„Ich kann nicht gut schlafen!“ – Kinder und Albträume

„Mama, ich kann nicht gut schlafen!“ sagt mein Kind am Abend zu mir. Es würde in der letzten Zeit nicht gut träumen. Es schreckt im Schlaf hoch, weint, setzt sich auf. Albträume sind es, die die Nacht stören und bis in den Tag erinnert werden – manchmal stärker, manchmal schwächer. Viele Dinge liegen als Eltern in unseren Händen und es ist möglich, sie abzuwenden. Natürlich wollen wir nicht, dass es unseren Kindern schlecht geht, dass sie sich schlecht fühlen. Aber wie können wir ihnen helfen bei den nächtlichen Geschichten, die sie erleben?

Mein Kind träumt schlecht – ich sorge mich darum

Wenn unsere Kinder traurig oder verängstigt sind, berührt uns dies – und das ist gut, denn als Eltern ist es unsere Aufgabe, unsere Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten, sie zu schützen und zu unterstützen, wenn es notwendig ist. Wenn sie traurig sind, nehmen wir sie in den Arm. Wenn sie sich verletzt haben, trösten wir.

Auch vor schlechten Träumen wollen wir sie oft schützen, weil es uns so nahe geht, wenn sie verzweifelt sind und auch, weil wir uns manches Mal fragen: Aber warum ist mein Kind so unglücklich? Warum weint es immer wieder nachts? Mache ich etwas falsch? Gibt es schädigende, Angst einflößende Faktoren in der Umgebung?

Diese Gedanken sind wichtig und richtig, denn auch wenn Albträume besonders in der Vorschulzeit recht verbreitet sind, sind immer wieder kehrende Albträume und Ängste ein Grund, um über den Alltag und die Auslöser nachzudenken.

Woher kommen die schlechten Träume?

Besonders in der Vorschulzeit sind Albträume relativ häufig, wenn Furcht und Fantasie in der Kleinkindzeit langsam entstehen und Kinder sich dann in der Vorschulzeit in der „magischen Phase“  befinden. Was für uns von Außen zunächst unrealistisch erscheint, ist für sie ganz real: Hexen, Monster, Gespenster gibt es wirklich in ihren Gedanken. Damit sind auch Ängste in dieser Zeit verständlich, wenn solch überirdische Wesen existieren können. Oft lassen Albträume Rückschlüsse auf das Erleben oder Empfinden zu, das aber nicht unbedingt offensichtlich zutage tritt: Es sind eher bebilderte Ausdrücke von Empfindungen. Diskutiert wird auch, ob Träume uns vorbereiten auf gefährliche Situationen und diese schon vorab „durchspielen“.
Wenn ein Kind träumt, wird dieser Traum als sehr real erlebt und wirkt oft auch nach dem Aufwachen noch nach. Hat das Kind Angst im Traum, bleibt es oft eine ganze Weile ängstlich und ein einziger dunkler Traum kann tagelang ein wichtiges Thema sein.

Aber auch besondere Erlebnisse, aufregende Aktivitäten, Belastungen oder fehlende Entspannung können zu Albträumen führen. Auch die Sorgen, die wir als Eltern mittragen in den Alltag, können Kinder belasten. Manchmal treten Albträume auch verstärkt in Phasen auf, in denen das Kind einen neuen Entwicklungsschritt macht.

Wichtig zu wissen ist bei all dem: Albträume sind auch normal und wir müssen uns nicht für schlechte Eltern halten, wenn das Kind gelegentlich schlecht träumt. Was wir aber immer tun sollten: da sein und die Geschichten des Kindes ernst nehmen.

Wie Du Deinem Kind bei schlechten Träumen helfen kannst

Eigentlich wissen wir es aus eigener Erfahrung: Wenn wir schlecht träumen, tut es erst einmal gut, getröstet zu werden und sich sicher zu fühlen. Gerade dann, wenn der Albtraum ganz real erschien und noch eine Weile nachhängt. Es tut gut, bei einem anderen Menschen Schutz und Verständnis zu finden.

Es ist daher ganz natürlich, dass Kinder erst einmal Schutz in den Armen der Eltern finden wollen und ins Elternbett kommen. Die Albträume eines Kindes sollten wir nicht abtun, sondern ernst nehmen und das Kind davon berichten lassen.

Was tun bei Albträumen von Kindern

1. Albträume ernst nehmen und Kind begleiten und beruhigen. Ein „Das war ja nur ein Traum!“ allein hilft dem Kind eher nicht, es braucht wirklichen Trost.

2. Zur Verarbeitung kann tagsüber über die beunruhigenden Träume gesprochen oder es können Bilder darüber gemalt werden.

3. Am Tag kann das Kind sich dann auch ein neues Ende des Traums ausdenken.

4. Entspannende Abendrituale: Es tut oft gut, den Tag ritualisiert und ruhig ausklingen zu lassen und das Kind über den eigenen Tag berichten zu lassen.

4. Sind zu viele Reize Ursache der unruhigen Nächte, dann bewusst zum Abend die Reize reduzieren. Auch Computer-/Handyspiele und Fernsehen können abends zu anstrengend sein.

5. Magische Hilfsmittel: Die Kinder in der magischen Phase glauben nicht nur an Hexen und Monster, sondern an Magie generell: Monsterspray und Traumfänger können daher magische Hilfen für sie sein, die ihnen Schutz geben.

6. Gute Hilfen: Es ist in Ordnung, abends gemeinsam ein Ritual zu entwickeln, welches das Kind beruhigt: Zusammen unter das Bett sehen, das Monsterspray versprühen oder ein „Gute-Nacht-Öl“ zu massieren. Wichtig ist dabei, dass sich diese Rituale in einem zeitlich nicht zu ausufernden Rahmen befinden, der das Einschlafen nur hinauszögert.

Ab wann zur Ärztin?

Albträume sind zunächst normal. Aber dann, wenn Kinder aus dem Schlaf aufschrecken und sich oder andere verletzen oder die schweren Träume über eine sehr lange Zeit anhalten und/oder immer wieder auftreten, ist manchmal eine genauere Abklärung hilfreich. Die Ärztin kann dann an passende Hilfen weiter verweisen.

Kennt Ihr auch Phasen, in denen Eure Kinder viele Albträume hatten?
Was hat bei Euch geholfen?
Eure

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