5 Alltagsrituale für die Schwangerschaft

19 Wochen Schwangerschaft sind nun vergangen, die 20. Woche ist da. Halbzeit. Ich stehe vor dem Spiegel und bewundere meinen sich rundenden Bauch. Auch wenn es das dritte Kind ist, ist es noch immer ein Wunder für mich, dass in einem Menschen ein anderer Mensch heran wächst. Ich streiche über meinen Bauch und frage mich, welch kleiner Mensch wohl diesmal darin entsteht: Junge oder Mädchen? Wie wird das Temperament dieses Kindes so sein? Im Alltag fällt es mir oft schwer, mir bewusst für dieses Kind Zeit zu nehmen, da ja die beiden anderen schon da sind und Aufmerksamkeit beanspruchen. Und doch gibt es einige Rituale, die sich im Alltag herausgebildet haben, die mich auf dem Weg des Kennenlernens begleiten und es ermöglichen, Nähe und Bindung herzustellen.

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1. Guten Morgen, gute Nacht

Die ersten Gedanken und die letzten des Tages gehören dem Baby. Nach dem Aufwachen höre ich kurz in mich hinein: Hallo Baby, bist Du schon wach? Wie geht es Dir? Vielleicht wird es ein stressiger Tag, vielleicht ein ruhiger. Ganz sicher aber nehme ich mir diese Zeit des Tages, um mein Kind willkommen zu heißen und ihm und mir einen guten Tag zu wünschen. Ebenso lege ich mich am Ende des Tages mit den Händen auf dem Bauch ins Bett und spüre noch einmal nach: Schläfst Du schon? Ich denke an den Tag, wie er war, wie er wohl für Dich gewesen sein muss in meinem Bauch. Auch wenn an einem Tag nicht viel Zeit war für Bauchstreicheleinheiten, ist diese Zeit ganz sicher für Dich da.

2. Streicheleinheiten

Es ist mir wichtig, meinen Körper zu pflegen. Auch wenn ich nicht schwanger bin, tue ich mir jeden Tag etwas Gutes. Das muss nicht viel sein, keine aufwändigen Rituale. Ich genieße es aber, wenn ich morgens und abends mein Gesicht reinige und dann sanft mit einer Gesichtspflege massiere. Auch mein restlicher Körper bekommt Zuwendung, insbesondere zum Start in den Tag: Jeden Morgen massiere ich ihn kurz mit einem Körperöl. In der Schwangerschaft bekommt der Bauch besondere Zuwendung bei diesem Tagesritual. Diese Zuwendung tut mir selber gut und auch dem Baby in mir.

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3. Entspannendes Bad

Jedes Mal wenn ich im Bad liege, denke ich, dass ich das öfters tun sollte. Oft fehlt mir im Alltag dann doch die Zeit, aber einmal wöchentlich tut ein entspannendes Bad sehr gut. Wie bei den Streicheleinheiten gilt auch hier: Was mir gut tut, das ist auch für das Baby gut. Im warmen Wasser entspannt sich der Körper, Verspannungen lösen sich. Mit den Händen auf dem warmen weichen Bauch lassen sich die Bewegungen des Babys spüren oder einfach nur eine Verbindung zu ihm herstellen.

4. Phantasiereise zum Baby

Im Laufe der Schwangerschaften habe ich aus Büchern und Kursen einige Phantasiereisen kennengelernt. Meine liebste davon ist die Vorstellung, dass ich Kontakt zum Baby aufnehme, mir vorstelle, wie es sicher geborgen in der Gebärmutter ist, umhüllt von den Eihäuten, vom Fruchtwasser. Darin bewegt es sich sanft, geschützt und gewärmt. Ich denke daran, wie ich diese Hülle mit meinen Händen nachzeichne, mit meinen Händen nochmals einen goldenen Schutz um das Baby in meinem Inneren lege. Diese Gedanken tun mir gerade an stressigen Tagen oder immer dann, wenn ich mich um das Baby sorge, gut.

5. Termine mit meiner Hebamme

Meine Hebamme ist meine wichtigste Ansprechpartnerin während der Schwangerschaft. Die Vorsorgeuntersuchungen besuche ich größtenteils bei ihr und die regelmäßig stattfindenden Treffen sind eine tatsächlich eine Art Ritual, das mich auf die Geburt vorbereitet. Von Monat zu Monat begleitet sie mich, steht für Fragen bereit, erklärt und beruhigt. Die Regelmäßigkeit dieser Treffen und das Wissen um die Beständigkeit sind wunderbar beruhigende Hilfen auf dem Weg zur Geburt. Bei dieser Schwangerschaft habe ich auch eine Doula an meiner Seite, die noch einmal weitere Impulse einbringt.

Dies alles sind keine großen, bewegenden Dinge. Es sind tatsächlich Kleinigkeiten im manchmal hektischen Alltag,die mich kurz Innehalten lassen, um mich auf die Schwangerschaft zu besinnen. Sie geben den 40 Wochen bis zur Geburt Struktur, Regelmäßigkeit und mir dadurch Sicherheit und Wohlbefinden. Immer wieder kann ich durch diese Kleinigkeiten bewusst einen Kontakt zu meinem Baby herstellen, nachspüren und auf diese Weise ein erstes zartes Band der Bindung aufbauen, das immer stärker wird.

Habt Ihr vielleicht noch weitere Ideen und Rituale aus Eurem Alltag?
Eure
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4 Kommentare

  1. Schöne und vor allem einfache Ideen!
    Ich habe in letzter Zeit schon öfter über eine irgendwann auf mich zukommende zweite Schwangerschaft nachgedacht und war immer ein wenig in Sorge, dass das zweite Kind in der Schwangerschaft zu kurz kommen könnte. Natürlich kann man sich nicht mehr so auf das kleine, zarte Geschöpf im Bauch konzentrieren, wie bei der ersten Schwangerschaft, aber die kleinen Rituale, die du beschreibst, geben auch Raum für ganz exklusive „Babyzeit“. Toll 🙂

  2. Ich habe in der Schwangerschaft (fast) jeden Morgen ein bisschen Pilates gemacht, was mir wahnsinnig gut getan hat. Und jetzt versuche ich wieder jeden Morgen Rückbildungspilates zu machen und das Kind liegt daneben und freut sich. 🙂

  3. StadtmamaAT

    Die Fantasiereise gefällt mir. Sollte bei uns noch einmal Nachwuchs kommen, werde ich daran denken! (wer weiß, wer weiß … 😉 ) Und es auch gleich meiner schwangeren Freundin erzählen. Das tut ihr sicher gut!

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