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Die gestaltete Umgebung für Babys – Raum geben statt fördern

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Ich bin kein Fan von Frühförderung, denn Kinder haben eine natürliche Entwicklung, der sie folgen. Sie beginnen irgendwann, die Hände zusammen zu führen und betrachten sie, sie können irgendwann über die Mitte greifen und beginnen selbst, sich zu drehen. Sie kommen in die Bauchlage und von dort ins Robben und Krabbeln und irgendwann stellen sie sich hin. Eines Tages machen sie den ersten Schritt – von sich aus. Die Zeitfenster der Entwicklung sind in etwa vorgegeben, aber bei jedem Kind sind sie recht unterschiedlich: Manche Kinder laufen mit 9 Monaten, andere mit 18. Und nicht nur in der motorischen Entwicklung gibt es solche Unterschiede, auch in allen anderen Bereichen wie der Sprache, der Feinmotorik, dem Spielverhalten. Nur in der Motorik fallen uns die Unterschiede besonders auf.

Nicht fördern, aber Raum geben

Kinder haben also einen eigenen Zeitplan und benötigen es nicht, dass sie in ihrer Entwicklung „gefördert“ werden. Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Und Kinder drehen sich nicht eher um, als sie es können. Und wenn wir es vielleicht schaffen, dass sie bestimmte Dinge doch tun, dann kann das auf Kosten anderer Entwicklungsschritte gehen, denn wir greifen in ein präzise aufeinander abgestimmtes Konzept ein. Kinder müssen nicht zur Bauchlage angeregt werden und auch nicht zum Krabbeln und sie müssen erst Recht nicht hingesetzt werden, bevor sie es selbst können. Was man aber machen kann ist, ihnen eine Umgebung anzubieten, die es ihnen ermöglicht, sich selbst zu erproben, sich nach dem eigenen Bedürfnis zu bewegen und so dem natürlichen Impuls zu folgen.

Eine gestaltete Umgebung

Ein Raum, in dem sich ein Kind optimal selbst entwickeln kann, muss ihm Raum geben: Babywippen und Spielcenter, unter denen die Kinder liegen und durch heabhängende Dinge bespaßt werden, bieten diesen Raum nicht. Abgesehen von gesundheitlichen Aspekten vor allem in Bezug auf die Babywippen, gibt es hier zu wenig Platz, damit sich die Kinder ihrem Bedürfnis entsprechend zur Seite bewegen können. Ihre Bewegung wird eingeschränkt und behindert. Vor dem Gesicht baumelnde Gegenstände wecken sicherlich das Interesse des Kindes und es kann sich damit eine Weile beschäftigen, aber oft geht diese Beschäftigung auf Kosten des Erkundens des eigenen Körpers: Nicht die Hände werden zusammen gebracht, bewegt und erfühlt, sondern ein herabhängender (vielleicht noch quietschender) Bär. Auch werden dann die Hände nicht zum Knie gebracht, was später für die Bewegung zur Seite und das Umdrehen wichtig ist.

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Die Umgebung sollte für das Kind also genügend Raum zur Seite bieten. Ganz kleine Kinder, die noch ganz mit dem Ankommen und dem Erkunden der Hände beschäftigt sind, benötigen diesen Raum noch nicht und fühlen sich besonders wohl in Begrenzung. Merken wir aber, dass das Kind langsam mit dem Begreifen der Umgebung beschäftigt ist, kann man mehr Raum anbieten. Hierfür ist zunächst eine geeignete Unterlage wichtig. Sie sollte nicht zu weich sein, so dass die Babys darin nicht einsinken und so an der Bewegung behindert werden, aber auch nicht unbedingt ganz so hart wie Holzfußboden. Empfehlenswert ist es natürlich auch, wenn der Untergrund gut zu reinigen ist, denn schließlich geht auch bei den Kleinsten ab und zu etwas Milch verloren. Ich verwende in meinen Kursen und auch zu Hause seit einiger Zeit die eco-Krabbelmatte, die zwar mit 4,5mm nicht sehr dick ist, aber dennoch sehr gut dämmt (Geräusche und Kälte), leicht zu reinigen ist und nicht verrutscht. Gerade in den Kursen sind diese Aspekte besonders wichtig, aber auch für zu Hause (besonders mit einem Elimination Communication-Kind) ist es sehr praktisch.

