Ich kauf im Kiez – Folge 1: Friedrichshain

Ich halte nichts von Einkaufszentren. Schon gar nicht mit Kindern. Orte, an denen kein oder kaum Tageslicht hinein kommt, es immer zu voll ist, Einkaufende und Verkäufer genervt sind, Reizüberflutung für alle. Jahrelang habe ich selber in einem Einkaufszentrum für eine große Bekleidungskette gearbeitet – ich weiß, wovon ich spreche. Manchmal verirre ich mich doch in ein Einkaufszentrum. Oft in dem Irrglauben, dass ich nur mal schnell irgendwas dort besorgen will. Dann stelle ich wieder fest, dass es sich eben nicht „mal eben schnell“ besorgen lässt, weil es zu voll ist, die Umkleidekabinen besetzt sind, sich lange Schlagen an den Kasse gebildet haben, der Sohn zu weinen anfängt, weil es doch irgendwie zu viel Buntes und Blickendes ist. Einkaufzentren sind das Gegenteil von schnell und einfach. Viel lieber mag ich die kleinen Läden in den Seitenstraßen. Da, wo es nicht voll ist. Wo man wirklich noch persönlich beraten wird. Ich kaufe gerne im Kiez ein. Und weil ich das so gerne machen und in Berlin auch immer wieder viel rum komme, möchte ich Euch daran teilhaben lassen. Mit meiner neuen Serie: Ich kauf im Kiez.

Die Kinder und ich wollen am Wochenende zum Fotografen gehen und Fotos machen lassen. Nicht nur deswegen brauchen wir ein paar hübsche neue Kleidungsstücke. Die Tochter hat in den letzten Wochen einen großen Wachstumsschub gemacht und braucht auch unbedingt neue Schuhe. Also nehme ich meine Kinder und laufe durchs Kiez. Friedrichshain: Hier findet man im Norden und im Süden reichlich Kinderboutiquen. Heute treibt es mich in die Region um die Bänschstraße. Ich habe gehört, es gibt dort einen neuen Laden mit Kinder-Öko-Kleidung.

Snugata

Zuerst führte mich der Weg also ins „Snugata„. Gerade 5 Wochen gibt es den Laden in der Bänschstraße, der wirklich ausgewählt schöne Öko-Kleidung für Kinder führt. Darunter auch eines meiner Lieblingslabels: CharLe. Neben Kleidung gibt es auch hübsche Accessoires und für den Sohn habe ich hier einen wunderbaren Body gefunden von Belle & Dean. Die Inhaberin Katrin Eichstädt ist ganz überzeugt von der ökologischen Baby- und Kinderkleidung und ist sehr liebevoll mit den Kindern umgegangen. Zum Schluss gab es für die Tochter sogar noch einen hübschen Anstecker.

StadtLandFluss

Weiter führte uns die Tour ein paar Häuser weiter, denn Schuhe brauchten wir nun auch. Noch nicht die dicken Winterstiefel, aber warme Herbststiefel für den Wald und Bauernhof sollten es sein. Bei „Stadt Land Fluss“ in der Bänschstraße wird man ebenso warmherzig bedient wie zuvor im Snugata. Ganz geduldig werden alle Schuhe heraus geholt, die es in der Größe der Tochter gibt und sie kann nach und nach alle anprobieren. Es wird nachgesehen, wie jeder Schuh sitzt und ob er auch genug Halt gibt. Und selbst das wilde Wuseln des Sohns zwischen den Schuhkartons bringt hier niemanden aus dem Konzept.

Libelle

Kurzer Stopp in der Libelle, um nachzusehen, welches das nächste Abend-Vorlesebuch werden soll. Haben uns dann aber doch noch nicht entscheiden können und gehen erst einmal weiter.

Marienkind

Nächster Halt ist in der Schreinerstraße. Im Marienkind gibt es Selbstgenähtes für Mütter und Kinder, sowie schöne Stoffe für alle, die selber nähen. Fast fällt der klitzekleine Laden gar nicht auf. Aber Reinschauen lohnt sich: Die Mitwachshosen sind entzückend. Und sie gibt es auch für Mama! Unsere Einkaufstüte füllt sich deswegen mit einer Mitwachshose für den Sohn, einer für Mama, einem Rock für die Tochter und einen für Mama – alle im Fischgrätenmuster, mal mit braunen Bündchen, mal lila oder schwarz. Zauberhaft!

Paris_Secondhand

Fehlt noch was? Dann schau ich noch schnell im „Paris Secondhand“ französische Kinderkleidung in der Samariterstraße vorbei. Hier hab ich schon oft schöne, preiswerte Teile von Petit Bateau gefunden. Heute aber nicht, denn die Kinder werden langsam müde. Reicht ja auch.

Und wisst Ihr was? Es hat Spaß gemacht. Auch den Kindern. Und wann kann man das schon bei einem Einkaufsbummel mit zwei kleinen Kindern in einem Einkaufszentrum behaupten? Deswegen kaufe ich auch weiterhin lieber im Kiez ein. Und demnächst führe ich Euch mal durch ein anderes. Habt Ihr Wünsche oder Vorschläge?

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