Aus dem Bücheregal im September

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Es wird wieder kühler draußen. Die letzten schönen Sonnenstrahlen lassen sich noch gut einfangen bei Spaziergängen, beim Sammeln von Kastanien und Eicheln und auch auf dem Spielplatz ist es mit dicker Hose noch gemütlich. Doch mit der Herbstzeit kommt auch wieder das Vorlesen mehr in den Vordergrund. Ein warmer Tee, ein Kakao mit Keks und dazu das gemeinsame Einkuscheln und Vorlesen. 

Wir lieben alle die Bücher von Elsa Beskow, die ich hier auch schon in der Vergangenheit vorgestellt habe. Im September passt natürlich wunderbar „Lasse im Garten„, das wir gerade auch wieder viel lesen. Kürzlich ist aber ein neues Buch der Serie um Tante Lila, Tante Grün und Tante Braun erschienen: Tante Brauns Geburtstag. Wunderbar passend für unser Schulkind hier zu Hause wird dort davon berichtet, wie Peter und Lotta nun zu Hause von Onkel Blau unterrichtet werden – ein schöner Anlass, um aufzugreifen, wie Kinder früher gelernt haben und dass man zum Lernen eigentlich nicht in der Schule sein müsste. Eigentlich aber geht es um Tante Lilas Geburtstag, den sie alle gemeinsam vorbereiten wollen und dabei aber eine ganze Menge schief geht. Wie immer eine zauberhafte Geschichte aus dieser Reihe mit wunderschönen Bildern.

Der Herbst ist auch eine Zeit des Nachdenkens. Und gerade bei meinem großen Kind stellen sich viele Fragen über das Leben. Sicherlich auch in Verbindung damit, dass sie im nächsten Jahr wieder große Schwester wird. Der Kreislauf des Lebens ist jedenfalls Thema, auch das Sterben, denn in letzter Zeit war die Urgroßmutter wieder oft Thema, die vor drei Jahren gestorben ist. Eine stille, ruhige Geschichte, die das Älterwerden von klein auf bis zum Tod aufgreift, ist Michael Dodok de Wits „Vater und Tochter„: Eines Tages verabschieden sich Vater und Tochter am Deich und er rudert davon und kommt nicht mehr zurück. Das Mädchen wird größer, Jahre vergehen, es kehrt immer wieder an die Stelle zurück, sie bekommt Kinder, wird alt, der Deich verändert sich. Als sie als alte Frau dorthin zurück kehrt und sich zum Schlafen niederlegt, trifft sie ihren Vater wieder… Es ist mit wenigen Worten und minimalistischen Bildern ein Buch, das wirklich sehr nah geht und mir beim ersten Lesen (ich lese die Kinderbücher immer erst einmal alleine, bevor ich sie mit den Kindern ansehe) die Tränen in die Augen brachte. Es eignet sich, um über den Kreislauf des Lebens zu reden mit größeren Kindern und wurde 2005 mit der Silbernen Feder, dem Kinder- und Jugendbuchpreis des Deutschen Ärztinnenbundes e.V. ausgezeichnet. Der zugehörige Kurzfilm wurde 2001 mit einem Oscar ausgezeichnet.

Und auch noch ein Buch für die Kleineren möchte ich Euch zeigen: „Die Zwergenmütze“ von Brigitte Weninger und John A. Rowe. Ähnlich wie in dem Winterbuch „Ein Märchen im Schnee„, das die Kinder in der Vorweihnachtszeit vorgelesen bekommen, geht es hier um einen kleinen Zwerg, der im Wald seine Mütze verliert, die dann ein zu Hause wird für allerlei Waldbewohner wie Bär, Wolf, Wildschwein, Maus, Frosch, Fuchs, Vogel, Igel und Hase.  Ganz schön viel Platz ist dort auf engstem Raum – nur den Floh möchte niemand dabei haben. Ein handliches kleines Buch, mit dem man schön über die Waldtiere sprechen kann und über den Unsinn, ob wirklich so viele Tiere in eine Zwergenmütze passen oder nicht.

Und was lest Ihr gerade?

Eure
Susanne_clear Kopie

3 Kommentare

  1. Ein ganz tolles Herbstbuch, dass wir jetzt wieder aus dem Regal geholt haben ist Ole Könneckes „Anton und die Blätter“, das ganz toll zeigt, dass nicht das Ergebnis das Entscheidende ist sondern der Weg dorthin. Für die Tochter (5) stehen Willi Wibergs Geschichten ganz oben im Moment und dem mittleren Sohn (7) lese ich abends Pippi Langstrumpf vor. Das amüsiert ihn immer aufs Neue, wie sie die Welt auf den Kopf stellt. Der große Sohn (9) liest lieber selber, im Moment Greg’s Tagebuch und Lucky Luke. Ansonsten lassen wir uns auch immer wieder in der Stadtbücherei inspirieren und probieren Neues aus.
    Viele Grüße und viel Erfolg beim Endspurt für’s Buch.

    • Ich bin auch schon so gespannt, was wohl das erste Buch sein wird, das meine Tochter allein liest. Weißt Du noch, was es bei Deinem Sohn war?

      • Cafétasse

        Ich habe den großen Sohn gestern gefragt, und er wusste es noch ganz genau: „Der kleine Fußballheld kommt groß raus“. Das ist ein Bilderbuch zum Vorlesen von Moira Butterfield und er hat es geliebt, schon als ich noch vorgelesen habe. Vor einigen Wochen hat nun auch der kleine Sohn das Buch gelesen und es sich für die Buchvorstellung in der Klasse ausgesucht. Mal sehen welches das erste Buch der Tochter wird. Im Moment sind Pferde ganz angesagt.
        LG und eine schöne Woche

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