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Aus den Sommerferien – Idee 8: Besuch in El Dorado

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Unsere Sommerferien gehen langsam ihrem Ende entgegen. Heute haben wir etwas Besonderes unternommen: einen richtigen Ausflug. Es ging ins El Dorado in Templin. Die Westernstadt ist ein Erlebnispark und lockt vielen verschiedenen Attraktionen. Ob da auch etwas für meine Kinder mit dabei ist?

Der erste Gang ging hier in die Bank: Dort werden Euro gegen El Dorado-Dollar eingetauscht, mit denen man hier die zusätzlichen Spielangebote wie Goldwaschen etc. bezahlen kann. Schade, dass das nicht im Eintrittspreis enthalten ist, aber immerhin ist der Eintritt für Kinder bis 1,20cm kostenfrei – und beide Kinder sind glücklicherweise noch so klein.

Nach der Umtausch ging es zu einer Show, in der die Arbeit von Stuntmen gezeigt wurde: Hier wurde erklärt, wie Stunts entstehen, dass sich die Menschen dabei nicht wirklich schlagen und was in der Westernstadt alles so zu sehen ist. Für die Tochter im Alter von 5 Jahren interessant, für den Sohn mit fast 2 allerdings zu lang.

Schon ist die Mittagszeit gekommen. Im Saloon gibt es eine Speisekarte mit verschiedenen Gerichten. Von Burger über Spareribs bis zu Pasta. Sogar ein paar vegetarische Gerichte sind darauf zu finden. Eine ganz typische Karte, wie es sie in Erlebnisparks gibt und ich fühle mich auch an Disneyland erinnert. Etwas befremdlich, dass es beim Kindermenü eine Überraschung gibt, wenn die Kinder aufgegessen haben. Solchem Umgang mit Essen verweigere ich mich eigentlich lieber.

Das erste große Highlight ist dann die Goldwäsche. Zwei große Teiche, die an der tiefsten Stelle etwa bis zu meinen Knien gehen, sind mit Sand und Wasser gefüllt. Im Sand sind kleine Goldstückchen versteckt und die Kinder können hier mit Metallschalen nach Gold suchen. Eine ganz wunderbare Planscherei für beide Kinder! Schon nach kürzester Zeit waren beide nass und bis auf die Unterhosen nackt im Wasser. Tatsächlich hat die Tochter auch einige Krumen Gold gefunden, die sie stolz in einem kleinen Schraubglas mit nach Hause nehmen konnte.

Später ging es vorbei an großen Heuhafen zum Spielen in ein Fort, in dem die Kinder klettern konnten. Auch die ansässigen Tiere wurden besucht: Schweine, Ziegen, Hühner laufen hier herum und können gestreichelt werden. Schließlich landeten wir beim Ponyreiten: Gegen einen weiteren Dollar konnte die Tochter eine Runde auf einem der Reittiere drehen. Das Pony „Hans“ und seine Kollegen war so friedfertig, dass es nicht einmal von den Angestellten geführt wird, sondern Eltern den Weg erklärt bekommen und das Pony ihrer Kinder selbst führen sollen. Die Postkutsche, mit der auch gegen gebühr gefahren werden kann, wurde jedoch erst einmal umgangen, denn diese wird bei jeder Runde überfallen und die lauten Pistolenschüsse waren weder für die Tochter noch den Sohn ansprechend.

Zum Abschluss nahmen wir uns noch Fotos aus dem Fotoatelier mit nach Hause: Hier kann man sich nämlich ortsgerecht kleiden und dann ablichten lassen: Die Tochter im Rüschenkleid mit Hütchen, der Sohn mit Weste und Cowboyhut und ich selber im Bardamenkleid.

Danach gefragt, was den Kindern am meisten Spaß gemacht hat, hat die Tochter mitgeteilt, dass es das Ponyreiten gewesen sei. Der Sohn hingegen fand das Spielen im Wasser wunderbar. Mir selber hat das Goldwaschen auch die größte Freude bereitet, obwohl ich beim nächsten Besuch wohl auf Wechselwäsche und Badekleidung achten würde. Nicht gefallen hat der Tochter „das laute Geknalle“, was natürlich bei einer Westernstadt irgendwie schwer zu vermeiden ist.

