Was würdest du im Nachhinein anders machen als Elternteil?

Heute fragte mich eine Freundin: Wenn Du nochmal von vorn beginnen könntest mit dem Elternsein, was würdest Du anders machen? Zuerst sind mir viele Sachen eingefallen, die ich hätte anders machen können im Alltag. Meist Kleinigkeiten, denn natürlich gibt es im Alltag immer wieder Situationen, bei denen man denkt: Ach, das hätte ich mal lieber anders machen sollen. Am Nachmittag mit müden Kindern keinen Termin wahrnehmen, diese oder jene Reise nicht machen, hier oder da ein Kleidungsstück nicht kaufen, das sich als unpraktisch erwies. Ein Kind nicht deswegen anschimpfen, weil ich erschöpft bin. Ja, da gibt es schon eine Liste an Dingen, die ich nicht noch einmal machen würde. 

Dann dachte ich an die wirklich großen Dinge und Fragen: Stillen, Tragen, Familienbett, Verwöhnen, Einschlafbegleitung etc. Und mir viel auf: Auch wenn es Tiefpunkte gab, wenn ich auch schon Milchstaus oder zwei Brustentzündungen hatte, wenn ich wirklich viel Zeit abends in oder an den Betten meiner Kinder verbracht habe, wenn ich negative Kommentare zum Tragen bekommen habe: All das würde ich wieder machen. Denn trotz allem und trotz der kleinen Unannehmlichkeiten auf dem Weg war es gut und ich erinnere mich gerne an all dies und unseren gemeinsamen Weg. Und auch wenn es sicher zu früh ist, um eine Bilanz zu ziehen, finde ich, dass meine Kinder ganz wunderbar geworden sind trotz der vielen Anmerkungen und Warnungen, dass wir sie verziehen würden mit unserem Verhalten.

Was ich also anders machen würde? Kaum etwas. Würde ich wissen, wie es ausgeht, würde ich mir wahrscheinlich so manche gemeine Anmerkung nicht so zu Herzen nehmen. Ich würde den Menschen, die mir nicht gut tun und die unseren Weg für falsch halten, ein müdes Lächeln schenken. Ich würde insgeheim denken: Ja, mach Du nur und empöre Dich, aber ich gehe den für mich richtigen Weg, auch wenn er anders ist als Deiner. Das Wissen um meine heutige Zufriedenheit und mein gefühltes Glück würde mich an vielen Stellen, an denen ich strauchelte, gelassener werden lassen. Ich würde mich im Gegenzug mehr mit denen umgeben, die mir gut tun.

Wenn ich heute noch einmal mit dem Elternsein anfangen könnte, würde ich mich einfach auf den Weg freuen, der vor mir liegt. Weil er toll ist. Weil es wunderbar ist, kleine Menschen ins Leben zu begleiten und ihnen die Welt zu zeigen. Weil es trotz aller Anstrengungen immer wieder bezaubernd ist. Weil das Lächeln Deines Kindes und seine kleine Hand in Deiner alles Negative für einen kleinen Moment ausschalten kann. Wenn ich noch einmal anfangen könnte, würde ich es einfach wieder so machen. Weil es sich genau so richtig anfühlt.

Und ich hoffe, für Euch alle auch. Denn das ist es doch, was wirklich zählt: Dass man zufrieden den eigenen Familienweg gehen kann – wie auch immer er aussieht und die beteiligten Menschen dabei glücklich sind.

Eure