Ein kleiner Fehler und warum eine Entschuldigung nicht hilft

Dies ist ein Gastbeitrag. Die Autorin des Artikels möchte anonym bleiben. Ich danke ihr sehr für das Teilen ihrer Geschichte und wünsche mir, dass ihre Nachricht und ihr Anliegen verbreitet wird.

„Wo ist eigentlich meine kleine Schwester?“
Mit diesem Satz fängt ein Albtraum an. Für die anwesenden Erzieherinnen und für mich als Mutter.

Vor Jahren wurde mein jüngstes Kind, damals gerade zwei Jahre alt, bei einem Ausflug mit dem Kindergarten am Spielplatz vergessen. Aufgefallen war sein Fehlen erst als das Geschwisterkind, das ebenfalls in den Kindergarten ging, am Mittagstisch fragte, wo denn das andere Geschwister sei.

Vergessen wurde mein Kind auf einer Wiese vor einem Spielplatz an einer naheliegenden, viel befahrenen Straße. Ein Teil der Kindergartengruppe hatte einen Ausflug gemacht. Insgesamt waren es zehn Kinder. Man kann nicht glauben, dass bei zehn Kindern und zwei Erwachsenen ein Kind vergessen werden kann. Es ist aber möglich.

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In vielen Gesprächen ließ sich rekonstruieren, dass die Ausflugsgruppe beim Verlassen des Spielplatzes durchgezählt wurde. Auf dem Vorplatz spielten noch andere Kinder und die beiden Gruppen vermischten sich. Die Kindergartengruppe meines Kindes sammelte sich und ging zu neunt weiter. Mein Zweijähriges blieb bei den anderen Kindern. Auch die gingen irgendwann weiter. Allein zurück blieb mein Kleinkind.

Glücklicherweise ist einer Frau das alleinstehende Kind aufgefallen. Sie hat es wohl angesprochen und ist eine zeitlang bei ihm geblieben. Dann nach ca. einer halben Stunde, hat die Frau die Polizei gerufen.

Insgesamt vergingen vom Verlorengehen bis zum Wiederfinden gut zwei Stunden. Die restlichen Kinder der Kindergartengruppe schlenderten in der Zeit zum Kindergarten, zogen ihre Jacken aus, ihre Hausschuhe an, spielten ein bisschen und fanden sich schließlich zum Mittagessen im Essensraum zusammen.
Zwei Stunden, in denen sonst was hätte passieren können, wenn diese Frau, die ich nie ausfindig machen konnte, weil die Polizei ihre Personalien nicht aufnahm, sich nicht meines Kindes angenommen hätte.

Monatelang wurde mir beim Anblick von Grünflächen an viel befahrenen Straßen schlecht. Ich musste immer an mein Kind denken und was passiert wäre, wenn es sich entschlossen hätte, zu versuchen, die anderen alleine ausfindig zu machen.

Als ich angerufen wurde, habe ich mich fast vor Panik übergeben: „Dein Kind wurde heute morgen am Spielplatz vergessen. Wir haben das leider erst mittags bemerkt. Es ist jetzt aber in Sicherheit.“
Als ich in den Kindergarten kam, war die Erzieherin, die mit den Kindern unterwegs gewesen war, schon weg. Sie hatte Frühschicht gehabt, jetzt hatte sie Feierabend.
Die darauffolgenden Tage bat sie immer und immer wieder um ein Gespräch und um Entschuldigung. Ich konnte am Anfang nicht mit ihr reden. Als ich so weit war, fragte ich sie: „Wie konnte es dazu kommen?“
Das wüsste sie nicht. Sie wisse es einfach nicht. Sie bitte lediglich von Herzen um Entschuldigung. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit.
Ich habe ihre Entschuldigung nie angenommen.
Alles was ich wollte war: Sie sollte darüber nachdenken, wie es dazu kommen konnte. Am Vorfall würde sich ohnehin nichts mehr ändern. Das Beste was ich hoffen konnte, war, dass so etwas in Zukunft nie wieder passieren würde. Nie wieder. Nicht ihr und auch keinem anderen Erziehungspersonal.
Auch in den folgenden Wochen kam nichts, was für mich befriedigend gewesen wäre. Ein Kommunikationsproblem womöglich – das war eine Hypothese, die ich ihr abringen konnte. Die Erzieherin war mit einer Auszubildenden unterwegs und dachte, das Kind sei bei dieser gewesen. Die Auszubildende dachte, das Kind sei bei der Erzieherin gewesen.

