Monat: Dezember 2016

Weihnachten ohne Familienstress

Der Baum steht, die Kerzen brennen, Genschenke sind verpackt und die Kinder sind in gespannter Vorfreude. Eigentlich könnte alles so schön sein. Aber in manch einer Familie macht sich eine innere Unruhe breit, denn bald treffen die Gäste ein oder die Verwandtschaft wird besucht. Und Gäste oder Verwandtschaft offenbaren manchmal im Zusammensein, dass sie ganz andere Erziehungsvorstellungen haben als man selbst. Gerade an Weihnachten in der sowieso schon von Erwartungen aufgeladenen Stimmung kann das viel Unruhe in den eigentlich schön geplanten Abend bringen.

Im letzten und vorletzten Newsletter haben wir dieses Thema besprochen: Was tun, wenn die Weihnachtstage durch unterschiedliche Ansichten drohen, stressig zu werden? Da es hierzu sehr viele Rückmeldungen gab und auch danach noch einige Anfragen, möchte ich auch hier auf dem Blog nochmal diese Ideen teilen. Einige Vorschläge habe ich eingebracht:

  • Achtsam Zuhören: Wenn wir unserem Gegenüber gut zuhören und ihn ausreden lassen, merken wir, was er wirklich will und können auf dieser Ebene auch antworten. Eine freundlich gemeinte Gegenfrage kann ein ganz neues Gespräch eröffnen: „Machst Du Dir eigentlich Sorgen um Deinen Enkel?“ „Hast Du Angst, dass sich mein Kind nicht gut entwickelt?“ Und dann können wir den Blick auf all die guten Dinge unseres Kindes lenken. Warum daran etwas ändern? Wichtig ist hier, dass wir ehrlich das Besorgen des Gegenübers akzeptieren und nicht ironisch oder böse eine Rückfrage stellen, sondern wirklich an der Antwort interessiert sind, um neu in das Gespräch zu kommen.
  • Die eigene Geschichte erzählen lassen: Wie war das denn damals bei Euch? Wer hat denn zum Schreien lassen geraten und warum? Wie ging es Dir damit? Aha, Du wolltest nur das beste für Dein Kind. Das kann ich gut verstehen. Heute weiß man aus Studien, dass….
    Wir können uns immer wieder vor Augen führen, dass auch eine Generation mit ganz anderen Erziehungsmethoden das beste für die eigenen Kinder wollte. Damals waren aber die Ziele der Erziehung andere und Kinder wurden für eine andere „Aufgabe in der Gesellschaft“ erzogen. 
  • Atmen: Durchatmen bevor Du antwortest. Wenn wir uns kurz Zeit nehmen, um uns wieder zu erden, kann das sehr hilfreich sein.
  • Schwierige Situationen meiden: Vielleicht kann die Sitzordnung so geplant werden, dass eine nette Nachbarschaft gewählt werden kann oder es gibt andere Möglichkeiten, den Tag auch mit Rückzugsbereichen einzurichten.
  • Wenn es nicht anders geht: Ziehe Dich zurück aus der Situation. Du weißt, Du bist ein guter Elternteil und musst Dir keine Vorwürfe anhören.Ihr geht den Weg, der für Euch richtig ist.
  • Vorher könnt Ihr Euch immer wieder vor Augen führen, wie stolz Ihr auf Euch sein könnt und Euer Selbstvertrauen ausbauen: Was hast Du dieses Jahr alles mit Deinem Kind erlebt und was hast Du gut gemeistert? Es gibt sicherlich eine lange Liste.

Und im Austausch mit anderen gab es noch weitere tolle Ideen für ein entspanntes Weihnachtsfest:

  • Open-House: Ein ungezwungenes Weihnachtsfest mit offener Tür. Freude und Familie wissen Bescheid, der Tannenbaum wird an die Wand geklebt mit Tape und jeder kommt wann und wie er will
  • Freunde einladen, die mit einem auf einer Wellenlänge sind. Dadurch wird gezeigt, dass auch andere „so“ leben und es gut geht.
  • Sich auf das große eigene Glück konzentrieren.

Ich wünsche Euch jedenfalls ein entspanntes Fest im Kreise der Lieben ohne Streit, ohne Stress. Denn es gibt so viel, über das wir dankbar sein können. Habt Ihr noch mehr Tipps? Dann schreibt gerne einen Kommentar.

