchungen und Warten werden wir aber wieder nach Hause gelassen: Lieber zu Hause beobachten, Ursache unklar. Also vielleicht doch kein Notfall. Oder nur jetzt noch nicht.

Die restliche Nacht ist unruhig. Aber das ist nichts Neues, denn gerade sind die Nächte ohnehin kurz. Das letzte Kind ist in der „Trotz“phase und wacht oft wütend nachts auf. Oder ganz früh morgens. Oder ist prinzipiell verstimmt, weil es die Geschwisterkinder in besserer Versorgung wähnt in Hinblick auf Nahrung, Zuwendung oder irgendetwas anderes. Ressourcen, immer geht es um Ressourcen. Ich glaube, keines meiner Kinder war jemals so wütend wie dieses. Vielleicht lese ich mal in meinem eigenen Buch nach oder höre meinem eigenen Vortrag aufmerksam zu, den ich nächsten Samstag in Hamburg halte zu genau diesem Thema.

In einer recht ruhigen Minute schaffe ich es aber, den neuen Newsletter vorzubereiten. Wie immer gibt den Anstoß zum Inhalt mein Alltag und diesmal geht es um „Irgendwas ist immer“ und „Probleme, die Gewichtheben gehen“. Im Hintergrund beklebt der Sohn Briefumschläge mit Adressetiketten, denn diese Woche wollen auch noch die vorbestellten neuen Bücher signiert und verschickt werden. Und wenn wir jetzt früh genug anfangen, dann klappt das auch trotz der Sachen, die vielleicht in dieser Woche noch so passieren. Denn irgendwas ist ja immer. Bei Euch eigentlich auch?

Eure

 

 

Wochenende in Bildern 29./30. September 2018

In dieses Wochenende starten wir mit unseren drei Kindern plus Übernachtungskind. Wie das bei solchen Übernachtungstagen ist, sind die Kinder schon recht früh wach. An diesem Wochenende passt das gut, denn wir haben ohnehin viel vor: Ich verbringe beide Tage bei einer Weiterbildung, mein Mann und die Kinder sind verabredet mit alten Kindergartenfreundinnen und Familie. Der kleine Sohn ist ein wenig kränklich und lässt mich nicht gerne losgehen an diesem Samstag. Eigentlich wäre ich auch gerne noch ein wenig länger am schön gedeckten Tisch sitzen geblieben.

Mein Wochenende dreht sich rund um Brüste und Stillen. Meine letzte Weiterbildung in Bezug auf das Stillen ist schon viele Jahre her und es ist wichtig, altes Wissen aufzufrischen und von neuen Studien kompakt zu erfahren. Wusstet Ihr zum Beispiel welche Farben das Kolostrum, die Neugeborenenmilch, so haben kann? Wer sich dafür interessiert, kann sich die Kolostrumkarte mal ansehen.
Es tut so gut, sich manchmal mit anderen Fachkräften auszutauschen und zu hören, welche Erfahrungen sie in der Praxis machen, was sie gerade bewegt. Und ich merke auch, wie sehr mir diese Arbeit fehlt und wie gut es ist, dass ich wieder auf dem Weg dorthin bin, mehr praktisch zu arbeiten in Einzelberatung und Kursen.

Als ich abends nach Hause kommen, sind Herz und Kopf voll mit Gedanken und Anregungen. Der Magen ist leer. Wie gut, dass der große Sohn entschlossen hat, ein Abendessen für mich zu kochen. Unbedingt alleine. Als ich das Foto mache, fällt mir auf, wie dunkeln es nun schon wieder abends ist und wie dieses Jahr langsam zu Ende geht. Und dabei auch, wie groß mein mittlerer Sohn nun schon ist, dass er mir abends eine Bohnenpfanne selbst zubereitet. War er nicht eben noch ganz klein?

Am nächsten Morgen geht es schon früh wieder los ins Krankenhaus zum zweiten Weiterbildungstag. Mit dabei ist meine Kurs- und Beratungspuppe. Mit dieser im Arm oder in der Tasche wurde ich schon oft schräg angesehen von der Seite und natürlich schauen auch heute die Leute zweimal hin. Ein wenig freut es mich auch, dass die Menschen hinsehen, wenn ein „Baby“ scheinbar zu wenig bekleidet oder falsch getragen unterwegs ist.