Man hatte beim Verlassen des Spielplatzes einmal gezählt, beim Überqueren der großen Straße wohl nicht mehr und auch bei Ankunft im Kindergarten nicht. Das konnte ich durch ausdauerndes Nachfragen zusammensetzen. Die Kinder waren nicht unterteilt in „gehört an die Hand (weil klein)“ und „gehört an die Hand eines anderen Kindes (weil größer)“. Alle liefen wohl rum, wie es ihnen gefiel. Jedenfalls gab es keine feststehende Regel wie eine Straße zu überqueren ist, die da lautete: Alle Kinder unter drei gehen an der Hand einer Erzieherin.

Ich habe viel darüber nachgedacht, was da passiert ist und ich glaube heute, dass die Situation zustande kam, weil die Erzieherin schon Jahrzehnte als Erzieherin tätig war. Sie machte Dinge aus dem Bauch heraus. Nicht mehr nach Vorgaben und Regeln. Ein zu enges Korsett.
Ich glaube aber, dass es in der Kinder(fremd)betreuung feste, unumstößliche Regeln geben muss. Zählen beim Verlassen des Spielplatzes, zählen beim Überqueren der Ampel, zählen bei der Ankunft. Immer. IMMER. Keine Ausnahmen. Auch nicht nach zwanzig Berufsjahren. Kinder unter drei an die Hand oder in den Wagen, wenn man läuft. Immer und Ende.

Jedenfalls warum ich das schreibe: Das Ganze ist gut ausgegangen. Dem Kind ist nichts passiert. Alles gut.
Ich hab die Entschuldigung der Frau nie angenommen, denn Grundvorraussetzung dafür wäre aus meiner Sicht: darüber nachdenken, was da schief gelaufen ist. Nicht einfach sagen: Klar, finden alle blöd, dann finde ich das auch ganz blöd. Die Reflexion der Situation ist für mich zwingende Voraussetzung um Vorfälle dieser Art für die Zukunft zu vermeiden. Ohne das, ist jedes Entschuldigen egal. Wenn die Reflexion nicht statt gefunden hat, wird sich mit Sicherheit für die Zukunft nichts verbessern.
Über die Ursachen nachdenken, die Ursachen offen kommunizieren, entsprechende Maßnahmen ableiten, Vertrauen durch konsequentes „Richtigverhalten“ wiederaufbauen. Vielleicht hätte ich dann irgendwann eine Entschuldigung annehmen und verzeihen können.

Klar hat sie das bereut. Aber sie hat sich der Situation nicht gestellt. Keine Supervision mitgemacht, sondern zeitnah gekündigt. Damit war das Problem für sie gelöst. Sie hat sich der zweifellos höchst unangenehmen Situation einfach entzogen.

Man kann falsches Tun nicht Wiedergutmachen. Man kann nur durch nachdenken, analysieren und Maßnahmen ergreifen verhindern, dass so etwas wieder passiert. Das muss in meinen Augen das Ziel sein.
Eine Entschuldigung bringt da nichts. Sie gibt in dem Fall, sofern sie angenommen wird, demjenigen, der sich falsch verhalten hat, den Seelenfrieden zurück. Er bzw. sie kann einfach weitermachen. Nichts hat sich geändert. Es fand keine Entwicklung statt.

Ich habe daraus gelernt: So etwas kann passieren. Das ist bitter, aber kein Einzelfall. Ich erzähle die Geschichte, weil sie allen Eltern ein Anlass sein soll, bei einem Elternabend mal das Thema aufzugreifen: Wie sind die Regularien für Ausflüge? Werden Signalwesten getragen (es ist schwerer ein Kind in neongrüner Weste zu vergessen)? Wie ist man mit den Kleinen unterwegs? An welchen Punkten wird die Ausflugsgruppe durchgezählt? Wie ist das Vorgehen im Worst Case Szenario (ein Kind wurde vergessen und es wird bemerkt)?
Schaut regelmäßig auf eure Kontaktbögen. Sind eure Telefonnummern aktuell (Bei mir war die Handynummer veraltet, deswegen kam ich erst Stunden später dazu)?

Und weil es mir sehr wichtig ist: Es geht um das Fehlverhalten einer einzigen Person. Es geht nicht um die Institution. Mein Vertrauen in die betroffene Einrichtung ist ungebrochen. Ich sehe meine Kinder dort gut betreut. Meine Entspanntheit in Sachen „es kann den Kindern nichts passieren“, musste natürlich wieder aufgebaut werden. Aber dafür haben alle anderen – Unbeteiligten – ALLES getan, was man tun konnte und sie haben auch alles getan um für die Zukunft solche Vorfälle zu vermeiden und wir haben gemeinsam den Vorfall verarbeitet.

