Wochenende in Bildern 24./25.Dezember 2016 -Weihnachtsedition

Eigentlich war alles ganz anders geplant. Auf jeden Fall ohne krank sein, ohne Stau, ohne Schere im Fuß und mit mehr Ruhe.

Samstagmorgen am 24. Dezember. Es ist noch vor 6 Uhr. Der Babysohn sitzt krank im Bett und ich war stündlich wach. Mindestens. Gefühlt habe ich nicht geschlafen.

Frühstück im Dunkel bei Kerzenschein. Ich lese den Kindern die Weihnachtsgeschichte vor.

Dann bereiten wir das Rotkraut für das Essen am Abend vor. Die Kinder dürfen auch etwas Gemüse schneiden. Der Babysohn hängt im Tragetuch an mir und es geht ihm nicht gut. Ich ahne ein wenig, dass das vielleicht doch heute anders läuft als geplant.

Mann und Kinder gehen noch etwas im Nachbarsdorf einkaufen. In der Zwischenzeit packe ich Geschenke ein. Das Geschenk für den Sohn müssen wir noch aufbauen, denke ich mir. Aber das kann ja mein Mann machen, wenn ich nachmittags mit den Kindern spazieren gehe.

Mann und große Kinder kommen zurück, dem Babysohn geht es schlechter. Hier auf dem Land ist das ein wenig schwierig und wir haben auch kaum etwas da. Also bitte ich meinen Mann, zurück nach Berlin zu fahren, um mir mein Stethoskop zu holen und den Rest meiner Sachen. Er fährt mit dem großen Sohn los. Zeitlich müsste das alles noch gut klappen.

Leider muss ich mich wegen der Fahrt um den Festtagsbraten kümmern. Wir essen ja selten Fleisch und ich mag es auch roh gar nicht anfassen. Heute muss ich zum ersten Mal alleine eine Gans machen. Im Nachhinein bin ich mir sicher, dass es nun sehr lange kein Fleisch mehr geben wird.
Die Tochter hilft mir und packt noch ein Geschenk für eine Freundin ein. Dabei fällt ihr die spitze Schere herunter und in den nackten Fuß. Zum Glück haben wir den riesigen Erste-Hilfe-Koffer.

Die einzige Christbaumkugel geht auch zu Bruch. Aber später bekommen wir eine neue geschenkt. Trotzdem schade.

Ich spiele nach dem Gänseschock mit der Tochter ein bisschen, der Babysohn hat Fieber und hustet. Mein Mann ruft an: Der Sohn und er stehen im Stau. Ich müsse das Geschenk für den Sohn aufbauen, denn sie kommen kurz vor der Bescherung erst. Aber leider ist der Akkubohrer bei ihm im Auto.
Ich rufe die Nachbarn an, die sogleich mit Tee, Tassen (ihr erinnert euch sicher an das letzte Wochenende und das Scherbenproblem) und Akkuschrauber vorbei kommen. Und sie nehmen das Geschenk mit, um es aufzubauen und retten damit Heiligabend für den Sohn – und uns. Ich hätte das mit krankem Baby nämlich niemals geschafft.

Irgendwann kommen der Sohn und mein Mann an. Endlich alle(s) da.

Ich schnappe mir das Kind, damit der Nachbar das aufgebaute Geschenk zurück bringen kann und mein Mann macht die Kerzen an und baut alles weitere zurecht. Geschafft. Die Kinder freuen sich und sind verzaubert.

Und auch das Essen ist gelungen.

In diesem Jahr gibt es nur eine große Weihnachssüßigkeit für alle zusammen zum Teilen. Die Kinder haben sich den riesigen Weihnachtsmann gewünscht. Es wird noch daran geknabbert, dann geht es ins Bett. Die Kinder sagen, wie wunderschön dieses Weihnachten ist und mein Mann und ich lächeln uns müde zu. Ich bin so müde, dass ich mit den Kindern zusammen einschlafe.

 Sonntagsfrühstück. Sah auch schon schöner aus, aber wir haben alle wieder zu wenig geschlafen. Am wenigsten wohl der Babysohn und ich. Die Kinder stürzen sich sofort auf ihre neuen Geschenke. Der große Sohn werkelt munter vor sich hin, die große Tochter baut mit meinem Mann ihr Geschenk fertig auf.

Kurz spielt das Baby mit seinen Geschenken, aber eigentlich wird es den ganzen Tag getragen.

Der Babysohn braucht frische Luft. ich möchte eigentlich lieber schlafen, aber das geht nicht, denn das Baby möchte ausschließlich von mir getragen werden. Auf Instagram lese ich, dass es vielen anderen irgendwie genauso geht gerade.

Mittagessen: Geschmortes Gemüse. Der Einfachheit halber essen wir alle von einem großen Teller. Sieht schön aus, liegt aber eigentlich daran, dass wir für alles andere zu erschöpft sind.

Die Kinder gehen noch ein wenig singend bei den Nachbarn vorbei und bringen kleine Geschenke.

Am Abend sitzen wir Erwachsenen zusammen und schütteln die Köpfe. Das war wohl das anstrengendste Weihnachtsfest mit Kindern, das wir bisher hatten. Aber es war so chaotisch, dass es auch schon wieder lustig war und schließlich auch schön. Und das ist es ja schließlich, was hängen bleibt.

Wie unser Heiligabend für meinen Mann war, könnt ihr hier lesen.

Ich hoffe, Ihr hattet alle schöne Feiertage und etwas weniger Chaos.
Eure