Die 12. Woche – Schwangerschaftstagebuch

Die ersten 12 Wochen sind vorüber. In dieser Schwangerschaft waren es die anstrengendsten 12 Wochen, die ich bisher hatte. In keiner der beiden anderen Schwangerschaften habe ich so unter Übelkeit gelitten und auch die Müdigkeit hat mir zuvor nicht so zu schaffen gemacht wie nun, wo ich mit zwei Kindern, die schon da sind, wenig Zeit zum Ruhen hatte. Doch es gab auch ganz zauberhafte Momente: Wenn ich mich nachmittags auf das Sofa legte neben die Kinder und ihnen sagte, dass das Baby nun müde sei und wir uns ausruhen müssten. Sie brachten Decken und ließen mich oft auch einfach ruhen während sie neben mir spielten. 

Mit zwei Kindern und der Arbeit an meinem Buch und diesem Blog ist die Zeit des Hand-auf-Bauch-Legens gering. Ich erinnere mich noch gut, wie viel Zeit ich in der ersten Schwangerschaft nur für dieses Nachspüren hatte. Für das Bauchstreicheln, das Liegen und Nachdenken. Mit einem Kind war es schon anders, mit zwei Kindern nun sehr. Und auch hier gibt es sie trotzdem, die Momente ganz für mich und das neue Baby, in denen ich eine Verbindung herstelle, mir vorstelle, wie es es so sanft und weich in meinem Bauch wächst. Manchmal schließe ich in Gedanken die Hände um mein Baby, schütze es sicher und sage ihm damit: Ich bin da und achte auf Dich.

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Das Baby in der 12. Woche

Noch passt das Baby gedanklich in eine meiner Hände. Es ist nun um die 5 cm groß und hat schon die Gestalt eines Babys: Eine kleine Nasenspitze, Lippe, die Position der Augen und Ohren ist erkennbar. Aus dem Embryo ist ein Fetus geworden. Alle Organe sind angelegt und wachsen nun. Die Hände sind entwickelt, die einzelnen Finger ausgebildet und die kleinen Fingernägel entstehen langsam. Die Hände können geöffnet und geschlossen werden, die Arme bewegen sich. Überhaupt bewegt es sich immer mehr, bewegt auch den Kopf und  trinkt Fruchtwasser.

Mama in der 12. Woche

Die Übelkeit und Müdigkeit sind endlich weniger, dafür hat der Kreislauf ab und zu Schwierigkeiten, da der Blutdruck hormonell  gelegentlich absinkt. Die Hormone sind es auch, die sich sehr auf das Gefühlsleben auswirken – gerade in Verbindung mit der Einschulung und ersten Schulwoche der Tochter führt das oft zu einem Gefühlsdurcheinander zwischen Mutterstolz und Wehmut.

Ein Bauch ist deutlich zu erkennen bei dieser dritten Schwangerschaft, auch wenn bisher keine Gewichtszunahme zu verzeichnen ist. Auch die Brust ist größer und empfindlicher. Eine Zunahme an Appetit gibt es nicht, Süßes ist eher weniger beliebt als Herzhaftes bei mir. Auf den Teller kommt, wonach der Geschmack steht – dabei aber meistens alles selbst gekocht ohne Fertigprodukte mit fragwürdigen Zusätzen. Neben unseren selbst gebackenen Brötchen steht immer Obst auf dem Frühstückstisch und besonders Pfirsiche sind gerade besonders lecker. Unterstützt wird dies natürlich auch dadurch, dass ich der Tochter jeden Morgen ihre gesunden Schulbrotdosen mit Obst und Trockenfrüchten bereite – so ist immer Obst und anderes im Haus auch für mich. Auch Fruchtsäfte, mit Wasser verdünnt, trinke ich aktuell gerne und komme so neben dem Trinken von Wasser pur gut auf die empfohlenen 2l Flüssigkeit am Tag.

To do in der 12. Woche

In dieser Woche habe ich das erste Treffen mit meiner Hebamme gehabt. Die Hebamme, die mich bei der Geburt meiner Tochter begleitete, gab schon vor langer Zeit die Geburtshilfe auf. Die Hausgeburtshebamme, die mich bei meinem Sohn begleitete, fragte ich sofort nach dem ersten positiven Schwangerschaftstest, ob sie mich aufnehmen könnte. Nur leider hat sie in dieser Zeit ihren jährlichen Urlaub. Ich fragte also alle Freundinnen, alle Kontakte um Hinweise – es ist nun leider nicht mehr einfach, eine Begleitung für eine Hausgeburt zu finden. Ich hatte Glück und so fand ich in der 6. Schwangerschaftswoche eine Hebamme für unsere dritte Geburt. In der 6. Woche! Würde ich heute erst mit der Suche beginnen, hätte ich wohl schlechte Aussichten, denn die Zahl der Hausgeburtshebammen ist so gering, dass sie schnell ausgebucht sind.