 

21 Kommentare

  1. Suse- Ichlebejetzt!

    Horror!!!! Wenn ich mir nur vorstelle, welche Ängste Du im Nachhinein noch ausgestanden hast. Und das Kind!
    So etwas DARF einfach nicht passieren und ich gebe Dir recht, daß der Kindergarten sich immer, aber auch immer an gewisse Regeln halten muß! das Argument: „OIch dachte der Kollege hat das Kind“ zählt nichts.
    Liebe Grüße
    Suse

  2. Jessica Elaine

    Liebe Jenny, irgendwie finde ich deinen Kommentar so fehlplatziert. Unter diesem Artikel. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum ein Kind unter zwei in ‚fremder‘ Obhut ist. Das ist jeder Mutter selbst überlassen. Meine kleine Tochter geht seit zwei Wochen auch in die Kita. Beim lesen war mir auch grad schlecht. Ich fühle mit dir und bin froh, dass alles gut ausgegangen ist.

    Liebe Grüße, Jessica

  3. Diana Düring

    Was ist das denn für ein blöder Kommentar bitteschön. Die meisten müssen nach einem Jahr Elternzeit wieder arbeiten. Dafür sind Kindergärten ja nunmal da. Der Mutter hier mit deiner provokanten Frage indirekt die Schuld an dem Vorfall zu geben ist in meinen Augen einfach unerhört.

  4. Liebe Susanne, liebe Gastautorin,
    dieses Vorkommnis ist wirklich unglaublich .

    Als Vater habe ich das natürlich mit erheblichem Schrecken gelesen.

    Ich bewerte das allerdings auch mit meiner persönlichen beruflichen Professionalität, nämlich als Betriebseisenbahner. Wir sprechen im Eisenbahnbetrieb von den sog. gefährlichen Ereignissen, das sind zum einen Unfällen aber auch solche Ereignisse, die zu einem Unfall hätten führen können. Auch wenn nichts passiert ist, sind solche Ereignisse zu dokumentieren, zu analysieren und zu berichten (nichts zuletzt an die staatliche Aufsichtsbehörde). Es gibt dafür ganz klare Regularien und es sind auch Maßnahmen zu ergreifen (z.B. Mitarbeiter belehren).

    Dieser Zwischenfall ist für mich vergleichbar, sozusagen ein gefährliches Ereignis in der Erziehung. Wenn ich das richtig verstehe, hat hier gar keine Aufarbeitung und Analyse dieser Gefährdung des Kindes stattgefunden. Dies wäre auf jeden Fall die Aufgabe der Kindergartenleitung. Hier ist aus meiner Sicht zu überlegen, ob da nicht arbeitsrechtliche Maßnahmen wie Kündigung oder Abmahnung gegen die betreffende Erzieherin erforderlich sind. Was hat die Leitung der Einrichtung unternommen ?

    Ob das strafrechtlich relevant ist, weiss ich nicht, ggf. wäre auch das zu prüfen.

    Als Eisenbahner weiss ich, wie es ist, für die Sicherheit von Menschen verantwortlich zu sein. Dies zu gewährleisten in eben der Beruf, der einer Erzieherin gleichermaßen. Wer sich hierbei etwas zu Schulden kommen lässt, muss zur Verantwortung gezogen werden. Eine schlaffe kleine Entschuldigung reicht da in der Tat nicht. Das sehe ich sehr streng.

    Mich macht das sehr wütend, dass hier in diesem Fall offenbar keine Konsequenzen gezogen werden. Das macht mir jetzt. erst recht Angst.

    Viele Grüße

    • Alex Stani

      Danke für Ihren Beitrag. Es gibt hier zu viele Versuche den Vorfall zu relativieren.

  5. Ich finde das ganze Schreiben etwas übertrieben. Sicher sollte/darf sowas nicht pasieren, aber die Erzieherinnen sind auch nur Menschen und sie wird in Zukunft sicher 3-4x nachzählen. Aber habt Ihr euch schon mal geachtet wie viele Kinder in Warenhäuser ausgerufen werden die ihre Mutter suchen? Und das ist die eigene Mutter die ihr Kind verliert.

