„Stillen macht die Brüste schlaff“ – Dieses und weitere Ammenmärchen über das Stillen

Stillen ist die normale und gesunde Ernährung des Babys. Auch wenn oftmals von „Vorteilen“ des Stillens gesprochen wird, ist dies nicht ganz richtig: Denn stillen ist einfach normal und gesund und muss deswegen nicht mit seinen positiven Begleitfaktoren hervor gehoben werden. Wie groß auch die Bemühungen der Hersteller künstlicher Säuglingsnahrung sein mögen, sich am Vorbild der Natur zu orientieren, ist dies einfach nicht möglich, da in der Muttermilch Inhaltsstoffe vertreten sind, die sich einfach auf künstlichem Wege nicht herstellen lassen. Muttermilch ist und bleibt daher das natürliche und gesündeste Lebensmittel für Babys. Dennoch gibt es Ammenmärchen über das Stillen, die sich hartnäckig halten. An dieser Stelle soll einmal mit den häufigsten von ihnen aufgeräumt werden:



1. Stillen macht die Brüste schlaff

Viele Frauen denken, dass das doch wohl unmöglich ein Argument gegen das Stillen sein kann. Dennoch gibt es Frauen, die sich aus diesem Grund gegen das Stillen entscheiden. Deswegen ist es so wichtig, darüber zu informieren, was wirklich hinter dem Verlust des straffen Bindegewebes steckt: Es ist nämlich nicht das Stillen, das zu einer Überdehnung des Bindegewebes führt. Schon allein durch die Schwangerschaft wird das Bindegewebe gedehnt. Ein Effekt, den auch jede Schwangere kennt: Zum Ende der Schwangerschaft wird die Brust größer, vielleicht muss sogar schon eine andere BH-Größe gewählt werden – und dies, obwohl das Stillen noch nicht einmal begonnen hat. Nach der Geburt, wenn die Milch einschießt, dehnen sich die Bänder, die die Brust halten. Hierdurch kann die Brust etwas nach unten sinken. Doch auch dieser Effekt tritt unabhängig davon ein, ob gestillt wird oder nicht. Die Brust in dieser Zeit mit einem BH zu unterstützen, kann hilfreich sein. Auch Massagen tun den Brüsten und dem Bindegewebe gut. In früheren Zeiten wurden Umschläge mit Frauenmantel für die Erhaltung und Wiederherstellung der Straffheit empfohlen. Wie unterschiedlich jedoch Brüste nach unterschiedlichen Stillzeiten aussehen können, zeigt auch das Buch „Stille Brüste“.

Nach dem Abstillen empfinden Frauen ihre Brüste oft als schlaffer und kleiner. In der ersten Zeit nach dem Abstillen kann das auch gut möglich sein: Das Drüsengewebe baut sich ab und so wirkt die Brust schlaffer. Nach einiger Zeit tritt dieser Effekt jedoch wieder zurück, die Brust „füllt“ sich quasi wieder auf, indem fetthaltiges Gewebe aufgebaut wird. Extreme Hungerkuren können diesem normalen Rückbildungsprozess jedoch im Wege stehen. Daher gilt wie immer: Wenn zur alten Figur zurück gekehrt werden soll, dann langsam und entspannt. So klappt es dann auch mit der Brust. Unterstützend können auch Sport, gesunde Ernährung und das Weglassen von Nikotin sein – Rauchen schadet nämlich dem Bindegewebe (und ist in der Stillzeit sowieso nicht gesund für das Baby).