Zusätzlich zur Hebamme werden wir uns dieses Mal auch von einer Doula begleiten lassen. Sie ist eine langjährige Kollegin von mir und arbeitet zudem schon lange mit meiner Hebamme zusammen. So kann sie die Arbeit unter der Geburt unterstützen und sich auch um meine Familie kümmern, denn schließlich gilt es auch, die zwei Kinder zur Geburt gut zu versorgen. Ob sie dabei sein oder doch lieber außerhalb betreut werden, steht noch nicht fest. Es gibt viele Dinge, die in den folgenden Wochen noch geplant werden müssen.

Mein zweites Baby, das Buch, das ja recht parallel zur Geburt erscheinen wird, kommt auch gut voran. Noch sind einige Kapitel zu schreiben. Da die Müdigkeit aber nun endlich nachgelassen hat und ich auch tagsüber durch die Eingewöhnung des Sohns einige Stunden Zeit habe, sehe ich dem Abschluss der Schreibarbeiten ganz positiv entgegen.

Und wie geht oder ging es Euch in der 12. Woche? Ist eine große Last von Euch abgefallen und habt Ihr schon den Energieschub des zweiten Drittels?
Eure

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4 Kommentare

  1. Ich bin in der 33. Woche und hab mich jetzt um eine Hebamme für eine mögliche Hausgeburt gekümmert. Da wir in der Schweiz wohnen, hatte ich Glück. Wobei Hebammen die überhaupt Hausgeburten machen rar sind. Alles Gute dir weiterhin 🙂

  2. Laura Geyer

    Ich hatte bis zur 14. SSW mit Übelkeit zu kämpfen und die schlimmsten Wochen waren während unseres Urlaubes in Bayern. Es mag doof klingen, aber ich werde nie nie wieder dahin fahren. Es war ein Graus. Ich habe mich in der Zeit hauptsächlich von Salat und Maoam ernährt, was anderes bekam ich nicht runter. Da wir eine Kaffeetrinker Familie sind, wurde mir bei Treffen immer regelmäßig bis zur 30. SSW übel. Schon verrückt, wie der Körper die Nahrungsaufnahme allein regelt, denn ich bin ein absoluter Kaffeejunkie.

    Ich habe mich letztes Jahr im Oktober in der 12. Woche um eine Hebamme zur Hausgeburt gekümmert und hatte Glück. Inzwischen muss hier im Geburtshaus auch quasi direkt mit dem Test angerufen werden.

    Ich wünsche dir jetzt ein energiereiche zweites Trimester.
    liebe Grüße

    Laura

  3. Hallo Susanne,
    ich lese deinen Blog schon sehr lange. Aber gerade macht er mir besondere Freude. Ich bin genau wie du in der 12. SSW. Noch ist die Übelkeit nicht vorrüber, aber das kenne ich schon von meiner ersten Schwangerschaft. Ich hoffe sehr, dass der Energieschub bald kommt. Ich habe in den letzten Wochen auch Unmengen an Obst, besonders Pfirsische, gegessen. An alles andere kam ich nicht so gut ran.

    Wünsch dir weiterhin alles Gute.

    Liebe Grüße
    Gretel

  4. Frau Krähe

    Liebe Susanne. Während meiner ersten Schwangerschaft verunglückte mein Mann in der 13. SSW schwer und verbrachte ziemlich genau das gesamte 2. Drittel der Schwangerschaft in Spital und Reha. Das war eh schwierig, dieser Ausnahmezustand. Schwanger zu sein und damit im praktischen Sinne „alleine“ zu sein (also daheim im stillen, leeren Haus, nachts, bei allen anstehenden Tätigkeiten – auch anstrengenden-, die einfach gemacht werden mussten etc.) war schon eigenartig. Umso wertvoller war für mich damals meine Hebamme. Sie begleitete mich/uns durch diese im wahrsten Sinne ausserordentliche Zeit, und dank ihr fühlte ich mich doch nie ganz alleine. Ich setzte voll auf sie und wusste, egal was sonst noch ist, alleine werde ich nicht sein müssen bei der Geburt (war ich dann auch nicht, beide waren da, mein Mann und meine Hebamme). Die 12. Woche war also bei mir damals die Ruhe vor dem Sturm, in welcher wir übrigens noch ein ausgelassenes Hochzeits-Hoffest feierten.
    Herzliche Grüsse, Martina

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