Achtung: Hitze!

Ich bin nicht wirklich ein Sommertyp, denn ich mag die Hitze nicht und bin auch kein Mensch, der gerne lang am Strand liegt. Meine Kinder haben mir in den letzten Tagen deutlich gemacht, dass es ihnen ebenso geht – und das, obwohl die Temperaturen noch lange keinen Spitzenwert erreicht haben. Ein langes, sehr heißes Wochenende liegt nun aber vor uns und die Frage lautet: Was mache ich mit Kindern in der Hitze? Und was auf keinen Fall?

Sonne

Kinderhaut ist besonders empfindlich, da sie besonders dünn ist und einen Eigenschutz erst aufbauen muss. Im ersten Lebensjahr sollten Babys daher überhaupt nicht der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden. Da sich das aber schwierig gestaltet, wenn die Kinder sich schon fortbewegen, sollten sich die Kleinen nur in weiträumig schattigen Bereichen bewegen, bekleidet sein und einen Sonnenhut tragen. Sonnencreme ist für Säuglinge noch nicht geeignet, da Inhaltsstoffe zu Irritationen führen können. Auch Vorschulkinder haben noch empfindliche Haut, müssen aber schon eingecremt werden. Auch hier gilt: Bitte nicht unbekleidet in der Sonne herum hüpfen lassen. Je mehr die direkte Sonne gemieden wird, desto besser. Kinder sollten – insbesondere auch am Kopf – bekleidet sein. Die Kleidung sollte nicht zu eng am Körper liegen und luftig sein. Gerade auch bei Babys sollte die Kleidung auch nicht zu warm gewählt werden. Leichte Baumwollstoffe sind gut. Wer aber sowieso drinnen ist, kann das Baby auch einfach nackt strampeln lassen. Beim Baden ist ganz besonders darauf zu achten, dass die Kinder vor der Sonne geschützt sind. Badeanzüge, die die Schultern bedecken, sind eine gute Möglichkeit.

image14 2

„Eincremen“ bedeutet nicht nur ein paar Kleckse auf den Arm zu machen oder ein Gesicht auf den Bauch mit Cremepunkten zu malen. Faustregel für die Dosierung ist ein Strich Creme von der Länge des Zeigefingers für Kinder bis 2 Jahren für Hals, Gesicht und Nacken, 2 Fingerlängen für die Beine und 3 Fingerlängen für den Oberkörper. Im Alter von 3 bis 5 Jahre sollte es ebenfalls eine Fingerlänge für Hals, Gesicht und Nacken sein, 4 Fingerlängen für die Beine und 6 Fingerlängen für den Oberkörper. Das ist wirklich eine ganze Menge! Besonders Nase, Schultern, Ohren, Brust und Kopf müssen gut geschützt werden. Sonnencreme muss nach dem Schwimmen und auch sonst zwischendurch erneuert werden, da sie abgerieben wird – gerade von aktiven, sich bewegenden Kindern. Wichtig ist dabei: Die Schutzdauer verlängert sich nicht durch erneutes Auftragen.

In der Mittagszeit ist die Sonne generell zu meiden – für Erwachsene wie für Kinder. Bitte lasst also Eure Kinder nicht nackt in der Plansche oder auf dem Spielplatz in der Sonne herum hüpfen! Und seid Vorbild: Cremt Euch ein, lasst Euch von Euren Kindern eincremen und vermittelt ihnen so, dass Sonnenschutz wichtig ist.

Getränke

Das Wasser im Körper hat wichtige Funktionen, beispielsweise ermöglicht es die Abgabe von Wärme über die Haut in Form von Wasserdampf und erzeugt Verdunstungskälte in Form von Schweiß. Kinder haben einen höheren Wassergehalt im Körper als Erwachsene und sie sind anfälliger für Austrocknung. Deswegen ist es wichtig, dass sie an heißen Tagen viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Gerade wenn sie spielen, vergessen sie den Durst aber leicht und trinken erst, wenn sie wirklich einen starken Drang verspüren – das ist aber ein spätes Anzeichen. Kinder sollten daher jederzeit Zugang zu Getränken haben und diese auch zwischendurch angeboten bekommen. Geeignet ist Wasser oder ungesüßter Tee – auf Säfte oder andere zuckerhaltige Getränke sollte in diesen Mengen lieber verzichtet werden.

Auch nach Bedarf gestillte Babys benötigen keine zusätzlichen Wasserfläschchen: Muttermilch besteht zu 88% aus Wasser. Babys trinken an heißen Tagen oft zum Durstlöschen mehrere, kürzere Stillmahlzeiten an beiden Brüsten. Auch hier gilt wie bei den größeren Kindern: Bietet Euren Kindern auch zwischendurch Stillmahlzeiten an. Würde Wasser oder Tee an Stelle der Muttermilch gegeben werden, würden Babys die Nährstoffe, die sonst noch in der Muttermilch enthalten sind, nicht ausreichend erhalten und könnten weniger zunehmen. Die stillende Mutter sollte einfach nach Bedarf trinken.