2. Stillen nach Bedarf verwöhnt das Baby

In früheren Zeiten war das Stillen nach Bedarf absolut verpönt: Kinder sollten in einem Rhythmus von 4 Stunden angelegt werden, nicht mehr. Unterstützt wurden diese Aussagen durch das dazu passende Ammenmärchen, dass das Kinder bei einem Stillrhythmus von weniger als 2 Stunden Blähungen bekommen würden, wenn sich frische und halb verdaute Muttermilch vermischen. Glücklicherweise ist heute bekannt, dass beide Aussagen nicht richtig sind: Blähungen und Koliken sind unabhängig vom Stillrhythmus und können auf viele verschiedene Ursachen zurück geführt werden, nicht aber auf den Stillrhythmus. Generell wird oft in Frage gestellt, ob häufiges Weinen in den ersten Monaten überhaupt mit Blähungen/Koliken zu tun hat oder eher andere Ursachen hat.

Stillen nach Bedarf verwöhnt das Baby nicht, sondern bietet ihm seinem Hunger entsprechend Nahrung bzw. Flüssigkeit an. Wie auch bei uns ist es natürlich bei Babys auch so, dass sie je nach Tag und äußeren Umständen anderen Appetit und Durst haben. In Wachstumsphasen oder an warmen Tagen ist es vollkommen normal, dass Kinder häufiger an die Brust wollen. Das hat nichts mit Verwöhnen zu tun. Zudem kann sich auch die Brust durch das Anlegen nach Bedarf besser auf den tatsächlichen Bedarf einstellen. Zudem ist es für die Bindungsentwicklung des Babys wichtig, dass prompt auf seine Signale reagiert wird: Zeigt es erste Hungerzeichen, sollte es angelegt werden. Langes Warten verunsichert das Baby, zeigt ihm, dass seine Signale nicht wahr genommen werden und ist schlichtweg eine Quälerei. Oder warten wir gerne lange mit knurrendem Magen auf das Mittagessen? Es darf also gestillt werden – wann immer Mutter und Kind dies wollen.

3. Stillen behindert die Beziehung zwischen Vater und Baby

Familie werden ist manchmal nicht einfach. Jeder muss für sich seinen Platz in dem neuen Gefüge finden. Wie sich die Mutter in die Mutterrunde einfinden muss, braucht auch der Vater Zeit und Raum, um sich darin zurecht zu finden. In der Schwangerschaft schon herrscht eine enge Symbiose zwischen Mutter und Kind vor. Schließlich ist es die Frau, die das Baby im Bauch trägt und mehr spürt, wann und wie es sich bewegt, als es dem Vater möglich ist. Ist das Baby nun auf der Welt, möchten Väter selbstverständlich auch endlich diesen engen Kontakt mit dem Baby aufnehmen. Stillen nimmt gerade in den ersten Monaten viel Zeit in Anspruch und manche Väter können sich dadurch ausgeschlossen fühlen. Für sie ist es wichtig, ihnen eines klar zu machen: Stillen ist nur ein einziger Bestandteil aus dem facettenreichen Leben mit dem Baby. Es gibt noch so viel mehr, als nur das Stillen, bei dem sich Väter einbringen können: Windeln wechseln, Tragen, Wiegen, Spielen, Kuscheln, Toben,…

Es entspricht zudem der natürlichen Entwicklung des Bindungsverhaltens, dass sich Babys besonders der Person zuwenden, mit der sie die meiste Zeit verbringen und die die elementaren Grundbedürfnisse vorzugsweise bedient. In vielen Fällen ist dies die Mutter. Daher wenden sie sich im Bedarfsfall, wenn sie traurig sind oder müde, auch eher der Mutter zu. Gerade auch in Phasen, in denen sie motorische Meilensteine erringen wie dem Drehen, Krabbeln oder Laufen, wenden sie sich bevorzugt der etwas vertrauteren Person zu. Dies kann für Väter schwierig sein. Doch darauf hat auch das Stillen keinen Einfluss. Es gilt dann auch weiterhin Angebote an das Baby zu machen, es ebenfalls zu trösten und da zu sein. Und irgendwann ist jede Fremdelphase wieder überstanden.