Eure

So 4jährig – Warum Eltern mit dem richtigen Ohr zuhören sollten

An manchen Tagen habe ich das Gefühl, meine Kinder entspringen einem Lehrbuch. Nicht einem darüber, wie wunderbar und leicht und wohlerzogen Kinder sein können. Sondern einem Lehrbuch über all die Dinge, die Eltern nun einmal auf ihren Elternweg mit Kindern begegnen. Bei dem Baby sind es die typischen Babyentwicklungsphasen, bei dem Schulkind natürlich all die Schulerlebnisse, von denen von allein los gehen über Pausenhofreibereien bis Schummeln nichts ausgelassen wird. Und bei meinem Mittelkind sind es die ganz typischen Erlebnisse mit einem vierjährigen Kind zwischen mangelnder Impulskontrolle, eigenem Willen, Stürmen im Kopf und emotionalen Entladungen. Weiterlesen

Hinsehen

Da sitze ich am Abend da mit Kopfschmerzen und bin erschöpft vom Tag, denn es gab viel Streit zu schlichten und viel Einfühlungsvermögen war gefordert. Der Babysohn wollte viel getragen werden und war unleidlich, das große Kind hatte keine Lust auf Schularbeiten und der mittlere Sohn wurde so sauer, dass auf einer Weihnachtsfeier der Schule nur die Schulkinder beschenkt wurden, dass wir die Schulfeier früher verlassen mussten, was wieder das Schulkind sauer machte und schließlich auch das Baby unruhig werden ließ.

Das Abendessen war kurz, denn alle waren müde und erschöpft und schlecht gelaunt und beim Vorlesen der Gutenachtgeschichte wurde darüber geschimpft, dass sie viel zu kurz sei. Und die Gutenachtlieder wären auch heute falsch. Nun schlafen sie, meine drei Kinder. Und ich denke einen kurzen Augenblick darüber nach, wie anstrengend alles war.

Dann sehe ich mir die Nachrichten des Tages an, die immer wieder zu lesen sind. Und ich denke: Ja, Dein Tag war aus Deiner Perspektive anstrengend. So, wie Deine Tage eben manchmal anstrengend sind. Aber ich habe ein Zuhause, hatte drei Mahlzeiten und Kaffee und Kekse. Ich habe meine Kinder und meinen Mann und meine Freunde. Ich habe eine warme Wohnung und fürchte nicht um unser Leben. Es geht mir so gut, selbst wenn es mir schlecht geht. Das alles bedeutet nicht, dass es mir nicht subjektiv auch schlecht geht oder schlecht gehen darf. Aber mit etwas Abstand betrachtet geht es mir doch ziemlich gut.

Ich streichel über den warmen Kopf meines Babys, das so sicher und warm und weich in meinem Arm liegt und denke an die Menschen, die genau dieses Gefühl der Sicherheit und Wärme jetzt nicht haben. Eine Freundin hat heute den Artikel „7 real things you can do right now about the catastrophe in Aleppo“ geteilt. Es geht um Menschen wie wir, um Menschen mit Kindern. Alles, wofür wir hier einstehen, die Sicherheit, die Geborgenheit, das Glück wurde diesen Menschen genommen. Wenn unsere Botschaft Menschlichkeit und Liebe ist, dürfen wir nicht wegsehen, denn dieses Ziel gibt es nicht nur für uns selbst und unsere Kinder. Wenn unser Wunsch ist, unseren Kindern eine gute Zukunft in einer schönen Welt zu ermöglichen, können wir uns dies nur für alle Kinder gleichzeitig wünschen, denn wir sind alle Teil dieser einen Welt. Und nicht zuletzt deswegen müssen wir hinsehen und wir müssen etwas tun für diese Menschen, für diese Kinder und ihre Eltern, die sie wie wir in ihren Armen halten und ihnen wünschen, dass irgendwie alles gut wird. Und wir alle können etwas tun, jeder ein Stück, das irgendwie möglich ist. Und nicht wegsehen ist schon ein Teil davon.

Eure

5 Dinge, die meine Kinder mich gelehrt haben

Oft denken wir, dass wir unseren Kindern viel beibringen müssten oder ihnen die Welt erklären sollten. Wir denken, dass sie noch so viel lernen müssen, damit sie werden wie wir. Aber sie sind ja schon. So wie sie sind. Und sie lernen jeden Tag von uns, von ihrer Umwelt die Dinge, die wichtig sind. – Und wir lernen von ihnen, auch wenn es uns manchmal nicht bewusst ist.

