Das letzte Mal – Achten auf die kleinen Dinge mit Kindern im Alltag

Als ich am Artikel über das Abstillen schrieb, floss aus mir der Satz „Es ist komisch, dass man bei manchen Dingen nicht weiß, wann es das letzte Mal ist.“ Ein Satz meines Vaters, an den ich oft denke. Denn gerade in Hinblick auf meine Kinder ist er mir so wichtig. So schnell geht die Entwicklung voran. Jeden Tag lernen sie etwas Neues. Jeden Tag verändert sich ein klein wenig was. Und immer weiß ich nicht, was morgen anders sein wird.

Dieses letzte Stillen ohne zu wissen, dass es das letzte Mal ist, ist eines dieser Dinge. Oder das Anlegen der letzten Windel. Aber sind auch so viele kleine Dinge im Alltag. Wann hat der Sohn zum letzten Mal den Body angehabt, den er nach der Geburt trug? Wann hat meine Tochter eigentlich das letzte Mal „Gummelstiefel“ statt „Gummistiefel“ gesagt? Wann hat sie zum letzten Mal Anschwunghilfe gebraucht beim Schaukeln? Wann stand ich das letzte Mal bang neben dem Klettergerüst, bereit zum Auffangen eines kleinen Kindes?

An jedem Tag werden sie größer, jede Minute. Es sind viele kleine Abschiede für uns auf dem Weg des Elternseins und für sie auf dem Weg des Großwerdens. Oft sehen wir nur nach vorn, sehen auf das, was wir uns für die Zukunft wünschen, was sich ändern soll. Viel zu selten blicken wir zurück auf die Dinge, die wir so lieb haben und die so schnell vergehen.

Die Zeit fliegt in den ersten Jahren dahin. Es gibt viele erste Male und viele letzte. Genießen wir also die vielen kleinen Dinge, sehen wir sie mit Nachsicht. Betrachten wir diese Besonderheiten, von denen wir eines Tages feststellen, dass wir sie vermissen, weil sie uns zeigten, wie klein unsere Kinder noch waren.

 

 

 

5 Kommentare

  1. Ja, genau. Und schmunzeln musste ich bei euren Gummelstiefeln. Hier waren es bis vor kurzem Gummeltiefel. Nun haben wir ein „i“ drin, aber die tiefel sind noch da. Irgendwann sind auch sie verschwunden und dann bleibt es Familienlegende. Aber ob ich mich noch dran erinnern werde, um es zu erzählen? Vielleicht, aber so viele andere Kleinigkeiten werden verloren gehen. Dafür kommen neue.

  2. Wie recht du hast…das geht alles so fließend von einem zum anderen. Durch unser zweites Kinderglück dürfen wir die Entwicklungsschritte nochmal erleben. Oft kommt mir da der Gedanke an die ähnlich Situation beim Großen. Man vergleicht innerlich doch die Kinder, auch wenn man es nicht vor den Kindern tut.

    Schöner Artikel.

    Liebe Grüße Anja von der Kellerbande(.wordpress.com)

  3. stimmt eigentlich, die ersten Male bleiben einem irgendwie viel eher im Kopf, als die letzten! die wachsen aber auch einfach viel viel viel zu schnell 🙂

  4. Diana Helenalove

    Ich liebe die Worte meiner Tochter und kann mich gar nicht satt hören.. sowohl die frei erfundenen, als auch die ungefähr richtigen Bezeichnungen.. ich bin jetzt schon traurig, dass sie mal ganz langweilig wie alle sprechen wird

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