Wohlig erschöpft komme ich am Spätnachmittag zurück. Die Kinder hatten einen schönen Tag draußen mit vielen Unternehmungen und nun kehrt langsam doch noch ein wenig Wochenendruhe ein. Die Kinder spielen, packen die Sachen für den Montag zusammen, mein großes Kind übt sich an der Harfe und ich genieße den Moment, dabei zuzuhören. Die Kerze wird auf dem Tisch angezündet und wieder ist das Gefühl da, dass es nun schon so früh dunkel wird und das Jahr langsam zu Ende geht. Morgen beginnt bereits der Oktober: ein Kindergeburtstag steht an, mein Vortrag auf dem Attachment Parenting Kongress und in drei Wochen schon das nächste Weiterbildungswochenende.

Eure

Wochenende in Bildern 22./23. September 2018

An diesem Wochenende geht es zurück aus Südtirol nach Berlin. Eine Woche haben wir hier in der Spätsommersonne verbracht, während in Berlin schon herbstliche Stürme begonnen haben. Nun aber frühstücken wir noch einmal in Ruhe und bereiten dann langsam die Abfahrt vor.

Nach dem Frühstück geht es mit allen Kindern erst einmal auf den weitläufigen Spielplatz in Naturns. Die Kinder haben ein wenig schlechte Laune in Anbetracht der Abreise und streiten sich um die mehr als genug vorhandenen Spielgeräte und wir Eltern müssen etwas mehr vermitteln als wir eigentlich wollen. Eigentlich ist es ja auch schön, auf dem Spielplatz einfach nur ein wenig daneben zu sitzen. Aber manchmal klappt das besser und manchmal schlechter. Manchmal brauchen die Kinder eine ganze Weile, um ins Spiel einzutauchen miteinander und manchmal geht es ganz schnell. Wie auch zu Hause, haben wir kein Spielplatzspielzeug dabei, aber die Kinder suchen sich ihre Spielsachen zusammen.

Das Barfußkind hat sich verletzt. Mal sehen, wie das nun wird im Herbst mit den Schuhen, die der kleinste Sohn wirklich sehr ungern trägt momentan – egal welches Modell und welche Schuhart. Sobald wir sagen, dass es hinaus geht, ruft er „Ich barfuß gehe, ja?“

Das große Kind geht noch einmal die Wochenaufgaben durch, die es in dieser Woche zu erledigen hatte. Es ist schön zu beobachten, wie das Lernen selbständig eingeteilt und – entgegen der so häufig vorherrschenden Erwachsenenmeinung – doch auch freiwillig und selbständig erledigt wird.

Familienrituale sind wunderbar. Genau so, wie wir am Anfang eines Urlaubs uns erst einmal Zeit lassen und in Ruhe ankommen und uns umsehen, haben wir ein festes Abschiedsritual für Urlaube: Zusammen am Abend alkoholfreie Cocktails trinken und darüber reden, was besonders schön war und auf was wir uns zu Hause freuen.

Am Sonntagmorgen verabschieden wir uns morgens vom Urlaub und von Südtirol. Es war wieder eine schöne Zeit hier.

Wieder liegen 10 Stunden Bahnfahrt vor uns. Am Samstag waren wir noch Proviant einkaufen, unsere Tasche mit Beschäftigungen für die Kinder ist noch von der letzten Fahrt gefüllt und gepackt. Unsere Spielideen für lange Fahrten habe ich hier aufgeschrieben. Die Rückfahrt verläuft recht ruhig mit den Kindern, aber mehrfach wird die Bahn von Polizisten durchkämmt: Wir müssen unsere Ausweise vorzeigen und mit den Kindern darüber sprechen, warum das so ist und was die Polizisten hier eigentlich tun. So richtig erklären können wir aber nicht, warum einige Menschen ins Land dürfen, um Urlaub zu machen und andere, die flüchten, dies nicht dürfen.

Zurück in Berlin. Es ist dunkel, kalt und regnerisch. Aus der Sonne des Südens in das herbstliche Berlin. Die Kinder frieren und wir suchen schnell aus den Koffern ein paar warme Stücke heraus und geben den größeren Kindern unsere Sachen zum Überziehen. In Berlin fallen wir so gekleidet aber gar nicht auf.