Sonst noch zu beachten:

Und wer noch einen Abkühlungstipp braucht für die Größeren:

Kommt gut durch die heißen Wochenendtage,
Eure

Susanne_clear Kopie

 

 

 

 

13 Kommentare

  1. Sarah Lück

    Wir waren gestern am Strand und es war erschreckend, wie unvorsichtig viele Eltern sind. Meine Tochter war weit und breit die Einzige, die ein luftiges langärmeliges Oberteil trug und hauptsächlich im Schatten lag. Sonnenhüte waren zum Glück häufiger zu sehen. Aber gut, von Personen die auch mit Sonnenbrand wieder in der Sonne braten kann man Sonnenschutz bei den Kindern nur bedingt erwarten 😉

  2. Wir lieben die Hitze!
    Trotzdem halten wir uns über Mittag im Kühlen auf, und das mit dem Trinken beachten wir sehr: Am See hat der kleine oft keine Zeit zum Trinken, also er verweigert auch wenn ich es ihm anbiete, und für logische Argumente ist er noch zu klein. Deswegen gebe ich ihm auf der Fahrt hin und zurück wo ihm eh langweilig ist eine große Flasche wasser die er dann jeweils komplett leer trinkt und wenn wir angekommen sind auch nochmal nachfordert. Klar wären mehrere kleine Portionen besser, aber so ist schon mal das beste getan und er trinkt ja zwischendurch auch, aber eben wenig. Aber die mitgebtachten Erdbeeren enthalten ja auch Wasser 😉
    In die Sonne gehen wir nicht (außer im Wasser aber da sind wir immer nur kurz).

  3. Ein sehr guter Beitrag zu einem wichtigen Thema!

    Ich finde es immer schlimm, wenn ich sehe, wie Eltern ihre (Klein-)Kinder stundenlang in der Sonne herumrennen lassen, meist auch noch ohne Hut und halb nackt.

    Ich versuche meine Tochter grundsätzlich im Schatten zu halten, bin auch selbst nicht so gerne in der prallen Sonne.

    Liebe Grüße, Biene

      • Weil Dein „Wissen“ von Nivea stammt?
        Das ist doch Propaganda!
        Nichts gegen Sonnencremes, aber diese bedenkenlose Verbreitung von halbgarer Information durch Laien prangere ich an!

        • Liebe Anne,
          ja, ich habe dort einen Workshop besucht und ja, hier sind Tipps aufgegriffen zur Dosierung, die dort gegeben wurden. Diese Tipps habe ich ohne Produkthinweis hier mit aufgegriffen, weil sie allgemein gültig sind. Die Menge der Dosierung wird häufig vernachlässigt, wenn Sonnencreme verwendet wird. Ich finde den Hinweis zur Menge sehr praktisch für den Alltag anstatt in ml die Dosierung anzugeben. Dass die Dosierung aber in dieser Menge sein muss, ist unumstritten. Auch hier kannst Du dies einsehen: http://www.zockt.com/vonguteneltern/?p=2132

          • Na gut…

            Wie auch immer, vielen Dank für die Orangen-Jogurt-Eis-Idee.
            Echt mal, die hat mich die letzten Tage in vielerlei Hinsicht runtergekühlt! 😉

            Ahoi!

  4. Kathrin

    Da fällt mir ein: wie ist es denn nun mit der Vitamin D Bildung, wenn die Haut mit Sonnencreme geschützt ist? Unsere Strategie ist immer dünne bedeckende Kleidung und die sonnenintensivsten Zeiten einfach meiden (wir machen da immer gerne einen laaangen Mittagsschlaf und bleiben dafür bis weit nach dem Sandmännchen draußen).

  5. Liebe Susanne, mich würde noch interessieren, wie die Kinder so an ihre VitaminD-Portion kommen, da du ja schon mehrfach geschrieben hast dass Aufenthalt an der frischen Luft dazu ausreicht. Wenn sie aber vollkommen eingecremt und im Schatten sind und zudem kein Supplement bekommen, ist auch im Sommer der Mangel nicht behoben.
    Lieben Gruß von Maria

    • Liebe Maria,
      im Text wird ja nicht dazu angeraten, dass eingecremte Kinder den ganzen Tag im Schatten mit UV-Kleidung sitzen sollen. Wenn Kinder in die Sonne gehen für eine Zeit, die das Zeitfenster ihres natürlichen Hautschutzes übersteigt, müssen Kinder eingecremt werden, um die geschützte Zeit zu verlängern und Hautschäden vorzubeugen. Dies lässt sich berechnen nach Lichtschutzfaktor, kann beispielsweise hier nachgelesen werden: https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtschutzfaktor
      Natürlich ist Vitamin D sehr wichtig und sollte auf natürlichem Weg gebildet werden. Als Heilpraktikerin bist Du ja damit sicherlich vertraut. Je nach Lichtschutzfaktor kann natürlich weiterhin Vitamin D gebildet werden auch nach dem Eincremen. Zudem gibt es ja (hoffentlich) neben der kurzen intensiven Sonnenbestrahlungszeit, in der das Kind den zusätzlichen Schutz durch Creme benötigt, weitere Zeiten am Tag, an denen das Kind an der freien Luft ist. Hierzu kann ich Dir folgende Informationen empfehlen: http://www.bfr.bund.de/de/ausgewaehlte_fragen_und_antworten_zu_vitamin_d-131898.html
      Liebe Grüße,
      Susanne

  6. Rougerepertoire

    Liebe Susanne. Ich finde es toll, dass du extra noch mal darauf aufmerksam machst. Das kann man nicht oft genug tun, wenn man sich so umsieht!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.