Hebammen im Koalitionspapier dank Jens Spahn?

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Diess Bild ging in den letzten Tagen durch das Internet, geteilt von Anke Bastrop, die auch die Hebammenpetition auf Change.org ins Leben gerufen hat. Jens Spahn, Bundestagsabgeordneter der CDU, und Karl Lauterbach von der SPD haben die Gespräche der Gesundheitspolitiker über die Leitlinien der neuen Regierung in Hinblick auf Gesundheit und Pflege geleitet. Zunächst hieß es:

Die Sicherung des Hebammenwesens steht NICHT im Koalitionsvertrag. In der ersten Fassung war noch vorgesehen, etwas für die Hebammen zu tun. Dann wurde die Zukunft der Geburtshilfe einfach rausgestrichen.

Die Situation der Hebammen wurde für die Koalitionsverhandlungen nicht berücksichtigt. Es erhob sich eine Welle des Protestes. Zahlreiche BlogerInnen schrieben Artikel, Facebook und Twitter liefen heiß.

Jens Spahn selbst twittert dazu:

 

Das ist schon ein interessantes Statement. Dies insbesondere in Verbindung mit seinem jüngst veröffentlichten Blogartikel „Gut, gut erreichbar und sicher – das Krankenhaus der Zukunft“, in dem heißt es beispielsweise:

Die Qualitätsberichte werden künftig auch erstmalig Einfluss auf die Bezahlung der Kliniken haben. Kurz gesagt: Wer bei bestimmten Leistungen gute Qualität liefert, soll mehr bekommen als jemand, der unterdurchschnittlich arbeitet. Das ist ein verantwortlicher Umgang mit den Geldern der Patienten und motiviert, sich und seine Leistung ständig zu hinterfragen und zu verbessern.

oder auch:

Vielerorts scheitert die Umstrukturierung am Widerstand vor Ort. Wenn ein Krankenhaus geschlossen oder anderweitig genutzt werden soll, geht ein großer Aufschrei durchs Land. Dabei wird in Regionen, in denen Häuser zusammengelegt und Kompetenzzentren geschaffen werden Erfolgsgeschichte geschrieben. Wir wollen den Abbau von Überkapazitäten, die Konzentration von Krankenhausstandorten und die Umwandlung von Krankenhäusern in lokale Versorgungseinrichtungen wie MVZs, Gesundheits- oder Pflegezentren mit einem Investitionsfonds in Höhe von 500 Millionen Euro unterstützen. Wir sind der festen Überzeugung, dass am Ende dieses Prozesses ein besseres Angebot für die Patientinnen und Patienten stehen wird.

Da sieht man dann schon, aus welcher Richtung der Wind weht und wie wohl die Einstellung zur außerklinischen Geburtshilfe aussehen mag. Ein Investitionsfonds in Höhe von 500 Millionen Euro für Krankenhäuser und deren Umwandlung.

Nun heißt es von ihm:

 

Doch in welcher  Weise wird hier eine Erwähnung stattfinden? Und wird es wirklich eine Bewegung in die richtige Richtung sein, wenn sein Anliegen doch eher in Hinblick auf die Krankenhäuser geht? Können wir wirklich beruhigt sein?

2 Kommentare

  1. Mama notes

    Danke für Deinen Artikel! Seine Art zu antworten, die Wortwahl. „Shitstorm“, „bitte wieder beruhigen“. Da nimmt jemand mal gar nicht ernst, was vielen Menschen sehr ernst und wichtig ist. Seine Reaktion wirkt einfach nur arrogant, abgehoben und kein bisschen interessiert und offen für die Sache.

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