Zu Hause. Das einzige, was wir wirklich vermisst haben im Urlaub, ist unser Kaffee. Und morgen geht es wieder in den Alltag zurück. Aber dafür mit gutem Kaffee jeden Morgen. Und es sich jeden Tag ein wenig schön machen, ist ja auch ein kleiner Urlaub.

Und wie war Eure Wochenende?
Eure

 

Wochenende in Bildern 15./16. September 2018

An diesem Wochenende herrscht Aufregung und es wollen noch wichtige Dinge erledigt werden, denn am Sonntag fahren wir nach Südtirol für eine Woche: Ich halte dort am 20.9. um 17 Uhr eine Lesung in Naturns aus einem meiner Bücher. Das Hotel, in dem wir auch im letzten Jahr waren, hat uns eingeladen. Also gibt es ein kurzes Frühstück bevor die vielen kleinen Dinge des Tages erledigt werden wollen.

Punkt 1 auf der Liste: Freundinnen, die gerade im Wochenbett sind, Geschenke vorbei bringen. Über Wochenbettbesuche habe ich ja schon einmal hier geschrieben: Besuche sollen wirklich schöne Aufmerksamkeiten sein und manchmal reicht es auch, einfach eine kleine Überraschung an der Tür abzugeben, die andere erfreut und zeigt: Ich denke an Dich und Euch.

Zusammen mit einem kleinen Blumenstrauß vor die Tür gelegt. Denn im Wochenbett gibt es auch Zeiten, in denen man mal nicht an die Tür geht. Und das ist auch in Ordnung.

Programmpunkt 2: Die Kinder haben den Wunsch angemeldet, ihr Taschengeld ausgeben zu wollen. Glücklicherweise haben alle drei Kinder den gleichen Wunschort dafür und geben sich sehr ausführlich der Diskussion hin, wer sich was kauft und studieren Preise und wägen ab. Das dauert wirklich sehr lange und ich kenne mich jetzt erstaunlich gut im Sortiment eines Plastikspielzeugherstellers aus.

Programmpunkt 3: Am Nachmittag wieder zu Hause angelangt, wird die lange Fahrt vorbereitet. Wir haben beschlossen, dass wir als Familie nicht mehr fliegen wollen, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Während wir letztes Jahr noch das Flugzeug genutzt haben, fahren wir dieses Jahr stattdessen lieber 10 Stunden mit der Bahn. Ein spannendes Abenteuer, das mit drei Kindern gut vorbereitet sein will: Es wird vorgekocht und wir basteln und stellen verschiedene Beschäftigungen zusammen. Außerdem muss natürlich zu Hause aufgeräumt, gewaschen, getrocknet und geputzt werden.

Und dann ist auch schon Sonntagmorgen und wir fahren los. Die Kinder sind aufgeregt und dank guter Organisation am Tag zuvor kommen wir wirklich gut los und erreichen pünktlich die erste Bahn nach München.

Die Fahrt verläuft gut und unsere ausgedachten Beschäftigungen werden freudig aufgenommen. Die Kinder spielen, schlafen und hören Hörbücher. Hier auf Instagram habe ich viele Anregungen bekommen, was andere Familien auf ihren langen Reisen so spielen. Eine Liste mit unseren Spielen werde ich im Laufe der Woche noch posten. Gegen Ende der 10 Stunden wird es etwas anstrengender, die Kinder bei guter Laune zu halten, aber insgesamt haben wir es uns viel anstrengender vorgestellt und kommen recht entspannt im Hotel an.

Die Kinder freuen sich, wieder hier zu sein und erkunden erst einmal, was gleich geblieben ist und was sich geändert hat und müssen sofort baden gehen. Wir holen tief Luft. In diesem Moment rennt ein Kind voll Freude erst einmal gegen eine Glasscheibe, die im Trubel übersehen wurde. Deswegen beschließen wir, vielleicht doch nur ein kurzes Abendprogramm zu machen.

