Tag: 1. September 2017

Es ist Zeit für einen neuen AP-Begriff? Attachment Parenting ist, was Du daraus machst

Tragen, Stillen, Familienbett – dies sind wesentliche Eckpfeiler unseres persönlichen Familienlebens. Viele verbinden damit den Begriff Attachment Parenting. Für einige bedeutet der Begriff noch mehr: Stoffwindeln, keine außerfamiliale Kinderbetreuung, Windelfrei, Baby-led Weaning. Für andere bedeutet der Begriff weniger. Attachment Parenting ist heute ein nicht klarer Begriff. Geprägt wurde er von dem amerikanischen Ehepaar William und Martha Sears, die insgesamt 8 Kinder haben. Sie führen Attachment Parenting zurück auf die ursprüngliche Art, wie mit Babys und Kindern umgegangen wurde und haben damit dem einen Namen gegeben, was lange in der Menschheitsgeschichte Tradition hatte und in vielen Kulturen auch noch heute so gelebt wird. Dabei haben sie 7 Baby-B’s hervorgehoben, die ihnen besonders wichtig erscheinen: Bindung bei der Geburt, Stillen, das Baby tragen, Gemeinsames Schlafen, Gleichgewicht und Grenzen beachten, Glaube an das Weinen des Babys, Vorsicht vor Babytrainern. Doch schon bei Sears ist zu sehen, dass diese Aspekte grobe Hinweise sind, denn auch dort ist zu finden, dass Attachment Parenting nicht nur dann stattfindet, wenn gestillt wird, sondern dass Babys auch liebevoll mit der Flasche gefüttert werden können. Das Attachment Parenting von Sears gibt einige Werkzeuge an die Hand, die helfen, eine gute Bindung aufzubauen. Diese Werkzeuge führen aber nicht zwangsläufig zu einer guten Bindung und eine sichere Bindung kann nicht nur durch sie hergestellt werden, sondern auf viele verschiedene Arten.

Eigentlich geht es um Bindung

Worum es immer wieder geht, ist das Herstellen einer sicheren Bindung zwischen Baby und Bindungsperson(en). Dies ist insbesondere dadurch möglich, dass Eltern auf die Bedürfnisse ihres Babys feinfühlig eingehen. Die Bedürfnisse des Babys sind (besonders am Anfang) gekennzeichnet durch Bedürfnis nach Nähe, Wärme, Zuwendung, angemessene Pflege und Ernährung, Sicherheit. Diese Bedürfnisse können wir auf verschiedene Weisen erfüllen und es spielt immer auch das Temperament des Kindes und das der Bindungsperson(en) hinein wie auch das gesamte familiäre Umfeld und die Möglichkeiten. Es gibt keinen immer und für alle richtigen Weg. Elternschaft ist das, was jede Familie daraus macht und jede Familie hat das Recht, den eigenen Weg zu gehen.

Modernes Familienleben

Der Begriff, den Familie Sears (und besonders Dr. William Sears) prägte mit ihren Grundsätzen, gibt es nun schon eine lange Zeit. Die Organisation Attachment Parenting International hat die Baby-B’s von Sears ein wenig abgewandelt und umgewandelt in 8 Prinzipien. Zu Recht gibt es darüber hinaus Kritik daran, dass das Attachment Parenting von Sears auf sehr christlichen Anschauungen basiert und viel Verantwortung auf den Schultern der Mutter lässt. Dieser Aspekt ist es, der Attachment Parenting immer wieder mit Selbstaufgabe und Mütter-Burnout in Verbindung bringt – trotz des offiziellen Prinzips „Strive for Balance in Your Personal and Family Life„.

Wir wissen heute, dass Mütter sich nicht ausschließlich allein um die Kinder kümmern können und es auch gar nicht müssen (aber dürfen, wenn es ihr Wunsch ist). Denn nicht nur Mütter sind Bindungspersonen, sondern auch andere. Wir wissen, dass Bindung – wie oben beschrieben – nicht durch Stillen, Tragen oder das Familienbett hergestellt wird, sondern durch feinfühlige Interaktion. Wir wissen, wie wichtig eine sichere Bindung für das Aufwachsen des Kindes ist, aber dass dieses nur auch dann stattfinden kann, wenn es nicht nur dem Kind gut geht, sondern auch den Eltern (oder dem einen Elternteil bei Alleinerziehenden). Geborgenheit ist nicht nur wichtig für das Kind, sondern auch für die Eltern.

