Nesttage – Deine Auszeit für Dich und Dein Kind

Manchmal gibt es Tage und Wochen, die sind sehr anstrengend. Manchmal gibt es auch Phasen, in denen wir Eltern einfach erschöpft sind. Es ist egal, ob nach der Geburt, im Wochenbett, irgendwann in der Babyzeit oder später. Es gibt Zeiten, in denen brauchen wir einfach ein wenig Ruhe und Erholung. Zeiten, in denen wir wieder zu uns kommen, in denen wir den Stress gehen lassen. Eine Kollegin nannte die Tage der Ruhe kürzlich „Nesttage“ und ich könnte mir kein schöneres Wort dafür vorstellen.

Nesttage sind solche, an denen wir uns zurück ziehen mit unseren Kindern: Wenn es in der ersten Zeit mit dem Baby noch nicht rund läuft, wenn uns das Leben mit Kind überwältigt, sich das Stillen noch nicht eingespielt hat und vielleicht noch schwierig erscheint oder wir körperlich merken, dass wir an unsere Grenzen kommen. Auch nach dem Wochenbett kann es sein, dass unser Kind einen solchen Nesttag braucht, um sich im Trubel dieses neuen Lebens zurückziehen zu können und noch einmal die Ruhe und Geborgenheit um sich hat, die es aus dem Leben im Mutterleib kennt.

Auch dann, wenn das Kind längst der Babyzeit entwachsen ist, können Nesttage so gut tun. Wenn es gerade schwierig ist, weil das Kind einen neuen Meilenstein erklimmt, weil es gerade ganz besonders herausfordernd für uns zu sein scheint, tut ein Moment des Innehaltens und Aussteigens aus dem Alltag gut. Sehen wir uns einen Moment an, was unser Kind uns gerade sagt. Vielleicht ist es die Botschaft „Ich bin gerade total mit mir selbst beschäftigt, ich habe keine Möglichkeiten, noch zusätzlich auf die Bedürfnisse der anderen zu achten.“ oder es drückt aus „Ich brauche ein wenig Ruhe, um mich auf mich zu konzentrieren.“ oder „Ich muss jetzt einfach gehalten werden von Dir, weil alles so überwältigend ist.“ Für all diese kindlichen Botschaften sind Tage des Rückzugs heilsam.

Nesttage sind Tage, an denen wir einmal alles absagen, in denen wir uns ganz auf das Miteinander einlassen können: keine Termine am Nachmittag, keine Verabredungen. Das Handy ist ruhig und die Botschaften der Menschen von außerhalb stehen heute ganz hinten an. Der Abwasch wird heute vergessen und die Wollmäuse unter dem Sofa können einen weiteren Tag herumkugeln. Vielleicht ist es ein „Handyfreier Sonntag“ oder auch einfach ein anderer Wochentag. Ein Tag mit gemütlicher Kleidung, der wohlig nach Kindheit duftet. Ein Tag mit Eierkuchen oder Waffeln oder Kakao oder Tee oder einem gemütlichen Filmabend oder einem Vorlesetag in der Deckenhöhle mit Taschenlampe. Ein Tag, an dem andere das Essen ans Bett bringen, wenn man mit Baby darin liegen sollte. Einfach ein Tag der Ruhe und Besinnung auf sich als Familie im manchmal so trubeligen Alltag.

Wann machst Du Deinen nächsten Nesttag?
Eure

8 Kommentare

  1. Wie schön, ich konnte es beim Lesen förmlich spüren.
    Ich liebe es, an solchen Tagen mit den Kindern Gesellschaftsspiele zu spielen, warmen Kakao und ihre Lieblingsmuffins auf den Tisch zu stellen und Kerzen anzuzünden.
    Oder einen Filmnachmittag mit Popcorn, Decken und Kissen auf dem Boden zu veranstalten.
    Liebe Grüße,
    Frieda

  2. Julia Hübner

    Hach, jetzt habe ich auch mal einen Namen dafür. Unser großer Sohn ist kaum krank, oft reicht ihm ein „Nesttag“, also eine Pause von Kita, Welt und Anforderungen und er schöpft neue Energie.

  3. Ida Marquardt

    Was für ein schönes Wort – Ich war so unkreativ und habe bei uns solche Tage einfach als „frei“ im Kalender eingetragen 🙂 Irgendwann, vor ca. einem Monat habe ich gemerkt, dass es meine Große (4 Jahre) stresst, wenn wir viel auf Tour sind (nach der Kita). Auch, wenn sie immer etwas unternehmen möchte, ist sie dann sehr unzufrieden und gereizt. Deshalb haben wir jetzt mind. 1 x in der Woche, einen Nachmittag, an dem wir unter uns bleiben.

  4. Morgen ist Nesttag 💕 Der Kindergarten hat zu und ich bin krank, die Kleine hüstelt auch noch etwas. Beste Voraussetzungen für einen kuscheligen Tag 💕

  5. Gelesen und gleich mal einen eingelegt 🙂 Eine Burg aus Bauklötzen gebaut, Aristocats geguckt, zusammen gekocht, in der Badewanne gewesen und alle Blumen gegossen. Mein 20 Monate altes Kind fand es super. Ich noch viel mehr.

  6. Jenny FreSch

    Nesttag ist eine wunderbares Wort!

    Wir nennen es ‚uns erden‘. Wenn der Trubel und das Drumherum mal wieder zu viel war, braucht mein großer Sohn (gerade 5 Jahre) Zeit Zuhause in Ruhe um wieder zu sichvzu finden und Kraft zu tanken. Auch ich merke sehr genau wann ich wieder in unserer vertrauten Umgebung mehr zu mir finden kann und wieder durch das ‚Erden‘ Energietanks auffüllen kann!

  7. Wir versuchen diese Nesttage (bei uns heißt er „Schlumpertag“) wöchentlich einzubauen. Seit November jetzt auch zusätzlich den handyfreien Sonntag, weil der Schlumpertag ein Mama-Tochter-Ritual ist und der Sonntag aber der gesamten Familie gehört ❤️

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