Im Hotel gibt es köstliches Essen, nur der kleinste Sohn ist doch zu müde, um noch lange auszuhalten. Und die Nachspeise wird dann doch auf dem Zimmer eingenommen. Die Kinder fallen sehr erschöpft in die Betten und besprechen noch schnell, was sie wirklich unbedingt alles morgen machen wollen. – Ich glaube, so viele Stunden hat der Tag gar nicht. Wer uns durch unseren Aufenthalt in Südtirol begleiten möchte, kann das hier auf dem Instagramkanal des Hotels machen, den ich für die nächste Woche übernehme, um von unseren Erlebnissen und Ausflügen hier zu berichten.

Eure

Wochenende in Bildern 8./9. September 2018

Nach einer Woche mit teilweise kranken Kindern steht das Wochenende vor der Tür mit ein wenig Arbeit, aber vor allem auch viel Zeit im Garten und in der Küche zur Verarbeitung der kleinen Ernte. Weil wir nicht einkaufen waren und ein wenig chaotisch ins Wochenende gestartet sind, wollten wir frühstücken gehen. Leider wurde unser Lieblingsfrühstücksort, der Haferkater, geschlossen und wir müssen ausweichen.

Langsam wird es herbstlich kühl. Auf dem Wochenmarkt kaufen wir eine Wollmütze, denn die Mützen vom letzten Jahr wurden leider von Motten angeknabbert. – Ich hatte vergessen, sie zu vakuumieren für die warme Jahreszeit und nun sind sie leider irreparabel zerfressen. Schlupfwespen sind bereits ausgelegt, aber für diesen Winter braucht es eine neue Mütze.

Wochenende bedeutet momentan oft auch für mich: arbeiten. Mein Mann ist mit den kranken Söhnen voraus gefahren aufs Land, ich bin mit meiner großen Tochter in Berlin geblieben, um zu arbeiten. Sie genießt die freie Zeit ohne Brüder, spielt in Ruhe, liest und kocht das Mittagessen allein für uns.

Als wir am Abend mit der Bahn zur restlichen Familie kommen, gibt es warme Kürbissuppe mit knusprigen Kichererbsen. Diese Farben! Und vor allem: Habt Ihr schon einmal knusprige Kichererbsen gemacht? So lecker!

Das restliche Wochenende wird größtenteils im Garten verbracht: Wir pflücken Kräuter und trocknen sie für Tee, pflücken Holunderbeeren und kochen sie ein zu Marmelade, pflücken den Wein, der in der kommenden Woche verarbeitet werden muss. Von den Nachbarn bekommen wir Äpfel geschenkt, die zu Apfelessig, getrockneten Apfelscheiben und Apfelmus verarbeitet werden wollen.
Da ich in den letzten Wochen immer wieder danach gefragt wurde: Unser Garten ist wirklich klein, aber ich habe ihn in den letzten Jahren immer weiter nutzbringend angelegt, so dass wir dennoch jedes Jahr auch einen schönen kleinen Ertrag haben an einigen Kräutern und etwas Obst. Dazu fühlen sich Insekten und Vögel darin wohl, weil wir darauf achten, dass genügend Nahrung für sie übrig bleibt. Wer keinen eigenen Garten hat oder bepflanzbaren Balkon, der kann mit Kindern auch nach Selbstpflücken Ausschau halten, manchmal werden auch bei eBay Kleinanzeigen Obst und Gemüse aus Gärten angeboten oder auf foodsharing Seiten oder Karten wie mundraub.

Und nun starten wir in eine weitere Woche. Wenn alles gut läuft und niemand krank wird, verreisen wir am nächsten Wochenende.
Und wie war Euer Wochenende?
Eure

 

Wochenende in Bildern 01./02. September 2018

Das erste Septemberwochenende hat Schnupfnasen für die Kinder mitgebracht. Nach wirklich langer Zeit ohne Erkältungen und andere Erkrankungen waren an diesem Wochenende gleich alle drei Kinder erkältet, anhänglich und erschöpft. Natürlich bringt das auch immer schlechtere Nächte mit sich und somit auch weniger Schlaf für uns Eltern.

