Sei bitte lieb und brav! (Sonst kommt nicht der Weihnachtsmann)

„Jetzt ist aber bald Weihnachten und da wirst Du doch nicht…“ so ähnlich hörte es eines meiner Kinder kürzlich von einer fremden Person. „Gut sein“, „brav sein“ – darum geht es immer wieder. Wir lesen die lustigen Geschichten von Michel, bewundern die tapfere Pippi Langstrumpf und fiebern mit der selbstbewussten Momo. Aber selbst ein aufmüpfiges Kind haben oder in der Umgebung ertragen? Nein, danke!

Sei lieb und brav

Kinder sind toll. Die Geburtenrate ist in den letzten Jahren hierzulande gestiegen auf durchschnittlich 1,59 Kinder je Frau – der höchste seit 1973 gemessene Wert. Gleichzeitig zeigt sich aber auch: Mutterschaft geht mit einem verringerten mentalen Wohlbefinden (pdf) einher, zumindest in den ersten sieben Jahren nach der Geburt. Das liegt zu großen Teilen sicherlich auch am Druck, der auf uns Müttern lastet, an der fehlenden Unterstützung und damit einhergehend auch fehlenden Ressourcen, um entspannt Elternschaft leben zu können. Wir erwarten erschöpft an vielen Stellen, dass sich Kinder einpassen müssen in unser Leben: sie sollen sich schnell anziehen lassen ohne Ärger, sollen brav am Tisch sitzen und ordentlich essen ohne Tisch, Stuhl und Teppich zu schmutzig zu machen. Sie sollen bitte morgens kein „Theater“ machen, wenn sie in Kita oder Schule gebracht werden und bitte nach dem Abholen möglichst pflegeleicht sein. Und in der Wohnung, in der die Nachbarn uns hören können, sollen sie möglichst leise sein und unauffällig. Erschöpfung und ein falsches Bild von kindlichem Verhalten und kindlichen Möglichkeiten vermischen sich.

Wie Kinder zu uns kommen: neugierig

Wir erwarten brave Kinder, weil sie so in unsere Gesellschaft passen sollen. Tatsächlich aber kommen zu uns ganz normale Menschen mit ihrem jeweiligen Temperament. Manche Kinder sind leiser, manche Kinder sind lauter. Aber ganz sicher sind Kinder keine kleinen Erwachsenen, denn sie denken noch anders als wir, sind wesentlich mehr gefühlsbestimmt und weniger überlegt. Sie sind neugierig und wissbegierig, denn Neugierde ist der Motor ihrer Entwicklung. Manche dabei schüchterner und manche forscher. Das ist nicht pathologisch, sondern normal. Und auch, dass es durchaus schwer sein kann, dies zu begleiten für uns Erwachsene. Da stehen wir einem anderen Menschen gegenüber, der in manchen Phasen und Situationen denkt und handelt, wie wir es vielleicht mit unseren erwachsenen, überlegten Gedanken nicht mehr nachvollziehen können. Manchmal ist es sogar so, dass in einer Familie ganz verschiedene Temperamente aufeinander treffen und es für Eltern eine große Herausforderung ist, mit einem ganz anderen Temperament als dem eigenen umgehen zu müssen. Das ist tatsächlich nicht einfach. Aber die Aufgabe unserer Beziehung ist es, den anderen Menschen gegenüber zu erkennen in den jeweiligen Bedürfnissen und darauf angemessen zu reagieren.

Bedingungen und Selbstwert

Wenn wir Eltern darüber nachdenken, ob wir unsere Kinder lieben, sagen wahrscheinlich die meisten: Ja! Und natürlich würden wir wohl auch zumeist zustimmen, dass wir bedingungslos lieben. Wenn wir unseren Alltag hingegen betrachten, stellen wir vielleicht doch an der einen oder anderen Stelle fest, dass wir an die Liebe zum Kind Bedingungen stellen: Positive Aufmerksamkeit bekommst Du dann, wenn Du meine Erwartungen erfüllst. „Sei lieb und brav, sonst…kommt nicht der Weihnachtsmann bzw. ich hab Dich weniger lieb.“ Wir knüpfen Liebe und Bedürfniserfüllung an Bedingungen: Du bekommst etwas (Geschenk/Zuneigung), wenn… Und dieses „wenn“ ist nicht an den Fähigkeiten und Möglichkeiten unseres Kindes orientiert, sondern an unseren erwachsenen Erwartungen.