 

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Aus den Sommerferien – Idee 7: Gemeinsam plastizieren

Wir malen und basteln gerne. Mit Farben haben wir schon in den verschiedensten Richtungen experimentiert: Fingerfarben, Tusche, Acrylfarbe, Aquarell, Buntstifte, Filzstifte und Wachsmaler sowieso… Plastizieren ist allerdings noch recht neu in der Sammlung der Bastelarbeiten. Zwar hat Knete uns schon oft viele regnerische Tage erträglich gemacht und wann immer ich ein paar Minuten Zeit für andere Dinge brauche, hole ich gerne die Knetmasse heraus und lasse die Kinder damit nach Herzenslust matschen und formen. Doch etwas, das bestehen bleibt, haben wir bislang nur selten gemacht.

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Für die Sommerferien hatte ich mir daher vorgenommen, mit den Kindern gemeinsam zu plastizieren. Gerade im Sommer lässt sich das gut machen mit einem kleinen Tisch im Garten und einer Schüssel Wasser, um sich darin die Hände zu befeuchten oder kurz zu waschen.

Mit der Tochter gemeinsam als Mama-Tochter-Zeit habe ich einen Töpfernachmittag besucht. Der Sohn war darüber ziemlich empört und hat immer wieder gesagt, dass er sowas auch gerne machen möchte. Für einen ganzen Nachmittag ist er mit seinen 2 Jahren dafür noch zu klein, aber für unsere Ferienbastelzeit am Vormittag ist das eine gute Idee. Daher habe ich selbsthärtende Modelliermasse gekauft (muss nicht gebrannt werden) und dazu ein paar Modellierhölzer. Daneben noch allerlei Dinge gesammelt, die man zum Abformen nutzen kann: Muscheln, Steine, kleine Hölzer, Schüsseln und Tassen aus der Puppenküche. Im Vordergrund des Gestaltens liegt bei den Kindern nicht das Produkt. Es muss keine schöne Schale oder Tasse heraus kommen. Es soll Spaß machen, der Umgang mit dem Material soll erfreuen und das Lernen, was man damit machen kann. Und so wurde die Modelliermasse geknetet, geworfen, zerbröselt und wieder zusammen gesetzt. Sie wurde platt gedrückt, gegen Muscheln gepresst und mit den vielen kleinen Stäbchen unterschiedlich bearbeitet. Ein Vormittag voller Kreativität, voller Spaß – für etwa 10 Euro Materialkosten. Und auch ich habe ein wenig gebastelt und geformt und werde mit meinen kleinen Schälchen die Puppenküche bereichern.

Aus den Sommerferien – Idee 6: Ein Besuch auf dem Bauernhof

Besuche auf dem Bauernhof sind toll. Früher haben wir meistens unseren ganzen Urlaub auf unserem Lieblingsbauernhof in der Uckermark verbracht. Nun, wo wir selber ein Haus auf dem Land haben mit Schafen, Pferden, Kühen und Hühnern in der Nähe, ist der Bauernhofurlaub nicht mehr so dringend notwendig. In diesem Urlaub wollten wir uns dann aber doch einen ganz bestimmten Bauernhof einmal näher ansehen: Das Ökodorf Brodowin.

Aus Brodowin kommt unsere Milch. Und jeder gute Coffeehipsterladen in Berlin verwendet Milch von dort. Also wollten wir uns unbedingt einmal ansehen, woher diese Milch kommt, die alle für die beste Milch halten. Was viele beim Griff ins Kühlregal nicht wissen: Brodowin ist gar nicht weit entfernt von Berlin, mit dem Auto etwa eine Stunde liegt es bei Chorin.

Immer Samstags gibt es dort eine Hofführung für Erwachsene und Kinder. Dabei erfährt man alles über den Hof und seine Produkte: Von der Anzahl der Kühe über den Umgang mit Kälbern und einem Einblick in die gläserne Molkerei bis hin zu Hühner- und Ziegenhaltung. Und man kann alles vor Ort ansehen, Tiere anfassen, Fragen stellen. Wirklich ehrlich wird dort über Tierhaltung und Wirtschaftlichkeit gesprochen.