An manchen Tagen frage ich mich, wie ich wohl früher Sachen gesehen oder ob ich sie überhaupt wahrgenommen hätte. Mein Denken hat sich verändert durch meine Kinder.

  1. Wirklich hinsehen: Ein Eichhörnchen klettert einen Baum hoch, eine klitzekleine Schnecke kriecht über den Weg. Hätte ich das früher gesehen? Durch meine Kinder habe ich gelernt, hinzusehen und aufmerksam zu sein für die Dinge, die es jeden Tag überall zu entdecken gibt.
  2. Wirklich zuhören: Im Zusammenleben mit Kindern muss man hinhören, genau hinhören: Was möchte das Kind genau? Im kritischen Alter zwischen 2 und 6 führt es sonst oft zu Problemen. Dieses Zuhören ist nicht nur gut im Zusammensein mit den Kindern, sondern auch mit anderen (erwachsenen) Menschen.
  3. Einfach wieder fröhlich sein: Nie wieder im Leben ist es so einfach, so schnell von tieftraurig zu fröhlich-lachend zu wechseln. In einem Moment ist etwas noch furchtbar, im nächsten springt das Kind wieder auf und lacht. Eine Kunst, die das Erwachsenenleben so vereinfachen kann.
  4. Ruhepausen sind wichtig: Unsere Kinder haben noch ein Gespür dafür, wann sie eine Pause brauchen. Anregung und Entspannung wechseln sich ab und nach einem aufregenden Spiel wird ein Buch angesehen. Das fehlt uns Erwachsenen oft, wenn wir durch den Alltag hetzen von Termin zu Termin, von Aufgabe zu Aufgabe.
  5. Mit allen Sinnen genießen: Wie können Kinder noch Dinge genießen und mit allen Sinnen wahrnehmen: riechen, fühlen, schmecken. – Wann tun wir Erwachsene das schon? Meine Kinder haben mir gezeigt, wie schön es ist, beim Essen zwischendurch dorthin zurück zu kommen und wirklich zu genießen und nachzuspüren.

Und was habt Ihr von Euren Kindern gelernt?
Eure

An andere denken

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In dieser Woche war es ruhig hier auf dem Blog. In den letzten Wochen vor Weihnachten gibt es viel zu tun und ich denke an andere und Dinge, die ich noch erledigen möchte. Die Weihnachtsgeschenke für die Kinder sind schon lange da, aber ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, mich in den letzten Tagen des Jahres auch bei anderen Menschen zu bedanken, die mich durch das Jahr begleitet haben. Ich versende Weihnachtspost an liebe Bloggerkolleg*innen und Freund*innen. Auch die Erstlingsboxen wollen gerade verschickt werden und die ersten 13 Boxen sind in dieser Woche auf den Weg gegangen.

Vom Projekt Erstlingsbox haben wir einige Sachen übrig von den Firmen, die uns unterstützt haben: Ostheimer hatte wunderschöne Hasen-Handschmeichler für die Box zur Verfügung gestellt, Weleda das schöne Calendulabad und die Wundschutzcreme. Als ich sah, dass wir einen Überschuss haben, war mir klar, dass ich damit an andere denken möchte und bat die Firmen, diese Sachen weiter geben zu können an Menschen, die sie brauchen. Bereits im letzten Jahr hatte ich eine große Spendenaktion für Flüchtlingskinder mit einigen Kooperationspartnern gemacht (hier und hier nachzulesen), in diesem Jahr wollte ich mit den Spenden das Emmi Pikler Haus unterstützen. Dort leben 9 Kinder zwischen 0 und 6 Jahren, die aufgrund akuter familiärer Notsituationen nicht in ihren Familien leben können und dort mittel- oder langfristig bleiben bis sie in ihre Herkunftsfamilie zurück können oder zu einer Adoptiv- oder Pflegefamilie kommen. Die Kinder dort sind aktuell zwischen 1 und 6 Jahren.

