Mit 2 Jahren

Wenn man von den 2jährigen spricht, dann kommt schnell das Thema „Trotzalter“ auf. Es wird davon berichtet, wie anstrengend Kinder in diesem Alter seien, wie große Konflikte es geben würde und wie schwer sich manchmal der Alltag gestalten ließe. Ich habe schon einmal darüber geschrieben, dass es meiner Meinung nach kein Trotzen gibt, sondern eher den Willen des Kindes, es einfach selbst zu tun. Kinder mit 2 Jahren wollen sich erproben, sie wollen die Welt begreifen mit allen Sinnen, wollen Dinge erfahren, Neues ausprobieren. Sie wollen sich ein Bild machen von dem, was sie umgibt und dazu müssen sie ihre Umgebung verstehen.

Uns Erwachsenen fällt es manchmal nicht einfach, dies zu zu lassen: Kinder ausprobieren lassen, ihnen das altersgerechte Klettern zu erlauben und auch das Fallen, ihnen Raum und Zeit zu geben, sich mit den Dingen nach ihrem Tempo zu beschäftigen. Oft sind wir im Alltag in Eile, haben keine Zeit, damit sich das Kind minutenlang die Schuhe an- oder ausziehen kann oder versucht, die Jacke selbst zu schließen. Beim Frühstück vor dem Kindergarten schmieren wir lieber schnell selbst die Brote anstatt das Kind in Ruhe probieren zu lassen.

Aber wenn wir Zeit haben und unsere Kinder einmal machen lassen, dann können wir sehen, wie viel sie können. Wir können staunen über unsere Kinder, die noch so klein sind und so viel Energie aufbringen, um Dinge zu tun und zu verstehen. Ihr ganzes kleines Wesen ist auf das Lernen im Alltag ausgerichtet.

Mit zwei Jahren steht die Bewegung im Mittelpunkt: Klettern, Krabbeln, Laufen, sich hoch ziehen, Treppen steigen – irgendwann im Wechselschritt -, Laufrad oder Dreirad fahren, Springen, Rennen. Mit dem Klettern und Springen kommt auch das Fallen, das Lernen, wie man sich abrollt, der Umgang mit dem Sturz.

Mit zwei Jahren gestalten Kinder ihre Umwelt: Sie bauen, malen, kleben. Sie probieren verschiedene Materialien aus und erfreuen sich daran, ihre Finger in Farbe zu tauchen. Mit dem Pinsel lassen sich Bilder malen oder Gegenstände verschönern und auch das Filzen mit viel Seife und Schaum macht ihnen Spaß.

Mit 2 Jahren spielen die Kinder: Umschütten, Spiele mit Wasser, sie ahmen nach, was sie im Alltag erleben und probieren sich an Musikinstrumenten. Im Rollenspiel lassen Sie ihrer Phantasie freien Lauf.

Mit zwei Jahren helfen Kinderhände gerne im Alltag mit: Sie putzen, kneten Teig, rühren in Schüsseln und können auch ihre Kleidung anfangen, zusammen zu legen.

Mit zwei Jahren lässt sich das zusammen zubereitete Essen am Tisch essen. Noch immer ist die Aufmerksamkeitsspanne für viele Kinder nicht lang und zu langes Sitzen ist langweilig, aber sie probieren aus, wie ihre Vorbilder mit Messer und Gabel zu essen, vielleicht auch mit Stäbchen, wenn sie die Möglichkeit haben.

Mit 2 Jahren ist das Leben jeden Tag ein Abenteuer. Es gibt Neues zu entdecken und so viel Freude daran, es auszuprobieren. Als Eltern von 2jährigen dürfen wir jeden Tag ein wenig mit staunen und die Welt noch einmal durch ihre Augen sehen. Genießen wir diese Zeit des Neuen.

Und was machen Eure 2jährigen?
EureSusanne_clear Kopie

  • sternenglück

    Liebe Susanne,
    du wechselst wieder so wunderbar die Perspektive und zeigst das schöne an diesem Alter. Unser Zweijähriger ist großer Bruder geworden, hat gelernt zu teilen und hat ganz rasant die Welt der Sprache erobert. Er steht für sich ein und sagt was er will und vor allem nicht will und darauf bin ich besonders stolz <3
    Inzwischen ist er drei geworden und kann genauso wütend werden wie seine Mama, denn wir geben leider auch weniger gute Eigenschaften weiter… Aber er geht seinen Weg und es ist wundervoll ihn dabei begleiteten und unterstützen zu dürfen.
    Liebe Grüße
    Sternie