Modernes Attachment Parenting

Die Menschen, die sich hierzulande für das bindungsorientierte Aufwachsen einsetzen, vertreten einen modernen Weg, der an die Bedingungen hier angepasst ist und vor allem die Bedürfnisse der ganzen Familie im Blick behält. Bindungsgsorientierte Elternschaft, wie sie hier und heute propagiert und in Büchern und Artikeln dargestellt wird, kommt vor allem von Frauen. Frauen, die auch öffentlich persönliche Wege darlegen und sich einsetzen. Es ist die bindungsorientierte Elternschaft von Familien mit selbständigen, starken Frauen. Frauen, die auf sich achten und auf ihre Bedürfnisse, die sich nicht aufgeben. Die bemüht darum sind, andere Eltern zu stärken, um auf ihre Bedürfnisse zu achten und Elternschaft so zu leben, wie sie sich richtig anfühlt für sie. Es sind Frauen, die diesen neuen Weg vorleben und propagieren – und (noch) relativ wenige Männer. Es sind Frauen, die auch beruflich ihre Wege gehen so wie sie es wollen und wie es in ihr Lebenskonzept passt. Die „AP-Vorbilder“ hierzulande fordern keine Selbstaufgabe und keine ausschließliche Versorgung durch Mütter. Unsere gesellschaftlichen Verhältnisse erschweren jedoch durch zu wenig Unterstützung, zu schwierige Arbeitsbedingungen oder Vereinbarkeitsmöglichkeiten – unabhängig vom Erziehungsstil – die Selbstfürsorge der Mütter. Das ist es, woran wir arbeiten müssen: Den Rahmen zu verbessern, in dem sich jede einzelne Familie bewegt und die Möglichkeit bieten, dass Elternschaft auf verschiedene Weise gelebt werden kann ohne Selbstaufgabe. Die öffentlichen Vorbilder an bindungsorientiert lebenden Frauen zeigen auf, dass diese Bindungsorientierung nichts mit Selbstaufgabe zu tun hat: Es ist bindungsorientierte, feministische Elternschaft mit der Wahlfreiheit jeder Familie und dem Fokus auf das Wohlergehen aller zu Gunsten einer sicheren Bindung. Vielleicht ist es Zeit für einen neuen Begriff, der all dem Rechnung trägt und Verwirrungen endlich beseitigt.

Was meint Ihr dazu?
Eure

 

 

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Beruhigende und ausgleichende Baderituale für die Kleinsten

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Nach der Geburt ist zunächst einmal alles neu für das Baby: Es fühlt Berührungen auf der Haut, es hört die vielleicht im Mutterleib gedämpft wahrgenommen Geräusche klar und laut, es sieht unterschiedlichste Farben. Es wird nicht mehr über die Nabelschnur ernährt und die Verdauung ist anders und neu. Ankommen in diesem Leben bedeutet für das Kind eine radikale Umstellung. Deswegen ist es gut, wenn wir den Übergang zwischen den beiden unterschiedlichen Lebenserfahrungen sanft gestalten und an die Punkte anknüpfen, die dem Kind bekannt sind, um es mit diesem neuen Leben vertraut zu machen. Das Baden im warmen Wasser in liebevollem Hautkontakt kann einer dieser Berührungspunkte zwischen den Welten sein.

Baden für das Ankommen und Heilen

Den Heilungsaspekt des Badens hat besonders die Schweizer Hebamme Brigitte Meissner hervor gehoben, die das „Babyheilbad“ in das Licht der Öffentlichkeit rückte: Mutter und Kind fühlen in entspannter Atmosphäre das Geburtserlebnis nach, wenn das Baby gebadet und anschließend nass und nackt auf die Brust gelegt wird. Geburt und Bonding können noch einmal nachgefühlt werden, um negative Erfahrungen auszugleichen und das Kind noch einmal ankommen zu lassen.

Doch auch unabhängig von diesem therapeutischen Baden kann das Baden für Babys ein wunderbarer Moment der Zweisamkeit sein, in dem es sich im Wasser gleitend noch einmal an die früheren Erfahrungen erinnern und dieses Gefühl genießen kann. Baden ist für Babys wesentlich mehr als „nur“ Körperpflege, denn tatsächlich sind die kleinen Körper meistens nicht so schmutzig, dass sie einer intensiven Reinigung bedürfen wie später, wenn durch Pfützen gesprungen und mit Händen gegessen wird. Baden ist ein Moment der Zuwendung, der Aufmerksamkeit, des Rituals. Gerade am Anfang können Rituale wie das Baden den Alltag für Eltern und Kind strukturieren und dadurch Halt geben in einer Zeit, in der so viel neu ist.