  6. Goldwaendlerin

    Eine Entschuldigung ist auch nicht dazu da, zu „helfen“ (diese Vorfälle zu verhindern). Sie soll zeigen, dass einem der Fehler (die Schuld) bewusst ist und ein Schritt zur Aufarbeitung sein.
    Natürlich ist das schrecklich, darf nicht passieren und selbstverständlich dürfen Eltern Fragen zum Vorgehen der KiTa bei Ausflügen stellen.
    Aber hier schreibt eine traumatisierte Mutter, deren Blick auf das Geschehene und den Umgang damit (verständlicherweise) durch ihre Angst und ihre Wut geprägt ist. Deshalb finde ich, ihre Einschätzung der Reaktion der Erzieherin ist vor diesem Hintergrund zu lesen. Die Erzieherin hat wiederholt um ein Gespräch gebeten, der Vorfall ging ihr also offensichtlich auch nahe. Dass sie der aufgebrachten Mutter keine Erklärung liefern konnte, welche diese zufrieden gestellt hätte, kann ich auch verstehen, wenn ich mir die Szene vorstelle. Das heisst nicht, dass sie sich keine Gedanken gemacht hat. Und dass sie gekündigt hat, heisst auch nicht zwingend, wie im Text unterstellt, dass sie sich vor der Verantwortung drücken wollte. Vielleicht hat sie realisiert, dass die nach all den Jahren zu ausgebrannt ist, um volle Konzentration zu bringen, oder etwas Ähnliches. Es könnte auch ihre Art gewesen sein, Verantwortung zu übernehmen. Das wissen wir nicht.

    Eltern, die ihre Kinder abgeben (und das soll kein Plädoyer dagegen sein), sei es in KiTa oder Schule, müssen immer mit dem Risiko leben, dass jemand anderes Fehler macht, die dem eigenen Kind schaden könnten. Genauso wie man selbst. Natürlich braucht es Regeln im Umgang mit Ausflügen oder anderen gefährlichen Situationen. Die meisten KiTas und Schulen haben solche Regeln. Aber ob ein Artikel wie dieser hilfreich ist, wage ich zu bezweifeln. Mir scheint er eher Ängste zu schüren…

    • Victim blaiming? Das Opfer war in diesem Fall doch wohl das Kind (wenn überhaupt), denn das wurde ja „vergessen“, nicht die Mutter. Das Kind wird hier aber nicht beschuldigt, sondern die Mutter, ergo kann man das wohl kaum als „victim blaiming“ bezeichnen.

  7. Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!
    Wir sind alle nur Menschen und wir alle machen Fehler!
    Ich kann die Angst der Mutter verstehen. Unser Sohn wurde tatsächlich auch schon mal von den Erziehern draußen vergessen.
    Aber beim Lesen muss ich erlich zugeben, dass mir die beschuldigte Erzieherin am Ende mehr leid tat. Ihr tat es offenbar von Herzen leid und ihr wurde nicht vergeben. Kenne einen Fall, der wegen nicht vergeben, aus großer Schuld und Verzweiflung selbstmord begangen hat.
    Sie hat doch versucht mit der Mutter zu sprechen, laut dem Text wohl auch mehrmals und wurde immer zurück gewiesen.
    Aus Fehlern soll man lernen, natürlich! Aber muss man nicht auch verzeihen können, auch für seiner selbst Friedenswillen?

  8. So habe ich auch mal gedacht, bis ich Kinder bekam. Den meisten Kindern tut es gut. Mein Sohn würde eingehen ohne den Kontakt mit den anderen Kindern und die Abnabelung von der Mutter. Dass die Kindergärten mangelhaft sind ist deshalb umso ärgerlicher.

    • Danke für deinen Kommentar und das du meine Frage ganz normal beantwortet hast 🙂

      An alle anderen die sich von mir angegriffen fühlten: ich wollte hier kein „victim blamen“. Und meine Frage war passend weil genau dass im Beitrag unter anderem vorkam.

      Und jetzt entspannt euch mal, wir starten gepflegt ins Wochenende.

