10 einfache Bewegungsspiele für Kinder Zuhause

Bewegung ist eines unserer Grundbedürfnisse. An Kindern sehen wir oft sehr gut, wie wichtig Bewegung eigentlich wirklich ist – während es uns mit der Zeit (unter anderem durch unsere Lebensbedingungen) aberzogen wird und wir Erwachsene oft mehr und mehr Zeit sitzend an einem Schreibtisch verbringen. Aber bei unseren Kindern ist es noch viele Jahre anders. Manchmal wundern wir uns darüber, wie groß ihr Bewegungsdrang ist, weil sie beständig hüpfen, statt zu gehen rennen, weil sie auch zu Hause wie ein kleiner Gummiball Bewegung einfordern. Und wir, die schon daran gewöhnt sind, uns zu wenig zu bewegen, reagieren verwundert bis hin verärgert und versuchen nicht selten, die Bewegung der Kinder einzuschränken mit einem „Jetzt hör aber mal auf hier umherzurennen!“ oder „Aber die Nachbarn!“ oder „Jetzt bleib doch endlich mal still sitzen!“.

Wir versuchen zu oft, Kinder von Bewegung abzuhalten

Anstatt das Bedürfnis des Kindes nach Bewegung zu sehen und passend darauf zu reagieren, versuchen viele Eltern genau das Gegenteil: Das Kind zu mehr Ruhe und Stillsitzen aufzufordern oder mit entsprechenden Tätigkeiten daran zu binden: fernsehen, Spiele am Tisch sitzend, Computerspiele oder Spiele an einer Konsole oder einem Pad. Während diese Tätigkeiten durchaus ihren Raum haben können im Kinderalltag, sollten sie aber dem Bewegungsdrang des Kindes nicht entgegenwirken und an dessen Stelle gesetzt werden. Durch die Bewegung baut das Kind die eigenen Fertigkeiten aus, erprobt sich und lernt neue Zusammenhänge. Auch für das spätere Lernen ist es wichtig, dass das Kind nicht nur in den frühen Jahren ausreichend Bewegung erfahren durfte und Bewegungsfertigkeiten richtig ausbilden konnte, sondern auch später eine ausgewogene Balance zwischen ruhiger Anregung zum Lernen und Bewegung/Aktivität auf der anderen Seite erfährt.

10 Anregungen für einfache Bewegungsspiele

Auch wenn unsere Wohnumgebungen scheinbar wenig Bewegung zulassen, können wir dennoch Ausschau halten nach Möglichkeiten, um den Bedürfnissen von Kindern nachzukommen. Wir müssen ein wenig umdenken und unsere Wohnung aus der Perspektive des Kindes sehen und denken: als Entdeckungsraum, Spielraum, Abenteuer.

Einen Hindernisparcour aufbauen
Für einen Hindernisparcours braucht es nicht viel und wir finden alles, was wir brauchen, in der Wohnung. Legen wir einen Startpunkt und ein Ziel fest, vielleicht quer durch die Wohnung, von einem Zimmer ins andere oder durch ein Zimmer. Entweder darf der Boden dabei berührt werden und es geht darum, Hindernisse zu überwinden, oder der Boden darf nicht berührt werden und die Route läuft über Stühle und Tische bis hin zum Sofa oder Bett.

Topfschlagen
Wir alle kennen Topfschlagen von Kindergeburstagen, dabei ist es auch eine tolle Anregung für den Alltag, wenn auf allen Vieren durch die Wohnung gekrabbelt werden muss, um unter einem Topf etwas zu finden.

Laserlabyrinth aus Schnüren
Beim Laserlabyrinth aus Schnüren geht es um Beweglichkeit: Die Wolle eines Wollknäuels läuft Kreuz und Quer durch das Zimmer und wird an Schubladen, Stühlen, Tischbeinen befestigt. Ziel ist es, den Raum zu durchqueren, ohne an den Schnüren hängen zu bleiben. Mit einer Aufgabe verbunden (einsammeln von Gegenständen) kann es so auch eine ganze Weile hin und her gehen.

Kissenrennstrecke
Gibt es eine längere freie Stecke in der Wohnung? Dann kann sie zur Rennstrecke mit Kissen werden. Wer mag, kann mit Washi-Tape die Strecke markieren. Jede teilnehmende Person bekommt ein kleines Kissen, auf die sie sich setzen kann und dann mit den Händen vorwärts rutscht bis zum Ziel.

Schnitzeljagd durch die Wohnung
Achtung: Geheimauftrag! Es muss der geheime Gegenstand (vielleicht ein Buch, zum entspannten Vorlesen nach der Bewegung) gefunden werden. Überall in der Wohnung gibt es kleine Hinweise, und es wird von Hinweis-Versteck zu Hinweis-Versteck geführt entweder mit Rätselfragen oder mit Bildern bis der geheime Gegenstand schließlich gefunden wird.

Feuer, Wasser, Erde, Sturm
Wer kennt es nicht aus der eigenen Kindheit? Wird von der anleitenden Person „Feuer“ gerufen, müssen sich alle an die Wand stellen, bei „Wasser“ auf etwas hinaufstellen, bei „Erde“ flach auf den Boden liegen und bei „Sturm“ an etwas festhalten.

Luftballon-Volleyball
Mit richtigen Bällen ist es in der Wohnung oft gar nicht so einfach. Mit Luftballons hingegen ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas zu Bruch geht, geringer. Beim Luftballon-Volleyball geht es darum, dass der Luftballon nicht die Erde berühren darf und immer weiter in der Luft bewegt werden soll.

Stopp-Tanz
Musik an und tanzen. Wenn die Musik stoppt, müssen alle einfrieren in der Bewegung oder wahlweise das tun, das die anleitende Person ihnen zuruft: „Kriech wie ein Krokodil!“, „Lauf wie eine Giraffe!“

Betten-Trampolin
Betten sind zum Ausruhen da, das stimmt. Aber wenn sonst gerade Bewegung fehlt und Eltern merken, dass das Kind ganz dringend wildes Hopsen braucht, ist das Betten-Trampolin eine gute Alternative, vielleicht sogar verbunden mit einer gemeinsamen Kissenschlacht.

Yoga mit Kindern
Ein wenig ruhiger, aber dennoch in Bewegung ist das Kind beim angeleiteten Yoga. Für Kinder sollte Yoga anders als für Erwachsene sein und als Spiel dienen. Wer Tierfiguren in den einzelnen Yogaübungen nachstellt, kann Kindern auf einfache Weise Yoga näher bringen. Wie das geht, steht u.a. in einem der Bücher hier.

Noch mehr Ideen für Spiele und Tätigkeiten Zuhause findet Ihr hier.

Susanne Mierau ist u.a. Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik)Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.  

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