Buchempfehlungen für Eltern an Herbsttagen

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Über den Spätsommer und in den letzten Wochen habe ich den im Laufe des Jahres immer anwachsenden Stapel an ungelesenen Büchern auf meinem Schreibtisch verringert: In den Urlaub haben mich einige Bücher begleitet, auf Arbeitsreisen und auch nun an den dunklen Herbstabenden, an denen ich mit einem Tee im Bett sitze und vor, bei oder nach der Arbeit ein wenig lese. Eine Auswahl dieser Bücher möchte ich hier vorstellen:

Am liebsten sind mir die Problemzonen, die ich noch gar nicht kenne

Ob ich ihr Buch lesen wollen würde, fragte mich Corinne Luca vor dem Erscheinen. Im letzten Jahr wurde ihr für ihr Blog makellosmag der Grimme Online Award verliehen. Auch wenn ich ihr noch nie begegnet bin, mag ich Corinnes Tweets und Texte. So kommt es, dass ich im Urlaub nackt in der Sauna sitze und ihr Buch über Problemzonen vor die meinen halte.

Kurzweilig erklärt Corinne in „Am liebsten sind mir die Problemzonen, die ich noch gar nicht kenne„, wie uns beständig und überall unsere Problemzonen eingeredet werden. Nicht nur ganz offensichtlich, sondern auch besonders subtil. Werbung und Frauenzeitschriften (und die Verbindung von beidem) belehren uns tagtäglich über unsere Unzulänglichkeit. Und während im Frauenmagazin auf der einen Seite ein typisches „Problem“ beschrieben wird, erwartet uns subtil auf der nächsten Seite schon die Werbeanzeige des Produktes, das die Problemlösung verspricht. Schönheit ist eine Industrie, die davon lebt, uns einzureden, dass wir an ihr arbeiten müssten. Corinne Luca beleuchtet diese Praktiken auf humorvolle, kurzweilige und dennoch tiefgründige Weise. Es ist ein Buch, das gut tut und durch das man beim nächsten Blick in den Spiegel sicherlich ein wenig wohlwollender ist und weniger vergleichend mit nicht erreichbaren und oft nicht einmal existierenden, da bildbearbeiteten, „Idealen“ dank ihren abschließenden 3 Schritten zum Schönheitswahn-Detox.

Von mir eine von Herzen ausgesprochene Empfehlung.Und wie ich Corinne schon schrieb, wünsche ich mir eigentlich ein genau solches Buch auch für Eltern: Ein Überblick, was Eltern beständig eingeredet wird, was sie für die Elternschaft benötigen würden und ein kleiner Blick hinter die Interessen von Werbung und Zeitschriften, wie hier bei bei Übermedien schon angedeutet.

Ohne Wenn und Abfall – Wie ich dem Verpackungswahn entkam

Wer hier häufiger liest oder mir auf Instagram folgt, weiß, dass Milena eine gute Freundin von mir ist, mit der ich mich nicht nur gerne austausche, sondern die ich auch für ihre unermüdliche Arbeit, ihren Einsatz für die Umwelt und ihre nie endenden Gedanken und Ideen bewundere. Dass sie in unser Leben gepurzelt ist, halte ich immer wieder für eine Bereicherung, denn sie hat auch meinen Blick noch einmal geschärft für die Dinge im Alltag, an denen wir alle arbeiten können, um die Welt ein wenig besser und gesünder zu machen. Ihr Laden und die Idee von Original Unverpackt hat auch unsere Kinder sehr beeinflusst und die Redewendung „Was würde Milena tun?“ oder „Was würde Milena dazu sagen?“ ist bei uns tief verankert.

In ihrem Buch berichtet Milena davon, wie es zu Original Unverpackt kam und erklärt Begriffe wie Minimalismus und Zero Waste. Sie zeigt auf eine entspannte Art, was wir im Alltag tun können und benennt Möglichkeiten, die jeder von uns umsetzen kann ebenso wie konkrete Ideen, um beispielsweise Pflegeprodukte selber herzustellen. Viel geht es auch kurzweilig um ihren ganz persönlichen Weg. Nicht zuletzt beleuchtet sie auch den Bereich „Baby und Kind“, zu dem ich ihr auch ein paar Anregungen geben durfte, was eigentlich gar nicht benötigt wird und warum Kinder gar nicht so viel brauchen, wie uns immer eingeredet wird (womit sich auch irgendwie ein Kreis schließt zu Corinnes Buch).

Ohne Wenn und Abfall würde ich auf jeden Fall all denen empfehlen, die gerne etwas ändern würden und keine dogmatische Streitschrift, sondern ein entspanntes Buch in lockerer Sprache lesen wollen, das ein paar Ideen bereit hält, die wirklich jeder umsetzen kann.

Breifrei – Das Veggie-Kochbuch

Eigentlich hatte ich gerade angefangen, das neue Paarbuch von meinen Freunden Anja und Christian zu lesen: Von glücklichen Eltern und glücklichen Paaren – Die Kinderjahre entspannt gemeinsam bewältigen. Doch kaum hatte ich etwa ein Viertel davon gelesen, landete schon das nächste Buch aus dem Hause Gaca auf meinem Tisch: Das neue Breifrei-Buch, das es nach dem ersten Erfolgstitel nun mit komplett veganen Gerichten gibt. Wir leben zwar nicht vegan, essen aber öfters vegan, weil es einfach lecker und gesund ist. Anja und Christian haben mich vom Kaffee mit Kuhmilch zum Kaffee mit Hafermilch geführt, was für mich ein großer Änderungsschritt war, den ich nicht mehr missen möchte. Ihr veganer Apfelsaftkuchen steht oft auf ihrem Esstisch, wenn wir zu Besuch sind. In unserem Urlaub in Südtirol habe ich dann im Hotel das schöne Buch „Vegan mit Plan – Gesunde Ernährung mit Nachhaltigkeit“ geschenkt bekommen, das wirklich sehr leckere Rezepte für Erwachsene enthält, die aber nicht unbedingt auch etwas für die tägliche Familienküche sind. Anja Gaca, Loretta Stern und der vegane Sternekoch Björn Moschinski widmen sich in ihrem Buch nun allerdings den Kleinsten. Hier wird erklärt, dass und wie eine rein pflanzliche Ernährung von Kindern möglich ist und worauf man achten sollte. Zudem wird auch erläutert, wie die Beikost ohne Brei gestaltet werden kann. 80 rein pflanzliche Rezepte von Frühstück über Suppen bis hin zum Nachtisch (zum Teil mit Zucker) klingen lecker und familientauglich und lassen den Beikostbeginn zu einer Freude werden. Die erste Suppe (Hokkaido-Cremesuppe) wurde bereits nachgekocht und von allen Kindern für gut befunden.

Vielleicht ist ja auch das ein oder andere Buch für Euch dabei?
Eure