Was Kinder aber wirklich brauchen, ist das Gefühl, angenommen zu werden. Das Selbstwertgefühl von uns bildet sich nämlich danach aus, wie Kinder sich angenommen fühlen: Wer sich als bedingungslos geliebt/angenommen empfindet, bildet ein stärkeres, sichereres Selbstwertgefühl aus (pdf) als diejenigen Kinder, die Zuneigung nur durch Erfüllung von bestimmten Erwartungen erhalten. Und eigentlich ist es doch genau das, was wir unseren Kindern auf den Weg ins Leben mitgeben wollen: Vertrauen in sich selbst und die eigenen Fähigkeiten.

Wenn wir ihnen immer wieder signalisieren: Dein (normales!) kindliches Verhalten ist falsch, vermitteln wir ihnen, dass sie selbst falsch sind. Wir geben ihnen kein gutes Gefühl für sich mit, keinen Vertrauen in sich und keine Sicherheit darin, dass das eigene Gefühlserleben richtig ist. Wir richten ihren Blick nicht auf das Innen und die Eigenwahrnehmung, sondern ausschließlich auf das Außen und darauf, wie sie auf andere wirken können.

… sonst kommt nicht der Weihnachtsmann

Gerade zur Weihnachtszeit gipfeln die Erwartungen und Bedingungen an kindliches Verhalten in Drohungen. Dafür wird gerne die übermenschliche Figur des Weihnachtsmannes oder Christkinds herangezogen als außenstehender Richter über gute und schlechte Taten. Unsere eigenen Erwartungen an das Kind werden übertragen auf eine dritte Person, die in Listen oder Büchern gute und schlechte Taten aufführt und letztlich bewertet: „Wenn Du kein guter Mensch bist (meiner Meinung nach), bekommst Du weniger Geschenke.“ Oder keine. Oder gar eine Rute. Erziehung durch Druck, Angst und letztlich das Gefühl, nicht richtig zu sein und von anderen bewertet zu werden. Auf diese Weise verkehrt sich das „Fest der Liebe“ in ein Fest der Angst des Kindes vor Abwertung und Beschämung. Davor, „nicht richtig zu sein“, obwohl es einfach nur Kind ist und natürlich nicht die Erwartungen an erwachsenes Verhalten erfüllen kann.

Auch dann, wenn wir lediglich – in unseren Augen – positives Verhalten hervorheben und das Kind loben im Sinne von: Das hast Du so toll gemacht, dafür bekommst Du vom Weihnachtsmann sicher noch ein extra Geschenk, kann das genauso negativ sein wie die Androhung, nichts zu bekommen wegen „Fehlverhaltens“. Denn damit vermitteln wir ein Gefühl davon, wie das Kind eben nicht toll wäre: Wenn es einmal das Gegenteil dieses Verhaltens zeigt. Ein „Ich hab Dich lieb, weil…“ kann manchmal auch den Umkehrschluss enthalten „Ich hab Dich nicht lieb, wenn…“ Kinder sollten sich nicht nur dann angenommen und geliebt fühlen, wenn sie unsere Erwartungen erfüllen. Sowohl mit einer übermäßig positiven Hervorhebung kindlichen Verhaltens als auch mit Druck und Bestrafung sollten wir also vorsichtig sein.

Bestätigung darüber, „gut“ zu sein, „richtig“ zu sein, vermitteln wir dem Kind darüber, Dinge zu bekommen, mit Dingen „belohnt“ zu werden: Wenn Du brav bist, bekommst Du ein Geschenk, wirst belohnt mit einem Gegenstand. „Dinge machen glücklich“ – auch dies ist eine Botschaft, die wir unseren Kindern mit auf den Weg geben, wenn wir mit Belohnung oder Bestrafung durch Weihnachtsgeschenke arbeiten.

Ich liebe Dich – so wie Du bist

Was Kinder brauchen – nicht nur zur Weihnachtszeit – ist das Gefühl, angenommen und geliebt zu werden. – Und dies auch/gerade dann, wenn sie eben vollkommen natürliches kindliches Verhalten zeigen. Statt mit Drohungen, Liebesentzug oder himmlischen Richtern zu drohen, sollten wir uns zunächst immer vor Augen führen, dass wir eben ein Kind vor Augen haben und keinen Erwachsenen. Auch dann, wenn wir gerade – wie oft in der Vorweihnachtszeit – besonders gestresst sind und es so gerne einfacher hätten.