4. Beim Stillen muss man viele Lebensmittel vermeiden

Die Liste der zu vermeidenden Lebensmittel ist lang, wenn man sich alle möglichen Zusammenhänge ansieht: Knoblauch und Zwiebeln sollen natürlich blähen, Schokolade ebenso. Zitrusfrüchte führen zu einem wunden Po. Etwa 500 kcal mehr benötigt eine stillende Frau als eine nicht stillende. Würde man alle Ernährungstipps einhalten, die man für Stillende findet, stellt sich die Frage, wie denn die Stillende überhaupt auf ihre 2700 kcal am Tag kommen soll und sich dabei noch gesund und ausgewogen ernähren soll, um ihr eigenes Immunsystem unterstützen zu können. Wie in vielen anderen Bereichen gilt deswegen auch hier: Ausprobieren! Manche Kinder reagieren tatsächlich auf Kohlgemüse andere nicht. Manche Kinder bekommen von Orangensaft einen wunden Po, andere nicht. Es hat jedoch keinen Sinn, von vorn herein alle möglichen Lebensmittel zu vermeiden. Hierdurch würde sich die Nahrungsaufnahme der Mutter sehr einschränken und sie würde wichtige Bestandteile der gesunden und vollwertigen Ernährung nicht aufnehmen können und dadurch selber vielleicht in einen Mangelzustand geraten.

5. Es gibt Babys, denen die Muttermilch einfach nicht reicht

Alle stillenden Mütter haben irgendwann mal die Frage im Kopf: Reicht das Stillen aus? Mein Baby hängt ja nur noch an der Brust, vielleicht reicht die Milch nicht? Am Anfang des Lebens, in Wachstumsphasen, wenn das Baby krank ist oder wenn es zahnt, ist dieses Verhalten gar nicht ungewöhnlich. Fachleute nennen es „Clusterfeeding„, wenn das Baby scheinbar ununterbrochen an der Brust sein möchte. In den ersten Wochen ist dieses Verhalten besonders ausgeprägt und ganz normal, denn das Baby hat einfach Hunger und das Fassungsvermögen des Magens ist noch gering. Auch muss sich das Stillen erst richtig nach Angebot und Nachfrage einspielen. Unglücklicherweise ist das jedoch auch die Zeit, in der die neue Familie in Sachen Ernährung noch am ehesten zu verunsichern ist.  Clusterfeeding ist nämlich körperlich und psychisch durch das häufige Anlegen sehr anstrengend.

Um dennoch nicht in Panik zu verfallen und dem Zufüttern zuzusprechen, gibt es ein paar einfache Anzeichen, die aussagen, dass das Baby ausreichend Nahrung erhält: Es nimmt ausreichend zu und wächst, es hat 5-6 nasse Einwegwindeln täglich, 2-4 Stuhlentleerungen (am Anfang) und seine Haut ist auch rosig und gespannt. Auch das allgemeine Verhalten des Babys zeigt an, wie es ihm geht: Ist es zwischen dem Stillen aufmerksam und aufgeschlossen?

In den Phasen des Clusterfeedings brauchen Mütter oft besondere Unterstützung: Das viele Stillen ist anstrengend. Sie müssen sich gut ernähren und auch das richtige Anlegen ist hier besonders wichtig, um Entzündungen der Brustwarzen und Schmerzen vor zu beugen.  Manchmal müssen Eltern auch erst einmal verstehen, dass das Kind wirklich so oft Hunger haben kann und es wirklich Muttermilch statt Ablenkung braucht. Eine Stillberaterin ist in solchen Fällen eine gute Unterstützung.

Irgendwann kommt natürlich der Moment, in dem das Baby mehr als nur Muttermilch benötigt und ihm die Muttermilch allein nicht mehr ausreicht. Ist ist jedoch im ersten halben Jahr in der Regel (wenn alle Rahmenbedingungen richtig sind) nicht der Fall. Und selbst wenn Beikost eingeführt wird: Es ist nur „Bei“kost, also Nahrung zusätzlich zum Hauptnahrungsmittel Muttermilch.