Der erste Weg am Samstag führt dennoch in den Schuhladen, denn auf einmal sind die Füße gewachsen und einer der Söhne ist schon gestern nur noch mit Socken gelaufen, weil die Schuhe wohl so sehr zu eng waren, wie er meinte. Mit und für drei Kindern Schuhe einzukaufen ist meistens keine Freude. Umso weniger erfreulich ist es, wenn die Schuhverläuferin wenig auf die Bedürfnisse der Kinder eingeht und erklärt „Der Schuh passt jetzt aber gut!“ statt zu fragen „Passt der Schuh?“. Letztlich haben aber doch alle Kinder hoffentlich langfristig passende Schuhe gefunden und für uns Eltern steht fest: Beim nächsten Mal lieber ein anderer Laden und doch einzeln mit jedem Kind gehen und langfristig wieder Barfußschuhe bestellen, bei denen sich die Kinder noch nie über „drücken“ oder schlechte Passform beschwert haben.

Eine wesentlich schönere Wochenendaufgabe: Am Wochenende wird das Kinderzimmer aufgeräumt, nicht mehr bespielte Spielsachen aussortiert und wir widmen uns unserem Universum-Projekt. Die Kinder sind große Weltraumfans und alle Nachrichten der ISS werden verfolgt und der Sohn weiß erstaunliche Details über die verschiedenen Planeten, Sterne und alles drum herum. Nun wollen wir einen Teil des Kinderzimmers in ein Universum umgestalten mit Tafelfarbe an der Wand, um Raketen und Sonden selbst malen zu können, und den Planeten des Sonnensystems inklusive einer großen Sonne an der Decke. Wir kommen ein gutes Stück voran mit unserer Arbeit.

Mal wieder Zeit für einen Flohmarktstand. Wie wir Sachen aussortieren und auch Spielzeug zusammen mit den Kindern für den Flohmarkt freigeben, habe ich hier schon einmal aufgeschrieben. An diesem Wochenende konnte ich jedenfalls mal wieder einen Flohmarktstand mit meinen Freunden Anja und Christian teilen und neben dem Umstand, dass die Wohnung nun wieder leerer ist, hatten wir auch eine schöne Zeit zusammen.

In einem aufgeräumten, strukturiertem Kinderzimmer lässt es sich auch wieder gut spielen. Alle restlichen Bausteine und andere Spielsachen sind sortiert und gut erreichbar, die Bücher sind nach Benutzung aktualisiert (und nicht zur Jahreszeit passende oder gerade nicht gelesene Bücher weggeräumt). Die Kleidungsstücke, die für ein jeweils jüngeres Geschwisterkind aufgehoben werden (oder für den nächsten Flohmarktbesuch) sind vakuumiert und verstaut.

Mal sehen, wie die nächste Woche startet. Hier gibt es jetzt Salbeitee, Zwiebel-Honig-Hustensaft und Brustwickel.
Und wie war Euer Wochenende?
Eure

 

Wochenende in Bildern 25./26. August 2018

Die Ferien in Berlin sind zu Ende, zum Wochenanfang begann die Schule wieder in leichtem Tempo. An den Nachmittagen haben wir viel auf Ruhe geachtet, um im Alltag wieder gut anzukommen und das Post-Holiday-Syndrom zu vermeiden. Und auch für dieses Wochenende war neben zwei parallelen Terminen am Samstag nichts geplant außer Ruhe und Zeit, damit alle ein wenig ihren Bedürfnissen nachkommen können und wir gemeinsam Zeit verbringen.

Samstagmorgen wird in der Frühe noch ein Blech Pizzaschnecken für das Schulfest gebacken. Das geht immer schnell und einfach und ist ein dankbares Mitbringsel für ein Buffet für Kinder. Während Mann und Kinder das Schulfest besuchen, bin ich auf einer anderen Veranstaltung.

Auf dem Land ist es schon herbstlich und das Wetter passt zu unserer Stimmung des Rückzugs und der Ruhe. Es gibt heißen Tee mit Honig, wir lesen vor dem Kamin Bücher vor. Die beiden kleineren Kinder diskutieren wild, welches Buch wann vorgelesen werden soll. Glücklicherweise haben sie aber ganz ähnliche Vorlieben und so passt es dann doch immer wieder ganz gut.

Das große Kind liest dann lieber in Ruhe allein – und ungestört von den Geräuschen anderer. Ich habe nicht mehr gezählt, wie viele Bücher in den Ferien gelesen wurden, aber es waren sehr viele und mittlerweile sind wir froh, dass wir einen eBook-Reader haben für die Kinderbücher der großen Tochter. Das ist natürlich immer ein Abwägen und es gibt im Netz ein paar Artikel darüber, ob nun Bücher oder eBook-Reader umweltfreundlicher sind. Die meisten Texte kommen zu dem Ergebnis, dass es auf die Menge der gelesenen Bücher pro Jahr ankommt und hier passt das dann ganz gut.