Wir können hinsehen und uns fragen: Was ist jetzt das Bedürfnis meines Kindes? Warum verhält es sich so? Wir brauchen Verständnis für die normale kindliche Entwicklung – und müssen dieses Verständnis auch gegenüber der Gesellschaft verdeutlichen und verteidigen in all jenen Situationen, in denen uns hochgezogene Augenbrauen in der Öffentlichkeit ermahnen wollen, unsere Kinder bitte – koste es was es wolle – in ihre Erwartungen zu pressen.

Gerade dann, wenn ein Kind wütend oder traurig ist, braucht es uns und unsere einfühlsame Begleitung. Es braucht das Gefühl, auch in schwierigen Situationen geliebt und angenommen zu werden und sich mit einer Not an liebevolle Bezugspersonen wenden zu können. Es braucht Sicherheit in den Momenten, in denen es Unbeständigkeit fühlt und nicht weiß, wie es sich anders ausdrücken kann. Es braucht Liebe und Vorbild.

Aber die Gesellschaft…

Das bedeutet nicht, dass Kinder sich in der Gesellschaft nicht auch so bewegen sollten, dass alle miteinander entspannt leben können. Aber das, was gesellschaftskonform ist, muss an die kindlichen Fähigkeiten angepasst werden: Wenn ein Kleinkind wütend tobt vor Langeweile in der langen Supermarktwarteschlange, dann ist das ein normales und verständliches Verhalten. Ziel ist es in einer solchen Situation nicht, das Kind mit Druck und Angst zu disziplinieren, sondern einen gangbaren Weg zu finden für diese Familie in dieser Situation: Vielleicht, indem die Familie einfach vorgelassen wird. Vielleicht, indem ihr Platz in der Schlange gesichert wird, während sich Vater oder Mutter um das Kind kümmern. Vielleicht auch, indem das Kind freundlich von anderen abgelenkt wird oder das begleitende Elternteil vermittelt bekommt: Es ist schon gut so.

Wir können einem Kind auch ohne Druck, Zwang und Angst vermitteln: Dieses Verhalten war jetzt gerade nicht passend. Wir können sagen: „Mir ist das zu laut!“ anstatt „Du bist zu laut!“ Wir können spiegeln und erklären, wie es uns in bestimmten Situationen geht – ohne Kinder dabei zu verängstigen.

Was wir brauchen, ist ein Verständnis für kindliche Fähigkeiten und Möglichkeiten und dass Kinder sich je nach Alter auf bestimmte Weise ausdrücken und ihr Verhalten durch ihre Entwicklung bestimmt ist. Wir sollten nicht den Maßstab an erwachsenes Verhalten an ein Kind legen. Was wir auch brauchen, ist weniger Druck auf Eltern, die sich in der Gesellschaft oft genötigt fühlen, ihr Kind anpassen zu müssen und dafür in einer überforderten, stressigen Situation oft zu erlernten, selbst erfahrenen Maßnahmen wie Druck und Bestrafung greifen, um der Bewertung von Außen standzuhalten (weil sie vielleicht selbst gelernt haben, dass sie nur dann gut und richtig sind, wenn sie das in den Augen anderer sind, siehe oben).

Kinder sind lieb und brav. Manchmal. Und manchmal sind sie wild und unberechenbar. Nicht weil sie gut oder böse sind, sondern weil sie einfach Kinder sind und auf dem Weg, die Welt und sich selbst kennen zu lernen. Begleiten wir sie auf diesem wichtigen Weg ohne Zwang und Druck, damit sie ein gutes Gefühl für sich und die Welt entwickeln können.

 

 

Susanne Mierau ist Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik), Familienbegleiterin und Mutter von 3 Kindern. 2012 hat sie „Geborgen Wachsen“ ins Leben gerufen, das seither zu einem der größten deutschsprachigen Magazine über bindungsorientierte Elternschaft gewachsen ist. Sie ist Autorin diverser Elternratgeber, spricht auf Konferenzen und Tagungen, arbeitet in der Elternberatung und bildet Fachpersonal in Hinblick auf bindungsorientierte Elternberatung mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.    

