Unser Landhaus – Doch mehr zu tun als gedacht

Immer wieder bekomme ich Fragen zu unserem Landhaus gestellt: Wie wir es gefunden haben, was wir wie und womit umbauen und warum wir überhaupt nun seit Jahren daran basteln. Deswegen gibt es nun endlich die Landhausreihe. Nach Teil 1: Wie wir unser Haus gefunden haben und Teil 2: Wie wir angekommen sind, kommt nun Teil 3: Doch mehr zu tun als gedacht.

Da standen wir nun also in unserem Garten, um uns die Nachbarn und viele viele andere aus dem Dorf und sahen auf unsere Toiletteninhalte hinunter. Irgendwie war der Abfluss zur Straße wohl versperrt. Es stank zum Himmel und die Kinder sprangen drum herum und fragten, ob das da oben eigentlich ihre Kackawurst sei oder eine von uns? Glücklicherweise gibt es im Dorf viele Handwerker und Fachleute. So kam nach kurzer Zeit ein Heizung-Sanitär-Mann dazu, versuchte, den Kanal zu öffnen – aber ohne Erfolg. Wir konnten dann die Toilette der Nachbarn benutzen zunächst und am nächsten Tag wurde mit großem Gerät der Weg freigelegt. Dabei wurden aber weitere Fragen aufgeworfen: Wo fließt das Abwasser überhaupt hin? Und bei der Besichtigung des Hauses wurde auch festgestellt, dass die vorhandene Therme ja gar nicht zu einer Fußbodenheizung passen würde. Langsam dämmerte uns, dass hier wohl doch mehr zu tun sein würde als gedacht: Die Therme mit ihrem großen Wassertank im ersten Stock sollte ausgewechselt und in das Erdgeschoss verlegt werden. Aber wohin da? Dann würden wir wohl die Treppe heraus nehmen müssen, war meine Idee. Zunächst stieß sie nicht auf viel Gegenliebe, denn wo sollte die Treppe denn dann hin? Juhu, eine Strickleiter nach oben, warf die große Tochter ein.

Das hielten wir dann doch für etwas sehr abenteuerlich. Aber wenn die Treppe in die Stube kommen würde, dann müsste man dort ja die Decke durchstoßen. Und die Treppe, die wir hatten, passte nicht in die Stube. Also würden wir eine neue Treppe brauchen. Wo bekommt man eigentlich eine Treppe her? Und dazu sollte es noch eine alte sein. Und wir bräuchten wohl auch einen Zimmermann, der sich das mal ansieht. Der Zimmermann entdeckte dann, dass einer der wichtigen Dachbalken irgendwie kaputt war (das Dach kam uns also noch nicht nur schief vor, es war schief!) und neu gemacht werden müsste.

Und während wir also das Haus, das wir ja irgendwie fertig gekauft hatten, nun langsam umplanten und unser Schlafzimmer wegen der Baumaßnahmen verlegten, stellte ich in dem Raum, in dem wir übergangsweise schliefen, einen unangenehmen Geruch fest. „Ich möchte hinter die Holzverkleidung der Wand sehen!“ sagte ich zu meinem Mann. „Ach nein, nicht das auch noch…“

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Und so mussten wir also die Therme auswechseln, die Treppe umbauen, den Dachbalken auswechseln und bei der Gelegenheit das Dach neu dämmen lassen. Wir mussten den Fußboden heraus nehmen, in dem die Fußbodenheizung nicht richtig funktionierte, weil das falsche Material drum herum geschüttet wurde. Wir entfernten die Verkleidungen von den Wänden und stellten fest, dass die Räume innen mit Styropor ausgekleidet waren, was auch erklärte, warum einige Wände feucht waren. Wir ließen die Fußbodenheizung aus dem Obergeschoss, das wir zumTeil abbauten, in die Außenwände legen als Wandheizung und entschieden uns, die Wände alle mit Lehm zu verkleiden. Kurz: Wir machten einen Plan, um das Haus komplett umzubauen. Und wir lernten: Vertrau nicht den Maklern und Verkäufern.

Was wir bei all dem aber auch lernten, war der Rückhalt des Dorfes: Immer kannte jemand jemanden, der uns helfen konnte. Die Handwerker, die mit uns umbauten, stammten aus dem Dorf und packten oft auch so mit an. Zusammen entwickelten wir Ideen, wie wir alles umsetzen konnten und auch, wo wir Dinge allein machen könnten, um Kosten zu sparen. Der Zustand des Hauses sprach sich schnell herum und so war auch keine große Überredungskunst notwendig, um den ehemaligen Besitzer noch einmal zu einem Gespräch zu bitten, um den Kaufpreis noch zu verringern, da wir einen Mietkauf vereinbart hatten.

Das Haus wurde also zum Projekt und wir kamen in den Spagat: Landhaus zum Ausruhen, neue Freundschaften vor Ort pflegen und trotzdem das Haus ausbauen. Wie schafft man das mit einer (damals) vierköpfigen Familie? Aber über unser Zeitmanagement und unsere Pläne berichte ich beim nächsten Mal.

Eure

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  • Rebecca

    Ich finde es so schön, dass ihr gleich so gut in die Dorfgemeinschaft aufgenommen wurdet. Ist nicht überall selbstverständlich. <3

  • Es wird immer spannender!