Drei einfache Regeln für schöne Kinderfotos

Leni Moretti ist Familienfotografin aus Berlin und zeigt in ihrer neuen Kolumne hier, wie ihr mit eurer eigenen Kamera im Familienalltag schöne Baby- und Kinderfotos machen könnt – für bleibende Erinnerungen.

Zum Fotografieren ist das Smartphone im Familienalltag zwar praktisch, weil es unkompliziert ist und man es schnell zur Hand hat. Doch wenn man auch bei schlechten Lichtverhältnissen brauchbare Fotos von seinen durch-die-Gegend-flitzenden Kinder machen möchte, klappt das viel besser mit einer Spiegelreflex- oder Systemkamera. Bis man verstanden hat, wie mit den ganzen Rädchen und Tasten an der Kamera tolle Kinderbilder entstehen, kann es allerdings etwas dauern. Bis dahin lohnt es sich, ein paar einfache Regeln zu beherzigen, mit denen Deine Kinderbilder sofort deutlich besser aussehen, egal ob Du mit dem Handy oder der Kamera fotografierst. 

1. Achte auf den Hintergrund! 

Achte auf einen ruhigen Hintergrund, wenn Du Dein Kind fotografierst. Wenn sich im Hintergrund hinter Deinem Kind viele störende Elemente und Farben befinden, wird der Blick von Deinem Fotomotiv weggelenkt. Was man als Foto-Anfänger auch leicht übersieht: Bäume, die aus dem Kopf wachsen. 

Wenn Du Deine Kinder in der Natur fotografierst, versuche mal darauf zu achten, dass Du so ein “Baumgeweih” vermeidest. Hier reicht es oft schon, einen kleinen Schritt zur Seite zu gehen und schwupps, hat man einen viel schöneren Hintergrund. So habe ich das bei dem linken Foto gemacht und bin einfach einen Schritt nach rechts gegangen. So sieht der Hintergrund gleich viel ruhiger und aufgeräumter aus, oder? 

2. Ganz oder gar nicht! 

Wenn Du ein Ganzkörperfotos von Jemandem machst, egal von wem, auf keinen Fall die Füße abschneiden. Die müssen mit auf’s Foto! Ich weiß nicht, wie oft ich im Urlaub schon Passanten gebeten habe, ein Foto von uns zu machen, nur um das festzustellen, dass die Füße nicht mit drauf sind. Jetzt sage ich immer mit einem Augenzwinkern, „Bitte auch die Füße mit auf’s Foto nehmen!“

Wenn man sein Kind nur von der Hüfte aufwärts fotografiert oder nur das Gesicht, müssen die Füße natürlich nicht mit drauf. Aber bei Ganzkörperfotos schon. Ganz oder gar nicht! Oft ist man beim Fotografieren so auf das Gesicht in der Mitte des Fotos konzentriert, dass man alles Andere drumherum vergißt. Lasse vor dem Auslösen also am besten nochmal schnell den Blick durch das Bild wandern! 

3. Weg von der Mitte! 

Als Fotografie-Einsteiger fotografiert man sein Fotomotiv meistens mittig und das kann nach einer Weile etwas langweilig sein. Mit der Drittel-Regel kannst Du direkt beim Fotografieren oder später beim Zuschneiden der Bilder am PC mehr Spannung in Deine Kinderfotos bringen. 

So machst Du Deine Kinderfotos mit der Drittel-Regel interessanter und harmonischer:

  • Teile das Bild (gedanklich) in 9 Teile so wie auf diesem Foto
  • Stelle sicher, dass sich bei Kinderporträts das Gesicht auf einem der Schnittpunkte der horizontalen und vertikalen Linien befindet. Das klingt erstmal kompliziert und mathematisch, ist es aber nicht.
  • Bei einigen Kameras kann man sich die horizontalen und vertikalen Hilfslinien der Drittel-Regel direkt beim Fotografieren im Display und Sucher anzeigen lassen. Schau mal, ob Du diese Einstellung bei Deiner Kamera findest. 

Muss man sich immer an diese drei Regeln halten? Auf keinen Fall. Manchmal achte ich drauf, manchmal nicht. Es ist gut, manche Regeln in der Fotografie zu kennen. Ob man sich daran hält, entscheidet das Bauchgefühl. 

Leni Moretti ist Baby- und Familienfotografin aus Berlin. Seit 2013 begleitet sie mit der Kamera Familien in ihrem eigenen Zuhause. Dabei dokumentiert sie in einer vertrauten Atmosphäre die innige Verbindung zwischen Eltern und ihren Kindern mit Fotos und Filmaufnahmen. Auf ihrem Foto-Blog und auf Instagram gibt sie ihr Foto-Wissen weiter und zeigt Eltern, wie sie im Familienalltag selber schöne Baby- und Kinderfotos machen können. Für Foto-Anfänger, die ihre Kamera besser verstehen möchten, hat Leni einen umfangreichen Online-Fotokurs für Eltern entwickelt.



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