 

 

13 Kommentare

  1. Ach wie schön geschrieben! Schade, dass diese Sichtweisen auf Kinder so vielen Menschen verloren gegangen ist! Ich merke bei meinen beiden Kindern auch oft, dass sie vor allem dann laut werden, wenn sie Aufmerksamkeit möchten, daher lieben es beide so sehr, wenn wir ganz alleine für sie da sind! Oder eben auch von Menschen mit einbezogen werden. Genau das ist verloren gegangen im Alltag: Kinder mit Respekt behandeln nicht über ihre Köpfe hinweg reden… Und in der Schule dann werden wieder andere Erwartungen an sie gestellt, da sollen sie sich von selbst einbringen, sich melden für ihren Standpunkt einstehen! Es kann doch nicht sein, dass sie ansonsten unsichtbar sein sollen… Unsere Kinder werden gerne als eigensinnig oder laut bezeichnet und ich nehme sie da auch immer in Schutz und sage auch immer wieder, dass betreffende Personen mit Ihnen und nicht über sie reden sollen!

  2. Wirklich schön geschrieben und ich mir schon einiges von dir angenommen weil deine Worte mir die Augen geöffnet haben. Und das von dir geschriebene kann ich auch immer öfter in der Öffentlichkeit umsetzen, jedoch hapert es noch mit den kleinen Dingen. Meine Tochter ist knapp 3 Jahre und hat gerade ihre „Nein“ Phase zusammen mit „Ich möchte machen was ich will“ Phase und das 7st meist genau das Gegenteil von dem was wir gerade machen wollen. Frühstücken, Anziehen, los gehen…… eben alles. Mit fällt es schwer in solchen Situationen kein Druckmittel zu nutzen, weil es jeden morgen oder Abend so ist das wir essen und uns anziehen oder so. Dann sagt sie einfach Nein! Oder rennt weg……. dann Rede ich auf sie ein, dass doch alle in der Krippe auf sie warten um zu spielen etc…… dann macht sie mit für gefühlte 2 Sekunden…..ein strumpf 😅 und dann geht das gleiche von vorn los. Da hilft dann meist nur „Wenn“ “ dann“.
    Vielleicht hast du ja dafür noch Tipps oder Denkanstöße. Würde mich freuen.
    Viele Grüsse
    J.

    • So kurz als Kommentar ist das schwer zu beantworten. Es geht immer wieder um Ressourcen: Um Entwicklungsressourcen (sich weiter entwickeln) oder um Essen, Dinge,… Daher muss man immer wieder genau hinsehen, was eben gerade das wirkliche Bedürfnis ist und dann Wege finden. Empfehlen kann ich Dir mein Buch „Ich! Will! Aber! Nicht!“, da sind einzelne Situationen noch konkreter beschrieben.

  3. Ich würde diesen Artikel gerne millionenfach ausdrucken und überall ankleben: in Supermärkten (wo ich mal wegen des Wutanfalls meines damals Zweijährigen von diversen Leuten auf üble Art angefeindet wurde), in der S-Bahn, in Restaurants, in der Kita, in der Kleinkinder für kindliches Verhalten und Gefühlsausbrüche bestraft wurden. Aber ich hänge ihn mir erstmal selber hin für das nächste Mal, wenn ich in der Hektik des Alltags zu ungeduldig bin, wegen eines Missgeschicks zu schnell meckern will oder genervt bin von der Lautstärke. Es gibt tatsächlich oft Momente, wo eine innere Stimme mir sagt: sie sind Kinder und das ist völlig normales Verhalten. Aber ich muss aufpassen, dass ich diese Stimme nicht motzend übertöne, bloß weil ich gerade unter Druck bin. Eine lustige Methode, mir Luft zu machen, ohne dass die Kinder darunter leiden, ist, dass ich mich dabei über mich selber lustig mache. Weil die Kinder mir den Spitznamen Waschbär verpasst haben, bin ich dann das Motzbärchen, was vor sich hinschimpft und nicht ganz ernstgenommen werden muss. Sowieso entspannt Humor oft die Lage. Das schaffe ich aber auch nur, wenn ich einen Schritt zurücktrete und die Situation (und die Motivation der Kinder) von außen betrachte.