Calendula – Wärme, Hülle, Pflege von der Natur

Weleda hat für Babys zwei besondere Pflegelinien: weisse Malve für hochsensible und zu Neurodermitis neigender Haut und die Calendula Serie, die nun schon seit 50 Jahren Eltern und Kinder beim Aufwachsen begleitet und die empfindsame Babyhaut pflegt und schützt. Kürzlich war ich mit meinem kleinsten Sohn zur Ernte der Calendula Blüten eingeladen und konnte mich davon überzeugen, wie sorgsam und wohl ausgewählt jede einzelne Blüte vom Feld in die einzelnen Produkte gelangt. Die Ringelblume hilft als Heilpflanze mit einer Vielzahl an Inhaltsstoffen bei Reizungen und unterstützt die Entwicklung der noch empfindsamen und fünfmal dünneren Haut des Babys, während sie sie gleichzeitig vor äußeren Einflüssen schützt. Auch alle anderen Inhaltsstoffe der Weleda Pflegeserie sind sorgsam ausgewählt und NATRUE-zertifiziert. So gibt die Calendula eine schützende und wärmende Hülle in allen Pflegebereichen und wird sowohl zum Schutz vor kaltem Wind, als auch zur Pflege des Windelbereichs und der gesamten Haut angewendet. Die Calendula Serie ist besonders für Babys vom Anfang des Lebens bis zum dritten Lebensjahr geeignet und auch in den neuen Kids 2in1 Shower & Shampoos enthalten die wärmende und umhüllende Ringelblume.

Mit dem Bad können wir die schützende und wärmende Eigenschaft der Ringelblume aufgreifen und dem Baby ein unterstützendes und harmonisierendes Ritual anbieten. Für die Kleinsten bietet sich das ausgleichende Calendula Bad an. Es enthält keine Tenside. Calendula, Schlehensaft und Thymian beruhigen und harmonisieren, weshalb es besonders ein wohltuendes Bad für empfindsame Babys ist, die von Reizen schnell überfordert sind, oder an unruhigen Tagen beruhigend wirken kann. Bei den größeren Kindern nutzen wir es als Zusatz für das Fußbad an kalten oder anstrengenden Tagen. Ist das Baby älter, ist das Calendula Cremebad eine gute Möglichkeit, um den kleinen Weltentdeckern eine milde Reinigung anzubieten. Mandelöl und Sesamöl unterstützen die Pflege. Und wenn schließlich Hände und Füße im Sommer in der Natur ihre Erfahrungen machen und das Kind mit allen Sinnen die Welt wahrnimmt, können Haut und Haar sanft mit dem Calendula Waschlotion & Shampoo gereinigt werden, das auch mild zu den Augen ist.

Liebevolle Baderituale im Alltag

Für die Kleinsten ist es nicht nur wichtig, womit wir sie baden, sondern auch, wie wir sie baden. Rituale zur Beruhigung und Strukturierung sind für den Alltag wunderbar und es ist gut, sie immer gleich und gut vorbereitet durchzuführen, um einen entspannenden Effekt zu erzielen. Unser Baderitual ist deswegen seit vielen Jahren gleichbleibend:

  1. Die Zimmertemperatur im Baderaum sollte so gewählt sein, dass das Baby nicht friert beim Ausziehen oder nach dem Bad.
  2. Alle wichtigen Sachen sollten griffbereit liegen, damit man sich ganz der Situation zuwenden kann und das Baby nicht hektisch aus dem Wasser genommen werden muss: Handtuch/Bademantel und ggf. Waschlappen sollten bereit liegen, der Wickelplatz sollte für das Anziehen danach vorbereitet sein. Schön ist es, das Handtuch über eine Heizung zu legen, damit es etwas angewärmt ist nach dem Bad. Gerade am Anfang sind rote Handtücher schön, in die das Kind nach dem Bad gewickelt wird, denn sie erinnern an die Zeit im Uterus.
  3. Wie auch beim Wickeln auf dem Wickeltisch darf das Baby beim Baden nie allein gelassen werden – auch nicht Babys, die schon sicher sitzen können. Ob Babybadewanne oder Babybadeeimer ist eine Frage der persönlichen Vorliebe und des Handlings. Schön ist es auch, wenn das Baby gemeinsam mit einer Bindungsperson badet und so im Bad viel Hautkontakt hat und vom Körper umhüllt werden kann.
  4. Die Badezeit sollte an das Wohlbefinden des Babys angepasst sein und auch im Tagesrhythmus einen Platz finden, an dem das Baby in einer ruhig-aufmerksamen Phase ist, um das Bad genießen zu können.
  5. Nach dem Bad wird das Baby in ein (warmes) Handtuch gehüllt und sanft abgetrocknet.
  6. Ist das Baby gut gelaunt, kann es im Anschluss noch mit Öl massiert werden. Zur Einleitung der Massage nutzen wir die Worte: „Goldtröpfchen fiel vom Himmelszelt hinab in Deine kleine Welt.“ Diese Öltradition bleibt über die Kinderjahre erhalten und auch wenn sie größer sind, bekommen sie nach dem Bad oder der abendlichen Pflege im Bad noch ihr Goldtröpfchen in die Hand.

Habt Ihr auch bereits ein Baderitual oder besonderes Pflegeritual mit Euren Kindern?
Eure

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