Zusammen ist es weniger anstrengend

Manche Tage sind einfach unglaublich anstrengend. Ich denke dann, dass sie sogar der Wikipedia-Eintrag für „anstrengend“ sein könnten. So laut, so nervenaufreibend, so unplanbar. Und das auf allen Seiten: Denn natürlich bin ich genervt von der Geräuschkulisse und den Kindern – aber sie nicht weniger von mir. Davon, dass ich nichts verstehe, dass ich schimpfe, dass ich nicht mitmache wie sie es wollen, dass ich ein Erwachsener bin und kein Kind, dass ich andere Vorstellungen habe vom Tagesablauf als sie. Manche Tage sind einfach so.

An solchen Tagen schaue ich mir meine Kinder an und bin von mir selbst genervt. Davon, dass ich es nicht entspannt schaffe, dass ich sie enttäusche und manchmal genau so reagiere, wie ich es eigentlich nicht will. Aber es gibt sie eben, diese Tage. An diesen Tagen bin ich so froh darüber, dass es um mich herum Menschen gibt, die mir auf die Schulter klopfen mit ihren Worten: Du musst nicht perfekt sein. Du musst nur gut genug sein. Du bist nur ein Mensch. Kinder brauchen authentische Eltern. Morgen wird wieder ein besserer Tag.

Was wäre mein Leben, was wäre Elternschaft ohne die Menschen, die uns an solchen Tagen entlasten? Die einfach sagen: Ja, das war blöd, aber es ist nicht so schlimm. Die, die ein Gegengewicht setzen zu den hochgezogenen Augenbrauen, dem Kopfschütteln oder dem stummen besserwisserischen Blick. Menschen, die einfach immer da sind. Die wir genau dann brauchen. Menschen, die gerade nicht nur an den Sonnenscheintagen ein liebes Wort für uns haben, sondern an jedem Tag in unserem Elternleben.

Es ist so wichtig, dass wir sie um uns haben und ich wünsche allen Eltern, dass sie ab und an – genau dann, wenn sie es brauchen – genau diese Menschen um sich haben. Und wenn Ihr heute so einen Tag hinter Euch habt (wie ich auch), dann klopf ich Euch jetzt mal auf die Schulter und sage: Hey, Du musst nicht perfekt sein. Solche Tage gibt es und Du machst Deine Sache ganz toll.

Eure
Susanne_clear Kopie

 

6 Kommentare

  1. Sarah Sue

    Heute war bei mir nicht so ein Tag, aber als Mutter einer fast einjährigen Tochter kenne ich diese Tage schon ziemlich gut! An solchen Tagen denke ich zwischendurch, ob wir wirklich noch mehr Kinder kriegen sollen, wenn ich es schon bei einem nicht schaffe entspannt und ruhig zu sein, sondern genervt bin und nicht so reagiere, wie ich es gerne hätte. Aber abends sitze ich mit meinem Mann zusammen, rede über den Tag und wir sagen uns, dass es nunmal einfach so ist, dass man nicht perfekt ist und auch nicht immer starke Nerven haben kann…(und natürlich wollen wir noch mindestens ein weiteres Kind 😉 )

  2. Wie schön geschrieben…. Ich hatte gestern genau so einen Tag…. Meine „Große“ ist 2 und die kleine 3Tage jünger als der Babysohn. Beide brauchten meinte volle Aufmerksamkeit, Einschlafbegleitung, natürlich immer einer wach und einer am schlafen, keine Zeit zum Luft holen…. Autonmie der 2jährigen – irgendwann meine Nerven auch weg und dann motzen! Und ich ärger mich so über mich selbst dann!
    Abends auf dem Sofa beim wunderbaren Mann ausgeweint, der gesagt hat:“du bist eine tolle Mutter!“ Nochmal geweint und einfach vorgenommen, es jeden Tag zu versuchen besser zu machen!
    Ja, der Zuspruch hilft!!! Aber trotzdem ist es ganz schön schwer und anstrengend!
    Wie wird man nur allen gerecht?

    Lg julia

  3. Lieblings Mensch

    Oh wunderbar geschrieben! Und so wahr! Mir geht es zeitweise so mit nur einem Kind 🙂 Toll, wie du das mit drei hinbekommst…und ja, ein wenig Zuspruch tut da immer gut. Habe so etwas gestern in der Bahn erlebt, wo eine wildfremde Frau zu mir sagte „Sie machen das ganz toll. Sie sind eine wirklich gute Mutter!“. So etwas habe ich zum ersten Mal gehört und es hat einen so bestärkt…sonst wird man ja eher schräg angeguckt, weil man „zu sehr“ auf das Kind eingeht 🙂 Man sollte wohl einfach öfter mal was nettes sagen…uns Müttern tut das gut! 🙂 Liebe Grüße aus Köln, Carina

  4. Oh, wie gut das tut. Danke schön! Unser kleiner 20 Wochen alter Sohn wurde vor 12 Tagen operiert und hat noch sehr mit der Verarbeitung zu tun. Ich bin erschöpft, fix und fertig-habe seit 12 Tagen ernsthaft so gut wie nicht geschlafen und bin böse auf mich, wenn mich sein Weinen nervt. Dafür kann der kleine Mann nun gar nichts und braucht einfach meine Nähe, um die doofe Situation halbwegs zu verarbeiten. Es tut mir so leid, dass ich ihm nicht besser helfen kann, als einfach nur da zu sein.

  5. sofakante

    Danke. Ja, heute war so ein Tag und es war so ein Tag, an dem ich nur froh war, als #plus1 endlich geschlafen hat. Und auch dir sei auf die Schulter geklopft, für diesen Blogpost, für das Mutter sein und für nicht perfekt sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.