6. Ab dem 4. bzw. spätestens ab dem 6. Monat braucht das Baby Beikost

Wann Beikost eingeführt werden kann, ist von Kind zu Kind verschieden. Die WHO und die Stillverbände haben sich für das volle Stillen über die ersten sechs Monate ausgesprochen – eine sinnvolle Empfehlung, die nicht nur für die Entwicklungsländer gilt. Muttermilch enthält viele wichtige Inhaltsstoffe und zum Teil auch solche, die mit normaler Nahrung einfach nicht aufgenommen werden können, wie zum Beispiel Immunglobuline. Man kann also grob sagen, dass Muttermilch zwei Hauptaufgaben erfüllt: Nahrung bereit stellen und gleichzeitig für Schutz und Entwicklung dienen. Selbst wenn Nahrung also nach und nach auch durch andere Lebensmittel zur Verfügung gestellt wird, bleibt die Schutzfunktion und Entwicklungsunterstützung der bioaktiven Faktoren in der Muttermilch weiterhin bestehen. Diese bioaktiven Faktoren der Muttermilch können nämlich nicht kopiert werden – auch nicht in künstlicher Säuglingsnahrung. Sie schützen vor Infektionen, beeinflussen die Entwicklung und wirken entzündungshemmend. Zumindest im ersten Lebensjahr gilt daher, dass Beikost eben nur eine Kost zusätzlich zur Hauptnahrungsquelle Muttermilch ist.

Wann Beikost konkret eingeführt werden kann, hängt vom Kind ab und seinen Signalen. Das häufig zitierte „Mein Baby guckt jedem meiner Bissen nach“ muss dabei noch kein Anzeichen sein, dass das Kind auch bereit für das eigene Essen ist: Es sieht vielmehr, dass Mama oder Papa Freude haben bei dieser Beschäftigung, bei der sie sich etwas in den Mund stecken und darauf rum kauen. Klar findet das Baby das spannend, wenn die Eltern an irgendetwas Freude haben und will das auch ausprobieren! Wirklich bereit ist es jedoch erst, wenn es den Speisebrei dann auch wirklich mit der Zunge in den Hals transportieren kann. Ist das nicht der Fall und das Essen kommt wieder heraus, sollte lieber noch gewartet werden.

Der Zeitpunkt, wann ein Baby mit anderer Nahrung als Muttermilch beginnt, ist also nicht an ein konkretes Kalenderdatum gebunden. Wie so oft gilt es, auf die Signale des Kindes zu achten. Manche Kinder sind auch nach dem 6. Monat noch nicht bereit, andere Nahrung aufzunehmen.

7. Stillkinder schlafen schlechter

Die Werbung suggeriert es uns nur allzu oft: Gib einen Gute-Nacht-Brei und das Baby schläft durch. Studien haben jedoch gezeigt, dass die Einführung von Beikost sich nicht auf die Schlafdauer auswirkt. Und auch sonst ist das Schlafen ein Entwicklungsprozess, der verschiedenen Faktoren unterliegt, aber nicht der Nahrungsaufnahme. Dass Kinder auch nach dem ersten Geburtstag nicht durchschlafen, ist normal.

8. Nächtliches Stillen führt zu Karies

Leider wird noch immer an vielen Stellen von Zahnärzten behauptet, das nächtliche Stillen würde Karies verursachen. Familien werden damit sehr unter Druck gesetzt und verunsichert. Glücklicherweise gibt es hierzu verschiedene Studien und plausible Argumente, die gegen dieses weit verbreitete Ammenmärchen sprechen. Die Natur hätte es schließlich ziemlich unsinnig eingerichtet, wenn die normale Ernährung des Babys zu einer Krankheit führen würde, oder?

