Wochenende in Bildern 27./28. Oktober 2018

An diesem Wochenende steht wieder ein Weiterbildungswochenende an, an dem ich wenig Zeit mit der Familie verbringe und viel Zeit mit altem und neuem Wissen. Umso wichtiger sind die kleinen Momente drumherum wie zum Beispiel das Frühstück am Morgen, das zwar viel zu früh für ein Wochenendfrühstück stattfindet und auch ein wenig kurz, aber dennoch eben ein Moment ist, an dem wir alle zusammen am Tisch sitzen und reden: Darüber, wie dieses Wochenende wird, was wir alle so machen und was uns wichtig ist. Gerade in stressigen Zeiten sind diese Momente am Tisch zusammen für uns als Familie wichtig. Studien zeigen, dass zumindest bei Schimpansen durch das gemeinsame Essen mehr Oxytocin ausgeschüttet wird vielleicht ist das ja auch einer der Gründe für das Wohlgefühl am Familientisch.

Um beim Oxytocin zu bleiben: Mein großes Kind hat mir einen Schal gestrickt, den ich nun trage, auch wenn es doch ein sehr intensives rosa geworden ist, das nun meinen Hals ziert. Aber diese Freude und dieser Stolz über das heimlich selbst gemachte Geschenk.

Nach dem Frühstück geht es ins Krankenhaus zur Weiterbildung. „Elternschule“ steht in großen Buchstaben am Eingang und ein paar Räume weiter findet gerade ein Geburtsvorbereitungskurs statt. Wie negativ mir auf einmal dieser Titel erscheint, während er vor einigen Wochen nur so aus dem Augenwinkel und ohne Bedeutung meine Aufmerksamkeit erlangte.

Am Abend wieder zurück beim Thema „Essen in Gemeinschaft“: Ich fahre nach der Weiterbildung zu Anja und Christian von „Von guten Eltern„, wo ich auf den Rest meiner Familie treffe. Die Kinder teilen sich – mehr oder weniger begeistert – das Essen bzw. verteidigen ihre Teller vor Übergriffen anderer kleiner Kinderhände und sitzen trotzdem so freudig und lustig um ihren Tisch herum und lachen und erzählen und machen zwischendurch ein wenig Unsinn. Zum zweiten Mal an diesem Tag denke ich darüber nach, wie besonders diese gemeinsamen Essenszeiten sind und wie verbindend.

Sonntagmorgen ist dank Zeitumstellung ein wenig mehr Zeit am Morgen, so dass ich noch kurz mit im Kaufmannsladen sitzen kann. Die Kinder beschweren sich ein wenig, dass ich heute auch wieder erst spät nach Hause komme, freuen sich aber auch auf den Tag mit „nur Papa“, weil dann meistens noch ganz andere Punkte auf dem Tagesplan stehen. Passend dazu sprechen wir auch heute bei der Arbeit über das Thema „gleichberechtigt und gleichwertig“ und die Unterschiede zwischen Eltern und ihren Aufgaben.

Und auch spannend ist ein Blick in die Vergangenheit und kritische Reflexionen über unseren Alltag und die Dinge, wie wir immer wieder gesagt bekommen, dass wir sie brauchen würden. Überhaupt ist das gerade wieder ein so wichtiges Thema in meiner Arbeit: Was brauchen wir alle wirklich? Was brauchen wir wirklich für Elternschaft und im Zusammensein mit Kindern? Und immer wieder komme ich zurück darauf, dass das Wichtigste nicht die Dinge, sondern eben die Menschen und die Unterstützung sind und wir darin unsere Kraft legen sollten, unser Engagement. In der Begleitung individueller Stillentscheidungen ebenso wie in den vielen anderen Themen des Elternseins.

Ein langes Wochenende geht zu Ende. In meinen Armen liegen die Kinder, die noch in den Schlaf begleitet werden. Es war ein wenig zu wenig Familie an diesem Wochenende für mich, aber dafür viel anderer wichtiger Input und nun haben wir eine ganze Woche auf dem Land vor uns, wo ich am Abend mit der Bahn hingefahren bin. Eine ganze Woche Natur und Ruhe und Zusammensein in den Ferien.

Eure

 

1 Kommentare

  1. Wenn ich das lese: Brusthütchen nie im Kreißsaal, dann wird mir ganz anders… Sagte die betreuenden Hebamme zu mir 30 Minuten nach der Geburt im Kreißsaal, als meine Tochter zum ersten Mal andockte: „so wie die saugt, macht Sie Ihnen die ganze Brustwarze kaputt!“ und setzte mir Stillhütchen drauf… los ging eine 8-wöchiger Leidensweg mit wunden Brustwarzen, Saugverwirrung und vielen Tränen bei allen… Hätte ich nur vorher mal ein Buch zum Stillen gelesen… Zum Glück gab es ein Happy End und eine wundervolle Stillbeziehung bis heute. Liebe Grüße nach Berlin und vielen Dank für deine wertvolle Arbeit!

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