Unser Landhaus – Das Ankommen

Immer wieder bekomme ich Fragen zu unserem Landhaus gestellt: Wie wir es gefunden haben, was wir wie und womit umbauen und warum wir überhaupt nun seit Jahren daran basteln. Deswegen gibt es nun endlich die Landhausreihe. Nach Teil 1: Wie wir unser Haus gefunden haben kommt nun Teil 2: Wie wir angekommen sind.

„Guten Tag, mein Name ist Mierau. Ich habe zufällig dieses Haus entdeckt und würde es gerne besichtigen, wenn es noch verfügbar ist.“ Das Haus war noch verfügbar. Es gab Interessenten, aber es war noch verfügbar. Also fuhren wir wieder in den kleinen, bezaubernden Ort. Da wir etwas früh dran waren, suchten wir ein Restaurant, in dem wir Mittag essen könnten und fanden einen kleinen Gasthof. Die Besitzer waren eine zauberhafte Großfamilie und die vielen Kinder halfen bei der Bewirtschaftung mit aus. Ein Feuer brannte im Kamin und wir fühlten uns wohl. Irgendwie fühlte sich alles richtig an und vertraut.

Als wir am Haus ankamen, wurden wir vom Besitzer und dem Maklerehepaar begrüßt. Der Besitzer musste das Haus nach vielen Jahren aufgeben und in einen anderen Ort ziehen. Seine Kinder waren schon lange groß und ausgezogen. Sie gingen nun ihre eigenen Wege, erklärte er. „Wie das eben so ist.“ Wir wurden durch das Haus geführt, in dem eine Familie ihr Leben verbracht hatte. Eine alte Einbauküche zeugte davon, das hier viele Male Essen zubereitet wurde für eine ganze Familie. Tapeten aus einer anderen Zeit und Holzverkleidungen zierten die Wände. Nichts davon war so, wie wir es einrichten würden und doch blickte durch all diese Sachen das vor, was es für uns sein könnte. Wir sahen das Haus mit unseren Augen und so, wie wir es gestalten könnten. „Das hier könnte das Arbeitszimmer werden und das das Schlafzimmer“ besprachen wir, während unsere zwei Kinder durch die Räume rannten. Der Garten war klein, sehr klein. Aber es war ein Garten mit angrenzender Werkstatt. Ich könnte mir eine Töpferscheibe holen und einen Brennofen, ging es mir durch den Kopf.

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Während ich begann, mir Wandfarben und Werkstattelemente vorzustellen, ging mein Mann zu den wichtigen Themen über: Wann das Dach zuletzt gedeckt wurde, wie alt die Therme sei, wann die Fußbodenheizung verlegt wurde. Um ehrlich zu sein: Wir hatten keine Ahnung von Häusern und hatten uns bei Freunden und aus dem Internet einige Fragen zusammengesammelt, die man eben so stellt. Wir hatten nie in einem Haus gewohnt und waren beide eigentlich auch handwerklich nicht begabt. Zu diesem Zeitpunkt, an diesem Tag in diesem Haus wussten wir nicht, dass wir all das noch lernen würden. Zwei Jahre später würden wir hier sitzen im Staub und mein Mann würde zu mir sagen: „Weißt Du noch damals? Beim nächsten Haus wissen wir, worauf wir achten müssen.“ Jetzt wussten wir es nicht, aber alle wirkten so, als würden wir ihnen vertrauen können. „Das Haus ist in einem top Zustand“ versicherte uns die Maklerin. Natürlich sagen Makler sowas. Und wir glaubten ihr.

Als wir aus dem Haus traten, schauten die Nachbarn aus dem Fenster. Wir kamen nett ins Gespräch, während lustige kleine Hunde um die Kinder herum sprangen. Ein paar Häuser weiter gab es frische Eier zu kaufen und auf dem Ponyhof verliebte sich die Tochter sofort in eines der Ponys. Es war alles richtig und wir entschlossen uns, dass dies genau der Ort werden sollte, an dem wir uns niederlassen wollten. Ob nur für die Wochenenden oder ganz, ließen wir noch offen.

Zwei Wochen später sitzen wir im Garten unseres kleinen Hauses als es an der Tür klingelt. Ein Nachbar steht dort mit einem kleinen Mädchen. Sie hätten gehört, dass hier jetzt Kinder wohnen würden und das Mädchen würde gerne zum Spielen kommen. Wünscht man sich nicht genau das? Sie wird eine der besten Freundinnen unserer Kinder und ihre Großeltern und Eltern werden unsere Freunde.

Doch natürlich ist es nicht immer alles reibungslos und unproblematisch. Denn nach ein paar Wochen stellte sich heraus, dass das Haus eben doch nicht ganz so fehlerfrei war und es da doch die ein oder andere oder ganz schön viele Baustellen geben würde. Einen kleinen Vorgeschmack darauf bekamen wir an dem Abend, an dem der Abwassergulli des Hauses in unserem Garten verstopft war und im Nachbargarten gerade gegrillt wurde samt anwesendem Bürgermeister. Um 19 Uhr stand das halbe Dorf um unseren geöffneten Gulli herum, in dem die Toiletteninhalte schwammen und der zum Himmel stank.

Aber von dem, was alles anders kam und warum wir das Haus dann doch irgendwie ganz umbauten und wie, berichte ich beim nächsten Mal.

Eure

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  • Anne V.

    Ich bin schon ganz neugierig wie es weiter geht und vor allen Dingen auf Bilder von der Verwandlung.Wir ziehen in wenigen Wochen in eine neue Wohnung in Berlin – die nächste Station wird dann aber wohl ebenfalls ein Haus damit das Märzbaby ebenfalls „auf dem Land“ groß werden kann. Wollt ihr das Landhaus dauerhaft „nur“ als Wochenendhaus nutzen oder plant ihr irgendwann komplett umzuziehen?

  • Wir hoffen auch irgendwann in ein kleines eigenes Haus zu ziehen – am liebsten aber mit ein wenig mehr Garten. Handwerklich begabt sind wir beide zum Glück und auch nicht ganz unerfahren was eigene Häuser angeht.
    Aber hilfreich ist dein Bericht für uns trotzdem – und sehr spannend!