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Je nach Entwicklungsstand des Kindes kann dann die Umgebung um das Kind so gestaltet werden, so dass sie passende Herausforderungen bietet. Bei den kleinen Kindern, die noch viel auf dem Rücken liegen, können in greifbare Nähe anregende Dinge gelegt werden: Ein Tuch, mit dem es spielen kann (Achtung: Babys nicht allein mit Seidentücher spielen lassen, da eingespeichelte Seide ähnlich luftundurchlässig ist wie Plastikfolie), eine kleine Rassel oder ein Holzring. Das Kind kann den Kopf zur Seite wenden, die Dinge sehen und ergreifen, sie vor den Körper führen und erfühlen. Etwas später haben Kinder auch große Freude an leichten Sieben oder Körbchen, die sie in die Hände nehmen, vor den Körper bringen und vielleicht auch die Füße dorthin führen. Aus den angezogenen Beinen kommt irgendwann auch die Bewegung zur Seite.

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Haben die Kinder erst einmal die Bauchlage erlangt, können nun vor ihnen Dinge ausgelegt werden, die sie erkunden können. Auch Bälle machen nun viel Freude, die vielleicht etwas träge sind, so dass sie nicht zu weit wegrollen. Sind sie aber etwas aus der Reichweite der Arme, laden sie dazu ein, sich fortzubewegen. Vielleicht drehen sich die Kinder um die eigene Achse, um sich fortzubewegen und stoßen sich später dann mit den Füßen vorwärts, um im Robben an das begehrte Objekt zu kommen.

Ist die Fortbewegung dann erst einmal in Gange, zunächst durch das Robben, später durch das Krabbeln, sind auch kleine „Hindernisse“ spannende Herausforderungen. Auf eine Krabbelkiste krabbeln und wieder herunter. Wer keine Holzkrabbelkiste hat, kann auch eine stabile Schublade aus einem alten Holzschrank nehmen und umgedreht anbieten. Auch Schrägen werden irgendwann spannend. Ein schräges Krabbelbrett lässt sich leicht aus einem Holzbrett bauen, an das meine dicke Holzleiste (oder zwei Holzbausteine) anschraubt, mit der man das Brett sicher irgendwo einhaken kann.

Kleine Unfälle sind übrigens ganz normal. schließlich müssen die Kinder die neuen Fertigkeiten erst nach und nach erlernen und auch das Fallen und richtige Abrollen muss gelernt werden. Kinder müssen lernen, wie sie sich bei einem Fall richtig selber abrollen, damit sie auch später diese Fähigkeit besitzen. So lieb gemeint es also von Eltern ist, jedes Umfallen auffangen zu wollen und die Hand dazwischen zu schieben, ist es auch wichtig, dass Kinder Kompetenz im richtigen Umgang damit lernen.

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Wenn die Kinder stehen und im Stand langsam vorwärts (oder zunächst seitwärts) kommen, geht es meist auch in die Höhe: Nun wird geklettert! Achtung also bei Bücherregalen, die auf dem Boden stehen, denn sie können als Leiter genutzt werden. Eine Alternative für die kleinen Kletterer kann eine echte kleine Leiter/ein Tritt oder ein Piklerdreieck sein.

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Sind die Kinder sichere kleine Läufer geworden, warten noch viele andere spannende Entdeckungen auf sie: balancieren, Kipphölzer, hüpfen auf zwei oder einem Bein… All diese Dinge kommen irgendwann. Aus eigenem Antrieb, weil die Entwicklung es so vorsieht und Kinder Freude an der Bewegung haben. Deswegen sollten wir ihnen den Raum geben, diese Freude auszuprobieren, sich und den Körper selbst zu erkunden und dabei auch die eigenen Grenzen zu erfahren. Lassen wir ihnen Zeit und Raum für eigene Entwicklung, nehmen wir ihnen nichts weg von diesem spannenden Weg. Erfreuen wir uns einfach an den leuchtenden Augen, wenn sie ihre Meilensteine zum ersten Mal selbst erklommen haben.

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Und so geht es:

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Ich freue mich über Eure Herzen bei Brigitte Mom!

 

 

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