Erste Station der Führung war einer der mobilen Hühnerwagen, die auf der Streuobstwiese stehen und in regelmäßigen Abständen umher gefahren werden. So haben die Hühner immer wieder frisches Gras, denn wie wir hier erfahren: Hühner brauchen nicht sandigen Boden, in dem sie scharren, sondern Gras. Da aber recht schnell bis auf die Wurzeln alles ausgescharrt ist, müssen Hühner bewegt werden. Dies hat auch den Vorteil, dass sich so Krankheiten nicht gut verbreiten können, denn die Hühner werden zu einem neuen Platz gebracht und der Hühnerkot wird von der Sonne auf dem alten Feld „desinfiziert“.
Nachdenklich stimmt einen die Information, dass bewusst eine Hühnerrasse ausgewählt wurde, die sowohl gut Eier legt als auch Fleisch ansetzt, damit männliche Nachkommen nicht wie in anderen Betrieben sofort getötet werden. Aber auf eine reine Legerasse zu setzen, würde sich finanziell nicht lohnen, weil Menschen den Preis für ein Ei eines gut gehaltenen Legehuhns nicht zahlen würden, der sich dann auf 1 Euro/Stück belaufen würde. Und wie wir erfahren ist es auch hier so, dass die Tiere, die keinen Nutzen mehr bringen, geschreddert werden.

Diese Informationen erinnern mich an das Buch „Landleben: Von einer, die raus zog“ von Hilal Sezgin, das ich kürzlich gelesen habe und in dem sie über Hühner u.a. schreibt:

Weil heutige Hühner so stark auf eine bestimmte Leistung – die Produktion von Eiern oder Fleisch – gezüchtet sind, sind die männlichen Küken überflüssig und werden noch am Tag des Schlüpfens aussortiert, begast und durch einen Schreder gedreht.

Weiter geht es im Anschluss zu den Kühen. Hier wird vorgewarnt: Die tragenden Kühe bitte nicht anfassen, sie sind sehr zickig. Die Kälber hingegen auf der anderen Seite des Stalls lassen sich gern streicheln und lecken mit ihren rauhen Zungen die Hände der Besucher ab. Die Kinder sind zuerst etwas zurückhaltend, müssen sich auch erst an den Geruch im Kuhstall gewöhnen. Dann aber wollen auch sie die Tiere streicheln. Die Kälber erhalten hier 100 Tage Vollmilch, davon in der ersten Woche die Milch ihrer eigenen Mutter, später gemischte Milch. Ich blicke auf mein fast zweijähriges Stillkind im Tragetuch und wieder stellen sich mir viele ethische Fragen. Wir erfahren außerdem, dass den Tieren hier nicht die Hörner geschnitten werden und darauf geachtet wird, dass sie erst ausgewachsen sind, bevor sie gedeckt werden. Die Mitarbeiterin erklärt, dass man anhand der Hörner erkennen könne, ob eien Kuh schon einmal getragen hat, denn dann gibt es Einschnürungen an den Hörnern. Werden Kühe zu früh trächtig, wachsen sie nicht mehr weiter, weil alle Energie in das Junge geht. „Wie bei uns Menschen“, erklärt die Mitarbeiterin, „wenn Kinder Kinder bekommen, wachsen sie auch nicht mehr.“ Das wusste ich noch nicht und nehme mir vor, es zu recherchieren. Kalbfleisch wird hier nicht produziert und es gibt Kühe, die auch 12 oder 14 Jahre alt hier werden. Aber es wird immer darauf geachtet, ob die Kuh in die Gruppe passt oder es andere Probleme gibt, die auch schon früher zum Schlachter führen. Mir wird klar, dass auch ein Ökobetrieb wirtschaften muss und es nicht alles rosarot ist, wenn man Tiere hält.

Nachdem wir einen Blick in die Gläserne Molkerei geworfen haben, geht es im Fußmarsch zu den Ziegen. Die Kinder dürfen die Ziegen mit Ölkuchen füttern: Einem Abfallprodukt, das bei der Herstellung des Sonnenblumenöls entsteht. Denn der Betrieb versucht wirtschaftlich zu sein und es wird geschaut, welche vermeintlichen Abfallprodukte doch noch irgendwo genutzt werden können. Da im Betriebsalltag wenig Zeit für Forschung bleibt, wie die Mitarbeiterin erklärt, wird mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde zusammen gearbeitet und Studenten von dort erproben an einigen Stellen Ideen auf dem Hof. So zum Beispiel auch mit dem Ölkuchen, bei dem die Studentin in vielen Experimenten probiert haben, ob und wie dieser an die Tiere verfüttert werden kann.