Eine andere Lieblingsbeschäftigung: Karten spielen. Irgendwas mit Raumschiffen spielt der Mann mit den großen Kindern. Wir haben da ja so unsere unterschiedlichen Schwerpunkte und Hobbys, die wir als Eltern einbringen in das Familienleben und dieses ist so gar nicht mein Thema, aber die Kinder lieben es.

Und dann gibt es noch viel Zeit im Garten und im Wald. Es werden Calendula Samen aufbewahrt für das nächste Jahr, Stöcke und Steine gesammelt und die Kinder klettern auf Bäume.

Und dann ist das Wochenende auch schon wieder vorbei und hat hoffentlich genug Entspannung mitgebracht, um sie in die nächste Woche zu tragen, in der wieder die Schule, der Kindergarten, die Eingewöhnung und eine Fahrt nach Hannover warten, denn am 30.8. lese ich in Garbsen aus „Geborgene Kindheit“.

Und wie war Euer Wochenende?
Eure

 

Wochenende in Bildern 18./19. August 2018

Unser letztes Ferienwochenende in den Sommerferien 2018. Am Montag beginnt die Schule. Nach einem ruhigen Frühstück machen wir uns an die Arbeit für die Schulvorbereitungen. Es werden aufregende Wochen, denn nicht nur die Schule beginnt, sondern wir sind auch seit einer Woche in der Eingewöhnung des kleinen Sohns im Kindergarten. Jetzt gerade ändern sich viele Abläufe und Routinen verschieben sich. Ein neuer Abschnitt bricht wieder an und wir alle sind ein wenig gespannt darauf, dass die zweite Jahreshälfte nun bringt, was sich verändert.

Vorbereitungen für Montag: Alle Stifte ausprobieren, vertrocknete Stifte aussortieren, Buntstifte anspitzen, Federtasche auffüllen und mein geheimes Ersatzlager für Schulmaterialen durchgehen und Sachen zur Seite legen, die anderen gehören. Immerhin ist im letzten Halbjahr die Federtasche ausnahmsweise nicht verlorenen gegangen oder anderweitig abhanden gekommen wie in den Schuljahren zuvor schon einige Male. Die Sportsachen werden überprüft, die Sportschuhe anprobiert, ob sie noch passen. Die nächste Woche wird durchgesprochen und es wird geklärt, wer mit welchen Verkehrsmitteln welche Kinder wo hinbringt oder abholt, welche weiteren Termine anstehen. Auch die Freizeitaktivitäten wollen neu festgelegt werden: Die Musiklehrerin fragt, ob der Schulstundenplan schon bekannt ist, der Sohn möchte einen Sportkurs besuchen. Es fühlt sich alles nach Neuanfang an, der es ja auch irgendwie ist nach den Ferien.

Aber nicht nur auf dem Tisch ist so einiges durcheinander, auch im Kinderzimmer muss geräumt und aussortiert werden. Die Kinder sind über den Sommer gewachsen – innerlich und äußerlich. Sowohl Kleidung als auch Spielzeug wird aussortiert und für den nächsten Flohmarktbesuch zur Seite gelegt oder vakuumiert. Eine Teile werden für Freunde ausfgehoben, deren Kinder bald hineinwachsen in die Zeit, aus der meine Kinder gerade herausgewachsen sind.

Es einfach machen: Am Abend ist mein Mann auf einer Party, die Kinder und ich essen Pizza auf dem Fußboden zwischen Büchern und Spielsachen und blicken zurück auf unsere Ferien: Was war schön, was war blöd? Diese Momente sind wichtig. Für die Kinder ist es ein Fest, wenn es gekaufte Pizza vom Pizzamann aus der Straße gibt und wir es ganz anders machen als sonst. Gar nicht besonders, sondern besonders einfach.

Und auch das gehört zum Familienalltag so oft dazu: umplanen, Alternativen finden. Mal wieder ist der Abfluss in unserer Wohnung kaputt, in der wir nun schon 12 Jahre wohnen. Immerhin können zwei der drei Kinder entspannt im Waschbecken in der Küche gewaschen werden.

