Kleine Küchenhelfer – Wie Kinder in der Küche helfen können

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Die Kinder lieben es, in der Küche mit zu arbeiten, zu schneiden, zu rühren, abzuwaschen und den Tisch zu decken. Tatsächlich spielt sich viel Zeit unseres Alltags in der Küche ab, an unserem Küchentisch. Hier sind die Kinder im flow, üben sich, sind konzentriert. Sie brauchen keine Spiele, keine Übungen, um das Schneiden und Zubereiten zu lernen. Sie lernen es einfach aus dem Alltag heraus. Und sie müssen nicht später überredet werden, irgendwo irgendwie mitzuhelfen: Im Haushalt mit anzupacken ist natürlicher Bestandteil des Zusammenlebens.

Der Umgang mit Messern

Ich vertraue in Bezug auf die Fertigkeiten meiner Kinder oft ihren Wünschen: „Mama, ich möchte auch Gurke schneiden“ hat der Sohn von sich aus irgendwann gesagt. Mit etwa zwei Jahren hat er sich schon viel in der Küche eingebracht und wollte nun langsam auch „größere Aufgaben“ übernehmen. Auch die Tochter unterstützt schon lange das Kochen. Hilfreich war, dass eine Freundin mich irgendwann auf das OPINEL Kinder-Küchenmesserset* für die Küche aufmerksam gemacht hat. Tatsächlich sind sowohl Schäler als auch Messer sehr scharf. Durch die einfache Haltung mit den Grifflöchern lassen sie sich aber von der Tochter schon sehr sicher benutzen und der Fingerschutz unterstützt dies noch. Ja, die Kinder haben sich beide auch schon mal geschnitten, aber nie sehr schlimm. Sie gehen achtsam mit Messern um. Im Wald beim Schnitzen ebenso wie in der Küche.

Zugänglichkeit

Auch gibt es in der Küche keine Bereiche, an die die Kinder nicht gehen dürfen. Einzig der Putzmittelschrank ist abgeschlossen mit Kindersicherung. Selbständig können sie sich mit Hilfe von Stühlen und Hockern bewegen und Gläser, Tassen und Teller aus den Schränken nehmen. In den untersten Regalen und Fächern befinden sich immer die unkaputtbaren Dinge, die von Babys ausgeräumt werden dürfen. Da das eigenständige Bedienen der Kinder manchmal in einer ziemlichen Kletteraktion endete, haben wir einen extra kleinen Schrank für die Kinder in die Küche gestellt, in dem sich Geschirr befindet. Dort gibt es auch eine kleine Glaskanne mit Wasser und Gläser zum selber eingießen. Die Kinder können auf diese Weise helfen, den Tisch zu decken und der Sohn räumt auch gerne mit ab und sortiert mit bald drei Jahren das Geschirr in die Spülmaschine ein. Auch Tassen und Teller sind natürlich schon mal kaputt gegangen, aber auch dies passiert eher selten.

Einschütten, umschütten

Mit zwei kam das Einschütten und Umschütten von Flüssigkeiten in den Fokus des Sohns. Schüttspiele wurden wichtig. Schon vorher war das Umschütten von Sand und Schüttspiele mit Erbsen, Bohnen oder Nudeln beliebt. Der Umgang mit Flüssigkeiten ist eine Erweiterung dieses Spiels. Gespielt wurde natürlich besonders in der Badewanne oder im Spielzimmer in einer großen Schüssel. Doch auch in der Küche stand der Wunsch, sich selber das Wasser einschütten zu dürfen, im Raum. Für die bessere Handhabung gibt es extra kleine Kannen und eigene Tassen und Gläser, die sich gut halten lassen. Durch den eigenständigen Umgang mit der Kanne ist es auch am Essenstisch entspannter geworden, weil sich die Kinder einfach selbst bedienen können anstatt eingegossen bekommen zu müssen.

Beteiligung fördert Entspannung

Manchmal werde ich gefragt, ob das nicht anstrengend sei, wenn die Kinder so selbständig am Alltag teilhaben, wenn wir sie einfach machen und helfen lassen. Tatsächlich bin ich der festen Überzeugung, dass es trotz aller Pannen, die vorkommen können (etwas ausgießen, Geschirr geht zu Bruch, kleine Schnittverletzung), entspannter ist, wenn die Kinder an all dem teilhaben können. Denn sie erwerben dadurch schnell Kompetenz und können nach anfänglichen Missgeschicken schon bald gut mithelfen. Und dies entspannt und erfreut nicht nur die Kinder, sondern auch mich: Denn jede helfende Hand ist im Alltag willkommen.