Danach geht es zurück zum Hof. Wir naschen auf dem Weg noch einige Brombeeren vom Strauch und nehmen im Hofladen unser Mittagessen ein.

Was zurück bliebt? Die Kinder fanden die Führung und den Besuch toll. Für mich haben sich viele Fragen ergeben in Bezug auf das Essverhalten unserer Gesellschaft, unserer Einstellung zu Preis und Warenwert und generell zum Konsum tierischer Lebensmittel. Deswegen war es nicht nur für das Wohlbefinden ein guter Ausflug, sondern auch, um neue Gedanken anzustoßen.

 

 

 

Aus den Sommerferien – Idee 5: Der Tag ohne Spielzeug

Spielzeugfrei

Immer wieder ließt man ja davon: Spielzeugfreie Tage in Kindergärten oder auch mal zu Hause. Wie ja schon oft beschrieben, ist das schönste Spielzeug sowieso das, was aus dem Alltag stammt: Kinder wollen mit den Dingen hantieren, die auch die Eltern haben. Sie wollen echte Küchenutensilien ausprobieren und mal den richtigen Besen benutzen. Und obwohl die Kinder sehr viele Spielsachen haben, die nicht in die Kategorie der klassischen Spielwaren fallen, habe ich bisher noch nie „Spielzeugfrei“ praktiziert. Wohl werden immer mal wieder einige Spielsachen entfernt, in Kisten verstaut und später wieder gegen andere ausgetauscht. Aber ganz ohne Spielsachen?

Zu unserem spielzeugfreien Tag kamen wir also ganz durch Zufall: Wir haben ja Familienzuwachs in Form eines Hundes bekommen. Und damit sich der kleine Hund erst einmal nach und nach umsehen kann in seinem neuen Zuhause und nicht gleich von zu vielen Eindrücken überfordert wird (oha: Woran erinnert uns das? Babyhunde werden nämlich sehr ähnlich behandelt wie Menschenbabys), wurden einige Räume mit Hindernissen abgesperrt. So auch das Kinderzimmer. Dies hatte aber nicht nur zur Folge, dass der Hund nicht in das Kinderzimmer konnte, sondern auch, dass die Kinder gar nicht mehr hinein gingen. Es schien, als sei das Zimmer wie bei Harry Potter Bahngleis 9 3/4 für die Kinderaugen verschwunden. Und so kamen die Kinder zu einem Tag ohne Spielzeug auf ihren Kinderzimmer. Sie waren ganz einfach beisammen, spielten miteinander und mit dem Hund und sammelten draußen allerlei Dinge für das Spiel zusammen: Federn, Steine, Stöcke, Schneckenhäuser, Blumen und benutzten dazu Dinge, die wir in den anderen Räumen hatten wie Blumentöpfe, Untersetzer, Obstkorb, Einweggläser, Löffel… Nur die Lieblingspuppen mussten als einziges ehemals gekauftes Spielzeug mit dabei sein.

Ein spielzeugfreier Tag öffnet die Augen für all das Schöne, was uns umgibt und die vielen Möglichkeiten, die Kinder haben, damit umzugehen. Eine Baumscheibe kann ein Tisch sein oder ein Teller oder ein Rad oder oder oder. Und die Feder fächert frische Luft zu, oder ist ein Haarschmuck oder ein Messer oder ganz einfach eine Feder.

Probiert es aus: genießt einen Tag ohne Schnickschnack, ohne Spielzeug, das schon alle Spielmöglichkeiten vorgibt und lasst der Phantasie freien Lauf. Und danach geht ihr mit neuen Augen in das Kinderzimmer und vielleicht räumt ihr ja viele Dinge weg, die gar nicht sein müssen und schafft Platz für mehr Entfaltungsraum – aber das ist dann eine Idee für einen anderen Tag.

 

Ab in den Urlaub! – Wohin, wie und was muss mit?