  4. Um mal was positives zu schildern:

    Das Einkaufsbeispiel ist immer schön! Meine Tochter geht sehr gerne einkaufen. Da habe ich sehr viel Glück 😃 aber ich mache in aller Regel auch viel Quatsch mit ihr und schließe viele Kompromisse und sie darf immer mithelfen und wird eingebunden und das schönste Erlebnis in diesem Zusammenhang war neulich der Kommentar eines Kassierers – als ich mich dahingehend erklärte, weil es mal wieder durch das Quatsch mache etwas länger dauerte – dass, aber mein Kind auch quasi auch nie weinen oder brüllen oder quengeln würde und das eben sehr ungewöhnlich wäre und auch sehr schön. Das hat mich echt gefreut!

  5. Ich musste gerade daran denken, wie mir mal gesagt wurde, mein Kind sei aber ein braves Kind, nur weil es in dem Moment schief. Ich habe daraufhin sehr irritiert geschaut und gefragt, was genau an schlafen brav sei. Die Dame konnte es auch nicht beantworten, worüber wir herzlich gemacht haben.

    Allerdings würde ich Deinen Artikel gerne mit Deiner Genehmigung ausdrucken und jedem, der das nächste Mal mit Absicht und schimpfend über mein wütendes Kind stolpert in die Hand drücken. Oder dem Fremden der mir „gut gemeinte“ Erziehungstips erteilen möchte, die so gar nicht hilfreich sind. Du bringst es einfach auf den Punkt, liebe Susanne!

    Vielleicht hilft das ja, dass sich mehr und mehr Menschen öffnen für neue Wege mit Kindern.

    Ich selber werde weiterhin so empathisch, wie es mir möglich ist, auf mein Kind reagieren – mit viel Respekt, Weitsicht, guter Zeitplanung (leider nicht immer möglich) und ganz viel Liebe in allen Situationen.

      • Vielleicht könnte in der Broschüre auch stehen, dass man gerne Eltern auch mal sagen darf, dass man das alles gut macht! Das hat uns neulich eine Frau in der Straßenbahn gesagt, „Ich freue mich daran, wie schön sie mit Ihrer Tochter umgehen“. Sie hat auf ihre eigenen Zeiten als Mutter verwiesen und gesagt, dass sie weiß wie anstrengend das oft sein kann. Das fand ich irgendwie schön, obwohl man natürlich nicht vom Lob anderer abhängig sein sollte. Aber es war eine schöne Geste, die das sprichwörtliche Dorf näher gebracht hat. Wir leben in einer Gesellschaft, in der schnell gemeckert, aber selten etwas Positives geäußert wird. Dabei schafft eine kleine verbale freundliche Aufmerksamkeit direkt so eine gute Grundstimmung, die sich wiederum positiv auf alles andere aufwirken kann!

  6. Was mir noch eingefallen ist, ich hatte auch schon sehr nette Erfahrungen: Ich stand einmal mit meinem 2 jährigem an einer Straßenbahnhaltestelle und war mit meinem 2. Kind schwanger und durfte gerade auf keinen Fall schwer heben, da sich Blutungen gerade beruhigt hatten. Mein Sohn war wegen irgendetwas gerade wütend und wollte auf keinen Fall zurück in den Buggy steigen, aus dem er ausgestiegen war. Ich habe mich hingehockt und ihn getröstet und ihm erklärt, warum er jetzt bitte einsteigen soll und dass ich ihn nicht heben kann. Diese Szene hatte eine ältere Dame beobachtet und kam zu uns, sie sprach meinen Sohn ganz lieb an, dass sie mir jetzt helfen würde und ihn deshalb in den Buggy heben würde. Da hat er sich tatsächlich von ihr rein setzen lassen, sie half mir noch beim Einsteigen u d meinte ganz freundlich, ach so ist das manchmal mit den Kleinen, sie erinnert sich noch gut daran, wie es damals bei ihr so war. Dastand ich so toll, sie hat das Kind respektiert und uns tatsächlich geholfen ohne irgendwas vorwurfsvolles zu sagen.

  7. Hallo Susanne, mal was anderes: Würdest du bei deinen Links in Klammern anmerken, ob es sich dabei um eine PDF handelt? Sonst lädt man sich plötzlich zu viele Dateien auf einmal aufs Smartphone. 😉

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