Bauanleitung für ein Familienbett

Kaum ein Thema ist für Eltern so wichtig in den ersten Lebensjahren wie der Kinderschlaf. Doch die Informationen und Ratschläge, die man dazu erhält, sind oftmals verwirrend oder widersprechen sich sogar. Patentrezepte für einen guten Schlaf gibt es leider nicht, aber es gibt einige Punkte, die wir durchaus berücksichtigen können. Und es gibt Möglichkeiten, es dem Kind zu erleichtern, wie zum Beispiel durch das Familienbett.



Von Natur aus können Babys und Kinder dann gut einschlafen, wenn sie sich sicher und geborgen fühlen. Insbesondere bei Kindern, die noch nicht laufen können, ist dafür die Nähe der Eltern notwendig. Sind sie in der Nähe, bedeutet dies für das Kind: Mir kann nichts passieren. Wenn irgendetwas nicht in Ordnung ist, ist jemand für mich da und kümmert sich um mich, trägt mich im Notfall davon. Seinen Ursprung hat dieses Verhalten darin, dass das Verhalten unserer Babys in vielen Punkten noch von den Urinstinkten bestimmt wird, die seit Millionen von Jahren für das sichere Aufwachsen notwendig waren. Babys und Kleinkinder wissen noch nicht, dass keine wilden Tiere in unsere Wohnung kommen können oder wir mit sicheren Türen und Glasscheiben gegen die Naturgewalten geschützt sind. Um sich sicher zu fühlen, brauchen sie kein Angelcare oder Babyphone, sondern die Gewissheit, die Eltern in der Nähe zu haben.

Nächtliches Aufwachen ist daher auch keine schlechte Angewohnheit, sondern ein Schutzmechanismus: Es dient dazu, zu überprüfen, ob alle Rahmenbedingungen weiterhin richtig sind. Gerade am Anfang benötigen Babys nach dem Aufwachen dann die Hilfe von Erwachsenen, um wieder in den Schlaf zu finden. Sie können sich noch nicht selbst regulieren, um wieder in den Schlaf zu finden. Bei uns Erwachsenen ist das schon anders: Auch wir wachen nachts mehrfach auf, doch finden wir ganz einfach wieder in den Schlaf, so dass wir am Morgen meist nicht einmal wissen, dass wir nachts aufgewacht sind. Wann das Baby oder Kind diese Regulation lernt, ist bei jedem Kind unterschiedlich. Fest steht nur: Schlafprogramme wie das Schreienlassen helfen nicht, dass das Kind sich besser regulieren lernt. Durch solche Verfahren lernt es lediglich, dass sich niemand um seine Bedürfnisse kümmert und gibt schließlich auf.

Besonders hilfreich, um sich zu beruhigen und schnell wieder in den Schlaf zu finden, ist der Körperkontakt. Hierüber kann das Kind sofort spüren: Ich bin nicht allein, alles ist in Ordnung. Das gemeinsame Schlafen ist dabei auch noch für die Eltern praktisch: Sie werden nämlich nicht aus dem Tiefschlaf gerissen, wenn im Nachbarzimmer das Baby weint. Wenn nämlich Mutter und Kind zusammen schlafen, gleichen sich die Schlafphasen einander an und so können die Eltern nach dem Aufwachen auch schneller wieder in den Schlaf finden.

Für alle, die das Familienbett deswegen planen, gibt es hier eine einfache Bauanleitung:

Ausmessen und Einkaufen

Wie lang und breit soll Euer Familienbett werden? In diesem Beispiel ist das Bett 2,70m x 2m. Dabei wurden zwei Bettteile gebaut, damit es auch variabel umgestellt werden kann. Dementsprechend gekauft wurden:

  • 6 Längs-Latten: 2m x 8cm
  • 18 Holzblöcke mit passender Auflagefläche für die Latten (Höhe je nach Bedarf)
  • 19 Quer-Latten:
    für den großen Bettteil als Lattenrost 2m x 8 cm
    für den kleinen Bettteil als Lattenrost 70cm x 8 cm
  • große Packung Holzschrauben
  • nach Bedarf: Holzöl
  • nach Bedarf: Holzbretter zur Verblendung des Unterbaus

Grundaufbau: Holzblöcke und Längs-Latten

Verteilung der Holzblöcke und Längslatten für den Bau eines Familienbetts

Verteilung der Holzblöcke und Längslatten für den Bau eines Familienbetts

Zuerst werden die Holzblöcke gleichmäßig auf dem Boden verteilt und die Längs-Latten darauf festgeschraubt.

Anbringen der Querlatten

Anbringung der Längslatten. Wenn nur der Rahmen gebaut wird, kann auch ein klassisches Lattenrost verwendet werden für das Familienbett

Anbringung der Längslatten. Wenn nur der Rahmen gebaut wird, kann auch ein klassisches Lattenrost verwendet werden für das Familienbett

Alle Längslatten im Familienbett sind angebracht. Hier wird kein Lattenrost mehr benötigt

Alle Längslatten im Familienbett sind angebracht. Hier wird kein Lattenrost mehr benötigt

Als nächstes werden die Querlatten auf den Längslatten festgeschraubt. Hierdurch ergibt sich ein Lattenrost. Alternativ kann auch nur ein Rahmen gebaut werden, auf welchem dann ein gekaufter Lattenrost angebracht wird.

Nach Bedarf: Verblendung

Das Grundgerüst des Bettes steht. Ganz nach Bedarf können nun noch Verblendungen an den Unterbau angebracht werden. In diesem Fall wurden als Verblendung Holzbretter gewählt, die mit Schanieren befestigt wurden. So kann der Raum unter dem Bett als Stauraum genutzt werden.Behandlung mit Holzöl

Wer mag, kann das Holz noch mit Holzöl pflegen oder färben. Lasst Euch hierfür im Fachhandelt beraten und denkt dran, dass Ihr direkt über dem Holz schlaft. Also verzichtet auf ungesunde Inhalte. Selbst bei vertretbaren Ölen oder Wachsen solltet Ihr das Holz nach Anleitung lange lüften, bevor Ihr das Bett benutzt.

Belastungstest

Fertig! Vor dem ersten gemeinsamen Schlafen noch einen Belastungstest machen.

24 Kommentare

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