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Die Kindergärten gehen in die Sommerpause, Schulferien beginnen – die Urlaubszeit steht an. Vielleicht für einige Familien der erste gemeinsame Urlaub, andere sind schon daran gewöhnt. Urlaub, das ist auch für Kinder etwas Besonderes und auch eine erholsame Zeit, eine Auszeit vom Alltag. Besonders Kindergarten- und Schulkinder brauchen mal eine Pause vom Alltag. Manche Eltern sind gereizt wegen der langen Schließzeiten im Kindergarten. Aber betrachten wir es doch einmal von einer anderen Seite: Schulkinder haben 6 Wochen Schulferien, warum sollten Kindergartenkinder, die im Kindergarten erleben und auf ihre Art lernen, nicht auch eine lange Pause haben, in denen sie wieder viel Nähe zu ihren Bezugspersonen haben können? Auch bei Kindern ist es nicht anders als bei uns Erwachsenen: ohne Pausen werden sie krank und holen sich die Pause, die sie benötigen. Pausen sind wichtig.

Wohin geht es?

Es muss kein teurer Urlaub sein. Urlaub kann man auch wunderbar in der eigenen Stadt machen. Denn Kindern geht es nicht darum, fremde Orte zu sehen, andere Kulturen zu erleben oder im hellblauen Meer zu schwimmen. Kinder wollen eine schöne Zeit mit ihren liebsten Bezugspersonen verbringen.  Das muss nicht teuer sein, denn es gibt auch ohne große Geldausgaben für Kinder wunderschöne Dinge:

  • verschiedene Spielplätze der Stadt entdecken
  • Picknick im Park
  • im Wald Stöcker sammeln und schnitzen
  • am Fluss Steine sammeln und bunt anmalen
  • einen bunten Blumenstrauß in der Natur pflücken
  • Obst auf einem Erntehof ernten und einkochen (oder einfach aufnaschen)
  • einfach gemeinsam malen, spielen, basteln

Wenn wir wegfahren, dann wohin?

Bei der Urlaubsplanung treffen nicht selten zwei Welten aufeinander. Eltern wünschen sich eine Auszeit, Entspannung und Ruhe, Kinder wollen einfach mit ihren Eltern zusammen sein und dabei ihren natürlichen kindlichen Bedürfnissen nachkommen. Wie Astrid Lindgren über ihre eigene Kindheit schrieb. „Wir spielten und spielten udn spielten und es ist ein Wunder, dass wir uns nicht totgespielt haben.“ Kinder brauchen Raum, um sich auszutoben, brauchen (ab einem bestimmten Alter) andere Kinder zum gemeinsamen Spiel. Für Stadtkinder ist es wunderbar zumindest in den Ferien elementare Erfahrungen zu machen, die sonst vielleicht zu kurz kommen: auf Bäume klettern, im Wald spielen, über Felder laufen. Der Strandurlaub im Luxushotel ist dann nicht unbedingt die richtige Wahl. Also lohnt es sich als Familie vorher, genau zu überlegen: Wie ist mein Kind, was braucht es, um dann eine gute Lösung zu finden. Denn kaum etwas ist so unerholsam, wie ein gelangweiltes Kind im Urlaub.

Was die Natur als Urlaubsort bietet

Gerade naturnahe Orte bieten Kindern viele Möglichkeiten. Denn hier ist der Spielplatz nicht gestaltet, das Material gibt nicht genau vor, wie es benutzt werden soll und kann. In der Natur ist die kindliche Phantasie gefragt: ein Stock kann ein Stock sein, eine Schippe, eine Harke ein Staubsauger, ein Schiffsmast… Kinder können sich nach ihrem Bedürfnis bewegen – wenn wir sie lassen. Sie schulen ihren Körper auf spielerische Weise, lernen ihre Grenzen kennen, bekommen ein Gefühl für sich und ihre Umgebung. Dabei sind nicht nur das Flechten von Blumenkränzen und Gänseblümchenketten wichtig: Naturerfahrungen bedeutet, sich auch zu messen, Fehler zu machen, herausgefordert zu werden. Auch schon kleine Krabbler sollten die Möglichkeit haben, Naturerfahrungen zu machen, die Füße im Matsch zu versenken, einen Stock in Ruhe mit allen Sinnen zu begreifen. Natürlich muss dieser Naturraum nicht gleich ein Naturschutzgebiet sonstwo sein. Das kann auch einfach das Wäldchen um die Ecke sein oder der kleine Park in der Nähe.