9. Langzeitstillen ist schädlich für die psychische Entwicklung des Kindes

Schon der Begriff „Langzeitstillen“ ist verwirrend. Was kann damit gemeint sein? Geht man bei uns vom hier vorherrschenden Durchschnitt aus, ist Langzeitstillen schon nach dem ersten halben Jahr gemeint. Häufig wird damit jedoch das Stillen nach dem ersten Geburtstag bezeichnet.

Wie aber auch schon unter Punkt 6 aufgeführt, hat das Stillen neben den Ernährungsfaktoren ganz wichtige weitere Pluspunkte, die dem Kind zugute kommen. Viele Eltern berichten davon, dass sie den ersten Winter nach dem Stillen deutlich gespürt haben, weil das Kind infektanfälliger war. Auch in Hinblick auf die Eingewöhnung von Kindern im Kindergarten, die ja heute meist um den 12 Lebensmonat herum stattfindet, spricht einiges dafür, das Kind nicht gleichzeitig vor zwei große Herausforderungen zu stellen: dem Abstillen und der Eingewöhnung. Gerade in der Eingewöhnungszeit braucht das Kind den Schutz, der durch die bioaktiven Faktoren bereit gestellt wird und auch die Nähe, die das Stillen vermittelt. Nach einem anstrengenden Tag mit vielen anderen, fremden neuen Kindern und Erwachsenen kann die Stillmahlzeit so ein angenehmer Ruhepol sein, um sich zu entspannen und wieder an zu kommen.

Während Jesper Juul kürzlich in einem Interview im Focus noch mitteilte “Ich kenne keine Studie, die belegt, dass aus diesen Kindern [Langzeitgestillten] glücklichere Erwachsene werden.” kann man ebenso anführen: Es gibt keine Studien, die das Gegenteil belegen oder zeigen, dass “diese Kinder” die psychischen Schäden haben, die ihnen in der aktuellen Diskussion gerne zugesprochen werden. Fakt ist, dass das lange bzw. überhaupt das längere Stillen relativ neu ist in unserer Generation und nach dem Boom der künstlichen Säuglingsnahrung in den 80ern sich erst neu entwickelt – nachdem es Millionen von Jahren anscheinend ganz gut gelaufen ist.

10. Kommt ein neues Baby, muss abgestillt werden

Auch während einer erneuten Schwangerschaft ist es möglich, weiterhin zu stillen, wenn aus medizinischen Gründen nichts dagegen spricht. Sollte die Frau zu vorzeitigen Wehen oder anderen Komplikationen neigen, sollte fachkundiger Rat eingeholt werden. Dies ebenso, wenn im Laufe der Schwangerschaft Komplikationen auftreten. Verläuft die Schwangerschaft jedoch problemlos, spricht nichts gegen das Weiterstillen des ersten Kindes. Die Muttermilch verändert sich zwar im Laufe der Schwangerschaft in Hinblick auf Geschmack und Zusammensetzung, aber vielen Kindern macht dies nichts aus.

Und auch nach der Geburt ist das Stillen von zwei Kindern möglich. Fachleute sprechen dann von „Tandemstillen“, wenn älteres und jüngeres Kind gestillt werden. Wie das im konkreten Fall aussieht, ist sehr unterschiedlich: Häufig darf zuerst das jüngere Kind an der Brust trinken, um seinen Bedarf zu stillen und dann das ältere. Manche Mütter praktizieren aber auch ein gleichzeitiges Stillen beider Kinder. Hierzu kann eine Stillberaterin weiterführende Tipps geben.

Weiterführende Literatur:

  • Biancuzzo, Marie (2005): Stillberatung. Mutter und Kind professionell unterstützen. – München: Elsevier.
  • Bumgarner, Norma Jane (2008): Wir stillen noch. Über das Leben mit gestillten Kleinkindern. – 4. Aufl. Minden: LLL.
  • Gonzales, Carlos (2008): Mein Kind will nicht essen. – 4. Aufl. Minden: LLL.
  • Weigert, Vivien (2010): Stillen: das Begleitbuch für eine glückliche Stillzeit. – 3. Aufl. München: Kösel.