  9. Aada K. Lopez

    Tut mir sehr leid, dass die Mutter solch eine negative Erfahrung gemacht hatte. Mir leuchten ihre Gedankengänge, sowie ihre beschriebenen Empfindungen durchaus ein. Der Satz, der bei mir während des Lesens am meisten reinhaute war dieser hier: »Ich habe viel darüber nachgedacht, was da passiert ist und ich glaube heute, dass die Situation zustande kam, weil die Erzieherin schon Jahrzehnte als Erzieherin tätig war.« Und meiner Meinung nach geht es hier ganz gewiss nicht um eine mangelhafte Fähigkeit, verzeihen zu können. Ich teile diese Ansicht, dass es mit „Entschuldigung.“ und „Es ist verziehen.“, absolut nicht getan ist. Dafür ist das Thema zu sensibel und zu komplex. Die Verantwortung viel zu groß, als dass es so einfach wäre. Daher ist in meinen Augen auch das absolut zutreffend: »Man kann falsches Tun nicht Wiedergutmachen. Man kann nur durch nachdenken, analysieren und Maßnahmen ergreifen verhindern, dass so etwas wieder passiert.« // Hoffentlich hat die betreffende Person, (die Erzieherin), etwas für sich aus dieser Situation mitgenommen.

  10. Ich würde gerne noch meine 18Monate alte Tochter zu Haus betreuen aber Vater Staat macht mir das als arbeitstätige Mutter leider finanziell nicht möglich. Und aus diesem Satz hört man „selbst schuld“ heraus. Gehts? Man bezahlt nicht gerade wenig für die Betreuung der Kinder und da geht man von einer vernünftigen Betreuung aus und das das kind nicht vergessen wird.
    So eine Aussage treffen kinderlose, arbeitslose oder mütter wo der mann genug Geld nach hause bringt die dann ihre drei jahre von der arbeit fern bleiben können.
    Außerdem brauchen kinder kinder zum spielen und nicht nur mama oder papa zum spielen.

  11. Trollblume

    Liebe Jenny,

    Mich hat deine Äußerung wirklich auch verärgert, eben weil deine Aussage zum einen der Mutter vorwirft, sie wäre didoch selbst schuld an dieser Situation und zum anderen Lebensmodelle, die mit deinem offensichtlich nicht verträglich sind, als negativ bewertest. Nur weil eine Frau ein Kind bekommt, heißt dies nicht, dass sie ihr weiteres berufliches Leben für Jahre hinten an stellen muss. Wenn man jemanden einen Vorwurf machen möchte, dann der Erzieherin, denn wenn auch Fehler menschlich sind, so hat diese nun mal einfach ihre Aufsichtspflicht verletzt. Sie, d.h. due Erzieherin, hat einen Fehler gemacht und nicht die Mutter, die ihr Kind in ausgebildetes Fachpersonal gegeben hat. Bitte spare dir doch zukünftig solche Aussagen, die Menschen vorverurteilen.

  12. Diesen Satz finde ich bemerkenswert: »Zwei Stunden, in denen sonst was hätte passieren können, wenn diese Frau, die ich nie ausfindig machen konnte, weil die Polizei ihre Personalien nicht aufnahm, sich nicht meines Kindes angenommen hätte.«

    Wie ist es mit Regeln der Polizei? Werden sie nur noch bezahlt, damit sie nachts einsame Radfahrer ohne Licht abkassieren können? Doch viel wichtiger: Warum ist die Nachbarschaft so kaputt? Warum ist ein Kind einsam, wenn es vergessen wird? Alle sperren sich in Institutionen weg und der Staat asphaltiert die Umgebung. Von Vertrauen in eine Institution kann da meiner Meinung nach nicht die Rede sein. Wer selbst denkt, betreut auch selbst. Das ist weit weniger Stress, wenn man sich nachbarschaftlich organisiert, als morgens mit dem Wecker aufzustehen, um das eigene Kind loszuwerden.

    Welch Glück, dass nichts schlimmes passiert ist im Jahrhundert nach 1984.

  13. Alex Stani

    Nun, wenn ich mit meinem eigenen Kind unterwegs bin, sehe ich öfters solche Ausflüge. Meistens sind die Erzieherinnen in Gespräche miteinander vertieft und Kinder laufen wie sie wollen. Zum Teil hinter diesen Erzieherinnen… Wie und wie oft Kinder gezählt werden, kann ich nicht sagen.

  14. Alex Stani

    Eine Mutter hat mir auch hier bei uns von einem Vorfall berichtet, dass ihr 3-jähriger Sohn auf dem Weg vom Spielplatz verloren wurde und alleine nach Hause gelaufen ist. Die Mutter wurde aus dem Kindergarten angerufen, da war ihr Sohn bereits vor der Tür. Die Erzieherinnen haben weder eine Suchaktion gestartet, noch die Polizei verständigt. Entschuldigt haben Sie sich auch nicht. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass keiner unterwegs das Kind gesehen hat.

  15. Alex Stani

    Die zweite Gruppe hat also ein Kind alleine auf dem Spielplatz zurückgelassen? Ist so was nicht strafbar?

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