Am Sonntag muss ich arbeiten und wir können die Arbeit mit glänzenden Kinderaugen verbinden, denn während wir Fotos machen, können sich die Kinder am Süßigkeitenregal im Laden meiner Freundin bedienen. Wir werden wohl nie erfahren, wie viele Stückchen Schokolade hier heimlich in kleine Kindermünder gewandert sind. Aber es hat ihnen auf jeden Fall viel Freude bereitet, bei der Arbeit dabei zu sein.

Und wie war Euer Wochenende?
Eure

 

 

Wochenende in Bildern 11./12. August 2018

Diese Woche war eine Urlaubswoche bei uns und wir hatten neben dem Familienurlaub auch noch Besuch von unseren Freunden Von guten Eltern auf dem Land. Wie sich zeigte, sind unsere Tagesrhythmen ganz verschieden und unsere Kinder sind schon lange wach und erwarten Frühstück, während dort noch geschlafen wird – wie beneidenswert. Aber dennoch haben wir sehr schöne gemeinsame Tage verbracht und gesehen, wie wenig es eigentlich braucht, damit Kinder sich wohl fühlen und spielen. Das Wochenende war ein wenig eine Rückkehr zu ganz ursprünglichem Spiel.

So einfach und doch so intensiv und lang andauernd: Der kleine Sohn hat seine Vorliebe für das Nussknacken entdeckt und am Wochenende immer wieder Erdnüsse zerkleinert. Auf den Boden geschlagen, mit den kleinen Fingern von der Schale befreit und dann gegessen. – Eine große Freude. Und auch wenn mein Mann das Erbsenspiel hier ein wenig skeptisch betrachtet, sind es doch immer wieder diese einfachen Spiele, die die Kinder lange fesseln und herausfordern.

Oder auch dieses: In Ermangelung eines Sandkastens, den ich eigentlich in diesem Sommer noch bauen wollte für unseren Garten, haben wir die Zinkwanne, in der sonst im Garten gebadet wird, mit Sand gefüllt. Auch so ist es ein toller Sandkasten. Und es kann nicht nur gebuddelt werden, sondern auch eine Schatzsuche gemacht werden mit im Sand versteckten Schätzen wie Murmeln und mit Goldfarbe bemalten Steinen. Natürlich gibt es auch immer wieder Streit um den begrenzten Spielraum, aber insgesamt ist die Sandzinkwanne doch eine ganz gute Lösung zur Überbrückung gewesen.

Essen für viele einfach gemacht: Bei so vielen Kindern zusammen gilbt es viele besondere Bedürfnisse, Wünsche und Abneigungen. Deswegen ist es so praktisch, einfache Mahlzeiten zum Selbstzusammenstellen anzubieten: Kartoffel-Selbstmach-Salat, Selbstmach-Nudeln mit verschiedenen Zutaten zum Auswählen, Selbstmach-Pizza mit verschiedenem Belag, Hummus mit verschiedenem Gemüse zum Dippen. Und auch wenn es dann immer noch ein „Ih, das mag ich nicht!“ hier und da gibt, kann man immer noch gut auf die Alternativen hinweisen – und muss vor allem keine ganzen Portionen anschließend entsorgen, sondern kann alles Übriggebliebene einzeln aufbewahren und weiter benutzen.

Auch immer wieder eine so einfache Freude für die Kinder: Tiere besuchen, füttern, streicheln. Hier auf dem Land haben wir glücklicherweise die Auswahl und nicht nur Hunde und Katzen sind auf den Straßen zu finden, sondern auch Pferde und Schafe in Fußweite.

Und dann haben wir noch viel Zeit am See verbracht. Oder besser im See. Mit dem ein oder anderen Abenteuer. Ich jedenfalls habe nach diesem Wochenende Muskelkater in den Armen und im Bauch vom Schwimmen und Schwingen und sicherlich ein paar Sommersprossen mehr im Gesicht und Lachfalten von Geschichten, Momenten und Erleichterung. Neben Geschwisterstreit, Kleinkindwutanfällen und einigen Augenrollmomenten ein wunderbares Sommerwochenende – oder vielleicht auch damit, weil das ja irgendwie auch dazu gehört zum Familienleben.

Und wie war Euer Wochenende?
Eure