Ganz natürlich ist es für sie daher, sich zu beteiligen. Sie sind es gewohnt, zu helfen und wissen auch, dass es nun einmal schneller Essen gibt, wenn sie mit anpacken. Durch diese Natürlichkeit entfällt es, Druck aufbauen zu müssen wie „Jetzt bist Du aber groß, jetzt musst Du auch mal mit anpacken!“. Jeder hilft von Anfang an nach seinen Möglichkeiten. So funktioniert Zusammenleben.

 

 

* Der Link zum Kindermesser ist ein Affiliate Link zu meinem Amazon-Konto. Wird darüber ein Einkauf getätigt, erhalte ich eine Provision. Diese erhöht den Einkaufspreis selbst jedoch nicht. Ich habe das Produkt verlinkt, da ich es selbst als hilfreich und gut im Alltag mit den Kindern erlebt habe.

11 Kommentare

  1. Das Opinel Messer kann ich so gar nicht empfehlen, weil die Klinge sehr viel schwerer ist als der Griff. Wenn man (das Kind, aber auch als Erwachsene) den Finger im vorgesehenen Ring hat und vom Griff abrutscht, dreht sich das Messer und schwingt… Sogar ichhabe mich damit schon öfter geschnitten.
    Der Fingerschutz für die andere Hand ist eine gute Idee, aber für sehr große Finger/Hände ausgelegt.

    Viel bessere Erfahrung haben wir mit dem Kindermesser von wmf (Willy Mia Fred) gemacht, allerdings hat das keine glatte Schneide, was bei Verletzungen natürlich schlimmer wäre, aber es ist noch nichts passiert bisher und das Kind benutzt das Messer sehr intuitiv und verlangt es auch als ’seines‘, wenn wir schnippeln (also er will nicht mehr mein Messer, wie zuvor).

    • Oh, das ist ja blöd, dass es bei Euch so negative Erfahrungen gab. Bei uns gab es bisher keine der erwähnten Probleme. Aber danke für den Hinweis zu dem anderen Kindermesser. Das schaue ich mir demnächst mal an.

  2. Ein ganz toller Bloggeintrag? Mein Lütter hat vor Ca. 2 Wochen das Kartoffelschälen für sich entdeckt, aber mit meinen Schäler geht es eher schlecht. Eine gut Idee mit dem Kinderset von Opinel.
    Eine Frage habe ich
    Können es auch Linkshänder benutzen?
    Liebe grüße und einen entspannten Abend

    • Hallo Hexchen,
      puh, das weiß ich leider nicht. Sind Kartoffelschäler und Messer nicht universell? Wir haben hier leider nur Rechtshänder zum Testen.
      Liebe Grüße,
      Susanne

  3. Hallo Susanne, ich bin mal wieder auf deinem Blog gelandet, weil ich aktiv im Netz nach Anregungen gesucht habe, wie ich meinen fast einjährigen Sohn in der Küche „helfen“ lassen kann. Vielen Dank für die tollen und hilfreichen Ideen, aber mich würde interessieren, wie und mit welchem Alter ihr angefangen habt eure Kinder einzubeziehen? Mein Kind würde am liebsten bei allen meinen Aktionen mitmachen, und zum Beispiel beim Kuchen- oder Brotbacken kann ich mir das theoretisch schon sehr gut vorstellen, aber die ein, zweimal, die ich es probiert habe, hat er so viel Mehl aus der Schüssel auf den Boden „sortiert“, dass es eine große Essensverschwendung geworden wäre, hätte ich nicht schließlich abgebrochen. Klar, er wollte die Substanz erkunden und räumt zur Zeit gerne um. Ich weiß auch nicht, was ich mir erhofft hatte, aber ich würde ihn so gern mitmachen lassen, ohne dass es für mich die Aktion unmöglich macht. Die andere Frage, die ich mir stelle, ist, wie ich ihn vor Gefahrenquellen schützen kann, ohne ihn auszuschließen. Zum Beispiel habe ich schon oft gelesen, dass Eltern ihre Kinder Essen auf dem Herd umrühren lassen. Das geht aber erst, wenn mein Kind verstehen kann, dass es Topf und Herd dabei nicht berühren darf, oder?
    Vielleicht hast du oder jemand anders da Tipps für mich. Ich bin leider oft unentspannter als ich es gerne wäre und scheitere dann an meinen eigenen Ansprüchen.
    Und: Danke für den Artikel! Und überhaupt für diesen tollen Blog, der mein Muttersein sehr prägt.