Im Telefongespräch mit der Leiterin der Einrichtung erklärte sie, dass sie sich über diese Sachenspenden sehr freuen würden. Weleda und Ostheimer waren sofort damit einverstanden und ich kontaktierte noch den Windelhersteller Lillydoo mit der Bitte um Windelspenden für die Kinder vor Ort. Zwar wären Stoffwindeln wunderbar, doch im Alltag dort nicht umsetzbar, wurde mir erklärt. Lillydoo stellt besonders hautfreundliche und weiche Windeln her ohne Lotionen, Farbstoffe und Parfum. In der Einrichtung, wurde weiter erläutert, wird sehr darauf geachtet, die Kinder nicht mit weiteren unnötigen Reizen zu konfrontieren.

In dieser Woche machten sich daher große Pakete mit Spenden auf den Weg. Ein kleines weiteres Paket ging an eine Kleinkindgruppe eines Kindergartens. Auch andere Blogs nutzen ihre Reichweite und den Kontakt zu großen Firmen, um in dieser Zeit auch an andere Menschen zu denken und sie zu unterstützen, wie hier bei Baby, Kind und Meer. Auch Kreuzberg hilft, denen ich letztes Jahr Spenden übergeben habe von Partnern und auch von uns zu Hause, sucht weitere Unterstützung. Und natürlich können auch Privatpersonen an das Emmi Pikler Haus spenden.

Wenn Ihr Initiativen und Einrichtungen kennt, die Unterstützung brauchen, verlinkt sie gerne hier, damit sich vielleicht der ein oder andere, der möchte, mit einer Spende dorthin wenden kann. Ich bin für weitere Hinweise dankbar, denn auch im nächsten Jahr werde ich sicher wieder eine Spendenaktion machen.

Eure

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*Für diesen Beitrag habe ich persönlich keine finanziellen oder dinglichen Leistungen der beteiligten Firmen oder Organisationen erhalten.

Von der Nein-Umgebung zur Ja-Umgebung für Babys

Wenn unsere Kinder mit der Fortbewegung beginnen, kommt meistens das eine große Wort in unseren Wortschatz gegenüber dem Baby: „Nein!“. Zuvor war alles lieb und kuschelig und jedes Lächeln des Babys wurde mit einem Lächeln beantwortet. Vielleicht gab es hier und da mal ein kleines „Nein“, wenn zu sehr an den Haaren gezogen wurde beim Spiel. Aber nun kann sich das Baby fortbewegen, die Wohnung erkunden und möchte alles anfassen, ausprobieren und die Welt mit allen Sinnen begreifen. Aber die Welt – unsere Welt – soll vielleicht gar nicht von dem Baby immer begriffen werden, denken wir Erwachsenen. Und so sagen wir „Nein!“ und „Nein!“ und „Nein!“. An manchen Tagen vielleicht mehr als alles andere. Langfristig ist das weder für das Baby noch für den Erwachsenen eine schöne Beschäftigung.

Die Nein-Umgebung für das Baby

Natürlich gibt es Grenzen: im Zusammensein mit anderen Menschen geraten wir immer wieder an Grenzen und auch unsere Kinder lernen im Zusammesein mit anderen Grenzen kennen: Dinge, die man anderen Menschen nicht zufügen darf, beachten von Besitzverhältnissen (beispielsweise anderer Kinder), Grenzen zum eigenen Schutz oder zum Schutz von anderen. Es gibt viele sinnvolle Grenzen, die unsere Kinder in der Kindheit kennen lernen. Sie geben dem Zusammenleben einen Rahmen und helfen im Gegenzug auch, die eigenen Grenzen abstecken zu lernen. Das Kind lernt, dass andere Menschen Grenzen haben und es für sich auch welche ziehen kann und darf – und dass jeder Mensch auch andere Grenzen haben kann.

Doch Grenzen dürfen auch nicht zu sehr eingrenzen. Sie sollen nicht ausgrenzen von der natürlichen Entwicklung und dem Erleben. Sie sollen dem Baby nicht die Lust an der Exploration rauben, nicht verhindern, dass das Kind seinem natürlichen Bedürfnis nachgeht, nicht die Neugierde einschränken. Das Baby soll nicht durch zu viele Neins gehemmt werden und sich nicht mehr trauen, Neues zu entdecken. Es soll nicht ängstlich werden durch eine ständige Einschränkung.