 

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4 Kommentare

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  3. Ich habe im Abstand von jeweils 2 1/4 Jahren 4 Kinder zur Welt gebracht, im Alter zwischen 33 und knapp 40. Alle vier habe ich aus Überzeugung und mit Freude jeweils über zwei Jahre gestillt, jeweils 6-8 Monate voll. Damit komme ich auf mehr als acht Jahre Stillen in meinem Leben. Meine Brüste sind von Körbchengröße A/B im Laufe der Schwangerschaften und Stillzeiten inklusive Gewichtszunahme bis hin zu D/E angewachsen, ohne zwischendurch wieder kleiner zu werden.
    Ca. 2-3 Jahre nach der Geburt meines vierten Kindes, also nach dem endgültigen Abstillen, sahen meine Brüste fürchterlich aus. Das Abnehmen ist mir während der Stillzeiten nicht gelungen, aber inzwischen schon (mit Sport und ohne Hungern) – aber das Aussehen meiner Brüste wurde noch schlimmer. Wenn sie vorher nur hingen, sind sie jetzt regelrecht leer! Mir sind jetzt BHs Größe A zu groß, ist weiß gar nicht, wie ich die Brüste da hinein drapieren soll, damit es einigermaßen attraktiv aussieht. Von Nacktauftritten im heimischen Schlafzimmer gar nicht zu reden…
    Ja, bei mir kommen viele ungünstige Faktoren zusammen: schlechtes Bindegewebe, Kinderkriegen im „höheren Alter“, Gewichtszunahme während der Schwangerschaften und Stillzeiten.
    Zwar habe ich das Stillen und die damit verbundene Nähe zu den Kindern sehr genossen. Dazu kommt einfach die Unkompliziertheit, mit der man die Kinder überall ernähren kann, ohne sich um Fläschchen zu sorgen…
    Aber jetzt fühle ich mich extrem schlecht. Das liegt allerdings vor allem daran, dass mir mein Mann kurz nach der letzten Geburt erklärt hat, mich und speziell meine Brüste (und auch meinen Bauch, die extrem faltig ist) schon seit der ersten Schwangerschaft nicht mehr anziehend finden kann. Er mag straffe kleine Brüste, die auch noch die richtige Form haben sollten, meine gehören da nunmal in keiner Weise dazu…

    Soviel zum Ammenmärchen. Sicher ist es für die Kinder das beste, wenn sie gestillt werden. Aber warum denkt eigentlich keiner an die Mütter, die es nicht schaffen, das nötige Selbstbewusstsein zu entwickeln, um sich danach immer noch attraktiv zu finden oder denen es nicht reicht, zu denken: Dafür habe ich ja die Kinder! – und ihr eigenes Leben hintenan stellen?

    • Liebe Mira,
      es tut mir wirklich sehr leid, dass es Dir mit der aktuellen Situation Deiner Brüste so schlecht geht und Du darunter leidest, wie sich Dein Körper anfühlt und wie er aussieht. Und es tut mir besonders leid, zu hören, welche unglaubliche Last Dir Dein Mann mit einer solch dummen Aussage und Einstellung aufbürdet. Das ist doch das wirkliche Problem unserer Gesellschaft: die Bewertung, die Verurteilung. Wie kann es in den Kopf eines Menschen kommen, zu sagen: Ich mag aber nur kleine, straffe Brüste? Menschen werden älter, Körper verändern sich – so oder so. Und eben schon allein durch die Schwangerschaft ändert sich der Zustand der Brüste, durch die Milch, die darin gebildet wird und eben durch das Älterwerden. Der Wandel ist Teilunseres Lebens und damit müssen wir leben, das stimmt. Das ist manchmal nicht einfach. Aber vor allem muss dieser Wandel eben in irgendeiner Form auch akzeptiert und wertgeschätzt werden. Von uns selbst und auch der Umgebung.

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