    • Ein toller Artikel – wie immer.
      Mein Sohn ist jetzt anderthalb. Seit er stehen kann (mit ca. einem Jahr) hilft er mir, den Geschirrspüler auszuräumen. Anfangs nur die Plastikteller und das Besteck (Messer hatte ich vorher fix raus genommen). Inzwischen räumt er alles souverän aus, bei den meisten Dingen weiß er, wo es hingehört. Er benennt alles, so gut er kann (Deckel, Gabel, Messer usw) und ist super stolz, dass er das alles darf und kann. Zu Bruch ging in der ganzen Zeit genau ein Teller. Wir haben kein tolles teures Geschirr, deshalb bin ich da leidenschaftslos und kann ihn einfach machen lassen.
      Inzwischen deckt er am liebsten den Esstisch mit, der steht im Wohnzimmer. Wir reichen ihm dafür die Sachen an, wer flitzt los und stellt alles auf den Tisch. Es klappt einfach wunderbar.

  4. mein Sohn hat das Opinelset seit 2 Jahren und ich benutze es manchmal mit, bin selber Linkshänderin. Unsere Set ist absolute Seite gleich.

  5. Sandra Neumaier-Reimann

    Als ich meinen heutigen Beruf lernte, meinte der Fachsbereichsleiter an der Schule zu uns: „Wenn ihr euren Job gut macht, macht ihr wenig!“ Meine Kindergartenkinder reißen sich sprichwörtlich um unsere Ämter Tischdecker, Kalender, mit fürs Frühstück einkaufen…..
    Selbst wenn beim Nachtisch mal Abfall wegen Naschi-/Eisverpackungen anfällt, fragen unaufgefordert sofort mehrere Kinder, ob sie „Müllmann/-Frau“ sein dürfen. Das heißt ein Kind geht mit dem Gruppenmülleimer von Tisch zu Tisch und sammelt die Abfälle ein. Auch „Boten-Jobs“ im Kindergartengebäude sind beliebt, etwas für die Erzieherinnen ins Büro zur Leitung bringen oder in eine andere Gruppe. Kinder helfen sooooo gerne und sind sooo stolz was machen zu dürfen! ??

  6. Carolin Hagedorn

    Unser Sohn (gerade 2 geworden) darf auch seit Anfang an in der Küche helfen. Ich finde es wichtig Lebensmittel kennenzulernen, auch wenn es manchmal in „Verschwendung“ ausartet.
    Weil Evi fragte, womit man am bestens starten lässt: unser Kind habe ich gerne Gemüse o.ä. waschen lassen. Einfach großes Lätzchen an und dann gehts los. Oder die Salatschleuder zu bedienen steht auch ganz hoch im Kurs. Damit er nicht auf dem heißen Herd rührt bekommt unser Sohn meist seinen eigenen Topf auf der Arbeitsfläche, mit ein paar kleinen Möhren oder Kartoffeln, die dann fleißig gerührt werden.
    Ganz große Klasse finden wir unseren Smutjeturm! Ein Gestell aus 2 Hockern (eines schwedischen Möbelhauses) gebaut, in dem er sicher steht und auf die Arbeitsfläche schauen und mitarbeiten kann. Die Anleitung dafür habe ich mal in einer Zeitschrift gefunden, gibt es aber auch online auf verschiedenen Blogs zT Kinder/ Eltern. Für einen ersten Eindruck findet ihr ein Bild in diesem Blogartikel: https://www.maboni.de/unser-kuerbiskindermenue-so-bunt-wie-der-herbst/
    Wie gesagt: wirklich sehr empfehlenswert dieser Turm!
    Ich hoffe ich konnte helfen!

  7. Nadja Rich

    Danke für den tollen Beitrag. Mein Sohn ist jetzt 13 Monate alt und kann laufen und daher auch sicher stehen. Den Lernturm aus den zwei Hockern habe ich schon besorgt. Allerdings ist unsere Küche wirklich klein und Wasserkocher, Arbeitsfläche und Herd praktisch immer in Greifnähe…womit kann er anfangen zu helfen? Er macht mich manchmal ganz verrückt in der Küche. Er räumt altersgerechte noch viel aus. Geht da noch mehr? Oder brauch ich noch etwas Geduld?

    • Das dauert noch etwas, bis er mit Messern umgehen kann. Aber mit einem Schneebesen mal mitrühren, kleine Schüttversuche etc. gehen. Es gibt auch Rezepte mit extra Plastiklöffeln als Maß

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