Urlaub mit den Kleinsten?

Machen wir uns nichts vor: Für kleine Babys ist Urlaub Stress. Eltern sind angespannt, was Kinder immer spüren, lange Reisen sind anstrengend und vielleicht auch unbequem, ein anderes Wetter ist körperlich anstrengend. Babys und Kleinkinder reagieren anders als wir Erwachsene auf diese Strapazen – das vergessen wir oft. Wer dennoch mit einem kleinen Kind unterwegs sein möchte, sollte auf seine Bedürfnisse unbedingt Rücksicht nehmen. Das bedeutet vor allem, dass auf langen Strecken viele Pausen gemacht werden müssen. Wer im Auto unterwegs ist, sollte eine stündliche Pause einplanen, in der in Ruhe (!) gegessen werden kann, das Kind sorgsam gewickelt wird und auch das Spiel nicht zu kurz kommt. Auch Flüge sind für Kinder wesentlich anstrengender als für viele Erwachsene: die Enge, viele fremde Menschen, Gerüche, wenig Bewegungsmöglichkeiten. Zum Druckausgleich bietet sich das Stillen an. Stressig kann es zudem werden, wenn man für das Baby bei einem längeren Flug keinen eigenen Babyplatz hat durch das zahlungspflichtige Buchen eines Kindersitzes oder weil entsprechende Babykörbchen nicht längerfristig gebucht werden können. Bei Airberlin beispielsweise heißt es:

Viele unserer Flugzeuge sind mit Babykörbchen ausgestattet, welche wir ab einer Flugzeit von 90 Minuten für Kleinkinder bis 12 Monate bereitstellen. Informieren Sie sich vor dem Start bei unserem Kabinenpersonal über die Verfügbarkeit. Ein Babykörbchen kann vorab nicht reserviert werden. 

Sorgsames Planen und Abwägen ist daher gerade mit den Kleinsten angemessen. Und ist man dann im Urlaub, gibt es auch da viele Dinge zu beachten. Wer mit Kindern in exotische Länder fliegt, sollte bei Nahrungsmitteln den Grundsatz „Cook it, peel it or forget it“ beachten. Da Hygienereglungen anders sind, beispielsweise auch was das Trinkwasser betrifft, sollten Eltern gut darauf achten. Zwar gilt ja immer, dass Kinder sich auch dreckig machen sollen und dürfen, doch die Auseinandersetzung mit fremden Keimen bei Kindern, die von zu Hause ganz andere Zustände gewöhnt sind, kann schwer fallen und zu Erkrankungen führen. Regelmäßiges Händewaschen und Duschen sind daher wichtige vorbeugende Maßnahmen.

Reiseapotheke?

Und falls doch etwas passiert, ist es gut, die Reiseapotheke für Kinder dabei zu haben. Bei uns findet sich darin zum Beispiel:

  • Fieberthermometer (flexibel)
  • Pipette (um z.B. Muttermilch bei Schnupfen in die Nase träufeln zu können)
  • Kirschkernkissen
  • Wickelset
  • Desinfektionsspray
  • Elektrolytlösung
  • Pflaster
  • Fieberzäpfchen (für den Notfall, wer in warme Regionen fährt: Fiebersaft)
  • Salbe gegen Insektenstiche/Verbrennungen, z.B. Combudoron von Weleda
  • Arnikasalbe
  • Calendula-Essenz
  • Emser Salz
  • Lavendelöl (beruhigend, entspannend)
  • Sonnenschutz
  • antiallergische Medikamente für Allergiker
  • Liste mit Notfallnummern vor Ort

Und für die Kleinsten sind natürlich noch viele Dinge dabei zu haben, die ihnen vertraut sind, zum Beispiel das Lammfell, auf dem sie gerne schlafen, die Babytrage, Lieblingskuscheltier…So kann ihnen die bekannte Geborgenheit auch an fremden Orten geboten werden. Wer schwanger ist, sollte auch noch auf diesen Tipp des Elternprotestes denken.

Ich hoffe, Ihr könnt beruhigt und entspannt in die Ferienzeit starten. Bei uns beginnt sie am Freitag. Dann gibt es hier im Blog immer wieder ein Foto unserer „Sommerferienaktion des Tages“.

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