Die Nein-Umgebung für den Erwachsenen

Eine Umgebung, die das Baby eingrenzt, hat jedoch nicht nur negative Auswirkungen auf das Kind, sondern zugleich auch auf den Erwachsenen, der zu einem Nein „gezwungen“ ist. In einer Umgebung, die den kindlichen Anforderungen nicht entspricht, muss die Bezugsperson beständig auf das Kind achten und muss sich sehr darauf fokussieren. Da es dem Kind an der Möglichkeit mangelt, sich selbst durch Erkundung und Abenteuer zu beschäftigen, braucht es eine andere Beschäftigung – zumeist die Interaktion mit der Bezugsperson. Zu wenig Raum zum Erkunden und selbstwirksamen Spiel kann daher leicht dazu führen, dass Eltern in dem kleinen Rahmen, der vorgesehen ist, das Kind bespielen müssen.

Auf Dauer ist das ständige „Nein!“ Zudem recht zermürbend und die gesprochenen Worte wirken sich auch auf unsere Wahrnehmung aus: Macht das Kind überhaupt etwas anderes am Tag als das, was ich verbiete? Je enger der Raum ist, den wir als Erwachsene zulassen, desto mehr Neins müssen wir sagen und desto negativer wird unser Blick auf das Kind und seine Aktivitäten.

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Eine Nein-Umgebung in eine Ja-Umgebung umwandeln

Was brauchen also Familien? Eine Umgebung für das Baby, in der möglichst wenig „Nein!“ notwendig ist. Das Baby muss sich gemäß seiner Entwicklung frei bewegen können, d.h. rollende Babys brauchen genügend Platz, um in beide Richtungen rollen zu können, krabbelnde Babys dürfen längere Strecken krabbeln, sich hoch ziehende Babys brauchen Möglichkeiten, um sich sicher hoch ziehen zu können, laufende Babys brauchen Platz zum Laufen. Innerhalb dieses Platzes lohnt es sich, wenn wir uns auf Babyhöhe begeben und den Raum auf uns wirken lassen: Was ist interessant? Was ist gefährlich? Es is lohnenswert, im Raum verschiedene Möglichkeiten für das Baby zu haben, mit denen es umgehen kann. Das müssen keine Ecken mit extra Spielzeug sein, sondern es reicht Platz zum Bewegen und Kisten oder Schränke oder Schubladen mit ungefährlichen Alltagsgegenständen, die ausgeräumt und bespielt werden können (Löffel aus Metall und Holz, Schneebesen, Plastikschüsseln oder Nudelsieb, kleine Holzbausteine, Becher aus Metall, eine umgedrehte Holzschublade kann zu einem kleinen Podest zum Rauf- und Runterkrabbeln werden, Plastiktrinkflaschen, ggf. gefüllt mit Nudeln oder Reis, Kirschkernsäckchen, Steck-Wäscheklammern). In einer solchen Umgebung, die den Bedürfnissen des Babys nachkommt und gleichzeitig ungefährlich ist, hat das Baby die Möglichkeit, sich selbständig zu bewegen und frei zu spielen ohne bespielt werden zu müssen. Es muss nicht beständig eingeschränkt werden in seiner Tätigkeit, sondern kann sich frei entfalten.

Schritte, um eine Ja-Umgebung zu schaffen

  • Begib Dich auf Babyhöhe und betrachte den Raum: Was ist gefährlich, was ist anregend?
  • Faustregel: Alles, was durch eine Toilettenpapierrolle passt, ist kein Babyspielzeug
  • Sind alle Steckdosen gesichert?
  • Gibt es keine herabhängenden Kabel oder Decken, an denen das Baby ziehen könnte, die dazu führen, dass ihm etwas auf den Kopf fällt?
  • Nutze den Anlass doch zum Aussortieren: Was brauchst Du eigentlich nicht mehr?
  • Gibt es Schubladen, an denen es sich die Finger klemmen kann, wenn es mit einer Hand hinein fässt und sich mit der anderen dagegen stützt?
  • Sind Reinigungsmittel, Medikamente etc. gut gesichert und nicht zugänglich?
  • Hat das Baby ausreichend Platz für alle Bewegungsbedürfnisse?
  • Hat es die Möglichkeit, verschiedene Erfahrungen im Raum zu machen und in einen Flow-Zustand im Spiel zu kommen?
  • Gibt es Möglichkeiten zum Erkunden wie beispielsweise zum Ausräumen von Kisten oder Schubladen?
  • Sind Treppen gesichert?

Viel Spaß beim Gestalten Eurer Ja-Umgebung.

Eure

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